Special: "Dein Ernst" mit Benjamin von Stuckrad-Barre
3 Oct 2026 · 9 min
The audio is a teaser for the new OMR‑produced interview podcast "Dein Ernst" hosted by German author Benjamin von Stuckrad‑Barre. The narrator introduces the format, announces upcoming guests (Sido, Caroline Wahl, Atze Schröder, Guido Maria Kretschmer) and plays the first sample episode featuring tech investor Frank Thelen. The conversation is informal and playful, touching on several themes: the generational gap in work environments and how young people keep Thelen feeling youthful; a humorous yet detailed look at the TV show "Die Höhle der Löwen" and its prominent investors Ralf Dümmel, Judith Williams and Carsten Maschmeyer, including anecdotes about their business styles; concerns about large‑language‑model AI, especially the use of copyrighted books for training and the perceived threat to authors’ rights; Stuckrad‑Barre’s own authorial career, noting 1.5 million books sold and treating his publications as merchandise; a brief critique of Google as a search engine and a preference for the AI‑enhanced tool Perplexity. The segment ends with a call‑to‑action to subscribe to the podcast and a reminder of the Thursday release schedule.
Chapters
Mal was anderes hier im OMR Podcast Kanal, und zwar ein Hinweis, ein Teaser, ein Sample eines neuen Podcasts, den wir uns gemeinsam ausgedacht haben, den wir produzieren dürfen für Benjamin von Stuckrad-Barre, also den berühmten deutschen Literaten, Autoren, der vor einiger Zeit ja im OMR Podcast auch schon mal zu Gast war, den ich sehr schätze seit vielen Jahren. Und gemeinsam mit Stucki haben wir uns überlegt, was könnte es für einen Stucki Podcast geben? Und jetzt gibt es ihn. Er heißt Dein Ernst und am Ende spricht Stucki auf seine ganz eigene Art mit Gästen, wie aktuell in der Folge, die wir gleich zeigen werden, Frank Thelen. Aber demnächst kommen Sido, die Autorin Caroline Wahl, Atze Schröder, Guido Maria Kretschmer und, und, und. Also wer Interviews liebt, wer ungewöhnliche Interviews liebt, ganz anders als ich sie führen würde, der fühlt sich hoffentlich gleich direkt abgeholt von dem Gespräch zwischen Stucki und Frank Thelen. Also auf geht's mit der allerersten Folge Dein Ernst. Wem das übrigens gefällt, der kann natürlich auch die Den Kanal abonnieren. Dein Ernst überall da, wo es Podcasts gibt. Hier gibt es jetzt erst mal das allererste Sample.
Frank, jetzt haben wir gerade angefangen mit einer Umarmung. Damit hast du mich natürlich vollkommen überwältigt. Ich dachte, dass du von der Körpersprache her, wenn ich dich im Fernsehen sehe, bist du eher so ein bisschen in dir. Bist nicht so ein körperlicher Typ, hatte ich immer gedacht. Und was ich mir so alles gedacht habe, hier wirfst du alles über den Haufen, weil ich gerade die Hand gab. Im Flur und du sagtest, ach komm her und lass mich umarmen. Es war dieses männliche Geklopfe zwar, das Männer immer so machen, dieses so ganz hart Klopfen, damit es nicht zu emotional wird. Aber bist du ein Umarmer?
Schon, also wenn ich glaube, also bei OMR fühle ich mich so ein bisschen zu Hause sozusagen.
Ja, ich auch, ohne dass die das wollen.
Ja, und deswegen genau. Und du, keine Ahnung, ich mache das so, natürlich jetzt auch nicht in einer sehr feierlichen Umgebung oder so, weil wenn der Prinz mich einladen würde oder so.
Bei der Arbeit so?
Ja, genau, schon.
Es sind ja die meisten, die für dich arbeiten, sind ja wahrscheinlich auch so jünger. Macht einen das traurig oder hält einen das jung?
Boah, ich glaube, mich hält es jung, weil die Welt dreht sich so schnell und von daher bin ich froh, mit jungen Menschen zu arbeiten, solange die das wollen. Ab wann bist du auch uncool?
Warst du denn nie schon mal cool?
Das ist eine sehr, sehr, sehr, sehr faire Frage. Ja, nee, wahrscheinlich gar nicht.
Von daher ist cool.
