Was tun bei einem Krisenjob?
1 Dec 2025 · 1 min
When your job is at risk, watch for warning signs like declining orders, layoffs, or delayed pay. Start scanning the job market immediately, upgrade your skills, update your resume, boost your LinkedIn presence, and tap your network. One person switched jobs and got a 20% raise.
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Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von oh my Job. Diesmal spreche ich wieder alleine und wir sprechen heute über das Thema Jobs in der Krise bzw. Was tun bei einem Krisenjob. Aktuell gibt es ja eine große Entlassungswelle, die gerade über Deutschland schwappt. Viele deutsche Industrieunternehmen entlassen reihenweise Mitarbeiter, mehrere tausend, zum Teil aber auch viele kleinere exportorientierte Mittelständler sind dabei, sowie viele Agenturen, die gerade wegen KI natürlich große Probleme haben und auch da Mitarbeiter entlassen. Was tun aber, wenn man denn merkt, dass man auf so einem Krisenjob hockt und nicht weiterkommt, dann sollte man ganz dringend handeln. Was genau zu tun ist, darüber sprechen wir in der heutigen Folge von oh my Job.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen May. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Ja, was tun bei einem Krisenjob? Den Fall hatte neulich ein guter Freund von mir. Wie viele aktuelle Bekannte und Freunde von mir im Moment gerade sehr, sehr unsicher sind. Es gab natürlich Warnzeichen für diesen Krisenjob, auf dem mein Bekannter oder mein Freund gerade saß. Die Branche ist allgemein in der Krise, aber du kannst natürlich auch auf andere Signale achten und solltest die auch ganz dringend wahrnehmen, wenn du merkst, dass folgende Warnzeichen zutreffen. Einmal gibt es natürlich einen Auftragsrückgang und dadurch viel Leerlauf im Job. Wenn du also merkst, im Laden läuft es nicht mehr so richtig oder du selber bekommst immer weniger Arbeit, hast weniger zu tun, dann ist das ein veritables Zeichen. Gleichzeitig ist natürlich untrügliches Zeichen, wenn die Mitarbeiter entlassen werden. Also wenn Kollegen von dir den Laden verlassen müssen gegangen werden oder vielleicht sogar auch freiwillig gehen, dann ist das ebenfalls ein untrügliches Zeichen für einen möglichen Krisenjob. Oder werden vielleicht Kollegen von dir, du selbst in Kurzarbeit geschickt. Ein Fall, den jetzt mein Bekannter In dem Fall wurden die Gehälter einfach nicht mehr gezahlt. Also nicht mehr stimmt nicht, sondern sie wurden zu spät gezahlt, weil eben nicht genug Aufträge da waren und entsprechend keine Umsätze generiert wurden. Damit hatte das Unternehmen Probleme, die Gehälter zu zahlen. Gleiches gilt für Zusagen, die nicht mehr eingehalten werden. Wenn also tatsächlich dein Arbeitgeber dir Dinge versprochen hat, sei es bei der Entwicklung, bei irgendwelchen Boni und und und die werden nicht mehr eingehalten, dann ist das definitiv ein ganz starkes Zeichen. Überhaupt, wenn du merkst, es gibt in dem Laden keine Entwicklungsperspektiven mehr oder sogar global gedacht, der Markt für dein Unternehmen, dein Arbeitgeber schrumpft insgesamt. Das gibt ja doch den einen oder anderen Job oder die eine oder Branche. Gerade Agenturen hatte ich eingangs erwähnt, da ist das so ein einzelnes Zeichen. Ist vielleicht noch nicht ein Grund, jetzt Alarm zu schlagen, aber wenn du merkst, dass mehrere dieser genannten Anzeichen zutreffen, dann bist du definitiv auf einem gefährdeten Job und dann sollte man unbedingt handeln. Im Fall meines Freundes war