FAQ zu Bewerbung & Vorstellungsgespräch

Stefan and the moderators answer viewer questions about CVs, interviews, and job market trends. They cover CV structure and ATS compatibility, when to include personal data, negotiating home office terms, handling career gaps, and using AI as a sparring partner rather than ghostwriter for applications.
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So, der Abend fängt schon mal gut an. Wir hatten Probleme mit dem Login. Das System hat mich rausgeschmissen. Ich bin sehr dankbar für die Technik, aber wir sind endlich online. 3 Minuten zu spät, tschuldigung. Wir fangen heute an mit einer tollen Sendung, nämlich einem Experiment. Wir machen eine FAQ-Sendung. Ihr habt uns Fragen geschickt, überwiegend per Mail. Das ist okay und die beantworten wir heute. Und der Stefan ist auch schon da und der Stefan darf auch gleich mit der ersten Frage loslegen. Loslegen, die uns zugeschickt worden ist. Ihr könnt natürlich, von wo immer ihr auch gerade zuseht, jederzeit Fragen stellen per Kommentar. Also Kommentare schreiben auf Facebook, YouTube oder LinkedIn oder Twitch. Wir sehen die, wir blenden sie ein oder auch nicht, wenn ihr das nicht wollt, und dann beantworten wir sie hier live in der Sendung. So, Stefan, erste Frage: Was hast du für eine spannende Frage bekommen von unseren Zuschauerinnen und Zuschauern?
Ja, viele spannende Fragen. Guten Abend erstmal zusammen. Also, wir fangen mit dem Lebenslauf an. Wie viele Bullet Points, Punkte pro Stelle darf man im Lebenslauf auflisten? Minimum und Maximum? Ja, grundsätzlich würde ich sagen, so ein richtiges Minimum Maximum geht nicht. Wir machen es in der Regel mit Kundenunterlagen, sind es immer so meistens 3 bis 7, aber auch mal mehr, wenn wir so Basis-Lebensläufe erstellen und der Kunde muss dann aber je nach Stelle individualisieren und noch ein bisschen kürzen. Das ist vielleicht so eine Range, so viel wie nötig, würde ich aber auch immer sagen. Wenn eine Stelle aber auch ein bisschen weiter zurückliegt, nicht so relevant ist, da reichen vielleicht auch mal 1, 2.
Genau. Ja, also sehe ich genauso. Im Grunde genommen würde ich auch sagen Minimum 2 bis 3, sonst ist es nicht aussagekräftig. Es sei denn, die Stelle ist nicht relevant, dann kannst du auch nur eins machen und ansonsten Maximum 7 ist schon viel. 7, 8, 9, 10. Also so beim letzten JobGenius, wenn jetzt sozusagen unmittelbar von dem Beruf wechselst in einen ähnlichen Beruf und der letzte war sehr aussagekräftig, passt wie Faust aufs Auge, dann können das auch mal 7 bis 10 Punkte sein. Aber mehr würde ich dann auch nicht machen. Irgendwann ist es überfrachtet dann auch ein Stück weit.
Ja, genau. Genau.
Ich mache mal weiter mit einer Frage, die ich bekommen habe. Die ist tatsächlich online gekommen. Also da hat sich mal einer getraut, sozusagen die Frage online zu stellen. Die fand ich ganz spannend. Wie umgehen mit KI im Lebenslauf? Erwähnen oder nicht? Und die Frage finde ich deswegen spannend, Weil man die so oder so interpretieren kann. Ich weiß nicht, wie sie gemeint war. Also meint er, ich habe KI-Kompetenzen und soll ich sie im Lebenslauf erwähnen oder nicht? Oder ich habe meinen Lebenslauf mit KI geschrieben, soll ich das erwähnen oder nicht? Den zweiten Teil, glaube ich, kann man relativ schnell beantworten. Nein, natürlich erwähnst du es nicht. Das interessiert ja auch nicht. Ist ja nebensächlich, wie du es gemacht hast. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass es KI-Kompetenzen sind. Dann geht es jetzt wieder um die Frage, erwähnen oder nicht. Und da ist die einfache Antwort immer: Wenn es relevant ist, unbedingt erwähnen. Wenn es für die Stelle nicht relevant ist, muss es auch nicht erwähnt werden. Also es gilt aber für alle Zusatzqualifikationen oder Kompetenzen. Wir müssen halt auswählen. Und da wir ja heute im Zeitalter von ATS leben, also KI wählt im Zweifelsfall, macht eine Vorauswahl, zählt vor allen Dingen das, Was ist gefragt gewesen in der Stellenanzeige? Was davon bringe ich mit? Möglichst viel, möglichst alles. Und das erwähne ich. Was Add-on ist und zusätzlich qualifiziert, gerne erwähnen. Was aber weder qualifiziert noch gefordert war, nicht erwähnen. Streichen. Ist einfach nur bläh. Interessiert auch keinen.
Ja, kann man nichts hinzufügen. Es geht immer um Relevanz bei allen Dingen. Und KI ist halt in vielen Ausschreibungen ja relevant mittlerweile. Deswegen wird es in vielen Fällen auch sinnvoll sein.
Genau.
Genau, da mache ich weiter. Dann nehme ich noch eine Lebenslauffrage, weil wir jetzt gerade ja schön beim Lebenslauf sind. Persönliche Daten ist kurioserweise immer mal wieder ein Thema. Echt? Genau. Persönliche Daten noch rein in den Lebenslauf oder nicht? Wie seht ihr das? Und speziell in Klammern steht da Geburtsdatum, Familienstand, Religionszugehörigkeit. Ich würde bei allen drei sagen, also Geburtsdatum braucht man irgendwann für einen Arbeitsvertrag tatsächlich, ne, das muss man sagen, also irgendwann kommt das eh. Ich würde aber auch da sagen, wenn man irgendwie meint, man ist über 50 oder ne, und meint, dass man deswegen Absagen bekommt, was ja eigentlich rechtlich gar nicht möglich ist, vom Gesetz her wird das passieren, da sind wir uns einig, dann würde ich es auch tatsächlich weglassen. Es kann natürlich so wirken, dass man irgendwas verschleiert willen oder so, aber ich glaube, ich meine, es steht in keinem Gesetz, dass man es machen muss, und es gibt natürlich andere persönliche Daten wie Kontaktdaten, die sollten auf jeden Fall rein, wenn man kontaktiert werden will. Genau, wie siehst du das?
