1 Dec 2025 · 1 min
What to do when you lose your job in Germany's tough labor market. Register with the Bundesagentur für Arbeit, apply for benefits, cut costs, and tap the hidden job market. Early-career workers face lasting damage from layoffs, so retraining or moving cities may help.
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Die aktuelle Jobkrise trifft Berufseinsteiger und Jobwechsler über 50 gerade besonders hart. Laut einer IW Studie sagen 38 Prozent der Arbeitgeber, sie wollen dieses Jahr weitere Stellen abbauen. Nur 17 Prozent planen gerade mal neue Mitarbeiter einzustellen. Der Arbeitsmarkt schwächelt wie schon lange nicht mehr und er macht den Berufseinstieg schwierig und Jobwechslern das Leben schwer. Was tun in einer solchen Situation oder wenn man statt der überfälligen Beförderung plötzlich die Kündigung bekommt? Genau darüber sprechen wir in der heutigen Folge.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation. Jochen Mai. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Ich kann mich noch gut erinnern, vor nicht allzu langer Zeit hieß es, in Deutschland herrsche ein Bewerbermarkt. Junge Fachkräfte könnten sich ihre Jobs aussuchen und dem Arbeitsmarkt ihre Bedingungen diktieren. Ein hohes Gehalt bei vier Tage Woche im Homeoffice und so weiter und so fort. Möglich macht das der Fachkräftemangel und der demografische Wandel. Denkste. Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt hat sich komplett gewandelt. Wenn es überhaupt so etwas gab wie einen Bewerbermarkt, dann herrscht jetzt wieder ein Arbeitgebermarkt. Zahlreiche Konzerne wie Volkswagen, Bosch, BASF, Bayer und andere Automobilhersteller sowie kleinere Betriebe bauen im großen Stil Stellen ab und entlassen Mitarbeitende. Rechnet man all die aktuellen Meldungen zusammen, stehen in Deutschland aktuell mehr als Jobs auf der Kippe und oder schon auf der Streichliste. Und das wird in den kommenden Monaten so schnell nicht besser werden. Den deutschen Arbeitsmarkt beutel nicht nur die anhaltende Konjunkturschwäche der deutschen Industrie, sondern auch noch die völlig unberechenbare Zollpolitik von US Präsident Donald Trump. Hinzu kommt die künstliche Intelligenz, die den Arbeitsmarkt verändert und einige Jobs kosten wird. Denn viele, vor allem einfache Aufgaben lassen sich heute automatisieren. Und das trifft dann vor allem jene, die gerade erst versuchen, ins Berufsleben einzusteigen. Ein paar erschreckende Zahlen dazu waren im April 2024 noch rund der 15 bis jährigen arbeitslos, ist diese Zahl laut Bundesagentur für Arbeit inzwischen um mehr als Menschen gestiegen. Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist jüngst sogar dreimal so stark angestiegen. Wie wie die generelle Arbeitslosigkeit. Und laut der Personalmarktforschung Index Research aus Berlin sank. Die Zahl der Stellenanzeigen für Hochschulabsolventen um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und wer erst gar keinen Job bekommt oder gleich wieder in der Probezeit betriebsbedingt gekündigt wird, der baut nur wenig Berufserfahrungen oder Selbstvertrauen auf. Die ersten Berufsjahre prägen oft die weitere Karriere. In den ersten ersten Jahren vertiefen sich viele Fachkenntnisse. Bewerber oder Einsteiger sammeln praktische Erfahrungen, bauen wichtige Netzwerke auf und spezialisieren sich oft auch noch. Wenn all das fehlt, behindert das meist die berufliche Entwicklung der nächsten fünf bis zehn Jahre. Scarring Effekt nennen Fachleute die berufliche Narbenbildung, wenn Berufseinsteiger Jobs mit niedrigen Gehältern als Notlösung wählen und annehmen müssen und und nicht mehr aktiv ihre Laufbahn gestalten können. Im Lebenslauf macht sich ein solcher Fehlstart sowieso nicht gut. Wissenschaftler am Institute of Labor Economics fanden heraus, dass Menschen, die bereits in jungen Jahren eine Arbeitslosigkeitsphase erlebt haben, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, auch später wieder arbeitslos zu werden. Was also tun? Regel Nummer 1 Ruhe bewahren, Panik und Aktionismus sind in einer solchen Phase die schlechtesten Berater. Lass dich von einer Kündigung bitte nie unter Druck setzen. Ich verstehe natürlich, dass man in einer solchen Situation von der Existenzangst heimgesucht wird und das fehlende Einkommen so schnell wie möglich ersetzen oder ausgleichen will. Aber der erste Schritt ist erstmal der zur Bundesagentur für Arbeit, um sich Arbeit suchend zu melden und Arbeit Arbeitslosengeld zu beantragen. Gleichzeitig kann und sollte man versuchen, Kosten zu reduzieren, Abos zu kündigen, Versicherungsleistungen zu reduzieren oder seinen Lebensstandard vorübergehend zu senken. Zur Not kann man vielleicht auch wieder bei den Eltern einziehen, um Mietkosten zu sparen, all sowas. Aber bitte jetzt erstmal nicht sofort in Panik verfallen. Viel wichtiger ist an dieser Stelle, den Glauben an seine eigenen Qualifikationen und Stärken zu bewahren und zu behalten. Die Psychologie spielt in einer solchen Phase der Arbeitslosigkeit eine enorm wichtige Rolle. Was jetzt hilft, ist sich bewusst zu machen, was man eigentlich selber will, beruflich und insgesamt so in der Zukunft. Mach dir zum Beispiel eine Liste, nach der du in Zukunft