Bekannt von der Fußball-Bande: Flyeralarm-Gründer Thorsten Fischer (#825)
6 Aug 2025 · 69 min
In this OMR Podcast episode Thorsten Fischer, co‑founder of Flyeralarm, discusses the strategic choices that have shaped his company’s growth. He explains why Flyeralarm focuses its limited marketing budget on high‑impact sponsorships such as the DFB, how he views company valuation – emphasizing profits over multiples – and why acquiring loss‑making print shops is a long‑term customer‑value play. The conversation shifts to employee well‑being, with a plug for the Wellpass corporate‑fitness platform, before diving into Fischer’s hands‑on management style, his reliance on books and biographies (notably Elon Musk) for learning, and his philosophy of giving equity to trusted partners while keeping the core company in his hands. He outlines Flyeralarm’s financing model – high equity, short‑term leasing, and avoidance of bank dependency – and defends an asset‑heavy approach as a durable competitive moat versus asset‑light platforms. Future plans include a cautious US expansion and a 50‑year vision of being the indispensable printer for the market. Finally, Fischer shares personal habits, his love for good food, limited sport, philanthropic work with a children’s foundation, and his belief that a balanced, long‑term life is inseparable from the business.
Chapters
Zweitjahreshälften-Highlight. Und zwar klar, erste Jahreshälfte immer Festival, zweite Jahreshälfte viele Podcasts. Einer davon vor kurzem XXXLutz. Da war es auch schon so, dass jemand, der eigentlich fast noch nie öffentlich gesprochen hat, hier im Podcast seine Geschichte erzählt hat. Beim Thorsten Fischer ist es ähnlich, ein bisschen bekannter vielleicht, aber trotzdem dürften die wenigsten wissen, wie groß, wie erfolgreich Flyeralarm geworden ist. Klingt immer so ein bisschen nach einer kleinen Onlinefirma, ist aber in Wahrheit ein riesiges Unternehmen geworden. Der Thorsten Fischer ist damit auf die Liste der 1000 reichsten Deutschen des Manager Magazins draufgerutscht. Wie das geklappt Was da unter unserer Wahrnehmungsschwelle in den letzten Jahrzehnten, muss man sagen, in Würzburg so entstanden ist, wo der Thorsten mit FLYERALARM noch hin möchte. All das folgt jetzt in der großen FLYERALARM-Podcast-Premiere. Und apropos Premiere: Ab sofort ist der Ticketshop für das OMR Festival 2026 geöffnet. Der Termin wird sein der 5. und 6. Mai 2026. Unter omr.com könnt ihr jetzt Tickets kaufen. Sie kosten 469 €. Günstiger wird es nicht mehr werden. Auch Hotels sind noch relativ günstig. Wir freuen uns jetzt schon vorab über euer Vertrauen. Natürlich, ich kann wirklich zusagen, versprechen, wir als ganzes Team werden da im nächsten Jahr wieder ein spektakuläres Event anbieten, wie hoffentlich all die Jahre. Fangt gerne an, mit uns zu planen am 5. und 6. Mai. Und jetzt rein ins Gespräch mit Thorsten Fischer.
Auf geht's! Let's go, go, go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer. Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt es im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram. Und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit. Von Vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertungen natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Hallo Thorsten!
Hallo Philipp, schön, dass ich hier sein darf.
Du bist sozusagen Mister Flyeralarm. Es gibt so Überschriften über dich, der Überflyer und so, aber eigentlich ging es mal los ganz wirklich bodenständigst in Würzburg mit einer Lehre zum Versicherungskaufmann, glaube ich, ne?
Die abgebrochene Lehre zum Versicherungskaufmann. Damit ging es los, dass ich nebenbei schon während der Ausbildung, die musste ich machen aufgrund von meinem Vater, der wollte, dass ich eine Ausbildung mache, ich wollte gleich in die Unternehmensberatung starten und habe ihm den Gefallen getan, kurzfristig eine Kaufmannsausbildung zu starten und nebenbei aber ein Stadtmagazin aufgebaut.