Also sehe ich genauso. Geburtsdatum ist ein Kann. Ich würde es tendenziell reinschreiben. Ich wäre auch mutig, ich würde sagen, Altersdiskriminierung passiert so oder so. Im Zweifelsfall passiert sie halt eine Runde später im Vorstellungsgespräch. Wenn sie dann mal fragen, wie alt sind Sie eigentlich oder so was, ja, irgendwie, oder anhand des Lebenslaufs kann man es auch ein bisschen ausrechnen, ne. Also wenn du sagst, von da bis da, also der hat schon, keine Ahnung, 30 Jahre gearbeitet in der Historie und durchschnittlich, je nachdem, was er für eine Ausbildung gemacht hat, er oder sie, war sie 25, als sie ins Berufsleben eingestiegen ist, plus 30, bist bei 55, ja. Also man kann sich das auch ein bisschen herleiten. Ich würde es immer angeben, würde sagen, wenn Sie mich deswegen nicht nehmen, Sind sie selber schuld? Also da wäre ich selbstbewusst. Beim Familienstand, da ist immer so ein bisschen, das ist schwierig. Also bei familienfreundlichen Unternehmen kann das ein Pluspunkt sein. Bei, ich sag mal, Jungfamilien kann das Negativpunkt sein, weil die dann immer denken, wenn das Kind krank ist, dann fällt er oder sie gleich wieder aus und so. Ich würde es dann reinnehmen und dann, das haben wir ja auch schon, glaube ich, wir beide auf unseren Seiten geschrieben, dann ist immer wichtig, dass man zusagt, Kind ist praktisch versorgt. Also Oma und Opa kümmern sich drum oder Kinderbetreuung ist gesichert. Irgendwie so ein Zusatz, und dann ist der Arbeitgeber an der Stelle schon wieder beruhigt. Also Familienstand, ja, warum nicht? Das zeigt zumindest, dass du sesshaft bist, ne, irgendwie da, und erstmal wahrscheinlich auch ein loyaler Mitarbeiter, Mitarbeiterin bist. Ich würde es wahrscheinlich auch mit reinnehmen. Und Religionszugehörigkeit, ja, nur bei kirchlichen Trägern. Also alle anderen geht das ja nichts an, ist, hat auch mit dem Job überhaupt nichts zu tun. Aber klar, natürlich, wenn du dich irgendwo, sag mal, als evangelischer Pastor bewirbst, wäre nicht schlecht, wenn du auch reinschreibst, dass du evangelisch bist, ne. Also das ist dann schon relevant. Aber ansonsten raus, raus. Also hat damit nichts zu tun.
Ja, genau. Wenn man jetzt so 40 oder so ist, 45, da auch Familienstand, da ist das Kinderthema ja auch so ein bisschen durch, weil da meistens die Betreuung gesichert ist. Genau, also letztendlich spart man ein bisschen Platz, muss man auch ehrlicherweise sagen. Das muss man halt abwägen. Aber es gibt Gründe, es durchaus zu machen. Jetzt gerade genannt.
Ja, genau. Okay, hier kam schon netter Kommentar. Stark, weiter so. Also genau, da muss jemand los. Ja, wir sind heute spät dran. Wir machen trotzdem weiter. Ich komme mit der nächsten Frage. Die fand ich persönlich sehr, sehr spannend, weil wir das, glaube ich, auch schon das eine oder andere besprochen haben. In welchen Branchen gibt es überhaupt noch einen Bewerbermarkt? Und für diese Frage war ich ein Stück weit dankbar. Du kennst mich ja, wir sprechen ja regelmäßig miteinander. Ich habe immer schon gesagt, es gibt keinen Bewerbermarkt. Damit habe ich immer einen auf die Mütze gekriegt, wo ich auch das immer gesagt habe. Bewerbermarkt ist nur dann, wenn du angerufen wirst, wenn bei dir das Telefon ständig bimmelt und die Leute dir einen Job anbieten und sagen: Bitte, bitte komm zu uns. Das ist Bewerbermarkt. Solange du eine Bewerbung schreiben musst, ist nicht Bewerbermarkt, ist Arbeitgebermarkt. War es auch schon immer so. Aber es gibt natürlich, und ich weiß, in welche Richtung diese Frage geht, es gibt natürlich Branchen, die händeringend nach Leuten suchen. Also fangen wir vielleicht mal negativ an: Marketing, HR, Verwaltung, Kreativberufe. Ganz schwierig im Moment, weil die KI frisst die Stellen alle gerade ein bisschen weg. Wo es natürlich super, super funktioniert, ist natürlich in der Pflege, im Handwerk, also sprich in allen Berufen, die schon immer Fachkräftemangel hatten und wo die KI auch überhaupt nicht reingrätschen kann gerade. Und das ist natürlich in allen Nicht-Tech-Berufen, wenn du so willst. Da gibt es immer noch ganz, ganz stark den Na ja, ich sag's jetzt mal, obwohl ich eigentlich kein Freund davon bin. Es gibt immer noch den Bewerbermarkt. Also ich sag mal, wenn du dich heute als männlicher Erzieher, da gibt es, ist ein klassischer Frauenberuf, wenn du dann als Mann dich bewirbst. Also ich habe gerade so einen Fall im Bekanntenkreis mit Handkuss. Also die nehmen dich sofort, weil sie sagen, endlich mal ein Mann, ist ja super, haben wir endlich mal auch einen Mann im Team, ist ja toll. So in der Pflege, im Handwerk, Ausbildung, da nehmen sie dich sofort. Also die haben ja alle Mangel ohne Ende. LKW-Fahrer oder so was. Werden auch ganz dringend gesucht. Sind vielleicht für den einen oder anderen Zuschauer hier gerade nicht die super sexy Berufe, aber da gibt es noch auf jeden Fall jede Menge freie Stellen, die suchen noch händeringend. Da hast du super Chancen. Kann aber sein, dass unsere Leute, die hier gerade zuschauen, sagen, das sind auch genau die Berufe, die mich nicht interessieren. Ja, aber in allen anderen wird es gerade ein bisschen eng. Das wissen wir, haben wir auch schon ein paar Mal gesagt. Wir haben 3,1 Millionen Arbeitslose, aktuelle Zahl, glaube ich, und irgendwie nur 500.000 offene Stellen bei der Arbeitsagentur und Stepstone. Da gibt es ja Überschneidungen. Ich sag mal großzügig 800.000 freie Stellen, ganz großzügig geschätzt, so über den Daumen. Rechnerisch fehlen da immer noch 2 Millionen, also über 2 Millionen. Das ist dann halt so.
