Bewerbung mit Berufserfahrung: Darauf unbedingt achten

In dieser voraufgezeichneten YouTube‑Sendung von JobGenius diskutieren die Moderatoren Jochen und Stefan praxisnah, wie sich Berufserfahrung optimal in Bewerbungen präsentiert. Sie definieren zunächst verschiedene Arten von Berufserfahrung (erste, einschlägige, fundierte, langjährige) und zeigen, dass Recruiter Erfahrung (82,6 %) deutlich stärker gewichten als fachliche Fähigkeiten (63,7 %) oder Bildungsweg (37,7 %). Anschließend geben sie konkrete Vorgaben für den Lebenslauf: ein "Master‑Lebenslauf" als umfassende Vorlage, die für jede Bewerbung gekürzt wird; maximal drei Seiten, Fokus auf die letzten drei Stationen, 10‑Jahres‑Regel für ältere Einträge, und die Wichtigkeit einer klaren, einspaltigen Layout‑Struktur. Sie erklären, wie man den Lebenslauf für Applicant‑Tracking‑Systeme (ATS) optimiert – exakte Keywords aus der Stellenanzeige, Unterscheidung von Muss‑ und Kann‑Qualifikationen, und ggf. Anpassung von Jobtiteln, ohne die Wahrheit zu verfälschen. Für das Anschreiben betonen sie den Unternehmensbezug, die Darstellung von drei starken, messbaren Argumenten, das Einbringen konkreter Ideen für die Zielposition und die Notwendigkeit, Motivation und Leidenschaft zu vermitteln, besonders bei älteren Kandidaten. Abschließend fassen sie die wichtigsten Tipps zusammen: Relevanz‑Selektierung, Qualität vor Quantität, und ein prägnantes, individuell zugeschnittenes Anschreiben, das sowohl Fakten als auch persönliche Motivation klar kommuniziert.
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So, herzlich willkommen zu einer neuen Sendung, und ich sage es gleich, ich muss mich entschuldigen, meine Stimme ist ein bisschen angeschlagen, ich bin erkältet. Naja, es hat mich halt erwischt. Egal, wir machen trotzdem eine Sendung, sie ist aber leider nicht live, denn wir müssen eine Aufzeichnung machen. Der liebe Stefan ist in der heutigen Woche im Urlaub. Also noch ist er da, aber in der heutigen Woche, wo du diese Sendung sehen kannst, ist er im Urlaub. Deswegen haben wir es einfach voraufgezeichnet, deswegen heute keine Live-Kommentare. Ihr könnt natürlich im Nachgang trotzdem Kommentare oder Fragen stellen, die wir dann auch gerne beantworten. Also das ist immer möglich, aber es ist eben keine Live-Sendung. Wir sind in 2 Wochen wieder live für euch und wir sprechen heute über das Thema Bewerbungen mit Berufserfahrung. Die hat ja dann doch ein paar Besonderheiten. Bevor wir da tiefer einsteigen und die die Bedeutung der Berufserfahrung noch mal genau erklären. Es gibt tatsächlich unterschiedliche Arten von Berufserfahrung. Da gibt es erste Berufserfahrung, einschlägige Berufserfahrung, fundierte Berufserfahrung und langjährige Berufserfahrung und vielleicht noch ein paar Begriffe. Und der Stefan ist so lieb und erklärt uns erst mal, wo liegt denn da eigentlich der Unterschied, Stefan?
Genau. Ja, also grundsätzlich die erste Berufserfahrung würde ich, das ist natürlich auch immer persönliche Meinung, würde ich so beschreiben mit so irgendwie 2, 3 Jahre Berufserfahrung. Für mich ist auch ein Werkstudentenjob, der quasi passend zum Studium ausgewählt ist, zum Beispiel wenn ich als Werkstudent schon im Vertrieb arbeite oder so, wäre es für mich auch schon Berufserfahrung natürlich. Auch ein Praktikum ist für mich Berufserfahrung, wenn es jetzt irgendwie relevant für den Zieljob quasi ist, auf den ich mich bewerbe. Genau, und vielleicht so der erste Job, Die ersten 2 Jahre, das ist so diese erste Berufserfahrung nach dem Studium. Genau. Und danach würde ich sagen, geht es dann schon weiter in die umfassende Berufserfahrung oder in die mehrjährige Berufserfahrung. Das ist so ab 3 Jahre. Und dann gibt es noch diesen Begriff Einschlägige. Das haben wir ja gerade auch noch mal kurz diskutiert im Vorgespräch. Das ist eigentlich, wenn das in einem in einer Ausschreibung steht, da geht es weniger um die Jahre, sondern geht es eigentlich darum, dass du diesen Job, für den Job qualifiziert bist, also dass du quasi das, was du können musst, aus dem vorigen Job mitbringst. Genau.
