OMR Classic: Wiesn-Wirt Michael Käfer
25 Sept 2026 · 77 min
In this OMR Classic podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Michael Käfer, the third‑generation owner of the Käfer hospitality group, best known for its iconic Oktoberfest tent. The conversation covers the evolution of the family business from a small deli to a €250 million turnover operation employing 1,600 staff, and Käfer’s ambition to pass the company to his two sons. Käfer outlines current diversification efforts – airport lounge catering, stadium venues, and Swiss projects – and mentions potential future expansions in Japan and other European events. He discusses competition with the Austrian catering giant Don Co., noting its public‑stock status and rapid growth. A major focus is on operational challenges, especially post‑COVID staffing shortages, training gaps, and the importance of service quality (e.g., checking light bulbs). The episode delves into the unique Oktoberfest model: multiple seating slots per table, extended licensing that allows the Käfer tent to stay open longer than competitors, and the logistics of running the tent for 16 consecutive days. Käfer shares innovative event concepts, such as immersive light‑projection shows in historic venues. The discussion also touches on profitability (8‑10 % net margin), the limited scale of German system gastronomy compared to the US, and the future of family‑run restaurants amid a market shift toward international chains and niche “Osterias.” The interview ends with reflections on legacy, the importance of quality, and a light‑hearted sponsor read for Sage Intacct.
Chapters
Letzter Freitag im Monat heißt bei uns OMR Classic Folge und in diesem Falle ein Oktoberfest-Spezial mit Michael Käfer. Der ist mit dem Oktoberfest eng verbunden, hat ein Zelt dort, das Käferzelt, aber er hat auch maßgeblich dazu beigetragen, das Oktoberfest zu dem zu machen, was es heute ist, nämlich dieser Treffpunkt für Menschen aus allen Bereichen, insbesondere ja auch aus der Business- und Partywelt. Los ging es bei ihm mal mit einem Feinkostladen seiner Großeltern in München. Dann hat er Diskotheken betrieben, zum Beispiel das P1, und ein größeres Catering-Business aufgebaut. Das alles und ganz viel Oktoberfest kommt jetzt in der großen Michael-Käfer-Story, passend zum Oktober in Deutschland. Auf geht's!
Let's go, go, go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer. Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt's im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram, und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit. Vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertung natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Hallo Michael.
Hallo, wunderbar, dass ich da sein kann. Vielen lieben Dank.
Sehr, sehr gerne. Ich glaube, viele warten drauf, das mal zu hören, was dahinter steckt hinter Käfer. Man kennt das ja wirklich so mittlerweile als Brand, aber es hat mal relativ klein angefangen und du warst gar nicht der Gründer, sondern du hast es später übernommen. Wie, sag mal ganz kurz im Schnelldurchlauf, wie ging es denn los?
Also eigentlich, ich bin jetzt die dritte Generation und eigentlich ging es damit los, dass meine Großeltern, die kommen aus Baden-Württemberg, und die kamen dann in den 30er Jahren, das werden jetzt bald 100 Jahre alt, eben nach München, weil sie damals festgestellt haben, dass wir mit den Schwaben nicht so richtig Geld verdienen kann und das kann man mit den Bayern besser, meinten sie. Und scheinbar hat es auch geklappt. Und die kamen in den 30er Jahren nach München, haben dann mit einem kleinen Delikatessladen oder so, Tante-Emma-Laden, so wie das war, angefangen. Und das hat sich dann immer ein bisschen ausgeweitet, weil es war auch eine ganz gute Gegend, wo wir heute auch unser Stammhaus immer noch haben. Und ja, und dann kam eben mein Vater und mein Onkel dazu. Und mein Vater hatte wirklich die geniale Idee in der damaligen Zeit, dass er bemögen das Wort gar nicht mehr, den Partyservice eigentlich in dem Sinn erfunden hat. Also war der Erste, der die Idee hatte, dass ich halt so außer Haus eben, am Anfang waren es halt kalte Platten, die man gemacht hat, und dann hat er Zelte gekauft und hat er Geschirr gekauft und hat er also all Dinge, die heute normal sind, die es halt da in den 50er Jahren, 60er Jahren nicht gab, und hat so mit einem Partyservice angefangen. Und das fanden die Leute toll, und das war dann nicht nur in München, das war dann in ganz Deutschland und auch damals auch schon leicht international. Und parallel, mein Onkel, der hat, der hat Dinge gern gehabt: gutes Essen, wunderschöne Damen und Reisen. Also eigentlich eine ganz gute Kombination. Das hat er gut kombiniert und war aber auch ein wahnsinnig fleißiger Mann und ist irgendwie auch schon in den 50ern nach Paris gefahren mit dem Lastwagen und ist auf den Markt gegangen in Paris, das Rungis, das nach wie vor der größte Lebensmittelmarkt der Welt ist, und hat da einfach dann so exotische Dinge wie eine Papaya oder Kiwi eingekauft. Und das kannte man ja in den 50ern, 60ern nicht und Es ging natürlich dann weiter mit Fischen, die aus dem Pazifik kamen, alles, was es auf dem Pariser Markt gab, und hat es mit auch sehr, sehr vielen Ideen über die Grenze gebracht, weil da gab es ja Zoll und gab es ja irrsinnig schwierige Dinge, was man sich heute alles nicht vorstellen kann. Und dann hatten wir natürlich in München exotische Sachen, die die Leute irgendwie ganz toll fanden. Und da kommt dann so ein bisschen das Bayerische dann durch, also auf der einen Seite die bayerische Almhütte so ungefähr, und da hast du dann, jetzt rede ich schon wieder das Bayerische, und da haben wir dann halt Austern gegessen und Hummer. Und war natürlich auch so ein bisschen dieses Und München war halt auch sicherlich unser Glück, dass wir gerade in diesen 70er-, 80er-Jahren, und da hat einfach München ja sicherlich so ein bisschen die, die, die, die wenigstens die soziale Hauptstadt Deutschlands irgendwie war, und da haben wir sich getroffen, und da waren wir natürlich mittendrin, und das war ein großes Glück. Ja, und dann kam ich irgendwann mal.
Du bist ja sozusagen in das ganze Business eingestiegen, zumindest gibt es die Legende darüber, dass dein Vater dir zum 25. Geburtstag das heute berühmte P1- übergeben hat oder gekauft hat oder wie auch immer.
Ja, war auch so. Also ich war immer, ich habe immer mitgearbeitet, weil also musste meine Familie immer arbeiten. Das war so das Credo. Also wenn du nicht gearbeitet hast, dann war es da auch nicht so toll. Und mir hat es auch immer Spaß gemacht. Also 5-jährig schon in der Backstube gearbeitet und einfach dann natürlich Veranstaltungen gemacht und das alles. Gut, dann halt ganz normal irgendwie ein Studium gemacht. Und dann hatte mein Vater eben das P1. Da hat er irgendwann mal mit einem Freund zusammen, der war damals Chef der Münchner Modewoche, haben sie irgendwie einen Mietvertrag gekriegt. Ich war gerade im Studium fertig und dachte mir, ich hänge noch mal ein zweites Studium an. Ich war zwar ein furchtbar schlechter Schüler, nur zum Schluss hat mir das Studieren immer so ein bisschen Spaß gemacht und wollte noch Politik sogar studieren, aber bei Geschichte und so war man ganz toll. Aber dachte, man kann nachts ganz gut arbeiten und machst Nachtclub und tagsüber gehst du in die Uni, was ich aber genau einmal gemacht habe. Und dann, weil ich auch festgestellt habe, dass wenn du so auch einen Nachtclub machst, auch da musst du im Endeffekt 80 Stunden arbeiten, weil du musst richtig dir Zeit nehmen in der Früh, das Ganze vorbereiten, das machen, ja. Und das ging ganz gut aus und das P1 ist ja auch dann sehr bekannt geworden.
Wie hast du das gemacht? Ich meine, das ist ja in deiner Zeit unter deiner Führung so bekannt geworden. Was hast du denn da gemacht?
Ich sag mal im wahrsten Sinn, ich habe einmal Glück gehabt. Glück habe ich gehabt, dass das auch wieder die richtige Zeit war. München damals als Musikstadt wahnsinnig spannend. Also das war noch, die tollen Musikstudios waren in München. Also es war noch Giorgio Moroder mit, also der war es halt selber damals Musicland, wo die ganzen großen Bands alle hier produziert haben. Also wenn man jetzt diese ganzen Queen-Stories oder was kennt, die Queen Stones, also alle haben in München produziert. München war die Stadt, wo die ganze Modelszene war, wo die ganzen Schauspieler waren, wo all diese Leute waren. Das war das Glück. Und dann kam halt auch dazu, dass ich natürlich schon von meinen Eltern, von der Familie her auch einige Leute kannte. Die sind dann auch hingekommen. Anfangs war das so ein bisschen kompliziert, weil wir waren ja eigentlich so leicht punkig. Es war ja damals auch Punkzeit und gar nicht so schick oder so irgendwie was. Und da habe ich auch eine bestimmte Gruppe von Menschen, die fand mich am Anfang schrecklich, fand mich aber danach ganz gut, weil man halt einfach diese Szene irgendwie— fand das Käfer nicht ganz so gut. Aber ja, und ich habe das gut hingekriegt mit denen. Und ich war im Studium, war ich mal eine Zeit lang in Amerika und auch mal 8 extrem intensive Wochen in New York. Intensiv, da war ich, da habe ich gearbeitet bei Windows on the World, das war damals im World Trade Center. Ich habe so unten im Keller gearbeitet, aber trotzdem war es ganz spannend und ich war eigentlich jede Nacht unterwegs. Also ich glaube, da bin ich heute noch müde, weil ich habe überhaupt nicht geschlafen und habe dann wie wahnsinnig viel von der ganzen Clubszene damals, also die in New York immer schon gut war, gelernt. Und unter anderem kam die Idee auch zu sagen, wir machen alle 4 Wochen eine ganz verrückte legendäre Party. Und über die Partys haben wir natürlich eine Riesen-PR gekriegt und da haben wir auch teilweise so ein paar Dinge gemacht, die ich heute nicht mehr machen würde. Und war halt irgendwo dann der Club, dann waren wir der erste Club. Da habe ich auch Glück gehabt, dass ich einen Türsteher hatte, der eigentlich mich nicht reingelassen hat, weil ich nicht mal so der Typ war, der reinkonnte. Und so ist die Tür halt einfach legendär geworden und keiner konnte rein. Aber der hat es genau richtig gemacht, also der hat einfach die richtige Mischung von Leuten zusammengebracht.
Und es sind ja Sachen passiert, zum Beispiel Whitney Houston hat damals irgendwie Songs bei euch erst veröffentlicht und die ersten Konzerte gegeben. Also es ist ja schon wirklich jetzt—
war wirklich schon toll. Also Whitney Houston war wirklich das erste Mal, ist vorgestellt worden. Also das war auch wieder ein Freund der Familie, das war der damalige Ariola-Chef, Monty Lüftner hieß der. Und Ariola war wirklich die größte Schallplattengesellschaft in der Zeit, weltweit sogar. Und der hat Whitney Houston entdeckt und so, hat mich gefragt, du kannst da mal eine Pressekonferenz machen bei dir. Und so, ja toll, machen wir. Und dann haben wir das gemacht. Oder die letzte Tournee von den Queens, Die war auch bei uns.
Freddie Mercury und so?
Freddie Mercury und alles, also komplett Queen, die letzte Welttournee, die sie gemacht haben, da war auch die Hauptveranstaltung bei uns und da war natürlich die komplette Weltpresse da. Und so waren viele Dinge, die, die, Prince hat ein Konzert bei uns drin gegeben, also ein kleines. Also ich habe so einen Wahnsinnsauftritt gehabt, nicht Wahnsinnsauftritt, ich durfte einmal, da waren wir noch 10 Mann Personal, da hat dann, kennst du John Miles, kennst du sicher, Music Must Be First Love, Und John Miles war's, der war die Band von Tina Turner. Und wir haben eine tolle Party für Tina Turner gemacht. Also das irgendwie, das kam, wir haben irgendwie auch in München für eine Tournee trainiert und gemacht und haben gesagt, machen wir da so eine Abschlussparty. Und da war einfach so eine super Stimmung, dass sie mich halt gefragt hat, ob ich irgendeinen Wunsch habe. Und da sag ich, ja, ich möchte einfach ein Lied von ihr hören. Wollte erst Nutbush hören, das war das berühmte. Da hat sie gesagt, spielt sie nie mehr im Leben. Hat sie mir dann auch erklärt, weil da gab es glaube ich viel Stress mit ihrem Mann. Und dann haben die halt, John Miles und sie zusammen, Ich glaube, 5 oder 10 Mann Personal waren beim Music Was My First Love gespielt. Also es sind so Momente, die du halt einfach nicht vergisst und die toll waren.
Und sag mal, der FC Bayern, da gibt es auch eine Beziehung. War das P1 für mich als Fußballfan, der in den 80ern und 90ern mit Fußball groß geworden ist? Da war dann auch die Zeit Oliver Kahn und so, die damaligen Bayern-Spieler alle immer bei dir. Das hat sich auch so ergeben.
