Deskilling: Was tun gegen die Entwertung des eigenen Wissens?
28 Oct 2025 · 1 min
Podcast episode (oh my Job, Karrierebibel) discussing 'deskilling'—the loss or devaluation of job-relevant skills due to technological change (especially AI), restructuring, cost pressure and demographic shifts. Hosts define deskilling, give industry and occupation examples (creative professions, administration, production, transport, healthcare), cite studies predicting rapid skill-change and urge countermeasures: upskilling/reskilling, lifelong learning, media competence, hybrid use of AI, and employer-supported training.
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Hast du auch manchmal das Gefühl, dass die Anforderungen im Job schneller veralten als deine Bewerbungsunterlagen? Tatsächlich gibt es Studien, die sagen, dass sich in den nächsten fünf Jahren ganze 44 Prozent der benötigten Skills im Job dramatisch verändern werden. Sechs von zehn Beschäftigten sollten dringend in Weiterbildung investieren, aber nur etwa die Hälfte bekommt überhaupt Weiterbildung oder tut das. Das Phänomen hat einen Deskilling oder Deskilling das Gegenteil von Upskilling, wonach sich die Anforderungen und das Fachwissen im Job schneller verändern, als wir überhaupt mithalten können. Was kann man in diesem Fall tun? Was sind die Ursachen und was sind die Tipps gegen die steigende Veraltung des eigenen Könnens und Wissens? Darüber sprechen wir in der heutigen Folge von oh my Job.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation. Jochen May, Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Deskilling ist das Thema oder auf Deutsch die De Qualifizierung. Der Begriff bezeichnet den Verlust oder die Entwertung von wichtigen Fähigkeiten und Kompetenzen für einen Beruf oder die Ausübung einer bestimmten Tätigkeit aufgrund von Arbeitsprozessveränderungen oder in diesem Fall ganz häufig neuer Technologien wie der KI. Weil Fachwissen aber immer schneller veraltet und manche Jobs sowie Menschen immer leichter von Maschinen oder künstlicher Intelligenz ersetzt werden können, sorgt Deskilling für einen dramatischen Arbeitsmarktwandel in der Zukunft. Dazu gibt es inzwischen schon einige sehr interessante und auch ein bisschen beängstigende Studien. Woher stammt der Begriff Deskilling oder Deskilling? Er stammt zum Teil aus der Soziologie. In dem Fall beschreibt die Ceiling einen Kompetenzverlust in der gesamten Gesellschaft, wenn also bestimmte Fähigkeiten gar nicht mehr benötigt oder entwickelt werden, weil sie Technologien oder Software Maschinen komplett übernehmen. In der Arbeitspsychologie wiederum spricht man von Deskilling, wenn die persönlichen Fähigkeiten des eigenen Know-how entwertet werden oder soziale Fähigkeiten immer mehr in den Hintergrund treten, weil wir immer seltener mit anderen Menschen zusammenarbeiten, sondern nur noch von zu Hause aus oder virtuell miteinander zusammenarbeiten. Auch das kann zu einer Abwertung oder zu dem Verlernen von bestimmten Fähigkeiten führen. Beispiele. Für De Skilling gibt es in der modernen Arbeitswelt inzwischen zuhauf. Viele Tätigkeiten, die bisher zum Beispiel von qualifizierten Fachkräften gemacht worden sind, also zum Beispiel in der Kontrolle oder Überwachung, die werden inzwischen von Maschinen gemacht, also Produktionsprozesse zum Beispiel oder Datenanalysen werden von der KI komplett übernommen. Dadurch gehen natürlich auch einige anspruchsvolle Jobs verloren. Büro und Verwaltungsarbeit ist auch so ein Beispiel. Auch hier übernehmen natürlich KI Tools zunehmend Schreib Kalkulations oder eben auch Verwaltungsaufgaben und machen so die Notwendigkeit bestimmter Fachkenntnisse unnötig. Das kann dann dazu