Genau. Also vielleicht zusammengefasst: Erste Berufserfahrung, Praktikum, Nebenjobs, Minijobs, Schüler-, Studentenjobs, es ist alles so, die Werkstudenten, das ist so das Erste, was man machen kann. Oft nicht lange, paar Monate, paar Wochen oder so was reicht aber für erste Berufserfahrung, auch wenn sie denn relevant sind und passen. Dann die einschlägige oder fundierte geht so von 1 bis 3 bis 5 Jahre und die langjährige beginnt eigentlich ab 5 Jahren. Langjährige Berufserfahrung, sollte die explizit in der Stellenanzeige verlangt werden, kommt schon mal vor, dann redet man von passenden Berufserfahrungen, von 5 Jahren und mehr in einem vergleichbaren Beruf oder Job. So, also jetzt, wenn wir das geklärt haben, haben wir natürlich den Punkt, immer dann, wenn das Thema auftaucht, beispielsweise in der Stellenanzeige, kommt es ja schon häufiger vor, dass wir setzen voraus und dann kommen eben diese Begriffe erste Berufserfahrungen voraus, einschlägige Berufserfahrung voraus, langjährige, mehrere, fundierte, whatever. Dann muss man darauf in irgendeiner Form eingehen, und da ist vor allen Dingen natürlich neben Anschreiben der Lebenslauf ganz zentral. Also das ist der Ort für die Berufserfahrung, wo man sie denn wirklich angibt. Da gibt es ja auch einen eigenen Abschnitt dafür, der steht auch nicht zufällig ganz weit oben im Lebenslauf, nämlich der berufliche Werdegang. Die Überschrift kann auch schon mal Berufspraxis oder praktische Erfahrungen oder sonst was lauten, aber es ist eigentlich genau eben dieser Abschnitt, dieser erste, relativ weit oben. Und tatsächlich habe ein paar Studien gefunden, die sagen, für die meisten Personaler— und jetzt muss selber noch mal gerade gucken, wie hoch die Zahl war, aber die war echt, echt hoch— genau, 82,6% sagen, für sie ist tatsächlich die Berufserfahrung ein ganz zentrales Auswahlkriterium. Bei der Bewerbung, und zwar noch deutlich vor den fachlichen Fähigkeiten. Die haben nur zum Vergleich 63,7%, also zum Vergleich 82,6% zu 63,7%, oder dem Bildungsweg, der nur 37,7% hatte in dieser Studie. Also gar nicht mehr so wichtig. Was mir wiederum sagt, übersetzt viele Zahlen, Erfahrung ist wichtiger als Papier, also irgendwelche Qualifikationen, die du auf dem Papier nachweisen kannst, oder eben einen Bildungsweg. So, ich habe die Ausbildung aber gemacht, ich habe dieses Zertifikat, diese Weiterbildung. Alles wichtig, ja, aber längst nicht so wichtig als Auswahlkriterium für die Personaler wie die Berufserfahrung, die bisherige. Was hast du gemacht? Und ich kann das auch nachvollziehen, denn dahinter steckt ja Nicht ganz zufällig eben auch: Wie schnell bist du einsetzbar? Was hast du an praktischen Fähigkeiten? Kannst du die Probleme des Jobs, kennst du die und kannst du die Herausforderungen meistern? Kannst du die Aufgaben schnell lösen? Wie lange wird deine Einarbeitungszeit sein? Nämlich kurz mit vielen einschlägigen Erfahrungen und, und, und. Also das ist ja sozusagen dann auch der relevante Teil, der, der Personaler interessiert. Und was dahintersteckt. Kannst du das so bestätigen, oder wie siehst du das?
Ja, auf jeden Fall. Letztendlich ist es ja so, Berufserfahrung wirkt auf zweierlei Wegen. Erstmal, das ist so ein bisschen bei der Studie natürlich, wie hält man das auseinander, weil fachliche Qualifikation und Berufserfahrung, also die fachliche Qualifikation ergibt sich ja aus der beruflichen Erfahrung.
Ja, aber gemeint ist hier wahrscheinlich wirklich, also du bist Du bist halt Banker als Ausbildung, bewirbst dich bei einer Bank, dann hast halt die fachliche Qualifikation. Aber die Frage ist, wie lange hast du schon als Banker gearbeitet oder als Controller oder an der Kasse oder als Kundenberater? Und das ist dann im Zweifelsfall die Erfahrung.
Genau, also genau, das stimmt natürlich schon. Wobei Erfahrung dich ja auch in dem Sinne qualifiziert. Aber lass uns da gar nicht drauf rumreiten. Grundsätzlich ist es so, Erstmal, also Erfahrung qualifiziert dich fachlich natürlich, und auf der anderen Seite ist Erfahrung natürlich Berufserfahrung. Das ist für mich auch immer so, das ist so meine persönliche Sichtweise jetzt auch. Natürlich merkt man das, ja, wenn ich zum Beispiel vergleiche, bei uns macht jemand ein Praktikum, ja, wenn er zum Beispiel irgendwie ein bisschen weiter schon im Studium, vielleicht schon im Masterstudium ist und Die Person hat dann schon als Werkschul-Dance 2, 3 Jahre gearbeitet, auch fachlich in einem Bereich, dann merkt man das. Dann ist das ein Unterschied zu jemandem, der vielleicht irgendwie auch im Masterstudium ist und auch gleich alt vielleicht, aber jetzt irgendwie eher so Aushilfsjobs gemacht haben, die nicht direkt mit dem Fachlichen zu tun haben. Dann merkt man sieht man die Berufserfahrung, wie man Probleme löst, wie man arbeitet. Auch der Umgang mit Tools wie Microsoft Office oder so ist ein anderer tatsächlich. Also dieses Erfahrungslevel wirkt auch auf dem Weg, dass jemand gelernt hat zu arbeiten oder mit Aufgaben, mit Problemstellungen oder so umzugehen. Das wirkt dann ja auch bei der Berufserfahrung oder ist ein Teil davon. Ja, also klar, das ist das sicherlich das wichtigste Kriterium, wie auch die Studie beweist. Und das Ding ist halt, wenn man, und da kommen wir vielleicht so zum nächsten Punkt vielleicht, das ist natürlich für die Bewerbung toll, wenn man das hat. Auf der anderen Seite, gerade wenn man sehr berufserfahren ist, stellt das einen in der Bewerbung durchaus auch vor Probleme, weil man hat ja so viel zu bieten. Ja, und dann ist es, da muss man sich entscheiden, weil ein Lebenslauf sollte, wir kommen vielleicht gleich noch mal auf die Länge des Lebenslaufs, aber ein Lebenslauf sollte nicht 10 Seiten haben. Und wenn ich 30 Jahre Berufserfahrung habe, dann kann ich vielleicht 10 Seiten füllen. Und je nach Ausschreibung muss ich dann gucken, was ist jetzt relevant? Ja, und wie stelle ich meine Berufserfahrung in diesem Bereich für diese Anforderungen jetzt im besten Fall optimal dar?