Ja, genau. Bei Arbeitsagenturen, ich habe zufällig geguckt, das waren jetzt irgendwie so bei 720.000. Montag war das, glaube ich, knapp drüber. Genau. Aber ja, so genau kann man das auch immer nicht sagen, weil nicht jeder schreibt bei ARGUS, meldet der Arbeitsagentur tatsächlich eine Stelle. Und Stepstone und Arbeitsagentur kann Überschneidung geben, muss aber nicht. Genau. Ich denke mal irgendwie so Richtung 1.800.000, da liegst du schon ganz gut. Genau. Ja, aber noch mal ein Satz zum Bewerbermarkt. Gehe ich auch voll mit, weil auch wenn nur 2 Bewerber sind anstatt 200, es muss immer nur einer besser sein. Klar ist die Konkurrenzsituation von der Wahrscheinlichkeit anders, aber letztendlich haben, solange es mehr mehr als einen Bewerber gibt, konkurrieren immer mehrere Personen um eine Stelle. Das muss man sagen.
Ja, ja, ist so. Nächste Frage von dir, JobGenius.
Dann gehen wir mal vielleicht noch mal ein bisschen auf dieses Auslesen vom Lebenslauf ein. Ist ein Profiltext zu Beginn des Lebenslaufs sinnvoll? Und falls ja, wie lang darf er sein? Also grundsätzlich würde ich sagen, ist cool, wenn er Mehrwert bietet. Also wenn ich jetzt zum Beispiel sowieso ein Anschreiben einreiche und das dann noch mal anderweitig nutze, um schon mal irgendwie noch mal irgendwie so meine Kurzbeschreibung meines Lebenslaufs, der dann natürlich danach weiter ausgeführt wird, vielleicht das so nutze. Es kann aber auch, man kann den auch ein bisschen um Motivation, was suche ich? Genau, es darf dann sich nicht Also doppelt mit beim Anschreiben natürlich. So könnte man es auch nutzen. Genau. Gibt noch ein, zwei andere Beispiele, wie man es nutzen kann, inhaltlich aus meiner Sicht. Genau, finde ich ganz gut. Wichtig ist nur halt, muss irgendwie relevant sein, muss Mehrwert stiften für die Bewerbung. Wenn irgendwie kein Anschreiben eingefordert wird, man hat vielleicht auch noch nicht mal die Möglichkeit, eins abzuloaden im Karriereportal, weil da Fragen gestellt werden oder so, dann würde ich es auf jeden Fall machen. Tatsächlich. Dann ist es ist noch ein guter, guter Bereich, um noch mal irgendwas an Information für die Zukunft, die in die Zukunft gerichtet sind, zu vermitteln. Genau, und wichtig zu wissen, wenn er gepasst wird, also wenn er irgendwie ausgelesen wird, das wird gelesen, das wird auch ausgelesen, nur es bekommt halt nicht beim Matching so viel Gewicht wie etwas, was in einer Stelle genannt wird, weil es in dem Sinne nicht bewiesen ist, weil da keine berufliche Station zugeordnet ist zum JobGenius.
Ich habe mal gerade hier so einen Musterlebenslauf von uns eingeblendet. Das war damals die Frage: Wie muss ein ATS-konformer Lebenslauf aussehen? Und da sieht man hier rechts, da wo der grüne Haken ist, direkt oben drüber sieht man diesen Block mit so ein bisschen Fließtext. Das ist dieser Profiltext. Da kann man vielleicht auch noch ein bisschen erkennen: Über mich steht da drüber. Da kann man auch eine andere Überschrift wählen, aber das ist im Prinzip besagter Profiltext, den man heute häufiger sieht im Lebenslauf. Ich finde ihn auch super. Ich würde ihn auf jeden Fall machen. Ich fand auch gerade hier so die Zeit, ich blende noch mal gerade ein. Ich fand, die Länge ist auch optimal. Das sind so 5 Zeilen, so irgendwie. Das ist eine optimale Länge. Länger würde ich den auch nicht machen, sonst klaut er dir auch zu viel Platz. Kurz, knapp, knackig, auf den Punkt. Finde ich auf jeden Fall gut. Länger, wie gesagt, würde ich nicht. Ja, als 5 Zeilen.
Man sagt ja auch immer, das Wichtigste muss nach oben und da kann man natürlich super gut dann neugierig machen.
Ja, total. Und Persönlichkeit zeigen, was ja auch noch mal ganz wichtig ist. Während ja die nackigen Zahlen im Lebenslauf erst mal nur Fakten sind, da kommt ja keine Prosa rein, hast du da die Chance, so ein bisschen Prosa zu schreiben und letztendlich auch durch originelle Formulierungen, coole Sprache, Persönlichkeit und Motivation auch noch mal zu zeigen, was ja tatsächlich ein Asset sein kann. Also kann überzeugen. Genau. Spannend. Die nächste Frage. Jetzt komme ich mal auf— Das sind eigentlich zwei Fragen, die packe ich mal zusammen, auch mit ein bisschen Blick auf die Zeit. Wir haben echt viele Fragen gekriegt, wahrscheinlich gar nicht durch, aber die fand ich schön. Ist Homeoffice mittlerweile wieder ein verhandelbares Privileg oder Standard? Das ist eine gute Frage. Also ich bin da jetzt natürlich auch nicht der Superexperte, wie das so allgemein ist, aber natürlich gehen die Zahlen zurück. Also es gab in der letzten Zeit, das hast du ja auch mitgekriegt, wahrscheinlich die ein oder anderen hier auch. Es gab diverse Rückrufaktionen von den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter wieder zurückgefordert haben. Einige Unternehmen haben wieder 100% Homeoffice, 100% Office eingeführt. Ja, und das ist natürlich etwas, was man heute wahrscheinlich eher verhandeln muss, also die Anzahl der Homeoffice-Tage. Ich vermute sogar, dass 100% remote in den wenigsten Jobs geht, weil es gibt auch Studien, die das sagen. Auch darüber habe ich neulich mal unseren Homeoffice-Artikel angereichert, die dann tatsächlich sagen, also bis zu 3 Tage sind sehr, sehr gut, auch für die Produktivität. Darüber aber wird es negativ. Also ist gar nicht so gut, 5 Tage im Homeoffice zu sein. Die optimale, der Sweet Spot, wenn man so will, die optimale Aufteilung wären 3 Tage Homeoffice, 2 Tage Office. Umgekehrt geht es aber auch, 3 Tage Office, 2 Tage Homeoffice. Könnte man vielleicht sogar auf Montag oder Freitag legen, obwohl das die Arbeitgeber wahrscheinlich nicht so gerne sehen, weil man dann in der Gefahr schwebt, ein verlängertes Wochenende zu machen. Aber das ist so, ich würde es verhandeln. Also es ist tatsächlich heute Etwas, was man verhandeln muss. Schön natürlich, wenn es Arbeitgeber immer noch freiwillig anbieten. Und die zweite Frage, die packe ich gleich mal hinten dran, die gehört nämlich irgendwie dazu. Was bedeuten Maybe Days in Stellenanzeigen? Hast du die schon mal gesehen? Maybe Days?
