Ihr Essay kennt sogar der Kanzler: Langdock-CEO Judith Dada (#949)
14 Oct 2026 · 71 min
In this OMR Podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Judith Dada, co‑CEO of LangDoc, a model‑agnostic AI platform that provides a routing layer, Auto‑Mode, and a suite of chat, agent and workflow products for enterprise customers. The conversation begins with Dada’s personal background (Munich, CDTM/TUM, Oxford, Facebook) and her transition into venture capital before joining LangDoc. The interview then details LangDoc’s technology stack, its multi‑tenant and on‑premise deployment options, key customers (Merck, Techniker Krankenkasse, BASF), and its pricing model (license plus usage). Dada explains the company’s recent milestone of exceeding €50 million in revenue and outlines an ambitious long‑term goal of building a €100 billion‑plus enterprise, positioning LangDoc as a European “hyperscaler” for the AI‑workload era. She describes how the AI transformation follows previous digital revolutions (PC, cloud) and how token cost reductions—driven by model heterogeneity and open‑source alternatives—have turned the business profitable with SaaS‑like margins. Dada is bullish on the entire AI stack, emphasizing the importance of independence from single model providers and the value of partnerships with OpenAI and Anthropic. She shares her view on where future value will be created (AI providers, chip makers, IPOs) and outlines LangDoc’s geographic expansion plan: Germany first, then the United States and France, with a new European office in the pipeline. The interview also delves into Dada’s personal life, discussing the challenges of balancing a demanding CEO role with motherhood, her reliance on a live‑in nanny, and the emotional toll of long travel periods. She highlights the company’s “Calm Urgency” culture, a five‑day office presence to maintain cohesion during rapid growth, and practices like walking meetings, high step counts, and her athletic background. The episode concludes with reflections on resilience, motivation, and the trade‑offs inherent in building a fast‑growing AI company while maintaining personal well‑being.
Chapters
Ganz, ganz beeindruckende Frau heute im Podcast. War mir ehrlicherweise lange gar nicht so klar. Ich hatte zwar den Namen Judith Dadas schon ein paar Mal gehört, aber erst bei der Recherche zum Podcast gemerkt, was da auf mich zukommt. Wirklich eindrucksvoll, hat mir extrem viel Spaß gemacht. Die ganze Bandbreite, ihre persönliche Geschichte, aber auch ihr intellektuelles Niveau, die Beweggründe, die sie zumindest nennt, und am Ende die Hoffnung, dass es vielleicht noch mehr Judith Dadas da draußen gibt, die für unser Land oder zumindest für die Wirtschaft einen großen Unterschied machen könnten. Was ihr gleich hören werdet, schon mal vorab in aller, aller Kürze: Ehemalige Leistungssportlerin aus kleinen Verhältnissen schafft es nach Oxford, will aber eigentlich was mit Medien machen, wird dann Investorin, investiert in ein KI-Startup, trifft die größten KI-Köpfe der Welt, so regelmäßig hat man das Gefühl, und entscheidet sich dann, die Seiten zu wechseln von der Investorin und selber CEO zu werden in einer Firma, die sie selber mitfinanziert hat. Die Firma, um die es geht, heißt LangDoc. Und ist mutmaßlich demnächst mal ein Unicorn oder sogar mehr als das. Aber aktuell wollen oder dürfen sie dazu noch nicht ganz so viel sagen. Wir haben dieses Gespräch übrigens aufgenommen auf einem Live-Event in Berlin von unseren Kollegen von OMR Reviews. Auf geht's!
Let's go! Go, go, go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westerheier. Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt es im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram, und den Einstieg gibt's bereits ab 0 €. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnung, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360 € Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertung natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Hallo Judith. Hallo Philipp. Dein Weg fing so an, dass du glaube ich im Plattenbau groß geworden bist.
Genau, ich bin geboren in München, Neuperlach, bin dann da zur Schule gegangen, habe in München studiert, bin danach nach England gegangen, in die USA, nach Paris, nach Irland und irgendwann zurück nach Berlin gekommen, um in der Venture-Capital-Branche zu arbeiten.
Das hast du jetzt sehr, sehr schnell zusammengefasst und vor allen Dingen so ein paar Elite-Siegel ausgelassen, denn auf dem Weg war CDTM, glaube ich, also TUM in München, diese berühmte mittlerweile Founderschmiede. Dann England war dann auch gleichzeitig Oxford. Und also das, was man normalerweise ganz gerne so mal droppt, hast du jetzt nicht gemacht.
Du, ich glaube, am Ende des Tages bin ich irgendwie super dankbar, dass ich— ich sage manchmal, ich bin so ein Gummiball, du schmeißt mich in den Raum und ich reibe mich an allen Flächen ab. Und ich hatte irgendwie bisher in meinem Leben das unglaubliche Privileg, extrem spannende Flächen zu finden, an denen ich mich reiben konnte. Und das hat mich irgendwie hierhin gebracht. Ich sage immer, ich bin irgendwie Nutznießerin von verschiedenen Momenten in meinem Leben, auf die ich zurückdeuten kann und sagen kann, hätte ich da eine andere Abbiegung genommen, dann wäre ich wahrscheinlich nicht da, wo ich heute bin. Das ist CDTM angesprochen, habe ich meinen Mann damals kennengelernt. Ich habe meine gesamten Freunde irgendwie kennengelernt. Ich war in der gleichen Klasse, das war wie so eine Schulklasse mit dem Gründer von Personio und Trade Republic. Wir waren damals irgendwie alle wirklich grün hinter den Ohren, hatten keine Ahnung von irgendwas.
Also, das ist ein Institut an der Uni München oder an der TU München?
TU München und LMU München, genau. Das ist so ein Studiengang, wo im Endeffekt Menschen, die sich mit Technologie und Unternehmertum und Innovation auseinandersetzen, wollen, studieren können auf eine sehr praktische, angewandte Art und Weise und machen das parallel zu ihrem normalen Studiengang. Und da kommen dann Informatiker, Elektrotechniker und irgendwie so Sozialwissenschaftler, die ich damals war, zusammen und arbeiten gemeinsam an Ideen. Und ja, Gründerin werden wolltest? Nee, ich wollte, ich wollte, ich, also witzigerweise, ich war so halb Gründerin. Ich habe damals das größte studentische Magazin in Bayern geleitet, Unikat. Das war damals noch ein Offline-Magazin, wirklich Zehntausende Auflagen an den Unis immer verteilt jedes Semester. Und ich wollte immer mal Publizistin werden. Ich wollte mein eigenes Magazin oder Medienunternehmen leiten. Also ich kam eigentlich immer eher aus der Medienecke, irgendwas mit Medien machen und bin dann so in die Tech-Welt gekommen, weil ich das dann damals von der Offline-Auflage in eine Online-Auflage bringen wollte und plötzlich so Content-Management-Systeme, HTML, und ich hatte von Tuten und Blasen keine Ahnung. Und dann sagte man mir, geh ans CTM, weil da sind die ganzen Softwareentwickler und da lernst du so was. Und so bin ich dann in die Tech-Welt gekommen.
Okay, und dann aber warst du so gut, dass du dann auch ins Ausland, also zu diesen Top-Unis gehen konntest?
Schule und Uni ist mir immer leicht gefallen, ja. Also das hat mich dann unter anderem auch nach Oxford gebracht. Ich habe irgendwie einen sehr, sehr großen Fokus immer gelegt auf die Art und Weise, wie Menschen mit Technologie umgehen oder auch mit Medien umgehen, oder die Art und Weise, wie sich Informationen und Inhalte online verbreiten. Und habe dann damals in Oxford am Oxford Internet Institute studiert, was im Endeffekt so eine geteilte Fakultät fast aus der Informatikfakultät und der sozialwissenschaftlichen Fakultät ist, oder so sozialwissenschaftliche Fragestellungen stellst. Also was macht Technologie mit Menschen? Aber das auf eine sehr quantitative, technische Art und Weise untersuchst und forschst. Und das fand ich irgendwie eine gute Mischung und bin dann da sehr, sehr tief in so die ganze Tech-Welt eingestiegen, habe super viel mit der damaligen Instagram- und Twitter-API gearbeitet. Damals waren die APIs noch sehr offen. Das ist dann nach Cambridge Analytica ein bisschen anders geworden. Und bin danach auch zu Facebook gegangen, weil ich irgendwie das Unternehmen und das Konzept von dem sozialen Graph mega spannend fand. Und das war so meine endgültige Abbiegung in die Tech-Welt.
Das heißt, dein erster Job war dann bei Facebook in Irland, glaube ich, ne?
Genau, im europäischen Headquarter.
Und da hast du dich gekümmert um so Anwendungen für Startups oder so, ne?
Ja, genau. Also ich hatte zwei Rollen. Also ich war im Endeffekt so im ganz klassischen Account Management. Ich habe Amazon betreut und sozusagen den ganzen Werbespam von Amazon Europa auf der Plattform und habe parallel so eine VC-Initiative ins Leben gerufen, weil irgendwie viele von meinen Freunden, ich war im CDTM, die haben alle gegründet, die haben alle irgendwie Venture Capital aufgenommen und es waren damals noch sehr viele so B2C-Modelle. Das heißt, die haben irgendwie für jeden Euro an Venture Capital, das sie aufgenommen haben, 50 Cent auf Google und Facebook ausgegeben für Kundenakquisition und haben dann gefragt, so, hey, du arbeitest doch mit Amazon, du kennst dich doch voll aus, und irgendwie, wie kann ich da mehr ROI aus meinem Werbespend rausholen? Und da habe ich damals die Facebook VC Initiative mitgestartet, um diesen Unternehmen mehr Insights an die Hand zu geben, wie sie programmatisches Advertising gestalten können, einfach effizienter wachsen können auf der Plattform.
Und ganz kurze Zweigung in die Republik Klatsch und Tratsch. Dein Mann hat Forto gegründet, ne, also ein Logistikunternehmen, nicht im B2C-Bereich, also im B2B-Bereich, ne?
Hardcore B2B-Bereich, ja.
Also dem konntest du nicht helfen damals?
Nee, also der, ja, mein Mann ist ja, der ist ja, also der hat nie einen richtigen Job gehabt. Der hat irgendwie mit 10 angefangen zu programmieren, war dann irgendwie mit 19 CTO von Daily Deal damals mit Ferienfabi Heilemann. Hat dann danach noch ein anderes Unternehmen gegründet, dann noch ein Unternehmen, Cloud Numbers, wo glaube ich damals im Gründerszene-Artikel stand, wir wünschen den minderjährigen Gründern alles Gute. Er war nicht minderjährig, sah aber sehr minderjährig aus und hat dann Forto gegründet. Das heißt, er hat nie einen Job gehabt, also außer Gründer zu sein. Der ist so ein totales, einfach so geborener Gründer, super technisch, hat Informatik-Background. Und den habe ich damals im Studium kennengelernt. Der war mein Onboarding-Buddy am CDTM. Hat sehr gut funktioniert.
Ja, wollte ich gerade sagen. Und aber ist jetzt bei, wenn ich es richtig recherchiert habe, bei Forto raus, macht jetzt was Neues. Das heißt Zauber. Fand ich auch nicht schlecht.
Genau, der baut jetzt KI-Agenten für die Logistik. Das heißt, du kannst dir vorstellen, wie unsere Unterhaltungen am Abendessenstisch laufen. Es geht bei uns sehr viel um KI. Deswegen leben wir auch auf dem Land, damit wir auch ein bisschen, so ein bisschen aus der Blase, in der wir sonst so schweben, rauskommen.
Wie war denn dein Sprung dann noch vielleicht von Irland und Meta jetzt heute? Individuell zurück nach Berlin. Da bist du dann ja auf einmal bei einem VC-Fonds eingestiegen, ne?
Ja, genau, bei La Familia mit Jeanette zu Fürstenberg und Robert Lacher damals. Im Endeffekt hatte ich damals den Eindruck, also ich meine, Facebook war ein super erfolgreiches Unternehmen, auch extrem spannend trotz aller Kritik. Ich hatte so den Eindruck, es war die Zeit, in der man sagt auf Englisch, the tide lifts all boats. Also der Markt für Onlinewerbung ist einfach so krass gewachsen bei Google und bei Facebook, dass du dich nicht wirklich anstrengen musstest. Alle sind einfach mitgewachsen. Fand ich persönlich für mich jetzt nicht das spannendste Wachstums- Umfeld, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, ich muss mich herausfordern, um irgendwie an meine Grenzen zu kommen und wirklich wachsen zu können. Und dadurch, dass ich da irgendwie im europäischen Headquarter war und eben in diesem Markt, in dem einfach so die gebratenen Tauben zum Fenster reinflogen, hatte ich nicht den Eindruck, dass ich an mein Äußerstes gehen kann und wirklich mein Lernmaximum erreiche. Und bin deswegen dann relativ schnell bei Facebook gegangen und habe mich entschieden, zu einem Venture Fund zu gehen. Der hieß La Familia. Es klingt wie die sizilianische Mafia, war aber so ein Plain Vanilla Early Stage Venture Capital Fund, der aber eine sehr, sehr spannende These hatte, die irgendwo auch das ist, was ich heute mit LangDoc mache, oder für was ich stehe, nämlich dass Europas Geschichte keine Geschichte von Disruption sein will, sondern von Transformation. Das heißt, wir müssen eigentlich die etablierte Industrie, die unsere Wirtschaft so maßgeblich prägt, mitdenken und enablen, sich zu transformieren für das damalige digitale Zeitalter. Also das war 2016, 2017, da hat jetzt KI noch keine so große Rolle gespielt, und heute natürlich für die KI-Transformation.
