Ghosting in der Bewerbung: Was tun?

In dieser 30‑minütigen Live‑Diskussion von JobGenius erklären Jochen und sein Gast Stefan, was "Ghosting" im Bewerbungsprozess bedeutet, wie verbreitet das Phänomen ist und warum es sowohl von Unternehmen als auch von Kandidaten vorkommt. Sie nennen Studien, die von bis zu 75 % aller Bewerber berichten, die schon einmal ignoriert wurden, und von 30‑40 % der Arbeitgeber, die Kandidaten nicht mehr hören. Als Ursachen nennen sie hohe Bewerberzahlen, unzureichende Bewerbermanagement‑Systeme, interne Kommunikationsprobleme, Pro‑Forma‑Stellenausschreibungen und allgemeine Überforderung. Anschließend geben sie praxisnahe Handlungsempfehlungen: nach 2‑3 Wochen (bei großen Unternehmen bis 4 Wochen) ein höfliches Follow‑up per E‑Mail mit indirekter Fragestellung senden, bei ausbleibender Reaktion zum Telefon greifen, das eigene Interesse erneut betonen und ggf. die Bewerbung zurückziehen, wenn das Unternehmen nicht reagiert. Sie diskutieren, wie man nach einem Vorstellungsgespräch weiter vorgeht, welche Signale (z. B. fehlende Rückmeldung) als Red‑Flag gelten und wie man Feedback zu Absagen erfragt, wobei sie die rechtlichen Grenzen des AGG erwähnen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung von echter Mühe und Individualität in Bewerbungen – KI‑Vorlagen führen zu durchschnittlichen Unterlagen, die von Recruitern leicht übersehen werden. Abschließend geben sie Tipps zum emotionalen Umgang mit Ghosting, raten von öffentlichem Venting ab und betonen ein professionelles, selbstbewusstes Auftreten.
Chapters
So, hallo, wir sind wieder auf Sendung mit einer neuen Folge. Diesmal sprechen wir über ein echtes ärgerliches Thema, nämlich das Thema Ghosting in der Bewerbung. Der Stefan ist auch schon da. Hallo Stefan, herzlich willkommen. Und allen herzlich willkommen, die wieder eingeschaltet haben und bei uns dabei sind. Wie immer am Anfang der Hinweis: Ihr könnt jederzeit Fragen stellen, ob ihr jetzt auch bei LinkedIn zuschaut, bei Facebook, bei YouTube, bei Twitch. Stellt Fragen per Kommentar, die sehen wir, die blenden wir auch ein, wenn ihr das möchtet. Wenn nicht, schreibt ihr einfach das Wort anonym davor. Und ansonsten, wie gesagt, beantworten wir auch gerne Fragen rund um das Thema Bewerbung. Jetzt aber erst mal zum Thema Ghosting. In der Bewerbung. Ghosting bedeutet kurz gesagt, kommt ja eigentlich aus dem Dating, der Begriff, habe ich gelernt, bedeutet, du hörst nichts mehr. Du bewirbst dich bei irgendwem, bei einem Arbeitgeber, und du hörst einfach nichts mehr. Das kann in verschiedenen Phasen der Bewerbung passieren, das kann direkt nach der Bewerbung passieren, es kommt aber fast noch ärgerlicher auch vor nach dem Vorstellungsgespräch. Also eigentlich bist du schon durch diverse Phasen durch, trotzdem hörst du nichts mehr. Sehr, sehr ärgerlich, ärgert zu Recht viele, viele Bewerber. Man muss dazu sagen, es gibt verschiedene Studien zu dem Thema schon, die unterschiedliche Zahlen natürlich nennen. Das, was ich jetzt gefunden habe, sagt rund 75% aller Bewerber, also ich sag mal 3 von 4, haben Ghosting bei der Bewerbung schon erlebt. Das ist ganz beachtlich. In einigen Branchen, IT, Marketing, sind es sogar über 80%, die das schon erlebt haben. Man könnte auch sagen, eigentlich hat es jeder schon mal erlebt. Umgekehrt gibt es allerdings auch, das sagen auch Arbeitgeber, auch Kandidaten ghosten. Ich selber habe das auch schon erlebt für unsere Jobs, die wir vergeben haben, dass sich Kandidaten einfach nicht mehr gemeldet haben nach der Bewerbung, nach dem Vorstellungsgespräch. Gibt es auch. Da sagen die Zahlen, also die, die ich gefunden habe, 30 bis 40% der Arbeitgeber haben das schon erlebt. Du, Stefan, hast glaube ich eine andere Zahl bei Stepstone gefunden, die höher liegt.
Ja, die war auch Richtung 70% sogar.
Also gibt es auf beiden Seiten, ist glaube ich in allen Fällen ärgerlich, und wir müssen glaube ich auch nicht darüber diskutieren, ob das ein guter Stil ist oder nicht. Nein, es ist kein guter Stil, das ist definitiv so. Das macht man nicht, ist hochgradig ärgerlich, erst recht für Kandidaten, die natürlich auch auf den Job angewiesen sind, sich richtig Mühe gegeben haben bei der Bewerbung, also nach all dem, was wir hier immer propagieren, tolles Anschreiben, tollen Lebenslauf geschrieben haben, sich richtig Mühe gemacht haben, und dann hörst du halt nichts mehr. Ist eigentlich auch vermeidbar. In heutigen Prozessen, die ja immer digitaler werden, sollte man mindestens eine Eingangsbestätigung hören. Aber es sollte natürlich auch eine Reaktion geben, mindestens eine Absage. Das kann halt passieren, dass man Absagen bekommt, auch ärgerlich, aber das ist das Mindeste, was man erwarten kann. Trotzdem kommt es halt vor. Stefan, wie sieht es aus bei dir? Kennst du Gründe, warum es überhaupt zu diesem Ghosting kommt?
