1000 Prozent Rendite: Investor Jan Beckers (#885)
4 Mar 2026 · 73 min
In dieser OMR‑Podcast‑Folge interviewt Philipp Westermeyer den Tech‑Investor Jan Beckers, Gründer und Manager von BitCapital. Beckers berichtet über seine persönliche Laufbahn von der Gründung von Fyber über Chefredaktion bei Gründerszene bis zur Gründung von BitCapital, das heute über 2 Mrd. € verwaltet und beeindruckende Renditen (z. B. 1.000 % über 8 Jahre) erzielt. Er erklärt die Investment‑Philosophie: Untergewichtung von überbewerteten SaaS‑Unternehmen, Fokus auf AI‑Infrastruktur (Chips, Energie, Databricks) und gezielte Short‑Positionen in überteuerten Software‑Titeln (z. B. Salesforce, Adobe). Das Gespräch behandelt die Auswirkungen von generativer KI auf Software‑Moats, die Notwendigkeit von Daten‑ und Feld‑Research, die Nutzung von Prediction‑Markets und Krypto‑Protokollen (Hyperliquid) für Exposure zu privaten AI‑Firmen (OpenAI, Anthropic). Beckers spricht über seine AI‑Safety‑Stiftung, Family‑Office‑Investitionen, Fundraising‑Reisen mit dem deutschen Kanzler in den Nahen Osten und mögliche Crossover‑Fonds. Sponsoren‑Ads für Qonto, Hiscox und ElevenLabs werden eingebettet. Der Podcast endet mit Ausblicken zu Markt‑Risiken, Arbeitsmarkt‑Veränderungen durch KI und dem Einsatz von KI zur Effizienzsteigerung im Investment‑Research.
Chapters
Wer uns schon seit einigen Jahren hört, der kennt möglicherweise den Jan Beckers schon. Der kommt nämlich regelmäßig ein- oder zweimal im Jahr als eine Art Stammgast und berichtet von seinen Investments, von seiner Sicht auf die digitalen börsennotierten Firmen.
Er hat selber einen milliardenschweren Fonds mit sehr viel eigenem Geld und investiert global in Tech-Firmen. Seine Geschichte ist so ein bisschen parallel zu meiner.
Wir haben uns kennengelernt so in den Nullerjahren, als wir beide angefangen haben als Gründer in Deutschland in der Tech-Szene.
Er wahnsinnig erfolgreich operativ Sachen gemacht hat, war auch mal eine Zeit lang Chefredakteur von Gründerszene, aber halt auch irgendwie Finanz-Startups, Startups mitfinanziert, mitgegründet im Umfeld von Team Europe, damals mit Lukas Schadowski, und hat dann aber seine wahre Leidenschaft, nämlich die Börse und Aktien, zu seinem Hauptjob gemacht und ist extrem erfolgreich als Stockpicker, als Investor. Er wird auch noch mal erzählen, wie er das genau macht.
Echt immer faszinierend zu sehen, was er da für Renditen erzielen kann, teilweise besser als jeder andere auf der Welt. Es ist wirklich verrückt. Deswegen natürlich seine Sicht extrem spannend, gerade zum Beispiel auch auf Softwarefirmen, deren Bewertungen ja brutal eingebrochen sind. Dann natürlich die ewige KI-Frage, was erwartet er da? Aber auch ein paar Anekdoten aus seinem Leben.
Er war mit dem Bundeskanzler kürzlich gemeinsam in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs.
Also ein buntes Update mit Jan Beckers von BitCapital.
Und übrigens, alles, was wir da besprechen, ist keine Anlageempfehlung.
Jetzt also rein ins große Jan Beckers Update.
Let's go, go, go! Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
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Hallo Philipp. Also Glückwunsch, es war erfolgreich bei dir in 25 dabei gewesen zu sein.
Es war auf jeden Fall ein gutes Jahr. Also wir haben eigentlich in allen Fonds irgendwo neue Höchststände erzielt, haben in unserem Flagship-Fonds Global Technology Leaders 35% erzielt versus Nasdaq knapp unter 10.
Also ist schon ordentlich, ja.
Genau, das war eine gute Performance. Wir haben als Team extrem viel dazugelernt, haben ganz viele neue Systeme gebaut, haben AI sehr tief in unsere Prozesse integriert, haben spannende neue Companies entdeckt. Also war ein gutes Jahr.
Wer jetzt zum ersten Mal hier reinhört oder zumindest zum ersten Mal auch vielleicht Jan begegnet, wir kennen uns jetzt schon seit, weiß ich nicht, 15 Jahren oder sowas. Du hast auch angefangen in der, also fast schon in der Partyszene in Münster und dann aber schnell den Sprung geschafft sozusagen in die Berliner Startup-Szene, noch vor mir, und hast da verschiedene Sachen gemacht. Sag mal schnell im Zeitraffer kurz die ein, zwei größten, dass man es einmal zumindest gehört hat, wo du ursprünglich herkommst.
Ich komme aus Münster gebürtig und bin dann nach Berlin gezogen, habe dort dann früh beispielsweise Fyber aufgebaut, Advertising-Technologie, das dann irgendwann mal 200, 300 Millionen Umsatz gemacht hat, habe dann weitere Datenunternehmen aufgebaut, Fintech-Unternehmen aufgebaut und habe dann aber meine größte Leidenschaft auf jeden Fall das Investieren in Aktien zu dem gemacht, was ich jetzt heute 100% mache. Ich habe BitCapital gegründet und BitCapital managt Tech-Aktienfonds. Ja, machen das jetzt seit seit acht Jahren mit gutem Erfolg und viel Freude daran.
Der Erfolg, da bist du sehr bescheiden. Also ich meine, der Weg ist ja meine Lieblingsanekdote.
Du warst glaube ich auch mal Chefredakteur von Gründerszene. Das ist ja wirklich unglaublich eigentlich.
Und heute ihr habt jetzt etwas über zwei Milliarden an der Management, glaube ich, ne?
Genau, wir haben zwei etwas über zwei Milliarden an der an der Management bei Bit Capital und und und ihr habt auch Jahre gehabt, da wart ihr sozusagen der beste Fonds der Welt, kann man sagen? Also wir sind in Europa unter 10.000 Fonds, die es gibt oder die man tracken kann auf Plattformen. Seit unserer Auflage, genau, bewegen, belegen wir eigentlich permanent die Plätze 1 und 2 in der Gesamtperformance. Der institutionelle Fonds, den wir aufgelegt haben, hat vor 8 Jahren über 1.000% Rendite gemacht, und der Flagship Retail-Fonds, in den jeder investieren kann, der Global Technology Leaders hat, glaube ich, jetzt so 700% sein Auflage vor knapp 8 Jahren gemacht.
Also dazu muss man sagen, also jeder kann da mitmachen, der ist irgendwie über, weiß ich nicht, die Sparkasse, über irgendwelche Apps, über die Deutsche Bank, wen auch immer, ist das zu zeichnen und dann ist man mit dabei. Und ehrlich, ich habe dich nicht deswegen hier zu Gast, weil ich auch mit dabei bin, davon habe ich nichts, wenn du sollst lieber gut arbeiten als jetzt hier sprechen. Das würde mir am Ende mehr helfen, aber ich finde es einfach spannend, weil das ja schon auch echt irgendwie unnormal ist. Und ich mir das auch ein bisschen so erkläre: Jeder hat halt so sein Talent und seine besondere Fähigkeit. Und bei dir war das, glaube ich, schon immer dieses Stockpicking. Und dann ist es halt irgendwie besonders erfreulich, wenn dann jemand auch den Weg hinfindet, das dann auch machen zu können. Weil einen Fonds gründen ist ja auch nicht jedermanns Sache. Also muss man erst mal hinbekommen und dann sozusagen die Möglichkeiten dazu, sich aufzubauen. Aber du hast von diesen etwas über 2 Milliarden, ist ja auch nach wie vor sehr viel eigenes Geld.
Genau, ich bin nach wie vor der größte Investor in unseren eigenen Fonds. Mit einem dreistelligen Millionenbetrag, den ich da drin habe, und das macht natürlich, sorgt für ein gutes Alignment mit unseren Anlegern. Das heißt, wenn es gut bei uns läuft, und das war ja bis jetzt zum Glück meistens der Fall, dann freut es mich besonders. Wenn es nicht so gut läuft, dann genau, geht es auch für mich genauso mit.
Man muss dazu sagen, wenn man jetzt sich das so ein bisschen weiter durchholt, jetzt glaube ich langsam so die Flughöhe klar, dann ist das auch nichts, was dir jetzt irgendwie in den Schoß gefallen ist, sondern aus Münster kommst und deine Eltern sind glaube ich ganz Genau, meine Eltern sind, meine Mutter ist Lehrerin und mein Vater war Rechtsanwalt.
Der ist leider zu früh von uns geschieden.
Aber du hast mir mal erzählt, dass deine Mutter mittlerweile auch ganz wohlhabend geworden ist, weil sie auch früh dann in Fonds investiert hat.
Das stimmt. Die hat natürlich von Anfang an an uns geglaubt und hat damit gut gelebt. Und insofern, ja, die ist jetzt in Rente und hat aber keine finanziellen Sorgen.
Okay, na gut. Dann lass uns mal einsteigen so in das aktuelle Börsengeschehen. Es ist ja extrem viel los. Ich finde, eine der ganz großen Geschichten jetzt dieser Tage, jetzt weiß ich nicht, wir reden jetzt Februar 2026, ist sozusagen das, was all die Jahre heiß war, nämlich Softwareaktien oder SaaS, wo alle hin wollten, was auch erklärbar war. Man sagt, okay, das sind Abo-Modelle, das sind hohe Margen, die haben einen tiefen Lock-in-Effekt bei ihren Kunden, die werden nicht so schnell wieder ausgebaut oder ersetzt. Da war total viel, ja, Euphorie, und jetzt in den letzten Tagen sieht man teilweise Softwarefirmen inklusive auch SAP leider, viele andere mit hohen Verlusten, zumindest an ihren Firmenwerten. Was ist da los?