Das hat sich auch so ergeben. Es ging natürlich schon ein bisschen früher los. Es ging so mit den Effenbergs dieser Welt los. Da war Kahn ja auch noch dabei. Und denen allen und natürlich Lothar Matthäus und alle, die waren halt alle immer da drin. Also ich habe auch gehört, dass damals der Manager irgendjemanden abgestellt hatte, der immer aufgepasst hat, wo seine Spieler sind. Und so ist halt auch zu Bayern immer eine wahnsinnig gute Beziehung gewesen, was aber auch daher kam, dass mein Vater schon sehr mit dem allerersten Manager, dem Vorgänger von Hoeneß, der hieß Robert Schwan, mit dem befreundet war und wir immer schon die große Freude hatten, mit Bayern zusammenzuarbeiten und einfach ein total freundschaftliches Verhältnis zu allen haben. Und dann gibt es natürlich diese wunderbare Geschichte, mit Oliver Kahn, der sich in eine Barkeeperin von uns verliebt hat. Und ja, und ich habe das dann ja auch nur so halb mitgekriegt, weil so ein Geschäftsführer mich dann immer wieder angerufen hat und gesagt hat, sag du, der Torwart steht vor der Tür draußen und wartet.
Okay.
Und die waren dann auch eine Zeit lang zusammen und muss ganz gut funktioniert haben. Aber er hat sie wirklich dann öfters nachts um 4, 5 nach der Arbeit abgeholt.
Wahnsinn. Also ich meine, das ist ja für dich ein großes Geschenk und trotzdem hast du dann irgendwann entschieden, ich verkaufe es.
Und habe es dann hergegeben. Das ist auch heute noch im Besitz von einem Freund und auch damaligen, der eigentlich bei mir als Geschäftsführer gearbeitet hat, der Franz, und er hat es seinem Sohn weitergegeben. Und da ist irgendwann dann auch die Zeit vorbei, das muss man auch sagen. Also es ist ein junges Business und ein Business, wo du einfach die Zeit auch verstehen musst. Und ich hatte dann ja die große Chance und die Möglichkeit, dass ich bei uns in die Firma einsteigen durfte, und das war natürlich dann das Hauptthema.
Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes. Glaubst du generell, dass man, weil du es gerade sagst, dass man so Marken, Nachtclubs oder generell auch Restaurants, dass man die über Generationen hinweg so modern und begehrenswert halten kann? Oder glaubst du, dass es per se immer so ist, dass die eine Haltbarkeit haben und dann abfallen?
Also ich würde jetzt mal sagen, 90% fallen ab. Das ist eine kurzfristige Geschichte. Aber es gibt natürlich auch so Klassiker, sowohl bei Nachtclubs, die es gibt, und P1 gehört jetzt dazu. P1 hat natürlich jetzt auch Und man hat jetzt das Glück, dass natürlich nicht so viele neue Läden entstehen, allein durch Räumlichkeiten und denen. Und also da gibt es dann Auf und Ab, aber ich sage jetzt mal auch, die richtig große Zeit von B1 war natürlich auch in diesen 90ern rum.
Und hast du auch gespürt, Mensch, es wird jetzt ein bisschen weniger?
Unter anderem das, aber unter anderem auch das, weil ich einfach keine Zeit mehr dafür hatte, also mich selbst zu kümmern. Aber ich habe mich auch nicht so viel gekümmert, hat dann auch immer eben der Geschäftsführer gemacht und die Leute, die drin waren. Und das war auch ein wahnsinnig gutes Team, was da war. Es ist ja immer alles Team.
Was ist denn generell so, wenn du sagst, jetzt unabhängig vom P1, du hast ja da jetzt die Erfahrung, aber wenn man heute sagt, ich würde noch mal mit einem Nachtclub gerne richtig angreifen, was für einen Umsatz kann der Nachtclub erzielen? Was glaubst du in der heutigen Zeit?
Also heute bin ich natürlich nicht mehr ganz so gut, weil wir hatten natürlich auch das große Glück, dass es keine Handys gab. Also du hast dich auch nicht so schnell informieren können. Also das P1 zum Beispiel war immer bekannt, dass das so ab 1 Uhr war es P1 immer voll. Und das P1 war uns immer wichtig, weil wir waren immer der letzte Laden in München, der noch voll voll war. Ja, also das immer alles, und zum Schluss mussten dahingehen, da wusste man, da ist immer wieder was los. Heute hast du natürlich durch Handys und alles hast du natürlich eine permanente Information und sagen, du, da ist heute was, da sind heute, wir treffen uns halt da, die verschiedenen Cliquen treffen sich da. Also da hat sich natürlich schon irgendwo was verändert, aber nach wie vor ist es auch Business, das Spannende ist, ich glaube nur mal, was ich jetzt aus Versehen richtig gemacht habe, ist, dass ich natürlich so aufgewachsen bin, dass das auch so nachklappende Arbeit ist und ganz wichtig ist, dass du als Besitzer nicht selbst feierst, was ja auch dann oft der Fall war, was ich auch von München in meiner Zeit kenne, dass sich dann plötzlich die Leute, die das gemacht haben, wichtiger gefühlt haben als anderes. Der Star ist der Klub und nicht du bist der Star. Und du musst auch dahinarbeiten und einfach, wie ich vorher schon mal gesagt habe, auch sowas ist, wo du, weiß ich was, bis um 4 Uhr in der Früh oder vielleicht auch noch mal länger in dem Klub drin stehst, aber dann konzentriert, und da hatte ich auch das große Glück, dass ich da so einen Mentor habe, der mich unterstützt hat, einfach in der Früh dann spätestens um 10, 11 dann auch im Büro bist und das nächste Thema vorbereitest, eben Veranstaltungen, Partys, das alles machst. Also es ist schon ein Job, der nicht so einfach rübergeht und wo du Ideen haben musst. Und ich glaube auch, dass das— du musst einfach was Besonderes machen. Und da gibt es ja auch, also ich bin natürlich jetzt mit meinem Alter leider aus der Szene heraus, aber ich kriege es immer mit, dass es da wirklich großartige Leute gibt, die einfach super coole Ideen haben und sowas eben anders machen und besonders machen.
Und du hast dann aber entschieden, oder ich habe das gelesen, das las ich so ein bisschen so, als wenn das überraschend gewesen wäre, dein Vater und dein Onkel wollten dann ihren Betrieb also den Familienbetrieb eigentlich, das Feinkosthaus und den Lieferdienst und das Restaurant, das wollten die eigentlich verkaufen. Und dann hast du aber gesagt, nee, verkauft es mal nicht, ich würde es gerne übernehmen.
Ein klein bisschen anders. Also ich hatte natürlich dann mit dem P1, da ist dann so ein bisschen das Unternehmertum in mir hochgekommen. Und das P1 war erfolgreich und da habe ich relativ schnell 3, 4 andere Lokale auch noch dazu gemacht.
Okay.
Und die haben eigentlich alle gut funktioniert. Und dann kam eben meine Großmutter, die mich sehr geprägt hat in meinem Leben. Also mit der war ich sehr viel zusammen und die war jetzt eigentlich von mir überzeugt und hat gesagt, du, pass mal auf, ich habe noch 20% an der Firma, die möchte ich gerne, dass du die machst. Schon aber auch mit dem Thema, dass ich dann alles andere verkauft habe bis auf das P1. Das wollte ich noch behalten, war auch gut so, und konnte ich ja auch dann mit dem wahnsinnig guten Geschäftsführer führen und war da nicht mehr so drinnen wie früher. Und dann kam so die Idee, dass mein Onkel gern verkaufen wollte, und da gab es damals, weißt du, heute auch so Beteiligungsgesellschaften, früher waren die von Banken, und mein Vater wollte auch jemand anderen mit reinnehmen. Es gab so Gedanken, einfach einen Partner mit reinzunehmen, und da habe ich gesagt, nee, das will ich nicht, und konnte das zum Glück von meiner Konstellation her auch als Minderheitsgesellschafter, war das im Gesellschaftsvertrag so geregelt, dass ich das sagen konnte, nein, will ich nicht. Habe aber dann umgedreht gesagt, du, wenn ihr wirklich wollt, dann kann ich mir auch vorstellen, dass ich euch was abkaufe. Und dann habe ich halt wirklich so wie unter Fremden mir das Geld von der Bank geliehen, die waren damals sehr großzügig noch, und dann haben die das mir gegeben und habe dann halt dann ja erst meinem Onkel die Anteile abgekauft, abgekauft, auch gegen eine Realrente, und dann später auch noch meinem Vater auch die übernommen, die Anteile.
Und wie groß war die Firma damals?
Die Firma war schon gar nicht so klein, die hat damals auch schon so, jetzt muss ich natürlich in D-Mark zurückgehen, aber die hat damals auch schon so 50, 60 Millionen Umsatz gemacht. Also schon so 60 Millionen, also 25, 30 Millionen Euro.
Und heute, man kann das nachgucken, bist du bei fast 200 Millionen, also 180.
Ja, wir sind nämlich sogar über 250, sind wir jetzt.
250 sogar? Okay, okay.
Hast du schon irgendwie Ja, aber es ist auch eine lange Zeit, es sind auch 30 Jahre.
Also da müssen wir mal drüber sprechen, wie man das macht, also wie du in diesem Business diese Reise hingelegt hast. Was waren so die ersten Schritte? Also du hattest dann sozusagen Lieferservice, du hattest irgendwie dieses Feinkostgeschäft und du hattest dann Restaurants oder ein Restaurant. Das heute noch berühmte Käferrestaurant.
Und natürlich Oktoberfest.
Und das Oktoberfest, genau, da müssen wir auch noch separat drüber sprechen. Da gehörte euch damals schon ein Zelt. So, und hast du dann einfach gesagt, ich mache jetzt hier normal weiter, oder hast du viel über Zukäufe— wie ist dieses Wachstum zustande gekommen?
Nee, eigentlich schon ganz normal weiter. Also ich hatte dann, wir hatten dann, ich habe natürlich Ideen gehabt, manche haben funktioniert, manche haben nicht funktioniert. Wir wollten mal, damals ist der neue Münchner Flughafen gebaut worden, da wollte man die ganze Gastronomie, die Restaurants machen, haben wir dann nicht gekriegt. Also da haben wir ein Flugzeug-Catering gemacht, das war nicht ganz so unser Ding, das muss man wieder verkaufen. Aber dann haben wir angefangen mit Messebetrieben, haben die Münchner Messe übernommen.
Und Hamburg auch, ne? Hamburg dürfen wir auch machen.
Und dann kamen halt immer wieder Angebote, wo wir Dinge übernehmen konnten. Messen, Museen, Theater, haben da mit Gastronomie angefangen. Und das normale Geschäft ist natürlich auch immer wieder weitergewachsen. Also gerade der Cateringbereich, der hat sich supertoll entwickelt. Und dann wurde es halt immer so ein klein bisschen größer. Und ja, und Zukäufe haben wir eigentlich nie gemacht. Also wir haben uns jetzt in der Schweiz was zugekauft, haben uns aber schon vorher Anteile, hatten wir schon, da haben wir die restlichen Anteile dazugekauft. Gekauft. Und denken sicherlich jetzt mal drüber nach, wenn irgendwann was Spannendes käme, ob man vielleicht das kaufen könnten. Auch muss ich auch dazu sagen, weil du musst natürlich auch die finanziellen Mittel haben. Und es gab auch eine Zeit, wo es auch wahnsinnig eng war, auch mit dem Finanziellen. Also das war auch eine Zeit, die mich wahnsinnig geprägt hat.
Wenn du sagst 250 Millionen Umsatz, es ist ja aufgeteilt auf verschiedenste Businesses. Was ist denn davon das Größte? Ist es Du sagst gerade Flughafen München, seid ihr damals nicht reingekommen? Mittlerweile seid ihr ja dort, oder?
Jetzt sind wir da, aber das ist nur ein Lizenzbetrieb. Am Flughafen München sind wir mit Käfer, aber es ist nur ein Lizenzbetrieb. Das ist eine Gesellschaft, die dem Flughafen gehört, die die Gastronomie, also 90% der Gastronomie da macht. Und die nehmen sich eben Marken rein und da gehören wir dazu. Da haben wir jetzt 3 Restaurants unter unserem Namen, führen die aber rein als Lizenz.
Okay, das heißt also ein bisschen wirklich, ihr stellt eure Marke zur Verfügung und guckt dann, dass die da vernünftiges Essen rausreichen.
Genau. Machen wir auch in anderen Bereichen noch mit Weinen, mit allen möglichen Themen, die man auch im Supermarkt kriegt, und es funktioniert auch recht gut.
Also okay, weil ich hatte nämlich vermutet, dass der Flughafen könnte so der größte Umsatztopf sein, aber dann ist es das nicht, weil die Lizenz wird wahrscheinlich gut bezahlt, aber nicht so gut.
Also der größte Umsatztopf ist nach wie vor der Eventbereich, also das Event Catering. Also das ist vom Einzelbereich der größte Umsatz, und dann gibt es halt so dann Gastronomie Das ist halt so, da wo die Messen drunter fallen, wo verschiedene Restaurants drunter fallen, die wir haben. Wunderschönes Restaurant am Tegernsee und ein paar andere Restaurants natürlich auch, wo wir irre stolz sind, dass wir in Berlin arbeiten dürfen, dass wir im Bundestag arbeiten dürfen.