Ja, letztendlich kann es natürlich schon viele Gründe haben. Also man muss schon ehrlicherweise sagen, dass gerade jetzt so in Zeiten, wo es sich so sehr stark zum Arbeitgebermarkt gewandelt hat, die Anzahl der Bewerbungen enorm gestiegen ist. Und ich glaube, dass manche Unternehmen vielleicht da gar nicht so technologisch aufgestellt sind mit dem Bewerbermanagementsystem oder so, dass sie das vielleicht so den Überblick verlieren und es oft unwissentlich vielleicht sogar machen. Kann ich mir schon vorstellen. Überarbeitung wird auch ein Thema sein, aber es wird auch wirklich an dummen Gründen liegen. Da bin ich mir auch sehr sicher, sozusagen ein Recruiter will von der Fachabteilung eine Rückmeldung, die kommt wieder nicht. Also oder der Chef bewegt sich nicht oder was auch immer oder sagt: Nee, lass noch mal warten. Und dem Recruiter ist das sogar peinlich. Also ich glaube, da gibt's ganz, ganz viele Gründe. Vielleicht noch ein Zusatz, was mir in einer Studie aufgefallen ist, tatsächlich, die war von Uni Now unter Studierenden. Da ist es wirklich, die haben die 23 und 24 gemacht, und es ist tatsächlich gestiegen, sogar von 67 auf 77%, was mich auch so ein bisschen darüber sinnieren lassen hat, ob das so insgesamt so ein allgemeingesellschaftliches Problem ist, ist mittlerweile schon, dass man nicht mehr weiß, wie man miteinander umgehen soll. Ich erkenne das aus dem Business-Kontext, dass ich auf Rückmeldung warte. Also habe ich häufiger. Wie ist es bei dir? Gefühlt zumindest.
Also sagen wir mal so, ja, nein, erlebe ich tatsächlich jetzt. Ich überlege gerade, nee, eigentlich eher nicht, dass sich Leute gar nicht mehr bei mir melden. Merke ich eigentlich nicht, sagen wir mal so. Umgekehrt, es gibt natürlich, ich reagiere auch nicht. Also ich kriege natürlich viele Marketinganfragen oder so was. Also wir wollen bei euch einen Gastbeitrag posten oder können wir eine Kooperation machen, die aber eigentlich unbezahlte Werbung ist? Da reagiere ich dann auch nicht. Da würde ich jetzt sagen, da ghoste ich in dem Fall. Ist aber nicht vergleichbar, ist eine andere Situation. Da bekommst du im Prinzip Werbespam und willst den gar nicht. Ist eine andere Situation. In der Regel haben wir das Ghosting in den Fällen, dass das Unternehmen wirklich eine Stellenausschreibung rausjagt und eigentlich auch Bewerbungen erwartet, dann gibt es die auch, und dann reagierst du nicht. Und das ist natürlich hochgradig unprofessionell. Man kann auch sagen, das ist vielleicht schon das erste Indiz, wie es bei dem Arbeitgeber zugeht. Kann man ja auch schon mal, um es mal positiv zu werten, auch wenn es negativer Kontext ist. Aber man kann sagen, na ja, ist ja schon mal ein erstes Warnzeichen irgendwie, wie es bei denen so läuft. Es gibt allerdings tatsächlich auch, du sagst es klar, interne Prozesse. Stelle ist vielleicht auch wieder gestrichen worden oder es gibt keine Antwort, Recruiter ist krank oder im Urlaub und dann wird es halt vergessen, fliegt hinten rüber. Es gibt aber auch so was wie auch eine andere Unsitte, Proforma-Ausschreibungen, muss man auch ganz deutlich sagen. Es gibt Unternehmen, die Stellenausschreibungen rausjagen, um zu simulieren, vielleicht auch Marktbegleitern oder anderen im Markt. Hey, uns geht's gut, wir schreiben noch Stellen aus, wir können noch einstellen und so weiter. Aber in Wahrheit gibt es die Stellen halt gar nicht. Oder man testet mal, ob man attraktiv ist mit seinem Jobangebot als Arbeitgeber, und dann guckt man mal, wie viel kommt da überhaupt rein oder so. Das ist natürlich gemein, weil die Bewerber da sozusagen zu so einer Testratte missbraucht werden. Irgendwie, das ist so eine Laborratte, das ist irgendwie nicht auch kein guter Zug. Von daher, ja, das sind mögliche Gründe, die dahinter stecken. Ich will jetzt auch nicht die Personaler verteidigen, aber ich glaube auch, man muss hier einfach auch mal ganz klar sagen, ich will es nicht verteidigen, ich will es auch nicht rechtfertigen, es bleibt schlechter Stil. Aber auch an der anderen Stelle, auf der anderen Seite vom Schreibtisch sitzen halt auch nur Menschen, die sind manchmal auch kolossal überfordert. Oder es gibt eben interne Querelen, Stellenabbau betrifft ja nicht nur Mitarbeiter anderer Abteilungen, sondern manchmal auch die Personalabteilung. Dann kann so was eben auch schon mal passieren, wo es wohl auch häufiger passiert. Ich habe heute erst auf LinkedIn Beitrag gelesen zum Thema Initiativbewerbungen. Da kommt es relativ häufig vor, dass Kandidaten gar nichts hören. Das ist genauso ärgerlich natürlich. Aber da muss man natürlich auch wieder einräumen, eine Initiativbewerbung vielleicht auch noch mal hier so feinsinnig unterschieden zwischen Bewerbung und Blindbewerbung, also die Blindbewerbung so einfach Massen-Mail rausgeschickt. Dass da keine Reaktion kommt bei den Arbeitgebern, die sagen, wir haben gar keine Stellen, wir haben auch nichts ausgeschrieben, was schickst du mir da auch zu, so ungefähr, dass sie dann nicht reagieren, kann man schon fast wieder nachvollziehen. Bei der Initiativbewerbung eventuell auch. Noch mal, ich will es nicht verteidigen, aber ich will eine Lanze brechen im Sinne von Verständnis haben. Auch auf der anderen Seite sitzen Menschen und manchmal sind da Prozesse einfach daran schuld. Nichtsdestotrotz wollen wir ja auch jemand nutzenorientiert drüber sprechen über diese Themen und deswegen der Frage nachgehen: Was kann man denn machen, wenn es denn dieses Problem gibt bei der Initiativebewerbung?
