Nach dem Jobwechsel folgt der Honeymoon-Hangover
1 Dec 2025 · 1 min
Deutscher Podcast (oh my Job / Karrierebibel) über den sogenannten "Honeymoon Hangover" nach einem Jobwechsel: die anfängliche Euphorie (Honeymoon-Phase), gefolgt von Ernüchterung und Zweifeln (Hangover). Die Folge erklärt psychologische Ursachen (positiver Erwartungsbias, Vergleich mit dem alten Job), nennt eine typische Dauer der Honeymoon-Phase (laut Podcast: zwischen 6 Monaten und 2 Jahren) und gibt praxisorientierte Tipps zur Bewältigung: realistische Erwartungen, Hangover einplanen, regelmäßiges Feedback, Jobcrafting, Pflege von Arbeitsbeziehungen und nicht vorschnell kündigen.
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Es ist die typische Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach einer Phase der Euphorie folgt oft ein tiefes Loch der Zweifel und Frustration. Das ist bei verliebten Paaren so, bei einem neuen Job aber ganz genauso. Honeymoon Hangover Effekt heißt das Phänomen in der Fachsprache. Und was sich erstmal nach einer zu wilden Hochzeitsreise anhört, beschreibt tatsächlich etwas ganz anderes, nämlich unsere emotionale Achterbahnfahrt. Nach einem Jobwechsel. Nach dem Höhenflug kommt die Ernüchterung. Warum das passiert und was du dagegen tun kannst, darüber sprechen wir in der heutigen Folge von oh my Job. Also bleib dran, das wird ein wilder Ritt.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen Mai, viel Spaß bei der heutigen Folge.
Mein ältester Sohn wechselt gerade seinen ersten Job, also vom ersten zum zweiten. Natürlich ist er dabei noch ganz aufgeregt und freut sich auch schon auf den neuen Job. Ich persönlich finde das ohnehin gut und wichtig, wenn junge Leute anfangs den Job noch häufiger wechseln, sich ausprobieren und ihre Erfahrungen und Kompetenzen erweitern. Manse Alle drei bis vier Jahre den Job zu wechseln, ist völlig in Ordnung und führt sogar häufig zu deutlich größeren Gehaltssprüngen und auch zu einer viel steileren beruflichen Entwicklung und Karriere. Ich empfehle das später. Dann sollte die Frequenz allerdings ein bisschen abnehmen. Alle sieben bis zehn Jahre den Job zu wechseln, wirkt dann besser auf die Karriere, weil man mit der zunehmenden Erfahrung in seinem Beruf mehr an den Soft Skills arbeiten kann und sollte. Und das geht einfach besser, wenn man eine Weile im Unternehmen bleibt und sich dort dann durchbeißt. Apropos durchbeißen, das habe ich meinem Sohn auch gesagt und er hat es mir von vielen seiner Freunde und Kollegen leider bestätigt. Viele schmeißen heute vorschnell wieder hin und wechseln schon nach kurzer Zeit den Job wieder. Oft ist das ein Fehler, der sich auch nicht allzu gut im Lebenslauf macht. Und Schuld daran ist oft dann der schon angesprochene Honeymoon Hangover Effekt. Was ist das? Eine kurze Erklä Stell dir vor, du wechselst den Job. Du verlässt eine Stelle, die dich zum Schluss nur noch gestresst, genervt oder gelangweilt hat. Vielleicht waren das Team oder der Chef doof, die Aufgaben langweilig die Bezahlung mies oder die Kultur passte einfach nicht zu dir. Das alles kommt vor und es sind auch gute Gründe für einen Jobwechsel. Dann kommt ein neues Angebot oder du bewirbst dich aktiv auf eine neue Stelle und bekommst den Job sogar mit besserem Gehalt, besserer Position und netteren Kollegen. So war es übrigens auch bei meinem Sohn. Klar, viele sind dann erstmal euphorisch. Endlich raus aus dem Alten. Endlich was Neues, Besseres. Alles ist super. Und tatsä In den ersten Wochen fühlst du dich großartig. Alles wirkt frischer, motivierender, fast wie ein Neustart im Leben. Das ist die sogenannte Honeymoon Phase. Aber dann, nach ein paar Monaten, beginnt der Hangover. Du merkst, dass auch im neuen Job nicht alles Gold ist, was da glänzt. Die