Aktuelle und wichtige Trends in der Bewerbung

In dieser Live‑YouTube‑Folge von JobGenius diskutieren Jochen Mai und Stefan die aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und geben praxisnahe Tipps für Bewerber. Sie erklären, dass der Markt sich zu einem Arbeitgeber‑Markt gewandelt hat, in dem 75 % der Bewerbungen ohne Absage „geghostet“ werden. Der Einsatz von Applicant‑Tracking‑Systemen (ATS) zwingt zu keyword‑optimierten, daten‑orientierten Lebensläufen, die auf einspaltige, minimalistische Layouts und klare Skills‑Sektionen setzen. Sie betonen die Notwendigkeit einer spitzen (T‑shaped) Positionierung, um sich von generischen „Bauchladen“-Profilen abzuheben. Trotz des Trends zu KI‑gestützten Bewerbungen fordern sie Authentizität, Human Touch und einen starken Cultural Fit, den Bewerber durch gezielte Recherche von Unternehmenswerten ermitteln sollten. KI wird als Coach (Keyword‑Check, Interview‑Simulation) empfohlen, nicht als Ersatz. Sie geben konkrete Anleitungen zur Anpassung von LinkedIn/XING‑Profilen, diskutieren das Open‑to‑Work‑Badge kritisch und raten von öffentlichen Frust‑Posts ab. Weiterhin erläutern sie Strategien für Initiativbewerbungen, das Einbinden von Umzugs‑Hinweisen im Anschreiben und beantworten Zuschauerfragen. Abschließend kündigen sie ein Buch‑Gewinnspiel an und weisen auf weitere Ressourcen hin.
Chapters
So, nach kurzer Pause, nachdem wir offline waren, bzw. letztes Mal haben wir ja nicht live gesendet, sondern in Versatz. Jetzt sind wir wieder live und der Stefan ist auch schon wieder dabei. Wir sprechen heute über wichtige News und Bewerbungstrends. Wir hatten am Jahresanfang schon mal über dieses Thema gesprochen und haben aber gesehen, der Arbeitsmarkt hat sich noch mal dramatisch verändert. Deswegen haben wir uns überlegt, wir müssen dieses Thema noch mal aufgreifen. Heute ist es dann soweit. Wir sprechen also heute über diese wichtigen Trends und was da gerade passiert. Ich weiß nicht, wie es dir geht, Stefan. Mein LinkedIn ist voll mit dem Thema 200 Absagen irgendwie. Ich werde nur noch geghostet. Es gibt auch Studien von Indeed zum Beispiel, die sagen, 3 von 4 Bewerbern, also 75%, kriegen mittlerweile gar keine Absageschreiben mehr, werden also von den Arbeitgebern geghostet. Überhaupt nehmen die Absagen überhand, machen den Leuten Probleme. Und ja, da hat sich was verändert. Wir sind definitiv jetzt im Arbeitgebermarkt. Dem sogenannten, was bedeutet, Bewerbung dauert länger, wird auch immer mehr zum Glücksspiel und viele Absagen sind keine Seltenheit mehr. Gleichzeitig ist es wichtiger, wenn du noch Chance haben willst, dass du die Bewerbung heute anders schreibst als beispielsweise 2025. Es hat sich einiges getan, darüber sprechen wir jetzt gleich. Und wenn du mir erlaubst, fange ich gleich mal an mit einem ganz, ganz wichtigen Thema, nämlich dem Thema ATS. Da kommen wir glaube ich nicht dran vorbei, da müssen wir drüber sprechen. KI ist sozusagen das Megathema, wird auf beiden Seiten eingesetzt und eben auch von vielen Unternehmern als Vorfilter. Und das bedeutet, dass Lebensläufe und auch Anschreiben heute anderen Anforderungen entsprechen müssen, um überhaupt über diese erste Hürde drüber zu springen und diesen ersten Filter zu überleben. Wie siehst du das, Stefan?
Ja, das Thema hat sich massiv dramatisch verschärft im Gegensatz zu vor 2, 3 Jahren. Weil jetzt es einfach so ist, dass natürlich Technologie stärker eingesetzt wird, weil die Anzahl der Bewerbungen erhöht ist und ein Recruiter quasi dem sonst auch gar nicht mehr Herr werden würde. Und wenn du jetzt vorher vor 3 Jahren auf eine Stelle 10 Bewerbungen bekommen hast, hast du vielleicht deine Matching-Funktion gar nicht eingesetzt. Da hast du lieber selber durchgeschaut. Oder du hast auch die, die aussortiert wurden, erst mal von der Technologie vielleicht auch noch mal drüber geguckt, weil du sichergehen wolltest, ob da wirklich irgendwie alle nicht so gepasst haben oder vielleicht auch etwas falsch ausgelesen wurde oder so. Das schaffen die natürlich nicht. Schafft eine Person nicht, wenn du dann 200 Bewerbungen hast. Das heißt, das ist einfach umso wichtiger jetzt noch mal in einem Arbeitgebermarkt, da entsprechend ja die technologischen Standards einzuhalten und nicht einfach rausgefiltert zu werden, nur weil ich jetzt irgendwie ein fancy zweispaltiges Layout mit ganz vielen Designelementen benutzt habe.