Tatsächlich habe ich das noch nicht gesehen und du hast mir die Fragen vorhin geschickt. Ich hatte das dann auch, genau, zum ersten Mal ist mir das begegnet.
Also mir ist es auch noch nicht begegnet, aber ich habe es dann recherchiert und tatsächlich Heißt das, dass du sozusagen also tendenziell im Office bist, aber bei bestimmten flexiblen Spontanprojekten kannst du auch mal ins Homeoffice gehen? Das sind die Maybe Days. Also maybe heißt, wir bieten dir das als Arbeitgeber an. Maybe heißt, eigentlich haben wir eine Präsenzpflicht, aber maybe, vielleicht darfst du ins Homeoffice. Das ist so ein bisschen eine weiche Formulierung, und genau da finde ich, und jetzt komme ich wieder zur ersten Frage zurück, wenn du sowas liest, würde ich es immer so interpretieren: Signalisiert Verhandlungsbereitschaft. Es ist maybe, es ist kein hartes Nein, es ist kein hartes Ja, also ist es verhandlungsbereit, und ich würde dann in die Verhandlung gehen. Also insbesondere wenn man dann vielleicht bei der Gehaltsverhandlung irgendwie merkt, da bewegt sich nix, da sind sie stur, dann würde ich sagen, okay, dann lass uns mal über vielleicht flexiblere Arbeitszeiten regeln, und dann hätte ich gerne einen Homeoffice-Tag auf jeden Fall fix in der Woche oder zwei Homeoffice-Tage Homeoffice-Tage, die würde ich mir dann gerne aushandeln. Sie haben ja eh gesagt, das ist maybe. Jetzt machen wir aus dem maybe zwei fixe Tage und dann bin ich auch glücklich. JobGenius. Ja, genau. Gut.
Ich mache weiter. Genau. Ja, hab da auch nichts mehr hinzuzufügen.
Genau.
Fangen wir mal an. Gehen wir mal rüber vielleicht ins Anschreiben. Wie soll man seinen Mehrwert in einer anderen Branche darstellen ohne Anschreiben, die genau das erklärt? Hier reicht der CV alleine bestimmt nicht. Ja, dem kann ich nur zustimmen. Wir haben das Thema ja oft schon diskutiert. Ich finde es total schwierig ohne Anschreiben, quasi wenn man gerade Quereinsteiger ist oder so. Also der nackte CV, da kommt man nicht durch. Das ist schwierig. Deswegen, wenn er in der Stelle wirklich keine Möglichkeit ist, ein Anschreiben einzureichen, dann unbedingt wenigstens mit so einem Executive Summary über mich Text im Lebenslauf arbeiten. Man kann dann auch noch andere Dinge im Lebenslauf hinzufügen, zum Beispiel so Daten zur Verfügbarkeit oder so was vielleicht hinten zum Lebenslauf, ab wann man verfügbar ist oder so. Genau, was für eine Kündigungsfrist man vielleicht auch hat oder so, dass das auch klar ist, was man ja auch gerne im Anschreiben noch mal zum Ende macht.
Es ist ja kein Mehrwert. Das ist ja in dem Sinn, also eine Kündigungsfrist ist erst mal kein Mehrwert, es sei denn, du hast eine Kurzung und bist sofort verfügbar.
Aber eigentlich. Genau. Aber du, wenn das in der Ausschreibung ist, ist es ja oft verlangt sogar. Und wenn du dann irgendwie kein Anschreiben machst, das ist natürlich irgendwie doof, dann würde ich schon den Lebenslauf packen. Also wenn die Möglichkeit besteht, gerade bei Quereinsteigern, würde ich auch immer sagen, immer anschreiben.
Immer. Also auf jeden Fall. Ich glaube, ich bin auch unverdächtig. Ich predige hier schon in fast jeder zweiten Sendung, dass das Anschreiben echt ein Asset ist, ein Unterscheidungsmerkmal. Ich würde es immer einreichen. Aber wenn wir jetzt tatsächlich den Fall haben, ich lass mich mal darauf ein, du kannst kein Anschreiben schicken, ist nicht gewollt, wird sogar abgelehnt oder ist technisch nicht möglich. Dann würde ich sagen, wie kriege ich den Mehrwert da rein? Dann würde ich in den Lebenslauf, Kontaktdaten einen Link oder einen QR-Code setzen. Link kann dann zum Beispiel zu einer speziellen Bewerberseite führen, einer Bewerber-Homepage oder so was, wenn du so was hast, zu einem speziellen LinkedIn-Profil, wo du was hinterlegt hast, oder einem LinkedIn-Post, den du extra dafür gemacht hast, wo du noch mal was reinschreibst. Den kann der Recruiter dann anklicken. Dasselbe beim QR-Code. Und da würde ich sogar noch sagen, weißt du, habe ich auch schon mal gesagt, wenn kein Anschreiben, es gibt ja auch immer die Leute, Die sagen, ich kann nicht schreiben, ich will das auch gar nicht oder so was. Aber die meisten Leute können doch heute vor der Kamera reden. Ich meine, guck dir TikTok an, guck dir Insta an, wie viele Leute sind da und können alle vor der Kamera irgendwie reden. Dann mach ein Bewerbungsvideo und das packst du auf YouTube, machst es auf nicht gelistet, dann kann das keiner sehen, der den Link nicht kennt. Aus dem Link machst du einen QR-Code, den QR-Code baust du statt Bewerbungsfoto in deinen Lebenslauf ein und schreibst auch dazu, statt Foto habe ich Ihnen ein Video gemacht. Mit dem QR-Code kommen Sie zu meinem Link und dann kann jeder Personaler mit seinem Smartphone zack da draufhalten und kann sich direkt das Video von dir angucken. Finde ich auch noch mal eine super Möglichkeit, einen Mehrwert zu geben, wenn kein Anschreiben möglich ist.