Vor allem das Restaurant unter der Glocke oben im Bundestag macht ihr auch, ne?
Das machen wir auch und dürfen natürlich dann unten auch den Abgeordnetenbereich machen und sind da eigentlich hautnah an der Politik. Also wir müssten viel mehr Zeit haben, nach Berlin zu gehen, weil da hast du so viele spannende Geschichten, die du natürlich nicht erzählen kannst, aber die natürlich dich da irgendwie alle mitkriegst.
Und wonach wählst du dann Restaurants aus? Also sagst du, im Bundestag, da ist auf jeden Fall immer Durchlauf, da müssen ja Leute arbeiten sozusagen. Aber Tegernsee, guckst du dir einfach sozusagen die Premium-Locations an und sagst, da ist immer— oder wonach wählst du?
Also jetzt, also sagen wir mal, ein großes Learning ist, dass wir außer das Tegernsee, das kam auch so ein bisschen emotional, weil da bin ich immer vorbeigefahren und das ist so ein wunderschöner Ort, kam das dazu. Und sonst ist eigentlich, und das kannst du in der Größenordnung fast gar nicht mehr anders machen, dass du schon schaust an Orte, wo wo du dich nicht unbedingt um den Kunden kümmern musst. Kunden meine ich jetzt, dass der Kunde kommt, sondern dass der Kunde automatisch da ist. Darum sind das die Messebetriebe, die entstanden sind. Wir machen jetzt in Flughäfen Lounges und solche Themen, wo du einfach dich auf das Thema Qualität konzentrierst. Und klar, den Kunden brauchen wir auch, aber der kommt eh hin, weil eine normale Gastronomie, außer eine sehr, sehr große Gastronomie, ist natürlich lebt natürlich von der Persönlichkeit, die da ist, von dem, von dem, von der Gastwirtin, die da ist, die sich um alles kümmert. Also so ein normales Lokal ist schon ein sehr anstrengender Job und das ist auch, da dann auch Mitarbeiter zu führen, also als Beispiel, dass eben dieses Ding am Tegernsee, das ist ein sehr großer Betrieb mit allem Drum und Dran und da habe ich das große Glück, dass ich wirklich einen tollen Gastgeber gefunden habe, den ich auch genügend Geld bezahlen kann, dass er sich wohlfühlt und eben auch sagt, nee, selbstständig machen möchte ich mich nicht, und aber ich fühle mich da wohl und den kleinen Leuten kleine Beteiligung geben oder sowas. Und die Person steht vorne dran. Und so habe ich sehr früher auch, wenn wir zurückkommen, im P1 ja auch gemacht, da war ich drin. Und aber dann kannst du einfach eine bestimmte Größenordnung nicht mehr schaffen.
Das heißt, du sagst am Ende, man kann eigentlich Gastrobetriebe nur dann skalieren, wenn man entweder immer wieder gute Gastgeber findet, was total schwierig ist, vor allen Dingen die dann zu halten, weil wenn irgendwann durchschauen die selber, dass sie gut sind, und dann machen sie es vielleicht selbstständig oder sowas. Oder man geht halt dahin, wo quasi die Besucher eh mitgeliefert werden, am Flughafen, Messen, und arbeitet dann da quasi mit seiner Marke.
Oder aber macht eins, aber was man jetzt, ich sag mal, einmal finde ich das wahnsinnig stolz, weil da gibt's tolle Gruppen, oder es gibt halt dann diese Gruppen, die da entstanden sind, die ja zum Beispiel ein wahnsinnig tolles Thema ist für mich, weil ich die auch wahnsinnig toll finde, ist diese Osteria, die auch mal mit, die haben glaube ich vor 15 Jahren oder 20 Jahren mit einem Laden angefangen, haben jetzt 200 Läden. Also da schon dann Konzept machen, was du vervielfältigen kannst. Ja, das geht auch, aber das ist dann wirklich einfach Systemgastronomie.
Aber das hast du nie versucht?
Das haben wir mal so ein klein wenig versucht, aber nicht richtig. Also, aber das war auch nicht, du musst dich schon auch voll drauf konzentrieren und du musst auch aufpassen. Also das ist sicherlich auch, wir reden ja auch, das finde ich ja so toll in einem Interview, dass man auch ein bisschen selbstkritisch sein kann und selbstkritisch drüber nachdenken kann. Ich merke auch jetzt gerade, weil ich mir viel Gedanken wie Firma mache, weil ich ja jetzt gar nicht mehr ganz so jung bin und erst kleine Kinder habe. Die werden jetzt gerade 14, das sind Zwillinge, tolle Jungs, ganz stolz auf die. Und ja, aber wie geht's mit der Firma weiter? Und dann merkt man schon, dass das Business auch trotz allem sehr kleinteilig ist. Also immer wieder, du kannst eben nicht so einfach Dinge systematisieren. Und das ist jetzt vielleicht leider, dass, sagen wir mal, die normale Gastronomie immer schwieriger wird, auch für die Kollegen, die sie betreiben. Das normale perfekte Gasthaus oder auch der, ja, oder der wunderbare Italiener, da wo die Wirtin, der Wirt selber da ist, der Grieche, der so was. Die haben einfach Probleme, weil sie einfach auch nicht mehr die richtigen Leute kriegen. Vielleicht jetzt nicht in der Stadt wie Hamburg oder wie in Berlin oder wie in München, da ist es noch einfacher, aber wenn ich jetzt aufs Land gehe oder so was, da wird es natürlich schon irre schwierig, da die richtigen Mitarbeiter zu finden. Also da wird es dann immer vielleicht ein bisschen mehr systematisch.
Das heißt, für dich ist aber dann irgendwie der Partyservice relevant und gibt es den national mittlerweile?
Ja, ja, immer schon. Also er war immer schon national, der ist überall in Deutschland. Also da machen wir, sagen wir mal, vielleicht 30% unserer Geschäfte München, den Rest woanders.
Also wenn ich jetzt sage, ich werde jetzt irgendwie, weiß ich nicht, 50 und möchte gerne groß feiern, dann würdest du das in Hamburg überall machen?
In Hamburg hat man sogar die Infrastruktur dazu und so weiter, machen wir auch relativ viel und machen das halt immer schon. Aber das hat Vater auch schon gemacht, also das war immer schon Thema, was da ist. Und heute aber natürlich überall in jeder Stadt hat man natürlich auch irgendwo Kollegen, mit denen man zusammenarbeitet, also wo du einfach das Personal hast, wo du das hast, also dass es auch wirtschaftlich bei deinem 50. Geburtstag so einigermaßen sein wird, dass du dir das leisten kannst und nicht alles aus München kommen muss oder so irgendwas.
Und wann hast du für all diese Aktivitäten begriffen, dass sozusagen diese Marke Käfer, oder am Ende ist ja der Name, dass das auch ein ganz wichtiges Asset ist, also dass das irgendwie, ja, das ist, was alles zusammenhält? Niemand würde jetzt in Hamburg unbedingt einen Partyservice es ja viele Wettbewerber, aber Käfer steht für irgendwas. Wann ist dir das bewusst geworden, damit kann ich arbeiten?
Ich sag mal, es ist mir schon bewusst geworden mit das Erste, was ich, wo ich in die Firma kam, war aber auch dann ja auch, weil wir eine Anfrage hatten, war einfach, dass ich da über diese Lizenzen nachgedacht habe. Jetzt nicht nur die Gastro-Lizenzen, sondern auch die Lizenzen, wo wir im Handel sind. Also sind wir heute auch relativ erfolgreich, also haben wir tolle Produkte, die eben da sind im Handel. Also das ist also Es kommt auch noch ein bisschen Umsatz dazu, den wir da machen, und sind dann auch irgendwann mal nach Japan gegangen. Japan haben auch 20 kleine Betriebe, die, die unter dem Namen Käfer laufen, und Japan war da zum Beispiel was ganz Spannendes. War mit das Erste, wo ich in der Firma war, kamen irgendwelche Japaner an von dem großen Kaufhauskonzern und, und, und, und haben uns irgendwas erklärt. Ich habe es immer noch nicht, ich habe es ein Jahr lang nicht verstanden, was sie eigentlich von uns wollten, und dann bin ich immer rübergegangen, habe es verstanden, und da gibt's halt jetzt in so einem Kaufhauskonzern Konzern gibt es jetzt, gibt es seit vielen, vielen Jahren halt so kleine Theken oder müssen größere Theken auch, wo halt einfach deutsche Wurstwaren verkauft werden oder was japanische Menschen unter Deutsch verstehen, die aber in Japan produziert werden. Und wir überwachen das und schauen, dass das so die Qualität ist, dass die in Ordnung ist, und kriegen dann natürlich Lizenz dazu. Sind auch gerade dabei, dass wir dann deutsches Restaurantkonzept entwickeln und haben auch glücklicherweise einen Partner vor einem halben Jahr gefunden.
In Tokio?
Nee, das ist ein Einer, es gibt in Japan 3 große Eisenbahnlinien und die sind alle privat betrieben und den Eisenbahnlinien, denen gehören auch die Bahnhöfe und alles, was drumherum ist. Und da einer dieser Partner, einer dieser Eisenbahnlinien hat uns als Lizenz genommen und möchte mit uns deutsche Restaurants machen, weil eigentlich so gibt's sowas nicht. Also es gibt ja alles Mögliche, französische natürlich ohne Ende, amerikanische, weiß Gott was alles und wir entwickeln gerade so ein gemeinsames deutsches Konzept, aber nicht so, nicht so, nicht ganz extrem bayerisch, aber es muss einfach so, weil komischerweise die Menschen in Japan meinen, dass wir alle nur Sauerkraut und Schweinshaxen essen oder sonst irgendwie was. Also die wunderbaren Themen, die es im Norden gibt, die kommt, das ist, Entschuldigung, wenn ich das jetzt so sage, das ist nicht so, dass man eher Österreich dabei und versuchen da so ein bisschen ein deutsches Konzept zu machen, weil was, aber nicht Jodel, sondern was, was auch ein bisschen anders ist.
Aber das heißt, am Ende haben dann erst andere Leute dich von extern darauf gebracht, dass sie dich gefragt haben, kann ich deine Marke?
Kann ich deine Marke? Aber dann ist mir das schon irgendwie bewusst geworden, dass wir eine tolle Marke haben und auch natürlich eine Geschichte über die Marke erzählen können. Also das, wenn man jetzt mal auf Japan bleibt, wir können halt einfach tolle Geschichten über Käfer erzählen. So angefangen von, ja, von was wir für Events gemacht haben, dass wir im Bundestag arbeiten, dass wir eben auf dem Oktoberfest sind. All diese Themen, die man vielleicht im Ausland auch kennt, Und dann können wir sagen, dass wir halt eine der bekanntesten, insbesondere in der Gastronomie und ja ein bisschen im hochwertigen Delikatessenhandel, einfach die Marke in Deutschland sind.
Auch wenn du sagst Handel, was für Produkte sind das denn eigentlich? Also für die Ersteher sind es dann die berühmten Weißwürste oder was verkaufst denn du am meisten sozusagen unter der Marke Käfer? Was ist ist Alkohol oder wahrscheinlich nicht?
Also nee, sogar verrückt. Also wenn wir jetzt also sagen wir mal in München ist natürlich schon dieses dieses Delikatessenhaus, was wir haben, was ja auch der Ursprung ist, wo wir aber herkommen.
Aber was du mir das konfigurierst. Und da dann vor allen Dingen auch Fleischwaren, Wurstwaren?
Ja, da ist ja alles, da gibt es alles, da gibt es von tollem Käse bis zu dem, also querbeet durch. Also eigentlich gibt es leider keine so richtig tollen Delikatessenhäuser mehr in ganz Deutschland. Wir haben auch überlegt, also gerade Hamburg, also wäre meine Stadt, wo ich das gerne machen würde, aber es ist zu kompliziert, du brauchst, also es ist wirklich zu kompliziert von der Produktzusammenstellung. Also aber im Endeffekt ist es ist einfach ein Delikatessenhaus, was, was ein bisschen eine Stufe höher ist als— es gibt ja hier auch in ganz Deutschland wunderbare Kollegen, die das mit Edeka, mit der REWE und so weiter machen. Also gerade hier in Hamburg gibt es einen tollen Kollegen, der das gigantisch macht, also da tolle Edekas. Und aber wir sind also noch ein bisschen mehr und ein bisschen individueller, weil ich die Leute nicht kriege dafür. Wir haben in München, München haben wir so 10 kleine Läden, die immer um die Stadt rum haben, das sind kleine Satelliten, das funktioniert. Aber wir haben uns da nie dran getraut, das in einer anderen Stadt zu machen.
Okay, wenn du jemanden findest, der das gut betreiben könnte, du sagst, der hat das richtige Profil dafür, dann würde ich sicherlich mal über sowas nachdenken, mit jemandem sowas gemeinsam zu machen, weil da ist das Geschäft natürlich noch kleinteiliger.