Ja, genau. Vielleicht kann man im Prinzip an der Stelle auch schon zusammenfassen: Ganz, ganz wichtig für den Lebenslauf hat das vor allen Dingen viele Implikationen. Der Lebenslauf wird halt immer mehr zu einem Datensatz, und das ist so ein bisschen vielleicht der größte Unterschied zu vor ein paar Monaten. Früher hast du dir noch Mühe gegeben beim aufwendigen Design, wolltest mit deinem Lebenslauf irgendwie mit einem fancy Look aus der Masse hervorstechen. Das tut es heute leider nicht mehr, weil das eben immer mehr ein Datensatz ist. Das heißt, du drehst das Layout ganz stark zurück auf das Nötigste. Fettschrift, größere Schrift, Aufmerksamkeit. Und ansonsten ist der Inhalt kurz, knapp, knackig extrem wichtig. Und das heißt im konkreten Fall Keywords, Keywords, Keywords. Also das, was in der Stellenanzeige verlangt worden ist, wird wortwörtlich auch in den Lebenslauf zu integrieren. Im Zweifelsfall eben für jede Bewerbung individuell. Wenn da irgendwo in der Stellenanzeige Personalverantwortung verlangt wird, dann schreibst du halt nicht Personalleiter rein, sondern irgendwo Personalverantwortung. Also dein Jobtitel mit Personalverantwortung, damit das Wort Personalverantwortung auch wirklich wieder im Lebenslauf vorkommt. Und das zieht sich halt durch das gesamte oder durch die gesamten Bewerbungsunterlagen durch. Layout, du hast gerade gesagt zweispaltig. Ich glaube, ich habe hier noch irgendwo, ich muss mal gucken, dieses Bild irgendwie. Kann sein, dass ja, das ist genau, das ist die Folie. Da sieht man den Unterschied zweispaltig versus einspaltig. Wenn man genau hinguckt auf der rechten Seite, wo der grüne Haken ist, ja, das ist eigentlich auch noch so ein bisschen gefühlt zweispaltig, weil das mit einem Tabulator getrennt worden ist, die Jahreszahlen und so weiter. Aber man merkt, es läuft eigentlich komplett durch, es ist keine Tabelle, es gibt keine linke Spalte, die man fortführen muss. Das ist ein sogenannter zweispaltiger, oder wenn man so will, auch einspaltiger Lebenslauf. Der ist heute der Standard. Und links, was immer noch nicht so richtig fancy ist, aber tatsächlich schon ein bisschen auffälliger ist, das funktioniert in der Regel heute nicht mehr. Also so sieht es im Prinzip aktuell beim Lebenslauf auch aus. Da hat sich einiges geändert. Was auch ganz, ganz wichtig ist, auch für den Lebenslauf, sind Skills Section. Also Skills Section heißt nicht einfach nur Stationen auflisten, was habe ich gemacht, sondern wirklich reingehen, ganz knallhart sagen, das habe ich alles gemacht und das sind die Erfolge, das habe ich bewirkt. Auch das wollen Personaler heute mehr sehen. Viel wichtiger übrigens als als irgendwelche Abschlüsse. Was weiß ich hier, BWL an der Uni Mannheim mit 1,0. Ja, das ist nice, das kannst du reinschreiben, interessiert die aber gar nicht mehr so sehr. Die wollen wissen, was du gemacht hast und vor allen Dingen, was du bewirkt hast in den bisherigen Jobs, wenn du nicht gerade Berufseinsteiger bist.
Ja, ich weiß nicht, was ich da jetzt noch hinzufügen soll. Grundsätzlich ist aber, du hast alles gesagt. Grundsätzlich vielleicht noch mal so ein bisschen, bisschen, um das aufzudröseln und auf den Punkt zu bringen. Wichtig ist natürlich für die, wenn in einer Ausschreibung eine Tätigkeit oder Erfahrung oder Skill explizit drinsteht, ja, und man merkt, der ist wichtig für den Job, ja, vielleicht wird er auch wiederholt und taucht an anderer Stelle wieder auf, dann sollte ich das quasi im beruflichen Werdegang verwursteln, dass ich das mitbringe, weil Für einen Lebenslauf, also es gibt ja so eine Extra-Skill-Section, das ist aber so ein bisschen eher Keyword-mäßig aufgelistet. In so einer Section beweise ich natürlich diesen Skill nicht. Das ist wichtig zu wissen. Genau, wenn der wichtig ist in der Ausschreibung, sollte ich den im beruflichen Werdegang drin haben, weil wenn ich den da zu einem Job zuordne mit einem Zeitraum, Ja, also diese linke Spalte bei unserem einspaltigen Lebenslauf ist ja immer der Zeitraum quasi. Aber der Datensatz gehört zu drin. Also links ist nur der Zeitraum und das gehört zu dem Job. Also die Zeile, das passt zusammen. In einem zweispaltigen Lebenslauf sind komplett unterschiedliche Daten in der linken und rechten Spalte. Das ist der Unterschied. Genau, das muss ich halt im beruflichen Werdegang drin haben. Das vielleicht noch mal ergänzen.