Den Würzburg-Tester?
Der Würzburger Tester, genau.
Und das war, wann war das?
Das ist jetzt bestimmt schon 26, 27 Jahre her, ja.
Und da hast du gesagt, okay, ich mache einfach Werbung für Kaufmänner?
Ich mache einfach ein Stadtmagazin, ja. Ich liebe schon immer Zeitung, kommen wir später dann dazu, und habe das gestartet und es lief überraschenderweise gut. Und dann hatte ich halt wenig Zeit, in die Schule zu gehen bei der Ausbildung und wenig Zeit, in der Firma zu sein, bis dann der Ausbildungsleiter zu mir mal kam und Du Thorsten, wir haben ein Problem. Wir sollten mal reden. Deine Leistung in der Schule ist nicht die beste und hier bist du auch nicht so oft online. Dann habe ich gesagt, Herr Rothmann, wir haben uns danach gut verstanden, also ich kenne auch seinen Namen, haben Sie mal kurz 2 Minuten Zeit für mich? Ja, ich komme gleich wieder. Ich bin an meinen Rechner gegangen, habe meine Kündigung geschrieben, hiermit kündige ich meine Ausbildung mit sofortiger Wirkung, bin zurückgegangen, habe es ihm auf den Tisch gelegt. Er hat mich angeschaut und sagt, Herr Fischer, jetzt gehen Sie mal zurück, da ist ein Tippfehler drin, den korrigieren Sie und dann können Sie nach Hause gehen.
In der Königin.
Und so hat das Ganze dann quasi mit dem Stadtmagazin begonnen.
Hattest du zumindest vor Abitur gemacht oder sowas?
Fachabitur habe ich geschafft, ja.
Okay.
Gerade noch so, auch wenn die Lehrer dagegen gewettet haben, aber die Wette habe ich gewonnen dann auf den letzten Drücker. Ja, aber das war nie mein Ziel. Ich hätte auch glaube ich nicht studieren können, da fehlt mir so die, ja, die Disziplin dafür, dauerhaft was Monotones zu tun.
Okay, und dann hast du das Magazin gemacht und das lief gut, aber die Legende ist zumindest so, dass du gemerkt hast, die Kunden wollen eigentlich gar keine Werbung schalten im Magazin, die wollen lieber Flyer kaufen?
Nein, nicht wollen lieber, sondern das war dann schon der zweite Anlauf. Ja, das Magazin war sehr erfolgreich und dann haben wir auch für die Kunden die Anzeigen, die sie geschaltet haben, teilweise gelayoutet. Und dann kamen die Kunden irgendwann und haben gesagt, Mensch, könntest du mir von dem auch einen Flyer drucken? Ja, wir haben gute Kontakte zur Druckerei, bekommen gute Preise, haben wir halt den Service mit angeboten, bis es angefangen hat, dass die Kunden kamen und wollten einen Flyer drucken, aber keine Anzeige schalten. Und ich habe das ja als Service eins zu eins durchgereicht, ohne damit Geld zu verdienen. Ich sagte, das ist aber jetzt doof. Ich verdiene kein Geld, es kostet nur Arbeit. Aber warum wollen die zu mir und nicht zur Druckerei? Und da habe ich natürlich angefangen. Was läuft denn eigentlich in der Druckbranche falsch, dass sie zu mir kommen und einen Flyer drucken wollen und nicht zur Druckerei?
Und was lief falsch?