Nachfragen, denke ich.
Genau.
Und da ist natürlich die entscheidende Frage: Reden wir jetzt erst mal über das Thema: Ich habe eine Bewerbung abgeschickt, habe vielleicht sogar eine automatische Eingangsbestätigung bekommen. Oder auch nicht, aber hör erst mal nix, ne. Dann kann ich natürlich nachfragen. Das würde ich in der Regel auch eigentlich eher per E-Mail machen, tatsächlich, weil ich ja auch noch keinen persönlichen oder telefonischen Kontakt hatte. Genau, und da ist halt die Frage, wann man das macht, ne. Und mein Tipp wäre da auf jeden Fall abzuwarten, bis die Stelle auch nicht mehr ausgeschrieben ist. Wobei man da auch sagen muss, wenn die immer wieder refreshen, so, da kann auch ein Jahr vergehen. Das ist natürlich auch totaler Quatsch. Aber in der Regel ist ja eine Stellenausschreibung eigentlich 4 Wochen online. Da würde ich schon sagen, wenn ich jetzt früh dran war, dass ich das vielleicht auch mal abwarte, weil letztendlich viele Prozesse einfach so sind bei Unternehmen, dass man alle Eingänge erst mal sich einholt und dann die erste Sichtung macht. Das ist nicht ungewöhnlich, glaube ich. Genau, dass man das abwartet, vielleicht diese 4 Wochen. Was sagst du?
Also wir sagen eigentlich immer 2, 3 Wochen. Es kommt natürlich immer ein bisschen drauf an, wenn es Stellen sind, wo du viele, also großer Konzern, wo du sagst, das ist eine extrem attraktive Stelle, wo vielleicht auch viele gerade heiß drauf sind, dann kann man auch mal 3 bis 4 Wochen abwarten, weil man einfach sagen kann, Wie sind die Auswertungsprozesse dahinter? Einfach, die dauern dann länger. Aber normalerweise würde ich sagen 2, 3 Wochen. Innerhalb von 2, 3 Wochen würde ich mal mindestens also eine Eingangsbestätigung haben wollen als Kandidat. Aber wenn du gar nichts mehr hörst, so im Sinne von wir sind dran, würde ich auch nach 2, 3 Wochen ein sogenanntes Follow-up schicken, wo ich dann eine Mail schicke. Und jetzt kommt es darauf an, wie man die formuliert. Ich finde immer wichtig, dass man Verständnis zeigt. Also Druck machen, pampig werden, auch wenn man sich ärgert, ist immer ganz schlechter Stil. Dann umgekehrt, auch wenn das von den anderen zuerst ausgegangen ist, Profi bleiben, höflich bleiben, respektvoll bleiben. Und ich bin da immer Fan von der indirekten Frage. Also nicht sagen, so, hab nichts gehört, wie geht es weiter, sondern sind meine Unterlagen bei Ihnen angekommen? Passt alles? Brauchen Sie noch weitere Unterlagen? Weil man schickt vielleicht auch nur eine Kurzbewerbung oder eingeschränkt: Möchten Sie noch mehr Referenzen haben? Kann ich Sie noch irgendwie in Ihrem Prozess unterstützen? Und damit offenbart man so eine Art Dienstleistungsmentalität und öffnet sich eigentlich in der Regel Türen. Also selbst der allergenervteste Personaler wird auf so was nicht noch genervter reagieren, sondern sagt: Ja, was Den kann ich ja nichts vorwerfen. Der fragt einfach nur höflich: Ist alles angekommen? Kann ich Sie noch unterstützen mit irgendwelchen Daten, Informationen, Unterlagen? Und dann wird er auch im Zweifelsfall sagen: Nein, nein, alles gut. Warten Sie noch mal 2 Wochen, der Prozess dauert bisschen länger.
So. Ja, also du hast das super zusammengefasst. Vielleicht noch so ergänzend, dass man so irgendwie die, die Ich meine, man macht es sowieso, aber dass man vielleicht auch noch mal schreibt, dass nach wie vor das Interesse groß an der Position ist. Vielleicht kann man aber noch mal so ein kleines Sätzchen dazu bauen, was einem noch eingefallen ist, was man gar nicht in der Bewerbung so herausgearbeitet hat oder so. Genau. Ja, ja, genau. Aber ansonsten hast du alle wesentlichen Punkte genannt. Ja.