Ja, genau. Aber dann, wo du es gerade angesprochen hast, auch das habe ich gesehen, wird immer wichtiger. Auch wenn ich jetzt in der letzten Zeit Lebensläufe gesehen habe, ich kriege immer wieder mal Lebensläufe zugeschickt, weil sich Leute bei uns bewerben, eine Jobbörse, und manchmal verstehen die das nicht richtig und schreiben mir die Bewerbung auf die Stellen. Ich zeige die da, aber der Jobbörse ist das, dann kriege ich dann die immer, immer lese ich mir natürlich dann trotzdem ganz gerne mal durch, aber weniger, weil ich was über die Leute erfahren will, sondern mehr, wie Wie sehen die Lebensläufe aus? Und mir fällt natürlich immer wieder auf, du siehst sofort, das Ding kommt aus einem dieser Standard-0815-Online-Generatoren. Die sehen alle gleich aus und die sind manchmal einfach nicht aussagekräftig genug. Also wenn du da manchmal liest, was da drinsteht, du findest dich da überhaupt nicht mehr zurecht. Und dieses ganz Klare, das fehlt vielen. Und das bringt mich zum nächsten Punkt, nämlich der Spitzenpositionierung. Ich hatte neulich so ein Erlebnis hier auf LinkedIn, da hat sich auch einer ganz liebe junge Frau mehr oder weniger beklagt, dass sie jetzt hier auch nur noch Absagen bekommt und und und. Und hatte sich halt ihr Profil so ein bisschen dann so, was ich biete, was ich kann und ich suche. Und das Erste, was mir aufgefallen ist, ich habe es dann auch gleich kommentiert, ist, ich kann überhaupt nicht die spitze Positionierung erkennen. Also sie war im Bereich Content Marketing und Social Media unterwegs, aber wofür war sie jetzt eigentlich? Die Spezialistin. Und das ist so ein Thema, so, ich habe so einen Bauchladen vor mir, ich kann eigentlich alles, gib mir halt einen Job. Das funktioniert auch nicht. Du musst dich ganz klar spezialisieren. Das ist so der Fachbegriff T-Shape-Profil. Das kann man sich immer merken wie so ein Buchstabe T. Also du bist zwar in der Breite aufgestellt, hast ein breites Wissen, aber in einem Bereich, da geht es richtig tief runter, dass das T sozusagen, und da geht es richtig tief runter, und da bist du Expertin oder Experte, also richtig top, top, top in deinem Bereich. Und das muss der Bereich sein, natürlich, den das Unternehmen gerade sucht. Und dann kannst du dich da auch positionieren. Die positionierte sich halt dann hier, die Betroffene, auf LinkedIn mit einem sehr allgemeinen Profil und wunderte sich, dass sie da sozusagen, dass da keiner drauf anspringt. Aber ich sage mal so, Bauchladentypen kriegst du alle naselang. Du willst aber natürlich den oder die Expertin einstellen, weil du sagst, die kann es am besten von allen. Da lohnt sich das Investment für die paar Stellen, die wir jetzt noch gerade haben in Deutschland. Da will ich dann die Top-Top-Top-Leute. Ich kann es mir aussuchen als Arbeitgeber, also brauche ich Spezialisten. Deswegen eine spitze Positionierung. Such dir genau aus, was kann ich richtig gut, was kann ich besser als alle anderen? Und da setz dich in einer Position drauf. Ich glaube, Positionierung ist extrem wichtig, auch gerade für die Ü50-Bewerbungen. Also auch die haben ja wahnsinnig viel Berufserfahrung schon, die sie mitbringen. Und auch in dieser Breite, so nach dem Motto: Hey, mit den Erfahrungen bin ich einfach eine Topkraft. Nee, bist du im Zweifelsfall nicht. Dann kommen da vielleicht noch Altersdiskriminierungen dazu. Positioniere dich spitz. Dafür bin ich der, die Topfachkraft oder Führungskraft, whatever. Aber sich zu spezialisieren, sich zu positionieren, ist heute essenziell. Und das gilt dann auch gleich wieder für LinkedIn.
Genau, was heißt das genau? Spitzpositionieren, vielleicht um das noch mal für die Bewerbung zu sagen. Das heißt nicht nur ein individuell auf die Stelle und das Unternehmen abgestimmtes Anschreiben. Nein, die Königsdisziplin ist die Individualisierung des Lebenslaufs. Jetzt in dem Fall vielleicht kann ich mir vorstellen, dass die Social Media gemacht hat, vielleicht aber auch SEO und vielleicht auch noch Newsletter. So, das gehört ja alles irgendwie zu Content. Ja, wenn ich mich auf eine SEO-Stelle bewerbe, sollte ich aber genau das natürlich im Lebenslauf auch da in den Stationen hervorheben. Genau, und bei LinkedIn ist natürlich so ein bisschen schwierig, da muss man sich dann vielleicht entscheiden für das, was man am liebsten machen wollen würde.
Man kann das schon auch auf LinkedIn, ich würde es auch empfehlen. Also an der Stelle würde ich immer sagen, ja such dir halt was aus. Ich weiß, viele denken so, ich indem ich möglichst breit mich aufstelle, werde ich auch möglichst breit gefunden. Aber das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Also ist auch nicht meine Erfahrung. Wenn ich drauf schaue, wo bleibe ich auch im Zweifelsfall hängen? Wer interessiert mich? Wem würde ich gerne folgen? Dann ist es nicht der Typ oder die Frau mit dem Bauchladen, die möglichst breit aufgestellt ist, sondern ich suche mir dann halt, na, ich sehe das ja so in unserem Bereich, gibt es jetzt mittlerweile Coaches, die sich auf Ü50-Bewerbungen fokussieren. Andere fokussieren sich auf Einsteiger, wieder andere auf Führungskräfte. Das ist halt eine spitze Position. Ich glaube, dass so Karriere-Bewerbungscoaches natürlich die ganze Bandbreite abdecken könnten. Kann ich auch. Aber die spitze Position: Ich spreche gezielt Ü50-Kandidaten an, oder ich spreche gezielt Berufseinsteigerinnen an, oder meinetwegen auch geschlechtsspezifisch. Ich spreche spezifisch Frauen an, gibt's ja auch, das ist viel besser, weil du natürlich verengst du einerseits deinen Markt, aber du wirst innerhalb dieses Marktes attraktiver und auch stärker wahrgenommen. Und ich glaube, dass das bei der Bewerbung, egal für welchen Beruf man sich dann entschieden hat, genauso wichtig ist, auch auf LinkedIn. Also wäre immer meine Empfehlung: Spitz positionieren. Das andere kannst du noch erwähnen, aber das ist sozusagen sagen, das Add-on, was ich zusätzlich biete. Aber ich habe einen klaren Fokus. So finde ich, ist aber auch eine Bewerbungsstrategie, oder sollte eine erfolgreiche Bewerbungsstrategie aufgestellt sein, dass du genau sagst, okay, ich habe eine bestimmte Zielbranche, bestimmte Zielunternehmen, und für die mache ich mich richtig sexy, ja, also dass ich richtig attraktiv werde. Die anderen, alles gut und schön, die beißen vielleicht auch an, aber ich habe ja einen Fokus. Und mit dem Fokus kannst du viel mehr deine Energie auch bündeln und letztendlich auch deine Bewerbungsunterlagen.