führen, dass sich Mitarbeiter mit diesen Kompetenzen entweder nicht mehr weiterentwickeln oder sogar arbeitslos werden, weil man sie gar nicht mehr braucht. Und durch den Wandel in einigen Branchen, ich denke da zum Beispiel an die Automobilbranche, die ja jetzt auch gerade so ein bisschen in der Krise ist durch den Wechsel von Verbrennungs zu Elektromotoren, da verlieren dann bestimmte Mitarbeiter mit spezifischem Know how und Wissen ihre Jobs, also zum Beispiel Getriebeingenieure, weil man die für Elektroautos gar nicht mehr in diesem Umfang braucht wie in der Vergangenheit. Auch da können natürlich bestimmte Arbeitsprozesse immer mehr von intelligenten Maschinen ersetzt werden. Die Beispiele zeigen aber insgesamt, dass der technologische Fortschritt einerseits natürlich zur Produktivität und Effizienz beiträgt, jedoch auf der anderen Seite eben menschliche Fähigkeiten im Berufsalltag unnötiger macht oder eben entwertet. Und dann spricht man von diesem Deskilling. Es gibt bestimmte Bereiche und Branchen oder Berufe, die davon besonders betroffen sind. Bei den Berufen fallen mir natürlich zuerst die ganzen kreativen Berufe ein, also Texter, Grafikdesigner, Synchronsprecher, Fotografen. Dass hier KI schon einen großen Teil der Arbeit macht, ist ja vielen bekannt, aber das kann natürlich auch dazu führen, dass diese Menschen zunehmend umdenken müssen, umschulen müssen oder vielleicht sogar arbeitslos werden. Betrifft natürlich noch andere Berufe, Makler zum Beispiel, überhaupt Leute, die im Vertrieb tätig sind. Auch das kann teilweise schon KI immer besser übernehmen. Dann gibt es Branchen oder Bereiche wie zum Beispiel die Produktion, die Entwicklung, die Verwaltung. Auch hier können moderne Technologien vieles vereinfachen, ersetzen und reduzieren. Transport und Logistik. Wenn erstmal die autonomen Autos kommen oder die autonomen Trucks, dann braucht man auch keine LKW Fahrer mehr womöglich. Im Einzelhandel, der sowieso schon seit Jahren darbt, gibt es ja immer mehr den Zug zum Internet, zum Onlinehandel und da lässt sich natürlich dann auch vieles auf digitalem Wege machen und lösen und somit Menschen wieder ersetzen. Selbst im Gesundheitswesen, also bei Ärzten zum Beispiel, übernehmen schlaue, intelligente Systeme bereits einige Aufgaben. Sicherlich noch hier und da bedenklich, wenn man sich von der KI beraten lässt bei der Diagnose, aber auch das nimmt natürlich zusehends zu. Gerade in der Psychologie zum Beispiel gibt es ja schon einige Leute, die Ich kriege sowieso keinen Termin beim Psychotherapeuten oder Psychiater. Da lasse ich mich doch gleich von ChatGPT beraten. Ist natürlich heikel und äußerst bedenklich, aber wird eben auch gemacht und ist ein erstes Signal dafür, dass bestimmte Anforderungen hier einfach einem Wechsel unterzogen. Sind. Die Ursachen für Descalling Klar der technologische Fortschritt auf der einen Seite. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele Restrukturierungen, die wahrscheinlich größtenteils auch durch Kostendruck indiziert werden. Also Unternehmen müssen Geld sparen und setzen entsprechend auf Effizienzsteigerungen durch Maschinen, durch Software, durch Automatisierung und dabei fallen natürlich dann Arbeitskräfte weg. Der demografische Wandel trägt aber eben ebenfalls dazu bei, weil natürlich auch die Fachkräfte zusehends fehlen in Deutschland. Das kann auch durch strukturierte strategische Einreise und Fachkräfte aus dem Ausland gar nicht aufgefangen werden. Deswegen muss man einfach in der Industrie teilweise Arbeitsprozesse vereinfachen, verschlanken oder eben durch technologische Systeme ersetzen. Und das ist jetzt ein Punkt, der betrifft uns alle irgendwo. Teilweise liegen die