Du bist zur Druckerei gegangen, hast erst mal Papier ausgewählt, dann hat der Drucker das Papier angefragt, was es kostet, und dann hat es drei Tage gedauert, bis das Angebot von der Papierfabrik kam. Dann hat das Papier bestellt, und dann bis es kam, ist wieder zwei Tage vergangen. Und so hat es halt teilweise ein nicht drucken, weil die Maschine an dem Tag voll war, hat es halt bis Angebot und Flyer-Abholung 2 Wochen gedauert. Und da habe ich gesagt, Mensch, leg doch mal Papier auf Lager, die wollen doch eh immer ein ähnliches. Nein, Thorsten, die wollen immer verschiedenes Papier, das geht nicht, und glaub mir. Da habe ich gesagt, komm, ich bestell jetzt mal das Papier und ich zahle es auch und es gehört mir, leg es auf Lager. Und dann kamen die Kunden zu mir, du, ich hätte gerne einen Flyer, was kostet der? Da sage ich, du, wir können jetzt Papier aussuchen und wie gesagt den 2-Wochen-Prozess machen, oder Ich habe hier das Papier, hier liegt's, kannst anfassen. Kostet so viel, hast du in 2 Tagen den Flyer. Ja, das machen wir. Und so hat es dann angefangen, dass ich gemerkt habe, okay, damals war es halt noch Manufakturdruckerei, wir haben so ein bisschen dann das Fließband erfunden. Und dann ging es natürlich noch weiter, dass ich sage, na gut, wenn ich jetzt 2, 3, 4 Aufträge gleichzeitig am gleichen Tag habe, dann ist ja noch günstiger zu drucken. Also quasi ein Sammeldruck haben wir damals in Anführungsstrichen erfunden, ja, weil eine Druckplatte brauchst du für jeden Flyer, brauchst du 4 Druckplatten, 4 Farben. Ob du aber auf einen Bogen 4 verschiedene Flyer setzt, du brauchst trotzdem nur 4 Druckplatten, kannst aber den Preis der Druckplattenherstellung des Rüstens durch 4 teilen. Im besten Fall natürlich noch mehr. Mittlerweile drucken wir auf einen Bogen 88 A6-Flyer. Da hast du die Rüstkosten durch 88 Kunden aufgeteilt. Das ist natürlich ein Riesenvorteil von den Kosten, von der Zeit her, die du hattest. Und dann haben die Druckereien damals alle gesagt, Thorsten, die wollen, der eine will am Mittwoch den Flyer, der andere am Freitag, der eine will 5.000, der andere will 2.000. Das sage ich, ja gut, wenn du für 5000 Flyer, das war damals noch gerade so D-Mark-Zeiten, 600 D-Mark willst und ich vielleicht dann für 5000 nur 199 D-Mark, sprich damals, kurz danach waren es dann 99 €, dann glaube ich, wollen die alle 5000 Flyer und die wollen den alle am Donnerstag haben. Ja, und so war es dann auch, dass wir halt dann gesagt haben, wir drucken täglich Flyer, die kosten 99 € und es sind 5000 Stück, Punkt. So, und so hat das Ganze angefangen.
Ist ja eigentlich verrückt, dass man jetzt irgendwie Hunderte von Jahren nach der Erfindung des Druckens in dieser Branche noch Innovationen bringen kann. Also wenn du es dir vorstellst, irgendwie im Automobil, es gibt es doch gar nicht so lange wie den Druck und da Innovation ist ja auch brutal schwierig. Aber du konntest jetzt sozusagen Hunderte von Jahren nach der Gründung da noch irgendwie, es gab immer noch was, was man neu machen konnte. Also dass es das noch nicht gab eigentlich, kann man sich kaum vorstellen.
Ja, ich sag mal, die Idee, wenn ich jetzt auf andere Branchen schaue, dass man Aufträge sammelt und dann halt an einer Maschine optimal auslastet, das gab es ja fast in jeder Branche. Das war jetzt nicht Rocket Science, ja, sondern die Kunst ist es ja heute auch noch, das Drucken, was wir machen, kann jeder. Die Kunst ist es, wenn ich überlege, halt Beispiel, wenn ich jetzt mal an Visitenkarten denke, da passen bei uns, ich glaube, 142, 147 Visitenkarten auf einen großen Bogen. Und die Kunst ist nicht, den Bogen zu drucken, sondern heute, genau heute, 147 Kunden zu finden, die genau heute auf einem 53-Gramm-Offsetpapier 1000 Visitenkarten wollen. Das ist die Kunst.
Und das ist dann mit Internet natürlich einfacher möglich gewesen.