Also 2-3 Wochen Frist würde ich immer abwarten, je nachdem wie dringend das ist oder so was. Aber Interesse noch mal zusätzlich bekunden ist ein guter Tipp. Ja, unterschreibe ich definitiv.
Und wo du das gerade gesagt hast mit der 2-3 Wochen Frist. Du hast natürlich, es ist schon ein Unterschied, ob man eine automatische Eingangsbestätigung, wo man zwar weiß, die war nur automatisiert, aber wenn man die wenigstens bekommen hat, weiß man natürlich, dass die Unterlagen dann gekommen sind. So, dann warte ich vielleicht, genau, dann warte ich vielleicht mal 4 Wochen auch, ne. Aber du hast natürlich recht, wenn ich noch nicht mal eine Eingangsbestätigung habe, dann wäre es auch doof, so lange zu warten. Vielleicht dann auch eher mal Richtung 2 Wochen, einfach nur, ne. Kann im Spam gelandet sein, jetzt mal ganz ehrlich. Und wenn man dann auf die Nachfrage auch nach ein paar Tagen nichts hört, dann würde ich auch einfach zum Hörer greifen, wenn es mir wichtig ist. Weil wie gesagt, ich weiß ja noch nicht mal, ob die angekommen ist. Vielleicht hatte ich mit sowas auch schon mal Probleme. Gerade wenn ich GMX-Adresse habe, landet öfter mal im Spam.
Das ist definitiv, das kann dann wirklich an den Absenderadressen liegen, dass sowas im Spam landet. Also von daher definitiv. Ich habe auch schon bei mir Werbung aus dem Spam-Ordner rausgeholt. Ich check den regelmäßig, deswegen entdecke ich sie dann trotzdem. Aber ja, je nachdem wie viel du Zeug bekommst, geht das dann vielleicht auch mal unter. Also definitiv. So, jetzt haben wir den Case. Gehen wir mal weiter. Du hörst auch nach, nach, auf dein Follow-up nichts. Was machst du dann? Bevor wir vielleicht danach noch mal auf das Vorstellungsgespräch eingehen, also wenn du nach dem Vorstellungsgespräch nichts mehr hörst, aber jetzt die Frage sozusagen auf dein Follow-up, bekommst du auch kein Feedback mehr. Was dann? Würdest du zum Telefonhörer greifen oder würdest du sagen, so Freunde, das war's jetzt? Also jetzt auch darauf nicht zu antworten ist grob unhöflich, dann seid ihr raus. Ist zwar ärgerlich, Und der Job ist auch weg, aber was?
Auf jeden Fall anrufen. Also ich finde, man kann damit, ich meine, was soll passieren? So hört, also die einzige Chance jetzt, also es gibt zwei Optionen für mich dann nur. Entweder das Unternehmen ist ein bisschen doof oder ich bin im Spam gelandet. So, wenn dann ich eine doofe Reaktion auf meinen Anruf kriege, ja, haben wir gekriegt, aber warum? Rufst du jetzt schon an? Nerv uns nicht. Dann weiß ich wenigstens, das Unternehmen ist doof und sag tschüssi. So, und das Zweite ist: Oh nee, die ist tatsächlich nicht bei uns angekommen und ich bekomme damit erst eine Chance und dann fischt er sie vielleicht live auf dem Spamordner. Gut, das ist jetzt der absolute Best Case. Aber genau, also letztendlich kann es dann nicht schlechter laufen, weil Klarheit ist immer besser als Unklarheit auswärts.
Oder sich zu ärgern. Na, dann hast du hinterher Miese Laune, ärgerst dich über den Arbeitgeber, aber es lag gar nicht daran oder so was. Bevor man sich da irgendwas zusammenreimt, einfach fragen. Fragen hilft. Oder wie du richtig gesagt hast, ich zitiere jetzt mal meinen Kumpel Martin Limbeck, der hat ja mal das Buch geschrieben: Nicht gekauft hat er schon. Also er ist halt Verkäufer. Und so kann man das eben auch auf den Job münzen. Den Job nicht hast du jetzt auch schon. Also Fragen, Anrufen, zum Telefonhörer greifen ist auf jeden Fall eine Chance. Mehr als Nein sagen können sie nicht. Aber Und jetzt kommt das Aber, der Zeigefinger. Wenn man anruft, dann rechne— und du fragst dich durch zum Recruiter, zur Personalabteilung— dann rechne damit, dass sie sagen: Ach, ist untergegangen. Aber wenn ich Sie schon mal an der Strippe habe, dann erzählen Sie mir doch mal was über sich. Oder: Warum haben Sie sich denn überhaupt bei uns beworben? Will sagen, wenn du anrufst, rechne damit, dass daraus ein kleines erstes Jobinterview kommt. Und dann wäre es natürlich blöd, wenn man dann so ein bisschen weiß, jetzt auch nicht irgendwie, und was habe ich denn damals geschrieben? Also bevor ich zum Hörer greife, lese ich mir natürlich noch mal mein Anschreiben durch und habe den Lebenslauf neben mir liegen. Wenn dann Rückfragen kommen, dann kann ich zumindest, oder die Stellenanzeige am besten auch noch, wenn dann Rückfragen kommen, dann kann ich konkret auch schon das erste Gespräch führen. Also fände ich, jetzt gehört zum professionellen Ansatz dazu. Wenn du damit rechnest, dass da was draus wird aus dem Gespräch, dann sei vorbereitet.