Genau, du kannst es natürlich genauso verlinken im Lebenslauf und dann geht es per Klick. Die meisten screenen es ja am Computer tatsächlich. Die beiden Möglichkeiten.
Also finde ich, finde ich auch, ich würde mal beides machen für den Fall, dass ein Weg nicht funktioniert oder der QR-Code geschluckt worden ist. Das ist dann immer blöd, aber mit beiden Wegen bist du immer auf der sicheren Seite. Und der ein oder andere hat vielleicht auch Angst, dass er sich Malware einfängt, wenn er auf den QR-Code geht oder so was. Und dann, wenn du aber sagst, das geht auf jeden Fall zu YouTube oder so was, dann ist es okay. Okay, ich mache mal eine von meinen Fragen. Was haben wir denn hier noch? Habe ich als Quereinsteiger aktuell Habe ich überhaupt noch eine Chance? Ja, da spricht natürlich der Bewerbungsfrust aus dieser Frage. Und das ist ja aktuell auch so. Also dein LinkedIn-Feed, mein LinkedIn-Feed sind voll mit Leuten, die sagen: Hier, arbeitslos, 200 Bewerbungen geschrieben, nur Absagen, wenn überhaupt. Ansonsten ghosten die mich auch schon. Das ist also, der Frust sitzt tief. Und ich muss aber dazu sagen, habe ich als Quereinsteiger aktuell überhaupt noch eine Chance? Die Antwort, die Kurzantwort: Ja, hast du. Definitiv sogar, bin ich von überzeugt. Es ist natürlich nicht leicht, aber es ist aktuell für alle nicht leicht. Also selbst für die— wie ist das Gegenteil von Quereinsteiger? Direkteinsteiger? Also ich überlege gerade, ich komme an eine sprachliche Grenze. Wie heißt denn das Gegenteil von Quereinsteiger? Also sozusagen, wir nennen ihn jetzt mal, ich erfinde jetzt mal den Direkteinsteiger. Selbst für die ist es schwer, aktuell eine passende Stelle zu finden und sich zu bewerben. Für Quereinsteiger ist es aber nicht schwerer als sonst. Im Gegenteil, es gibt tatsächlich den Trend zum Skill-Based Hiring. Das ist so ein hässlicher Anglizismus, was nichts anderes heißt, als dass man sozusagen eher auf die Fähigkeiten schaut, ob du kompatibel bist. Jetzt kommt noch ein Anglizismus, Achtung, Cultural Fit, also passt du zur Unternehmenskultur? Und wenn das stimmt, das ist dann heute viel wichtiger als das ein oder andere Skillchen, was an Qualifikation, was eben beim Quereinsteiger per se nicht vorhanden vorhanden ist. Ja, also deswegen, du hast eigentlich super Chancen, weil viele Unternehmen auch gerade im, je nachdem wo du dich bewirbst, händeringend nach Fachkräften suchen. Und dann nehmen die auch Quereinsteiger, wenn sie denn andere gute übertragbare Soft Skills mitbringen, Projektmanagement beispielsweise, Organisationstalent, sowas halt, ne. Also Teamführung, Motivationsfähigkeit, Kommunikationsstärke, solche Sachen Wenn das übertragbar ist und relevant für den Job, dann kannst du damit dich genauso bewerben und hast damit ebenfalls gute Chancen innerhalb der gesunkenen Chancen auf dem aktuellen Arbeitsmarkt.
Ja, grundsätzlich muss man aber zu Studien sagen, dass schon, wenn man die letzten Jahre betrachtet, es ist zuletzt wieder rückläufig gewesen, dass quasi in Stellenausschreibungen Das Wort Quereinsteiger sind herzlich willkommen oder so, dass das irgendwie da drin steht. Wenn man aber das jetzt mal von vor 15 Jahren oder 10 vergleicht, dann ist da schon mehr Offenheit heutzutage da. Aus den Gründen, die du gerade gesagt hast. Genau.
Ja, genau.
Jo, dann haben wir die Fragen. Genau so. Ja, das Thema ist, es kommt immer wieder. Und vielleicht noch mal ganz kurz das Thema Gehalt. Wie kann man ein realistisches Gehalt angeben, welches nicht überzogen, aber auch nicht unterbezahlt ist? Wir springen jetzt so ein bisschen. Genau. Also das war auch ein Riesenthema in einem Webinar, was ich letztens hatte für XING. Da waren sehr viele Leute drin. Also ich sage da immer Folgendes zu. Also grundsätzlich hat doch jeder eine Gehaltsvorstellung. Wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist, ne. Und ich finde, die muss man auch formulieren können, ja, ne. Und es gibt ein Mindestgehalt, ja, worunter ich nicht gehen würde, und das weiß ich ja. Und ich kann vielleicht auch mit einer Spanne, wenn ich die argumentieren kann, kann ich die auch angeben, ne. Es gibt gute Argumente auch, um Spannen anzugeben, ne. Und ja, also ich verstehe deswegen gar nicht, dass das so ein krasses Thema ist, weil letztendlich, es gibt super Daten im Netz, auch gehalt.de, XING hat gute Daten und so weiter, die sowieso, also die Recherche, mit einer kleinen Recherche findet man eigentlich raus, dass zum Beispiel in München mehr bezahlt wird als woanders. Aber da sind die Lebenshaltungskosten auch größer, das braucht man dann auch. Ne. Und also das zu recherchieren ist heute nicht mehr so schwierig. Genau, und eigene Vorstellung, die hat man ja irgendwo, ne. Und deswegen sollte man das auch einfach angeben. Und wenn man Angst hat, dass man rausfliegt, na ja gut, aber wenn man, ne, man nimmt den Job ja auch nicht an, wenn er drunter liegt, ne. Deswegen, ja, genau.