Aber hast du den Job damals ausgewählt, weil du schon so eine Verantwortung gespürt hast und dich so—
100%, wirklich. Ich habe damals gesagt, ich will in den Raum gehen, in dem der Fakt, dass ich in dem Raum bin, einen Unterschied macht. Und ich glaube, dass es in Europa mehr der Fall ist als irgendwie in einem anderen Raum auf der Welt. Und ich will was machen, wo ich zumindest den Anspruch habe, Dent in the Universe zu machen. Auch wenn das allermeistens scheitert, will ich zumindest mein Allerbestes dafür geben, irgendwie in diese Trajektorie zu kommen.
Hast dich beworben, Jobanzeige, oder? Oder?
Nee, die haben mich witzigerweise angesprochen, weil wir so einen geteilten Freundeskreis hatten. La Familia ist wirklich La Familia, es ist wirklich ernst gemeint, war der erste Investor in Forto, also der Firma meines damaligen Freundes, heute Mannes. Und wir hatten so viele gemeinsame Kontakte und ein gemeinsamer Kontakt meinte, hey, die haben gerade den Fund geschlossen, Judith, bewirb dich doch mal oder sprich mal mit denen. Und ich meinte so, nee, Venture Capital, ich will irgendwie selber was gründen, kommt gar nicht infrage. Und dann hat er mich aber überredet, Jeannette und Robert zum Kaffee in Paris zu treffen. Dann bin ich nach Paris geflogen, habe die beiden getroffen und habe mich halt so verknallt, wirklich in dieses Konzept und einfach auch in die beiden. Also ich fand einfach, das war einfach ein geiles Team, war eine geile Truppe, und habe mich dann entschlossen, meinen Job hinzuschmeißen und mich diesem mafiösen Venture Fund anzuschließen, den es dann ja gar nicht so lange gab.
Der ist dann irgendwie aufgeteilt worden oder sozusagen ein bisschen auch umbenannt worden. Also heute ist es nicht mehr so da, ne?
Genau, also wir haben, also wir, uns gab es noch eine ganze Zeit lang, 7 Jahre haben Jeanette und ich das dann noch weitergeführt, nachdem Robert Visionaries Club gestartet hat. Und wir haben dann vor ein paar Jahren mit General Catalyst gemerged. Genau, aber wir hatten also 7 Jahre einen sehr, sehr starken Run, haben auch 3 Funds geraised insgesamt.
Und das beste Investment, was ihr gemacht habt?
Deal, HR-Payroll-Plattform, ultra, ultra krasser Gründer, ultra krasses Unternehmen, mega geil.
Und das war dein Deal auch?
War Jeanettes Deal damals.
Okay, und da hast du doch dann auch schon eigene Deals zu gehabt, wo du weißt, das war mein Money?
Ja, also du, Personio, jetzt muss man überlegen, was ist Visionaries, was ist La Familia gewesen, Ethan AI, LangDoc, LangFuse.
Und LangDoc hast du damals auch selber als Investorin schon gesehen und gemacht? Wie viel Geld hast du damals investiert?
Ich glaube, die erste Finanzierungsrunde waren so 3 Millionen Dollar, und davon haben wir so die Hälfte gemacht ungefähr.
Also ganz nach der Gründung muss es dann gewesen sein?
Es war die Pre-Seed.
Und wie kamst du da an die Gründer?
Lenny und ich, oder Lenny, Tobi und Jonas und ich kennen uns seit 8 Jahren, weil ich damals— die haben alle 3 ja Coach studiert. Genau, in Berlin. Die waren, glaube ich, sogar im ersten Jahrgang der CODE, was irgendwie auch was über die drei aussagt. Weil wenn du deine Eltern davon überzeugst, dass es eine gute Idee ist, an eine Uni zu gehen, die es gerade mal seit ein paar Monaten gibt, dann zeugt das von einer gewissen Risikoaffinität, was dein Leben anbelangt. Und es gibt eine studentisch geleitete Konferenz, die heißt Unicorn, oder Unicorn, ich meine Unicorn, und das ist so eine Art Startup-Pitch-Wettbewerb. Und Lenny hat ihm gesagt, ja, wir haben super viele Investorinnen angeschrieben und keiner hatte Bock. Und du hast halt gesagt, ja, ich komme und finde ich geil und klar, komme ich und schau mir euren Pitch-Wettbewerb an. Und so haben sich dann Lenny und ich damals kennengelernt.
Und da hat er dir schon erzählt von dem, was er jetzt, was ihr jetzt heute macht?
Nee, überhaupt. Also damals war es wirklich einfach, wir haben uns im Rahmen dieser Konferenz kennengelernt und sind aber dann ja freundschaftlich verbunden geblieben. Lenny hat mich dann auch in den Beirat von der Universität oder von der Hochschule geholt, weil ich es einfach, ich habe am CDTM halt gesehen, wie stark dieses A praxisorientierte und b) interdisziplinäre Arbeiten Menschen befähigt, wirklich Unglaubliches zu leisten. Also ich glaube, wenn wir es schaffen würden, in Europa viel mehr so diese technische mit der Business-Seite oder auch der Design- und Produktseite zusammenzubringen, so wie das auch in Stanford zum Beispiel der Fall ist, dann ist das das beste Rezept, um irgendwie extrem große Unternehmen zu bauen. Du hast die technische Komponente, du hast die Business-Komponente, du hast einfach Leute, die was reißen wollen. Ich sage immer, Ambition führt zu mehr Exzellenz, führt zu mehr Ambition, führt zu mehr Exzellenz. Also das ist so ein perfektes Schwungrad, was daraus entsteht. Und das gleiche Potenzial habe ich damals in der Code gesehen und habe mich deswegen dort im Beirat engagiert. Und so sind Lenny und ich uns eben verbunden geblieben. Er war damals, glaube ich, CFO der Code, also hatte auch in super jungen Jahren, er war da gerade fertig mit seinem Abschluss, schon eine krasse Rolle in so einer Leadership-Funktion. Also er ist ein Mensch, der eigentlich ja in Weisheit seinen Jahren weit voraus ist. Und ich habe damals zu ihm gesagt, so, Lenny, ganz egal, was du machst, ich will investieren, weil ich so viel von ihm gehalten habe. Ich fand ihn einfach wirklich einen außergewöhnlichen Menschen. Ich glaube, jeder, der ihn mal kennengelernt hat, Viele, glaube ich, teilen dieses Sentiment, weil er einfach wirklich eine unglaubliche Positivität hat, aber einfach auch einen krassen Pragmatismus und eine Fähigkeit. Und das gilt für die ganzen Gründer von LangDoc, so back to first principles. So, wir sind jung und die Welt erzählt uns irgendwas und meint, die Weisheit mit allen Löffeln gefressen zu haben, aber wir hören einfach unsere Kunden und wir machen einfach das, was wir glauben, das richtig ist, und sind auch bereit, relativ unkonventionelle Wege zu gehen. Und das habe ich damals schon sehr, sehr früh irgendwie gesehen in ihm und habe deswegen gesagt, ganz egal, was du machst. Und er hat auch am Anfang, hat LangDoc und das Team so ein paar Ideen durchiteriert und gesagt, so ganz egal, sobald du ready bist, sag Bescheid, ich investiere. Also ich hätte im Echtzeit, egal was sie machen, investiert.
Und das, dann war es ja auch so, dann habe ich es auch investiert.
Und dann ist es tatsächlich auch ganz erfolgreich geworden.
Aber du bist dann trotzdem erstmal noch eine Weile in der VC-Welt gewesen und mehrere Jahre sogar noch.
Also in Langdach habe ich investiert vor 3 Jahren ungefähr, also ganz am Anfang. Und dann kam der Merger von La Familia, also dem Venture Fund damals, mit General Catalyst, einem großen Venture Fund aus den USA. Dann bin ich da raus. Ich bin ja wie bei Facebook damals, ich bin so ein Ball, du musst mich in Räume schmeißen, an denen ich mich irgendwie abreiben kann. Und ich habe das Gefühl, so ein großer Venture-Fund, den es schon sehr lange gibt, ist vielleicht nicht ganz das richtige Umfeld für mich. Und bin dann zurück zu Rob, also back to the roots. Ja, Rob und Jeanette haben damals eine Familie gestartet. Zurück zu sozusagen Rob in Visionaries Club und habe den Fund dann die letzten Jahre mit ihm gemeinsam sozusagen aufs nächste Level gehoben. Und dann rief Lenny an Ende dieses Jahres und hat gesagt, Judith, ich habe Hear me out, hat er gesagt, also hör mir mal zu, ich habe eine relativ unkonventionelle Idee. Wie wäre es, wenn wir beide Langdok gemeinsam Co-CEO? Aber ich zuerst, du spinnst! Und da habe ich drüber nachgedacht und drüber nachgedacht und habe dann zu meinem Mann gesagt, mein Mann ist ja auch Unternehmer, wir haben zwei kleine Kinder, und dann habe ich davon erzählt, 3 und eineinhalb, so beide in unternehmerischen Rollen unterwegs, nicht ganz einfach an vielen Stellen unseres Lebens. Und habe dann aber zu ihm gesagt, du, Ich glaube, nach so einer schlaflosen Nacht, das ist der Moment in meinem Leben, auf den ich zurückblicken werde und es immer bereuen werde, weil ich so krass an dieses Unternehmen glaube, weil ich so krass an dieses Team glaube. Und ganz egal, was das an Opfern auch bedeutet für unser Privatleben oder einfach für die Art und Weise, wie wir jetzt beide irgendwie auch unsere Unternehmen priorisieren an dieser Stelle unseres Lebens, das uns so viel abverlangt, nämlich 2 kleine Kinder, die wir auch parallel haben und die uns auch alles bedeuten. Ich muss das machen, weil das wird die Abwägung sein, an die ich immer zurückdenke, mich fragen werde, was wäre, wenn.
Was war denn so wahnsinnig fasziniert, dass das nicht in 2 Jahren bei einer anderen Firma auch sein könnte?
Also ich glaube, es ist natürlich auf der einen Seite, ne, du siehst irgendwie die Wachstumszahlen und so weiter und so fort, aber ich glaube, es ist gar nicht mal so sehr das, sondern es ist wirklich, dass wir mit LangDoc, und vielleicht, um einmal kurz zu erklären, was macht LangDoc, sind im Endeffekt eine KI-Plattform, um Unternehmen die zentrale Möglichkeit zu geben, ihre KI-Reise zu gestalten und in allen verschiedenen Formfaktoren im Endeffekt KI-Transformation zu beschreiten. Ich glaube, dass das das Puzzlestück ist, was Europa unglaublich braucht an diesem Moment.
Wenn wir schon über das Geschäftsmodell sprechen, noch mal, dass man es auch wirklich so jetzt operativ verstehen kann und wofür ihr Geld bekommt und sowas alles. Also ihr habt eine Software geschrieben, die greift auf andere Modelle zurück, ihr habt kein eigenes Modell offensichtlich, und dann geht ihr zu Firmen, wesentlichen deutschen Firmen, und was ist euer Pitch? Was können die dann mit euch machen?
Genau, also wir haben Lösungen für die gesamte KI-Reise. Es fängt an bei Chat, ja, also KI-Chat, wie du es auch kennst, und ChatGPT und Claude. Wir haben tiefe Integration, wir haben Agenten, die du bauen kannst, wir haben Workflows, die dir wiederum größere Abstraktionen ermöglichen auch zu bauen. Wir launchen jetzt demnächst ein Meetings-Produkt. Also wir bauen die ganze eigentlich Oberfläche von KI-Transformation und von verschiedenen Produkten, die deine Produktivität oder deinen Arbeitsalltag, wie du ihn mit KI gestaltest, im Endeffekt befähigen.