Total guter Tipp, Jochen. Und natürlich, du hast es eingangs gesagt, die Selbstpräsentation sollte ich dann auch im Kopf haben. Also diesen Elevator Pitch, diese typische erste Frage im Vorstellungsgespräch, die sollte ich parat haben. Diese 90 Sekunden, vielleicht 3 Minuten oder so. Genau. Plus natürlich die Bewerbung noch mal angucken. Ich glaube, damit ist man dann aber auch gut gerüstet, weil meistens artet es dann ja nicht aus.
Aber es ist eine Chance. Du hast den Personaler im Zweifelsfall direkt an der Strippe. Der ist vielleicht auch aufgeschlossen. Wenn du Glück hast, hat er auch gerade einen guten Tag. Und dann ist es halt wirklich eine geniale Gelegenheit, direkt mit dem ins Gespräch zu gehen. Dann finde ich es aber auch wichtig an der Stelle, dass man dann vielleicht auch Kontaktdaten, die persönlichen, noch mal abfragt in dem Gespräch. Da habe ich vielleicht noch mal ganz: Was ist denn Ihre persönliche E-Mail-Adresse oder so was? Die brauchst du nämlich vielleicht nach dem Vorstellungsgespräch noch mal oder für die Vorbereitung oder sonstiges. Dann hast du schon direkten Kontakt. Außerdem, wenn du den Namen hast, kannst du das in einem weiteren Follow-up oder sonst irgendwie oder in der Dankesmail nachher mal irgendwann nach dem Vorstellungsgespräch kannst du diesen Menschen namentlich nennen. So wie mit Frau Kasupke schon besprochen, telefonisch schicke ich Ihnen das und das noch mal zu oder bedanke mich für die Einladung. Lala.
Ja, guter Tipp. Ja, genau.
So, jetzt gehen wir noch auf die Situation ein. Kommt selten vor, also seltener, ist aber noch ärgerlicher. Die Bewerbung war erfolgreich. Du bist auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden, hast ein tolles Vorstellungsgespräch gemacht. Heute häufig telefonisch, per Video. Vielleicht warst du auch vor Ort. Das ist schon die Endstufe im Grunde genommen. Und hörst aber dann nichts mehr. Super ärgerlich. Also das heißt, jetzt habe ich schon wirklich Zeit und Mühe investiert und wir haben ja eigentlich auch signalisiert, da ist was, da geht was und dann hörst du nichts mehr.
Ja, es soll tatsächlich sehr häufig mittlerweile vorkommen. Also mein LinkedIn-Feed ist voll davon. Das ist ja wirklich Ja, genau. Auch so typische Sachen. Ich melde mich am Freitag und dann: Welchen Freitag? Kann ja theoretisch auch nach einem Monat noch. Ich melde mich nächste Woche. Welche nächste Woche? Nein, da würde ich früher tatsächlich hinterhergehen. Am besten hat man im Vorstellungsgespräch eh den Prozess geklärt. Wie geht es weiter? Wann kann ich damit rechnen, was von Ihnen zu hören? Ist auch eine sehr gute Eine Frage, übrigens eine legitime Frage schlechthin beim Abschied.
Also wenn man dann noch so ein bisschen: Danke für das Gespräch, hat mich sehr gefreut, Sie persönlich kennenzulernen. Letzte Frage von mir: Wie geht es jetzt im Prozess weiter und wann werde ich wieder von Ihnen hören? Können Sie mir dazu schon was sagen? Und dann sagen die in der Regel halt: Ach ja, warten Sie mal ab, das dauert jetzt blablabla 2, 3 Wochen. So, und diese Frist, die sie da nennen, die wartet man aber dann auch bitte ab. Alles andere wird bisschen aufdränglerisch, also nicht schön. Die musst du dann abwarten. Wenn du dann aber nichts mehr hörst, haben sie dir eigentlich versprochen, in 2, 3 Wochen hörst du was. Und dann auch wieder höflich bleiben, würde ich auch wieder. Diesmal aber nicht, also können wir jetzt diskutieren, würde ich dann direkt anrufen, also nicht noch eine Mail schicken, sondern ich würde dann tatsächlich anrufen und sagen, Kontaktdaten habe ich mir idealerweise auch geben lassen, Vorstellungsgespräch. Wir sind ja damals so verblieben, in 3 Wochen wollten Sie sich noch mal bei mir melden. Ich nehme an, so würde ich es formulieren, ich nehme an, der Prozess hat sich ein bisschen in die Länge gezogen. Vielleicht war es doch komplizierter als gedacht, oder Sie haben noch andere Kandidaten kennengelernt. Sie können sich aber vorstellen, mir ist es wichtig, ich habe weiterhin hohes Interesse an der Stelle. Können Sie mir zumindest sagen, wann ich denn jetzt mit einer Antwort rechnen müsse? Und ich wäre Ihnen schon verbunden, wenn das bald ist. So.
Ja, also ich denke, das kann man schon auch per E-Mail machen. Ich würde auf jeden Fall diesen Zeitraum abwarten plus ein paar Tage immer geben, also ein bisschen mehr Zeit schon einräumen, aber dann wirklich wenige Tage nur. Und dann, ja, also ich denke, eine E-Mail wird auch gehen, wenn du weißt, die kommt an. So, vielleicht kommt auch ein Autoresponder. Der Recruiter ist krank und dann hast du auch schon wieder Klarheit. Genau. Aber natürlich hast du am Telefon wahrscheinlich schneller Klarheit, muss man ehrlicherweise auch sagen.
Es geht mir gar nicht um die Geschwindigkeit der Klarheit, sondern mir geht es beim Telefon darum, es ist am Ende ein People Business.
Ja, hast du recht.