Also ich bin mal hart, auch auf die Gefahren, dass wir jetzt dass die Leute gleich wieder abschalten. Aber ich sag mal ganz ehrlich, deine Gehaltsvorstellungen zu kennen, und hier ist ein Zusatz wichtig, deine realistischen Gehaltsvorstellungen zu kennen, ist deine Pflicht. Also das ist die Grundhausaufgabe, die jeder Arbeitnehmer machen sollte. Selbstständige müssen das übrigens auch. Die definieren halt dann für sich einen Stundenlohn oder ein Honorar. Also das gehört einfach dazu. Du tauschst ja de facto deine Arbeitskraft gegen Geld. Natürlich musst du eine Vorstellung davon haben, was das am Markt wert ist und auch wie man es formuliert. Das Formulieren ist ja gar nicht das Problem. Also da gibt es ja nur wirklich genug Anleitungen bei euch auf der Seite, bei uns auf der Seite. Die, also die sind ja auch nicht schwer. Meine Gehaltsvorstellungen liegen entsprechend meinen Qualifikationen bei 40.000 Euro. Oder so was. Ja, also fertig ist der Satz. Das ist jetzt keine Raketenwissenschaft gewesen. Ich glaube, die Zahl, die macht vielen Problemen. Und da steckt manchmal so ein bisschen antrainierte Bescheidenheit dahinter. Also so, ach ja, ich darf ja mein Gehalt nicht, das ist ja, das klingt ja so unbescheiden. Nee, du tauschst doch mal deine Arbeit. Du gehst ja 8 Stunden am Tag hin und malochst irgendwie wie doof. Und vielleicht sind es auch 10 Stunden am Tag. Da kannst du ja auch ein Recht auf deinen Gegenwert, also dein Gehalt Das ist deine Pflicht, das zu kennen und das zu recherchieren. Also da bin ich echt auch ein bisschen hart, wo ich dann sage: Nee, die Hausaufgabe, die musst du machen. Die 3 Stunden musst du bitte investieren. Und das ist heute auch echt nicht schwer. Du hast es gerade angesprochen. Quellen gibt es im Internet ohne Ende. Bei uns auf der Karrierebibel gibt es Gehaltstabellen. Man kann mit KI recherchieren, man kann dann auf Stepstone sich nachschauen, auf diversen Quellen. Da machst du daraus einen Mixwert, was das in etwa, also was ist so die Range? Und dann überlege dir, was bin ich wert? Gibt sogar so einen Trick, hat mir mal einer gesagt, haben wir auch aufgeschrieben. Nimm deinen absoluten Minimalwert und verdoppel den, und dann also netto, und geh mal, also unter 2000 würde ich nirgendwo, würde ich nicht aufstehen morgens. Okay, jetzt verdoppelst du den, sagst du 4000, und jetzt check da mal, vergleich mal, ob 4000 brutto dann wieder, ob die realistisch sind mit deinem Marktwert. Oftmals kommt man da schon mit all diesen Werten und den Tricks, die ich jetzt genannt habe, auf einen ganz guten Preis. Und den darfst du dann auch verlangen. Wenn du sagst, also das wäre wirklich mein Wunsch- und Zielgehalt, dann verlang das auch. Und natürlich kann man immer so ein bisschen, ich sag mal so 2 bis 5 Prozent kann man ja aufschlagen, um so Verhandlungsmasse zu haben hinterher. Aber überreizen würde ich jetzt auch nicht. Also das kommt auch immer schlecht. Es gibt dann so Leute, die sagen, ach komm, ich schlag mal 20 Prozent drauf. Das ist so die Schallgrenze, sagen mir immer die Personaler. Also wenn du 20% über Normalmaß überreizt, bist du raus. Weil es wirkt entweder gierig oder naiv und uninformiert, und das sieht nie gut aus. Ja, genau. Du bist dran.
Hast du noch was?
Ja, ich bin dran. Habe ich. Warte mal. Die fand ich auch schön, die Frage. Akzeptieren Arbeitgeber Phasen wie ein Micro Retirement im Lebenslauf? Also ich bin ja erst mal gestolpert über den Begriff Micro Retirement.
Ich auch.
Muss ich dann auch erst mal wieder googeln irgendwie. Also gemeint sind tatsächlich etwas längere Auszeiten, die sich offensichtlich, sagte mir die KI, ich kannte den Begriff so auch nicht, die sich offensichtlich die Gen Z gönnt. Ob das nur die Gen Z ist, weiß ich nicht, aber längere Auszeiten, also ein Sabbatical mal zwischendurch, oder das berühmte Retreat auf Bali, oder ich habe mich mal in der Selbstständigkeit als Coach probiert, kam wieder zurück, hat nicht geklappt. So, also ich finde den Begriff Retirement in der Bewerbung schlecht. Also wenn du kurz vor Rente bist, ist ja auch nicht gut. Also Retirement klingt schon nach nicht engagiert. Also ich verstehe aber, was damit gemeint ist. Nennen wir es mal Auszeit. Aussein finde ich neutraler im Lebenslauf. Akzeptieren Arbeitgeber solche Phasen? Ja, wenn sie nicht zu häufig sind. Also ich gebe zu, bei der Frage bin ich nicht so sicher. Vielleicht hast du da eine andere Einschätzung, aber ich würde jetzt mal sozusagen aus der Erfahrung heraus, also ich habe da jetzt kein klares Ja, aber aus der Erfahrung heraus würde ich so argumentieren: Es ist heute normal, dass Leute Bewerber, Arbeitnehmer, Fachkräfte, dass sie Brüche oder auch Lücken im Lebenslauf haben. Das ist heute eigentlich sehr häufig der Fall und ist kein, kein Rausschmeißer, ne, so irgendwie. Wenn du natürlich in deinem Lebenslauf, und der soll ja lückenlos sein, wenn du sozusagen in regelmäßigen Abständen erkennbar immer wieder raus bist, dann wird es zum Problem, weil das sieht dann nicht mehr nach Micro Retirement aus, sondern nach Unstetigkeit, also jemandem oder einer Person, die ihren Weg, ihr Berufsziel noch nicht wirklich gefunden hat und deswegen immer wieder verschiedene Engagements annimmt, sich dann wieder rausnimmt, neue Orientierungsphasen hat, dann sich irgendwie scheinbar gefunden hat, wieder engagiert, für eine Zeit bleibt, dann wieder rausgeht. Kann man machen, aber es wirkt nicht stetig. Und das ist tatsächlich für einige Arbeitgeber, ich würde sagen für den Großteil der Arbeitgeber, ein Warnsignal. Weil nicht, weil es an der Persönlichkeit irgendwie krank— man kann das ja nachvollziehen, es kann auch ein ganz spannendes Leben sein, aber der Recruiter hat natürlich keinen Bock, die Stelle in anderthalb Jahren schon wieder ausschreiben zu müssen und dann besetzen zu müssen. Der macht ja auch nur seinen Job und der will natürlich eine Stelle besetzen, wo er sagt, so, ist besetzt, macht einen super Job, geht bei uns auch hier ganz gerade Fachkarriere oder hierarchische Karriere, egal, aber wir haben Wir haben jemanden, der oder die das für uns ganz toll macht, aber wir wollen die Stelle nicht schon wieder neu besetzen müssen. Das wird ja alles nicht leichter und es sind immer Kosten und Zeit und so. Deswegen ist das für die ein Warnsignal. Also kurze Antwort: Ja, wenn es mal vorkommt im Lebenslauf. Wenn es zur Regel wird oder wenn da so ein unregelmäßiger Rhythmus drin ist, dann schlecht. Schlecht, würde ich nicht machen.