Genau, das ist glaube ich sogar eines der zentralen Probleme bei der Bewerbung mit Berufserfahrungen, nämlich wie wähle ich aus. Viel hilft halt nicht viel und bei jeder Bewerbung gilt ja immer Qualität vor Quantität. Das heißt, du musst auswählen, du musst dich auf das wirklich Relevante, also Relevanz zählt hier, konzentrieren. Und auch hier wiederum gilt, das sage ich auch immer wieder meinen Coachees und Bekannten, Kunden, wenn sie mich fragen, die Sache immer: 3 starke Argumente werden nicht stärker dadurch, dass du sie mit 5 oder 10 schwachen verwässerst. Also es ist übrigens auch eine Rhetorik in jeder Diskussion. Also ich habe halt starke Argumente und viele fangen dann an, so viel Zeug rauszuballern, und das und das habe ich aber auch noch. Und das Schöne ist ja, man muss sich dann in der Diskussion auf die schwachen Argumente konzentrieren, die entkräften, und schon sieht das, sieht dein Gegenüber total schwach aus, obwohl da auch durchaus paar starke Argumente Argumente dabei waren. Und bei der Bewerbung ist es im Prinzip psychologisch ähnlich. Wenn du 3 starke, relevante Qualifikationen hast, arbeite die heraus, fokussiere dich auf diese, und den Rest, der nicht so relevant ist, den lässt du besser weg oder straffst ihn ganz stark zusammen. Du hast es vorhin angesprochen, Stichwort Länge vom Lebenslauf. Ich glaube, da haben wir uns auch schon ein paar Mal in unseren Sendungen hier immer wieder so ein bisschen gefetzt bei den Längen. Da gibt es ja unterschiedliche, die einen sagen pro 10 Jahre eine Seite, ich sage ja nie mehr als 3, mehr will kein Personaler lesen. 3 Seiten sind das Maximum, und da rücke ich auch nicht von ab. Also ich kenne ehrlich gesagt keinen Personaler, der gewillt ist, 4 Seiten Lebenslauf zu lesen. Im Gegenteil, die hängen eher schon bei der zweiten Seite, fangen die schon an zu stöhnen. Die dritte Seite geht noch einigermaßen, aber dann hört es echt auf. Gerade in diesen Tagen mit geringer Verweildauer und Aufmerksamkeitsspanne, denke ich mir, ist, sind 3 Seiten mehr als ausreichend. Und man kann ja auch kürzen. Noch mal, ich bin ja nun mal gelernter Redakteur, und auch da haben wir unsere Layouts immer und unsere Artikel immer so schreiben können, dass sie auf genau die Seitenzahl und Zeilenzahl gepasst haben. Das geht auch mit einem Lebenslauf. Man muss eben auswählen und kürzen, da wo es relevant ist oder wo es nicht relevant ist. Und hier gilt so als Faustregel zweierlei. Erstens, Personaler achten vor allem auf die ersten 3 Stationen, also die jüngsten 3 Stationen. Die sind die entscheidenden, die würde ich immer ausführlich beschreiben. Die sollten natürlich relevant sein. Schwierig bei Quereinsteigern, ist aber heute nicht unser Thema. Aber die, auf die kommt es wirklich an, die sollten wirklich was Relevantes haben. Und alles, was älter ist als 10 Jahre, ist der zweite Punkt. Das interessiert eigentlich keinen mehr, weil diese Erfahrung im Zweifelsfall veraltet sind. Und eben weil sie das sind, kann man sie stark kürzen. Erst recht, wenn sie nicht relevant sind. Also da sind wir wieder beim ersten Thema Relevanz. Wenn sie also nicht relevant sind, dann kann man sie wirklich kürzen, Zeiträume auch zusammenfassen. Das ist auch legitim. Meinetwegen auch bei verschiedenen Arbeitgebern Zeiträume zusammenfassen. Natürlich sollten keine Lücken im Lebenslauf entstehen, aber du kannst wirklich kürzen, straffen, zusammenfassen, was älter als 10 Jahre und nicht relevant ist. Sollten, wie gesagt, keine Lücken entstehen, aber ansonsten muss man überhaupt nicht ausführlich sein. Und siehe da, wenn man diese Regeln beherzigt, kommt man eigentlich ganz locker auch mit als Ü50-Kandidat mit ganz vielen Positionen und Stationen, kommt man auch damit auf einen dreiseitigen Lebenslauf und hat den aber wirklich auf die Essenz zusammengekocht. Und darauf kommt es ja an. Also erschlagt einen Leser nicht indem ich sage, ja, das habe ich auch noch gemacht und das habe ich auch noch gemacht und das habe ich auch noch und das kann ich auch noch. Es interessiert irgendwann kein Personaler, den interessiert nur, kannst du diesen Job, auf den du dich gerade bewirbst, und hast du da einschlägige Erfahrungen gesammelt, was wirklich relevant ist, tolle Erfolge erzielt, wirklich messbare Sachen am besten, und das bringst du rüber mit 3 starken Argumenten, meinetwegen auch noch 4, und dann lass gut sein. Also entweder die zünden, und wenn die nicht zünden, nützen dir auch deine 15 schwachen hinten dran nicht mehr viel.