Stellt euch bitte kurz vor, bei euch in der Firma klingelt das Telefon, aber das ganze Team ist in einem Meeting und keiner geht dran, obwohl am anderen Ende möglicherweise ein neuer Neukunde ist, den man dann verliert. Und genau dafür hat unser heutiger Werbepartner Zipgate einen AI-Agent gebaut, der rangeht, wenn man keine Zeit hat. Und das Beste daran: Sona ist der erste KI-Telefonagent in Europa, der komplett kostenlos ist bei vollem Funktionsumfang. Man kann Sona in wenigen Minuten einrichten. Ich habe das sogar schon mal für euch hier getestet. Hallo, ich bin auf der Suche nach neuen Bildschirmen für unsere Büroräume. Und hätte gern dazu einen Termin in der kommenden Woche. Klar, ich schaue einmal in den Kalender. Passt dir Donnerstag um 14 Uhr? Kannst du bitte auch kurz checken, ob meine letzte Anfrage wegen der Drucker schon bearbeitet wurde? Moment, ich schaue ins Ticketsystem. Die läuft beim Support-Team. Ich leite dich direkt weiter. Der Agent versteht freie Sprache und eure Kundinnen und Kunden hören kein nerviges Drücken Sie die 1. Außerdem kann er direkt auf euer CRM, auf euer Ticketing-System, auf euren Kalender zugreifen, Und er kann direkt buchen, prüfen oder auch Termine und Informationen weiterleiten. Von der Telefonanlage bis zum eigenen Sprachmodell baut Zipgate alles selbst. Mit über 20 Jahren Telefonie-Know-how und über einer Million Anrufen im Monat live vertrauen bereits mehr als 35.000 Unternehmen auf Zipgate. Und natürlich ist Zipgate DSGVO-konform mit eigenen Servern in Deutschland. Testet das Ganze doch einfach mal kostenlos aus, völlig risikofrei. Unter sona.zipgate.de. Den Link gibt es aber auch wie immer bei uns in den Shownotes. Und das kann man mit Claude alleine nicht machen?
Also doch, das kannst du auch alleine mit Claude machen, aber wir glauben, dass Modellagnostizität extrem wichtig ist. So, die Analogie, die ich bringen würde, ist, wenn du ein Unternehmen bist und du möchtest Menschen einstellen, dann würdest du ja auch nicht nur von einer Universität rekrutieren, sondern du würdest dich ja am ganzen Markt an intelligenten, smarten Menschen bedienen wollen. Und ich glaube, das sehen wir sehr, sehr stark. Also wir haben einen sogenannten Model Router, der im Endeffekt zwischen den verschiedenen Modellen, die alle unterschiedliche Stärken haben— manche sind extrem fähig, aber dafür sehr teuer, andere sind fähig, aber extrem günstig— die im Endeffekt ja an dieser Pareto-Frontier, so nennt man das, also den verschiedenen Stärken dieser Modelle, da einfach entsprechend entscheidet, welches Modell zu welchem Zeitpunkt genutzt werden soll. Wir haben einen sogenannten Auto-Mode, ja, der im Endeffekt abstrahiert, die darunter unterliegenden Modelle. Und wir sagen eigentlich, dass die Auswahl eines Modells gar nicht mehr was sein sollte, über was Menschen nachdenken. Also, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in dieser Gesamtmodelllandschaft, wo irgendwie jeden Tag neue Modelle rauskommen oder jede Woche, viele Menschen kommen nicht mehr mit. Das ist eigentlich auch gar keine Aufgabe, die ein Mensch noch übernehmen sollte, sondern wir sollten Systeme und Technologien nutzen, die eben zwischen diesen Modellen switcht und abstrahiert und dann eben das beste Modell für die jeweilige Aufgabe auswählt. Und wir glauben, dass Unternehmen einfach empowert werden müssen. Unternehmen kommen aus einer Zeit, in der alle tiefe, tiefe Narben haben von Lock-in, ja, von— ich will jetzt keine Namen nennen, aber es gibt viele Bestandssysteme, die eigentlich jedes Unternehmen nutzt, ja, von denen sie eigentlich nicht mehr wegkommen und so ganz, ganz tief in denen gefangen sind. Und deswegen mit KI, das ja eine Technologie ist, die möglicherweise unsere Wertschöpfung komplett transformiert, tut glaube ich jedes Unternehmen gut daran, sich sozusagen loszulösen von der Intelligenz, die ein einziger Provider bereitstellen kann. Weil ich glaube, wenn du das Ganze dir als zwei Seiten eines Marktes vorstellst, dann wird am Endeffekt ist Model Layer immer daran interessiert sein, dir am Ende des Tages die geringste Intelligenz für den höchsten Preis zu verkaufen. Und du als Konsument oder Abnehmer willst aber die meiste Intelligenz für den günstigsten Preis. Das heißt, so eine ganz klassische Logik, wo es eigentlich ein Zwischen- oder Plattform- oder ja, also Layer braucht, was diese Interessen entsprechend ausrichtet. Und deswegen glauben wir so stark an diesen modellagnostischen Approach.
Und wenn ihr, also sag mal, 1, 2 Referenzkunden vielleicht, für die ihr so das macht?
Merck, Techniker Krankenkasse, BASF.
Also was, was, was nutzen die dann so konkret? Weißt du das auswendig, was Techniker mit euch macht?
Genau, sie haben unsere KI-Plattform, die nutzen das auf ihrer eigenen Infrastruktur. Das heißt, es ist ein On-Prem-Deployment bei denen, was natürlich auch ein sehr, sehr datenschutzkonformes Setup ist. Aber viele Kunden nutzen natürlich auch unsere solchen Multitenant- oder Single-Tenant-Lösungen.
Aber welche Hilfe kriegen die dann so? Also Chat, oder ist es dann—
Genau, es ist im Endeffekt die ganze KI-Reise.
Also die machen ja selten so, dass alle alles nutzen, sondern einzelne Firma ja meistens so.
Genau, also ich glaube, du kannst dir das immer vorstellen wie so ein— Jensen Huang redet vom Layer Cake, wenn es um die verschiedenen sozusagen Schichten der Wertschöpfung geht. Ich glaube, du kannst dir auch einen Layer Cake vorstellen, wenn es um deine KI-Nutzung geht. Du fängst erstmal an mit Chat, ne, also musst erstmal überhaupt dich zurechtfinden mit der Art und Weise, wie du mit Modellen in Interaktion gehst. Dann fängst du an, tiefere Daten zu integrieren, ja, dann bindest du dein SharePoint an, du bindest deine verschiedenen Systeme an, dann baust du den ersten Agenten für Dinge, die einfach wiederkehrend sind, dann bindest du verschiedene Agenten in einen größeren Workflow ein? Das ist im Endeffekt eine Reise, die sehr, sehr niederschwellig anfängt, aber dich dann dadurch immer wieder enabelt, sag ich mal, größere Teile von der KI-Transformation auch zu unternehmen. Und ich glaube, was so wichtig ist, warum wir das eben als ein ganzes System denken, ist, dass das Ganze nicht nur aus einem einzelnen Use Case heraus passiert. Also die Use Cases, ja, also zum Beispiel ein Customer-Service-Agent oder ein Agent, der dir hilft, Slides zu bauen, oder ein Agent, der dir hilft, E-Mails zu beantworten. Das sind einzelne Use Cases, die aber eigentlich aus der breiten Nutzung Nutzung von KI für das ganze Unternehmen entstehen, wo es eben, glauben wir, Sinn macht, dass dein ganzes Unternehmen, gerade wenn wir von großen Unternehmen sprechen, die häufig, ja, wir haben Unternehmen, die haben Zehntausende Nutzer auf LangDoc, die eben gemeinsam auf einer KI-Plattform und Oberfläche sitzen und du dann darüber hinaus eben zentralistisch auch die einzelnen Use Cases mit aussteuern kannst. Aber dadurch, dass ja die Modelle immer besser werden, verändert sich eigentlich von Monat zu Monat, was du jetzt alles tun kannst. Und deswegen sozusagen eine Oberfläche zu haben, anstatt irgendwie die einen hängen in Gemini, die anderen hängen in Claude, die anderen hängen in OpenAI. Das macht es extrem schwierig, dieses Change Management, was ja sowieso schon enorm ist in der Zeit, in der wir leben, weil sich die Dinge die ganze Zeit verändern, zu orchestrieren und zu gestalten. Deswegen glauben wir, es ist so wichtig, dass du eben eine zentrale Plattform hast, die den Mitarbeitern sozusagen eine Oberfläche gibt, aber dir als Unternehmen auch eine zentrale Governance, Datenschutz und so weiter und so fort gibt, über den du auch die Kontrolle über deine KI-Reise gestalten kannst.
So ein Kunde, so Techniker oder so ein Großkunde, was für ein Jahresumsatz machen die mit euch?
Du, es kommt drauf an, also weiß ich jetzt nicht aus dem Kopf, aber von paar Hunderttausend bis weiter aufwärts ist da alles möglich.
Also es gibt schon auch dann einzelne Kunden, die bei uns oder bei euch ein paar Millionen auslösen?
Ein paar Millionen haben wir noch nicht, aber wir kommen in die Richtung.
Und was rechnen die ab?
Also die, wir haben Lizenzgebühr und dann in der Lizenzgebühr ist eine gewisse Nutzung enthalten. Das macht natürlich auch wieder spannend, dass wir durch unseren Auto-Mode und unser Routing, die eben verschiedene Modelle geben können, auch die Modelle, die eben zu einer gegebenen Intelligenzstärke sehr, sehr günstig sind. Das heißt, ein gegebener Euro an Invest bringt dir mehr KI-Nutzung am Ende des Tages. Und wenn du über diese sozusagen Lizenznutzung, die inkludiert ist, hinausgehst, rechnen wir im Endeffekt extra Usage ab. Du kannst ein Limit setzen und so weiter und so fort und haben dann unterschiedliche Lizenzen für unterschiedliche Unternehmensgrößen.
Okay, also so eine Mischung aus Lizenz und extra Usage.
Genau.
Okay, und warum wollte der Lenny dich wohl am Ende haben? Also ich meine, was hat er in dir gesehen?
Das müssen wir Lenny fragen. Nein, also du, ich glaube, wir sind am Ende sehr komplementär. Lenny ist ein unglaublicher Stratege, ist ein unglaublich in sich ruhender Mensch, der ja sehr stark in die Organisation reinwirkt, der einen unglaublichen Humor hat, aber auch ein unglaubliches Auge für Details. Der aber vielleicht jetzt nicht so viel Energie daraus zieht, auf großen Bühnen zu stehen und irgendwie die Werbetrommel zu schlagen und als Außenministerin unterwegs zu sein. Genau, deswegen, wir haben so eine klassische Innenminister-Außenminister-Rolle. Ich habe eine sehr starke Passion, ich habe auch ein sehr starkes Bedürfnis, eine gewisse Message an diesem doch sehr wichtigen Moment für Europa, so wie ich finde, und für die Welt nach außen zu tragen. Und an der Stelle irgendwo auch der Ambition von Langdoc gerecht zu werden, eben auch einen deutlich öffentlicheren Case für KI zu machen, für eine KI-Zukunft, die lebenswert ist, für eine KI-Zukunft, die ambitionierter ist als das, was wir, finde ich, in Europa in der Vergangenheit vielleicht gezeigt, geleistet, gewollt haben. Ich glaube, das ist uns wichtig, dem einfach auch Gewicht zu geben und dadurch auch so die Trajektorie, auf der wir uns befinden, ja, dem gerecht zu werden.
Was musste er denn noch, was musste man in die Hand nehmen, um seine VC-Prinzipal zu überzeugen, in seine Firma zu kommen? Ist dann eine Gehaltsfrage oder Anteilsfrage, oder wie läuft sowas?
Also okay, das ganz undeutsch, aber finde ich eigentlich gar nicht schlecht, über sowas auch zu reden. Du, wir sind ja gebootst, und nicht gebootst, wir haben eine ganz kleine Finanzierung nur aufgenommen. Das heißt, bei uns werden noch keine crazy Luxusgehälter gezahlt, was ich auch absolut richtig finde. Das heißt, ich bin jetzt nicht wegen einem großen Gehaltscheck gekommen, sondern habe meinen Gehaltscheck doch sehr deutlich reduziert.
Ja klar, also als, als Partnerin, ne? Ich war GP, ja, da verdient man schon dann 600.000, da verdient man gut, aber nur nicht, man ist ja nicht Einkommensmillionärin.
Ich war noch keine Einkommensmillionärin mit meinem Gehalt.
Nein, aber da warst du an der, hätte noch fast so, das kannst du, das kannst du, die Lücke darfst du jetzt mit deiner Fantasie füllen.
Aber nee, also Gehalt reduziert, aber natürlich ein Equity- Package, von dem ich glaube, dass es das viele, viele, viele, viele Male aufwiegen wird, weil es einfach eine echt krass spannende Firma ist.
Was ist denn die Firma jetzt aktuell wert? Du, das, also aktuell, das Package da verhandelt, dann wird es ja einen Wert gegeben haben.
Ja, aber der, das ist ein Ladies Secret.
Okay, also wie viel habt ihr mittlerweile?
Ja, wir haben gerade vor ein paar Wochen 50 Millionen Euro überschritten.
Okay, das heißt aber, man würde jetzt ja so SaaS-Multiples dranlegen wie früher, dann wäre es natürlich jetzt schon Unicorn. Aber es ist noch kein Unicorn, oder? Also in deiner Wahrnehmung?
Nee, wir sind noch kein Unicorn. Also nee, also wir absolut noch kein Unicorn.
Aber es ist ganz klar der Plan, das in den nächsten 1, 2 Jahren zu schaffen?
Ich hoffe. Das ist auf jeden Fall die Ambition.
Ist denn das so, jetzt in der Phase, wo man so den RA jetzt jedes Jahr verdoppelt?
Ich, wir haben auf jeden Fall die Ambition, mehr als zu verdoppeln.