Kollegen haben Macken, die Projekte sind stressiger als gedacht und die Meetings dauern ewig. Dieses emotionale Auf und Ab nennen Arbeitspsychologen den Honeymoon Hangover Effekt. Und der tritt fast immer nach einem Jobwechsel auf. Laut Studien kann diese positive Honeymoon Phase zwischen 6 Monaten und 2 Jahren dauern. Aber danach kommt eben irgendwann der Hangover, der Durchhänger mit seinem Frust und Zweifeln War der Jobwechsel ein Fehler? Habe ich mich für den falschen Job und Arbeitgeber entschieden? Ist meine Karriere jetzt im Eimer? Ne, keine Panik. Eine solche Entwicklung ist völlig normal. Deshalb sprechen wir auch heute im Podcast darüber. Psychologisch gesehen passiert dabei etwas allzu Menschliches. Am Anfang neigen wir alle dazu, alles Neue positiv zu verzerren. Experten sprechen auch von einem positiven Erwartungsbias. Wir projizieren Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte in die neue Situation und Position. Und wir vergleichen den neuen Job permanent mit dem alten. Und da kann das Neue erstmal nur gewinnen. Also in der die Euphorie siegt und sie steigt und steigt. Aber je mehr wir uns eingewöhnen, desto realistischer wird unsere Wahrnehmung. Die rosarote Brille wird plötzlich wieder zu Klarglas. Wir sehen nicht nur die netten Seiten des neuen Teams, sondern eben auch die Macken, die nervigen Prozesse, die Bürokratie und die Überstunden. Und irgendwie ist die Kohle auch nicht mehr so richtig passend. Und so beginnt der Hangover, eine Phase, in der wir ernüchtert sind, vielleicht sogar enttäuscht. Und viele fragen sich eben, war das wirklich die richtige Entscheidung? Oder eben schlimmer. Sie werfen wieder hin, kündigen und suchen den nächsten neuen Job, in dem natürlich der Honeymoon Hangover Effekt auch wieder von vorne beginnt. Genau das habe ich auch meinem Sohn erzählt und ich sage es hier gerne wieder Diese Hangover Phase ist wichtig, aber noch wichtiger ist, dass du sie überwindest. Das ist eine enorm wichtige Phase für die Persönlichkeitsentwicklung, aber auch für die berufliche Entwicklung. Und das hat viel mit Frustrationstoleranz, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit, Selbstkompetenz, aber auch Selbstmotivation zu tun. Zu all diesen Begriffen kannst du übrigens auf der Karrierebibel nochmal ausführliche Ratgeber nachlesen. Frustphasen gibt es in jedem Job und sie kommen auch immer wieder. Wer dann jedes Mal wegläuft, der bleibt sein Leben lang auf der Flucht. Natürlich kann es sein, dass der Job wirklich mies ist und man dir einfach Traumjob versprochen hat, aber nichts davon wirklich einhält. In dem Fall kann ein erneuter Jobwechsel tatsächlich sinnvoll sein, aber eben nicht sofort und bitte auch nie im Affekt. Entscheidend ist, dass du erst einmal selbst versuchst, deine Situation zu verbessern, dich durchzubeißen oder mit den Kollegen und den Aufgaben besser klarzukommen. Ich selbst habe meine Jobs auch schon ein paar Mal gewechselt und selbst in der Selbstständigkeit, wo ich jetzt schon über zehn Jahre bin, erlebst du Hangover Phasen, etwa nach einem Neustart oder einem neuen strategischen Wechsel, nachdem du neue Mitarbeiter eingestellt hast oder mit neuen Kunden länger zusammenarbeitest. Überall gibt es immer wieder Frustzeiten und Durchhängerphasen, aber erst wer diese konstruktiv überwindet, der wächst über sich hinaus und gewinnt obendrein an mentaler Stärke. Was also kann man gegen den Effekt tun und den Hangover zumindest abmildern? Hier ein paar Tipps, die ich dann auch meinem Sohn noch mitgegeben habe. Das erste ist natürlich, sich realistische Erwartungen zu setzen. Frage dich schon im Bewerbungsprozess, Was kann dieser Job wirklich leisten und was nicht? Was wünsche ich und erhoffe ich mir nur und was davon? Ist eigentlich