Ursachen auch bei den einzelnen Arbeitnehmern. Unzureichende oder fehlende Fortbildungen fördern natürlich ebenfalls die Dequalifizierung. So groß die Begeisterung bei vielen derzeit für KI ist. Viele Nutzer sägen dabei natürlich auch am eigenen Ast, auf dem sie sitzen und lassen sich dazu verleiten, immer mehr eigene Fähigkeiten zu verlernen, ohne jedoch neue dazuzulernen. Stichwort lebenslanges Lernen. Das ist natürlich ganz, ganz wichtig. Es gibt sogar einige Studien, die sagen, dass wir durch die KI insgesamt an Kompetenzen verlernen oder verlieren, weil die Menschen sich halt immer mehr auf die KI verlassen. Ich selber beobachte das bei mir natürlich auch ein Stück weit. Ja klar, auch ich nutze KI und lasse mir viele Sachen auch schon von der KI beantworten oder Tipps geben, helfen was raussuchen, verlasse mich dabei darauf. Aber natürlich finde ich es immer noch sehr wichtig, dass man einige Sachen einfach im Kopf hat und im Zweifelsfall eben auch weiß und nicht immer nur in seinem Smartphone nachschaut nach dem Motto muss ich mir alles gar nicht mehr merken, muss ich gar nicht wissen im Zweifelsfall. Die KI wird schon wissen und die Studien, die es da schon gibt, die ja tatsächlich lässt sich feststellen, dass die Mehrheit der Menschen zunehmend bestimmte Fähigkeiten verlernt oder wenn man es dramatisch ausdrücken will, dümmer wird. Also auch der Stelle ist des Killing nicht ganz ungefährlich. Ja, was kann ich dagegen tun? Ganz klar, im Prinzip liegt es ja schon auf der Hand. Ich hatte es auch eingangs gesagt, Deskilling ist praktisch das Gegenteil von Upskilling. Auch das ist so ein Schlagwort aus der Vergangenheit. Und Upskilling bedeutet eigentlich nichts anderes als regelmäßige Fort und Weiterbildung, also wirklich gezielte Erweiterungen der vorhandenen Fähigkeiten. Oder beim Reskilling, das gibt es auch noch so als Fachbegriff, da frischt man dann vorhandene Qualifikationen noch mal auf, aktualisiert sie und passt sich den technologischen Veränderungen an. Also im Zweifelsfall, wenn du heute schon gut mit dem Internet umgehen kannst, wäre jetzt Reskilling, wenn du sagst, okay, ich mache mich noch mal richtig schlau in Sachen, wie nutze ich eigentlich KI in meinem Alltag oder in meinem Beruf, Beruf einfach schlauer und besser. Gleichzeitig ist ein wichtiges Gegenmittel natürlich, sich nicht einfach auf die künstliche Intelligenz zu verlassen oder sich davon die Arbeit vollständig abnehmen zu lassen, sondern das ganze hybrid zu nutzen. Ich bin überhaupt kein Gegner von moderner Technik oder neuer Technologie, nutze das gerne weiterhin, ich mache es ja auch, aber natürlich klug und unterstützend zu meinem bisherigen Arbeitsprozess oder aber um meine Lernprozesse zu unterstützen. Also ich lasse mir sozusagen nicht den Kopf ersetzen durch die KI, sondern ich reflektiere auch weiterhin kritisch Aufgaben und Ergebnisse und das tue ich durchaus mit menschlichem Verstand. Und da sind wir beim dritten Punkt, nämlich der Medienkompetenz. Auch die ist, glaube ich, zunehmend wichtiger, gerade mit Blick auf die KI. Und die setzt meines Erachtens schon sehr, sehr früh schon bei den Kindern, dass wir eben nicht alles glauben, was uns da im Internet angeboten wird von angeblichen Menschen oder Maschinen. Ich selber nutze ja KI in meinem Alltag natürlich immer wieder auch bei der Recherche, aber so habe ich es halt auch irgendwann mal als Journalist gelernt. Ich lese halt zusätzlich immer noch mindestens 2, 3 andere Quellen und vergleiche die und achte natürlich auf die Quellen selbst. Und in der Tat musste ich schon ein paar Mal feststellen, dass KI einfach falsch liegt und zwar ganz brutal. Ob das jetzt beim Anschreiben war, bei der