Genau, also das Erste war natürlich, dass Software lange Zeit, ich sag mal so, mit das beliebteste Geschäftsmodell überhaupt war, weil du mit relativ überschaubarem Investment natürlich große Werte erzielen konntest und weil du relativ planbar irgendwann ich sag mal, schönes Wachstum, schönen Cashflow hattest. Das führte dann, nachdem das irgendwo 10 Jahre gut gelaufen ist, dazu, dass aber auch diese Unternehmen dann eben sehr, sehr sportlich bewertet waren und irgendwo dann teilweise zum 10-, 20-, manchmal 30-Fachen des Umsatzes bewertet wurden, von Gewinnen wohl zu schweigen. Das war der Grund, warum wir Software als Kategorie bei uns eigentlich immer in den Fonds untergewichtet haben, weil wir sagten, ja, grundsätzlich, ich sag mal, gute Geschäftsmodelle, aber eben eigentlich viel zu teuer. Das heißt, die Discovery Fund schon statt. Deswegen haben wir prinzipiell in den letzten 8 Jahren selten und wenig Software drin gehabt. Jetzt mal, ich sag mal, Zoom irgendwie zur Pandemie mal eine Ausnahme und immer mal wieder auch was drin. Gerade Cybersecurity fanden wir trotz hoher Bewertungen häufiger dann doch mal spannend, aber haben es eher vermieden. Was jetzt passiert ist und was dann eigentlich, ich sag mal, im letzten Jahr schon unsere Sorge war, die Frage, wenn du sagst, du kannst jetzt mit Hilfe von KI so schnell neue Software bauen, dann verringert sich natürlich auch dein Asset, was du dort aufgebaut hast. Weil wenn das jetzt jeder mit ein paar Entwicklern und KI in sehr schneller Zeit bauen kann, dann sinkt einfach deine Moat. Und das war so ein bisschen unsere Sorge. Wir hätten jetzt aber auch nicht damit gerechnet, dass es innerhalb kürzester Zeit dann zu dem Megaabverkauf dort verkommt, wo beispielsweise ein Adobe oder andere Player teilweise irgendwo mal -60% gemacht haben. Und das, obwohl in ihren Zahlen sie jetzt eigentlich immer noch ein schönes Gewinnwachstum und alles zeigen. Nur der Markt, er sieht dort einfach in die Zukunft, sieht die KI-Modelle, die wir jetzt benutzen, sind die schlechtesten, die wir je hatten. Und trotzdem, wenn man sich mal mit sehr guten Entwicklern unterhält, sagen die auch schon inzwischen, es ist eigentlich großteils die Software, die sie für sie programmiert, und sie selber können es auch kaum noch besser. Und wenn wir jetzt dann ein Jahr, 2 Jahre in die Zukunft gucken, dann wird Software eigentlich jedem Entwickler überlegen sein. Das heißt, es kann viel, viel mehr Software hergestellt werden. Das ist natürlich erstmal grundsätzlich was Gutes. Viel Software kann viele Sachen, viele Probleme beheben, viele Sachen effizienter machen, ist aber natürlich für denjenigen, der davon lebt, dass er irgendwie sich eine tolle Software gebaut hat, vielleicht eben auch das Problem, weil die Frage ist eben: Kann sich jeder diese dann eben nachentwickeln? Oder aber zumindest, jetzt wird nicht jeder irgendwo ein SAP neu vibecoden, Zumindest aber stellt sich der Markt aus unserer Sicht sehr berechtigterweise die Frage: Sind die Kunden denn dann bereit, künftig noch so viel dafür zu zahlen? Werden sie sagen in dieser Situation: Ja klar, schließen wir noch den nächsten teuren 5-Jahresvertrag ab, wo eigentlich der Wert von Software oder die Kosten zumindest gerade so rapide sinken? Wir denken, dass der Markt dort echt einen Punkt hat und genau sind deshalb gerade sehr skeptisch, was Softwaregeschäftsmodelle angeht und in der Form, wo wir es haben wir sie auch geshortet.
Okay, sag mal ein paar Beispiele. Also was konnte man da shorten? Wo hast du das gesehen?
Naja, es gibt unterschiedliche Aspekte, die man dort shorten kann. Das eine ist—
also shorten vielleicht mal ganz kurz als Einwurf, sozusagen leer verkaufen. Also man leiht sich die Aktie, verkauft sie, und dann, wenn man sie zurückgeben muss, kauft man sie dann günstiger wieder zurück. Das macht dann Spaß, sozusagen, wenn man dann darauf wettet, dass sie im Preis verfällt. Das ist sozusagen das Prinzip. Das habt ihr angewendet. Das ist ja durchaus aggressiv, weil wenn es nicht klappt, dann hat man eine Aktie verliehen und musste dann vielleicht zum auch teureren Preis wieder zurückkaufen oder so. Da gibt es irgendwie, ja, geht dann alle Richtungen gehen. Aber ihr habt es gemacht und das ist schon, das machen Hedgefonds, das machen schon aggressive Anleger.
Genau, wobei es in dem Fall natürlich dann eher auch Performance absichert, weil du natürlich insgesamt Marktexposure hast. Und wenn du sagst, okay, es gibt jetzt gerade einen Sell-off, der einfach ganz viele Unternehmen teilweise berechtigt, teilweise aber auch einfach quasi dann mit in Sippenhaft genommen mit abverkauft, dann schützt es dich natürlich auch an der Stelle, wenn du ebenso wie wir eine Sicht hast, dass es ein durchaus berechtigter Abverkauf an vielen Stellen eben ist. Und genau, und was haben wir dort gemacht? Beispielsweise dann Unternehmen wie eine Salesforce, Unternehmen wie eine Adobe oder so an der Stelle dann quasi über bestimmte Instrumente, die uns das erlauben, und so positioniert, dass wenn die Aktie fällt, dass wir dann eben dafür bezahlt werden. Und das kann dann beispielsweise, wenn der Markt insgesamt fällt, natürlich einen guten Teil der Bewegung abfedern oder uns insgesamt zusätzliche Gewinne für die Anleger bringen. Wir dürfen das leider aber derzeit nur in ganz wenigen Fonds tun.
Also aus eurer Fondsfamilie können das nicht alle machen, weil sozusagen einige Fonds zwar das ausgeschlossen haben, dass sie sowas tun würden, weil es auch riskant ist, ne?
Genau, es gibt dort einfach in unterschiedlichen Fonds unterschiedliche Möglichkeiten dessen, was du machen darfst, was vieles natürlich auch wieder aus dem Anlegerschutz kommt.
Aber das heißt, du hast es schon so ein bisschen kommen sehen, oder ihr?
Wir hätten nicht, also wie gesagt, wir hätten das nicht in diesem Ausmaß und in der Geschwindigkeit hätten wir es nicht erwartet. Ich glaube auch, das Wichtigste für uns in der Breite in den Fonds ist, glaube ich, dass wir einfach nicht in diesen Unternehmen investiert waren zu einem Großteil und unsere Fonds eben in Erwartung, dass AI boomen wird und in Erwartung, dass es dort, ich sag mal, extrem viel Nachfrage beispielsweise nach Chips, nach Energie geben wird, viel stärker auf AI-Infrastruktur positioniert haben. Das ist glaube ich das Wichtigste, was wir einfach in unseren Fonds gemacht haben, dass wir gesagt haben, hey, pass auf, wir halten es für nahezu sicher, dass die Nachfrage eben nach dem, was den AI-Boom antreiben wird, und das ist dann beispielsweise Speicherchips, das sind natürlich weiterhin GPUs, das aber auch weiterhin Energie, uns dort positioniert und versucht zu vermieden, diese zusätzlichen Risiken einzunehmen. So, Und das, ich sag mal, war sicherlich der wichtigste Part. Und als dann klar wurde, okay, jetzt geht der Markt in diesen Regimewechsel, wo eben alles auf die Probe gestellt wird in Bezug auf, was passiert mit der Moat im Sinne von, kann AI das Geschäftsmodell an der Stelle angreifen?
Also die Moat ist sozusagen der Schutz eines Geschäftsmodells und der ist dann auf einmal weg, wenn AI Software auch bauen kann.
Genau, haben wir eben einfach das Portfolio noch mal dahingehend überprüft und dann eben dort, wo wir es konnten, eben zusätzlich noch mit Shorts die Portfolio-Performance verbessern.
Und glaubst du, mittlerweile haben wir nicht so einen Tiefpunkt erreicht, dass man fast schon wieder reingehen könnte? Weil ich meine, du hast ja selber gesagt, die Fundamentalzahlen von vielen Softwarefirmen sind ja gar nicht schlecht.
Ich wäre da tatsächlich bei vielen dieser Unternehmen noch sehr, sehr vorsichtig, weil die Unternehmen sind dann zwingend nicht gleich günstig, nur weil sie etwas verloren haben. Sie waren ja vorher auf dem hohen Ross eines unangreifbaren Geschäftsmodells und waren entsprechend sehr, sehr teuer. Und wenn sie dann halt mal 50% verloren haben, dann heißt es nicht, dass sie dann gleich direkt günstig sind. Vor allen Dingen sind sie dann nicht gleich günstig, wenn man die berechtigte Frage stellt, ob das Geschäftsmodell noch eine große Zukunft hat oder ob Software nicht künftig fast zu Grenzkosten angeboten wird.
Aber ist das wirklich denkbar? Also ich meine, dass so große Softwarelösungen wie jetzt Adobe, ich meine, dass dann da der Kunde sagt, okay, ich will das nicht mehr bezahlen, was er hier aufruft, ich kriege das jetzt irgendwie günstiger.
Also ich sag mal, in vielen Fällen, in vielen Fällen wird das sehr berechtigt sein, und die einzige Frage ist eher, in welchen Fällen ist es voll berechtigt, in welchen Fällen ist es teilweise berechtigt, und welche anderen Profiteure gibt es auch wieder darum. Und die entscheidende Debatte ist natürlich an der Stelle, gibt es eigentlich viele Infrastruktursoftwareunternehmen, die dann beispielsweise davon profitieren. Also ich sag mal, ein Databricks beispielsweise hat das Jahr mit 65% Wachstum abgeschlossen, würde sich jetzt sicherlich als Profiteur an der Stelle selber definitiv ausrufen. Und man muss dann aber einfach immer ganz genau hingucken. Nur weil Unternehmen jetzt stark wachsen, heißt es nicht, dass es kommt immer beim Investieren um die, auf die kommt es immer auf die Rate of Change an. Und das heißt, was ändert sich an der Stelle gerade? Und das ist eigentlich der viel wichtigere Faktor als, als wachsen diese Unternehmen jetzt gerade noch. Wenn der Markt ernsthaft glaubt, dass das eben sich in den nächsten 1, 2 Jahren umdreht, und bei vielen Unternehmen gibt es auch die Indikatoren dafür, dann genau, dann ist so ein Sell-off sehr gerechtfertigt. Ich sag mal auch Beispiel, eines der wenigen Softwareunternehmen, die wir früher mal im Portfolio hatten, was echt ein echt gutes geführtes Unternehmen ist, monday.com. Die waren irgendwann mal auch im Höchststand bei 300 mit ihrem Aktie. Die sind dieses Jahr immer noch oder letztes Jahr immer noch um 20% gewachsen, haben gerade Zahlen announced, waren vorher schon, ich sag mal, auf 100 gefallen, haben einräumen müssen, dass das Wachstum nächstes Jahr doch noch ein bisschen langsamer wird und insofern einfach deshalb noch mal wieder Zweifel quasi geweckt, dass sie wirklich zu den Verlierern gehören und die Aktie ist dann einfach noch mal auf 75 abgerauscht und ich sag mal, wird jetzt, war vorher irgendwo bei 10-mal Sales bewertet, jetzt wird sie halt eher bei zweimal Sales bewertet.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten, und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/business. Box.de/OMR, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Ist ein profitables Unternehmen, das heißt, der Markt stellt einfach in Frage, wie nachhaltig ist deren Positionierung. Und jetzt wird es wahrscheinlich die Unternehmen geben, die aus diesem Sell-off eine ziemlich interessante Recovery sehen. Viele andere werden es aber auch nicht. Und genau, und insofern bleibt es spannend, einfach da in den nächsten 12 bis 24 Monaten eng dranzubleiben.