es so, wir haben halt drüber gesprochen und er hat mir einige dieser Warnzeichen berichtet und meine Reaktion darauf war, wenn du in einer solchen Situation steckst und noch nicht gekündigt bist, dann überleg dir ganz genau, ob du da bleiben willst. Ich sage ja immer, wenn du merkst, dass du auf der Titanic bist, dann hast du zwei Optionen. Entweder du schnappst dir einen Kontrabass oder ein Rettungsboot. Ich persönlich plädiere immer für das Rettungsboot, auf dem sind die Überlebenschancen deutlich größer. Was bedeutet das dann für dich? Wenn du merkst, dass du vielleicht gerade aktuell in dieser Situation bist oder dich eben wiederfindest, den Warnzeichen hast du dich vielleicht wiedererkannt, Dann ist meine dringende Empfehlung, sich proaktiv im Markt umzusehen, also schon mal anzufangen, Stellenanzeigen zu lesen. Da gibt es ja diverse Jobbörsen, auch wir auf der Karrierebibel haben natürlich eine Jobbörse, aber du kannst dich überall im Markt umsehen und einfach mal analysieren, wo geht überhaupt noch was, welche Qualifikationen, welche Kompetenzen werden aktuell vor allem gesucht und indirekt natürlich, was ist dann mein Marktwert aktuell. Ich hatte ja vor einiger Zeit schon mal erzählt, dass ich einen Freund habe, der in der Automobilindustrie ist, auch schon im gehobenen Alter. Da muss man natürlich sagen, da sieht es gerade recht düster aus. Wenn du also, ich sag mal, Ende 50 bist und dann den Job zu verlieren drohst, dann sind die Aussichten nicht mehr allzu groß, dass du in dieser Branche noch großartig bleiben kannst. Da macht es dann tatsächlich auch Sinn, über eine berufliche Neuorientierung nachzudenken oder vielleicht eben eine Umschulung, eine neue Qualifizierung und einen ganz anderen Job. Bei dieser Stellenanzeigen Analyse hilft natürlich auch schon KI. Also auch Hier kann man ChatGPT, Perplexity, Deep Seek und was es da nicht alles gibt, einfach mal benutzen, um sich aktuelle Jobs in der Nähe oder in seiner Branche oder mit seiner Zielposition oder mit möglichen Qualifikationen durchsuchen zu lassen und einfach so einen sehr schnellen Überblick darüber zu bekommen, was denn aktuell gesucht wird. Und das bringt mich natürlich dann auch gleich zum nächsten Punkt. Wenn du merkst, dass bestimmte Qualifikationen gesucht werden, die dir aber fehlen, dann sollte man über eine entsprechende Weiterbildung mal nachdenken. Wenn du Glück hast, finanziert die vielleicht noch dein eigener Arbeitgeber. Ich vermute aber, gerade wenn man in einem Krisenjob sitzt, ist es sinnvoller, privat zu investieren, also eigenes Geld in die Hand zu nehmen und einfach mal eine Fortbildung zu machen für die gerade gesuchten Qualifikationen. Das kann wieder irgendwas mit KI und Technologie sein, mit Software, Digitalisierung allgemein. Aber vielleicht gibt es ja auch in deiner Branche bestimmte Qualifikationen, die ganz besonders nachgefragt werden. Der zweite Schritt ist dann, die Bewerbungsunterlagen zu aktualisieren. Anschreiben, Lebenslauf einfach mal aktualisieren, insbesondere den Lebenslauf. Wer weiß, wann du das das letzte Mal getan hast. Aber natürlich auch schon ein erstes Bewerbungsschreiben zu entwerfen oder vorhandene Unterlagen zu optimieren, Zeugnisse zusammenzuchen, Zertifikate, die man vielleicht gemacht hat von bisherigen relevanten Weiterbildungen, aber vielleicht auch Arbeitsproben, Erfolge sich noch mal rauszuschreiben und und also wirklich einfach aktuelle, moderne und richtig gute, überzeugende Bewerbungsunterlagen zu schreiben. Aus denen