völlig unrealistisch. Wer den Wechsel idealisiert, der hängt natürlich später nur noch tiefer durch. Das zweite Plane den Hangover ein. Du weißt ja, nach dieser Folge ein emotionales Tief nach der Euphorie ist völlig normal. Allein das zu wissen hilft schon, um den Effekt abzumildern. Wie lange der Hangover dauert, das entscheidest aber du ganz allein. Frag dich also nicht habe ich einen Fehler gemacht, sondern was brauche ich, um mich langfristig hier wohlzufühlen? Und was kann ich heute schon positiv daran verändern? Hol dir an der Stelle regelmäßiges Feedback, zum Beispiel von deinen Vorgesetzten oder deinen Kollegen. Was kannst du besser machen? Welche Entwicklungsperspektiven gibt es? Was kann man dir anbieten? Und viele Dinge lassen sich wirklich anpassen, wenn man aktiv daran arbeitet. Mach das. Arbeite aktiv an der Verbesserung deines Jobs. Jobcrafting nennt man das auch. Der dritte Pflege deine Beziehungen im Job. Und das ist ein, wie ich finde, zunehmend wichtiger Rat. Soziale Kontakte im Job sind ja nicht nur ein Wohlfühlfaktor, sondern auch ein echter Schutzfaktor. Wer sich zugehörig fühlt, kommt besser durch schwierige Phasen. Und ja, das ist heute ein zunehmendes Problem, weil immer mehr Menschen im Homeoffice arbeiten, sich dadurch selbst isolieren und auch sonst nur noch virtuell miteinander interagieren. Vielleicht wirkt es auf dich total oldschool, aber ich persönlich greife lieber zum Telefonhörer als zu WhatsApp. Meine Söhne, andere Generationen schreiben lieber Textnachrichten oder schicken Sprachmemos. Die nutze ich natürlich auch für kurze Mitteilungen oder schnelle Abstimmungen. Wenn es aber darum geht, mit einem anderen einfach mal zu sprechen, die Beziehung zu vertiefen oder zu verbessern, dann führt aus meiner Sicht nichts an einem persönlichen Treffen, mindestens einem Telefonat, noch besser aber ein gemeinsames Essen wirklich vorbei. Die neuen Medien sind praktisch und verführerisch zugleich, aber mein Netzwerk und damit meine ich Menschen, auf die ich mich wirklich verlassen kann. Das basiert darauf, dass wir uns tatsächlich schon ein paar Mal auf ein oder drei Kaffee oder auf ein Bierchen getroffen haben, zusammen gegessen haben, also uns wirklich physisch immer wieder ausgetauscht und getroffen haben. Wenn du also in deinem neuen Job viel im Homeoffice arbeitest, dann triff dich trotzdem regelmäßig im Büro oder im Café mit deinem Chef oder deinen neuen Kollegen, übrigens auch mit Kollegen aus anderen Abteilungen. Denn ein gutes Netzwerk ist vor allem vielfältig und besteht eben nicht nur aus Fans und Followern. Und der letzte Bitte nie vorschnell kündigen. Der Hangover ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass der Job falsch ist. Es kann auch einfach der normale Teil eines Anpassungsprozesses sein. Wer jetzt stärke und Durchhaltevermögen trainiert und beweist, der kommt wirklich im Job an und hat dann auch die Chance, dort etwas Positives zu bewirken. Was dir in dieser Phase hilft, ist vor allem Klarheit, Geduld und Ehrlichkeit mit sich selbst. Nicht jeder Jobwechsel wird zum Dauerhoch klar, aber mit dem richtigen Mindset und guter Vorbereitung kann man die Tiefs besser aushalten und auch langfristig wirklich ankommen. Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann lass gerne eine positive Bewertung da. Darüber freue ich mich in jedem Fall. Oder teile den Podcast mit jemandem, der gerade neu im Job ist und sich vielleicht genau das Warum fühlt sich das plötzlich nicht mehr so gut an? Das ist nur eine Phase, ein Hangover und der geht wieder vorbei. Apropos der Podcast ist jetzt auch schon wieder vorbei. Ich freue mich aber, wenn wir uns in zwei Wochen wiederhören. Bis dahin, dein Jochen.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.