Ja, also ich denke irgendwie keiner sortiert dich aus, wenn du noch eine vierte Seite im Lebenslauf hast. Also ich habe individuelle Fälle gesehen, da wäre es mir echt schwer gefallen, da zu kürzen, um auf drei zu kommen. Aber wie gesagt, ich sage ja auch nicht, es sollten sechs, sieben sein. Aber genau, also wie gesagt, da haben wir unterschiedliche Meinungen. Manche sagen, wie gesagt, mit 60 darfst du auch sechs. Das sehe ich auch nicht. Also da muss ich auch ganz ehrlich sagen. Ja, alles klar. Genau. Grundsätzlich hast du aber einen Punkt gesagt, der ganz wichtig ist. Bei dieser 10-Jahres-Regelung, da würde ich auch so ein bisschen gucken. Das ist eine gute Orientierung, aber de, du hast hier Einschränkungen gemacht halt mit dem, wenn es nicht relevant ist. Also wenn du 30 Jahre gearbeitet hast, nehmen wir an 25, Studium fertig und dann 30 Jahre bis jetzt 55, muss sich noch mal neu bewerben. Fall hatte ich die Tage jetzt erst wieder bei einem Kunden. Da waren halt Sachen Relevante tatsächlich dabei, die jetzt ein bisschen, die lagen dann auch einfach mal 11, 12 Jahre zurück. Dann ist das durchaus, finde ich, legitim, wenn man mal eine Stelle quasi, die dazwischen ist und nicht so relevant ist, dann mal eher gestrafft und Sieht ein bisschen komisch aus, aber dann ist halt die Stelle, die vor 12 Jahren war, dann mal irgendwie mit 5 bis 7 Tätigkeiten, weil sie ist halt relevant. Ist dann halt wichtiger. Genau. Und das hast du, die Einschränkung ist halt wichtig bei dieser 10-Jahres-Orientierung. Aber da gebe ich dir recht, die Punkte sind einfach irrelevantes Kürzen. Also ganz klar, Lücken sind immer doof. Also die Stellen würde ich schon aufführen. In irgendeiner Form. Genau. Und ja, und ganz wichtig einfach als Tipp: Der Lebenslauf ist nicht fertig nach einmal erstellt. Also Lebenslauf ist immer individuell auf eine Position zu betrachten. Wenn die Ausschreibung, wenn du dich auf verschiedene Positionen, also Zielpositionen bewirbst, also diese vom Profil her andersartig sind, Dann sollte auch dein Lebenslauf andersartig sein. Also der ist immer, man muss immer gucken, was ist jetzt, wie ist es bei der Position? Muss ich, wird vielleicht das vor 12 Jahren jetzt irrelevant und die eine Stelle, die ich gekürzt habe, relevanter. Dann muss ich da so mit umgehen. Wichtig ist, einen Basis-Lebenslauf zu haben. Der darf ruhig 5, 6 Seiten sein, den verschicke ich aber nicht und ich kürze dann je nach Stelle einfach irgendwie so, dass ich auf meine 3, vielleicht mal 4 komme, wenn der Jochen ein Auge zudrückt. Genau. Nein, in der Regel auf 3 irgendwie. Hast du schon recht, kommt man auch dann meistens. Genau. Und so sollte ich auch machen.
Wir nennen ihn auch Master-Lebenslauf, nicht Muster-Lebenslauf, sondern Master-Lebenslauf. Der hat dann eben auch 7, 8, 9 Seiten, wo alles, so was habe ich auch immer in der Schublade, wo alles, alles ausführlich drin ist. In der Maximallänge, und der wird halt dann gekürzt. Also der wird auch ergänzt, sobald eine neue Station, eine neue Erfahrung, Zertifikat, was auch immer dazu kommt. Dann hast du sozusagen den Master-Lebenslauf, und den kürzt du dann für jede Bewerbung neu ein und streichst halt raus, was nicht relevant ist und nicht interessiert. Weil ich finde auch, streichen ist immer einfacher als dranschreiben. Das ist bei Artikeln auch so. Kürzen ist immer leichter, wenn es schon geschrieben ist. Wenn er vor dem leeren Papier ist, ist viel schwieriger. Deswegen nennen wir den Master-Lebenslauf, oder du hast jetzt gesagt Basis-Lebenslauf. Ist jetzt der Begriff sehr irrelevant. Entscheidend ist, dass du halt so ein Ding hast, was sozusagen maximal umfangreich ist. Aber das bitte niemals verschicken, weil da drücke ich dann auch kein Auge mehr zu bei 7, 8 Seiten. Da ist dann einfach zu viel unnützer Leseverlust. Ja, das muss dann einfach nicht sein. Genau.