kannst du dann, je nachdem wie stark es passiert, auch schon eine Initiativbewerbung schreiben und vielleicht an erste Arbeitgeber, so du sie denn identifiziert hast, verschicken. Wer ein bisschen mehr Zeit hat, der kann natürlich zunächst versuchen sichtbarer zu werden, ganz besonders auf LinkedIn oder Xing und anderen Social Media Plattformen, da wo halt potenzielle Personaler sich umsehen, nach dir, nach Fachkräften, Fach und Führungskräften wie dir. Und dann ist es wichtig, dass du Beiträge schreibst, Kommentare schreibst. Kommentare sind ja sozusagen die heimliche Magie auf Social Media und LinkedIn. Dabei wird man natürlich sichtbarer, insbesondere dann, wenn man kluge Kommentare, konstruktive Kommentare schreibt, wenn man zeigt, dass man sich in der Branche auskennt, dass man in seinem Metier wirklich über große Expertise verfügt. Also jetzt keine Meckerkommentare, sondern einfach ergänzende, gute Kommentare, gute Diskussionen fortführen und dadurch fällst du diversen Leuten einfach mehr auf. Das Ganze funktioniert natürlich auch mit Fachbeiträgen. Wenn du die Gelegenheit hast, irgendwo Gastbeiträge zu veröffentlichen in Fachzeitschriften oder in Blogs, vielleicht hast du auch ein eigenes Blog, dann ist es immer gut, Fachbeiträge zu schreiben über aktuelle Entwicklungen oder ganz allgemein über den Job, über wichtige Erkenntnisse, Studien zusammenzusammeln, tolle andere Artikel zu verlinken, also zusammenzustellen. Das alles zeigt, ich kenne mich aus, ich habe einen aktuellen Überblick, ich bin auf jeden Fall sehr engagiert und das ist ja auch der Subtext von solchen Fachbeiträgen, dass man nicht zuletzt auch zeigt, ich interessiere mich total über das, was da gerade im Markt passiert. Ich kenne mich aus, ich habe Expertise, ich habe auch eine Haltung dazu und ich habe vielleicht auch Lösungen gleich dazu. Lösungen sind sowieso das Beste, was du machen kannst, indem du konkrete Vorschläge machst, was jetzt Unternehmen tun könnten, Beispiele zeigst von guten Unternehmen, aber vielleicht eben auch eigene Sachen nennst, die du umsetzen kannst oder vielleicht schon umgesetzt hast. Das überzeugt natürlich, dass du ein Machertyp, eine Machertypin bist und entsprechend was verändern kannst. Nächster Schritt ist, Kongresse zu besuchen. Gibt es einschlägige Fachkongresse, dann geh da einfach mal hin, tauche auf, mach dich sichtbar, sprech mit Leuten, da sind ja auch Führungskräfte im Zweifelsfall. Und wenn du den positiv aufhältst und signalisiert, subtil signalisierst, dass du neue Herausforderungen suchst, also sprich offen bist für neue Jobs, dann kann auch daraus was entstehen. Und nicht zuletzt allgemein aktiviere deine Netzwerke. Versuch mal Leute anzusprechen, zu kontaktieren. Ich selber habe das ja früher auch so gemacht, bei meinen Jobwechseln, als ich von der Vivo zu Yellow Strom gegangen bin, war das ganz genau auch da habe ich mein Netzwerk aktiviert und einfach mal bestimmten Leuten erzählt, dass ich aktuell Neues suche und offen wäre. Und dann kamen tatsächlich auch schon die ersten Vorschläge und Ideen. Was ich an der Stelle immer wieder Ich finde es nicht so optimal, wenn Man hingeht auf LinkedIn direkt Leute anquatscht, so nach dem Motto hast du mal einen Job? Das finde ich immer latent plump viel besser ist, andere Leute, mit denen man vielleicht schon vernetzt ist oder sich vernetzen will, um Rat zu fragen. Also konkret zu sagen, ich interessiere mich gerade sehr stark für den Job, als wollte einfach mal nachhören. Sie kennen sich ja