Und wie macht man das? Also jetzt irgendwie, wie muss man sich das vorstellen? Ihr habt jetzt wahrscheinlich als These, da wird es eine Recovery geben und da kann man von profitieren. Und was macht ihr dann? Also lest ihr jetzt Quartalsberichte offensichtlich?
Also es ist jetzt nicht unsere feste These, dass ausgerechnet die eine tolle Recovery haben. So ist eher eins, das beobachten wir. Ich habe mal wieder meine Kontakte im Unternehmen angeschrieben, werde die im März in den USA treffen, und wir beobachten das. Und wenn wir irgendwann denken, jetzt sind wir uns sicher, dann würden wir da wieder einsteigen. Aber derzeit sind wir fern davon entfernt.
Okay, das heißt, das ist dann so ein bisschen—
Wir haben es allerdings auch nicht geshortet, weil eben der Preis, die, die, ich sag mal, der, der Verfall war schon zu hoch, als wir darüber nachgedacht haben.
Aber okay, um so ein bisschen deine Arbeitsweise zu verstehen, das sind jetzt sagen, man würde wahrscheinlich im Journalismus sagen Field Research, also du kennst Leute, rufst die an, fährst auch hin und sprichst mit denen, oder, oder, aber macht ihr auch sozusagen, dass ihr da irgendwas Qualitatives, Datenmäßiges analysiert, also dass ihr guckt, okay, Webseitenzugriffe von monday.com oder irgendwas in der Art?
Absolut, all diese Themen musst du wie ein Puzzlebild dir zusammenfügen. Wir haben ein breites Arsenal an Daten, die wir uns je nach Geschäftsmodell an der Stelle angucken können. Gibt auch, ich sag mal, Panels von beispielsweise Menschen, die in Softwareunternehmen arbeiten, im Vertrieb, und schaut sich an, was so deren Zukunftseinschätzung ist. Und genau, also es gibt einfach, es ist Puzzlearbeit an der Stelle, und eben zunehmend auch gerade natürlich bei, das kommt immer auf den Einzelnen, das kommt tatsächlich immer auf den Einzelfall an, weil du jedes Unternehmen anders analysieren musst. Aber ich sag mal, ich würde mal sagen, es sind wahrscheinlich schon so 10 verschiedene Sichtweisen, die du pro Unternehmen eigentlich haben willst. Und wenn du dir wirklich sicher sein willst, dann versuchst du einfach noch ganz viele andere Puzzlestücke dazu zu fügen. Mit den Wettbewerbern sprechen ist auch immer äußerst aufschlussreich, mit Branchenexperten, mit deren Vertriebspartnern zu sprechen etc. pp.
Wenn du dann nach San Francisco fliegst oder so, dann muss man sich so vorstellen, du hast eine ganze Reihe von Lunches und Coffee-Dates mit verschiedensten Leuten aus dem Markt.
Genau, das kann ein Teil einer San-Francisco-Reise sein. Ich versuche es häufig auch mit Konferenzen zu verbinden, wo du dann so eine Art Speed-Dating hast, wo dann beispielsweise im März bin ich dort, da ist dann eine Konferenz, wo dann, ich sag mal, die Unternehmensführer von 200 börsennotierten Tech-Unternehmen da sind, und dann triffst du eben ganz viele auf einen Schlag in 3, 4 Tagen, was einfach die Logistik sehr effizient macht, und dann macht man zusätzlich dafür dann halt noch seine weiteren Meetings vor Ort, spricht natürlich teilweise auch mit VCs im Verledenen, die aber auch wiederum interessante Insights haben, Und ja, ich sag mal, am Ende versucht man so sein Bild zusammenzufügen.
Du reist viel durch die Welt. Also ich habe gesehen, zuletzt warst du sogar mit unserem Kanzler unterwegs.
Das stimmt, genau. Das war eine Reise mit Friedrich Merz und einigen weiteren Unternehmern in den Mittleren Osten, unter anderem auch in die Vereinigten Arabischen Emirate. Und das Ziel war eigentlich so ein bisschen, ich sag mal die deutschen Verbindungen politischer Natur dort natürlich aus Sicht des Kanzlers zu stärken, aber insbesondere eben auch deutsche Wirtschaft bei ihren Expansionsbestrebungen zu supporten. Und genau, war eine gute Reihe an anderen Unternehmern und genau, war wirklich eine gute, erfolgreiche Reise. Und wenn man dann irgendwo die Gelegenheit hat, den Staatspräsidenten der UAE zu treffen, mit dem zu reden, und der verspricht einem, dass er dann einem dort ein paar Türen öffnen wird, dann passiert das auch sehr, sehr schnell, kann ich berichten. Also insofern war es eine gute Reise und auch sehr hilfreich, dort einfach mit dem Kanzler unterwegs sein zu können.
Aber dir geht es dann bei sowas auch um Research oder eher um auch Mittel einzuwerben für deine Fonds?
Das war jetzt eher weniger Research an der Stelle. Das ist dann eher einfach im Mittleren Osten, wo es ja auch viele für uns interessante Kapitalsammelstellen gibt und generell viel Expansionspotenzial, einfach dort mit den für uns relevanten Menschen in Kontakt zu kommen. Gibt in der Region aktuell relativ wenig börsennotierte Tech-Targets. Eins davon wäre beispielsweise Talabat, das ist die Tochter eigentlich von Delivery Hero, und das kennen wir ganz gut, aber sind da jetzt aktuell nicht interessiert gewesen.
Okay, okay, das heißt, das geht dann mehr Kapital sammeln, heißt Leute, die auch möglicherweise Lust haben, in deine Fonds zu investieren.
Das sind teilweise genau Leute, oder aber vor allen Dingen natürlich dort auch Staatsfonds, Family Offices, und genau, einfach, es gibt insgesamt relativ viel technologieaffines Kapital im Mittleren Osten. Und das natürlich auch was, wo wir uns eigentlich wünschen, dass wir in Deutschland auch viel mehr technologieaffines Kapital hier haben, was wir dann wiederum in die besten Tech-Unternehmen investieren können. Die haben beispielsweise auch große Summen in OpenAI investiert, in Air Traffic und in viele der anderen Top-Tech-Unternehmen. Und eigentlich selber auch, ne, Ich selber habe auch in beide Unternehmen privat investiert, bei BitCapital, weil sie nicht börsennotiert sind, Convalescent leider nicht. Allerdings sind wir gerade am Überlegen, ob wir einen Crossover-Fund auflegen, das heißt einen, der uns eben auch erlaubt, in solche Unternehmen zu investieren. Und genau, das schauen wir uns gerade an. Und wenn es Interessenten an so etwas gibt, dann freuen wir uns über die Rückmeldung.
Wer dort auch frühzeitig Schreibt mir philipp@omr.com, ich leite es an Jan weiter, wer bei so einer Fondsgründung mit dabei sein möchte. Also okay, da geht es ja darum, abseits der Kapitalmärkte schon sozusagen in nicht börsennotierte Firmen reinzugehen.
Genau, in dem Sinne, das, was ich, ich sag mal, ich mache in meinem Family Office eigentlich überwiegend Sachen, die irgendwie synergetisch zu WIT sind. Und das heißt, ich habe mich natürlich dafür interessiert, in Unternehmen, die sowieso wichtig sind für unsere Coverage, an die ich glaube, zu investieren. Habe mit meinem Family Office quasi dann eben in diese Unternehmen, also vor allen Dingen eben OpenAI und Anthropic, aber auch in Databricks oder so beispielsweise investiert. Und wir überlegen, ob wir das nicht auch den Bitanlegern in einem neuen Fonds zugänglich machen können. Und genau, und da wir aktuell das besprechen, freuen wir uns natürlich über Rückmeldungen, für wen das denn eigentlich spannend wäre.
Wie viel Kapital bräuchte man, damit sich sowas für dich lohnt? Also wie gesagt, wenn du so einen Fonds machst, dann muss der wie groß sein, damit das losgehen kann?
Ich würde mal sagen, am Ende geht es ja auch darum, einfach immer einzufangen, Track Records zu liefern und das dann wiederum größer zu machen. Ich denke, dass wir starten würden irgendwann, wenn wir so 50 Millionen haben, und wir selber als BIT werden natürlich dort investieren, und dann gucken wir einfach mal, wie groß der werden würde. Aber ich glaube, das genau hat eigentlich ein schönes Potenzial.
Wie bist denn du da reingekommen in Entropic und OpenAI? Ich meine, das ist ja der Traum vieler wahrscheinlich, so okay Mensch, es war schon vor 2 Jahren sichtbar, so oder vor 3 vielleicht schon, dass das jetzt Firmen sein werden, die im Wert steigen, zumindest mal für eine Weile, aber man konnte halt nicht mitpartizipieren. Wie hast du es geschafft?
Also ich sag mal, als Privatanleger bei kleineren Beträgen wird man es weiterhin sehr, sehr schwierig dort haben. In meinem Fall haben wir über mein Netzwerk dort Zugang bekommen, einfach über mein geschäftliches Netzwerk, aber auch, weil ich ja eine AI-Safety-Stiftung gegründet habe. Da können wir vielleicht später noch drüber sprechen, aber auch dort hat man dann automatisch eine größere Nähe wiederum zu diesen ja, zu den, zu den wichtigsten Labs. Was aber auch spannend ist als Privatanleger, kann man wahrscheinlich sogar bereits über Hyperliquid, das ist eins der interessantesten Krypto-Protokolle derzeit, selbst mit kleinen Beträgen in diese Unternehmen investieren. Hyperliquid ist quasi ein Trading-Protokoll, so würde ich es mal nennen, ist teilweise mit der effizienteste und günstigste Weg, Wenn man beispielsweise Krypto traden will. Allerdings auch ein bisschen, ich sag mal, technisch eher für Fortgeschrittene. Jetzt nicht irgendwie so einfach wie eine gute Exchange aufgebaut, aber dafür hat man eben dann auch teilweise die Möglichkeit, dort in Futures zu investieren, die wiederum den Preisverlauf nachbilden der OpenAI-Shares oder auch der SpaceX-Shares.
Okay, also man ist da nicht in der Firma investiert, sondern man ist dann—
Du hast eigentlich quasi ein Derivat, was dir irgendwo wo, ich sag mal, etwas liefert, was dem Kursverlauf dieses Unternehmens nahe kommt.
Und ist das safe? Also klingt ja so ein bisschen sehr futuristisch und vielleicht nicht ausreichend reguliert und so.
Also ich glaube, es ist definitiv etwas, was man sich ganz genau prüfen muss und was auch, ich sag mal, diverse technische Risiken natürlich, wie alles Krypto, nach sich bringt. Das ist aber schon, muss man sagen, und wir haben auch in unseren Kryptofonds dort investiert, auf jeden Fall eines der besten Protokolle da draußen. Hat es auch geschafft, und das muss man ja sagen, in kürzester Zeit nach ihrem Launch einem auf, ich sag mal, etwa eine Million, teilweise an manchen guten Tagen 2 Millionen Revenue, in dem Fall Gewinn für das Protokoll pro Tag zu kommen. Also es ist schon proven in dem Sinne, dass da sehr viele Menschen mitmachen und es einen sehr ausgezeichneten Ruf hat, aber es hat natürlich zusätzliche Risiken im Vergleich dazu, wenn man jetzt einfach irgendwie eine Aktie kaufen würde oder wenn man einfach unsere Fonds an der Stelle kaufen würde. Das ist definitiv ein sehr erhöhtes Risiko und ist jetzt wahrscheinlich auch nicht für jedermann geeignet. Aber wer unbedingt dort Exposure haben will, der sollte sich das vielleicht an der Stelle mal angucken.