Internet hat das Ganze beschleunigt, definitiv. Es hat es einfacher gemacht. Das ist auch der Unterschied, wenn einer sagt, wir sind eine Online-Druckerei. Ich wehre mich dagegen. Wir sind keine Online-Druckerei. Wir haben eigene Maschinen, wir haben Mitarbeiter. Die Maschinen, da wird auf Stahl gedruckt, auf Platten, auf Aluminiumplatten. Da ist Farbe, da ist Papier, da wird geschnitten, da wird gefaltet, da wird alles Mögliche mit dem Papier gemacht. Das Einzige ist, der Auftrag, früher vielleicht per Telefon, per Fax, der kommt jetzt online, der Auftrag. Aber es ist das Einzigste, was online ist.
Also eigentlich würde man sagen, auch wenn das jetzt alles ein bisschen nach online klingt mit Flyeralarm und so, du bist Druckunternehmer, kann man sagen, ganz klassisch. Und wie bist du—
Druck und Logistik, ne. Die Kunst ist, wir haben momentan am Tag zwischen 15.000 und 20.000 Aufträge, die weiß ich, dass ich morgen habe. Heute ist Mittwoch, nee, Dienstag, Dienstag. Also morgen haben wir 15.000, 18.000 Aufträge. Am Donnerstag habe ich jetzt null Aufträge. Also vielleicht bin ich Donnerstag pleite und ich weiß es noch nicht. Und die Kunst ist, ich weiß ja nicht, wie viele am Donnerstag bestellen, Mittwoch auf Donnerstag, welche Produkte sie bestellen, mehr Visitenkarten, mehr Magazine, Posters, was auch immer. Aber sie bestellen alle mit dem festen Zeitlimit. Sie wollen die Sachen am Freitag haben oder am Montag, und ich muss liefern. Und das ist die Kunst, diese 15.000 bis 20.000 Aufträge jeden Tag so zu koordinieren, dass jeder Auftrag pünktlich kommt.
Wie bist du denn dann da reingekommen? Also von der Situation, du warst bei anderen Druckereien, Papier dann auf Halde gelegt und hast dann da sozusagen, zeichne ich da so ein bisschen hin, outgesourct hin zu, ich gründe jetzt eine eigene Druckerei. Was war der, gab es da noch einen Zwischenschritt?
Ein langer Zwischenschritt, auch mit einer sehr lustigen Anekdote. Wir haben natürlich erst die Druckereien klar gesucht, wer kann für uns produzieren. Das war auch alles okay und drucken kann jeder. Das Problem, was ich schon erwähnt hatte, ist die Logistik, dass plötzlich ganz viele Aufträge geschnitten werden müssten, pünktlich ausgeführt werden mussten. Der eine muss gefaltet werden und jeder hat so seine Sonderwünsche. Und damit waren die meisten Druckereien überfordert. Also haben wir angefangen, in die Produktion im Sinne von Weiterverarbeitung zu investieren. Also ja, ich habe angefangen, mir eine Schneidemaschine zu kaufen, eine Falzmaschine, und das war das Erste. Wir haben die Druckbögen bei Druckereien drucken lassen, abgeholt und dann selber verarbeitet. Die Logistik quasi eben hinten hinterher gemacht und die eigene Produktion. Und das war eigentlich so der erste Gamechanger, dass wir damit natürlich viel, viel schneller agieren konnten, weil wir uns darauf fokussiert haben. Und da haben wir dann weitergemacht, dass ich viele Partnerdrogereien hatte, und ich habe die natürlich mit vielen Aufträgen versorgt. Das heißt, angefangen, dass wir teilweise bei Drogereien 50% des Auftragsvolumens von ihnen kam von uns, also eine gewisse Abhängigkeit geschaffen haben. Das wollte ich nie, dass die von mir abhängig sind. Und so habe ich dann damals mit Christoph Schleunung, mit ihm habe ich dann zusammen das Droghaus Mainfranken gegründet, und zwar genau 50:50%, nicht 50,1 und nicht 49, sondern 50:50%. Wir sind Partner, Und sage ich, du weißt, wie gedruckt wird, du besorgst die Maschinen, ich besorge die Aufträge. Und so sind wir quasi dann in die eigene Produktion eingestiegen.