Also das klang ein bisschen— ich meinte damit, ich würde deine Coolness eher darin finden, dass du deine Uncoolness begriffen hast. Ich würde gerne beginnen mit der Höhle der Löwen, weil das ist, was mich in deine Arme hier trieb. Oder ich tatsächlich ein bisschen starstruck war, dir gerade in echt zu begegnen, weil ich so wahnsinnig gerne Höhle der Löwen schaue. Cool. Ich bin erst später zugeschaltet und habe alle alten Folgen nachgeholt, also die ganze Genese auch schon von Vural Öger und so weiter. Und ich schaue das immer mit meiner Freundin und wir brauchen für eine Folge etwa 2- bis 3-mal so lang, wie sie eigentlich dauert, weil wir immer stoppen und zurückgehen. Guck mal die Handbewegung und guck mal, was der gesagt hat und die gesagt hat.
Oh wow. Was begeistert dich daran?
Es ist eine Welt, die ich überhaupt nicht kenne.
Diese Verhandlungen oder Star Wars?
Wie ihr auch alle seid. Ihr seid so weirde, interessante Figuren. Ich gucke mir immer gern was an, was anders ist als ich.
Ist ja klar.
Und ich würde gern mal mit dir die Helden durchgehen von Höhle der Löwen. Ralf Dümmel. Ralf Dümmels Ding ist, dass er beim Autolackierer sich immer in derselben Farbe wie die Einstecktücher die Schuhsohlen— seit Staffel 3 ungefähr macht er das.
Das. Ja, man muss aber auch fairerweise sagen, der Ralf macht am meisten Deals. Also Ralf ist Mister Regal, wird gesagt.
Mister LRH.
Also jetzt verrate ich dir mal, wie das Center abläuft. Also der Ralf hat ein Team von wirklich, ich war gerade auch letzte Woche wieder bei ihm, irgendwie 400 Leute oder so, die da alles machen. Das heißt, der hat einen Fotografen, dann hat er einen, der macht Amazon, einer macht eBay. Ein Patentanwalt, der eine macht nur Lidl, der andere macht nur Rewe, keine Ahnung. Die ganzen Leute, die diese ganzen Produkte, da hat ja, es gibt ja fast nichts, was der Ralf in seinem Leben noch nicht verkauft hat. Also von Schuhsohle, Einlegeeinlagen bis keine Ahnung was.
Man sieht ihn manchmal in diesen Lagerhallen, meist ist es ja so Schrott aus China dann, und da geht er durch.
Hast du jetzt gesagt.
Und man denkt, das wäre als Dokument oder sagen wir mal so als Weltausstellung eigentlich toll. In 2000 Jahren, falls es da noch irgendwen gibt, wenn die dann so nachgucken und die entdecken so ein Lager von Ralf Dümmel, ach, deshalb wurde es, also das erklärt einiges über die Zeit, in der wir leben, ne, diese Lager.
Also er ist auf jeden Fall dann Riesenteam und deswegen kann er diese Abflussfee und wie die alle heißen nehmen und sagen, pass auf, jetzt lieber Karl-Heinz, geh an Seite, ich mache die Abflussfee, wir reden in jeden Laden und so weiter. So, das kann ich nicht.
So.
Und eine Judith kann das auch nicht. Genau so.
Das ist Judith Williams. Die macht eigentlich inzwischen, reißt sie nur noch die Augen auf und macht Geräusche. Das wird immer besser. Ja, in der letzten Staffel war es rein musikalisch. Sie ist ja eigentlich auch Opernsängerin. Und sie macht die ganze, so ein bisschen Stadttheater-Vibes, aber sie macht— Und sie wartet immer drauf, dass sie singen darf.
Und ich glaube, Judith kann immer singen, wenn sie will. Also sie singt wunderschön. Ja, sie könnte ja, ich war ja auch bei Let's Dance weit da vorne und war die nicht auch bei Singing with the Stars? Und die könnte ja überall auftreten. Ja, also sie kann ja singen, wenn sie will. Also sie ist ja sehr beliebt.
Also ja, ja, ja, ja. Aber bei ihr ist was Interessantes, da ist ja so eine Behauptung drin, sie sei Amerikanerin oder irgendwas, ne? Und sie spricht dann so ein ausgedachtes Amerikanisch. Ja, es ist ganz lustig.
Ja, es wirkt, also ich spreche mit ihr selten Englisch.
Manchmal lässt sie das so reinfließen. Point of Return oder so spricht sie. Und Carsten Maschmeyer hingegen, der ist sehr rührend, der kann ganz schlecht Englisch. Der sagt immer, sagt ja zu jedem, ja, es ist ja kein Geheimnis, wir haben Büros in San Francisco und Los Angeles. Der kann nicht Los Angeles sagen. Also ganz kurz zu KI, ich möchte darüber nicht so viel reden, weil du da viel mehr drüber weißt, das ist dann langweilig für dich auch. Aber ich habe eine ganz persönliche Frage. Ich traue mich nicht so richtig, die zu benutzen. Warum? Weil ich irgendwie so, ich habe Angst davor, dass das zu gut ist. Und das, was man so hört und liest darüber, ja, dass das zum Beispiel offenbar, könnte ich da jetzt ja eintippen, schreib mal kurzraschen Roman im Stil von Benjamin von Schubert, 250 Seiten, es geht um Skateboard und Liebe.