Jobangebote und Arbeitgeber auswählen willst. Was muss der Job bieten? Was ist dir persönlich wichtig? Worauf legst du wert? Viele wissen ja, was sie nicht mehr wollen und haben nur eine Negativliste im Kopf. Zielführender aber ist immer, wenn du dir eine Positivliste aufschreibst, wonach du suchst, was wichtig ist, um dich deinen persönlichen Zielen näher zu bringen und deine persönliche Entwicklung in die gewünschte Richtung zu lenken und zu fördern. Wer sich finanziell leisten kann, kann sich natürlich auch eine bewusste Auszeit nehmen von drei oder sechs Monaten, um sich zu sammeln, neue Perspektiven zu entwickeln und vielleicht einen ganz anderen Weg einzuschlagen oder sich zum Beispiel selbstständig zu machen. Egal ob als Berufseinsteiger oder Arbeitnehmer über 50 eine Kündigung trifft. Natürlich jeden hart, weiß ich, kenne ich erst recht in einem Arbeitsmarkt mit eingeschränkten Perspektiven. Leicht ist das alles nicht. Das bedeutet aber, dass es gar keine Perspektiven mehr gibt. Deshalb ist es umso wichtiger, sich auf die Chancen und Möglichkeiten zu fokussieren, schon allein um die Kraft und Zuversicht zu behalten, um nach einer Enttäuschung wieder auf die Beine zu kommen. Suche den Fehler jedenfalls nicht bei dir, sondern mach dir klar, dass es gerade vielen anderen Menschen ganz genauso geht, wie dir. Die Entlassungswelle rollt gerade über Deutschland hinweg. Auch bist du der aktuellen Krise nicht völlig schutzlos ausgeliefert. Ja, es kann natürlich noch eine Weile dauern, bis es wieder besser wird und die Zeit zum Überbrücken. Dazwischen dienen Profis auch gerne mal Wintering, also das Überwintern in eisigen Zeiten. Das heißt aber nicht, dass du tatenlos bleiben solltest. Im Gegenteil, versuche doch flexibel zu bleiben und dich nicht unbedingt auf eine Branche oder einen bestimmten Job festzulegen. Das gilt übrigens noch mehr für Bewerber ab Ü Ich habe dir in diesem Podcast schon mal von meinem Freund in der Automobilbranche erzählt. Auch da kriselt es ja gerade ganz gewaltig und wer dort seinen Job verliert, hat nur ganz geringe Chancen, aktuell jedenfalls auf einen Job bei einem anderen Automobilkonzern zu hoffen. Genauso sieht es in den Medien und in der Werbebranche aus. Auch hier verändert gerade die KI zahlreiche Berufsbilder oder schafft ganze Jobs ab. Die gute Nachricht ist aber, dass viele Branchen wieder offener sind für Quereinsteiger. Wer also flexibel ist, auch örtlich und sein Know-how zum Beispiel mit relevanten Fortbildungen auffrischt und seinen Marktwert dadurch steigert, hat durchaus Chancen auf dem Arbeitsmarkt auch wieder Fuß zu fassen. Ich selbst konnte in der Vergangenheit schon einigen Kandidaten helfen, komplett neue Berufswege einzuschlagen und einen Traumjob zu finden, den sie vorher überhaupt nicht auf dem Radar hatten. Der Fachkräftemangel besteht ja in vielen Branchen und Unternehmen weiterhin. Und was viele überhaupt nicht auf dem Schirm Familienunternehmen machen 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland aus und stellen über 60 Prozent der Arbeitsplätze. Konzentriere dich bei deiner Stellensuche also nicht unbedingt nur auf die bekannten Namen oder Konzerne. Eine weitere Übung, die ich mit meinen Coaches immer wieder mache, ist an der Bewerbungsstrategie zu arbeiten. Wir überarbeiten und verbessern dabei dann nicht nur die Bewerbungsunterlagen wie Anschreiben und Lebenslauf und suchen nach übertragbaren Skills oder Stärken und Alleinstellungsmerkmalen, sondern wir überlegen uns auch, wo und wie wir Jobs im sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt finden können. Der Was viele nicht wissen, ist rund doppelt so groß wie der offizielle Arbeitsmarkt und lässt sich zum Beispiel durch gezielte Initiativbewerbungen oder eine größere Sichtbarkeit in Social Media erreichen. Entscheidend aber bleibt, dass du dein Selbstvertrauen behältst und nach einer Kündigung gar nicht erst in ein Loch fällst oder deine Ansprüche brutal runterschraubst. Sicher, wenn die vorher zu hoch lagen oder einfach nicht mehr realistisch sind, ist auch das ein gesunder Heilungsprozess. Auch das machen wir übrigens im Coaching. Aber das Ziel dabei ist natürlich immer, einen realistischen Blick dafür zu bekommen, was möglich ist und das dann auch umzusetzen. Apropos Kennst du die sogenannte Flaschengeist Frage? Sie hilft dir bei einer möglichen beruflichen Neuorientierung. Die Stell dir vor, du findest eine magische Lampe und der Flaschengeist darin erfüllt dir genau einen Egal, welchen Berufsweg du wählst, es wird ein Erfolg. Was wählst du? Ja, kurz drüber nachdenken. Diese unscheinbare Frage hilft dir aber, den wahren Herzenswunsch herauszufinden und sie schafft gleichzeitig mehr Klarheit bei der nächsten Berufs oder Jobwahl. Denn dabei erfährst du letztendlich aus deinem Unterbewusstsein, was du dir zutiefst wünschst. Und was dich tatsächlich glücklich macht. Und darauf kommt es bei der Berufswahl an. Der nächste Job, der sollte eben besser passen als der jetzige oder der Ex Job. Dabei wünsche ich dir Krise hin oder her, in jedem Fall viel Erfolg und ich freue mich aufs Wiederhören in zwei Wochen. Dein Jochen.
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