Genau, was ich damit meinte, war halt, wenn du dich jetzt dann quasi für Suchmaschinenoptimierung entscheidest, auch bei LinkedIn dich zu positionieren und dich dann trotzdem auf eine Social-Media-Stelle bewirbst, na ja, die landen auf deinem LinkedIn-Profil dann dummerweise natürlich auf der Social-Media-Positionierung, weil du ja nicht unterschiedliche Profile in dem Sinne hast. Ja, ja, genau, das ist natürlich ein Nachteil. Trotzdem sich den Vorteil, auch wenn du dich eigentlich einen Favoriten hast, sehe ich das genauso wie du, sollte man dann dementsprechend sein LinkedIn-Profil auch positionieren. Sich genauso wie du. Ja, genau. Bei Bewerbungen ist es einfacher, weil ich kann unterschiedliche Dokumente verschicken.
Ja, jetzt habe ich noch einen anderen Trend ausgemacht, den ich ganz, ganz stark finde und der so ein bisschen widersprüchlich klingt im ersten Moment. Aber wir haben es im Prinzip schon angedeutet, nämlich das Thema KI. Da steckt er wieder mit drin, ist ja sowieso virulent bei allem. Die Bewerbung selber wird menschlicher, und das ist so ein bisschen so, ich sage mal, Pendel schwingt in beide Richtungen. Erst in die eine, alle sind total begeistert in Richtung KI und so weiter, und dann schwingt meistens noch mal in die andere Richtung, bevor sich dann halt in der Mitte irgendwie einpendelt. Und ich erlebe auf der Personaler-Seite im Moment ganz, ganz stark, dass viele von denen sagen, boah, ich kann diese ganzen KI-Bewerbungen nicht mehr sehen. Ich erkenne die auch sofort. Ich brauche dieses Authentische. Ich suche Menschen, nicht dieses schnell und einfach. Und das ist ja das Verführerische an der KI, schnell und einfache Bewerbungen zu schreiben und die dann einfach massenhaft rauszuschicken. Das funktioniert einfach nicht mehr. Und dieser Human Touch, der ist so wichtig, dass du den reinbringst und der Funktioniert an mehreren Stellen. Das ist einmal die Stelle, dass du beispielsweise im Lebenslauf, aber eben auch, du weißt ja, ich bin großer Fan des Anschreibens, aber eben auch im Anschreiben, dass der da drin steckt, dass du beispielsweise Soft Skills nennst, die die KI nicht ersetzen kann, die aber wichtig sind in fast jedem Job. Empathie, Teams motivieren können, Projektmanagement-Erfahrung, Organisationstalent oder Stärke, Kommunikationsstärke, solche Sachen. Am Ende arbeitest du ja nicht mit einer KI zusammen sein. Du hängst irgendwo am Band und schraubst an der Maschine rum. In der Regel arbeitest du immer mit Menschen, und diese Fähigkeiten kann ja auch später im Job eine KI nicht ersetzen. Wenn du darauf aber abzielst und zeigst, ich kann das und ich bin da besonders gut drin, habe da entsprechende Erfahrungen, dann sind das ganz, ganz wichtige Pluspunkte. Und das Zweite, und dann bin ich wieder fertig mit meinem Monolog, das Zweite— Cheers, Prost!— das Zweite ist Cultural Fit. Auch da ist noch mal ganz, ganz wichtig, dass du im Anschreiben— und da ist eher der Platz des Anschreibens— dass du im Anschreiben zeigst: Ich habe euch als Unternehmen mir genau angeschaut, ich identifiziere mich mit euren Produkten und der Dienstleistung, ich identifiziere mich mit euren Werten und eurer Vision, und ich teile das. Also ich passe zu euch menschlich und gedanklich, geistig zu eurem Unternehmen, und dadurch bin ich sozusagen ein echtes Match in der Kultur, cultural fit, um mal dieses Buzzword so ein bisschen zu übersetzen. Ich glaube, das ist extrem wichtig an der Stelle oder wichtig geworden. Damit kannst du deine Chancen noch mal deutlich steigern. Mit so blutleeren Anschreiben und so 0815-Standard-Lebensläufen, das funktioniert im jetzigen Arbeitsmarkt, muss man ganz klar sagen, einfach nicht. Mehr. So, ich kriege ja gerade einen schönen Kommentar, den blende ich gleich mal ein. Der ist nämlich eigentlich keine Frage, sondern nur ein Lob. Dankeschön, lieber Martin, vermute ich mal, ist der Klarname. Dankeschön. Aber es bringt mich kurz zu diesem Einwand. Wenn ihr Fragen habt, das ist jetzt Martin, der kommt über YouTube, da sehe ich ja den kleinen Icon. Aber wenn ihr Fragen habt und eingeschaltet seid auf LinkedIn, auf Facebook oder eben auf YouTube, dann herzlich gerne. Fragen stellen, auch individuelle. Wir beantworten sie sehr gerne und blenden die gerne ein. Und wer nicht eingeblendet werden will, der schreibt einfach anonym davor und dann blenden wir das nicht aus. Dann kannst du auch später deinen Kommentar wieder löschen, dann bleibt er auch nicht erhalten und keiner sieht ihn. So, jetzt bin ich fertig, habe fertig, jetzt du.
Ja, was vielleicht dann noch hinzuzufügen ist, also erstmal klar, du hast recht, eine Bewerbung muss einfach heutzutage besser, authentischer und mit menschlicher sein, wenn sich 200 andere bewerben. Also gleiches Skill Level, dann wie will man da noch punkten? So, indem man das Signal sendet, ich will unbedingt diesen Job, und den kann man nur so senden. Das Signal kann man nur so senden. Was das aber so ein bisschen, ich will mal so da, weil wir heute auch so eine News-Folge haben, eine News, Studie Stepstone kam Ende letzten Jahres raus. Das ist eine von vielen, die beweist, wie stark KI beim Thema Bewerbung eingesetzt wird. Rund zwei Drittel der Befragten nutzen irgendwie KI-Tools für Bewerbung und Jobsuche. Aber gleichzeitig, gleiche Studie, sagen 80% der Recruiter bewerten die Qualität der eingehenden Bewerbungen höchstens als mittelmäßig. Das heißt, Das ist ein totaler Widerspruch. Alle denken, das ist, boah, jetzt kann ich endlich geil meine Bewerbung aufpimpen mit schnell und easy und günstig und brauche auch die Bewerbungsschreiber nicht mehr und selber brauche ich auch keine Zeit mehr reinzustecken. Aber es stimmt nicht. Es stimmt einfach nicht. Natürlich sind wir von einer schlechten Qualität gewandert in eine mittelmäßige Qualität. Einfacher. Also das will ich gar nicht abstreiten. Aber im Grunde, für eine herausragende Bewerbung braucht es immer noch den Menschen.