Okay, okay, okay. Also darüber bist du nicht drin, sondern du hast sozusagen dann schon echte Shares?
Genau, und das wäre auch das, was wir mit BetCapital eben anbieten würden. Also quasi an den Unternehmen oder eben an SBVs, die wiederum an diesen Unternehmen beteiligt zu werden.
Da kauft man dann irgendwelchen Mitarbeitern Shares ab oder sowas?
Art. So etwas kann es zum Beispiel sein, genau.
Und das hast du gerade erzählt, es gibt von dir auch noch eine KI- oder AI-Safety-Stiftung. Was ist das?
Also als ich mir vor langer Zeit überlegt habe, okay, was fange ich an, eben mit einem Teil meines Geldes zu machen, wie möchte ich das außer natürlich für mich selber nutzen, kamen natürlich so Ideen wie in Bildung investieren. In Afrika habe ich auch eine Pilotprojekte gemacht, habe aber auch irgendwann dann festgestellt, Dass das aus meiner Sicht größte Problem der Menschheit, wenn Technologie sich so rasant entwickelt, wie sie das tut, und in vielen Bereichen natürlich ein großer Segen ist, Technologie vielleicht auch das größte Problem der Menschheit mal sein kann, wenn nämlich diese Technologien irgendwann vielleicht gewaltigen Schaden anrichten. Und ich habe deshalb vor einigen Jahren die Global Technology Risk Foundation, also quasi eine G-GmbH, aber nennen wir sie einfacher halber Stiftung gegründet, die eben versucht, also eine gemeinnützige GmbH, genau, eine gemeinnützige GmbH gegründet, die eben versucht, die Risiken insbesondere von AI, die beispielsweise da weh sein könnten, Terroristen nutzen eine starke AI, um das nächste Coronavirus dann aber vielleicht mit selber Tödlichkeit wie Ebola herzustellen oder andere Themen, diese Themen zu mitigieren, indem wir beispielsweise Teams oder Forschern, die daran arbeiten, eine Verhinderungsstrategie Geld spenden und diese quasi damit wie eine Seed-Finanzierung durchführen. Wie groß ist diese Stiftung?
Also wie viel Kapital ist da drin?
Also ich sag mal, ich investiere dort einen 7-stelligen Betrag im Jahr.
Okay, also das heißt, da fließen dann jedes Jahr 200 Millionen rein?
Genau, ich sag mal, es wäre ziemlich ineffizient, deswegen auch, wenn das Geld da von mir drin läge und dann eine Stiftung darf es irgendwie zu ein paar Prozent anlegen, sondern ich schiebe dort jedes Jahr quasi Geld rein und genau, das ist ein 7-stelliger Betrag beispielsweise dieses Jahr.
Und da gibt es dann Team, das es dann investiert, genau, vergibt oder so. Genau, arbeiten dann 3, 4 Leute?
Es wird, es wird, nein, aktuell ist eine Vollzeitbeschäftigte, die ist auch meine Schwester, insofern bin ich bestens vertraut. Und die wiederum hat es geschafft, in wirklich ein paar der exzellentesten Teams in dem Bereich wirklich als Seed, wie ein Seed-Investor kannst du dich dann quasi dort sehen, zu investieren. Gleichzeitig vergeben wir auch wiederum teilweise Geld an andere Organisationen, an andere Stiftungen. Und abgesehen von quasi diesem gemeinnützigen, oder ich sag mal Non-Profit-Bereich, um das zu machen, habe ich quasi dann auch noch aus dem Family Office in VC-Fonds investiert, die wiederum selber auch aktiv sind, dort aber auch kommerzielle Unternehmen unterstützen. Es muss einfach nur sehr, sehr viel geschehen in dem Bereich.
Aber sagen wir mal zur Klarheit, dein Family Office ist klein, weil der Großteil deines Geldes ist in, ist ein Das ist so, ja, genau. Es ist ja auch, muss man sagen, jetzt habe ich ja am Anfang gesagt, ihr habt jetzt da über 2 Milliarden an Management. Wo kann man hinkommen in den nächsten Jahren? Was würdest du sagen?
Ich würde es mal anders sagen. Bei der Performance, die wir haben, müsst ihr eigentlich gucken, wenn man in die USA, da gibt es Cathie Wood, die hat, ich weiß nicht wann, aber als ich letztes Mal drauf geguckt habe, hatte sie glaube ich etwa 20, 30 Milliarden an Assets, war ja bei einer Performance Performance. Ich glaube, sie hatte etwa 100% Rendite erzielt zu dem Zeitpunkt, wo wir 700% erzielt hatten. Das heißt, ich sag mal, je nach Markt kann man dort schnell auch mal in zweistellige, irgendwann vielleicht auch in dreistellige Milliardenbeträge kommen. In Deutschland, weil wir leider ja noch kein besonders aktienfreundliches Land hier sind, hat es jetzt einfach mal 8 Jahre gedauert, dahin zu kommen. Aber ich würde sagen, es sollte nicht weitere 8 Jahre dauern, bis wir dann auch selber mal zweistellig sein können an der Stelle.
Und dann ist es ja, es ist jetzt schon, aber dann natürlich auch für dich zu Recht, ja, ich meine, die Leute verdienen ja mit dir dann noch eine Menge Geld, wenn es gut läuft, aber auch für dich ist auch einfach ein gutes Business, das muss man auch mal sagen. Du bist Unternehmer und man hat da nicht nur dann die Returns, sondern du hast ja auch dieses, diese, diese sozusagen Provision oder diese Management Fee, wie auch immer das bezeichnet wird, und das ist dann Größenordnung 1% oder sowas?
Je nach, je nach Vehikel ist es irgendwo zwischen, ich sag mal, 0,5 und irgendwo 1,8% fixen Gebühren, und dann haben wir teilweise eben noch Performance-Fee on top.
Das heißt also, sagen wir jetzt mal ganz simpel, da sind 10 Milliarden eines Tages vielleicht drin, dann wäre 1%, also 100 Millionen, die zurückkommen als Gebühr für deine Arbeit und die deines Teams. Davon kann man jetzt schon ein Team ganz auskömmlich beschäftigen.
Das ist definitiv so. Man kann dann natürlich auch sagen, okay, wir hätten jetzt 10 Milliarden drin, hätten wir es wieder geschafft, etwa, ich sag mal, also in den vergangenen Jahren die 30%-Summe, und dann hätten wir natürlich auch 3 Milliarden für die Anleger verdient und hätten und dann auch für uns einen guten Betrag hängen geblieben. Insofern, wenn es gut läuft, ist es ein gutes Geschäft.
Ist denn das eigentlich deutlich schwieriger, das Geld so profitabel anzulegen, je mehr man davon hat? Also so ein bisschen ist ja in der VC-Welt auch so die These, na ja, so ein Business Angel, der irgendwie so mal hier 50.000 € oder 100.000 € investiert und der smart ist und sich ein bisschen auskennt, dass der daraus jetzt irgendwie ein 5x schafft, das ist gar keine so große Kunst. Aber wenn du einen VC-Fonds hast, wo dann irgendwie 200 Millionen drin sind und du musst damit ein 5x machen, musst ja viel mehr Geld investieren. Dann, wer will das ganze Geld haben? Also wo kann man das so profitabel reinschieben? Ist schwieriger. Ich stelle mir das bei so Fonds wie bei dir auch als Problem vor, dass du da nicht mehr so einfach mal sagen kannst, okay, jetzt schaffe ich das genauso mit dem 5-fachen Volumen.
Das kann auf jeden Fall einen Effekt haben und kommt natürlich auch immer ein bisschen an, in was für Unternehmen man dort investiert, wie groß man wirklich geworden ist. Zumindest muss man sagen, wir haben das Glück, dass wir eigentlich mit weltweiter Technologie mit uns den größten Markt eigentlich auch, was Marktkapitalisierung an der Stelle angeht, ausgesucht haben. Der typische Sweet Spot, wo wir investieren, ist vielleicht so 2, 3 Milliarden bis irgendwie auch 200 Milliarden, Firmenbewertung. Genau, und das sind dann Unternehmen, die, ich sag mal, pro Tag alleine mehrere Milliarden an Tradingvolumen häufig Zumindest dann muss man sagen, wenn sie in Amerika notiert sind. In Europa sind die Trading-Volumina vieler Unternehmen leider viel, viel niedriger, was auch ein insgesamt großes Problem des europäischen Kapitalmarktes ist, dass wir hier diesen zerstückelten Markt haben, wo in Deutschland gibt es einen Markt, der ist aber nicht so groß, in Frankreich einen, alle Länder wiederum noch mit eigenen Lokalspezifika agieren, ist auf jeden Fall für den Standort auch ein großes Hindernis an der Stelle. Und bei uns ist es so, du bist irgendwann, bist du in der Größe, ich sag mal, wo dir bis zu einer gewissen Größe hilft, dir Größe aber auch manchmal, weil du dann natürlich für die Unternehmen viel, viel relevanter bist, bei denen viel, viel besseren Access bekommst, einfach viel eher mit dem C-Level dort sprechen kannst, viel mehr Exposure bekommst, auch für die, ich sag mal, Intermediäre, die am Geschäft teilhaben, dir weiterhelfen können, wiederum spannend bist. Und genau insofern hat es so ein bisschen seine, ich sag mal, Vor- und Nachteile an der Stelle, größer zu werden.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso Milchkaffee Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Wie sieht es mit deinen Kryptoaktivitäten aus? Die haben ja wahrscheinlich auch gelitten, weil wir haben nicht nur einen SaaS- oder Software-Sell-off gesehen, sondern du warst ja auch, oder bist ja, glaube ich, tief in Kryptofragen drin. Das ist ja auch als Bitcoin allen vorweg richtig abgerauscht in den letzten Wochen.
Das stimmt. Wir haben letztes Jahr, ich sag mal, wir sind eigentlich mit einem ziemlich positiven Kryptomarkt-View ins Jahr gestartet, muss man sagen, sind davon ausgegangen, dass einfach getrieben natürlich von dem, was in den USA auch an Deregulierung stattfindet und positiver Regulierung vor allen Dingen stattfindet, dass das etwas ist, was den Markt auch nachhaltig beflügeln kann. Wir haben dann, ich sag mal, eher zu Mitte des Jahres, ich sag mal, uns, ich sag mal, eine etwas vorsichtigere Meinung dazu aufgebaut, und die war so ein bisschen, ich sag mal, einerseits sehen wir diese Vorteile, Vorteile dessen, was dort kommen kann. Andererseits haben wir auch auf den, ich sag mal, 4-Jahreszyklus des Bitcoin geschaut und gesagt, okay, wir kommen so langsam in den etwas gefährlicheren Bereich dessen. Haben dann im Laufe des Jahres beispielsweise in unserem Kryptofonds durchaus Risiken abgebaut und uns etwas, ich sag mal, einerseits etwas konservativer aufgestellt und haben gleichzeitig, wir haben ja in diesen Kryptofonds, wo wir einerseits in Equity investieren, andererseits in Tokens investieren, auch die Möglichkeit, Möglichkeit gehabt, in Firmen selber als auch in Unternehmen zu investieren, die eigentlich eine Mischfunktion haben, die beispielsweise als Bitcoin-Miner gestartet sind, jetzt aber eigentlich, ich sag mal, die Datencenter-Betreiber hinter der AI, hinter dem AI-Boom geworden sind. Beispielsweise unsere beste Aktie wahrscheinlich in den meisten Fonds im letzten Jahr, Iron, früher mal Iris Energy. Die sind mal gestartet als Bitcoin-Miner, haben sich dann frühzeitig sehr, sehr günstige Energie in den USA gesichert. Und die hat glaube ich letztes Jahr wahrscheinlich so 400-500% Rendite gemacht, weil sie eben auf diesen Energie-Assets an der Stelle setzt, die jetzt eben in hoher Nachfrage sind.