Mehr zu verdoppeln, okay. Dann ist natürlich der Wachstumsrate und 50, den RA, kannst du so, hat er dir einen Discount-Deal denn auch angeboten?
Eine Gentlelady schweigt.
Okay, okay, okay. Jetzt muss man sich so vorstellen, dass du durch die Welt fährst, machst Gespräche, bist, sagst, in Boardrooms, bist bei Kunden und versuchst Lust, am Ende für das Produkt zu evangelisieren?
Ganz genau. Also ich glaube, KI ist ein Thema, das uns vor gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen stellt, aber auch zu einem Zeitpunkt, zu dem es extreme Chancen gibt, die mit dieser Technologie einhergehen. Und wenn ich so blicke auf die Arten und Weisen, wie ich jetzt aktuell auf der Policy-Seite, aber vor allem auch auf der Seite von den Unternehmen, die wir befähigen oder in deren Service wir stehen, unterwegs bin, dann geht es auf der einen Seite extrem viel um das Thema, wie führe ich KI ein. Also wieder sozusagen auf diese Reise blicken. Du fängst an mit einem Produkt, das alle abholt, eine zentrale Plattform. Dann machst du Enablement über konkrete Use Cases, die wiederkehrend sind über verschiedene Kunden. Das hat natürlich viel mit Insights-Sharing zu tun, Best Practices, diesen Use Case zu bauen, diesen Use Case zu bauen. Dann gehst du in immer höher liegende Stufen der Wertschöpfung. Das ist auf der einen Seite viel, was ich mache, und das ist so ganz klassisches Enterprise. Selling. Aber auf der anderen Seite hat es ganz viel mit Change Management zu tun. Ich glaube, inzwischen, man nennt es Model Capability Overhang, die Modelle sind zu viel mehr fähig, als wie wir sie nutzen, weil wir Menschen uns nur so schnell bewegen, wie wir Menschen uns bewegen, und das ist relativ langsam. Und vor allem in großen Organisationen, die von extremer Komplexität, Behäbigkeit, Prozessen geprägt sind, ist es häufig extrem schwierig, Dinge so dynamisch zu gestalten, dass du eigentlich die Benefits von KI heben kannst. Und es hat viel mit menschlichem Change Management, Inspiration, Aktivierung und Leute mitnehmen zu tun. Das ist eigentlich eine viel menschlichere Aufgabe, als es eine technische, prozessgetriebene Aufgabe ist. Und ich versuche beides zu vereinen. Ich glaube, ich versuche auf der einen Seite einfach die Reise und auch die Vision dessen aufzumalen, wie die Zukunft eigentlich aussehen kann für uns alle. Also ich glaube einfach wirklich, ich bin fest davon überzeugt, eine Statistik, die ich total verrückt finde, es gab so, wie viel Prozent der Europäer fühlen sich engaged und fühlen ein sehr positives Gefühl ihrer Arbeit gegenüber. Rat mal.
Die Hälfte?
12%.
Okay.
Was crazy ist. Das heißt, die allermeisten Menschen, wenn man es mal ganz ehrlich sagt, tun Arbeit, die sie eigentlich, wenn sie die Wahl hätten, wahrscheinlich nicht verrichten würden. Zumindest nicht auf die Art und Weise, wie sie aktuell gelebt wird. Und ich glaube, dass KI da eine unglaubliche Chance sein kann, die Dinge uns abzunehmen. Auf der einen Seite Fachkräftemängel und irgendwie demografischem Wandel entgegenzuwirken, mit dem jedes Unternehmen, frag mal jedes deutsche Unternehmen, die haben alle zu kämpfen mit Mitarbeitenden, die irgendwie Unternehmen verlassen haben. Ein Unternehmen, super geil, die haben einen Agenten gebaut für einen Mitarbeiter. Ich habe eine Mitarbeiterin sogar, die das Unternehmen verlassen hat, und haben sozusagen dieses Wissen dieser Mitarbeiterin in Agentenform jetzt weiterleben lassen. Das ist ein super, super krass genutzter Use Case oder Agent bei denen. Aber die einfach auch darüber hinaus wirklich einen Alltag und eine Lebensrealität und eine Arbeitsrealität uns wieder ermöglicht, die einfach wieder Spaß macht und die uns einfach wieder die Fähigkeit gibt, uns auf die Sachen zu fokussieren, wo wir Menschen wirklich einen Unterschied machen können. Und ich glaube, viele von den Dingen, die wir rumklicken am Laptop jeden Tag, ja, die haben Sinn gemacht in der Welt, aus der wir kommen, aber die werden zukünftig nicht mehr so viel Sinn machen. Und wir werden aber andere super, super spannende Dinge finden, auf die wir uns dann fokussieren können.
An wen verkauft ihr eigentlich in so Firmen? Also wenn du jetzt sozusagen, das ist ja schon auch eine sehr fast schon philosophische, gesellschaftspolitische Erzählung, wenn du dann bei so einem CIO sitzt, bei der Techniker, dann guckt der vielleicht ein bisschen nüchterner drauf und sagt, okay, witzigerweise nicht.
Das ist, ich hätte es auch gedacht, also natürlich, und da können wir gleich, also Das ist CIO, VP AI, Head of IT, die ganz klassischen sozusagen Abnehmer und Experten, die dann sowohl uns einkaufen, natürlich auch mit der Ausrollung von LangDoc irgendwie beauftragt sind bei den Unternehmen. Aber es ist witzigerweise, ich dachte auch so, okay, es ist ein reines, ich sag mal so ein Gartnerspiel, ne, so Gartner-Quadrant und irgendwie, wo bist du da, wie ist die Kategorie, in der du bist. Und viel davon ist natürlich unser Bread and Butter, aber diese fast philosophischen Fragen spielen eine unglaublich wichtige Rolle, weil alle— ich meine, ich bin mir sicher, die Leute hier im Raum können das nachvollziehen, ich bin mir sicher, dass du vielleicht auch zu Hause oder vielleicht auch selber diese Gedanken machst, ne? Das ist eine Zeit, in der Leute sich zum ersten Mal, glaube ich, die Frage stellen, so, wer bin ich, was mache ich, wo läuft das alles hin, ja, wie gestalten wir diesen Wandel? Und ich glaube, ein CIO, der in der Vergangenheit irgendwie so sehr strikt in der IT-Rolle war, wird immer mehr mit so Aufgaben konfrontiert, die eigentlich eher bei so einem CHRO, also bei einem HR-Chief, lagen, wo es auf der einen Seite um Org-Planning natürlich geht, aber auf der anderen Seite wirklich auch um, wie nehmen wir Mitarbeitende identitätstechnisch und einfach wandlungstechnisch auf diese Reise mit. Das spielt eine viel größere Rolle, als man denken würde in den Unterhaltungen.
Du bist ja auch so ein bisschen in der Branche zumindest prominent geworden durch wahrscheinlich vor allen Dingen generell viele Posts, aber einen ganz entscheidenden Essay, den du vor, was, 2 Jahren, 3 Jahren geschrieben hast?
Du meinst Europe 2031? Ja. Vor 3 Monaten.
Ach so, okay, der kommt mir schon länger her vor. Erzähl.
Im Juni 2026.
Genau, das war ja so, wo ich das Gefühl hatte, da kommt nochmal dein Name relativ oft vor.
Ja, Europe 2031 oder europa2031.com Punkt AI, ist eine narrative Erzählung, die ich gemeinsam mit KI-Wissenschaftlern und Policy-Researchern geschrieben habe, die einmal die Zukunft Europas skizziert.
Aber auch so in so einer WhatsApp-artigen—
Genau, witzigerweise damals meine Idee, gesagt, also hey, wie schaffen wir es eigentlich? Also die Geschichte haben wir geschrieben, weil wir Europa wachrütteln wollten, und wir hatten das Gefühl, mehr irgendwie Reports und Zahlen. Wir haben viele Reports, wir haben viele Zahlen, die haben irgendwie nie was bewirkt. Wir müssen Menschen emotional erreichen. Und wie erreichen wir Menschen emotional? Indem wir ihnen das Gefühl haben, wir holen sie hinter den Vorhang. Wir zeigen ihnen die Unterhaltungen, die wir alle gewittnet, die wir alle gesehen haben, Teil derer wir waren, WhatsApp-Gruppen. Und deswegen haben wir uns dann hingesetzt und wir gesagt, okay, wie sehen diese Chatverläufe aus? Es geht konkret um eine junge Policy-Angestellte in Brüssel, Carolin, und einen jungen Gründer in Silicon Valley, der Deutscher ist, Christian, und um die Chats der beiden. Und es geht um die Zukunft Europas und wie wir immer weiter den Anschluss verlieren. Und wir hatten eben das Gefühl, indem wir diese Erzählung durch Textnachrichten gestalten, gibt es den Leuten so einen Immediate Connect, so eine emotionale Verbindung zu diesen Charakteren. Ich glaube, es ist uns einigermaßen gelungen. Aber genau, Europa 2031 habe ich geschrieben aus einer tiefen Liebe für Europa und aus dem Gefühl, dass wir diese Transformation oder diese transformative KI, wie sie sich gestalten wird die nächsten Jahre, nicht ernst genug genommen haben.
Und bist du zufrieden mit der Resonanz jetzt, 3 Monate später?
Was ist positiv? Das ist wirklich in Policy-Kreisen in Europa extrem breit und stark gelesen worden. Wir haben— wir wissen, dass das Präsidenten, Kanzler, Minister, also alle wichtigen Leute in Europa irgendwie vor Augen hatten und sich angehört oder gelesen haben. Super, ja. Also es wird geredet, es wird gelesen, geil. Gleichzeitig passiert noch nicht so viel auf der Aktionsseite und Und dadurch, dass wir in einer Welt sind, in der dieses KI-Wettrennen extrem schnell funktioniert und eigentlich sich jede Woche akzeleriert, sind wir im Echtsein jetzt in einer schlechteren Position, als wir im Juni waren. Weil ja, es wird geredet, aber es wird nicht getan. Das heißt, relative to where we were, sind wir eigentlich noch weiter hinten dran. Das habe ich versucht, auch der Bundesregierung in Neuhardenberg einmal klarzumachen. Ich habe sehr klar den Punkt gebracht, den, glaube ich, Kanzler Merz auch verstanden hat oder danach auch wiedergegeben hat in seinen eigenen Worten. Dass KI kein Thema auf der Agenda ist. KI ist das Thema, was alle anderen Themen bedingen wird. Ich bin da fest von überzeugt. Ich kann meinen Kindern nicht ins Auge blicken und sagen: Meine lieben Mäuse, ihr habt eine sichere Zukunft in Europa in Anbetracht der militärischen Weltlage, wenn wir es nicht schaffen, uns Zugang zu KI zu sichern. Also ich weiß nicht, wie wir europäischen Menschen Sicherheit garantieren wollen, wenn in 10 Jahren die USA und China Killerdrohnen haben und irgendwelche Superintelligenzsysteme und wir stehen da mit irgendwie Panzern von vor 20 Jahren. Ja, und das, den Punkt habe ich versucht zu bringen. Ich glaube, es gibt keine wirtschaftliche Kraft, ich glaube, es gibt keine militärische Kraft, irgendwo auch dann keine sozialstaatliche Kraft, wenn wir es nicht schaffen, eine deutlich größere Rolle in KI zu spielen. Es hat eine Rolle auf der Infrastrukturseite, Rechenzentrumsausbau. Das versuche ich inzwischen mit LangDoc selbst zu tun. Ja, I'm literally putting my money where my mouth is. Das hat was mit der Modellebene zu tun, wo, wenn uns China oder die USA den Hahn abdrehen sollten, was machen wir dann? Ich glaube, auch da haben wir mit LangDoc wirklich eine gute Antwort, weil wir eben uns loslösen von einem einzelnen Layer und sozusagen auf eine breitere Form der KI-Nutzung gehen. Und es hat was zu tun, und sorry, dass ich jetzt die ganze Zeit die LangDoc-Kiste, ja, oder Trommel schlage, aber ich glaube das wirklich mit jeder Faser meines Körpers, es hat mit der Diffusion von KI zu tun. Weil am Ende, egal wie fähig diese Modelle sind, wenn wir es nicht schaffen, unsere Organisation neu zu strukturieren, uns dynamischer aufzustellen, um mit Nutznießer dieses Wandels zu werden. Und deswegen diese 3 Layer denken zu können und dafür stehen zu können und das jetzt selber auch aus unternehmerischer Kraft machen zu können, das ist für mich die beste Möglichkeit, die ich gefunden habe, dieser Ohnmacht, die ich an vielen Stellen empfunden habe, gesagt, kann doch nicht sein, jetzt selber zumindest in dem Wirkungsraum, den ich irgendwie steuern kann, entgegenzuwirken.