Absolut. Also kurz zu Martin, er hat jetzt auch eine Frage gestellt, die wollen wir gleich mal zwischendurch beantworten. Wie finde ich die Werte des Unternehmens raus? Erst im Vorgespräch? Ist es mir zu spät? Ja, richtig, da wäre es auch zu spät. Rausfinden kannst du die relativ einfach. A) Geh auf die Unternehmenswebseite, da steht ganz viel. Also in der Regel publizieren Unternehmen ihre Werte in irgendeiner Form, ihre Vision, ihre Geschichte, ihre Tradition. Gerade bei Mittelständlern, die haben meistens Tradition, und da kann man dann die Werte ableiten. Das ist eine, also Webseite, erste Quelle überhaupt. Die meisten Unternehmen schreiben explizit irgendwohin. Man findet es eben auch zwischen den Zeilen. Zweiter Weg: Geh auch auf LinkedIn oder Xing und schau mal nach den Mitarbeitern. Viele von den Mitarbeitern sind ja auch insbesondere Personaler, Führungskräfte, und die transportieren häufig in ihren Postings auch Werte. Dann kannst du davon ausgehen, wenn das Corporate Influencer sind oder eben offizielle Kanäle, also jetzt nicht die Privatleute, die einen privat mal was schreiben, Sondern wenn das offizielle Firmenkanäle sind, dann geht das immer garantiert durch die Unternehmenskommunikation. Die wollen immer ein Wörtchen mitreden, haben dann noch mal einen Blick drauf, dass es zumindest die Werte auch transportiert. Und deswegen sind die meistens auch so ein bisschen gestreamlined. Und auch da kann man so zwischen den Zeilen und manchmal auch ganz explizit heraushören, was sind eigentlich deren Werte. Also hier gibt es so ein bisschen Recherchearbeit, kann man aber rausfinden. Und der dritte Weg bei großen Unternehmen, bei kleinen Mittelständlern ist das eher schwierig, aber bei großen Unternehmen Die Presse, also die klassische gute alte Presse, Interviews mit dem CEO im Radio, wo auch immer. Die haben ja heute auch alle Webseiten, wo die dann die Transkripte von den Radiosendungen irgendwie noch publizieren. Auch so was kann man sich durchlesen. So ein CEO, der fischt Ding vom Kopf, der wird mit Sicherheit auch die Werte transportieren. Und da kann man auch schon ein bisschen was raus. Ich hoffe, die Frage ist damit einigermaßen beantwortet, es sei denn, der Stefan hat doch eine Ergänzung.
Ja, das Einfachste: Stellenausschreibungen. Das hast du, glaube ich, gar nicht genannt.
Das liegt so auf der Hand.
Genau, da steht meistens auch was drin. Und wenn es eher zwischen den Zeilen ist, dann da kann man dann tatsächlich auch gut mal eine KI zum Einsatz bringen und mal sagen: Hör mal, was glaubst du, was da für Werte transportiert werden? Genau.
Ja, genau. Okay, also das soweit zu Martin. Ansonsten, wie gesagt, gerne, gerne Fragen stellen. Wir freuen uns darüber immer. So, jetzt zu deinen Zahlen. Ja, das ist ein riesiger Widerspruch. Du hast es ja gerade eben schon gesagt. Also gerade dieses Thema, na, so KI macht es einfacher. Ich habe heute sogar noch einen Beitrag auf der Karrierebibel gepostet. Kann man auch direkt auf der Startseite finden, wie man KI für die Jobsuche und Bewerbung nutzen kann. Und die Quintessenz von diesem Artikel, da sind ganz, ganz viele Punkte natürlich dabei, 7 verschiedene Punkte, wo man es nutzen kann. Kann. Aber die Quintessenz ist, nutze es vor allen Dingen als Coach oder Assistent, nicht als Ersatz. Also das ist, KI kann dir viel Arbeit abnehmen bei der Jobsuche und auch bei der Bewerbung, aber es ist kein Ersatz für dich selbst, ne? Genau, also das ist noch mal ganz, ganz wichtig. Ja, genau. Und bei Initiativbewerbung kommt jetzt noch mal die Frage von Martin, ist genau dasselbe. Also bei den Initiativbewerbungen musst du natürlich dich erst recht vorneweg mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Da gibt es keine Stellenanzeige, logischerweise ist die Aber da musst du dich erst recht vorneweg mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Der Trick bei der Initiativbewerbung ist immer, dass man sich eine fiktive Stelle überlegt, die man gerne hätte. Natürlich muss man da auch ein bisschen recherchieren, ableiten, in welche Richtung geht das Unternehmen gerade, was entwickeln die, was würde denen fehlen, was haben die noch nicht, wo kann ich damit meinen Qualifikationen, mit meinen Erfahrungen am meisten Mehrwert bieten für die. Und dann überlegt ihr, welche Position müsste sozusagen im Unternehmen sein, die du gerne ausfüllen würdest, Mehrwert schaffst. Und auf diese fiktive Stelle bewirbst du dich dann praktisch, also ohne, ohne, wie soll ich sagen, ohne die Stellenanzeige natürlich genau zu benennen. Aber auch da ist wichtig, dass du dann diesen Cultural Fit mitbringst.