Ja, genau. Also da ist sogar die, die Kollegen von uns, die dann irgendwie sagen, 6, Die sind ja bei 7 dann auch sogar raus, weil man mit 70 in der Regel sich ja dann auch nicht mehr bewirbt.
Genau, ich wollte klar sein. Ja, ich denke mir mal, denkt dann, mir fällt einmal der Markwort früher noch ein, hier Fakten, Fakten, Fakten, immer an den Leser denken. Und so ist es aber auch bei der Bewerbung. Als Personaler hast du ja nicht viel Zeit. Guck dir die Statistiken an, du kennst sie auch. Wie lange wird ein Lebenslauf gelesen? Der wird gescannt. Da gibt es Zahlen, die sagen hier 7 Sekunden, andere sagen 30 Sekunden. Die Großzügigen kommen auf knapp unter eine Minute. Länger liest das keiner. So, jetzt stell dir vor, dass so ein Ding mit 4, 5 Seiten bei 30 Sekunden, nehmen wir mal so einen Mittelwert, bei 30 Sekunden, die kannst du gar nicht alle lesen. Aber wenn die relevanten Dinger dann nicht ins Auge fallen, dann bist du raus.
Ja, und wobei man da unterscheiden muss zwischen erste Runde und du bist schon auf dem guten Stabel und so.
Genau, genau. Aber dann kommen wir vielleicht auch noch mal gleich auf hier elektronische, digitale Auswahl durch ATS. Dieses Applicant Tracking System ja mit KI ausgewählt und so weiter und so fort. Aber auch da denke ich mir, wenn es nur 3 Seiten sind, die kann ich schnell überfliegen in 30 Sekunden. Wenn mir das Wichtige in der Länge halt sofort ins Auge sticht, das kann man ja optisch auch entsprechend vorbereiten oder aufbereiten, ist das viel aussagekräftiger und überzeugender. Das, ja, oh, den, den oder die Kandidatin schaue ich mir mal genauer an, als wenn du da irgendwie zu viele Seiten abgibst. Aber vielleicht, weil was gerade angesprochen, hier ATS, Auch das bei der Berufserfahrung ganz, ganz wichtig. Hier noch mal der Hinweis: Sollten— wir unterscheiden jetzt ganz zwischen Muss- und Kann-Qualifikationen in der Stellenanzeige. Also Muss-Qualifikationen setzen wir voraus oder wir erwarten und so weiter. Das sind so Formulierungen, wo du in der Stellenanzeige weißt, das muss ich eigentlich schon bringen. Und dann kommen die Kann-Qualifikationen immer so eingetütet mit wünschenswert wären, auch so gerne auch im Konjunktiv formuliert. So, darüber hinaus freuen wir uns über, wenn Sie mitbringen und so. Das sind die Kernqualifikationen. Wenn du davon nichts hast, nicht so schlimm, aber je mehr, je besser. So ungefähr. Aber wenn, wie gesagt, bestimmte Sachen erwartet werden in der Stellenanzeige, dann muss man die auch genauso angeben. Gerade wenn wir jetzt an ATS denken, also an hier irgendwelche KI, die Vorauswahl macht, dann benutzt dieselben Begriffe. Bloß nicht hier denken, in sprachlicher Schönheit sterben. Ich benutze gerne Synonyme, damit es ein bisschen origineller klingt. Ja, vergiss es. Der Computer ist da stur, der unterscheidet das auch nicht. Die werden zwar immer intelligenter, die Maschinen können auch schon Synonyme verstehen, aber bevor du dann unnützes Risiko eingehst, würde ich den exakt selben Begriff verwenden. Also an der Stelle, mir geht es ja um den Job, ich will ja möglichst schnell einen Job haben. Und da jetzt zu sagen, ich mache aber trotzdem hier originell, ja, kannst du machen, aber senkst eigentlich Chancen, gehst voll ins Risiko, was ja an der Stelle überhaupt nicht sein muss.