total gut aus, sind in der Branche schon viel rumgekommen und hätten Sie einen Rat für mich? Worauf muss man aktuell achten? Was ist jetzt gerade besonders wichtig gefragt? Und so kommt man mit den Leuten ins Gespräch und nicht zuletzt, wenn man dann nicht ganz blöd fragt, dann zeigt man ja eben auch wieder großes Interesse und vielleicht auch Expertise. Und darüber kommt dann auch schon mal das eine oder andere Angebot zustande. All diese Methoden sind aktiv und ja, ich finde es total wichtig, dass man in einer Krisenzeit nicht einfach nur dasitzt und hofft, dass das wieder weggeht. Gerade wenn der aktuelle Arbeitgeber anfängt, Kollegen in Kurzarbeit zu schicken, Gehälter nicht mehr zahlt, Mitarbeiter zu entlassen, dann ist das ein Schuss für den Bug, ein veritables Warnzeichen, dass du auf der Titanic bist und dass es wahrscheinlich höchste Zeit wird, das Boot zu verlassen. It's a sinking ship. Und dann muss man einfach besser gehen als abwarten und hoffen, dass es irgendwie anders wird. Dann wird es Zeit für einen Plan B, also den Job zu wechseln aus ungekündigter Position oder wie ich immer sage, aus einer Position der Stärke. Und das war auch bei meinem Freund und Bekannten der Fall. Der war halt noch ungekündigt, aber die Alarmglocken haben schon laut geschrillt. Und hier ist es ganz entscheidend, dass man dann wirklich den Stier bei den Hörnern packt und okay, jetzt schaue ich mich einfach mal im Markt um, ich höre mich mal um. Wo geht noch was? Was ist denn da überhaupt noch möglich? Und das haben wir dann auch zusammen gemacht in diesem Fall. Und tatsächlich haben wir dann relativ schnell auch in der Nähe Arbeitgeber gefunden, die nicht in der Krise waren, denen es immer noch ganz gut ging, die sogar einstellen. Das konnte man daran sehen, dass da noch ein PA Stellenanzeigen offen waren. Und dann haben wir okay, der Arbeitgeber ist attraktiv, der ist interessant, der ist auch genau in dem Feld unterwegs, wo mein Bekannter eben auch unterwegs ist, Der sucht auch entsprechende Qualifikationen, die mein Freund hatte. Und dann haben wir okay, bewerb dich da einfach mal initiativ. Die Initiativbewerbung ist ja sowieso eine, wie ich finde, leider viel zu verkannte Möglichkeit, auf Jobs zu kommen, die eben noch nicht ausgeschrieben sind. Die Initiativbewerbung ist der Schlüssel zum sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt und der ist rund doppelt so groß wie der offizielle in Jobbörsen. Einfach weil viele Stellen noch gar nicht offiziell ausgeschrieben sind, aber schon geplant sind, weil Unternehmen feststellen Mensch, wir brauchen hier Leute, eigentlich suchen wir das, aber wie stellen wir es am besten an? Das ist teuer, wir haben noch interne Abläufe und und und. Wenn du dann mit der Initiativbewerbung genau ins Schwarze triffst, dann wirst du in der Regel eingeladen. Kann sein, dass man sofort die Stelle schafft oder vielleicht noch ein paar Wochen braucht, um das offiziell zu budgetieren und die ganzen bürokratischen Anforderungen zu erfüllen. Aber im Grunde genommen hast du damit schon mal einen Fuß in der Tür. Und so war es eben auch bei dem Freund. So war es bei mir in der Vergangenheit immer wieder. Und dann kommt es aber natürlich darauf an, dass man selbst wenn man aus einer Position der Stärke heraus sich bewirbt, dass man dann nicht in die klassischen Bewerbungs Fallen fällt, wenn man nämlich den Jobwechsel begründet. Fast immer kommt natürlich dann die Warum wollen Sie denn den Job überhaupt wechseln? Sie sind doch da gerade