Ja, vielleicht da noch ein Tipp ergänzend. Du findest manchmal, was auch ganz gut ist, immer nach alten Stellenanzeigen zu suchen. Und da findest du ja dann was zu den Werten und auch zum Jobprofil. Es wird dann vorkommen, dass die über eine Google-Suche dann quasi gefunden werden, aber die Seite nicht mehr erreichbar ist. Und da kannst du halt versuchen, den Link zu nehmen, den zu kopieren und ins archive.org, ist ja dieser, ja, was, wie nennt man es, das Archiv des Webs quasi, und versuchen, ob es die Seite da nicht gibt im Cache quasi. Genau, und dann findest du die alte Stellenanzeige. Oft sind die aber auch auf irgendwelchen Scraper-Spam-Jobsuchplattformen dann immer noch inhaltlich so drauf, weil die nichts löschen. Genau.
Letzte Frage: Was heißt KI als Coach konkret da bitte? Ja, du, also schau mal schnell den Artikel an. Letztendlich, du kannst KI heute nutzen, um deine Bewerbungsunterlagen zu checken. So, sind sie aktuell? Habe ich alle Keywords drin? Passt sie zur Stellenanzeige? Das kannst du machen. Du kannst Vorstellungsgespräche simulieren. Das ist ein richtiger Coach oder ein Trainer. Lass dir Fragen stellen. Du kannst deine Antworten der KI geben, kannst fragen: Ist dies überzeugend? Klingt es zu arrogant? Kriegst du auch eine Antwort. Also das sozusagen KI als Coach. Es gibt ganz viele Möglichkeiten, aber schau dir einfach mal den Artikel da auf der Karrierebibel an. Wie gesagt, ganz frisch heute. Da hast du 7 verschiedene Varianten mit Prompts und Beispielen, die man eingeben kann. Alle getestet, alle geprüft. Kriegst du tolle Ergebnisse, musst halt dann immer nur deine spezifischen Daten, so Ort, Berufsposition und so weiter und so fort, dann eingeben. Aber die Prompts funktionieren, wie gesagt, direkt vorgegeben. Einfach mal eingeben, spielen. Gemini, ChatGPT, Perplexity, Claude und was es da nicht alles gibt. So, was haben wir noch bei wichtigen? Guck gerade hier auf meine kleine, auf meinen kleinen Spickzettel, was wir noch haben. Also, einen Punkt haben wir noch geschlabbert, nämlich hier LinkedIn-Profil, Online-Profile, sagen wir mal ganz gemeinsam, kann ja auch bei XING sein oder so was. Was ich da noch mal ganz wichtig finde, nicht nur, dass die natürlich aktuell und gepflegt sind, bevor du die Bewerbung rausschickst, sondern es darf auch keine Widersprüche geben. Auch da muss man heute darauf, also Personaler waren vor, lass mich jetzt nicht lügen, 3, 4 Jahren habe ich noch gesagt, boah, die sind alle noch ein bisschen old school, so im Sinne von, die sind alle noch standardmäßig unterwegs. Die haben auch schwer aufgerüstet und du kannst davon ausgehen, die heißesten Kandidaten, also die, die wirklich interessant sind, da schaut man heute auch schon mal ganz gerne aufs LinkedIn-Profil noch mal drauf. Und wenn du den Lebenslauf vor dir stehen hast, gleichst du auch noch mal so ein bisschen ab. Und dann ist blöd, wenn es Widersprüche gibt bei den Jahreszahlen oder bei den Qualifikationen oder so was. Also das ist immer, bevor ich da meine Bewerbung abschicke, immer noch mal das LinkedIn-Profil angleichen, abchecken und dafür sorgen, dass die Daten wirklich definitiv da sind. Hand pink waving, what auch immer.
Soll ein Smiley sein, der nicht angezeigt wird.
Ein Smiley wahrscheinlich.
Okay, hast du noch was?
Ja, einen letzten Punkt habe ich noch und dann bin ich aber auch heute, heute rede ich viel, Entschuldigung, ich habe Blubberwasser getrunken.
Alles gut.
Ein wichtiger Punkt, weil der mir eben auch immer wieder auffällt, hat nicht so richtig mit unserem Thema zu tun, aber wir haben es letztes Mal schon angesprochen, eben weil ich so viele LinkedIn-Posts im Moment lese von wegen, ach, die Personaler alle doof und die blöden Arbeitgeber und Ghosting ist so schrecklich. Wir hatten glaube ich das letzte Mal auch drüber gesprochen. Ich finde diese LinkedIn-Posts schwierig, gerade wenn man selber in der Bewerbungsphase ist, weil Die kann der Personaler halt auch noch lesen. So, besagte Kandidatin beschwerte sich jetzt hier: Ich bewerbe mich, 200 Absagen, keiner will mich, und habt ihr noch Tipps? Die nehme ich gerne. Und haben sich ganz viele Coaches, ich auch, liebevoll dann noch mal irgendwie mit Kommentaren eingereiht. Das macht diesen Post natürlich extrem reichweitenstark und prominent. So, und jetzt steht er natürlich dann da. So, wenn ich jetzt als Personaler bin, denke ich, ach ja, die ist ja vielleicht ganz interessant. Dann sehe ich hier so, ah, Schon 200 Absagen, ist das hier so Reste-Rampe oder so was? Und dann sagen die anderen dann vielleicht auch noch, du hast keine, also ich meine, ich habe es liebevoll ausgedrückt, keine spitze Positionierung, oder ja, gib mir mal deinen Lebenslauf, ich schaue mal dran. Andere sagen, also mir fällt dann auf dies, das und jenes oder so was. Und dann denkst du dir schon, das kriegt schon wieder so ein Malus. Also ich würde davon abraten, so Verzweiflungsposts, Frustposts auf LinkedIn in, rauszuhauen und zu dokumentieren. Ich verstehe das menschlich, keine Frage. Aber mir geht es hier sozusagen um ein taktisches, strategisches Manöver, wo ich dann sage, gehört das dauerhaft in die Öffentlichkeit? Muss ich es vielleicht nicht doch irgendwann mal löschen? Und spätestens will man vielleicht mal neue Arbeitgeber das gar nicht haben, dass dieser Post noch an ist. Und wenn du sowieso die Frage stellst, das könnte ich vielleicht irgendwann mal löschen müssen, dann poste es möchte ich das vielleicht gar nicht erst. Also dann gehört sowas eher in eine private WhatsApp-Gruppe irgendwie als auf LinkedIn.