Bekannter Partner bei uns, eGym Wellpass. In ganz vielen Gesprächen hier im OMR Podcast bekomme ich das Gefühl, dass sich sehr viele Firmen Gedanken machen, wie sie gute Leute finden. Aber was ja genauso wichtig ist: Wie hält man die guten Leute eigentlich? Und da spielt mittlerweile Gesundheit eine wirklich große, große Rolle. Ich habe eine Zahl gesehen, die hängen geblieben ist, und zwar 88% der Angestellten sorgen sich, dass ihre aktuellen Arbeitsbedingungen langfristig ihre Gesundheit beeinflussen. Viele Firmen kommen dann mit einem One-Fits-All-Fitnessangebot um die Ecke. Aber das reicht natürlich nicht, um alle Angestellten sinnvoll anzusprechen. Denn die Bedürfnisse sind häufig sehr, sehr unterschiedlich. Die einen gehen lieber ins Gym, die anderen wollen Yoga machen, andere wollen lieber schwimmen, klettern oder einfach einen Ausgleich zum Arbeitsalltag haben. Und genau hier kommt unser Partner Wellpass ins Spiel. Das Firmenfitnessangebot von eGym ermöglicht den Zugang zu verschiedensten Bewegungsformen, egal ob Paddel, Yoga, Massagen oder, oder, oder. Das zeigt mir auch gleichzeitig schon, dass betriebliches Gesundheitsmanagement dann am besten funktioniert, wenn es strategisch gedacht wird und nicht einfach mit dem Gießkannenprinzip Prinzip. Wie so ein moderner BGM-Ansatz, also betrieblicher Gesundheitsmanagement-Ansatz, aussehen könnte und wie Unternehmen dabei sinnvoll Wellpass integrieren könnten, damit es wirklich Wirkung erzeugt, das zeigt das neue Paper BGM Matchplan 2026. Und genau das kann man kostenlos, ihr habt es schon geahnt, runterladen. Den Link dazu gibt's bei uns im Linktree in den Shownotes. Aber ist es auch schon so ein bisschen so eine Art Thought Leader Piece im Sinne von Sales, oder ist es— Ich habe das geschrieben, bevor ich zur Langglocke bin.
Also es hatte noch nichts mit Thought Leadership für Sales zu tun tatsächlich, sondern es war wirklich ein Policy, also es war wirklich ein Piece, was wir einfach geschrieben haben, weil wir glauben, dass es das Licht der Welt erblicken muss und Menschen damit in Interaktion gehen müssen, um sich bewusst darüber zu werden, wie hoch die Stakes sind in dieser KI-Transformation und ambitionierter darüber werden müssen, welche Rolle Europa dabei spielen kann. Und das ist wieder ein sehr, sehr starker Anschluss zu Langdok, weil wir ja gerade auch unseren Flip gemacht haben, aus den USA, 17 europäischen SE.
Aber ihr wart also schon in USA sozusagen on the ground, auch mit der Firma und allem?
Wir hatten eine Topco, genau, also wir hatten sozusagen eine Gesellschaft, die Inc., unter der die GmbH hing, die war in den USA, aber wir waren als Unternehmen immer in Deutschland, immer in Europa.
Warum habt ihr das dann gemacht, nur als Unternehmen?
Weil wir damals neben der Finanzierung von La Familia, als ich damals investiert habe, auch eine Finanzierung von Y Combinator was ein US-amerikanischer Fonds ist, aufgenommen haben. Und die haben so ein Standardschema, die sagen einfach so, wenn du von uns Geld willst, dann musst du eine US Inc. haben. Das heißt, es war einfach pragmatisch die Lösung damals, um eben Teil von der YC-Community zu werden. Und deswegen war eben LangDoc eine US Inc. Wir sind jetzt eine europäische SE, weil wir eben ähnlich aus der gleichen Energie heraus, aus der ich Europa 2031 mitgeschrieben habe, einfach sagen wollen, wir glauben so sehr an diesen Kontinent, wir fühlen uns extrem verbunden, wir fühlen uns extrem dankbar für diesen Kontinent. Wir glauben, weil das dass wir ambitionierter, positiver vorangehen müssen, was das Potenzial von Europa anbelangt, und deswegen da einfach einmal ein Signal setzen wollten, was hoffentlich andere inspiriert, es uns gleich zu tun.
Erzähl vielleicht mal an der Stelle, das hatten sich auch einige bei LinkedIn gewünscht, ich hatte vorher zu dem Podcast ein paar Fragen bei LinkedIn eingesammelt, da kam teilweise sehr viel zurück, und jemand hat sich gewünscht und gesagt, du hast schon häufiger eine Busanalogie erzählt mit dem Busfahrer, das passt wieder ganz gut.
Ich liebe es. Okay, also Philipp, jetzt wird's ernst. Wir leben unser ganzes Leben und sitzen in einem Bus. Und als Kinder sitzen wir in diesem Bus und denken, Papa fährt den Bus, Mama fährt den Bus. Dann kommen wir in den Kindergarten, die Schule, Frau Hoffmann fährt den Bus. Dann haben wir unser erstes Praktikum, der Chef fährt den Bus. Dann sind wir an der Uni, der Professor fährt den Bus. Und irgendwann gucken wir einmal nach hinten im Bus und sehen da unseren Papa sitzen, unsere Mama sitzen, den Chef sitzen, den Professor sitzen, und gucken nach vorne auf den Busfahrersitz und merken, niemand fährt diesen Bus. Und am Horizont in diesem Bus wird langsam eine Klippe sichtbar, und ich tippe den Papa an, sag, Papa, niemand fährt den Bus. Und Papa sagt, ach was, Und ich tippe den Professor an und sage, Professor, niemand fährt den Bus. Er sagt, ach was? Und der ganze Bus fängt an zu schreien, niemand fährt den Bus, niemand fährt den Bus! Und niemand nimmt das verdammte Lenkrad in die Hand. Und ich glaube, das ist die beste Analogie, die ich gefunden habe für unser Leben. Wir denken alle irgendwie—
Aber das heißt für unser aller Leben als Menschheit oder für dein Leben?
Für unser aller Leben, für mein Leben. Ich glaube, wir haben diese Idee, politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, irgendwer fährt schon diesen Bus, irgendwer wird schon dafür sorgen, dass es nicht schlimm wird, dass diese Klippe irgendwie, ja, irgendwie, dass wir die Kurve kriegen, bis wir realisieren, dass wir diejenigen sind, die dieses Lenkrad nehmen müssen. Und das war wirklich, ich glaube, es braucht mal diesen Switch im Kopf zu verstehen, wir sind alle Teil von einem unglaublich komplexen System, das darauf angewiesen ist, dass Menschen ihre Agency nutzen, um den Bus zu lenken. Und viel zu häufig, weil wir eben eine Gesellschaft sind, die zum Glück vielen Menschen extrem viel ermöglicht und die auch extreme Komplexitätsstufen geschaffen hat, ist es so einfach zu sagen, ach, irgendwie wird's schon werden. Kein Wirtschaftswachstum wird schon nicht so schlimm werden. Hohe Energiekosten wird schon nicht so schlimm werden. KI-Transformation wird schon alles passen.
Aber ich meine, in den letzten Jahrhunderten hat's dann ja auch schon Leute gegeben, die den jeweiligen Bus gut gelenkt haben. Also ich meine, die Welt ist ja heute jetzt bei all den Herausforderungen jetzt nicht so schlecht.
Ich, ich, ich liebe die Analogie. Ich glaube, ich würde, ich würde sagen, die— wir leben heute ein Leben, was so gut ist, weil wir alle Nutznießer von technologischem Fortschritt sind. Wir stehen alle auf den Schultern von riesengroßen technologischen Fortschrittssprüngen, die wir gemacht haben. Und wer sind diejenigen, die in der Vergangenheit den Bus gefahren haben? Ich glaube, es sind an großen Stellen Unternehmer, weil Unternehmen bisher die beste— du kannst eigentlich sagen, Unternehmen, eigentlich sind alle Unternehmen Rapper, sind Rapper um technologischen Fortschritt herum. Ja, also sie nehmen diffusen technologischen Fortschritt und geben dem eine Form in Form von einem Service, einem Produkt, was auch immer. Irgendetwas, was du konkret nehmen und es in der Gesellschaft und der Welt verteilen kannst. Und deswegen glaube ich, sind Unternehmer in der Vergangenheit häufig diejenigen gewesen, die den Bus gesteuert haben und die das Lenkrad genommen haben. Aber ich glaube, viel zu viele Menschen, gerade wenn es um Unternehmertum geht— Unternehmertum ist ja auch in Deutschland oder in Europa nach wie vor was, was finde ich nicht hoch genug Stellenwert hat, sondern was nach wie vor irgendwie mit so ein bisschen Skepsis auch passiert. Und ich glaube, Unternehmertum ist häufig was, was so der Otto-Normalverbraucher oder so der Bürger und Bürgerinnen sehen als, das ist was, was für die anderen, für die Eliten. Aber Unternehmertum, Unternehmergeist ist was, was jeder Mensch in sich trägt. Wir alle müssen Unternehmer sein, in egal welchem Kontext, im Kontext von Kindergärten, im Kontext von Schulen, im Kontext von unseren— und gerade jetzt, wenn es um KI geht, glaube ich, tut jeder gut daran, sich an diesem Unternehmergeist zu bedienen und den Bus zu fahren. Und ich glaube schon, dass wir auch wenn wir in der Vergangenheit Nutzen dieser von Fortschritt waren, jetzt ein Moment sind, wo viel mehr Leute die Agency, die sie haben, nutzen müssen, um dafür zu sorgen, dass der Wandel zukünftig auch noch genauso gut funktioniert wie in der Vergangenheit.
Also du glaubst am Ende so, Herr Hopp war wichtiger für Deutschland als Herr Schröder, der Gerhard Schröder?
Also ich glaube, dass also Agenda 2010 und also oder ja, also schwierig. Ich glaube, es ist ich würde es ich würde es nicht gegeneinander aufwägen. Ich glaube, dass unterschiedliche Menschen in ihren unterschiedlichen Wirkungskreisen unternehmerisch und transformativ wirken können. Und ich glaube, Dinge zu tun an einem Zeitpunkt, an dem es mit extremem Risiko behaftet ist und irgendwo auch unangenehm ist— und das hat, glaube ich, Schröder damals schon auch getan— ich glaube, das verdient erstmal Applaus. Deswegen würde ich jetzt— ich weiß nicht, ob der eine wichtiger war als der andere, aber ich glaube, alle Menschen, die Risiko nehmen und das machen, was unangenehm nicht ist, nicht weil es einfach ist, sondern weil es schwierig ist. Ich glaube, davon brauchen wir besonders in diesem Moment gesellschaftspolitisch mehr Leute.
Aber bist du denn unzufrieden mit der, sagen wir mal, Gesamtsituation in Deutschland?
Jein, ja und nein. Ich sehe das Glas halb voll und ich sehe es halb leer. Ich glaube, auf der einen Seite, Deutschland ist nach wie vor die drittgrößte Wirtschaft der Welt. Wir sind ja in der Europäischen Union der zweitgrößte Wirtschaftsraum der Welt. Das müssen wir uns einfach mal ein bisschen bewusster machen, ne. Wir reden häufig drüber, als ob irgendwie schon Hopfen und Malz verloren wäre, so alles steht am Abgrund. Nee, Leute, sorry, also wir sind nach wie vor extrem wichtig und dieses und diese Größe sollte mit einer Verantwortung und einer Ambition für die Zukunft einhergehen. Und ich glaube, dass wir, wenn wir es schaffen, ambitionierter zu sein für die Zukunft, eine unglaublich starke und wir sagen bei Langendorf immer Fähigkeit haben, uns wieder in die Zukunft zu verlieben. Ich glaube, das, was wir aktuell sehen, auch politisch in Deutschland, ist einfach Ausprägung dessen, dass Menschen glauben, dass das Morgen nicht mehr besser wird als das Gestern. Und ich glaube, dass uns da was abhandengekommen ist. Und es hat sicherlich damit zu tun, dass wir uns nicht bewusst genug darüber sind, wie gut es uns eigentlich geht. Und ich glaube, es geht uns allen insgesamt noch sehr gut. Aber gleichzeitig schaffen wir es nicht, die Menschen mitzunehmen auf dieser Reise, sich wieder auf die Zukunft freuen zu können. Und das liegt sicherlich an den politischen Kommunikatoren oder den politischen Figuren, die wir vielleicht an manchen Stellen haben.
An Social Media vielleicht?
Ich glaube an, ja, Ja, also an Social Media, ich weiß nicht, ich persönlich, also ohne jetzt seinen politischen Ideen nahezustehen, finde Mamdani in New York, der Bürgermeister, unglaublich inspirierend. Ich glaube, er wäre ohne Social Media nicht möglich gewesen. Ich glaube, auch in frühen Zeiten hat Social Media Obama schon auch geholfen. Also ich glaube, Social Media ist Teufelszeug und irgendwie Heldentrunk zugleich. Ja, es kann beides. Es kann die richtigen Leute bewegen, es kann die falschen Leute bewegen. Ich glaube, am Ende ist es einfach eine Frage: Haben wir die richtigen Leader, die die richtigen Ideen haben und die in der Lage sind, Menschen mitzunehmen emotional auf diese Reise? Und ich glaube, da würde ich mir wünschen, dass wir da eine neue Form von politischer Stärke finden. Ich glaube, da sind wir nicht gut genug aufgestellt in Deutschland aktuell.