Das ist, glaubt es immer nicht, dann hast du halt so viele Produkte. Also wir haben knapp 10.000 Produkte und natürlich frische Produkte. Dann sind die Erdbeeren, die sind halt nur 2 Tage richtig frisch und dann ist eine ein bisschen angestoßen, dann kannst du sie nicht mehr verkaufen. Was machst du aus der? Dann hast du die Fische. Wenn das Messer, immer so ein tolles Beispiel, wenn das Messer nicht richtig geschliffen ist bei einem, sagen wir mal, bei irgendeiner Seezunge oder so irgendwas, dann, dann, dann, dann kannst du nicht so richtig das vom Knochen runterbringen. Und an so einer Seezunge ist, ist nur 40%, was du eigentlich verkaufen kannst. Und wenn dann das nicht richtig ordentlich gemacht wird, dann verkaufst du ja nur 30%, und dann ist schon, ja, dann ist schon komplett die Rendite weg oder was. Also dann, dann, also das sind alles so Beispiele, dass es eben ein irrsinnig schwieriges Thema ist, wo du halt täglich alles kontrollieren musst und alles machen musst und natürlich auch dem Kunden den Wahnsinnsservice bieten musst, wo du halt einfach wirklich das Obst, das Gemüse, die Patisserie, die richtig tollen Kuchen, das einfach richtig zelebrierst.
Aber am Ende hat dann auch schon dieses Delikatessehaus geholfen, diese Marke zu bauen.
Absolut.
Weil das ist fast ja wie ein Museum und Leute sind begeistert, wenn sie da reingehen, auch Touristen, und sagen, okay, das ist dieses Käfer. Und dann habt ihr auf Basis, auf dem Rücken dieser Erfahrung und dieser Marke bekannt hat, dann angefangen, in den, in den sozusagen in die Frequenzgastronomie reinzugehen und Messen und Flughäfen und sowas zu suchen.
Genau, und da können wir natürlich auch erleben, natürlich auch die Qualität, die wir da haben, und können halt dann vielleicht ein klein bisschen besser sein, bisschen besser präsentieren, in der Qualität auch noch ein paar Dinge drüber nachdenken als vielleicht ein paar Mitbewerber von uns.
Weil ihr wisst, es muss nicht jeder letzte Euro verdient werden, den verdienen wir im Zweifel woanders.
Genau.
Ich habe heute meine Kunden Kollegin Kaya, unsere Head of People, hier mit im Studio, und zwar aus folgendem Grund: Wir haben gerade zum dritten Mal über die Recruiting-Plattform Instaffo jemanden eingestellt, und zwar diesmal unsere Product Lead Johanna. Also man hört schon, Instaffo ist nicht nur Partner hier im Podcast, sondern die helfen uns beim Recruiting wirklich weiter, oder Kaya?
Absolut. Wir haben bei OMR ja eine recht starke Employer Brand, trotzdem ist Instaffo eine riesige Hilfe im Recruiting, und da ist halt echt cool, dass wir vorab keine Kosten haben, schnell Stellen veröffentlichen und innerhalb weniger Tage mit super gut passenden Talenten sprechen können.
Aber ihr hört es selbst, wenn ihr also gerade Stellen offen habt, macht es doch gerne so wie wir auch. Bei Instaffo sehen nur Talente eure Stelle, die auch wirklich darauf passen, und ihr müsst erst bezahlen, wenn auch wirklich jemand eingestellt wird. Als OMR-Hörerinnen und Hörer spart man außerdem 500 € auf die erste Einstellung. Einfach auf instaffo.com/omr gehen, da gibt's noch eine kurze Demo und man kann sich registrieren. Also instaffo.com/omr. Und würdest du sagen, im Nachhinein, für euren, für eure Markenbildung war es entscheidender, dieses Spezialitätenhaus zu haben oder das Zelt auf dem Oktoberfest?
Ich sag mal, das, vom Anfang an war dieses, dieses Delikatesshaus, also da kommen wir her, und das war für uns ganz, ganz wichtig. Und das, das hat, das hat wirklich die Marke gebildet mit dem Thema, dass mein Vater eben diese Idee mit diesen Partyservice, Event-Catering hatte. Und da natürlich die Leute damals einfach, das waren natürlich auch tolle Geschichten, die gerade in den ganzen Boulevardpressen und überall standen. Und es war ja auch, muss ich auch so sagen, in den 80er, 90er Jahren, wo es eben kein Internet, wo das alles nicht gab, da waren dann die ganzen Kolumnisten, die gibt es ja immer noch, diese wunderbaren Geschichten mit Kiroyal und mit allem Möglichen, die ja toll sind. Und alles. Und es waren eben Geschichten von Kolumnisten, die für Münchner Zeitungen gearbeitet haben. Und da waren wir halt wieder am richtigen Platz. Und da war mein Vater ein Teil einfach dieser Geschichte. Und wenn jemand eine Party gemacht hat, dann war die von ihm. Und dann war er damit in der Zeitung und es war ausgerichtet. Und dann ist wirklich so, ja, also so Klassiker sind ja dann die Titel dann in seiner Verfilmung drin. Das war dann wirklich so, dann musste halt, dann hat halt der berühmte oder gut sortierte Industrielle, der hat dann gesagt, ich muss mal was Besonderes machen und dann hole ich mir den Käfer aus München und da feiere ich dann meinen Geburtstag oder sonst was. Und das hat uns viel dazu beigetragen und da wurde viel über uns berichtet und gemacht. Also darum war das wichtig. Aber, und jetzt komme ich zum Oktoberfest, das Oktoberfest war natürlich auch immer schon was Besonderes. Und da hatte mein Vater auch wieder, das war ja heute, ist es ein relativ großes Haus. Also die anderen Zelte sind noch viel größer als wir, aber wir haben so ein Bauernhaus und es hat immerhin so 1500 Plätze und noch mal so 3500 im Freien, also schon ganz schön groß. Aber die großen Zelte, die haben 11.000, 12.000 Plätze. Aber bei uns war es immer irgendwo was Besonderes und das Haus hat angefangen mit 80 Plätzen und es ist halt immer so gewachsen in jetzt auch, wir waren letztes Jahr 50 Jahre am Oktoberfest, in die Größe rein und da hat man halt dann auch immer das Glück, dass halt auch immer spannende Leute da waren, über die man berichtet hat, wo die Presse kam und gesagt hat, Mensch, steilem Käferzelt, da passiert es und da treffen sich die Leute. Und sicherlich für mich persönlich war mal das Highlight, dass ich Bill Clinton da hatte. Und wie schaffst du so was auf einem Oktoberfest?
Wie kam der dazu?
Also einmal, da muss ich, das ist für mich eine der schönsten Geschichten. Also einmal, der kam da, der war eingeladen von einer sehr guten Kundin von uns. Also die Kundin kannte ihn und die hat dann eigentlich leicht traurig, das war eine Dame, der ging es nicht mehr so gut und war aber relativ jung und war aber irgendwo klar, dass das in den nächsten Jahren das Leben enden könnte. Und die hat gesagt, sie wollte einmal noch eine ganz besondere Party machen und hat dann so aus der ganzen Welt ihre 120 tollen Freunde eingeladen. Und da war unter anderem eben das Ehepaar Clinton dabei, also sowohl Bill wie Hillary. War natürlich schon im Vorfeld spannend. Also klar, er war nicht mehr Präsident, aber er wird immer noch wie ein Präsident behandelt. Und dann kam der Secret Service, hat das alles überwacht, alles getan. Also allein das hat schon super Spaß gemacht, weil es toll war. Und dann, ja, und dann, dann dränge ich mich da nicht so in den Vordergrund, aber dann irgendwann bin ich dann doch da gewesen und dann hat man mich da vorgestellt und dann war ich so, bin heute noch von dem Mann so fasziniert, weil gefühlt hat er eine Viertelstunde mit mir geredet. In Wahrheit wären es 2 Minuten gewesen, aber er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich in die in diesen 2 Minuten die wichtigste Person der Welt war. Also da habe ich einfach gespürt, also es war irgendwie faszinierend, weil er sagt, gleich erzählt hat, ja, er war als junger Mann schon, als Student war er schon mal am Oktoberfest und hat richtig mit mir wirklich geredet, ja. Und hat, oh ja, wow. Und klar, und so hat man halt wirklich das große Glück. Also es war sicherlich eins der Highlights.
Und da gab es wieder fast gang und gäbe, ich meine, jedes Jahr das Käferzelt, da ist die Frage, wer ist da drin, wie kommt man da rein? Alle möchten da rein.
Ja, zum Glück. Aber du musst natürlich auch dran arbeiten, darfst nie aufgeben. Also nie aufgeben meine ich auch, darfst auch nie zufrieden sein. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Also das ist, glaube ich, in jedem Beruf genauso. Ihr macht es ja auch wunderbar hier mit allem Drum und Dran, was ihr habt. Und das Wichtigste ist wirklich, nie zufrieden sein. Ja, ist zwar eine schreckliche deutsche Eigenschaft, ja, dass man das ist, müssen immer sagen, wo können wir uns verbessern, was können wir noch mehr machen, was können wir noch tun. Und auch das Oktoberfest ist genauso ein Beispiel. Es ist super erfolgreich, also verdienen wir gutes Geld, aber das muss man immer wieder, wird eine bestimmte Summe von dem Geld immer wieder in das Ganze investiert, dass es noch besser wird, dass der Kunde wieder überrascht wird, dass egal ob das in der Präsentation der Speisen ist, ob das im Entertainment ist, ob das in der Ausstattung ist, in mit den anderen Oktoberfestwirten? Also nee, nee, man hat so eine Gemeinsamkeit, die wir hatten. Da gibt es so einen Verein, den man gemeinsam hat, und da redet man über alles Mögliche und auch über das Fest. Und auch einer der Wiesnwirte ist dann ein Sprecher, der dann mit der Stadt München auch, also dem Veranstalter, auch Themen macht. Aber generell, ja, generell hat man schon den Wettbewerb.
Aber es gibt schon am Ende Leute, die sagen, dein Vater und du, ihr hättet das Oktoberfest maßgeblich zu dem gemacht, was es heute ist. Also ohne Familie Käfer wäre das Oktoberfest nicht diese große Brand, die es jetzt weltweit ist.
Also da waren natürlich viele andere Kollegen, die waren ganz, ganz wichtig. Und vielleicht waren wir ein klein bisschen in dem Sinn wichtig, dass mein Vater schon das Kulinarische am Oktoberfest mitentwickelt hat. Also zu Zeiten, die ich noch als Kind kenne oder so was, war es halt dann wirklich nur Bier trinken und Hendl essen und dabei den eigenen Fisch oder sonst was. Und Vater hat halt so die, auch die Gastronomie dass es mehr ist, rausgebracht. Und da sind wir sicherlich auch was.
Aber ich meine, es ist ja mittlerweile eine globale Brand. Also wenn man einen Amerikaner nach Deutschland fragt, dann sagt er meistens ja, Autobahn, schnell Autofahren und Oktoberfest.
Oktoberfest, ja, das ist Deutschland.
Wie habt ihr das gemacht?
Also ich glaube, das war ein Gesamtgebilde. Das Oktoberfest ist, das lebt am allermeisten, lebt von den Menschen. Also das Schönste ist, also Entschuldigung, wenn da die bayerische Seele hier im Norden ein bisschen durchkommt, aber wenn man da am Oktoberfest Oberfest ist, du hast weiß-blauen Himmel, alle Menschen, und das sind diese vielen, vielen, ich sage auch nicht, wir haben ja auch von den 5000 Leuten oder mehr Leuten, die jeden Tag bei uns sind, sind 98% wirklich tolle, nette Menschen, und die kennt man auch gar nicht so, und die sind halt alle wunderbar, da kommt die Tracht dazu, die sind alle toll hergerichtet.
Aber es war ja auch nicht immer so, die Trachten waren da.
Nein, das hat sich auch entwickelt, das kam auch so erst in den 80ern, 90ern. Und jetzt ist es natürlich, wenn du nicht eine Tracht anhast, dann bist du fast ausgestoßen. Aber das Tolle ist auch an der Tracht, weil jeder fühlt sich ja da gut irgendwo.
Aber hast du es bewusst erfunden, oder habt ihr das bewusst?
Nee, das kam irgendwie so alles automatisch. Und bei uns natürlich schon auch immer mehr, dass die Leute dann vielleicht noch, die Damen noch ein paar bisschen schönere Dirndl anhatten und die Jungs auch eine tollere Lederhose. Aber all das ist dieses gesamte Thema, wo du einfach sagst, wow, Und das Tolle an der Tracht, darum redet er sogar, jeder Mensch schaut irgendwie, Tracht ist ein wunderschönes Kleidungsstück. Jeder Mensch schaut da irgendwie meiner Meinung nach irgendwie schön aus. Also jede Dame, die ein Dirndl anhat, das hat einen Spirit. Und auch die Jungs mit ihren Lederhosen, mit dem allen. Also das ist irgendwo was Tolles. Und wenn die dann alle so gut aussehend sind und dann kommt ja dazu, wenn du dich selbst gut aussehend fühlst, also da ist man ja selbst, jeder Mensch, glaube ich, ist ein klein bisschen eitel. Aber wenn ich dann vor dem Spiegel sehe und und, und, also habe ich dann, und habe dann eine tolle, weiß nicht was, so eine Prachtjacke an und ein schickes Hemd da drunter oder so. Und da fühle ich mich irgendwie ganz schick. Also heute schaust du gut aus, oder irgendwas. Und dann gehst du mit einem Lächeln und mit einer guten Laune dahin.