Weil das so spannend ist, also ich meine, davon träumt ja jeder, auch mal so ein Nugget zu treffen.
Wie hast du zum ersten Mal Gut, also da kann man sagen, wir haben ja seit vielen Jahren unsere Kryptofonds, und diese Kryptofonds investieren in ein Universum von vielleicht irgendwo 200 Krypto-Unternehmen weltweit. Und ein zweiköpfiges Team hat nichts anderes gemacht, als sich mit diesen Unternehmen eng auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben im Krypto-Winter von, ich glaube, es war wahrscheinlich '22 oder '21, dieses Unternehmen gefunden mit einer Market Cap damals von vielleicht 200 Millionen Euro. So, und wir haben seitdem mit dem, aber auch mit 20 Wettbewerbern von denen ständig intensive Gespräche geführt. Und die gingen damals eher darum, um das Bitcoin-Geschäft. Und die haben sich dann aber natürlich schnell dahingedreht, weil ganz viele dieser Unternehmen zusätzlich zum Bitcoin-Mining-Geschäft sich ein AI-Datencenter-Geschäft aufgebaut haben.
Und insofern waren wir mit die Ersten, weil es ja so naheliegend ist, weil man so viel Energie braucht.
Genau, weil beide sind am Ende Datacenter und das eine monetarisiert über Bitcoin, das andere monetarisiert über AI. AI war dann am Ende der viel, viel größere, viel, viel wichtigere Boom und insofern sind viele Gute dann umgesattelt. Und da wir diese Gespräche seit Jahren geführt haben, auch zum Zeitpunkt, als diese Unternehmen gar nicht diese, ich sag mal, Unternehmen waren, die jetzt bei jedem auf dem Radar waren, haben wir natürlich einfach schnell verstehen können, okay, wer sind die gut gemanagten, wer sind die schlecht gemanagten, wer trifft eigentlich in der Regel seine Prognosen und das, was er sich vorgenommen hat beim Ausbau dieser Datencenter, wer nicht. Und insofern muss man einfach sagen, wir sind dort wahrscheinlich weltweit, gehören wir in diesem Bereich zu den mit am besten informiertesten Investoren in den ganzen Aktienmärkten. Und das hat uns natürlich geholfen. So hat auch unser Kryptofonds letztes Jahr verloren, aber ich glaube, wir haben nur 9% verloren, während gleichzeitig, ich glaube, wahrscheinlich überhaupt nur 5 Assets in den Top 100 überhaupt positiv waren. Ich glaube, 2 davon waren Privacy Coins, in die darf man mit Fonds leider sowieso nicht investieren, was irgendwo schade ist, aber so ist die Regelung dazu.
Privacy Coins, das ist dann so Monero und solche Sachen.
Monero und Zcash waren eigentlich die bestperformendsten Assets des Jahres.
Warum gehen die so ab? Was sehen die Leute da?
Ja, man muss es natürlich so sehen. Krypto ist ja mal gestartet eigentlich mit dem Versprechen, wirklich wie Cash ein auch komplett anonymes Zahlungsmittel zu sein. Zahlungsmittel zu sein, also zumindest ein echtes Cash-Zahlungsmittel. Wenn ich dir einen Hunderter in die Hand drücke, dann ist es genauso viel wert wie der Hunderter von jedem anderen zuvor. Und Bitcoin hat diese Rolle nur zum Teil erfüllt, weil wenn vielleicht Putin vorher deinen Bitcoin, dem der gehörte, dann kann es sein, dass dieser Bitcoin jetzt irgendwo anders nicht mehr akzeptiert wird. Und damit wird so ein bisschen eigentlich die Fungibilität des Geldes, also dass jeder jedes Geldstück so viel wert sein sollte wie das andere Geldstück unterbrochen. Es gibt viele, erkennt dann anhand der Transaktionshistorie, okay, der Westhammer hat einen Bitcoin aus Russland, genau, und der vielleicht irgendwo sanktioniert ist, und deswegen wird der, wenn du den auf der Exchange einzahlst, mal nicht akzeptiert oder festgehalten etc. pp. Damit ist so ein bisschen dieses, das ist wie digitales Cash, Verständnis nicht mehr ganz gegeben. Und diese Rolle kann derzeit, und das hat halt auch ein 10-Jahre-Track-Record, eigentlich nur ein Monero füllen an der Stelle, und eben andere derartige Assets möglicherweise. Aber da gibt es dann wiederum eine große Debatte drum. Und weil das eigentlich ein ziemlich großer Markt sein müsste, haben sich diese Coins teilweise eben auch entgegen großen regulatorischen Gegenwindes relativ positiv entwickelt. Genau, ist aber in Europa auch schon sehr schwer überhaupt geworden, diese zu kaufen.
Muss man auf irgendwelchen koreanischen Exchanges angemeldet sein und sowas in der Art, ne?
Man kann einfach mal seine AI der Wahl fragen und wird dann wahrscheinlich Wege finden, wie man die kaufen darf. Es ist nicht illegal, aber es ist zumindest so, wir als Fonds, und das natürlich für unsere Anleger schade, weil wir hätten es definitiv gemacht, dürfen sie für unsere Anleger nicht kaufen.
Okay, aber das heißt dennoch so bei die Basisfrage: Kommt der Bitcoin zurück? Also jetzt sozusagen in den nächsten 1, 2 Jahren, sehen wir wieder Bitcoin-Kurs von über 100.000 Dollar?
Also ich glaube, die Chance, dass wir einen viel, viel höheren Bitcoin-Kurs sehen in 5 Jahren, die ist aus meiner Sicht sehr, sehr hoch. Die Prognose, wann genau er wiederkommt und in welchem Ausmaß, die wiederum ist extrem schwer. Und das kann, ich sag mal, absolut sein, dass der Bitcoin in 5 Jahren mehr als 10x höher steht. Gibt sehr, sehr viele Szenarien, die das supporten. Es gibt aber auch durchaus einige, und ein weiteres Risiko, was so ein bisschen jetzt akuter geworden ist, weil eigentlich durch AI sich jegliche technologische Entwicklung sehr beschleunigt, sind halt Quantumsicherheitsrisiken, die auch den Bitcoin beispielsweise betreffen. Und das lastet aktuell auch noch ein bisschen auf dem Sentiment. Und dann muss man einfach sagen, aktuell ist es ein Krypto-Bärenmarkt. Und ich sag mal, wann genau der endet, ist eine wirklich schwierige Frage. Die kann wahrscheinlich niemand, ich definitiv nicht, mit hoher Konfidenz beantworten. Dass es sich wieder dreht, wiederum halte ich für auch sehr, sehr wahrscheinlich. Und dann kann es auch eben wieder, ich sag mal, wirklich explosiv an der Stelle werden, gerade wenn wir möglicherweise infolge von desinflationären Tendenzen bei AI wiederum gute Spielräume für Zinssenkungen sehen, dann wiederum neue Dynamik reinkommt, dann kann das Feld auch an der Stelle ganz schnell ganz, ganz anders wiederum aussehen. Aber aktuell würde ich sagen, es ist einfach nur eine unklare Direktion.
Aber du hältst an Bitcoin, ich meine, du bist ja schon immer eh und je Bitcoin-Holder gewesen und hältst weiter.
Ich halte weiter. Aber ich habe meinen Bestand durchaus, durchaus spürbar reduziert. Und auch in unseren Fonds muss ich sagen, beispielsweise was ein guter Pick war, beispielsweise Hyperliquid sehr stark auch in den Vordergrund gestellt, weil Hyperliquid eben einfach davon lebt wie eine Aktie, dass es sehr, sehr hohe Cashflows hat. Um das Prinzip dort noch einmal zu verdeutlichen, Hyperliquid ist eine Tradingplattform, Diese Trading-Plattform fragt insgesamt nach sehr, sehr geringen Gebühren, also viel günstiger, als es jetzt irgendwo bei, ich sag mal, Robinhood, Trade Republic oder sonst was wäre, verdient daran aber trotzdem pro Tag irgendwie vielleicht mal 1, 2 Milliarden an Gebühren. Und die Gebühren sind dort dann quasi direkt der Profit, und dieser Profit wird quasi ausgeschüttet an die Tokenholder, indem einfach Token zurückgekauft werden. Werden. Und sowas tradet dann, ich sag mal, sowas letztes Jahr ein paar hundert Prozent gewachsen und tradet dann vielleicht jetzt auf einem quasi gerechneten KGV von irgendwo zwischen 15 bis 30 oder so, je nachdem was man dort gerade anlegt, was für etwas, was sehr stark wächst, nicht unbedingt sehr viel sein kann, hat aber natürlich auch weiterhin sehr, sehr viele Risiken. Aber es ist zumindest eines der Assets, die sich letztes Jahr relativ gut gegen den Markt entwickelt haben. Und es spielt aktuell in unseren Fonds neben Bitcoin und eben neben besagten Unternehmen, die eben diese hybride Funktion haben, das heißt Datencenter, eine relativ große Rolle.
Mir hat mal jemand erzählt, dass ein Grund für den Verfall des Bitcoins auch sei, dass die ganzen Zocker, also die, die da spekuliert haben und so ein bisschen das so als Wette gesehen haben und dann so rein, raus und so, dass die jetzt einfach weitergezogen sind. Diese ganze Tribe, die gibt es quasi nicht mehr, diese Community, die sind jetzt bei Kalshi und bei Polymarket und bei diesen Prediction-Market-Plattformen, die ja auch in den letzten Monaten neu entstanden sind. Was hältst du davon?
Also Prediction Markets sind ein Riesenthema, auf jeden Fall, auch für uns bei BitCapital. Wir nutzen das beispielsweise, um, wenn wir irgendwo bestimmte Fragen haben zu, wie könnte sich diese Situation entwickeln oder die, dann schauen wir uns sehr genau an, wie sich diese Prediction Markets dort weiterentwickeln, weil auf diesen Prediction Markets gibt es quasi häufig irgendwelche Menschen, die vielleicht Insider zu einer Thematik sind oder einfach nur wirklich die absoluten Experten sind und das dann mit Geld unterlegen. Prediction Markets sind sehr real, funktionieren aus unserer Sicht sehr gut, haben eine ziemlich große Zukunft vor sich und sind auch für manche Branchen, wiederum ziemlich disruptiv, weil auf diesen Prediction Markets natürlich beispielsweise auch Sportwetten gehandelt werden. Und während man normalerweise bei Sportwetten typischerweise irgendeinen Bookmaker braucht, der dann einfach so seine Marge in der Mitte natürlich haben will, die vielleicht so 10% ist oder auch mal mehr, nehmen diese Prediction Markets einfach nur 1,5% oder ich sag mal 1 bis 2% aktuell und sind deshalb natürlich ein effizienter Weg auf bestimmte Sportereignisse beispielsweise.