Ja.
Und dann ist fertig. Und wenn das jetzt dann zu gut ist, ich habe so Büchse-Pandora-Ängste und ich denke auch, weil ich jetzt so gezögert habe, dass alle anderen schon viel weiter und uneinholbar sind. Weißt du, dass man so denkt, man kann es eh nicht mehr schaffen. Schrecklich, ne?
Schrecklich, weiß ich nicht. Auf jeden Fall glaube ich falsch. Also ich glaube, du sollst einfach damit spielen. Ich kann dir sagen, die Dinger sind auch teilweise noch unfassbar dumm. Teilweise sind die sehr brillant. Also weil das ist gerade echt so eine Situation, wo auch teilweise grobe Scheiße da rauskommt. Aber es kommen auch sehr gute Sachen raus und wir sind halt genau da. Das heißt, es wäre doch eigentlich ganz lustig, wenn du, ich weiß nicht, ob welches Modell man nimmt, ob man ChatGPT, Gemini oder Grok oder so nimmt, ob die Zugriff auf deine Bücher haben.
Das weiß ich nicht. Ich habe, ich benutze manchmal so als Google-Ersatz Perplexity. Ja, das finde ich gut, also weil Google nicht mehr benutzbar ist als Suchmaschine. Das ist nur noch gesponsert Müll und Perplexity führt zu besseren Ergebnissen. Aber das mit den Büchern, da sprichst du was an, das weiß man ja gar nicht. Man weiß ja gar nicht, womit die trainiert sind und die haben ja auch, das ist dieses Move fast, break things und don't ask for permission, ask for forgiveness. Dieser Schrott Ideologien, aus dem Silicon Valley, die einfach zynischer Scheiß sind, weil ich vom Copyright zum Beispiel lebe. Und du bist ja auch sicher ein Fan vom Copyright oder vom Patentschutz zum Beispiel, weil sonst kannst du nicht investieren in irgendwas, ne. Also ich finde nicht, dass mein Schreiben, meine Bücher, dass die allen gehören, sondern es ist ja mein, also davon lebe ich ja, ne, und das ist ja meine Gedanken, und dass die jetzt irgendwas da trainieren, finde ich nicht in Ordnung. Finde ich Enteignung. Also finde ich überhaupt nicht in Ordnung.
Also finde ich, ist ein total hochkomplexes, interessantes Gebiet. Ich selber habe, weiß gar nicht.
Das hatte ich befürchtet.
Ja, wie viel Bücher ich geschrieben habe. Bei mir wäre es jetzt ziemlich ehrlicherweise scheißegal.
2, oder?
Hast du geschrieben?
Aber du lebst auch nicht von Büchern.
Genau so.
Deine Bücher sind Merch.
Was ist Merch?
Merchandise.
Also Merchandise, ja, kann man ja.
Sozusagen zum Spaß.
Spaßprojekt, genau.
Ja, oder sozusagen hängt an deiner Bekanntheit. Das sind Nebenprodukte.
Ich schreibe, was ich interessant finde.
Aber du lebst nicht vom Schreiben?
Nein, das könnte ich nicht.
Eben, und deshalb ist dein Blick darauf ein anderer als meiner.
Ja, das verstehe ich. Aber kann man von Büchern leben?
Ich versuche es.
Ach so, okay. Wow.
Ab und zu muss man Dreckjobs machen wie den hier.
Aber erst mal ernsthaft. Darfst du sagen, wie viele Bücher du verkauft hast? Oder willst du das nicht sagen?
Doch, ich kann das sagen.
Ich kann ja auch sagen, wie viele Bücher ich verkauft habe.
Ich mache das aber schon seit 25 Jahren.
Wie viele Bücher hast du denn verkauft?
Insgesamt? Ja. Anderthalb Millionen.
Ach so, okay.
So, wem das soweit gefallen hat, bleibt bitte auf der Podcastplattform eurer Wahl und sucht dort direkt nach Dein Ernst oder nach Benjamin von Stuttgart-Barre und abonniert dort den Kanal oder hört euch die Folge dort komplett an und abonniert dann hinterher, wenn es euch gefallen hat. Jedenfalls werden wir dort ab jetzt donnerstags neue Folgen launchen. Ihr findet den Link zu dem Format auch bei uns hier in den Shownotes.
More from Mario


Vom Hafenarbeiter zum Milliarden-Textilimperium: Tom-Tailor-Gründer Uwe Schröder (#945)