Also ja, du hast zwei wichtige Punkte genannt in dem ganzen Themenfeld. Ein zentraler vielleicht noch mal grundsätzlich, das betrifft aber auch Bewerber mit wenig Berufserfahrung. Also grundsätzlich guckt auch einfach, dass der Lebenslauf überhaupt erst mal auslesbar ist. Das ist die Basis von allem. Also da ist immer zweispaltig, eher schlecht. Meistens funktioniert teilweise, aber ist sehr, sehr stark fehlerbehaftet. Eher auf ein klassisches einspaltiges Layout gehen. So, das ist der erste Tipp. Das nennen wir, glaube ich, auch bei jedem Talk so. Aber du hast zwei wichtige Punkte genannt. Einmal dieses Beispiel mit der Berufserfahrung. Wenn in der Stellenausschreibung drinsteht 10 Jahre, das ist natürlich eigentlich gut, weil damit kann man arbeiten. Da weiß ich, ne, fundiert weiß ich nicht so genau, erfülle ich das oder nicht mit meinen 3 Jahren vielleicht? Genau. Aber nehmen wir mal an, da steht irgendwie 10 Jahre oder 5, und ich habe jetzt zum Beispiel 10 Jahre Berufserfahrung. Meine erste Stelle war irgendwie Sales and Marketing, also so eine Mischstelle. Da habe ich schon die Problematik, in 5 Jahren hat man da schon echt viele Aufgaben gemacht. Und da ist genau der Punkt, wenn ich jetzt mich auf eine Stelle bewerbe, die letzten 5 Jahre habe ich Vertrieb gemacht, und da steht, du musst 10 Jahre Vertriebserfahrung haben. Dann sollte ich die erste Stelle nehmen und den vertrieblichen Aspekt da natürlich in Fokus stellen und nicht den Marketing-Teil, damit ein System sieht, ah, der hat da 5 Jahre Vertrieb gemacht und bei der letzten sowieso 5 Jahre Vertrieb. 5 5 ergibt 10, erfüllt, dem sage ich nicht ab. Weil wenn das ein Muss-Kriterium ist und allen unter 10 wird abgesagt, und das kann dann eine Technologie auch quasi von selbst machen, dann sieht das im Zweifelsfall mensch nicht, der eigentlich beurteilen kann: Naja gut, bei der Stelle hat der, der hat die Erfahrung eigentlich. Also weil da gibt es dann halt diese persönliche menschliche Erfahrungskomponente in dem Fall nicht. Genau, da muss ich halt einfach darauf achten, dass eine Technologie versteht: Okay, die habe ich wirklich, die erfülle ich diese 10 Jahre. Das ist gut. Und der andere Punkt war noch mal vor allem Also Jobtitel. Ja, wenn ich jetzt zum Beispiel meine, mein Jobtitel war Fachbereichsleitung Kunden oder so, so, ja, sagen wir mal Kundenmanagement. Also da und in den Tätigkeiten ist zwar so ein bisschen vielleicht Verkauf dann drin oder so. Der Punkt ist, wenn ich nicht eindeutig sage, Ich habe Vertrieb gemacht, dann ist das für eine Technologie auch nicht zu interpretieren. Das heißt, ich würde jetzt meinen total nicht verständlichen Jobtitel, den ich im Vertrag drin stehen hatte, in dem Fall im Rahmen der, ich sag mal, des Machbaren und Vertretbaren mit gesundem Menschenverstand nehmen. Und aus dem Fachbereichsleiter Kundenmanagement würde ich einfach Machen Vertriebsleiter, weil ich es per se auch, wenn ich das per se gemacht habe, weil Vertriebsleiter versteht eine Technologie, aber auch für einen Menschen ist das einfacher, oder Leitung des Vertriebsteams oder so, ne. Also das ist ja, das ist ja auch, das ist ja gesunder Menschenverstand. Ich hatte auch mal so einen Titel Fachbereichsleiter irgendwie. Was Marketing, gut, da war Marketing wenigstens noch drin, aber jetzt mal ganz ehrlich, irgendwie, oder da war noch Interim vor oder so, ich meine, das gibt so viele, wenn einer in einer Stellenausschreibung, das ist auch typisch so Jobtitel, das ist so schwierig manchmal, da sagt einer Mitarbeiter International Office, ja, was soll das denn sein? Das kann ja alles sein, kann Marketing sein im International Office, das kann Beratung sein, das kann Vertrieb sein, also, und in der Stellenausschreibung Firma in New York. Ja, genau. Und dann siehst du dann in der Ausschreibung, siehst du dann, worum es geht. Aber so muss man das auch für seinen Lebenslauf sehen. Wenn mein Jobtitel nichtssagend ist, dann verändere ihn für den Lebenslauf. Das ist ja keine Lüge, sondern du machst es ja einfacher für den Empfänger.
Also du hast ja richtig gesagt, also es kommt da hier auf das Vertretbare an. Natürlich machst du aus einem Lokführer keinen Vertriebsleiter. Das wäre halt schon gelogen. Genau, das funktioniert nicht. Aber ich sag mal, alles, was vertretbar ist und der Verständlichkeit dient, finde ich auch absolut legitim und zulässig. Kann man ja auch im Vorstellungsgespräch immer noch aufklären, sollten da Zurückfragen kommen, oder du sprichst es von dir aus an, um es noch mal zu spezifizieren. Aber für die erste Hürde Lebenslauf finde ich es Absolut wichtig, dass man da übersetzt und eben auch in der heutigen Zeit daran denkt, womöglich wird das Ding zuerst mal von der Maschine gelesen und ausgewertet. Und in dem Fall ist schon sinnvoll, dass du der Maschine hilfst, dich richtig, und zwar positiv einzuschätzen, damit du einfach eine Runde weiterkommst. Jetzt haben wir natürlich sehr viel und sehr lange über den Lebenslauf gesprochen. Und bevor man jetzt hier— wir gehen schon sozusagen auf die halbe Stunde schon langsam zu, mehr wollen wir eigentlich gar nicht machen. Vielleicht mal kurz auf das Anschreiben eingegangen. Auch da ist ja bei der Bewerbung mit Berufserfahrung, kommt es ja am Anschreiben auch nicht vorbei, ist ja auch wichtig. Lebenslauf ist natürlich ganz zentral, aber Anschreiben ist nach wie vor ein ganz, ganz wichtiges und heute mehr denn je Differenzierungsmerkmal in der Bewerbung. Gutes Anschreiben kann viel rausreißen, was vielleicht auch der Lebenslauf an nicht so viel zu bieten hat oder so was. Also finde ich auch bei Berufserfahrenen immer noch sehr, sehr, sehr wichtig. Und da ist jetzt die Frage: Wie gehe ich da auf die Berufserfahrung ein? Jetzt seid ihr natürlich als Bewerbungsschreiber die Profis dafür. Deswegen gebe ich dir jetzt mal das Prä. Wie macht ihr das? Wie baut ihr sozusagen da die Berufserfahrung ein?