Jetzt kommen wir mal zu den ganz operativen Fragen, die zum Teil bei LinkedIn reingekommen sind. Hier schreibt jetzt, also Reality Check, hier schreibt jetzt Thorsten Müller: von Cosnova zum Beispiel. Was macht dich zuversichtlich, dass Menschen, die einmal angefangen haben, mit ChatGPT oder Claude zu arbeiten, die mutmaßlich, oder nach seiner Ansicht, reduzierte standardisierte LangDoc-Oberfläche als Downgrade sehen, dass sie zu euch zurückkehren?
Also, es stimmt, dass LangDoc einen Fast-Follower-Approach hat. Das heißt, wir sehen es aber eigentlich als eine Stärke. Wenn du ein Unternehmen bist, dann möchtest du deine Mitarbeitenden nicht die ganze Zeit wuschig machen von einzelnen Featuren, die gelauncht werden, aber vielleicht gar keine Adoption finden. Ja, es gibt irgendwie zig Features von irgendwie agentischen Browsern und Co., die vor keine Ahnung was Monaten gelauncht werden, die heute niemand mehr nutzt. Also ich glaube, was du möchtest als Unternehmen, ist eine ganz klare Transformationsreise zu gestalten in der Oberfläche, die sich nicht die ganze Zeit verändert. Das heißt, LangDoc hat einen Fast-Follower-Approach. Wir sind über die Zeit auf Parity mit all den Features, ja, die du auch bei Claude und ChatGPT und Co. hast. Wir werden jetzt auch unseren eigenen Coding Agent zum Beispiel rausbringen Ende des Jahres. War immer eine große, eine große, ein großes Thema, weil wir keinen eigenen Coding Agent hatten oder Coding Editor. Stimmt, werden wir nachziehen. Also über die Zeit haben wir Feature Parity und wir glauben eigentlich, dass dadurch, dass wir sozusagen gucken können, was funktioniert an der Frontier, was von den Sachen, die OpenAI, die Claude launchen, finden tatsächlich Anwendung und dann die Formfaktoren Faktoren modellagnostisch umsetzen, eben auf eine Art und Weise, die dir für einen gegebenen Euro Invest eine deutlich größere insgesamte KI-Nutzung ermöglicht, dass wir eigentlich für die Transformationsreise das deutlich stabilere und klarere Pferd sind. Und zeigen die Adoption-Zahlen, also die Unternehmen, die uns nutzen, haben super, super hohe Adoption-Zahlen. Das heißt, da sehen wir eigentlich keinen Nachteil in der Nutzung von LangDoc versus Cloud. Also Adoption heißt Menschen in der Firma, also Monthly Active User, Weekly Active User und so weiter und so fort, die uns einfach regelmäßig nutzen, dass wir da sehr stark on par sind.
Ich habe jetzt noch ein, zwei Fragen, da hatte ich selber Probleme, die genau nachvollziehen zu können, weil das schon sehr fachliche Fragen sind. Aber du musst erstmal jetzt sozusagen häufig auch kritische Fragen erstmal vielleicht helfen zu interpretieren und dann beantworten. Also mein Kumpel Christoph Bursack fragt, wer GDPR braucht, geht auf den günstigsten GDPR-Hoster mit vergleichbarem Service oder holt sich Modellhosting on-premise. Aber er sagt, es kann doch bei den deutschen Energiekosten gar nicht dauerhaft kompetitiv funktionieren, offene Modelle mit relevantem Gewinn skalierbar zu betreiben. Ja, oder doch?
Dazu muss ich einmal einen kurzen Schlenker machen. Neben der Applikationsoberfläche, über die ich gesprochen habe, bauen wir auch unsere eigene Cloud. Also wir bauen ein eigenes Rechenzentrum in Deutschland, indem wir sozusagen mit GPUs Modelle rechnen und hosten und die dann auch zur Verfügung stellen in unseren Produktoberflächen, aber auch für sogenannte Managed Inference. Also du kannst sozusagen die Modelle bei uns dann auch direkt Und was er anspricht, ist, dass, weil Deutschland im Schnitt ungefähr zweimal höhere Stromkosten hat oder Energiekosten als die USA oder China, dass es in seinen Augen sich nicht lohnt, hier souverän Modelle zu hosten. Das stimmt nicht. Ja, Energiekosten sind ein relevanter Kostentreiber oder Teil der OpEx-Kosten von der Betreibung eines Rechenzentrums. Aber A sind Rechenzentren oder sozusagen AI-Compute grundsätzlich extrem profitabel. Das heißt, auch ein höherer Strompreis spielt der Profitabilität nicht entgegen. Und der deutlich relevantere Faktor ist, man nennt das sogenannte Time to Power. Ja, also wenn du KI-Chips kaufst, dann musst du häufig viel Fremdkapital, also Debt oder Schulden aufnehmen, um das finanzieren zu können. Dann fängt an, die fangen an, die Zinsen sozusagen zu laufen gegen dieses Fremdkapital, was du aufgenommen hast. Und dann ist es extrem wichtig, dass du die Chips schnell auslasten kannst. Und was häufig der Fall ist in Europa, ist, dass diese Time-to-Power extrem lange braucht, weil du eben in so großen Sprüngen ausbauen musst. Dann kommt Regulierung dazwischen und dann hast du im Endeffekt die Chips schon gekauft, ja, deine Zinsen fangen an zu laufen und du kannst dem aber noch keinen Umsatz entgegenrechnen, musst aber deine Chips schon abschreiben und musst eben diese Zinsen bedienen. So, weil wir aber bei LangDoc unseren eigenen, unsere eigene Nachfrage bedienen, weil wir ja selber auf der sozusagen Applikationsebene Nachfrage haben, die wir nutzen können, um diese Modelle zu bespielen, glauben wir, dass wir einen deutlich modulareren Ausbau, eine bessere Time-to-Power dadurch auch haben können und eben nicht in diese Probleme reinlaufen, die eigentlich die Profitabilität von Rechenzentren deutlich mehr beeinflussen als jetzt die Strom- und Energiekosten. Zusammenfassung: Man kann Rechenzentren in Deutschland absolut bauen und das sehr hoch profitabel.
Also Rechenzentren bauen ist ja gerade das große Ding in USA, da hört man dann immer von so für ein paar Milliarden werden Rechenzentren gebaut. Jetzt habt ihr 50 Millionen ERA, ist ja schwierig, dann für ein paar Milliarden Rechenzentren zu bauen.
Also genau deswegen dieser modulare Ausbau. Wir fangen erstmal deutlich kleiner an.
Was, ihr habt jetzt glaube ich announced, mit für 20 Millionen einzubauen?
Ja, ungefähre Größenordnung.
Ja, und kriegt man, also ich war ganz überrascht, dachte, für 20 Millionen kriegt man, weiß ich, in Berlin vielleicht ein Haus, aber kein Rechenzentrum.
Ja, das ist, also wir sind da, wir sind da sehr deutsch unterwegs. Unterwegs im Sinne dessen, dass wir einfach German Engineering, also wir kommen da einfach aus der Technologie, nehmen da einfach sehr viele, sage ich mal, klassische Subkontraktoren einfach raus, so Subunternehmer raus, und sind eben in der Lage, modular auszubauen. Das heißt, erstmal kleiner anzufangen, aber mit einer Ambition, doch auch dann relativ schnell möglicherweise sehr, sehr groß auszubauen. Und es braucht nicht so viel Kapital, wie man eben denken würde.
Wo baut ihr das erste Rechenzentrum?
Können wir noch nicht sagen, aber da werden wir bald mehr zu Okay, aber es würde Deutschland sein, offensichtlich.
Okay, dann fragt Michael Buck: Als Investorin hast du jahrelang beurteilt, welche Gründer es schaffen und welche nicht. Was davon, woran du damals fest geglaubt hast, hat sich an deinem ersten Tag als CEO anders dargestellt? Gab es überhaupt?
Also ich glaube, was ich tatsächlich unterschätzt habe, und das ist glaube ich so dieses ganz Klassische, lass die Investoren mal labern, was Gründer irgendwie häufig an den Tag legen, was ich jetzt viel besser nachempfinden kann, ist, ich glaube, Investoren sind grundsätzlich gut darin zu identifizieren, was man machen könnte, und dann sehr gut darin, irgendwie mit ihrem Weisheitsbuch anzukommen, zu sagen, ja, lieber Gründer, warum machst du denn diese 10 Sachen nicht? Und dann sagt der Gründer, ja, lieber Investor, mir ist bewusst, dass ich diese 10 Sachen machen kann. Ich habe aber ganz konkrete organisatorische Bottlenecks, die einfach bedeuten, dass ich halt von diesen 10 Sachen nur 2 Sachen machen kann und 3 Sachen wiederum von diesen 2 Sachen bedingt werden. Also die Komplexität dessen, wie Dinge sequenziert und wie viele Dinge man parallel tatsächlich als Organisation leisten kann. Ich glaube, das habe ich unterschätzt. Man denkt immer so, mach doch einfach diese 10 Sachen parallel, und es funktioniert halt einfach nicht. Die kann man alle irgendwann machen, die machen auch alle Sinn, aber ich kann halt heute mit der Zeit, die ich habe, und der Mannschaft, die ich habe, halt nur 2 Sachen wirklich richtig gut machen und muss halt 8 andere Sachen depriorisieren. Nicht, weil sie nicht Sinn machen, sondern weil ich einfach nicht 10 Sachen gleichzeitig machen kann.
Ich verkürze mal so ein bisschen. Manuel Hartmann fragt mehr oder weniger, Welches von diesen ganzen AI-Anwendungscases, die man von denen immer so hört, ist eigentlich Quatsch?
Anwendungscases?
Was muss die AI machen, sei es nun für Kundenservice, sei es für Chat, sei es— wir hören ja überall, es kann die AI alles besser. Gibt es denn irgendwelche, wo du sagst, ja, also ehrlicherweise aktuell noch nicht?
Also ich glaube, was ich— wo ich aktuell noch skeptisch bin, ist so dieses komplette, du ersetzt irgendwie alle Kernsysteme mit vibe-coded Systemen. Aber grundsätzlich, also wenn ich jetzt auf unsere Unternehmen blicke, gerade die, die wirklich am weitesten sind, von irgendwie Customer Service über HR, KI kann inzwischen ziemlich viel. Also ich glaube, es ist, wie gesagt, es ist weniger eine Frage an, kann die KI das? Es ist mehr eine Frage an, wie schaffe ich es als Unternehmen und als Mensch, mich neu zu strukturieren und Dinge neu zu tun, um der KI den Raum zu geben, so mächtig zu sein, wie sie eigentlich sein könnte? Von daher, ich würde die Frage um Echtzeit zurück an ihn pushen und sagen, Ich glaube schon, dass Menschen in der Lage sind, extrem viel aus KI rauszuholen heutzutage, und dass viele von den Sachen jetzt keine totalen irgendwie Hoaxes sind oder irgendwelche Lügen, sondern eher Bottlenecks dessen, was ich selber oder auch meine Organisation fähig sind zu tun an jedem gegebenen Zeitpunkt. Aber ja, ich glaube jetzt komplett Workday mit einem vibecoded System zu ersetzen— Workday ist ein Enterprise-HR-System, ist wahrscheinlich Stand heute noch ein bisschen Stretch.
Nikolai Bockholt fragt, sagt mehr oder weniger, naja, wenn du jetzt ja, du hast ja deinen VC-Kopf nicht verloren, wo ist denn jetzt, wenn du heute drauf guckst, wo war dir die größte offene Frage oder vielleicht auch besorgte Frage jetzt mit Blick auf die Firma? Also jetzt noch mal drauf guckst, das Scheiße, das ist schon noch nach wie vor ein Risiko für uns. Oder ist jetzt alles?
Läuft nur nach oben und gibt's. Klingt ist so super, super kitschig und so, aber ich finde es halt jetzt on the inside noch mal zehnmal geiler als on the outside. Told you, I'm sorry. Nein, wirklich. Also ich glaube, also auf der einen Seite, ich glaube, was mir eben ich, ich glaube, ich bin wahrscheinlich im Unternehmen eher diejenige, die halt sagt so: Lass uns noch diese fünf Sachen parallel zusätzlich machen, weil die halt so krass Sinn machen und halt an die organisatorischen Bottlenecks von, wir sind nur 65 Leute, und es gibt halt diese 2 Sachen, die halt einfach noch 10-mal wichtiger sind als diese 5 Sachen, die auch total Sinn machen, aber für die wir halt einfach aktuell keine Kapazität haben. Also ich glaube, das habe ich einfach unterschätzt, und dafür habe ich eine andere Form von, ja, Respekt entwickelt jetzt on the inside. Aber ich glaube, wahrscheinlich, wenn du Judith fragen würdest, wird sie im Zweifel noch Leute ein bisschen wilder machen und sagen so, und jetzt noch 5 weitere Sachen, machen, und dann bremst mich Lenny einmal aus und sagt, alles mit der Ruhe und einen Schritt nach dem anderen, und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Es kam ganz häufig die Frage nachher noch mal eurem Edge auf, habe ich ja auch schon versucht rauszuarbeiten. Da geht es auch immer so ein bisschen um Datenschutz und dass ihr in Deutschland based seid. Das ist schon auch was, was ihr nach vorne stellt, ne?