Jetzt muss man dazu sagen, ich bin vom Naturell vielleicht auch so der Typ. Es gibt ja auch andere, die mögen das nicht. Dann ist E-Mail natürlich auch legitim. Ich bin da eher so, ich gehe immer in den persönlichen Austausch lieber, und ich glaube, dass das zusätzliche Chancen bringen kann, wenn du der Typ dafür bist. Also wenn du wirklich reingehst und sagst, wir haben uns doch, war ein tolles Gespräch, so wir beide, und dann kannst du versuchen, noch mal mit demjenigen zu connecten in irgendeiner Form auf einer persönlichen Ebene. Ich glaube, dass das Chancen steigern kann. Aber ja, das ist auch eine Typfrage, das gebe ich wohl zu. Das liegt nicht jedem.
Ja, genau. Also wenn es einem so was liegt, dann Telefon auf jeden Fall legitim. Gerade wenn man ein gutes Gespräch hatte, was auch so von persönlicher Ebene irgendwie funktioniert hat. Wenn es eher ein distanziertes Gespräch war, auch vielleicht nur mit dem Recruiter und nicht mit der Fachabteilung oder so, dann würde es auch per E-Mail gehen, denke ich. Aber es ist sicherlich auch eine Ja, eine Einzelfallentscheidung vielleicht, aber beides ist legitim. Auf jeden Fall.
Ja, definitiv. So, jetzt gehen wir mal davon aus, wenn wir reden jetzt nicht von Absagen, das ist ja wieder noch mal ein anderes Thema, aber auch darauf würdest du keine Reaktion bekommen. Also der Personaler geht nicht ans Telefon. Du kriegst auch auf deine E-Mail keine Antwort nach dem Vorstellungsgespräch. Das wäre jetzt für mich, weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich wäre das eine Red Flag. Red Flag, wie man so schön heute modern sagt, da würde ich dann wirklich abbrechen. Also das ist dann so ein Punkt, wo ich sage, bis hierhin sind wir sehr, sehr weit gegangen. Ja, ich will den Job, aber Leute, so geht man nicht mit mir um. Also irgendwo muss ich dann aber auch sagen, ich bin hier nicht Bittsteller, sondern ich bewerbe mich, aber ich bin auch nicht, ich bettel auch nicht um Almosen oder so was. Ich biete ja meine Arbeitsleistung an, meine Erfahrung, mein Wissen und so weiter. Und so behandelt man Fachleute einfach nicht, auch nicht Berufseinsteiger. Also das ist einfach ein Unding. Das wäre dann tatsächlich für mich so eine Red Flag, wo ich sage, ich würde dann noch mal nachhaken, im Zweifelsfall per E-Mail. Aber dann würde ich aber auch ein Signal setzen und sagen, dann schicke ich denen eine Mail und sage, hiermit ziehe ich meine Bewerbung zurück. Auch das kann man machen.
Man kann die Bewerbung zurückziehen, einfach auch mal, um denen zu sagen, Freunde, das war's. Ja, finde ich, finde ich total legitim. Und wenn das Unternehmen Also ich sage mal, oder der Mensch dann, der vielleicht auch einen Fehler gemacht hat oder so, Eier in der Hose, ich sage es mal so, dann macht er vielleicht auch den Rückzug, ruft dich dann an und sagt: Es tut mir leid. Können wir darüber, über den Rückzug noch mal sprechen? Es ist ja quasi wie so ein Nothaken noch. Aber dann hast du ein Statement gesetzt.
Absolut. Also ich sage mal, die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand entschuldigt und das ist, also wir wollen sie immer noch, es liegt an mir und so, ist irgendwie im einstelligen Prozentbereich. Aber es soll Leute geben, die tatsächlich dann, ich zitiere jetzt mal Stefan Gerd, Eier in der Hose haben. Also irgendwie, und das kann dann natürlich noch mal die Situation retten, finde ich gut. Aber ich würde genau aus dem Grund würde ich sagen, so mein letzter Schuss, den ich jetzt noch mal los, entweder habt ihr Eier und meldet euch oder dann war es das auch, dann suche ich mir einen anderen Arbeitgeber. Aber das ist dann eben eine Red Flag.
Genau. Ich habe heute mit einem guten Freund gesprochen, der, als ich ihm erzählt habe, dass ich den Talk heute mache, der ungefähr 9 oder 10 oder sogar 12 Monate sich beworben hat. Der hat sofort losgeledert, weil er unfassbar viele Erfahrungen gemacht hat zu dem Thema. Und der sagte so: Ich sage dir ganz ehrlich, nach 4 Wochen kannst du den Prozess abbrechen. Dann brauchst du nichts mehr. Wenn du dein Gespräch hattest und die wollten sich melden, kommt nichts. Du fragst einmal nach, nach 4 Wochen. Leg's ad acta und dann wirklich mach diesen Rückzug, weil dann passiert nichts mehr. Du wirst nie wieder was hören. Das hat er so aus dem Bauch heraus gesagt.