bei dem und dem. Was ist denn da los? Und hier ist jetzt ganz wichtig, dass du nicht in diese Falle tappst und negativ über deinen bisherigen Arbeitgeber redest. Das kommt nie gut an und ist ein absolutes no Go in jeder Bewerbung, in jedem Vorstellungsgespräch. Viel wichtiger ist dann, dass man sich auf die Entwicklung fokussiert. Also Profis sprechen hier von der sogenannten Hinzumotivation, also dass du genau erklärst, warum willst du nicht weg von dem alten Arbeitgeber, Klammer auf, der ist gerade in der Krise und ihm geht es nicht so gut und ich verlasse ein sinkendes Schiff, Klammer zu. Sondern vielmehr hin zu dem neuen Unternehmen argumentierst und Bei euch reizt mich vor allen Dingen diese und jene Aufgabe. Ich sehe die Herausforderung, ich will mich weiterentwickeln, ich möchte neue Herausforderungen bei euch meistern und ich sehe die und ich kann die optimal mit meinen Qualifikationen, mit meinen Schlüsselkompetenzen erfüllen, ausfüllen und euch auch insgesamt weiterbringen. Es geht also darum, gar nicht so sehr bei der Frage Warum wollen Sie denn wechseln? Auf den alten Arbeitgeber zu fokussieren. Das ist ja im Prinzip die Falle, in die man dann rein läuft, sondern tatsächlich die Frage aufzunehmen und sofort wieder in die Zukunft zu blicken, nach vorne zu drehen und zu Gut, dass Sie mich das fragen. Dankeschön. Ich will vor allen Dingen wechseln, weil ich bei Ihnen große Perspektiven sehe, die ich aktuell bei meinem jetzigen Arbeitgeber nicht habe. Das ist ja kein negatives Reden, sondern ich bin hier eine Grenze gestoßen für meine eigene Entwicklung und diese Grenze möchte ich jetzt überschreiten. Und schon klingt das Ganze viel, viel positiver. Überhaupt sollte man in solchen Gesprächen immer begeistert, motiviert klingen, positiv bleiben, Denn das ist das, was natürlich neue Arbeitgeber interessiert. Keine frustrierten Arbeitnehmer, die im Grunde genommen boah, bloß weg hier und wenn es kriselt, dann haue ich gleich ab. Das wäre ja ein negatives Signal. Und natürlich hätte dann ein Personaler im Hinterkopf Was ist denn, wenn es bei uns mal kriselt? Haut der oder diejenige dann gleich in den Sack und ist gleich wieder weg? Oder ist das jemand, auf den wir zählen können? Und natürlich bist du jemand, der tendenziell auch Krisenzeiten durchsteht, nur nicht, wenn die Warnsignale so eindeutig sind, wie eingangs geschildert. Außerdem muss man ja nicht unbedingt schlafende Hunde wecken. So, und wenn du jetzt diesen Fuß in der Tür hast und dem neuen Arbeitgeber wechselt, dann ist es für dich natürlich ganz, ganz wichtig, dass du auch noch mal für dich im Vorfeld Auswahlkriterien definierst. Also was genau ist dir beim neuen Job, beim neuen Arbeitgeber wichtiger? Worauf willst du dieses Mal unbedingt achten? Was muss zwingend erfüllt sein, damit du eben nicht vom Regen in die Traufe kommst? Und hier war es natürlich der alte Arbeitgeber, bei meinem Freund war halt in der Krise, Auftragsrückgang, Kurzarbeit, Mitarbeiter entlassen. Und natürlich achtest du dann darauf, wie sieht es denn bei diesem Unternehmen aus? Und dann schaut man natürlich was haben die denn so für Kunden? Für wen arbeiten die? Wie sieht es in dem Marktumfeld aus? Was haben die für einen Ruf? Was sagen andere über die? Gibt es da negative Einträge, die vielleicht sagen ja, ne, die Qualität ist nicht so toll oder wie auch immer. Also welche Erfahrungen gibt es mit diesem Arbeitgeber? Und wenn die positiv sind, wenn der neue Arbeitgeber große Kunden hat, die vielleicht selber