Ja, vielleicht noch ergänzend an dieser Stelle, dass es glaube ich sehr wichtig ist, im Vorstellungsgespräch das auch gut begründen zu können. Dass man, wenn man damit so ein bisschen selbstbewusst und offen umgeht und auch erklären kann, warum das für einen die richtige Entscheidung war, das mal zu machen, dann und dann nachvollziehbar quasi auch begründet werden kann, dann ist das sicherlich auch okay. Wenn es dann irgendwie nicht schon 8-mal war in den letzten 5 Berufsjahren, überspitzt gesagt. Genau, das ist glaube ich sehr wichtig, dass man dann nicht so, boah, ich hatte irgendwie keinen Bock mehr, oder ich habe 40 Stunden, ein Jahr lang 40 Stunden gearbeitet. Also ja, willkommen im Leben. Genau, ja, also man sollte das einfach auch gut und sauber schlüssig begründen können, dann ist das, denke ich mal, auch okay.
Ja, genau. So, letzte Frage von dir, dann vielleicht noch eine von mir und dann machen wir den Sack zu, denn wir haben schon wieder über eine halbe Stunde. Und dann aber kurzer Aufruf für alle, die jetzt zuschauen. Noch ist ja schon ein bisschen spät. Ja, wir machen heute ein bisschen, bisschen später haben wir angefangen. Ihr könnt noch Fragen stellen. Also wir nehmen auch noch Live-Fragen. Dann bitte ganz schnell schreiben auf Facebook, LinkedIn, YouTube, wo auch immer ihr gerade zuschaut, Twitch. Geht auch noch per Kommentar eine Frage stellen. Ich sehe die, wenn ihr die nicht eingeblendet haben wollt, wie die hier von dem LinkedIn-User hier gerade. Die habe ich hier schon mal. Na, wo war sie denn? Da konnte ich sie auch einblenden. Der war sowieso schon anonym. Aber wenn ihr das nicht wollt, dann einfach das Wort anonym davor schreiben, dann blende ich es nicht ein, dann lese ich es nur vor. Aber wir beantworten gerne noch die ein oder andere Live-Frage. Ansonsten, Stefan, noch eine Frage von dir.
Ja, vielleicht weil es daran so ein bisschen anschließt: Wie bewerbe ich mich aus einer längeren Krankheit/Arbeitslosigkeit heraus? Was erwähne ich nicht? Ähnliche Antwort, aber ein bisschen anderer Fall. Also Krankheit ist nicht eine Entscheidung von dir, die ist dann da, ne. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass du auch dann sowas irgendwie dann, dann in dem Stichpunkt quasi, um diese Lücke im Lebenslauf nicht zu haben— nehmen wir mal an, es war ein Jahr— dass du dann auch irgendwie Krankheitsphase und vollständige Genesung oder so es nennst, ne, dass klar ist, dass das eine abgeschlossene Sache ist. Genau, wenn es in dem Fall nicht so ist, da musst du natürlich irgendwie, also wenn es dich bei der Arbeit beeinträchtigen würde, musst du sowieso offen damit auch umgehen. Du darfst es nicht verheimlichen, ne. Da ist die Frage, ob man das schon in einem Anschreiben sogar mal aufgreift, das Thema, aus, ne. Genau, das Aber genau, wir gehen jetzt mal vom abgeschlossenen Fall aus. Also genau so, dass man quasi darlegt, dass die Genesung auch da ist. Und dann sollte, darf man da einem auch keinen Strick draus drehen. Und wenn das sich Firma einen deswegen nicht nehmen würde, dann muss man sich auch echt überlegen, ob man da wirklich. Genau so bei der Arbeitslosigkeit, da ist natürlich so eine Sache, boah, nach dem Studium oder gerade in der jetzigen Phase, dass man da mal länger sucht. Hey, ein Recruiter, der den Markt ein bisschen kennt, das ist für den keine Überraschung. Das sieht der auch nicht nur einmal am Tag. Also da würde ich mir nicht so den Kopf machen. Was natürlich irgendwie doof ist, wenn du viele längere Arbeitslosenphasen hast. Ja, dann aber zumindest auch immer irgendwie zeigen, dass du was gemacht hast. Weiterbildung, Qualifizierung, Chancengesetz von der Arbeitsagentur haben wir schon oft genannt. Also man hat Möglichkeiten, auch während der Arbeitslosigkeit sich fortzubilden und weiterzubilden und das sogar bezahlt zu bekommen. Da sollte man Initiative auch zeigen und zeigen, was man gemacht hat. Vielleicht war es auch privat, dass man irgendwelche KI-Kurse gemacht hat oder so. Aber das würde ich da alles wirklich auch in dieser Phase dann aufführen und auch darlegen, dass ich nicht inaktiv war, sondern dass ich aktiv was gemacht habe.