Ist es denn schwierig, diese, also es ist ja offensichtlich ein sehr, sehr rares Gut, überhaupt auf dem Oktoberfest Wirt sein zu dürfen. Wie viele Wirte gibt's da?
Es gibt 13 große Wirte, so wie sich das nennt, die die großen Zelte haben, wo wir auch dazugehören. Und dann gibt's noch 14 kleinere Zelte.
Aber das ist ja, das wird vererbt, das ist ganz selten, dass so eine Lizenz neu ausgeschrieben wird.
Nee, die wird jedes Jahr sogar neu ausgeschrieben. Also es ist schon nicht ganz einfaches Thema. Es ist mehr, es gibt, also ich kann es jetzt von den großen Zelten sagen, großen Zelten gibt es glaube ich 6 oder 7 Brauereizelte, da die, die sind relativ fest, die bestimmen auch ihren Wirt, der das macht. Und der Rest, also wo wir auch dazu kommen, die müssen sich jedes Jahr neu bewerben. Okay, wir füllen so ein dickes Ding aus, also mit ein bisschen dem Broadcaster also so, ich sage jetzt mal, mindestens 10 Zentimeter an Orten aus, wo du über die Nachhaltigkeit bis zur Erfahrung von Großveranstaltungen, bei allem musst du dich wirklich bei der Stadt München bewerben.
Aber ihr bekommt jedes Jahr einen Zuschlag?
Wir haben das Glück, wir kriegen jedes Jahr einen Zuschlag. Und es gibt nur einen, der das Schottenhammelzelt, der hat das seit 125 Jahren. Das ist klar, sind wir auch eine Institution.
Aber kann man sich beim OMR-Zelt auch bewerben?
Nee, weil du kein Münchner Münchner bist.
Wirklich?
Du musst schon Münchner Unternehmen sein und du musst auch, du musst auch, du hast auch nicht so richtig viel Festzelterfahrung. Okay, okay. Aber ihr könntet ein ganz tolles Konzept machen. Ihr könntet ein Konzept machen, was ein bisschen anders ist und wo man dann vielleicht sagt, Mensch, das ist ein tolles Konzept und da kann man hingehen. Und also schon irgendwas, du musst die Leute überzeugen. Klar, wir sind natürlich schon, da steht natürlich auch die Tradition ist auch drinnen. Wenn du 50 Jahre da bist, dann kriegst du, es ist ein Punkteschema, was man kriegt, und da zählen natürlich viele Punkte dazu. Tradition, Können, das und das alles. Und aber was natürlich auch ein ganz wichtiger Punkt ist, ist, dass du gegenüber der Stadt keinerlei Probleme hast. Also es sind auch schon Wiesnwirte eben nicht mehr da, die viele Jahre dabei waren, der eben vielleicht ein paar Dinge gemacht hat, die man nicht machen soll. Steuerautomatiken oder so was. Oder eben, ich sage mal, Hygienethematiken oder sonst irgendwas in seinen Stammbetrieben. Also dass man einfach da ein Problem sieht und dann bist du sofort draußen.
Und so ein Oktoberfestzelt, ist das für dich jetzt 10% des Umsatzes, 20, 30?
Also vom Umsatz her, vom Umsatz ist es irgendwo so, über Umsätze redet man beim Oktoberfest nicht, aber es ist unter 10% vom Gesamtumsatz. Aber also einmal von der Nach-außen-Wirkung und auch von dem Persönlichen. Also ich habe das vorher so ein bisschen im Vorgang, wo wir hierher gekommen sind, erzählt. Für mich ist das Oktoberfest persönlich einfach, das macht mir so unendlich viel Spaß und natürlich meiner Frau auch. Also einfach ist klasse, dass ich mit Clarissa das zusammen machen darf. Clarissa ist überhaupt ein ganz wichtiger Punkt auch in der Firma. Clarissa hat jahrelang den kaufmännischen Teil gemacht, ist jetzt so ein bisschen raus ausgegangen ist. Bei uns sind noch im Aufsichtsrat, für den Aufsichtsrat und Oktoberfest, das ist so ein Thema, was wir zusammen machen. Und das wahnsinnig Schöne ist, und ich glaube, uns geht es allen so, euch ja genauso auch, wenn ihr dann eure Riesenveranstaltung auf der Messe macht und dann irgendwo alle Menschen da irgendwie zufrieden und glücklich sind, ja, dann ist es sogar, und das meine ich jetzt wirklich ehrlich, dann ist es sogar noch tolleres Gefühl, als Geld zu verdienen. Freuen wir uns ja auch immer, Geld verdienen, und wenn man es weiterentwickeln kann, wenn man machen kann. Aber wenn du einfach siehst, ich mache Menschen glücklich und mache Menschen zufrieden und du kriegst so ein bisschen Applaus. Der Applaus ist bei uns das Lächeln der Kunden. Ist es ja, es ist wie, wie du siehst, dass ein Teller aufgegessen, nicht abgegessen, sondern richtig aufgegessen ist, dass das den Leuten richtig gut geschmeckt hat und dass die, oder wenn die am Oktoberfest dann tanzen, wenn da eine richtig tolle Stimmung ist, wenn das ganze Zelt irgendwo, das Haus irgendwie brodelt, dann ist es so ein Glücksgefühl. Und es ist ja schöner als alles andere. Ich nehme dann meistens meine Frau in den Arm und sage, Mensch, du, wir haben den schönsten Beruf der Welt.
Okay, aber trotzdem ist es ja schon so eine Sache, wo du sehr, sehr viel auch dir Gedanken machst wahrscheinlich, wie manage ich das, ne? Ich meine, am Ende ist es ja so ein bisschen die Fortschreiber auch des P1. Also gerade euer Zelt ist so the place to be. Ich kenne viele Menschen, die würden gerne am Samstagabend bei euch irgendwie dann während der Oktoberfestzeit im Zelt sein. Da ist ja viel mehr Nachfrage zum Beispiel, als ihr wahrscheinlich Leute lassen könnt.
Ja, also zum großen Glück, und das ist auch oft wahnsinnig schwierig, weil besonders mir geht es, jetzt komme ich sogar über meine uralten P1-Zeiten wieder rüber, ich hätte da nie Türsteher sein können, weil ich kann ja niemanden abweisen.
Aber wie machst du das?
Also einmal ist es so, dass wir natürlich wirklich im wahrsten Sinne des Wortes Stammgäste haben. Also eigentlich, ich komme mir da vor wie das größte Murmeltier jedes Jahr, weil im Endeffekt sind eigentlich die gleichen Leute immer wieder da. Die bringen zwar dann immer wieder andere Gäste mit, die da da sind, sind, aber mehr oder weniger jede Tische sind eigentlich schon, ja, werden so vergeben. Und, und, und da gibt's einfach so, sagen wir mal, Gastgeber, die den Tisch über Jahre haben. Dann klar, das sind wir auch ehrlich und sind wir auch dann, dann haben wir natürlich auch Kunden, die, die, die wahnsinnig tolle Veranstaltungen mit uns machen. Wenn jemand gerade, wenn er dann den 50. Geburtstag mit, mit 500 Freunden gemacht hast, was ja üblich ist und was man ja machen wird, und das mit uns gemacht hast, und dann sagt er Okay, jetzt baue ich da das große Zelt hier auf und baue endlich hier den Fernsehturm um und mache das Fest dann und wir dürfen das alles machen. Dann ist natürlich am nächsten Tag das Wahnsinnsschwingen und ich hätte wirklich gern gesehen, dass wir zum Oktoberfest kommen. Was sagst du dann? Das sind dann meine Probleme, wenn jemand dann im Unternehmen viel Geld ausgibt oder viele Dinge macht. Und da muss man immer wieder jonglieren und wie man das hinkriegt. Aber toll, dass man so ein Produkt hat, wo wirklich die Gäste einfach—
Es strahlt aus meiner Sicht auch mittlerweile national wahnsinnig auf die Marke Alleine auch so diese ganzen Mechanismen. Dann kommt ja auch einmal im Jahr, kommt dann wieder der FC Bayern und macht dann da sozusagen seinen Oktoberfestbesuch.
Und dann immer ganz spannend, weil du merkst dann immer, wie die Stimmung im Team ist.
Aber ist das auch eine Sache, die du mal mit Uli Hoeneß irgendwann ausgemacht hast?
Nee, das kommt auch von Urzeiten von meinem Vater her noch.
Okay.
Das ist also wirklich schon so, dass mein Vater, dass es eine Tradition war, irgendwie was. Also es gab mal einen Präsidenten von Bayern München, also es war Willi Hoffmann, hieß der, das ist nicht mehr ganz so bekannt. Und der war auch so ein wahnsinnig guter Freund von meinem Vater. Auch der Sohn ist ein guter Freund von mir gewesen. Mit dem ich aufgewachsen bin, und der hat das irgendwann mal eingeführt, dass Bayern eben so diesen Nachmittag mit Spielern, also es ist ja im Prinzip nur der Spielernachmittag und ein bisschen an dem, was um das Team rum ist, dass die halt einfach kommen. Und für uns natürlich auch eine tolle Geschichte. Und du merkst aber dann immer, wie ist die Stimmung im Team, wie sitzen die umeinander. Also ich kann dir immer gleich sagen, wie die Saison läuft dann.
Okay, okay. Aber das heißt, generell managst du ja schon bewusst, wer da so kommt. Also du hast ja ein Gefühl dafür, für Prominente, für—
ja, nicht nur das. Du musst auch, also was ich auch mache, also trotzdem, es sind im Haus auch, ich schaue immer zum Schluss noch über die Reservierungen. Auch das ist so wichtig, wie bringst du Menschen so ein bisschen zusammen, auch im Kleinen so. Wenn man zu Hause eine Einladung macht, dann ist so für mich das mit das Wichtigste so die Tischeordnung. Wen setzt du neben wen? Also wenn man 10 Gäste oder was zu Hause einlädt, dann ist es schon so irgendwas, Mensch, setze ich den neben die Dame neben dem Herrn, oder setzt die zusammen, oder die kennen sich, die haben sofort was zum Quatschen miteinander. Und so versuchen wir auch so ein bisschen, das, das Haus so zu machen, wer zu wem passt. Also so, dass du Leute haben, die, die ein bisschen eher von aus der Wirtschaft kommen, die sitzen dann so in so eine Ecke. Dann hast du ein bisschen jünger, hast du das. Also versuchen das so ein bisschen, soweit es geht, so ein bisschen so zusammenzustellen, dass das dann— weil dann entsteht ja auch die Freude und der Spaß an der ganzen Sache.
Aber es ist also schon am Ende auch eine große Kunst, wie ihr das sozusagen jongliert. Also es ist ja immer voll, dann gibt's die Möglichkeit schon nachzurücken, glaube ich mal, auf die obere Etage zu gehen. Ihr habt da schon so verschiedenste Mechanismen euch überlegt, wie man das optimieren kann.
Ja, sicher, aber das ist irgendwie alles so entstanden und einfach aus der Erfahrung raus, was man machen kann. Aber letztendlich das Allerwichtigste, und das ist wichtiger als alles andere, dass du eben einfach Leute hast, die gut drauf sind, die Stimmung haben. Und auch das war wieder. Viel habe ich da auch wirklich so, weil es ja auch unser Anfang unseres Gespräches war, auch aus dem P1 gelernt. Ja, da ist gar nicht mal so das Entscheidende, dass da irgendjemand da ist, der, der, der berühmte Typ, der dann, oder der, der dann so ungefähr, früher war das die goldene Kette, der, der anhatte und, und angegeben hat.
Justin Bieber hat sich da irgendwie in Luftballons versteckt, habe ich gelesen.
Genau, Luftballons versteckt, weil, weil, weil, aber den haben sie dann trotzdem erkannt, das war auf der Wiesn. Aber wichtig ist, dass, dass die einfach die Leute Ja, dass einfach die Leute gut gelaunt sind und dann läuft es auch automatisch, dann läuft auch Umsatz und alles. Aber du brauchst gar nicht Menschen, die einfach sagen, ja, aber das Schlimmste, was es für mich gibt, ist, wenn jemand irgendwie so eine Flasche versprühen würde oder so. Ja, wie was nur als Beispiel.
Champagner.
Ja, das wäre schrecklich. Ja, würde man wirklich sagen, ganz höflich, das passt nicht zu uns. Ja, okay. Weil es passt einfach nicht zu uns und aus. Ja, und vielleicht auch, wenn es jemand ist, der wahnsinnig viel Geld ausgibt, aber ich finde es nicht richtig. Also lieber einfach wirklich diese diese netten Menschen, die gut aussehen und die gut drauf sind. Und ja, und das macht auch unser Flair aus.
Das spürst du dann auch selber?
Ja, das spürst du selbst und das merkst du. Und das ist auch so eine, ja, auch irgendwo kriegt man das dann auch hin, dass dann auch für einen bestimmten Personenkreis so eine leichte Schwellenangst da ist. Das ist auch ein Thema, was am Oktoberfest toll ist. Oktoberfest hat jedes Zelt, der hat eigentlich so ein Gästekreis, der da ist, der einfach mal unterschiedlich, teilweise auch vollkommen unterschiedlich in verschiedenen Zelten ist.