Ja, gerade wenn Frust mitschwingt, möchte ich dich da vom letzten Mal noch mal zitieren. Du hast halt gesagt, das fand ich auch echt interessant, du machst dich halt kleiner damit. Und das stimmt, das stimmt einfach. Und das ist einfach schade. Irgendwie, ne. Und ja, das wollte ich nur noch ergänzend sagen. Also es ist, es ist, ne, ich habe da auch jemanden, mit dem ich darüber letztens gesprochen habe, die da auch so ein paar Kommentare, und habe ich auch gesagt, das ist, du bist, das bist du nicht, ne. Du bist eigentlich, wenn ich jetzt mit dir rede, bist du eine selbstbewusste Person, so, und völlig klar und da wirkt das nicht so in deinen Kommentaren. Und das fand ich wichtig, jetzt noch mal zu wiederholen. Aber vielleicht noch mal anschließende Frage, was hältst du anschließend von diesem Open-Work-Badge? Hatten wir auch schon mal, aber es passt jetzt ganz gut, deswegen lass es uns kurz vielleicht noch anreißen.
Also in meiner Brust schlagen zwei Herzen, würde ich jetzt sagen. Einerseits, also in diesen Zeiten, ich bin ja sonst eher so ein bisschen restriktiv unterwegs gewesen. Irgendwie ist der Hintergrund jetzt hier gerade raus, nehme ich mal den hier, da ist er wieder drin. Mein System spinnt. So, also will sagen, früher habe ich gesagt, macht das auf keinen Fall, ich finde, das sieht immer so bedürftig aus. Eigentlich sollen die Leute das Gefühl haben, ich bewerbe mich nicht, sondern ihr müsst mich im Prinzip abwerben. Werben. Ich bin in einem super Job, mache einen super Job, und ich bin hier der heiße Shit, den man unbedingt abwerben muss. In diesen Tagen, wo der Arbeitsmarkt so ein bisschen kippt, bin ich da toleranter geworden. Also wo ich dann sage, ja, nee, komm, du kannst auch gerne mal so ein Badge reinnehmen. Aber großer Fan bin ich immer noch nicht. Ich finde, dass man Wenn man offen, also ich glaube nicht, dass es mehr Chancen gibt, nur weil du diesen Open-to-Work bist. Hast du, ich weiß nicht, vielleicht hast du belastbare Zahlen. Ich habe keine, dass es deine Bewerbungschancen in irgendeiner Form um, keine Ahnung, 30% steigert und die Leute dich direkt mehr ansprechen. Ich glaube, Personaler ist es ehrlich gesagt drizzial, wie man hier so schön sagt in Köln. Entweder du bist interessant, dann sprechen die dich an. Oder du hast dich beworben, dann checken die dein Profil und dann wissen die, dass du open to work bist, sonst hätten sie deine Bewerbung nicht am Schreibtisch. Also was bringt das jetzt?
Ja, ich meine, da wo die Sache klar ist, du bist junger Bewerber, jeder weiß, dass es als Absolvent gerade schwierig ist, da ist das völlig legitim so. Ich finde, wenn man irgendwie 55 ist und total viel vorweisen kann, kann oder auch 35 ist und schon richtig viel vorweisen kann, braucht man das nicht.
Nö. Im Gegenteil, ich würde sogar sagen, wer nutzt es? Eigentlich sind es, jetzt bin ich mal böse, wer nutzt es? Eigentlich sind es vermutlich Verzweifelte. So wirkt es. So wirkt es, genau. Und wenn dem so ist, Dann würde ich sagen, okay, also Arbeitslose, Verzweifelte, dann ist es ja sozusagen noch ein Negativindikator, ja. Also wo ich mir dann denke, wenn ich dieses Bett schon sehe, dann ist das so ein bisschen— jetzt bin ich wieder böse— dann ist es vielleicht erst recht Rudis Reste-Rampe, und dann will ich den nicht einstellen. Oder was heißt will ich nicht, aber dann kriegt schon so ein Geschmäckle, so ein Völlig unnötig. Mach ein geiles Profilbild, mach ein super modernes, professionelles Profilbild. Schreib dein Profil da rein. Du kannst ja Postings machen auf LinkedIn, dass du Experte bist für, oder lässt dich über den Markt aus in der Branche, was deine Zielbranche ist. Schreib spannende Sachen, zeig, was du drauf hast. Überzeugt viel mehr als Open to Work.
Ja, also auf jeden Fall letztendlich die Einstellung, dass du auf Jobsuche bist, hast du wahrscheinlich eh getroffen. Die sehen dann Recruiter, Talent Manager heißt es bei XING, ich weiß gar nicht, wie es bei LinkedIn heißt. Einfach LinkedIn Recruiter. Genau das, das ist ja auch völlig legitim. Die wissen dann aber, dass du auf Jobsuche bist. Da muss man nicht noch das Badge nutzen.
Also je mehr ich drüber nachdenke, ich bin da heute toleranter, aber eigentlich, ich finde es unnötig. So, ja, so. Und bevor wir jetzt endgültig Schluss machen, so, ich hau noch mal einen raus. Ich habe es letztes Mal schon gesagt, ich habe immer noch genug Bücher. Ich habe so viele Belegexemplare von meinen Büchern und die verstauben hier nur zu. Deswegen, ich habe hier so ein Paket schon, also eins von vielen vorbereitet. Das sind 6 Bücher drin von meinen Büchern. Die stehen da auch im Hintergrund, kann man jetzt gerade nicht sehen. Da, die da, da, die da. Und die verschenke ich. Und um die zu gewinnen, schreibst mir einfach eine Mail und dann lose ich die Gewinner aus. Schreibt eine Mail, steht im Impressum vor der Karrierebibel, heißt info@karrierebibel.de. Eine Mail schicken, sag mir, warum du die Bücher gewinnen willst, und dann lose ich die aus und dann schicken wir die einfach mal durch die Runde. So, jetzt kommt noch ein letzter Kommentar, den nehmen wir noch auf und dann machen wir einen Sack zu, oder? Pass mal auf, hier kommt noch hier von der Lisa. Aktiver Arbeitssucher, was schreibe ich im Anschreiben, wenn auch ein Umzug dazugehört und die Wohnung noch nicht gefunden? Ist. Bin ich gerade am Stutzen, wie ich das verstehe.