Ja, also ein Berufserfahrener neigt eher immer dazu, den Lebenslauf zu wiederholen. Zumindest sehen wir das bei unseren Kunden. Und das ist, glaube ich, diese Grundproblematik. Letztendlich muss das Anschreiben, also da zitiere ich dich, dass der Lebenslauf ist ja eher an Vergangenheits gerichtet und das Anschreiben ist ja eher Zukunfts gerichtet. So, und deswegen sollte ich das Anschreiben dafür nutzen, auf die Kernanforderungen der Stellenausschreibung ruhig noch mal einzugehen. Die habe ich natürlich im Lebenslauf auch stehen, aber dass ich da vertiefend drauf eingehe, also Informationen über den Lebenslauf hinaus liefere. Das kann zum Beispiel Sein, dass ich etwas Wichtiges noch mal aufgreife und vertiefe oder dann vielleicht auch einen Erfolg in dem Bereich nicht nur nenne, das habe ich vielleicht im Lebenslauf auch gemacht, sondern noch mal den Weg dahin beschreibe oder so. Also es muss irgendwie, genau, also klar, es ist schon in dem Sinne eine Wiederholung, wenn ich die Kernsachen, das Wichtigste aus der Ausschreibung Habe ich im Lebenslauf auch drin, nenne ich aber im Anschreiben auch noch mal. Aber ich muss dann darüber hinaus was liefern. Das ist so, glaube ich, das Zentrale, was ich tun sollte als Berufserfahrener. Wie siehst du das?
Ich sehe das im Prinzip genau ähnlich. Also ich würde auch immer sagen, ganz zentral ist der Unternehmensbezug im Anschreiben, weil sonst ist es ein Massenschreiben und das törnt Personaler in der Regel immer ab. Deswegen ganz klarer Unternehmensbezug. Und auch hier hätte ich gesagt, ich suche mal mein stärkstes Argument. Also hast du den Vertriebsmenschen genannt. Also sollte eine Vertriebsstelle neu besetzt werden, dann kommt es darauf natürlich vor allem an. Und jetzt sucht der Personaler natürlich im Anschreiben Hinweis, dass du ein 1A-Vertriebler bist. Also würde ich mir tatsächlich mein stärkstes Argument, meinen größten Erfolg im Vertrieb, der auch irgendwo schon im Lebenslauf steht, den würde ich mir noch mal rauspicken und sagen, wie habe ich den erzielt? Und eben beispielhaft mit einem Bezug zum Unternehmen. Was heißt Bezug zum Unternehmen? Ich würde eher ein Beispiel nennen. Also auch klar, Zahlen wieder, hab dann den Umsatz um 18% gesteigert, damit und damit, das so und so habe ich das gemacht. Und jetzt kommt der Bezug zum Unternehmen. Genau das, also ich formuliere gerade in die Klappe, aber genau das möchte ich auch bei Ihnen bewirken, indem ich beispielsweise— und dann haue ich schon die erste Idee raus— beispielsweise Ihre, keine Ahnung, Ihre Social-Media-Strategie irgendwie noch mal neu überarbeite oder optimiere und da irgendwie wie für Reichweite sorge oder mehr Leads generiere durch dies und jenes. Keine Ahnung, irgendwas nennst du halt. Ich würde da wirklich schon ein oder zwei Ideen raushauen im Anschreiben, die das sehr konkret machen, weil die zeigen zweierlei. Erstens mal, du hast diesen Erfolg, du hast den vertieft im Anschreiben, sagst also, so habe ich es gemacht, belastbar, messbar, und ich kann nachvollziehen, hat er gut gemacht, so hätten wir es vielleicht auch getan. Tolle Erfahrung, hätten wir auch gerne. Der zweite Teil ist, du schießt jetzt schon mal eine Idee raus. Ja, das ist im Zweifelsfall verschenkt, aber wenn du ein guter kreativer Mensch bist, tut dir das nicht weh. Hast du noch 100 andere Ideen? Pardon. Und jetzt gehst du halt hin und haust schon mal eine Idee raus. Und das zeigt mir als Personaler, ah, das ist definitiv kein Massenanschreiben, weil die Idee kannst du nur für uns gemacht haben, die kannst du nicht woanders gebraucht haben. Und du hast dich mit der Stelle intensiv beschäftigt. Und zwar so, dass du dir schon Gedanken gemacht hast: Was werde ich in den ersten 100 Tagen machen? Wie werde ich da erfolgreich sein auf der Stelle? Ich bin ergebnisorientiert, ich will was bewirken. Ich will nicht nur einfach einen Job wie so viele, die dann sagen: Ich habe kein Einkommen. Hauptsache Job ist okay, ist aber kein Argument. Also für mich als Personaler, dass du einen Job brauchst und Geld, ist ja okay, aber ist kein Argument für einen Personaler. Wenn du aber sagst: Ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich euch erfolgreicher mache, und das haue ich hier gleich schon mal raus, Andeutungsweise kannst du ja sogar noch einen Cliffhanger draus machen, den am Ende sagst: So, wollen Sie mehr darüber erfahren? Dann freue ich mich über eine Einladung zum persönlichen Gespräch. Und das könnte dann cooler Call to Action werden. Also von daher, ich würde schon mal direkt was raushauen mit einem konkreten Unternehmensbezug. Und dann hast du wirklich auch starke Argumente geliefert. Das ist keine Massenbewerbung, kein Blabla. Und du hast aber auch wirklich Neugier geweckt an der Stelle und mit deiner Erfahrung. Gleichzeitig klar deutlich gemacht: Ich kann diesen Job, und sogar noch darüber hinaus bringe ich erste Ideen mit. Finde ich extrem überzeugend in einem Anschreiben. Dann noch dieser Lebenslauf, über den wir schon lange und ausgiebig gesprochen haben, ist eine super Mischung und steigert mit Sicherheit auch bei Berufserfahrenen Ü50 und Co. oder auch darunter definitiv. Funktioniert natürlich auch bei Einsteigern, keine Frage, aber steigert definitiv definitiv die Chancen.