Ist da viel Wettbewerb untereinander zwischen den verschiedenen Zeltbetreibern?
Klar ist da ein bisschen Wettbewerb da, aber wie wir ja vorher auch schon gesagt haben, dass jeder natürlich dann sagt, Mensch, kulinarisch will ich noch ein bisschen mehr machen, ich will noch bessere Musik haben. Also da haben wir schon den Ehrgeiz, aber auf der anderen Seite, alle diese Zelte sind voll und jeder gönnt dem anderen Kollegen einfach das, was er hat.
Und macht man sich dann schon noch Gedanken über die Markenführung des Oktoberfests? Weil es gibt ja auch so ein paar Sachen vielleicht, wo man sagt, okay, das läuft nicht optimal, dass dann die Leute da irgendwie alle betrunken, irgendwo habe ich mal erlebt, da auf so einem Hügel da sich übergeben. Okay, es ist ja auch wie Teil der Marke vielleicht, aber irgendwo denkt man sich, okay, das wäre besser, wenn das nicht da wäre.
Nee, nee, macht man sich hundertprozentig. Und da ist natürlich auch die Stadt extrem streng, was ich auch absolut schätze. Ja, also ich bringe ja so ein gutes Beispiel, dass die Stadt mit 100% Recht jede Art von Werbung verbietet. Ja, auch wirklich so die kleinste Kleinigkeit, also dass das irgendwie ein Schlagerstar, Sternchenstar, wie auch immer, sagt, ich habe jetzt ein neues Lied, da möchte ich das am Oktoberfest da promoten, wir wären nicht schlecht, gehen ein großes Bierzelt rein, habe 12.000 Leute, macht es irgendwie was? Das wäre so ein Kriterium, wo du eine Abmahnung kriegst, und bei der zweiten und dritten Abmahnung wird schwierig, dass du das nächste Jahr wieder zugelassen wirst.
Weil die einfach sagen, das möchten sie nicht, und es ist vollkommen vollkommen richtig.
Klar gibt es so Themen, dass irgendwie eine Firma jemanden, ein paar Leute einlädt oder sonst irgendwas, gehört dazu, das ist normal. Aber dass du irgendwo eine Dirndlmodenschau machen würdest, absolut nein. Und das ist vollkommen richtig. Ja klar, die Werbung ist, die Brauereien machen natürlich ihre Bierwerbungen, aber sonst sieht man das nicht gerne. Und auch das sind alles wichtige Dinge. Die Stadt ist da sehr streng. Wir hatten das große Glück, dass wir jetzt über paar Jahre einen wahnsinnig tollen Wiesenchef hatten, also 2 tolle. Wir kriegen jetzt wieder einen neuen, ich schätze, dass der auch wieder sehr richtig gut war. Der letzte, der hat sich ganz intensiv ums Oktoberfest gekümmert. Auch unser Münchner Oberbürgermeister war ja auch vorher Wiesenchef. Also Oktoberfest ist auch schon auch in der politischen Karriere in der Stadt nicht ganz unwichtig, weil du dich natürlich bekannt machst. Also Dieter Reiter war das, dann der Nachfolger, nachher Reiter war dann nicht so politisch engagiert. Jetzt der jetzige Wiesnchef, der jetzt abtritt, ist auch Oberbürgermeisterkandidat für die nächsten Wahlen, die so ungefähr heute in dem Jahr sein werden. Also das hat schon eine Wirkung, das Oktoberfest, nach außen.
Wie viele Menschen kommen dahin über das ganze, über alles hinweg?
Also es waren irgendwie zwischen 6 bis 7 Millionen, die in diesen rund 16.000 kommen.
Das ist ja schon eine irre Zahl. Was unterscheidet, also wenn mich auch Leute fragen, was unterscheidet Hamburg von München, oder warum ist irgendwie München in Teilen anders als Hamburg oder erfolgreich auch in Teilen als Hamburg in bestimmten Beziehungen, dann ist es natürlich Fußball und Oktoberfest.
Definitiv. Aber dafür hat Hamburg so viele andere Dinge. Und das ist auch wirklich ehrlich, einzige Stadt, in der ich noch leben könnte, wäre Hamburg. Wirklich auch lieben gerne. Das ist auch ganz spannend. Also man meint zwar immer, wir sind Grund für verschieden. Ich finde sogar, dass die Hamburger manchmal lustiger sind als die Münchner. In München gibt es ein paar Leute, die aber wirklich eine ganz kleine Gruppe sind, und auch die sind gar nicht so wichtig, wie man meint, die halt eher ein bisschen lauter sind und müssen sich wichtig tun. Aber das ist eine ganz kleine Gruppe. Also die Münchner selber sind eher zurückhaltend. Okay, aber also dennoch ist es halt so, dass eben ein bisschen hamburgerisch, also das muss ich richtig sagen. Und teilweise merke ich, dass die Hamburger, gerade wenn ihr Motorrad Oberfest können, die können richtig feiern. Also das ist brutal. Aber alle, nein, unsere Band musste Hamburg, deine Perle, das mussten die vor ein paar Jahren schon lernen und das kommt dann wieder am besten an.
Aber ihr habt da diese Mega-Marke erschaffen. Das ist ja schon in den letzten Jahren so passiert, also auch international mittlerweile. Ganz viele Amerikaner kommen rüber.
Richtig toll. Also das ist eine ganz tolle Geschichte. Also da haben wir das wirklich, das große Glück, dass die Marke toll ist, dass die Leute das toll finden. Also wir haben auch wirklich wirklich auch immer wieder Anfragen von, von, von eben auch von Amerikanern, von, also auch toll, das ist auch so eine Geschichte, der, der Gouverneur von New Jersey kommt jedes Jahr, ich glaube seit 15 Jahren feiert seinen Geburtstag am Oktoberfest.
Aber sagt er nicht auch mal zu euch, Mensch, was muss ich tun, dass ihr so ein Ding bei mir irgendwie in New Jersey hinstellt?
Fragt er auch, aber wir sagen immer nein, weil das ist, das kann nur, kann nur an dem Ort sein.
Aber es versuchen ja schon ganz viele.
Es gibt ja furchtbar viele Oktoberfeste, ich glaube ein paar hundert Oktoberfeste Oktoberfeste gibt es weltweit. Aber das Original ist eigentlich da und nur das kann so funktionieren, auch aus dem Grunde, weil am Oktoberfest schon relativ viel perfekt ist. Und das Perfekte ist halt über viele Jahre entstanden, perfekt auch von der Sicherheit in der Zwischenzeit, von allem drumherum. Und es gibt ja die wunderbare Geschichte, die uralt, ganz lang her ist, dass, ich weiß nicht, ob du die kennst, dass mit das erste elektrische Licht, Straßenlicht auf dem Oktoberfest Oberfest war. Und da gab es einen Lehrling, der das bei seinem Onkel gearbeitet hat, und der hieß Albert Einstein. Okay, also eine wahre Geschichte. Das war im Schottenhammelzelt, muss der irgendwie 1900, was auch immer, hat das Schottenhammelzelt da dann elektrisches Licht eingeführt in ihrem kleinen, das war noch viel kleiner, die Zelte. Und da muss Einstein irgendwie da damals gearbeitet haben, weil sein Onkel hatte irgendwo, was man damals Elektrogeschäft oder so was nannte. Und so gab es auch immer wieder Ideen, wie das Oktoberfest entstanden ist. Und das ist natürlich auch der Mythos und das alles, was da ist.
Und wie entwickelt ihr zum Beispiel so Preise? Also es ist ja auch jedes Jahr ein großes Politikum, da Bierpreise und so was. Wie kommt das zustande?
Also einmal ist das Thema natürlich schon, also Oktoberfest ist sehr teuer, muss man jetzt auch wirklich sagen, auch für die Kunden sehr teuer. Also das ist ein Thema, was auch verrückt klingt, weil wir natürlich auch Gäste haben, die sich manchmal ein bisschen mehr leisten können als andere, aber Auch hier bin ich eigentlich eher der, der immer mahnt und sagt, Leute, aufpassen, wir leben von diesen, wie ich es vorher erzählt habe, wunderbaren vielen Menschen, dem Schreinermeister, der irgendwo von Oberbayern kommt, sich toll anzieht mit seiner Familie und da drüber geht und die das Besondere ausmachen. Und andererseits sind natürlich Auflagen da, die man sich gar nicht vorstellen kann, also oder ich so für ein einziges Ding vorstellen kann. Also wir haben zum Beispiel ein komplettes Sprinklersystem in unserem Haus drinnen. Ja, das ist, wir haben Küchen drinnen, die also wirklich enorme Beträge kosten, wenn man auch so was neu machen würde. Über die vielen Jahre hat sich das alles akklimatisiert, aber was man immer wieder reinstecken muss. Und wir können natürlich auch die Preise verlangen. Das ist auch ein Grund, warum das schwierig wäre, ein Oktoberfest woanders zu machen. Aber das Thema, das berühmte Bierpreisthema, ist ein Thema, das natürlich auch ein Pressethema ist, was jeden immer wieder beschäftigt. Beschäftigt. Und klar, und im Bierpreis siehst du natürlich auch so ein bisschen die Inflation, die herrscht. Also das ist so ähnlich wie, gibt ja glaube ich auch die Hamburger Währung, gibt es ja glaube ich auch, wie der Hamburger in seinem Preis gestiegen ist oder wie er irgendwo da ist. Also auch solche Themen gibt es. Aber das heißt, du bist da mit in so einem Konsortium von Leuten, die sich überlegen, du, der Bierpreis wird jedes Jahr, den tust du halt einfach mal ausrechnen, also den kalkulierst du den, machst du, und da rechnen wir halt ein, ja, wie ist der Preis gestiegen, den man Einstandspreis jetzt kauft, wie, wie sind die Personalkosten gestiegen, und versucht halt da eine faire Lösung zu finden, dass man den Preis hinkriegt. Und ich bin dann eher jemand, der immer ein bisschen mahnt, und aber wie gesagt, bei uns, aber ihr lebt ja von der Verknappung generell, ne.
Also sie sagt irgendwie, dass das Oktoberfest ist halt nur für 14 Tage, und es ist auch vor allen Dingen in vielen Zelten dann irgendwann vorbei. Bei euch ist auch ein bisschen länger auf. Aber generell, ich war ganz überrascht, als ich zum ersten Mal da war, um 9, um 10 war Schluss.
Nee, um, um, um, in den großen Zelten ist um 11 Schluss. Wir haben bis halb 1. Und aber sonst ist, ist, das ist halt auch so das Thema. Und da ist auch gut, dass es dann Schluss ist. Und, und, und jetzt werde ich, aber es würde ja schon aus kaufmännischer Sicht, würde man sagen, ey, da ist noch so viel los, da ist noch so viel los. Aber die Leute sind natürlich unterwegs, aber ist ja auch das Tolle in der Stadt. Also kommen wir wieder aufs Nachtleben zurück. Die sind dann unterwegs in der Stadt, die Leute sind gut drauf, die gehen dann noch weiter und das was. Also da muss man auch sagen, also kommen wir wieder auch auf München zurück. In diesen 16 Tagen Oktoberfest pulsiert die Stadt auch. Das spürst du so richtig. Da ist überall, sind Menschen unterwegs. Also da hast du das einzige Mal, dass du in München so ein bisschen Großstadtgefühl richtig, richtig mit dir mitbringst.
Okay, und es ist für dich das Ziel, das schon noch bis, also die nächsten Jahre wird immer, es geht. Das ist für euch jetzt Teil des—
also wir wollen es natürlich noch so lange wie möglich machen. Also wie gesagt, wir hatten das große Glück, dass wir das 50 Jahre geschafft haben. Und ja, und meine Jungs, die müssen das 100-jährige Jubiläum hoffentlich hinkriegen, wenn ihnen das Spaß machen würde, wenn sie da drin arbeiten würden. Also das, also das noch mal, es ist eine Ehre, so einen Betrieb zu haben in deiner Heimatstadt, in dem allen drin, da einen Betrieb zu führen und für uns dabei auch hier wir miteinander reden dürfen, sehen wir, wie bekannt es auch ist und wie toll es auch für eine Marke ist.
Und es ist auch dein Plan am Ende, dass die Firma sozusagen Schritt für Schritt dann an die jetzt ja noch etwas Jüngeren—
meine sind natürlich jetzt wahnsinnig jung noch, und ich bin gerade dabei, dass ich eine Zwischengeneration aufbaue.
Du bist ja auch 66, ne?
Ja, scheiße, Entschuldigung, jetzt habe ich gleich rausgebracht. War schrecklich letztes Mal. Letztes Mal ist mir das erste Mal bewusst geworden, da bin ich Bahn gefahren, und dann habe ich meine Bahnkarte vorgelegt, und da stand das Senior drauf. Da habe ich gleich mein Büro angerufen, habe meine Sekretärin Ich habe gesagt, ihr könnt doch nicht so was kaufen. Sagt sie, okay, was sollen wir sagen? Wir sollen sparen. Sag ich, ja, aber was da draufsteht, das wäre mir ja wurscht, die 20 €. Und dann wird einem das plötzlich so was bewusst. Okay, ich fühle mich noch wahnsinnig jung, also möchte es noch schon noch einige Zeit machen, aber habe ein tolles Team von Leuten, die alle so um die 35, 40 sind, und die müssen immer mehr in die Firma reinwachsen. Meine Frau ist auch ein bisschen jünger, also nicht ganz, also schon einiges jünger, aber auch so ein Oktoberfest kannst du auch relativ lang machen.