Kann ich aber auch nachvollziehen. Also ich meine, der Frust aktuell sitzt, ich sehe das ja in meinem LinkedIn-Feed auch, der Frust sitzt aktuell tief, liegt am Markt. Wir haben im Moment tatsächlich, du hast es eingangs gesagt, Arbeitgebermarkt, Viele Leute suchen im Moment Jobs. Die Wirtschaft ist nicht gerade, die brummt nicht gerade. Deswegen gibt es viele Bewerbungen, wenige Jobs. Also zumindest die guten Jobs sind selten. Also gibt schon andere Jobs, aber die will halt auch nicht jeder. Und deswegen haben wir natürlich im Moment so ein Problem, wahrscheinlich auch, dass einige Arbeitgeber ghosten. Nochmals keine Entschuldigung für dieses Verhalten. Aber ja, es ist halt, ich glaube, dass der Frust bei Bewerbern im Moment oder Bewerberinnen und Bewerbern, dass sie im Moment im Moment ganz, ganz tief sitzt, einfach weil sie merken, egal was ich mache, ich kriege entweder nur Absagen oder ich kriege gar nichts. Und beides ist extrem frustrierend natürlich. Das ist dann vielleicht schon mal wieder ein anderes Thema für eine Sendung von uns. Wie geht man damit eigentlich um? Also das auch, das ist so ein Thema irgendwie, wo ich dann denke, ja, das macht was mit dir, keine Frage, irgendwie. Und viele ventilieren das dann auf LinkedIn, wo ich immer wieder sage, Zweischneidiges Schwert, ich verstehe es, aber es ist auch nicht der schlauste Move, immer alles dann auf LinkedIn zu ventilieren. Also irgendwie, also das ist, es ist der ein oder andere sieht das dann und ich denke mir, es macht dich auch klein. Also es geht gar nicht darum, dass sie recht haben mit dem, was sie sagen, aber es macht dich halt so ein bisschen, ich muss mich jetzt abreagieren und ich mache das gleich mal öffentlich, so irgendwie, und das Das macht einen halt klein. So, ich habe ein Problem und ich fühle mich ohnmächtig. Und ich finde immer, nach außen sollte man eher so die Position der Stärke dokumentieren in irgendeiner Form und souverän damit umgehen und sagen, ja, das kommt vor, es ist ärgerlich, aber ich habe für mich einen Weg gefunden oder so was, oder lass mich davon nicht unterkriegen, wie auch immer. Aber das ist, wie gesagt, noch mal ein ganz, ganz anderes Thema.
Ja, gebe ich dir vollkommen recht. Ich sehe das genauso. Also ich denke auch, dass man mit einer professionellen Haltung dazu schon sagen kann, pass auf, also meine Erfahrungen sind teilweise echt schlecht und ich finde das total schade, aber ich bin mir so, dann muss auch was Positives hinten rauskommen. So, ich bin mir sicher, dass ich dann noch das richtige Unternehmen finde und und ich habe auch schon sehr viele gute Erfahrungen gemacht. Und viele haben mir ja— ich habe letztens auch mal eine Absage bekommen mit inhaltlich gutem Feedback, aus der ich was ziehen konnte, oder so, ne. Also genau, dass man das alles irgendwie auch dann erwähnt und nicht nur mit den negativen Sachen rausgeht, weil dann bekommen vielleicht auch Leute von dir ein falsches Bild, ne. Und erstmal muss man damit rechnen, dass ein Recruiter deinen Namen googelt und auch mal über dein LinkedIn-Profil geht. Und wenn du dann irgendwie am Tag 5 Kommentare, die nur negativ sind, raushaust, ist vielleicht auch nicht so optimal.
Genau. In der Summe. Und man muss ja immer davon ausgehen, dass du im Zweifelsfall auch gegoogelt wirst von den Personalern, die sich so ein Profil dann anschauen. Und wenn da nur Frust drin ist, zeigt das jetzt auch nicht unbedingt den gefragten Leistungsträger, sondern jemanden, der eigentlich nur Absagen bekommt. Ob das immer so ein gutes Bild ist, was man dann abgibt, aber auch das ist wieder ein anderes Thema. Absagen vielleicht, wir sind auf der Zielgeraden. Ich meine mal, ein Aufruf für diejenigen, die noch dabei sind und zuschauen: Fragen jederzeit per Kommentar auf Social Media sind möglich. Wir beantworten sie auch gerne. Das muss auch nicht zum Thema Ghosting sein, kann auch was anders sein. Aber ansonsten Absagen, wenn man, gehen wir mal davon aus, die Arbeitgeber ghosten jetzt nicht, aber du kriegst eine Absage. Zusage ist natürlich immer schön, brauchen wir aber gar nicht drüber reden. Absage, gehst du, hast du da noch einen Tipp, wie man damit umgehen kann? Weil natürlich nicht alle Absagen ja so besonders aussagekräftig sind, ne? Aus Gründen des AGG.
Ja, also nachfragen. Also genau, ich, also ganz ehrlich, man kann ja da auch mal fragen. Danke, dass Sie sich wegen nichts gemeldet haben, weil das machen noch nicht mal alle. Ich sage Ihnen ganz ehrlich, ich hätte den Job irgendwie gern gehabt, interessiert mich und ich kriege halt auch wenig Feedback. Seien Sie bitte so freundlich, sagen Sie mir doch, woran es gelegen hat. Und ich kann auch Kritik vertragen, dass man von vornherein sagt, bitte ehrlich sein, ich kann das vertragen. Da würden Sie mir sehr mit weiterhelfen. Wenn ich so eine E-Mail kriege, beantworte ich die immer.