Ja, ich auch.
Vielleicht, Lisa, vielleicht kannst du es noch konkretisieren. Ich überlege gerade. Schreibe ich ihm anschreiben, wenn auch ein Umzug dazu gehört? Also ich vermute, wenn ich das richtig verstanden habe, du willst in, hast eine Zielstadt, da möchte ich hin, vielleicht weil der Partner da auch hin muss, keine Ahnung, von München nach Berlin. Das heißt definitiv, Ich muss nach Berlin, sagen wir jetzt mal hypothetisch, habe aber noch keine Wohnung in Berlin. Und was schreibe ich dann im Anschreiben? Wenn das die Frage war, so interpretiere ich sie jetzt mal, dann kann ich dazu eine Antwort geben. Erstens mal würde ich es nicht thematisieren, dass du noch keine Wohnung hast. Und du bewirbst dich ja vermutlich bei einem Arbeitgeber, jetzt in unserem Fall hypothetisch in Berlin. Den interessiert das auch nicht, dass du noch keine Wohnung hast. Der will ja nur, der will dich einstellen im Zweifelsfall.
Zweifelsfall.
So, also wir haben die Frage falsch verstanden, deswegen gar nicht erst thematisieren im Anschreiben, sondern geht eher darum, vielleicht warum komme ich aus München, und dann kannst du aber in einem Satz, bedingt durch meinen Partner, der auch gerade einen Jobwechsel hat, ziehe ich jetzt nach Berlin und bin deswegen auf Jobsuche.
So, ja, also ich würde tatsächlich ansprechen, dass keine offenen Fragen bleiben, warum bewirbt er sich bei uns, will die nur im Homeoffice arbeiten oder so, ne. Also ich würde schon irgendwie in einer E-Mail oder im Anschreiben reinbringen, dass ich wirklich umziehen will. Aber dass die Wohnung noch nicht gefunden ist, ist erst mal der Regelfall tatsächlich, vor der noch keine Einstellung da ist und spielt auch erst mal gar keine Rolle.
Also möchte nach Düsseldorf, okay, dann jetzt wissen wir schon mal genau. Und stimmt so grob von der Frage her. Also wie gesagt, spielt keine Rolle. Also dass du dann vielleicht in Düsseldorf noch keine Wohnung gefunden hast, interessiert den Arbeitgeber erst mal nicht. Kannst du im Vorstellungsgespräch vielleicht noch mal ansprechen, dass man dann im Vorstellungsgespräch fragt, irgendwie, wenn dann die Wohnung gefunden ist und ich muss dann umziehen, gibt es dann die Möglichkeit, dass ich 2 Tage frei bekomme oder zur Not auch freigestellt werde, unbezahlt oder so was? Weil dann muss ich halt den Umzug, dann falle ich noch mal für 2, 3 Tage oder so was aus, um den Umzug zu organisieren. Das kann man ansprechen, gehört aber erst ins Vorstellungsgespräch, falls das jetzt so die Antwort auf die die Frage war, würde ich jetzt sagen. Oder wir müssen noch mal, brauchen noch mal Nachfrage. Aber wir wollten eigentlich jetzt so langsam, wollten wir in die Gänge kommen. Deswegen fragt gerne noch weiter, entweder per Mail info@karrierebibel.de oder hier bei Bewerbungsschreiber beim Stefan. Ich glaube, deine Mail haben wir dir hier eingeblendet.
Nee, aber die Webseite findet man auch im Impressum.
Findet man auch im Impressum.
Genau, aber auch gerne auf den YouTube-Videos im Nachgang.
Genau, geht auch. Sehen wir dann auch, können wir dann auch nachträglich noch beantworten. Die Kommentare ist also kein Problem, machen wir sehr, sehr gerne. Ja, warum da jetzt bei dem einen Bild der Hintergrund ausgefallen ist, I don't know, muss gleich mal wieder checken. Mein System spinnt manchmal, führt ein Eigenleben. Okay, also sie sagt erstmal alles gut, erstmal danke. Wie gesagt, Fragen gerne noch mal per Mail oder so was, machen wir gerne. Dann sagen wir Dankeschön fürs Einschalten, Zuschauen. In 2 Wochen sind wir wieder dabei und dann wieder live wie gewohnt und wie gehabt. Es ist ein Feiertag, kann das sein? Ist in 2 Wochen vielleicht irgendwie sowas wie Himmelfahrt? Ich habe gar nicht den Kalender geguckt. Der wäre wieder blöd, da müssen wir den Termin ändern, ne? Nö, eigentlich nicht. In 2 Wochen sind wir am Start, wenn ich jetzt richtig gerechnet habe.
Oder habe ich am Start?
Alles klar, wir freuen uns wie immer. Wir sagen herzlichen Dank fürs Einschalten, Zuschauen, und ansonsten, ich freue mich Wenn ich diese Bücher hier gerne verschenken kann, Porto bezahle ich natürlich auch. Also es entstehen keine Mehrkosten, das spendiere ich einfach. Hauptsache, das Zeug ist aus dem Schrank raus. So, in dem Sinne, tschüss, schönen Abend. Vor allen Dingen, der Mai wünscht einen schönen 1. Mai. Den musste ich jetzt noch mal raushauen. Ciao, ciao, ciao!