in krisensicheren Branchen zu Hause sind, also vielleicht viel für den öffentlichen Dienst arbeiten und, und und. Dann sind es natürlich gute Zeichen, sodass man naja, ich komme hier wahrscheinlich nicht gleich wieder vom Regen in die Traufe. Gleichzeitig kannst du aber auch darauf achten, was dir vielleicht beim letzten Arbeitgeber nicht so gefallen hat. Das Umfeld, die Kollegen. Kann ich von den Kollegen überhaupt was lernen? Sind die weiter als ich haben die Bereiche oder Felder, wo ich sage, da kenne ich mich noch nicht so gut aus und da gibt es für mich Möglichkeiten, mich beruflich, fachlich weiterzuentwickeln? Gibt es da tolle Mentoren, von denen ich was lernen kann? Wie gehen die überhaupt damit um, wenn die Mitarbeiter fordern und fördern? Gibt es Weiterbildungsangebote? Will ich darauf besonders achten? Und dann natürlich nicht zuletzt die Gehaltsfrage. Bei meinem Freund war das tatsächlich so, dass wir durch diesen strategischen Wechsel, frühzeitigen Wechsel eben auch aus der gesicherten Positionen, ungeköchelten Positionen heraus die Chance hatten, das Gehalt um satte 20 Prozent zu steigern. Das geht tatsächlich auch noch in Krisenzeiten, dass man sein Gehalt steigern kann. Nachweislich ist das ja bei Jobwechseln am besten möglich, wenn man denn jemanden findet, der sozusagen den eigenen Marktwert erkennt und den auch bezahlt. Natürlich ist es dafür wichtig, dass das Unternehmen eher im Aufwind als im Abwind gerade ist, weil dann sind sie logischerweise auch bereit, mehr zu bezahlen. 20 Prozent fand ich eine ziemlich starke Sache. Und so war es dann Ende auch, dass dann mein Freund jetzt in einem Job ist, der deutlich sicherer ist, der deutlich besser bezahlt wird und bei dem er sich viel wohler fühlt und vor allen Dingen auch weiß, in den nächsten Monaten und Jahren kann ich mich da erstmal weiterentwickeln und muss nicht Sorge haben, dass in der nächsten Woche oder in zwei Monaten vielleicht mein Job auf dem Prüfstand steht und ich vielleicht sozusagen dem Rotstift zum Opfer falle. Also was ist wichtig in Krisenzeiten, wenn du merkst, du bist auf einem heißen Stuhl, überleg dir ganz genau, wie heiß ist die Platte da wirklich? Will ich sitzen bleiben oder ist es Zeit, einfach mal den Fallschirm zu packen, die Bewerbungsunterlagen zu optimieren, anzufassen und im Zweifelsfall sich auf neue Perspektiven einzulassen? Ja, das ist unbequem. Die meisten Menschen wollen das ja nicht und versuchen Krisen immer auszusitzen. Ich empfehle definitiv das nicht zu tun, sondern aktiv zu werden. Es muss ja nicht bedeuten, dass du tatsächlich am Ende den Job wechselst, aber wenn du merkst, du bist auf einem Krisenjob, dann ist das Mindeste, was du machen solltest, und sei es nur am Abend oder am Wochenende, dich einfach mal im Markt umzusehen, um überhaupt Alternativen zu kennen. Denn sobald man Alternativen kennt, hat man auch neue Perspektiven und steht auch intern in einer deutlich besseren Verhandlungsposition, weil man weiß, was eigentlich draußen am Markt möglich ist aktuell. Und dann kann einem der aktuelle Arbeitgeber erstmal nicht für dumm verkaufen, irgendwas erzählen oder vielleicht auch zusagen nicht einhalten. Deswegen ist es einfach viel besser, aktiv zu werden und im Zweifelsfall vorher zu kündigen, bevor man gekündigt wird. Also wenn du merkst, du bist in einem Krisenjob, pack zumindest mal deinen Fallschirm und manchmal ist es auch besser, wenn du direkt abspringst.
Das war oh my Job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.