Ja, da kann ich dir nur recht geben. Und genau, ich glaube, das ist auch das Wichtigste, was man so zum Anschreiben sagen kann. Klar, im Anschreiben beim Berufserfahrenen ist eher Qualifikation im Fokus als Motivation, außer die Ausschreibung ist anders geartet. Solche Fälle gibt es auch. Genau, aber ich denke, das ist es.
Wobei, wenn ich so drüber nachdenke, da würde ich so fast widersprechen. Ich glaube, auch Berufserfahrenen ist die Motivation auch noch mal ganz, ganz wichtig, denn gerade, ich stelle gerade vor meinem geistigen Auge, habe ich gerade dieses Bild von dem topqualifizierten, aber ich gehe ins Extrem, demotivierten Bewerber Ü50, den will ich halt auch nicht einstellen.
Da gebe ich dir vollkommen recht.
In den Extremen wird es deutlich, aber deswegen wähle ich dieses Extrem. Ich glaube schon, dass die Motivation, die Leidenschaft, das brennen für den Job im Anschreiben unbedingt rauskommen muss. Ja, denn im Lebenslauf ist davon keine Spur. Der hat ja nur Fakten. Da merkst du es nicht.
Ja, aber ich glaube, dass du die Motivation ja genau mit dem, was du gerade erzählt hast, schon zeigst, weil du sendest damit ja das Signal: Ey, pass auf, ich habe mir Gedanken gemacht, das ist meine Idee, ich habe Unternehmensbezug hergestellt, ich habe Bock auf den Job. Also die Motivation kommt dadurch rüber. Hingegen beim, ich sag mal, Absolventen, der sich für den ersten Job bewirbt. Okay, der hat ja natürlich in der Qualifikation nicht so viel. Der muss halt stärker auf Lernwilligkeit, Motivation, ich brenne dafür und Unternehmensbezug auch super, super wichtig. Aber der kommt natürlich eher mit den Argumenten als jetzt.
Genau, absolut.
Und da noch mal den Unterschied nur.
Ja, okay, also dann sind wir uns wieder einig, denn ich finde, die Motivation muss im anschreiben schon deutlich werden, auf welcher Spur jetzt zwischen den Zeilen im Subtext, durch so was Indirektes oder durch klare Leidenschaft und Formulierungen, aktive Formulierungen, so ich brenne dafür und dies und jenes. Ich glaube, aber das würde ich schon gerne lesen wollen, weil ich finde nichts Schlimmeres als ein Mitarbeiter, den man zum Jagen tragen muss. Also das ist, die müssen, ja, ist so, ja, also du willst ja Leute, mit denen du selber abhebst und fliegen kannst. Und wenn du sagst, ich muss die immer antreiben, weil sie von sich aus keinen Bock haben. Ohne intrinsische Motivation ist es auch für dich als Führungskraft, da spreche ich aus eigener Erfahrung, irgendwie ist es halt super schwierig. Ich hatte auch schon so Mitarbeiter, auch früher als Angestellter, als Ressortleiter oder so was. Wenn du demotivierte Mitarbeiter hast, die die Tage und die Stunden zählen bis zur nächsten Pause oder zum nächsten Urlaub, das bringt alles nichts. Also deswegen.
Ja, ja.
So. Nee, dann haben wir doch eigentlich alles. Also das ist das Wichtigste. Berufserfahrung ja, auswählen nach Relevanz. Ich finde immer 3 starke Argumente, Lebenslauf ganz, ganz wichtig, da wirklich sehr präzise, sehr, sehr stark zu fokussieren. Und im Anschreiben schöne konkrete Beispiele. Ein starkes Argument, meinetwegen, wenn Platz ist, auch 2, wenn man es kurz zusammenfasst. Aber ich würde da nicht zu viel machen. Weniger ist mehr.
Weniger ist immer mehr.
Ja, genau. Und deswegen machen wir jetzt auch Schluss. Das war ein gutes Schlusswort. Dann kann ich mir auch mal die Nase mal wieder putzen. So, also in dem Sinne, danke fürs Einschalten, danke fürs Zuschauen. Wie gesagt, Fragen nachträglich sehr, sehr gerne. Heute wie gesagt nicht live, aber dann in 2 Wochen sind wir wieder live für euch da. Wir freuen uns schon drauf und dann auch gerne wieder mit Fragen. Und ich habe hier noch immer ein paar Buchpakete. Also von daher, ich muss so ein paar von meinen Belegesemplardosen werden. Deswegen werde ich auch nächstes Mal wieder Buchpakete live verlosen. Ihr dürft euch freuen und dürft gerne mitmachen und gibt wieder schöne Bücher zu gewinnen. Bis dahin, danke und tschüss!
Ciao!