Ja, definitiv. Gut, dann habe ich noch eine letzte Frage, die geht relativ schnell und ich fand die süß, weil das eigentlich so ein Klassiker ist. Ich habe mich gewundert, dass sie überhaupt noch gestellt wird, aber sie kam. Darf ich ChatGPT nutzen, um meine Bewerbungsunterlagen schreiben zu lassen? Kurze Antwort: Ja, darfst du. Also die lange Version ist: Natürlich darfst du dir deine Unterlagen schreiben lassen. Hier neben mir, ich muss in die Richtung, nee, doch, ich muss in die Richtung zeigen. Das ist immer bei mir spiegelverkehrt hier irgendwie. Anordnung. Neben mir sitzt jemand, der macht das im Hauptberuf, der Bewerbungsschreiber. Also machen wir hier mal groß, dann kommt auch noch mal hier, sieht man da, die machen das und das darf man auch, das ist legal. Also von daher darfst du natürlich auch sozusagen die KI nutzen, um deine Bewerbung schreiben zu lassen. Aber, und jetzt kommt das Aber, ich würde sie mir nicht eins zu eins von der KI schreiben lassen, da kommt nur Slop raus. Also KI, auf der anderen Seite sitzt mittlerweile auch eine KI beim Personaler und die wählen aus und die erkennen sich irgendwie mittlerweile immer stärker an bestimmten Phrasen und so weiter. Also das ist so ein Wettrüsten, das da passiert gerade, das führt jetzt heute Abend zu weit, aber passieren gerade sehr skurrile, fast schon, wie soll ich sagen, also pseudokomische Sachen auf dem Arbeitsmarkt. Die sind so ein Lachen und ein weines Auge. Aber de facto ist es so, ich würde es mir nicht komplett vorschreiben lassen. KI als Sparring, als Coach ja, als Ghostwriter nein. Also man darf das, es ist legal. Illegal wird es immer dann, wenn du eine Uni-Arbeit abgibst, also wenn du deine Bachelor- oder Masterarbeit von der KI komplett schreiben lässt, da wird es dann illegal, aber bei einer Bewerbung ist es absolut legal. Aber ich würde es wirklich nur als Sparring nutzen, ich würde es nur als Coach nutzen. Es gibt genug Prompts, wir hatten ja auch schon mal darüber gesprochen. Es gibt auch auf der Karrierebibel bei den Bewerbungsschreibern gibt es einige Prompt-Beispiele, wie man das einsetzen kann. Man kann sich auch die Bewerbung optimieren lassen, man kann sich Schwachstellen zeigen lassen. All das ist legitim und auch richtig und gut, aber bitte nicht eins zu eins übernehmen. Da ist wirklich, also wir haben genug Tests gemacht, du auch Stefan, mit KI und die macht teilweise, die schreibt Formulierungen rein, wo wir beide sagen, genau die schreiben wir seit Jahren, bitte nicht verwenden. Aber weil es alle schreiben, bitte nicht verwenden, denke ich mir, die macht ja auch nur so einen Mittelweg, sagt die KI, oh, alle schreiben diese Formulierung, dann nehmen wir die. Und dann fängt das Bewerbungsschreiben immer an mit Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stelle als, oder ich würde mich freuen, wenn Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen würden. Und wir denken so: Oh nein, das sind genau die Fehler, die wir immer wieder sagen. Nein, aber genau das macht dann leider jeder.
Also man kann natürlich auch was Gutes rausbekommen. Man muss sich nur bewusst sein, das ist halt auch Arbeit. Also das ist einfach Arbeit. Man muss sich damit auseinandersetzen. Man muss ganz viele Daten liefern. Das sind so typische Daten, die wir auch abfragen beim Kunden. Wir sind ja in dem Sinne auch, das ist ja auch ein gemeinsames Produkt immer. Wir fragen ganz viel. Das muss ja am Ende auch authentisch sein und zum Kunden passen. Und dann gibt es eine Feedbackrunde und dann wird auch noch mal nachgeschliffen vielleicht. Genau. Und das ist halt ein Prozess. Und so muss man halt ein Tool auch nutzen. Man muss dann selber Zeit und Arbeit investieren und dann kommt was Gutes bei raus. Aber wenn man denkt, dass man eben in Minütchen hier so eine tolle Bewerbung zaubert. Nee, so läuft es nicht. Dann ist man nur Durchschnitt. Und auf dem aktuellen Arbeitsmarkt reicht Durchschnitt nicht in den meisten Fällen.
Ist ein super Schlusswort an der Stelle. 40 Minuten sind gerade rum. Ich würde sagen, ich habe keine Fragen mehr. Es sind jetzt auch keine Live-Fragen mehr gekommen. Es schauen noch ein paar Leute zu, sehe ich hier gerade. Aber wenn jetzt keine Fragen mehr kommen, dann würde ich sagen, es ist ja auch schon spät. Und schöner Feierabend wäre jetzt auch ganz nett. Deswegen machen wir an der Stelle einfach mal Schluss und sehen uns dann nach Pfingsten in 2 Wochen wieder und freuen uns auf die nächste Livesendung, dann mit einem anderen Thema. Aber ich fand das mit dem FAQ eigentlich ganz cool. Wie fandest du das?
Ich wollte auch gerade sagen, also ich würde mich auch da über Feedback irgendwie freuen. Gerne auch mehr Kommentare, ob das überhaupt irgendwie eine Sache ist, dass man mal auch so ein paar Themen, die man jetzt nicht in der ersten, direkt auf dem Schirm habe, dazu was hört. Ich fand es ganz gut. Wir haben nur irgendwie keine Vorstellungsgesprächsfragen genommen. Ist mir gerade aufgefallen. Also wir müssen unbedingt ein zweites FAQ machen. Nee, ich fand es jetzt auch gut, mehrere Themen anzusprechen und fand die Fragen auch tatsächlich interessant.
Ja, fand ich auch. Auf jeden Fall. Hier kommt gerade noch hier mein alter Bekannter. Aus der Schweiz. Ich grüße dich auch zurück, von daher alles gut. Nee, also ich finde das auch super, Feedback zu der Sendung wäre ganz toll. Und ansonsten gerne auch wieder Fragen schicken, wir sammeln die dann. Und wenn wir das Gefühl haben, es sind so viele Fragen wieder da, dann machen wir auch gerne noch mal so eine Sendung. Ansonsten sprechen wir wieder monothematisch, aber eure Fragen sind ja immer willkommen an der Stelle. So, und jetzt machen wir wirklich Feierabend, sagen Dankeschön fürs Einschalten, Zuschauen, und wünschen euch allen einen schönen Abend und ein frohes Pfingstfest und paar tolle Feiertage in einem herrlichen Sommerwetter mit frohem Schwitzen bei 30 Grad. In dem Sinne, macht's gut, schönen Abend, ciao ciao!