Das genau, also wir haben Unternehmen in der ganzen Welt, im Unternehmen in den USA, Unternehmen in Frankreich, in UK, in den Niederlanden, aber natürlich dadurch, dass wir in Berlin sind und unseren Go-to-Market-Fokus hier gelegt haben, ich sage dazu unseren Go-to-Market- Fokus. Wir machen nach wie vor kein irgendwie großes Outbound oder Stand heute noch kein großes Paid Marketing, alles Inbound. Aber natürlich, ne, Kunden, die in Deutschland sind, kennen meistens auch andere Kunden, die in Deutschland sind. Und wir sind einfach irgendwo gesegnet, dass wir extrem viel Word of Mouth hatten, einfach Kunden, die Fans sind, die uns weiterempfehlen. Also vielen, vielen Dank an alle tollen Kunden, die das tun, an der Stelle. Aber Genau, also davon getrieben ist natürlich so diese Souveränitätsfrage immer eine sehr große, weil einfach man einmal feststellen und festhalten muss, leider, wenn du souverän einkaufen wolltest, entweder auf der Applikationsebene oder auf der, vor allem auf der Cloud-Ebene, dann glauben wir, ist das meistens mit technischen Lösungen verbunden, die jetzt nicht, man würde das irgendwie im Modellbereich State of the Art nennen, ja, oder die technologisch zumindest nicht ganz mit dem mithalten können, was du zum Beispiel von amerikanischen Hyperscalern oder amerikanischen Providern bekommst. Und wir glauben, das sollte nicht so sein. Wir glauben, Souveränität sollte kein Grund sein, warum uns jemand kauft. Man sollte uns kaufen, wenn wir die beste Technologie sind, aber sollte keine Abstriche dabei machen, das Ganze auch souverän tun zu können. Und deswegen ist es uns eben wichtig, dass wir das Datenzentrum in Deutschland bauen, dass wir eben voll DSGVO, SOC 2 und so weiter und so fort compliant sind, um eben so Souveränität als so Standardwerk abdecken zu können, aber uns eigentlich zu differenzieren durch die technologische Exzellenz.
Aber ist nicht am Ende trotzdem so, man muss auf irgendein LLM zugreifen, und das sind dann am Ende trotzdem alles amerikanische Modelle?
Genau, aber wir trainieren nicht, also wir selber trainieren nicht auf den Daten unserer Kunden und nutzen auch Agreements oder sozusagen Modellvarianten der Modelle, die eben nicht auf den Daten der Kunden trainieren, auch wenn die Prompts über die—
Aber wenn die jetzt, sagen wir mal, irgendwie abschalten müssten aus irgendwelchen Gründen, wer jetzt genau, die großen amerikanischen, dann werdet ihr auch abgeschaltet?
Klar, also genau, also als Fable für 19 Tage da abgeschaltet wurde, waren wir natürlich auch betroffen. Aber genau das, zurück zu deinem Punkt, warum macht es Sinn, einen Layer wie uns zu nutzen? Weil das im Zweifel bei LangDoc überhaupt gar kein Problem ist. Im Echtzeit würden es unsere Endnutzer gar nicht merken, weil wir, wie gesagt, über eine ganz große Anzahl an Modellen routen. Das heißt, es ist total sinnvoll in der Welt, in der geopolitisch der Access zu einzelnen Modellen zumindest mal fraglich ist. Auf ein Layer zu setzen, was dir die gesamte All of AI for all of the Companies, dass die eben über die ganzen Modelle hinweg die Nutzungsmöglichkeit gibt und eben zu einem Grad, wo du dich als Endnutzer gar nicht mehr damit befassen musst. Ist es jetzt gerade Opus 5.6? Ist es Fable 5.1? Ist es irgendwie Sol? Ist es Luna? Ist es keine Ahnung was? GLM 5.3? Ist es DeepSeek V4 Flash? I could go. Also es ist Mistral. I could go on. Sondern wo wir sagen: Hey, du fokussierst dich auf die menschliche Wertschöpfung, die dich besonders macht, auf Arbeit, die dir verdammt viel Spaß macht und wir Wir plumpen die gesamte sozusagen Model Access Routing Layer im Background und machen das Ganze auch noch auf eine Art und Weise, die technologisch verdammt geil ist und in souveränen europäischen Standards alle Boxen tickt.
Kommt dann irgendwann bei euch eher so eine Übernahme von der Firma oder eher ein IPO?
Also unser Ziel ist es, ein— also intern bei LangDoc sprechen wir weder über IPO noch über Übernahme. Wir wollen Generational Company bauen. Wir haben eine Struktur, in der 80% der Anteile an LangDoc in Hand der Gründer und der Mitarbeiter sind. Wir haben eine ganz klare Governance, die auf Seite der Gründer liegt. Das heißt, wir haben eine Grundstruktur, die uns ermöglicht, dieses Unternehmen für viele, wenn wir möchten, hunderte Jahre zu führen.
Müsst ihr demnächst nicht nochmal irgendwie eine Fundingrunde machen?
Also müssen nicht, aber ich glaube, wenn wir so ambitioniert jetzt gerade auf der Datenzentrumsseite weiter ausbauen wollen, dann würde es sicherlich Sinn machen, dass wir im Laufe des nächsten Jahres das einmal ins Auge Also das ist jetzt sozusagen Deutsch für es kommt.
Ihr sprecht?
Wir sprechen mit niemandem, aber es kann durchaus sein, dass da nächstes Jahr was kommt.
Okay, und wie groß glaubst du, kann dann diese Firma Generation— also wir reden dann schon von eurem eigenen Anspruch, das jetzt zu einem 20-, 30-Milliarden-Unternehmen zu bauen?
Unser Anspruch ist, zu einem 100-Milliarden-plus-Unternehmen zu bauen. Es ist— ich weiß, es klingt immer so, oh mein Gott, wie kann sie wagen, so ambitioniert zu sein? Ich glaube, dass unsere Marktposition— was ist LangDoc? LangDoc ist Endeffekt, wenn du dir überlegst, durch welche großen Transformationen sind wir gegangen? Wir sind gegangen durch die Transformation, eine physische Arbeit zu digitalisieren, Personal Computer. Dann sind wir gegangen durch die Cloud-Transformation. Du hast Menschen in digitaler Arbeit verbunden, die dann sozusagen online miteinander arbeiten konnten. Und jetzt gehen wir durch die KI-Transformation. Wir ermöglichen es Menschen, KI zu nutzen und mit KI-Agenten zu arbeiten und KI-Agenten mit KI-Agenten zu arbeiten. Die Systeme, die es braucht, um KI-Workloads zu befähigen und diese neue Form der Arbeit zu ermöglichen, sind fundamental anders als die Unternehmen oder die Produkte, die wir in der Cloud-Ära gebaut haben. Das heißt, es gab die letzten Jahre über kein Opening wie das, was es gerade gibt, um ein Unternehmen zu bauen, was eine, wir sagen immer, eine nette neue Unit of KI-Workload auf sich vereint und dann auf der einen Seite das Applikationslayer hat, was von Chat über Integrationen über Agenten, über Workflows, über Meetings, über einen Coding Agent modellagnostisch die gesamte Fähigkeit der gesamten Modelle, die es gibt, und das Ganze auch noch über eine Cloud, die in Europa so günstig wie möglich die Tokens produziert, die wiederum die Applikationsoberfläche befeuern. Weil am Ende, je günstiger wir Tokens produzieren, desto mehr Transformation kann sich ein Unternehmen mit uns leisten. Das heißt, es ist eigentlich das perfekte Schwungrad. Ich glaube, dass diese Grundpositionierung und Voraussetzung eigentlich das Market Opening absolut gibt, ein 100 Milliarden plus oder nächsten Hyperscaler aus Europa aufzubauen. Da liegt noch ganz, ganz schön viel Weg vor uns, das ist uns sehr bewusst. Wir sind doch immer in der Vergangenheit daher gekommen, dass wir erstmal gebaut und gezeigt haben und dann groß die Trommel geschwungen haben. Deswegen sagen wir auch auf der Rechenzentrum-Seite, wir hätten jetzt auch rausgehen können, sofort eine riesige Finanzierungsrunde und irgendwie ja Debt bis über die Ohren, machen wir nicht. Ist nicht lange, ob Wir wollen da eben modularer vorgehen, aber die Endstoßrichtung und die Ambition ist sehr klar.
Man kann nur erfolgreich sein, indem man gnadenlos hart arbeiten will. Mehr als 1,5 Milliarden Euro liquide Mittel in die KMS, das ist für mich die große Leistung meines Lebens. Wie oft hört ihr Podcasts und wisst später gar nicht mehr genau, worum es eigentlich ging? Mir geht's häufiger ausgerechnet bei Folgen, so, wo ich das Gefühl habe beim Hören, ich müsste hier ziemlich viel mitnehmen, müsste mir einiges notieren. Und genau dafür gibt es jetzt unseren OMR Podcast PDF Space, also der Ort, wo es die beliebtesten Folgen als Dokument gibt, dass man noch mal durchsuchen kann, dass man runterladen kann. Dahinter steckt Adobe Acrobat PDF Spaces. Schon beim OMR Festival haben wir sehr gutes Feedback von euch bekommen dafür, dass wir PDF Spaces zur Verfügung gestellt haben, mit den Inhalten von Masterclasses, von Vorträgen. Man kann die Inhalte dann nicht nur lesen, sondern halt direkt mit ihnen arbeiten. Man kann KI-Assistenten auf diese Inhalte loslassen, Fragen stellen, und man bekommt Quellenangaben zu jeder Antwort. Man kann übrigens auch noch mal eigene Audiozusammenfassungen erstellen lassen oder direkt aus den Inhalten Präsentationen bauen. Und auch das Thema Sicherheit ist uns wichtig, wird abgebildet. Der KI-Assistent der Adobe Acrobat PDF Spaces greift nur auf die Inhalte im PDF Space zu und eure Daten werden nicht für Trainingszwecke benutzt. Falls ihr euch das Ganze mal anschauen möchtet, den Link zum OMR Podcast PDF Space findet ihr natürlich bei uns in den Shownotes. Wo glaubst du eigentlich, dass jetzt, wenn du, wenn man dir so zuhört, dann machst du doch über AI schon mal viele Gedanken. Wo wird denn in Zukunft noch da Wert entstehen, jetzt außer bei LangDoc offensichtlich? Also glaubst du jetzt eher, wenn man jetzt die ganzen Börsengänge sieht, jetzt vielleicht kommen demnächst, oder ja, kommen sollen, mit, mit, Anthropic als Erstes vielleicht, ist das was, wo du sagst, okay, der Wert ist aus deiner Investoren- oder jetzt auch Operator-Sicht auf jeden Fall zutreffend, wenn da jetzt so 2 Billionen IPO kommt? Oder, oder ist es eher Nvidia, oder sind irgendwelche anderen Chiphersteller, oder wo siehst du dort den Wert?
Also, ich bin mittel- bis langfristig bullish auf den gesamten KI-Stack. Ich glaube, ich würde dazu immer dazu sagen, dass jede noch so große Transformation von Zeitperioden der Überhitzung auch betroffen ist. Also, ich glaube, das eine negiert das andere nicht. Wir können in einer kurzzeitigen Blase sein und trotzdem langfristig noch den Wert des Gesamten, was hier geschaffen wird, unterschätzen. Leute fragen uns immer, ja, wie blickt ihr auf OpenAI und Anthropic und so weiter und so fort? Du, wir sind irgendwie wichtige Partner von denen, wir routen an deren Modelle, wir nutzen deren Modelle, aber wir sehen sie eben als einen Bestandteil in einer deutlich größeren Wertschöpfung, in der, glaube ich, Europa oder grundsätzlich die Welt gut daran tut, dass wir eine größere Heterogenität und Unabhängigkeit von einzelnen Model Providern auch bauen. Das heißt, auf der einen Seite, wir sind super gerne im Business mit denen, wir bringen denen auch viel Umsatz, und auf der anderen Seite, glaube ich, stehen wir durchaus auch für ein Paradigma, was es eben ermöglicht, Firmen ihre KI-Zukunft in eigene Hände zu nehmen, auch unabhängig von dem Nutzen eines einzelnen Modell- oder Lab-Providers. Und deswegen, ja, ich persönlich bin bullish auf OpenAI und Anthropic. Vielleicht sehen das andere Leute bei uns im Unternehmen ein bisschen anders, aber ich glaube, dass wir mittelfristig vielleicht oder kurzfristig vielleicht ein bisschen Überhitzung sehen, aber ich glaube, langfristig werden das trotzdem extrem erfolgreiche Unternehmen sein.
Was kann eigentlich denn Langlock für eine Marge langfristig behalten? Also wenn man jetzt überlegt, ihr müsst ja die—
wir haben Margen, die sehr ähnlich sind zu den Margen, die du normalerweise im SaaS-Bereich siehst.