Aber es war jetzt nicht die Firma, über die wir heute reden, die gehört dir alleine, ne?
Doch, über die reden wir. Das war damals die Produktionsgesellschaft. Flyum gehört mir alleine. Wir haben damals zusammen das Druckhaus Mainfranken gegründet, was heute auch Flyum Industrial Print ist und aus vielen Druckereien besteht. Das war damals ein 50:50 Joint Venture, und das habe ich im Zuge, weil er eben jetzt in Rente geht und sich ein bisschen sein Leben genießt, und ist einem auch gegönnt, habe ich immer mehr Anteile übernommen und mittlerweile gehören mir auch davon, von den Produktionsbetrieben, 100%.
Okay, okay, okay. Aber das heißt, das war dann ein längerer Weg. Irgendwann hast du dann das Stadtmagazin sein lassen und dich nur noch auf den Druck fokussiert.
Das war ein schneller Weg. In dem Moment, als ich angefangen habe, diese Flyer zu drucken, am Anfang haben wir ja Verluste gemacht, weil wie ich sag, wir haben Flyer gesammelt, wir haben versprochen, wir drucken am Mittwoch. Auf einen kleinen Bogen damals haben genau 9 Flyer, A6-Flyer gepasst. Jetzt hatte ich aber nur 4 Aufträge am Mittwoch, zum Beispiel. Jetzt habe ich 2 Möglichkeiten: Ich rufe an, sag du, wir können nicht pünktlich liefern, oder ich druck trotzdem, aber viel freie Fläche und mach Verluste. Und ich habe gedruckt und habe halt gerechnet, Mensch, ich hatte damals kein Startkapital, kein großes. Also ich weiß noch, das Startkapital waren ganz am Anfang 7000 D-Mark, und zwar hat mir das meine Mama ermöglicht, dass ich ihr Golf Cabrio bei der Bank als Sicherheit hinterlegt habe. Aha. Und habe ich gerechnet, also gut, mit den 7.000 DM kannst du so ca. 2 Monate drucken und Verluste machen, aber dann ist Lichter aus. Und ich habe aber dran geglaubt, und es ging dann tatsächlich, ich sag mal, vielleicht schon nach 3, 4, 5 Wochen waren wir schon im Plus, dass wir genügend Auslastung auf dem Bogen hatten, um eben Geld zu verdienen.
Wie hast du die Aufträge akquiriert? Übers Internet, über online?
Das war damals, wir haben eine Werbung gemacht, Flyer gedruckt und haben die in Frankfurt verteilt, in Kneipen, in Diskotheken, in Restaurants und haben also nur für diesen einen Flyer, für dieses eine Produkt 5000 Flyer A6, 52 Gramm für 99 €. Das haben wir beworben und dann kamen die Aufträge und am Anfang haben die Leute angerufen. Muss überlegen, der Flyer hat damals mindestens 300 € gekostet. Die haben angerufen und sagen, ist da was faul dran oder ist das Betrug? Oder sage ich, nee, alles gut, wir drucken wirklich, wir liefern auch aus. Und die Leute konnten gar nicht glauben, dass es möglich ist.
Also Flyer, wir reden ja von irgendwelchen, am Ende, was ein Flyer ist, ein kleiner Zettel, A6, A6, bunt bedruckt mit irgendwie Angeboten, Hinweisen auf Geschäfte.