Gesehen, weil Polymarket hatte den ersten ganz großen Hype, als sie die US-Präsidentschaftswahl, die letzte mit Trump, so genau vorhergesehen haben, besser als die Marktforschungsfirmen. Seid ihr denn beim Aufstieg dieser Firmen mit dabei? Also ich meine, das wäre so ein typisches Beispiel, wo man auch sagt, okay, da möchte man, die sind ja noch nicht börsennotiert.
Also indirekt sind wir dabei, weil eine der am besten aufgestellten Plattformen dafür, das weiterzuentwickeln, ist Robinhood. Robinhood ist eine Aktie, in der wir in der Vergangenheit auch durchaus in großen Umfang investiert gewesen sind, und insofern haben wir für unsere Anleger damit mit profitieren können. Und was wir auch gemacht haben, dort wo wir es konnten, was relativ naheliegend war, war DraftKings zu shorten.
Also wieder dasselbe Modell, also DraftKings, eine große amerikanische Sportwettplattform. Dann habt ihr gesagt, okay, wenn die jetzt alle aufkommen, dann wird DraftKings darunter leiden und wird seine Marge nicht halten können oder wird vielleicht einfach Geschäft verlieren.
Und dann genau in Kombination, in Kombination mit, in Kombination eben mit anderen Faktoren, haben uns Daten angeguckt, war das für uns eine relativ naheliegende Aktie, wo wir gesagt haben, gegen die stellen wir uns auf.
Okay, okay. Aber das heißt, bist du dann auch so privat auf diesen Prediction-Markten unterwegs, so ein bisschen?
Ein kleines bisschen, aber meistens ist eher mein Team, was dort in diese Themen tiefer reinschaut, einfach nur aus Zeitgründen. Aber es sind schon, ich sag mal, faszinierende Plattformen und ich nutze es eben einfach, um zu einigen wichtigen Themen im Bilde zu bleiben. Aber typischerweise ist es dann von meinem Analystenteam einfach gesteuert, die sich beispielsweise melden, wenn wir sagen, hey, die Wahrscheinlichkeit, dass in den USA dieses Jahr noch die große Health-Reform durchkommt, ist irgendwie hier um 30% gerade gestiegen. Was macht das jetzt eigentlich mit unseren gesundheitsspezifischen Investments in den USA? Sollten wir nicht vielleicht bei Hims lieber jetzt aussteigen als ein mögliches Outcome von Prediction Markets.
Es ist ja generell, also diese Plattformen, insofern auch krasse Stories drumherum. Ich glaube, die Gründerin von Kalshi ist eine Dame oder eine Co-Gründerin zumindest, die noch bis vor ein paar Jahren irgendwo Ballett getanzt hat in Wien und das dann irgendwann hat sein lassen als Balletttänzerin und dann einen Weg gefunden hat, scheinbar mehr zu verdienen. Sie ist eine der jüngsten Milliardärinnen der Welt. Also da habe ich so ein paar Geschichten mal gelesen. Verrückt, was sich so um diese neuen Plattformen, also tut. Bist du auch am Ende so wahnsinnig skeptisch auf den Arbeitsmarkt? Also ich meine, du hast jetzt viel von KI gesprochen und ich hatte vor kurzem den Christian Angermeier hier zu Gast, den kennst du ja auch. Der hat dann so eine Welt dargestellt, wo wirklich Arbeit eigentlich nicht mehr stattfindet außer von irgendwelchen KIs und irgendwie Robotern, also Robotics. Siehst du es genauso?
Ich glaube, wir sind tatsächlich an einem Zeitpunkt der AI-Fortschritte, der Zeit angelangt, wo ein großes Risiko besteht, dass mehr und mehr Jobs durch KI ersetzt werden. Das würde ich sagen, ist auf jeden Fall der Fall. Was etwas unklarer dafür oder natürlich immer ist, ist, welche spannenden neuen Jobs entstehen und wie viele an der Stelle. In der Vergangenheit war es eigentlich bei allen technologischen Wandeln so, dass immer wieder so viele neue spannende Jobs entstanden entstanden sind. Das heißt aber nicht, dass man das automatisch jetzt auch bei diesem wahrscheinlich einschneidendsten technologischen Wandel, den wir vor uns haben, genauso einfach wiederholen kann. Insofern, wir schauen dort durchaus mit etwas Besorgnis auf den Arbeitsmarkt insgesamt. Also ich sag mal, aus einer Börsensicht reingesehen, ist natürlich typischerweise schwacher Arbeitsmarkt, Zinsen werden gesenkt, vielleicht erstmal gut. Aber wir sehen ernsthafte Risiken, dass es durchaus ernster werden kann in den nächsten Jahren und dass es natürlich ziemlich fatale Konsequenzen haben kann, politischer Natur, gesellschaftlicher Natur, die eben weit über Börseneffekte und dann möglicherweise folgende Zinssenkung oder so hinausgehen. Insofern, da gab es auch gerade einen sehr guten Podcast-Artikel von Karl Schulmann beispielsweise, der Ich sag mal, oder ich glaube, das ist glaube ich irgendwie 80 Millionen Mal abgerufen worden, der, ich sag mal, eine relativ klare, warnende Stimme hatte. Ich glaube, ich müsste noch mal nachschauen, vielleicht können wir es in die Shownotes packen oder so, das wäre vielleicht ganz hilfreich. Ich weiß gar nicht, ob es ein Podcast war, ich glaube, es war auf jeden Fall auch ein Artikel, den er geschrieben hatte, und das ist glaube ich eine gute Lektüre sehr kritischer Natur, die aber vermutlich relevant ist, zumindest einfach mal diese Sichtweise kennenzulernen, die ist jetzt deutlich ausführlicher einmal dargelegt. Die kommt natürlich so ein bisschen getrieben aus dem, die Software-Ingenieure sind jetzt eigentlich die Ersten, die das wirklich am eigenen Leib erfahren, dass quasi ihre Arbeit gerade oder ein Teil ihrer Arbeit sehr stark automatisiert wird. Insofern, wenn man sich gerade mal im Silicon Valley umhört, dort ist eine durchaus sehr, sehr merkwürdige Stimmung gerade. Von eigentlich ist natürlich irgendwas Zentrum der Technologie und der große Technologieoptimismus. Auf der anderen Seite geht dort gerade auch so ein bisschen die Angst um nach dem Motto: Wo bleibe ich eigentlich bei der nächsten Technologieinnovation, die dort reinkommt? Ich kann eigentlich nur jedem empfehlen, aus einer persönlichen Sicht ist sicherlich das Beste, um mit AI-Wandel erfolgreich umzugehen, ist natürlich AI so viel wie es geht selber einsetzen, selber zum absoluten Mehrwert werden.
Was macht so ein Fonds, wo habt ihr das mal im Einsatz?
Also wir nutzen es bei ganz vielen Themen, um einfach die Arbeit unserer Analysten noch viel, viel produktiver zu machen und sie darüber wieder frei zu machen für andere Tätigkeiten.
Also kein Abbau.
Beispielsweise kamen heute Earnings raus zu Portfoliounternehmen, die für uns wichtig sind. Dann hat normalerweise ein Analyst dazu sich mit eben näher auseinandergesetzt und hat uns dann einen After-Earnings- geschrieben, wo im Grunde genommen genau geschildert wird, wie er jetzt auf das Unternehmen schaut etc. pp. Das kann inzwischen KI auch extrem gut und dann schaut der Analyst noch mal drüber, editet vielleicht ein paar Themen. Das ist aber eine Aufgabe, die vielleicht normalerweise einen Analysten mehrere Stunden ganz entspannt mal gekostet hat. Das fällt jetzt weg an der Stelle. So, das führt wiederum dazu, dass dieser Analyst nun vielleicht viel mehr eigene Hintergrundgespräche führen kann und ich sag mal dadurch Insights herbeiführt, die die KI oder kein anderer Investor an der Stelle, der nicht genau dasselbe macht, haben kann. Und genau dahin verlagert sich natürlich bei uns viel Arbeit, dass wir einfach noch viel mehr Primär-Research machen können, dass das einfach noch viel mehr an diesen Unternehmen und den Menschen dahinter und den Kunden dran sein kann. Und genau, das ist jetzt nur ein kleines Beispiel für Themen, die AI uns an der Stelle abnehmen kann.
Stell dir vor, du kommst nach der Arbeit nach Hause und dein Keller steht unter Wasser. Die Nerven liegen blank, du bist gestresst und brauchst dringend Hilfe. Das Letzte, was du jetzt willst, ist eine blecherne Computerstimme, die dir sagt: Für Schadensmeldungen drücken Sie die 1. Aber mit ElevenLabs kann das auch so ablaufen: Hallo, hier ist Eleven.
Was kann ich für Sie tun?
Hey, ich habe einen Problem. Mein Keller steht unter Wasser!
Oh nein, das tut mir leid. Machen Sie sich keine Sorgen. Unser Ziel als Versicherung ist es, Ihnen das Leben in dieser stressigen Situation leichter zu machen und nicht noch zu erschweren. Ich nehme den Schaden für Ihren Keller sofort auf.
Aber wie kann das sein, dass KI so menschlich klingt?
Das ist der neue Expressive Mode von ElevenLabs. Ich erkenne den Stress in deiner Stimme und passe meine Tonalität an. Ich höre nicht nur Wörter, Wörter, ich verstehe die Emotion dahinter. Ich kann seufzen, lachen oder wie jetzt einfach eine beruhigende Stütze sein, während ich parallel den Gutachter für dich buche.
Also echte Empathie skaliert durch KI. Große Player wie die Deutsche Telekom, Klarna und Revolut nutzen diesen Service bereits, um Kunden wirklich abzuholen. Es ist nicht mehr Mensch gegen Maschine, sondern Maschine für den Menschen. Erlebe die Zukunft der Kundeninteraktion auf elevenlabs.io/omr. Und ja, auch meine Stimme wurde mit ElevenLabs erstellt.
Die AI hat auch deine Lieblingsaktie kaputt gemacht. Also du hast mir in den letzten Jahren immer von Duolingo erzählt, also Sprachlernplattform. Da habe ich jetzt geguckt, die sind 70% runter. Also ich nehme an, auch KI getrieben.