Also ich auch. Jetzt muss man so sagen, dass Arbeitgeber natürlich extrem vorsichtig geworden sind, weil es natürlich auch eben diese AGG-Scammer gibt, die dann im Prinzip versuchen, dass du irgendwas sagst, was nach Diskriminierung klingt. Und dann verklagen sie dich gleich. Deswegen sind die bei solchen Antworten immer sehr, sehr vorsichtig. Ich habe aber die besten Erfahrungen gemacht mit dem Telefon. Also wenn ich Absagen erteilt habe Kandidaten, ich beantworte die. Also ich versuche auch immer ein ehrliches Feedback zu geben. Aber natürlich habe ich immer im Hinterkopf Vorsicht, was ich jetzt sage oder schreibe. Aber am Telefon ist es noch mal leichter, wenn ich halt die Zeit dafür habe. Aber ich sag mal, wenn man da auch an der Stelle noch mal fragt: Mir würde es helfen. Und dann einfach auch signalisiert: Ich weiß, wegen AGG müssen Sie vorsichtig sein, aber vielleicht können wir ja telefonieren und Sie geben mir 1, 2, 3 Punkte, die ich verbessern kann. Das würde mir sehr helfen, wäre ich dankbar. So, auch da. Würde ich sagen, geringe Chancen, aber wenn, mega wertvoll.
Auf jeden Fall. Ja, Feedback ist so selten tatsächlich. Also qualitatives Feedback auf Absagen oder auf deine Bewerbung, wenn du eine Absage bekommst. Das öffnet einem manchmal, glaube ich, schon die Augen und man kann da sehr viel draus mitnehmen. Ich muss ganz ehrlich sagen, Jochen, als Unternehmer, ich sehe die ganze Diskussion halt wirklich aus zwei Blickwinkel, ne? Und ich verschicke sehr häufig Standardabsagen. Warum? Weil ich denke, wenn du mir so eine Bewerbung da— ich meine, klar, es ist berufsbedingt, ich habe halt einen hohen Anspruch an eine Bewerbung und ich will einen anschreiben. Ich meine, ist logisch, irgendwo, ne? Sonst würde alles kein Sinn machen. Ja, genau, ne? So, aber, ne, also wenn dann wirklich so, wo ich so weiß, so ein Standardding, das hat er jetzt Zwar mit einem Anschreiben, aber eine KI, die lese ich schon im ersten Satz raus quasi. Und da ist einfach auch nichts drin. Und der hat das jetzt an 100 Leute verschickt. Vielleicht hat er noch nicht mal da noch irgendwie so Name falsch geschrieben, altes anderes Unternehmen noch in der Kopfzeile drin. Und das kriegst du ja alles. Und ganz ehrlich, die Leute haben es auch nicht verdient. Also da schicke ich auch nur eine Standardabsage. Und wenn dann einer nachfragt, Dann hat er aber Initiative gezeigt. Er hat sich individuell bei mir gemeldet, hat sich die Mühe gemacht. Dann kriegt er von mir aber auch noch mal. Und dann sage ich auch: Hör mal, das ist eine Standardbewerbung. Sorry. Genau.
Aber das ist, glaube ich, noch mal ein gutes Stichwort oder vielleicht auch Schlusswort jetzt an der Stelle. Wir haben ja schon wieder über 30 Minuten drauf und machen jetzt gleich Feierabend. Mühe machen. Ich glaube, das ist erkennbar. Mühe machen bei der Bewerbung ist ein ganz, ganz zentraler Schlüssel heute in der heutigen Zeit, vielleicht sogar unabhängig jetzt von dem Thema Ghosting. Ich sehe das auch immer, wenn ich so versuche, in der Metaebene und im Subtext meiner ganzen LinkedIn-Feeds oder sonstigen Gespräche irgendwie ein Resümee zu ziehen. Dann hörst du bei allen Personalverantwortlichen raus: Wenn ich das Gefühl habe, da hat sich jemand Mühe gemacht, Dann reagiere ich, dann bin ich offener. Und dieses Thema ist, glaube ich, ganz, ganz, ganz zentral. Das wird unterschätzt. Und natürlich ist es heute sehr bequem, sehr einfach geworden mit KI, mit Vorlagen, mit Online-Generatoren und, und, und. Aber die haben halt einen großen Nachteil. Die alle, die das benutzen, sehen auch alle Bewerbungen gleich aus. Was du rauskriegst, ist Durchschnitt. Und Durchschnitt liest ein Personaler jeden Tag.
Ja, sie senden kein Signal, also kein positives.
Genau, das Durchschnitt läuft halt durch. Und wenn ich das Gefühl habe, da hat sich jemand Gedanken und Mühe gemacht, gehst du da ganz anders ran. Und da sind wir wieder dabei, es ist ein People Business. Am Ende kann auch der Personaler nicht über seinen Schatten springen, es ist auch nur ein Mensch. Aber wenn er das Gefühl hat, da hat sich jemand Mühe gemacht, dann hast du einen anderen Eindruck von, der wird sich auch Mühe, oder diejenige wird sich auch Mühe machen im Job. Also das geht ja schon am Anfang, geht schon los, der Start. Anderer Freund Andreas Buhr hat mal zu mir gesagt, Sieger erkennt man am Start. Schönes, schönes Zitat, aber da ist was dran.
Ja, so gutes Schlusswort.
Genau, jetzt fällt mir auch nichts mehr ein. Machen wir an der Stelle, Sieger erkennt man am Start, in dem Sinne. Starten wir jetzt in den Feierabend und wünschen allen, die jetzt zugeschaut haben, viel Erfolg bei der Bewerbung. Und wir sehen uns dann mit dem nächsten Thema in 2 Wochen wieder und freuen uns auf euch. Dann gerne auch wieder mit Kommentaren. Heute gab es keine Fragen, muss ja nichts heißen, kann ja auch bedeuten, dass wir alles beantwortet haben. Von daher einen schönen Abend, genießt die Sonne und das frühlingshafte Wetter. So, in dem Sinne, ciao, ciao.