Und, und das heißt generell, die Firma, ich meine, du wirst ja auch, wenn man jetzt hört, 250 Millionen Euro Umsatz irgendwie, wie viel Mitarbeiter, 1600 Leute, da melden sich ja auch schon wahrscheinlich Beteiligungsgesellschaften bei dir und sagen, Mensch, damals bei deinem Vater durften wir nicht kaufen, aber jetzt würden wir gerne kaufen. Und das ist ja jetzt auch ein nennenswerter Wert, den so eine Firma hat.
Aber du sagst, darüber wollen wir nicht reden. Wir wollen, ich will, ich habe einfach die große Hoffnung, dass das meinen beiden Söhnen eventuell weitergeht. Weißt du nie ganz genau, aber die haben Talent, das spürst du, denen macht es Spaß. Wir erziehen die auch dementsprechend. Ich glaube, da ist auch gleich das da auch wahnsinnig wichtig, Erziehung neben den tollen Themen, die man immer in vielen Dingen weitergeben muss. Bin ich einfach auch schon stolz. Also wenn die jetzt an Weihnachten arbeiten, die, was ich auch schon als 12-, 13-Jähriger gemacht habe, am 23., 24. im Laden mitarbeiten, Tüten raustragen, Tüten packen und weiter, finden die toll Oktoberfest, arbeiten ja auch schon nach der Schule mit. Sie stehen dann im Straßenverkauf drinnen und, und gehen schon richtig an der Kasse und geben Sachen raus und räumen auf, also wenn dann der, der Wechsel ist der Gäste. Also lieben Oktoberfest, aber wirklich schon, das macht mich natürlich stolz, wenn die sagen, Papa, ach, ich habe jetzt keine Lust, mit meinem Freund da irgendwie zum Fahren zu gehen, macht viel mehr Spaß, wenn wir hier arbeiten. Also darum haben wir ein bisschen noch, die werden jetzt 14, also haben grundsätzlich, haben wir Hoffnung, und, und dass das so kalt sein konnte. Aber das ist immer der Punkt, den man ja, den man als Unternehmer nie weiß, wie geht's wirklich weiter. Und verkaufen, überhaupt nicht, einfach, einfach der, der, ich wüsste doch gar nicht, was ich dann machen soll. Also kommt auch dazu, also die Arbeit ist einfach wirklich auch die Leidenschaft.
Und was kommt demnächst? Also jetzt hast du ja wirklich schon verschiedenste Arme so entwickelt, von Messen, Food Flughäfen.
Also es gibt ein paar spannende Themen, die ich noch gerne machen würde, und sage jetzt nicht, weil dann gehen wir gleich drauf. Also ich sag mal klar, das ist das mit Flughäfen, diese Lounge-Themen, das würden wir gerne weiter aufbauen. Und dann sicherlich auch in Stadionbereichen, also da würde man auch gerne noch mal weiter was machen. Also machen wir im Kleinen jetzt in der Schweiz schon, also das ist sicherlich ein Thema, was spannend ist. Also gibt es immer wieder Themen, die interessant sind, und die auch in München gibt es noch 2, 3 wirklich spannende Projekte, die wir angehen würden.
Also man spricht auch, also ich war zum Beispiel jetzt in Kitzbühel bei dem Skirennen, die haben da auch einen unfassbaren, sozusagen sensationell gemacht.
Das macht eben Kollegenbereich, das macht ein Kollege von uns eben, den ich irrsinnig schätze. Also das ist ein österreichisches Unternehmen, Don Co heißen die, toller Laden.
Sogar, ne?
Wie bitte?
Die sind sogar börsennotiert, glaube ich.
Die sind börsennotiert und haben einen Riesensprung nach vorne gemacht. Also wir waren immer so ein bisschen Challenge miteinander, aber der ist irrsinnig groß geworden durch Flugzeug-Catering, was er wirklich weltweit macht. Also der ist jetzt in Amerika, in Asien, überall macht er einen großartigen Job. Und für ihn ist zum Beispiel im Hahnenkamp-Rennen eine ganz wichtige Geschichte, weil auch spannend, er ist börsennotiert und für börsennotierte Unternehmen ist der Hahnenkamp, das Hahnenkamp-Rennen auch ein wahnsinnig wirtschaftliches Ereignis.
Weil da viele Investoren da sind.
Weil viele Investoren da sind, weil weiß ich ganze österreichische Wirtschaft trifft sich da in Kitzbühel an diesem letzten Wochenende. Also da sind wir ein paar Mal reingegrätscht, wollten das haben, und da sind wir dann immer wieder überboten worden. Aber der Kollege macht es auch gut, muss man jetzt auch ganz klar mit Respekt sagen.
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Und natürlich ist da, ist es auch, dass die Leute halt immer wieder, weil das natürlich schon die eben gerade im Catering, die Klientel sehr anspricht, voll ist und auch ja einfach sagt, Mensch, was kann man noch besser machen, was kann man noch spannender machen, wo kann man das Produkt noch besser machen, wie kann man es noch schöner verpacken, wie kann man es noch schöner darstellen, was kann man drumherum machen, wie kann man das spannend machen. Also ich habe vor 14 Tagen ein wunderschönes Privatfest gemacht, wo wir nur noch mit Projektionen gearbeitet haben, also nur noch mit Lichtprojektionen gehabt haben. Wir waren in so einem alten Kesselhaus drinnen, das irgendwie 1901 gebaut worden ist, und haben das total irrsinnig illuminiert und und haben da drauf, also erst war das eine Geschichte, dass das wie ein alter Industriebetrieb war mit Filmen, die halt so, das ganze Ding war einfach ein riesengroßer, sagen wir Modern Times mäßig, wenn man so die Charlie Chaplin Filme sich so vorstellt. Und dann später ist es eine Tanzshow draus geworden, dass wir Filme gemacht haben, die Tanzeinlagen von den 30er Jahren bis Techno ineinandergeschmissen haben, mit den Bands kombiniert. Also das war für mich selbst auch wieder ein Fest, wo ich rausgegangen bin und gesagt habe, wow, und es hat funktioniert. Funktioniert, wo ich selbst auch gesagt habe, Mensch, das war wieder was ganz Besonderes. Und auch die Kunden, die da waren, sagen, oh ja, da ist wieder ein neues Level geschaffen worden, irgendwie was. Also so ist es natürlich schon spannend, auch was bietest du kulinarisch, was machst du da, was tust du da.
Wobei da absolut der Trend weg ist von irgendwelchen komplizierten exotischen Dingen, sondern eher normale Dinge, aber die in der totalen Perfektion und die halt einfach wunderbar präsentiert Okay, aber das heißt, du überlegst dir oder beobachtest schon sozusagen die europäische Welt, vor allen Dingen wahrscheinlich, und fragst dich, wo kann ich da noch irgendwo mich einreihen, oder wo kann ich noch Partner werden für den Gastrobereich?
Also wenn jetzt jemand zuhört und sagt, ich habe ein spannendes Event, dann will man das sofort machen, neues Stadion oder so was, dann freuen wir uns darüber, das zu machen. Auch natürlich auch Veranstaltungen jeder Art und Weise. Also das sind genau die Themen, die die, die, die wir einfach gerne machen. Also da, und, und ja, und ich glaube eben, das ist sicherlich auch so ein bisschen dieses mittelständische Familienunternehmertum, wie du richtig vorher gesagt hast. Also auf der einen Seite ist Geld verdienen was Tolles, und, und ich gebe auch zu, dass es uns sicherlich ganz gut geht und dass wir ganz gut leben können von dem allen. Aber was bewegen, was nach vorne bringen, das, das ist einfach das, das, was so auch neben dem zufriedene Kunden zu haben, glückliche Kunden zu haben, das ist das so so ein Elixier, das da drin ist und und das ist wie so ein ja wie ein Diesel, den man in sich hat und und und und und sagt komm geht weiter und und und aber das ist toll wenn man jetzt so Lieferdienst oder so Party Service und und Gastro und euer Business gut macht das machen ja auch andere auf der Welt kann andere extrem gut ja dann macht man das gut wenn man das auch macht mit einer gewissen Wirtschaftlichkeit im Sinne von zumindest mal 10, 15% des Umsatzes darf man behalten, oder ist das, ist man dann schlecht? Nee, also dann wären wir schon sehr gut. Also ich sag mal, die Dimension liegt irgendwo, du musst in dem Bereich sicherlich, du musst, du kannst natürlich viel mehr machen, aber was gesund ist, ist da eine Umsatzrendite, die irgendwo so um die 10% rum, so zwischen 8, 10% rum liegt. Mehr ist auch nicht drinnen, weil du trotzdem die Preise kannst du auch nicht durchsetzen und du hast einen wahnsinnig hohen Personalkostenanteil. Der natürlich jetzt immer mehr gestiegen ist, weil ich das ja auch völlig verstehe, dass das jemand, ein toller Koch, und dann auch jemand, der im Service arbeitet, die wollen und müssen auch mit Recht Geld verdienen.
Ist Personal eures größtes Problem?
Personal ist da das größte Problem, das a) zu bekommen und dann auch, ich sag mal, teilweise das zu verstehen. Die schwierigste Phase in den letzten Jahren war diese Nach-Corona-Zeit, wo du halt wirklich einfach, da sind unsere ganzen unser ganzes Personal, auch Servicepersonal, das ist halt über diese 2 Jahre vollkommen, da war niemand mehr da, da waren wir mehr oder weniger blank. Und dann mussten wir dann, und dann kam es eine Zeit, wo richtig viele Veranstaltungen waren, und wir brauchten einfach Leute. Und ich vergesse, es gibt so eine Story, die ich fast nie vergesse. Ich war da einmal da, netter junger Mann, der stand da, und dann frage ich den auf so einer Party, haben Sie Ihr Kellnermesser? Kellnermesser ist mehr so ein Korkenzieher, ne? Haben Sie Ihr Kellnermesser dabei? Dann schaut er mich so an. Und dann habe ich gemerkt, dass er nicht weiß, was das ist. Dann sage ich, ja, ist ein Korkenzieher. Dann schaut er mich immer noch an. Und dann wurde mir bewusst, dass der eigentlich gar nicht weiß, dass es auch Weine mit Korken gibt, also Schraubverschluss. Und habe mir das dann erklärt. Aber noch mal, der war echt ein sympathischer Kerl oder was. Aber da, also auch das hat es vielleicht nie so erlebt und, und von zu Hause nicht das miterlebt. Und, und, und da hat sich auch wahnsinnig viel verändert. Und einfach das Thema, weil Dienstleistung bedeutet ja, ich muss mich in, in, in, ich muss mich auf den Stuhl des Kunden setzen, ich muss versuchen, wie ein Kunde zu denken. Mein Vater hat mir das mal beigebracht, da bin ich ganz schrecklich, das ist, dass ich schaue immer überall, wo ich bin, schaue ich hin, ob Lichter brennen. Also wenn du irgendwo ein Lokal reingehst, wo eine Birne nicht brennt, dann ist der Laden schlecht geführt. Okay, ja, also so hat mein Vater mir mal beigebracht, ich habe das irgendwie völlig im Blick. Und natürlich bei uns in unserem Betrieb auch, und sehe das überall. Und, und, und, also es gibt nichts Schlimmeres, als die Lampe ausgebrannt ist. Ist aber auch richtig, weil wenn du das als Gast da siehst, dir fällt es auf und indirekt spürst du das.
Bist du denn beim Oktoberfest jeden Tag vor Ort? Ja, ja, jeden Tag. Also 16 Tage lang Vollgas?
16 Tage Vollgas. Die normale Firma muss auch noch weiterarbeiten, also normalerweise tagsüber in anderen Themen. Und was dann echt hart ist, ist, wenn du da mal so einen Tag hast, wo du dann irgendwie tagsüber irgendwo hinfliegen musst oder sonst was, weil du kommst ja dann wirklich nachts vor 2 nicht raus und bist dann auch irgendwo ja auch gepusht, das kommt auch dazu. Also geht heim und ist nicht müde.
Warum dürft ihr eigentlich länger aufhaben als andere?
Hat sich irgendwann mal so ergeben. Es ist auch in dem Sinn gerechtfertigt, weil der Aufbau— wir haben ja wirklich ein kleines Haus, also wie ich es vorher erzählt habe von den Plätzen, und unser Aufbau kostet teilweise mehr als das von dem großen Zelt. Und so konnte man das. Und es gab früher 3 Lizenzen oder 3 Betriebe, die länger auflassen durften, und jetzt sind es nur noch 2. Und das ist auch in der Zwischenzeit so eine Tradition geworden. Müssen uns aber auch da jedes Jahr dafür bewerben.
Ach krass. Sag mal, ich habe mal hierzu den Herrn Seckler von der Sansibar zu Gast gehabt und habe mich gefragt, ob die Sansibar wohl die umsatzstärkste und auch am Ende profitstärkste Gastronomie in Deutschland sein könnte. Und da wollte ich dich fragen, glaubst du das auch, oder hast du eine andere Idee?