Bewerbung, wenn wir Tests gemacht haben oder sogar beim Arbeitszeugnis. Ich weiß, wir hatten vor kurzem mal uns spassenshalber ein Zwischenzeugnis von der KI schreiben lassen, weil wir wissen wollten, was passiert denn eigentlich, wenn man sich ein Zwischenzeugnis von der KI erstellen lässt. Und siehe da, da kommt überhaupt kein Zwischenzeugnis raus, sondern letztendlich ein Abschlusszeugnis. Und da gibt es schon inhaltlich einige dramatische Unterschiede zwischen Abschluss und Zwischenzeugnis. Zum Beispiel, dass das Zwischenzeugnis immer im Präsens, also in der Gegenwartsform geschrieben ist, weil ja das Arbeitsverhältnis noch weiterhin besteht. Und das KI Anschreiben war natürlich prompt in der Vergangenheit geschrieben. Genauso gibt es im Zwischenzeugnis keine Abschlussformel nach dem Motto wir danken für die Zusammenarbeit und wünschen für die Zukunft alles Gute, weil ja das Beschäftigungsverhältnis normalerweise dann noch weitergeht. Und in der KI Zeugnisform kam natürlich prompt eine Abschlussformel. Wer sowas dann natürlich völlig blind und ohne Kenntnis übernimmt und da womöglich noch nicht mal auf die versteckten Botschaften und sogenannten Zeugniscodes achtet, der kriegt am Ende ein völlig verqueres und auch noch falsches oder schlimmstenfalls mangelhaftes Zwischenzeugnis, also mit der Note 5 und bewirbt sich dann damit. Und das wäre natürlich alles andere als zielführend in irgendeiner Form. Also Medienkompetenz ist weiterhin ein ganz, ganz wichtiger Punkt und wird, glaube ich, in der nächsten Zeit auch mit Blick auf Deepfakes und andere Fake News immer wichtiger, dass wir das schon frühzeitig erlernen. Auch das wäre übrigens etwas, was man gezielt durch Fortbildungen trainieren könnte. Und auf der anderen Seite sind natürlich auch die Unternehmen gefragt, die dürfen Mitarbeiter damit nicht alleine lassen. Ich bin zwar immer ein großer Fan davon, wenn man selber in sich selbst, in seinen eigenen Kopf, weil das das größte Kapital, was wir haben, investiert und sich nicht nur auf seinen Arbeitgeber verlässt. Aber natürlich sollten auch Unternehmen Arbeitsumgebungen schaffen, in denen das fortwährende Lernen auch während der Arbeit Stichwort Training on the Job überhaupt möglich ist und gefördert wird. Also im Zweifelsfall sprich mal mit deinem Chef, ob der in irgendeiner Form auch regelmäßige Weiterbildungen fördert für dich und alle anderen Kollegen. Im Zweifelsfall muss man sowas leider mit einer Hohlschuld immer selber einfordern. Also Deskilling ist ein Phänomen, ja, und es kann für den Einzelnen sehr gefährlich werden. Es kann radikal Jobs kosten. Natürlich kommen auch auf der anderen Seite hier und dann neue Jobs dazu, aber die Veränderung kann sehr schnell sein und dabei bleiben halt oftmals jene auf der Strecke, die es nicht geschafft haben, regelmäßig sich und rechtzeitig anzupassen. Also tu was dagegen, durch regelmäßige Fort und Weiterbildung so einen Podcast zu hören, ist eine Methode. Lesen finde ich aber weiterhin auch eine ganz, ganz wichtige Methode. In dem Sinne, ich hoffe, wir hören uns in der nächsten übernächsten Woche wieder und ansonsten lesen wir uns gerne in der Karrierebibel. Ansonsten gibt es noch einen kleinen Tipp, wenn du magst, am morgigen Donnerstag um 17 Uhr sind wir auch noch zusätzlich live auf LinkedIn, Facebook, YouTube, Twitch und wenn du dabei sein willst, einfach auf einen unserer Kanäle gehen und gerne auch Fragen stellen, die wir dann live in der Sendung beantworten. Es geht übrigens um Lücken im Lebenslauf. Dazu vielleicht auch mal hier in diesem Podcast etwas mehr. Bis dahin, ich wünsche dir eine super Woche.
Das war oh my Job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.