Genau, Duolingo war ein Unternehmen, wir sind ja damals eingestiegen irgendwo bei 60, bei einer Aktie wert von 60, 65. Es war zwischendurch mal die größte Aktie unserer Fonds. Es war zu dem Zeitpunkt auch ein schöner AI-Gewinner, konnte viel von ihrem Content verbessern etc., hat sich extrem erfolgreich entwickelt. Wir sind irgendwann dann ausgestiegen und weitestgehend ausgestiegen aus dem Unternehmen. Im ersten Schritt, weil das einfach sauteuer wurde. Die Aktie ist auch bis auf 500 an der Stelle hochgegangen und Das waren es wirklich, ich sag mal, dann nicht mehr attraktiv bewertet. Wir haben kleine Fragezeichen gehabt an, ich sag mal, dem Wettbewerb mit, ich sag mal, KI und haben es insofern einfach zu einer sehr kleinen Position gemacht. Und dann kamen irgendwann, ich sag mal, größere Fragezeichen auf zur, ich sag mal, Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells im Wettbewerb, wie kann es gegen KI bestehen, und ich sag mal, sind dann ganz rausgegangen. Und jetzt muss man sagen, aktuell steht die Aktie bei 110€, hat also 3/4 und mehr als 3/4 eigentlich des Wertes dort verloren. Und jetzt sind wir beobachtend an der Seitenlinie, schauen uns die Datenlage bei denen an, sprechen mit dem Unternehmen und überlegen uns, ob wir irgendwann wieder einsteigen. Aber aktuell sind wir auch eher skeptisch auf das Unternehmen. Ich kann mir schon vorstellen, dass sie irgendwann noch mal groß wiederkommen, aber es ist so wirklich so einer der Cases, wo man sagt, beides könnte sein, von absoluter Verlierer zu ein Riesengewinner von, von Aya. Und insofern gerade sind wir aus Vorsicht an der Seitenlinie bei dem Unternehmen.
Was ist aktuell eure größte Position?
Wir haben unser Portfolio aktuell, und ich werde keine einzelnen großen nennen. Wenn man will, kann man zwar nachschauen, aber es ist— ich tue niemandem einen Gefallen. Wir traden unser Portfolio 4-mal im Jahr im Schnitt und es ist in der Vergangenheit häufig gewesen, ich nenne dann eine Aktie und man springt drauf, siehe Duolingo, und denkt so, ja toll, und wir sind schon lange wieder raus. So, wenn ich sage Folgendes: Der allergrößte Teil unseres Portfolios ist aktuell ganz klar auf AI-Infrastruktur umgestellt. Was ist AI-Infrastruktur? Das sind beispielsweise natürlich Chiplieferanten, Das sind natürlich die Produzenten wiederum von Chips, das ist Memory auf jeden Fall, was derzeit ein Riesenengpass für ganz große Teile der Tech-Wirtschaft ist. Es sind natürlich auch Cloud-Provider dabei und es sind vor allen Dingen natürlich auch Unternehmen, die versuchen, diese Energy-Shortage zu beenden.
Also hat Siemens Energy den Run mitgenommen?
Siemens Energy sind wir nicht dabei gewesen, was immer schade ist, aber genau.
Da geht's ja ab wegen der ganzen Gaskraftwerke, die die bauen können.
Richtig, richtig. Wir haben in ein anderes Unternehmen investiert, Bloom Energy heißen die, die mit einer anderen Technologie, nämlich Fuel Cells, ein interessanter neuer Wettbewerb für die Gasturbinen sind. So, aber ja, ich freue mich, dass Siemens dort ja so eine schöne Success Story hat und freue mich über alle weiteren die wir hier in Deutschland finden können.
Ist es für dich relevant, dass jetzt in den USA der Notenbankchef wechselt? Guckst du dir sowas an?
Das ist für uns sehr relevant. Das haben wir auch quasi in unserem eigenen internen Makro-Memo, was unser CRO Marcel schreibt, wo er eine echt gute Treffergenauigkeit auf diese eher Makrothemen wie Arbeitsmarkt, Inflation, Zinsen etc. hat.
Kann man das abonnieren, wenn da jemand mitlesen möchte?
Das ist kein öffentliches. Ich kann aber sagen, er ich sag mal, die Quintessenz daraus, also es wird ausgewählten großen, ich sag mal, institutionellen Anlegern auch mal zur Verfügung gestellt, aber es ist nicht öffentlich. Wobei wir häufiger mal einen anderen Makrokommentar oder sowas auch veröffentlichen, wenn man bei uns im Newsletter eingetragen ist. Ich kann aber sagen, was wir dazu gesagt haben, und zwar ist wahrscheinlich eine gute Wahl von Trump, weil der gilt ja quasi aus seiner Vergangenheit als Hawk, also als jemand, der auch, ich sag mal, höhere Zinsen durchaus teilweise befürwortet. Und das wiederum gibt ihm aber wahrscheinlich die Kredibilität, wenn er jetzt dann für Zinssenkungen argumentiert, dass er einfach mehr der anderen Fed-Mitglieder auch auf seiner Seite hat. Und er wird sicherlich, bevor er dort nominiert wurde, intensivst mit der Trump-Administration gesprochen haben. Und ich gehe davon aus, dass sie dort relativ aligned sind und Insofern gehen wir davon aus, wenn, ich sag mal, die Fundamentaldaten es wiedergeben, dass dieses Jahr Zinsen noch ein guter Rückenwind werden könnten mit dem Kanal.
Am Ende dann Zinssenkung. Genau, richtig. Verfolgst du, was Warren Buffett so macht? Da gab es ja jetzt auch ganz spannende Portfoliobewegungen aus Amazon, aus Apple und so raus.
Wenig, wenig verfolgt an der Stelle. Ist bei mir nur ganz am Rande aufgepoppt.
In die New York Times hat er investiert.
Zumal er es ja jetzt auch selber nicht mehr macht, ne? Also insofern macht macht er jetzt dann sein Team.
Also New York Times Investment, hast du die New York Times jemals angeguckt als Investment Case?
Nein, haben wir uns nie angeguckt als Investment Case.
Okay, ist ja ein Abo-Modell. Okay, aber okay. Was habe ich noch? Genau, jetzt wo wir gerade die großen Namen durchgehen. Elon Musk, da kommen jetzt auch wieder News, also Merger und dann dieses Jahr Börsengang. Ist das was für euch?
Also angucken auf jeden Fall. Das Problem bei den Musk-Companies inklusive auch Tesla ist, dass du sie, wenn du auf die Fundamentals guckst, schlecht von den Bewertungen rechtfertigen kannst. Und ich glaube, da wäre SpaceX durchaus etwas, wo man eher sagen könnte, das ist so ein Unique Asset und die Moat ist entsprechend hoch. Da kann man besser eine hohe Bewertung rechtfertigen als beispielsweise gerade bei Tesla. Und insofern ist es so, wir werden uns definitiv angucken, und ich würde auch nicht ausschließen, dass wir etwas tun. Aber ich glaube, man muss einfach sehr, sehr genau auf die Bewertung hingucken. Und gerade wenn es dann irgendwie so gehypte Sektoren noch sind, dann ist es häufig so, es kommt auch noch mal wieder eine Ernüchterung, und dann kann man meistens noch mal günstiger einsteigen.
Ich meine, Rohstoffe so generell, hast ja ein bisschen im Energiebereich ein Thema. Hast du so Gold, also macht ihr sowas auch? Oder ich meine, da gab es ja einen Riesenrun. Ich habe mich sogar geärgert, dass ich das niemals mitgemacht habe. Ist das für dich überhaupt ein Thema?
Im Family Office ist es für mich ein durchaus relevantes Investment, weil es eigentlich sehr, sehr gute, interessante Eigenschaften natürlich auch hat. Gerade in Zeiten, die aus meiner Sicht, ja, ich sag mal, wenn wir jetzt auf alle möglichen AI-Disruptionen schauen, durchaus volatiler sein können, halte ich das für grundsätzlich ein sinnvolles Investment. In unserem Multi-Asset-Fonds beispielsweise spielt Gold eine große Rolle, ist der BIT Global Multi-Asset, den wir unter anderem mit dem Ziel an den Start gebracht haben, dass wir dort auch eine gute Rendite liefern, bei aber deutlich geringerer Volatilität. Da spielt Gold eine größere Rolle, da spielen aber auch andere Rohstoffe, beispielsweise in Form von ausgewählten Minenaktien, eine größere Rolle. Und unsere These auf gewisse Rohmaterialien ist durchaus eine positive, weil wir einfach davon ausgehen, wenn AI alle möglichen Themen, Services, aber auch Produktion hinterher günstiger macht, wird tendenziell mehr produziert. Wir haben aber nur eine begrenzte Menge an Rohstoffen und glauben, dass insofern verschiedenste Rohstoffe auch jenseits von eher monetären Instrumenten wie Gold davon profitieren können.
Wie viele Investments überblickst du eigentlich insgesamt? Also jetzt sind Aktien, Gold, diese ganzen Kryptosachen. Also was sind so die, also wie viel, wie viel Sachen habt ihr gerade live?
Also wir, ich sag mal, wir sind ja ein Team von 45 Leuten bei BitCapital, etwa 25 davon tragen zu unserer Performance bei, und wir haben etwas mehr als 10 fundamentale Investoren bei uns im Team, und jeder von denen hat vielleicht ein Universum, was irgendwie vielleicht so typischerweise so 20 bis 60 Unternehmen an der Stelle sind. In unseren Portfolien landen dann aber insgesamt vielleicht typischerweise so 50 verschiedene Unternehmen. So, und im Family Office bin ich sehr fokussiert. Ich mache eigentlich fast keine Startup-Investments mehr, also gibt es quasi fast gar nichts. Ich mache nebenbei Deals, wie jetzt natürlich die naheliegend sind zu dem, was ich mir sowieso anschauen muss, wie jetzt irgendwie ein OpenAI oder ein Gold ist eine wichtige Komponente, Krypto ist eine Komponente und ein paar andere Sachen mit interessanten—
Immobilien machst du gar nicht, hast du mir mal gesagt, weil du sagst, Immobilien sind von der Performance her langweilig.
Immobilien sind für meine Performance definitiv nicht interessant, sind glaube ich für viele Menschen eine gute, aber auch, ich sag mal, stabile Assetklasse und für mich investiere nicht in Immobilien, weil ich einfach sage, lieber total fokussiert bleiben auf Themen, die auch für, für BetCapital wiederum relevant sind und die mir auch eine höhere Rendite bringen. Weil in dem, was ich mache, möchte ich, bin ich einfach nicht happy mit, wenn ich jetzt 5, 6, 7% Rendite mache, dann kann ich es auch persönlich sein lassen.
Okay, ja, ich meine, viele sind ja mit 6, 7% schon sehr zufrieden.
Absolut, und das ist ja auch in Ordnung, aber da ich es ja Fulltime mache und sportlich nebenbei nehme, würde ich sagen, für mich, dann mache ich es einfach nicht. Dann würde ich es lieber einfach, ich sag mal, ganz konservativ lassen. Aber das brauche ich einfach auch. Jedes, alles Neue, was du machst, ist Arbeit. Insofern fokussiere ich mich auf ein paar Sachen, die wichtig sind. Gold zählt durchaus dazu, um deine Frage zu beantworten.
Okay, okay. Und ist denn deine Weltsicht jetzt am Ende, nach all diesen Disruptionen, die da kommen, und vielen Fragen, die sich stellen, eher eine negative oder bist du optimistisch auf die Zukunft? Ich meine, es klingt ja durchaus auch ein bisschen so, wenn du sagst, da ist sehr viel, wie nennst du es, Variabilität oder Varianz, dann, dann, das klingt ja auch nach Hoffnung.