Also der macht es sicherlich relativ clever, der macht es sicherlich relativ clever und ist auch erst in dem Sinn macht es auch, weil er sich auf seinen einen Betrieb konzentriert hat, macht es toll, macht es. Ich muss aber dazu sagen, man vergisst dann sicherlich auch, dass es in Sylt sicherlich auch schwache Zeiten gibt. Also von den 365 Tagen sind sicherlich 100 Tage davon, wo auch die Sansibar nicht so voll ist, wie die das immer hat. Und das ist ja auch so, das ist auch das Thema. Ich bringe immer das tolle Beispiel mit einem Biergarten. Du gehst nur in den Biergarten rein, wenn schön Wetter ist, und dann sagst du, da Mensch, ist das ein tolles Geschäft! Aber denkt nicht dran, dass der ja eigentlich nur 50 Tage höchstens im Jahr hat, wo das richtig gut läuft.
Was ist denn ein richtig tolles Geschäft in Deutschland, in der Gastronomie, wo du sagst, boah, das ist wirklich, wenn ich mir einen Wunsch frei hätte, diese Location, diese Lokation oder diese Marke, das würde ich machen?
Das fällt mir jetzt ehrlich schwer, darüber nachzudenken, was ich noch, also ich kenne auch zu wenig die Kollegen. Immer eigentlich die besten Dinge sind die einfachen. Sachen. Ja, also wenn, wenn, also faszinierend ist es, wenn, wenn du irgendwo ein Lokal hast, wo du nur, wo du nur Pizza und Nudeln verkaufst und das zu einem guten Preis. Also hat mir meine Großmutter schon beigebracht, wo ich gesagt hätte, mich sehr empfindlich gemacht hat, alles was mit Mehl und Wasser ist, ist, ist im Endeffekt der Wareneinsatz relativ gering.
Bis heute gilt das.
Und es gilt bis heute so irgendwie was. Also dass im Endeffekt eine Portion Nudeln, die jetzt teilweise schon 18, 19 bis zu 20 € kostet, wenn da nicht viel Sachen dabei ist, dann ist es einfach vom Wareneinsatz relativ gut. Also das ist der Stimm in den Preis. Und wenn du dich so spezialisierst, dass du solche Produkte eben in Perfektion verkaufst und da auch einen wahnsinnig hohen Umschlag hast, das kommt auch dazu. Also das ist sicherlich bei der Sansibar auch das Tolle, dass er in diesen Hauptzeiten, oder wir haben es im Oktoberfest ja auch, dass wir im Oktoberfest unsere Plätze teilweise 5-mal belegen, im Garten sogar manchmal noch mehr. Also das ist das Wunderbare. Aber die normale Gastronomie, die hat mittags ja den Laden vielleicht so halb voll, nachmittags ist es dann ganz leer und dann am Abend ist es vielleicht voll und das ist schon erfolgreiche Gastronomie.
Wie kriegt ihr das hin mit den 5-mal Belegen? Also das heißt, die kriegen so Slots, die Leute, die Besucher wissen genau—
Die haben innen drin 3 Slots. Im Haus innen drin haben wir 3 Slots und das akzeptieren die Gäste auch und im Garten ist es halt immer Bewegung, da wird nicht reserviert. Wirt, aber da setzt man sich ja hin und trinkt einen Kaffee und irgendwie einen Apfelstrudel oder trinkt ein Bier und ein Hähnchen und das irgendwas. Und nach einer Stunde sagt man ja, das reicht, oder geht man weiter. Dann geht man, das ist ja auch das Tolle am Oktoberfest, also auch das kommt dazu, dass du als Gast, dass du so von einem Ding zum anderen gehst. Ja, und dann auch für den, es gibt Münchner, die nehmen 16 Tage frei, die machen wirklich Urlaub. Und für die ist es dann so, dass Das ist so, die gehen dann also von einem Zelt zum anderen und treffen da ihre Freunde. Da trifft man den, da trifft man den oder kommt mit denen in Gespräche. Also das, also ich kenne das jetzt nicht, weil ich immer bei uns bin, aber so ist es natürlich auch.
Warum ist es eigentlich so, dass gerade in USA gibt es ja viele Menschen, die mit so Gastronomie echt groß geworden sind? Es gibt wirklich sehr wertvolle Gastrobetriebe mit zahlreichsten Niederlassungen, Ablegern, auch Brands in allen, über alle Preisklassen hinweg. Natürlich sozusagen Fast Food, auch mittleres Segment, auch Luxussegment. Ich habe das Gefühl, in Europa oder auch in Deutschland gibt es das so gar nicht. Da gibt es jetzt euch mit eurem Ansatz und es gibt halt ein paar Ausgewählte, aber es gibt dann Losteria vielleicht ein bisschen.
Ja, hier Blockhaus hat einen tollen Job gemacht.
Blockhaus, genau. Aber es gibt wenig. Es gibt wenige Menschen, die so wirklich jetzt so das—
Vielleicht, weil Amerika das eher schon von Haus aus als eine Art Industrie gesehen hat. Und Deutschland ist natürlich auch, wenn du dir die Liste der Gastronomie anschaust, also da gibt es ja auch dann immer jede Jahr bei der Innoventa hier gleich um die Ecke. Da gibt es dann auch die, die, die größten Gastronomiebetriebe, und da merkst du dann auch, dass das dann ganz weit vorne so diese McDonald's und die alle dieses System sind. Aber der Rest ist eigentlich, sind eigentlich kleine Betriebe. Das ist eigentlich so, der Ursprung ist so diese Gastwirtschaft. Und das ist jetzt das Problem, dass diese Gastwirtschaften jetzt alle aussterben, weil also das typische Thema Familie macht es weiß nicht, der Mann ist Koch, die Frau ist im Service oder umgedreht und sonst was, und die Kinder helfen mit, und man hat dann noch 4, 5 Angestellte, dass das einfach nicht mehr funktioniert.
Was kommt da jetzt?
Also das heißt, da kommen jetzt, da kommen jetzt, also was noch einigermaßen funktioniert, sind italienische, griechische, asiatische Restaurants, die da da sind, wo man noch so arbeitet, einigermaßen so arbeitet, oder eben dann auch Familie sagt, kommen. Der typische Italiener hat dann gesagt, lass uns die Familie aus irgendwo aus Apulien herkommen und da können wir noch besser Geld verdienen als da, wo wir leben. Aber der Rest, das als deutsche Wirtschaft, Wirtschaft meine ich jetzt nicht Wirtschaft, sondern Gastwirtschaft, das stirbt aus. Und das ist sicherlich der Wechsel in der Gastronomie und darum wird es immer mehr eben diese Osterias geben. Also da gibt es schon das Thema hin, dass solche Themen entstehen, so Systemgastronomen entstehen. Aber es können auch ganz wenige, also die Losteria-Erfinder kommen auch aus McDonald's raus, also die ganzen Leute haben früher bei McDonald's gearbeitet, also die haben für Systemgastronomie wirklich gelernt, was ein ganz anderer Beruf ist auch wieder als meiner ist. Darum, wir haben da auch immer wieder drüber nachgedacht, können wir irgend sowas machen, und haben gesagt, nee, eigentlich kriegen wir das nicht so auf die Reihe, weil der Unterschied ist, du musst zu stark in Prozessen und so weiter, du denkst in Prozessen, du denkst oder ich habe das vorher auch mit dem Kollegen gebracht, eben im Airline-Catering haben wir auch mal so ein bisschen probiert. Airline-Catering ist Logistik. Du musst einfach in der Logistik wahnsinnig stark sein. Das Essen ist das Wenigste. Und ja, und dann, wir kennen das ja von anderen Themen auch, also Motorsport, also der Formel-1-Weltmeister, der wird nie Rallyeweltmeister werden. Und beides ist Autofahren oder was? Also es ist ein ganz anderes Thema.
Das heißt, du bist irgendwie, das Logistikthema ist nicht so eures, sondern eures ist wirklich das Gastliche?
Mehr das Gastliche. Das sind unsere Wurzeln, das Gastliche und der extreme Servicegedanke und der Gedanke, hin zu, ja, und natürlich Qualität im Produkt immer mehr. Und das, das musste natürlich die nicht vergessen. Also auch die Ketten, die, die haben natürlich, die haben auch, sonst würden die gar nicht existieren, auch Qualität, aber denken natürlich da auch schon wieder drauf drüber nach, wie kann ich Qualität in, in fast industriell herstellen.
Weißt du aus dem Kopf heraus, dass der Kollege aus Österreich, der, der Do Co., wie viel der, was die Firma wert ist?
Das ist ja mit Leuten schon, kannst du auf die Börse gucken, das ist, der ist im Milliardenbereich. Bereich in der Zwischenzeit.
Okay, und das Multiple ist dann halt mein Umsatz-Multiple mal 3?
Ja, bei ihm ist wirklich an der Börse, dass er halt seine Börsenzahlen hat und dann die Umsätze.
Jetzt kommen wir direkt zum Handy. Sekunde, Sekunde, Sekunde. Die Aktie heißt Doh Co.
Also der ist in den letzten Jahren irre gewachsen.
Ja, also ich habe das auch gar nicht so—
Ich glaube 1,2 oder 1,3 Milliarden Umsatz, hat Amerika erobert und insbesondere im 2 Milliarden wert, nicht schlecht.
Wahnsinn. Aber solche Sachen irritieren dich auch nicht?
Ich meine, wenn man das so liest, dann kriegst du gleich einen Ehrgeiz wieder, verstehst du? Ja, aber der war immer so, der war vor Corona, war der, der war Dohn Co. in den, in der Basis so um die 400, 500 Millionen rum. Umsatz? Ja, auch vom Umsatz her ein klein bisschen drüber und auch in der Bewertung, weil, und ist einfach ein Wahnsinnsschritt nach vorne gegangen über Amerika. Also ich, ich, da kennt man dann mal Leute und dann weiß es also, dass der allein, wenn du Airline irgendwo in den Flughafen kriegst, den großen Flughafen in Amerika kriegst und da das Catering machen darfst, ist es 100 Millionen Umsatzdollar.
Wow, wow, wow! Ich meine, ich sehe jetzt hier gerade, macht jetzt 1,8 Milliarden, also das heißt, seine Bewertung ist ungefähr so einmal Umsatz, einmal Umsatz.
Aber man kann wechseln, man kann schon wachsen, aber es ist wirklich eine Ausnahmegeschichte, auch eine Ausnahmekarriere. Also da musst du irgendwie sagen, hat die Natur getan. Also der Gründer, der dem, ich weiß nicht wie viel Prozent, ich schätze, dass ihm so 25, 30% immer noch des Unternehmens gehören, hat auch mit einem kleinen Lebensmittel, türkische Einwanderer in Österreich, haben ein kleines Lebensmittelladen gehabt und hat dann das große Glück gehabt, dass er Niki Lauda kennengelernt hat und hat für Niki Lauda bei der Lauda Air das Catering gemacht und hat natürlich auch nebenher dann auch wie wir auch Partyservice gemacht, hat uns da wahnsinnig kopiert, macht auch großartig, also toller Kollege und, und Und da kommt dann so ein bisschen der Ehrgeiz irgendwie auch hoch. Warum bist du noch nicht so weit und international? Schaffe ich aber auch nicht mehr, muss man auch klar sagen.
Aber gleichzeitig, trotzdem gibt es ja wenige. Eugen Block ist eine Legende, der Kollege, jetzt du. Also der Markt ist gar nicht so groß, obwohl Food eigentlich ein Riesenthema ist und so Gastro.
Aber so diese Legenden, diese Großunternehmer, mittelständische Firmen, da gibt es in Deutschland wirklich ganz, ganz wenige. Also das ist irgendwie, war es nie. Also eben eben ganz zum Schluss ein ganz klein geprägter Markt.
Also ich bin froh, dass ich dich mal dazu habe befragen dürfen, dass ich dich kennenlernen durfte und ich bin mir stimmt bin ich irgendwie hab's wieder dabei versuche irgendwie in deinen Käferzelt reinzukommen.
Bitte bitte melde dich.
Also vielen vielen Dank, dass du da warst.
Gerne hat richtig viel Spaß gemacht. Dankeschön.
Sehr sehr gerne. Ciao ciao.
Ich war keine gute Chefin und heute coache ich Führungskräfte.
Kräfte.
Und ich wurde mit 22 Jahren Führungskraft und musste ganz schön hart dafür kämpfen, ernst genommen zu werden. Heute bin ich Spiegel-Bestsellerautorin und erreiche auf LinkedIn Millionen Menschen. Wir sind Emma Isadora Hagen und Svantje Almers. Das ist Out of Office, der Business- und Karriere-Podcast. Wir teilen mit euch Karrieretipps, die wirklich funktionieren, egal ob es um Gehalt, Selbstmanagement oder die Frage geht, wie man kritische Gespräche richtig führen. Und dazu teilen wir mit euch die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft und ordnen für euch den Hot Tea aus der Businesswelt ein. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, dann abonniert den Kanal und seid ab jetzt jeden Mittwoch mit uns out of office.
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