Genau, ja, irgendeine Party am Wochenende, keine Ahnung, Schaumparty. Du hast ja auch mit Events gestaltet, auch schon ein paar früher ein paar Events organisiert. Da brauchst du Flyer und dann natürlich als Nächstes Plakate, klar. Aber der Flyer war das erste Produkt, ja, und den haben wir dann quasi produziert und groß gemacht. Und wie sind wir dann weitergewachsen? Indem wir halt das Gleiche auch mit Plakaten gemacht haben, mit Visitenkarten, mit Briefpapier, dass wir einfach versucht haben, die Produkte maximal zu standardisieren. Um es sehr schnell zu produzieren. Wir produzieren ja mittlerweile fast jedes Produkt im Overnight und liefern das dann europaweit aus. Und so können wir quasi fast jedes Produkt aus der Branche standardisieren und optimieren.
Und wie viele Jahre nach dem Stadtmagazin hast du dann die erste Druckerei quasi dann gegründet oder übernommen?
Mega long story short, Stadtmagazin habe ich gegründet, dann nach 2, 3 Jahren die erste Wirtschaftskrise in Deutschland, die ich erlebt habe. Ich musste das Stadtmagazin schließen, weil keiner mehr Anzeigen geschaltet hat. Dann habe ich davon gelebt, dass ich das Geld eingetrieben habe, was mir die Leute von den Anzeigen geschuldet haben. Ein halbes, dreiviertel Jahr und habe überlegt, was machst du? Du machst was Neues. Ich habe zig Ideen gehabt und dann, die Ideen waren teilweise gut und was habe ich mich dann entschieden, dass ich sage, Mensch, mach doch das, was du am besten kannst, ein Stadtmagazin. Also habe ich wieder ein Stadtmagazin gemacht, also quasi Tester Part 2, und daraus ist dann, dann das Flyeralarm entstanden. Also sagen wir, zum Stadtmagazin-Beginn waren 2 Jahre das erste, ein Jahr Pause, noch mal ein Jahr, also nach 3, 4 Jahren ist dann der Flyer mitstanden. Und sobald der erste Bogen voll war und ich gemerkt habe, Mensch, es funktioniert, habe ich das Stadtmagazin sofort eingestellt und habe alle Kraft nur auf dieses Flyerlamm gemünzt.
Und die anderen Druckereien haben das so ein bisschen, oder was war das, ein regionales Geschäft zuletzt damaligen Zeit, oder war das dann schon nationales Geschäft?
Das ging ja klar am Anfang von Frankfurt aus, aber das war ein Internet, wir haben eine Preisliste im Internet gehabt als eine JPEG-Datei, Flyerlamm und eine Preisliste, 5000 Flyer, und haben angefangen, immer 1000 Stück zu drucken und 10.000. War ja recht einfach, du platzierst den gleichen Flyer zweimal auf dem Bogen, ja, und zweimal Werbung gemacht deutschlandweit. Dann hatten wir viel Mund-zu-Mund-Werbung, weil natürlich jeder begeistert war, für diesen Preis solche Flyer zu bekommen, und es ging dann rasant. Da sind wir wirklich explodiert, dass dann aus ganz Deutschland halt die Firmen logischerweise bei uns diese Flyer bestellt haben. Wir konnten das im Prinzip gar nicht mehr stoppen.
Okay, das heißt, es gab so viel Interesse und der Preis war so gut, und dann gab's wahrscheinlich irgendwelche Online-Vergleichsplattformen, wo man gucken konnte, wer druckt am günstigsten oder so, und dann—
Das gab's damals noch nicht, ist jetzt schon 22 Jahre her. Als wir Flyer gegründet haben, und das gab es nicht, aber die Leute haben natürlich versucht, über das Internet zu vergleichen, aber es gab ja nichts Vergleichbares. Es gab natürlich dann sehr schnell Nachahmer, die versucht haben, das Gleiche auch zu machen, und gibt es ja mittlerweile, ich glaube, am Markt 200 Anbieter, aber es gibt halt nur 2, 3 vielleicht noch auch Marktteilnehmer, die eine gewisse Größe haben, und was die anderen gemacht haben, sie haben halt immer nur versucht, irgendwo einzukaufen und zu verkaufen, also rein Onlineshop und zu dealen. Aber die wenigsten haben in eigene Produktion investiert. Und die Druckereien, die damals noch produziert haben, die konnten das nicht, weil die nicht dran geglaubt haben. Die haben gesagt, ja, den Flyer, das können wir ja auch, wenn wir wollten. Ja, sie können den Flyer produzieren, aber sie hatten die Aufträge nicht. Also die Kunst ist nicht zu produzieren, sondern die Kunst ist, die Aufträge zu bekommen zum damaligen Zeitpunkt. Heute ist noch die Kunst, das Ganze auch zu produzieren in der Menge, in der Zeit, was ich logistisch erklärt habe. Wie kennst du 20.000 Aufträge an einem Tag, wo du weißt, die müssen morgen alle pünktlich kommen?