Obwohl ihr das bezahlen müsst an die? Ich meine, ja, ist das— meinst du, das ist sustainable?
Das war nicht immer so. Wir haben durchaus geringere Margen gehabt zu einem Zeitpunkt, als die Tokens noch deutlich teurer waren. Aber die Tokenkosten sind extrem gesunken in den letzten Monaten, eben durch eine größere auf der einen Seite Heterogenität auf der Modellseite. Es gibt viele neue, gerade Open-Source-Modelle, die auf den Markt gekommen sind, aber auch, weil die Modelle der führenden Provider ihre Kosten deutlich gesenkt haben.
Sie können jetzt auch schon profitabel arbeiten?
Wir sind profitabel, genau.
Also nur dann zusätzliche Wachstumsideen kosten dann Geld?
Genau.
Und jetzt hast du schon gesagt, irgendwie du arbeitest extrem viel, bist jetzt sozusagen eigentlich nur im Flugzeug oder im Zug oder Zug. Wo ist euer größter Markt? Deutschland? Was kommt danach?
Deutschland, und danach kommt, glaube ich, sogar die USA und dann Frankreich. Aber wir sind also aktuell, ist Deutschland noch mit Abstand der allergrößte Markt. Wir sind jetzt dabei, uns die Internationalisierungsstrategie zu legen, werden auch ein weiteres Office aufmachen. Ich verrate noch nicht wo, das wird dann in Europa. Genau, ja.
Und du lebst aber auf Rügen weiterhin?
Wir sind dabei, eine zweite Dependance in Berlin aufzumachen, wie mein Mann so schön sagt. Wir sind dabei, weil das eben jetzt gerade unser familiäres Setup doch etwas stretcht mit dem Workload, den wir beide haben, die Kinder wieder zurück nach Berlin zu holen und hier in den Kindergarten zu schicken. Aber aktuell sind wir noch auf Rügen.
Wie schafft man es jetzt, Beruf und Familie beiden gerecht zu werden dabei?
Ich werde dem nicht gerecht, ist die ganz harte, ganz einfache Antwort. Ich war gerade auf einer super wichtigen Konferenz mit dem Chief Science Officer von OpenAI, den Co-Foundern von Anthropic, so den wichtigsten KI-Researchern der Welt in den USA. War für 3 Tage in Berkeley, war davor geschäftlich in— Gott, ich weiß gar nicht mehr, wo war ich unterwegs— in Berlin und noch irgendwo, ich habe es schon wieder vergessen. Ich war 9 Tage nicht zu Hause, ich war 9 Tage nicht bei meinen Kindern. Ich bin heute Nacht nach Hause gekommen, meine Tochter ist heute Morgen aufgewacht, hat einmal kurz Mama gesagt und hat danach dann Nanny gefragt. Ich habe einmal kurz geheult, habe mich mega schlecht gefühlt, habe gesagt, ich werde nie wieder 9 Tage am Stück unterwegs sein. Jetzt gucke ich meinen Terminkalender für Q1 an und weiß jetzt schon, dass ich dem nicht gerecht werden werde. Die harte Antwort ist, es gibt hier keine perfekte Balance, und jeder, der dir das sagt— ich bin auch immer, also gerade als Frau, ja, also Kinder sind Arbeit, sind Vollzeitarbeit. Bei mir macht die Vollzeitarbeit eine Nanny, die zu Hause bei uns lebt und in großen Teilen auf die Kinder aufpasst und auch große Teile der Erziehung übernimmt. Das ist ein Trade-off, den ich jetzt an dieser Stelle so gewählt habe. Es ist aber ein Trade-off. Dafür werde ich sicherlich manchmal, wenn dann Langdok, ja, bis um halb 11 im Büro, bis um 11, 12 im Büro sitzt und ich gerade nach Hause gehe, weil ich irgendwie bei den Kindern sein will, habe ich das Gefühl, scheiße, ich bin hier CEO, ich muss doch irgendwie Präsenz zeigen, und es ist auch geil, weil ich will— du wirst nicht allem gerecht, es wird eine innere Zerrissenheit geben. Aber ich habe ganz, ganz, ganz, ganz, ganz tief das Gefühl, dass ich gerade das Allerbeste und Richtigste machen kann, was ich mache in meinem Leben. Und das gibt mir einfach unglaublich viel Energie. Das heißt nicht, dass ich es perfekt mache, das heißt nicht, dass es keine Trade-offs gibt, das heißt nicht, dass ich in 20 Jahren auf mein Leben zurückblicken werde und sagen werde, scheiße, was hast du denn da verkackt. Aber zumindest an diesem Zeitpunkt Punkt mangelt es mir nicht an Motivation, morgens aus dem Bett zu steigen und irgendwie Vollgas zu geben, sei es für meine Kinder oder sei es für meine Arbeit. Aber ich mache das immer wohlwissend, dass ich keinem von beidem, zumindest den Anspruch, den ich eigentlich habe, gerecht werde.
Ich begebe mich jetzt mal so auf ganz dünnes Eis, aber ich habe ja überwiegend, weiß ich auch, Männer im Podcast. Und dann habe ich es mir so ein bisschen angewöhnt, weil ich auch selber sehr sportinteressiert bin, dann so ein bisschen zu verstehen, wenn man so ein Leben hat jetzt mit Familie, mit dem Job. Wenn man— du siehst auch sehr fit aus.
Oh, thank you.
Was ist da los?
Ich mache tatsächlich echt wenig Sport. Ich habe mal Leistungssport gemacht, als ich so zwischen 11 und 16 war, ich im bayerischen Leichtathletik-Kader.
Für welche Disziplin? Disziplin?
Du machst, du wirst breit trainiert, du spezialisierst dich erst später. Ich habe mich ein bisschen auf Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung spezialisiert, aber habe eigentlich Zehnkampf gemacht. Und ja, meine Arme sind mir irgendwie erhalten geblieben, obwohl ich wirklich eigentlich keinen Sport mache, weil das die eine Sache ist, die ich in meinem Alltag einfach nicht unterbringe. Aber dadurch, dass ich auf der Insel wohne, und Katha weiß das, die hier aus unserem Team beim mir ist, ich mache viele Walking Meetings. Also ich, wenn ich, wenn es ein internes Meeting ist und ich nicht muss, dann mache ich das nicht am Schreibtisch. Ich glaube, kurzer Fakt, ne, also wir Menschen sind nicht dafür gemacht, mit unserem Popo am Schreibtisch zu sitzen und den ganzen Tag auf einen Laptop zu gucken. Also there I've said it, White Collar Work in der aktuellen Art und Weise, wie wir sie leben, macht überhaupt gar keinen Sinn dafür, wo wir historisch herkommen. Wir haben einen Körper, damit wir den irgendwie leben, fühlen.
Aber du bewegst dich ja ganz selten.
Also ich habe immer einen hohen Step Count. Ich habe hier diesen Oura Mein Stepcount ist mega jeden Tag, aber ich mache halt keinen Sport darüber hinaus. Ich kriege nur den Sport unter, den ich irgendwie produktiv, produktiv, während ich halt Calls mache, hinbekomme. Und das ist eigentlich nur Gehen.
Aber immerhin, du musst schon noch was anderes machen.
Ich weiß, ja, hör auf. Ich weiß, sag ich du alles, ja, ich, ja.
Letzte Frage, was mich auch total überrascht hat bei euch, dass ihr 5 Tage Präsenzoffice habt. Also ist ja jetzt überraschend, würdest du nicht sagen, für eine KI-Firma?
Überraschend, ja. LangDoc hat einen krassen Spirit von, wir nennen das so Calm Urgency. Also wenn du bei uns reinkommst, ist es nie crazy laut irgendwie, weiß ich nicht. Es ist so, wenn du so über so, sorry, so Testosteron-Startups in Silicon Valley nachdenkst, wo irgendwie so ein Punching Bag und irgendwie alles so, das ist nicht noch, aber alle sind extrem fokussiert. Und dadurch, dass wir selber so viel KI nutzen und uns selber so stark augmenten durch KI, sind wir einerseits wirklich obsessed damit, nicht so viele Leute einzustellen. Also wir wachsen trotzdem enorm, aber wir sind nicht wie andere Unternehmen, die so Hauptsache 10x Jahr über Jahr mehr Leute, weil wir einfach nicht glauben, dass wir den Content Kontext und auch die Produktivität, in der ja jeder Mensch heute— ich bin mir sicher, alle, die hier KI nutzen, merken das— du arbeitest nicht weniger, du arbeitest mehr, ne? Weil dadurch, dass du inzwischen all diese Fähigkeiten hast, diese extrem starken Modelle, die dich so stark enablen können, musst du eigentlich selber noch viel mehr deine beste mentale athletische Leistung bringen. Und das dann noch im Gefüge eines Unternehmens zu machen, das so schnell wächst— wir glauben, dass wir sozusagen gewisse Wachstumsfaktoren so ein bisschen begrenzen müssen, damit das Ganze auch eine Kohäsion behält und irgendwie steuerbar bleibt. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir im Office sind, weil so die Leute den Kontext haben, der notwendig ist, um dieses Schiff in diesem ganzen Mega-Wachstum, was wir sehen, irgendwie noch sicher aussteuern zu können. Das wird sich jetzt über die Zeit sicherlich auch an manchen Stellen lockern und lösen. Wir haben auch jetzt mehr Leute, die Kinder kriegen und so weiter. Wir waren davor irgendwie auch ein relativ junges Unternehmen mit wenig Leuten, die Kids hatten. Also auch da werden wir jetzt sicherlich ein paar Veränderungen vornehmen, aber dass LangDoc eine sehr officegeprägte Kultur bleiben wird, das wird so bleiben. Und ich glaube, um ehrlich zu sein, jetzt einfach auch mit Blick darauf, wie viel Wandel wir durchleben und wie krass wichtig es ist, irgendwie als Menschen auch so den Griff aneinander nicht zu verlieren, ist es für uns, glaube ich, nicht möglich, oder wäre es nicht möglich, das Unternehmen so aufzubauen, wie wir es aufgebaut haben, wenn wir nicht eine sehr starke Office-Präsenz gehabt hätten.
Okay, gut, vielen Dank und alles Gute natürlich jetzt für eure Reise, also für die europäische Reise von uns allen und vielleicht konkret die von Lengbach. Also bis demnächst. Ich glaube, wir werden sicherlich irgendwie hoffentlich in einem OMR-Kontext vielleicht noch mal irgendwo wiedersehen.
Vielen Dank. Danke dir.
Ciao, ciao. So, wer bis hierhin gehört hat und noch mehr ungewöhnliche Frauen-Investorinnen hören möchte, der findet zum Beispiel eine Folge mit Jana Ensthaler von vor einigen Wochen oder aber Folgen mit Menschen, die erwähnt wurden, nämlich ganz konkret der Jeannette zu Fürstenberg als auch dem Robert Lacher, also Weggefährten von der Judith. Beide kann man hier bei uns hören, einfach eingeben: OMR Podcast Robert Lacher oder Jeanette zu Fürstenberg oder Jana Enzala. Hinweis auf ein Angebot, auf eine Organisation, die mich selber sehr gecatcht hat, wo ich selber schon mitgemacht habe und aus erster Hand berichten kann, was es wirklich bringen kann. Und zwar denkt doch mal an eure eigene Schulzeit zurück. Vieles davon, was man so lernt, braucht man im Leben nicht unbedingt. Einiges schon, gar keine Frage, aber halt nicht alles. Und vor allen Dingen keine Fehlstunden, die haben uns allen nicht so richtig weitergeholfen. Hat zwar Spaß gemacht, ab und zu mal so Quiz zu machen, oder frei zu haben. Aber damit bringt man natürlich Menschen nicht so wirklich voran. Und genau hier setzt LifeTeachUs an, eine gemeinnützige Organisation, die sagt, wir bringen Menschen aus der Praxis in die Schulen, und zwar an Projekttagen, aber vor allen Dingen auch zu Fehlzeiten. Wenn eine Stunde ausfällt, kommt jemand aus dem echten Berufsleben und teilt seine Erfahrungen, seine Life Lessons, und zwar egal ob aus Beruf, aus Hobby oder eine persönliche Lebensgeschichte. Am Ende, euer Wissen zählt. Ihr könnt damit die nächste Generation besser machen, besser informieren, vorbeugen, Ich war selber unterwegs, habe dann erzählt, so ein bisschen wie Gründen funktioniert, wie man sich selbstständig machen könnte. Das war so mein Thema, aber es gibt natürlich ganz, ganz viele andere Themen. Live-Teacher zu sein ist ein Ehrenamt. Nochmal: Man kann damit jungen Menschen hoffentlich etwas fürs Leben mitgeben. Wer das auch tun möchte, wer Lust hat, Fehlstunden oder Projekttage mitzugestalten, der kann sich anmelden oder informieren unter live-teach-us.org/liveteacher. Also nochmal: live-teach-us, ein Wort, Punkt Oder natürlich wie immer auch hinter dem Link hier bei uns in den Shownotes. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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