Also ich bin mir ziemlich sicher, entweder kommt jetzt die beste Zeit der Menschheit oder möglicherweise die schlechteste. Das ist einfach das Gefährliche, aber auch das möglicherweise sehr Positive dessen, wo wir jetzt als Menschheit in den nächsten Ich sag mal, man hätte eigentlich vor einigen Jahren gesagt, das sind die nächsten 20 Jahre. Und wenn man jetzt allerdings draufschaut und den Äußerungen auch von den Menschen, die es eigentlich mit am besten vorgecastet haben, folgen, die Geschwindigkeit der AI-Fortschritte, beispielsweise Dario Amodei oder auch die Leiter der anderen großen Labs, die gehen eigentlich alle davon aus, dass wir in den nächsten 1 bis 3 Jahren gewaltige Durchbrüche haben bei AI. Und wir sehen es ja jetzt schon daran, wie gut die neuen Modelle Modelle wiederum im Vergleich zu den alten waren, dass wir so große Wissenssprünge haben, dass entweder sehr gute Sachen für die Welt passieren, was natürlich irgendwo— wir erfinden alle möglichen Impfstoffe und ansonsten Medikamente gegen Krankheiten, lösen das Bildungsproblem in der Welt, da bin ich voll überzeugt. Inzwischen hat jeder Zugriff eigentlich, wenn er möchte, oder fast jeder kann Zugriff zu toller Bildung, zu Informationen erlangen. Es gibt viele sehr, sehr positive Szenarien. Es gibt aber auch viele ziemlich negative und einige komplett schwerwiegend existenzielle Risiken für die Menschheit. Es ist ein Thema, was für mich auf jeden Fall eines ist, was in Deutschland insbesondere einfach noch komplett unterrepräsentiert in der ganzen Debatte ist. Und ich finde, man sollte sich dazu informieren, zumindest seine eigene Meinung bilden. Meinung machen. Und wie so immer, oder es ist glaube ich falsch, dann deshalb jetzt total negativ zu sein. Auch total euphorisch sollte man nicht sein, aber man sollte zumindest wissen, uns stehen einige Szenarien vor, die einfach, ich sag mal, in ihrer Tragweite aktuell noch von 99,99% der Menschen komplett unterschätzt werden. Und das müssen wir ändern.
KIs können dann Atombomben oder sowas.
Also es könnte ja, also um ein Szenario zu haben, es könnte ja sein, dass am Ende über KI andere Menschen, aber auch andere, ich sag mal, Staaten oder Atommächte so getäuscht werden, dass sie selber irgendeinen schwerwiegenden Krieg an der Stelle anfangen. Es könnte sein, dass er mit Hilfe von KI, ich sag mal, Biowaffen hergestellt, erfunden werden, die einen gewaltigen Schaden anrichten. Es könnte sein, und das weiß niemand auszuschließen, dass am Ende— was passiert eigentlich, wenn KI auf einmal tausendmal so schlau ist wie der Mensch? Was haben wir bis jetzt mit Geschöpfen gemacht, die weniger schlau waren als wir? Das sind alles Risiken, die hat es so bis jetzt in der Menschheitsgeschichte noch nicht gegeben, und das sind alles Risiken, die uns in den nächsten irgendwie ich sag mal, 1 bis 20 Jahren bevorstehen.
Aber es müsste ja auch irgendwann die Verquickung kommen mit Automation und Robotics. Ich meine, das ist ja auch noch in den Anfängen eigentlich so, ne?
Das ist sicherlich etwas, was noch ein bisschen Zeit vor sich nehmen wird, aber es muss keine perfekt funktionierenden Robotics geben, damit es gewaltige Risiken gibt an der Stelle. Und ich sag mal, wenn man sich in der AI-Safety-Community bewegt, wo einfach viele Menschen drin sind, die sehr besorgt sind über Technologie, dann gehen leider fast alle davon aus, dass wir innerhalb der nächsten 3 Jahre irgendwelche schwerwiegenden Katastrophen erleben könnten dort. Und ja, es ist insofern ein Thema, über das man zumindest sich einmal ein eigenes Bild verschaffen kann. Wir haben auch auf der Website meiner Stiftung ein paar Materialien dazu, GTR, Global Technology Risk Foundation. Heißt sie, das ist wahrscheinlich auch eine gute Absprungbasis, wenn man sich dazu informieren möchte.
Aber du bist jetzt nicht irgendwie 50% negativ, sondern eher—
Nee, ich bin eher 80% positiv, aber die 20% negativen Szenarien sind einfach zu groß, als dass wir sie derzeit so unbeachtet erliegen lassen könnten. Wir haben weltweit vielleicht etwa 500 Millionen die gerade in irgendeiner Art und Weise in AI-Safety und damit Vermeidung oder Mitigierung dieser Probleme investiert werden. Und das ist einfach viel zu wenig für die potenzielle Tragweite dieser Probleme. Wenn ich es vergleiche, beispielsweise, wir investieren vermutlich das Hundertfache und mehr zur Beseitigung des Problems des Klimaschutzes. Und ich finde einfach nur die Diskrepanz zwischen ist viel zu hoch. Das heißt, wir müssen in den nächsten Jahren viel, viel mehr tun. Einerseits im Sinne von Investieren in mögliche Lösungen davon. Wir brauchen aber auch viel mehr Aufklärung der Öffentlichkeit zu den ernsthaften Risiken. Das heißt jetzt nicht, dass ich sage, wir sollten deswegen jetzt aufhören, wird sowieso nicht gehen, an AI zu forschen. Aber wir sollten die Sicherungsmechanismen etablieren. Wir sollten dafür sorgen, sorgen, dass die wichtigsten, relevantesten Politiker, die richtigsten relevanten Unternehmensführer, die dort Einfluss nehmen können, einfach ihr Möglichstes tun, diese Risiken zu begrenzen. Insofern wundere ich mich, dass auch, sag mal, tatsächlich von Medienseite eigentlich noch sehr, sehr wenig dazu gekommen ist. Wobei ja Medien eigentlich diese dramatischen Themen lieben. Also ich kann es mir teilweise manchmal nicht erklären, warum in Deutschland so wenig darüber geschrieben wurde, in vielen anderen Ländern allerdings auch sehr wenig.
Sagen wir noch zum Abschied, gibt es irgendeine deutsche Aktie, die du dir gerade anguckst?
Wir sind weiterhin, ich sag mal, immer auf der Suche in Deutschland, natürlich auch in unserem Heimatmarkt, nach neuen Unternehmen, in die wir investieren, und haben gerade tatsächlich eine ganz spannende Research am Laufen. Aber bevor wir dort zu irgendwelchen Konklusionen gekommen und sie im Portfolio ist, werde ich auch definitiv definitiv nicht drüber reden, weil da sollen ja als Erstes unsere Anleger von profitieren.
Also aktuell nichts solches im Portfolio?
Das habe ich nicht gesagt, aber nichts Neues, was wir uns nicht angucken.
Okay, man kann es ja eh nachvollziehen, was ihr macht. Generell müssen ja Fonds dann ihre Investments nachhalten, also ex post.
Ex post muss man das machen, aber aktuell nichts, was ich jetzt an der Stelle stark hervorheben heben würde. Wir sind investiert in Deutschland bei Auto1, sind dort, ich sag mal, auch schon seit Längerem investiert und halt einfach für eins der, ja, ich sag mal, in Deutschland mit am besten geführten und spannendsten Tech-Unternehmen. Aber keine, ich sag mal, keine, also keine neuen Themen, die ich jetzt hier ankündigen würde, bevor wir dort uns sehr ordentlich positioniert haben. Und selbst dann, das Problem ist einfach, wir wechseln 4-mal im Jahr im Schnitt, ist der Portfolio-Turnover, und es immer wieder vorkommen. Ich spreche hier über was und in 2 Monaten mögen wir die Daten nicht oder denken, ah, These passt doch nicht, wir steigen aus. Und dann ist irgendjemand drauf gestoßen.
Es ist ja nur ein bisschen so auch intellektuelleres Futter und ein bisschen Einblicke zu liefern. Und hier können wir sogar den Podcast mit dem Christian Bertermann, dem CEO von Auto1, sogar, wer Lust hat, nachhören und sich dann selber eine Meinung bilden. Ist schon ein bisschen älter, glaube 2 Jahre alt oder sowas. Aber okay, okay, ja, interessant. Nächste Jahr, wenn wir das nächste Update machen spätestens, dann bist du bei vielleicht dann 3 oder 4 Milliarden.
Das wäre auf jeden Fall ein gutes Outcome. Und ja, dann schauen wir einfach, wo wir nächstes Jahr liegen, und nehmen keine Ergebnisse vorweg, sondern sprechen hoffentlich im nächsten Januar oder Februar wieder drüber.
Also wer mit investieren will, ihr könnt euch BitCapital sicherlich einfach googeln, und dann sieht man auch, wo man es kaufen kann. Also zumindest die Fonds, die einfach normal über die Bank getradet werden. Ansonsten schreibt mir philipp@omr.com und dann mache ich eine Intro. Wer jetzt hier zufällig irgendwie über mehrere Millionen verfügt, dann kommt er ganz sicherlich auch mal persönlich ans Telefon und erklärt, was er so vorhat und wo man das Geld, was er mit dem Geld machen möchte. Also wer Lust hat, ich habe es selber jetzt gesehen oder besser gesagt bin da investiert und ja, also war sehr erfolgreich. Vielen Dank.
Sehr gerne, war mir eine Freude.
Alles klar, ciao, ciao! In eigener Sache, und zwar werde ich doch seit Jahren wirklich häufig gefragt, ob mir für eine offene Stelle irgendwo jemand einfällt, und zwar als Arbeitnehmer, als Mitarbeiter an einem spannenden Projekt, in einem größeren Unternehmen, wie auch immer. Vom High-Profile-Job bis zum ganz normalen Profil ist alles dabei. Und häufig ist mir wirklich schon mal jemand eingefallen und ich habe Intros gemacht, Leute zusammengebracht, dann kam häufig Monate später ein eine WhatsApp mit Danke, heute ist mein erster Arbeitstag, oder Danke, passt perfekt, wie auch immer. Meistens hatte ich schon längst vergessen, dass ich da zwei Seiten zusammengebracht hatte. Und genau das möchte ich jetzt etwas professioneller aufziehen. Deshalb haben wir nach einiger Zeit des Testens jetzt ein eigenes Produkt erschaffen innerhalb von OMR, und zwar OMR Executive Search. Haben dafür extra einen neuen Kollegen an Bord geholt, und zwar den Sebastian Herrgott. Also ja, wirklich Herrgott, er ist seit ganz vielen Jahren in der Branche und bringt genau solche Leute aus der Branche zusammen und hilft mir dabei. Wer also jetzt hier zuhört und gerade jemanden sucht auf Leadership-Ebene oder auch einen drunter im Marketing, in Digital, in Sales, in KI, dann schreibt uns bitte an ahead@omr.com. A-H-E-A-D ahead@omr.com. Das erste Gespräch mit Sebastian oder mit mir kostet gar nichts. Wir hören einfach zu, was oder wen ihr sucht, und dann der Sebastian oder auch ich für euch aktiv werden. Also meldet euch bitte.
Auf geht's!
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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