Ja, aber am Ende ist es ja wirklich zu ganz großen Teilen dann ein B2B-Business.
Also wir reden jetzt irgendwie 90, 95% bei uns ist B2B. Natürlich, mittlerweile bieten wir auch Flyer, 10 Stück an, digital gedruckt. Jetzt kann natürlich auch ein Privatmann seine Einladungskarte für Geburtstag bei uns drucken. Aber wir haben uns immer auf B2B, auf KMU spezialisiert als Fokusthema. Wir könnten auch uns auf Privatkunden, haben wir auch mal probiert mit so Fotobüchern und so verschiedene Themen, die Privatkunden wollen. Aber es hört sich komisch an, Ein Privatkunde ist ein komplett anderer Planet, wenn der bestellt.
Also eine Kartenmacherei hatte ich schon mal im Podcast hier oder sowas, zum Beispiel tolle Firma, aber da gibt's Layoutvorlagen, ja, da kann ich online gestalten.
Unsere Kunden müssen selber gestalten, sind eine Agentur oder sie haben Grafiker.
Und ihr wolltet in den B2C-Bereich, meine Kartenmacherei meine ich so rausgehört zu haben, machen auch über 100 Millionen Umsatz oder so, da wolltet ihr aber nicht rein.
Ja, wir wollen uns fokussieren und der Markt für uns im B2B-Bereich ist noch so groß. Warum sollen wir uns dann jetzt auf einen Privatkunden stürzen, von dem wir keine Ahnung haben? Ich glaube, wir könnten es, aber das andere können wir besser. Und ich glaube, die Kartenmacherei freut sich, wenn wir sie in ihrem Bereich—
es gibt ja noch diese Fotobücher von CWC.
Genau, ist auch eine Riesenfirma, die leben natürlich vom Fotobuch.
Mein Foto, gibt's ja ganz viel, aber das ist alles B2C. Und damit, ihr seid eher dann auf der B2B-Seite und habt diesen Markt auch für euch nicht so richtig spannend gefunden am Ende, oder euer eigener, besser. Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Es ist ein anderer Markt. Zum Beispiel, wir geben zwar, reden wir vielleicht auch noch drüber, machen für unsere Verhältnisse viel Geld in Sponsoring, Marketing, aber trotzdem prozentual vom Umsatz sehr wenig. Die B2C-Kunden, die leben, die geben teilweise 30, 40% ihres Umsatzes für Marketing aus, weil ich muss immer wieder einen neuen Akzent setzen. Ich muss sagen, Achtung, du warst im Urlaub, du könntest doch ein Fotobuch machen. Achtung, du hast ein Baby bekommen, du könntest doch ein Fotobuch machen. Bei uns ist es anders. Wenn die Visitenkarte leer ist, weißt du ganz genau, ich muss morgen auf die Messe, ich habe keine Visitenkarten, ich brauche welche.
Was ist denn euer, ich meine, ihr macht mittlerweile, habe ich geguckt, ihr macht ja tausende von verschiedenen Produkten. Also es gibt jetzt eine Visitenkarte, Gartenflyer. Das klingt jetzt immer so nach ein, zwei Produkten, aber ihr habt ja— wie viele Produkte gibt's bei euch?
Zigtausende. Und das ist tatsächlich noch ein Problem, was ein Problem, was die Kunden bei uns oft unterschätzen. Ich lerne Leute kennen, Mensch, ich drucke schon bei Flyer. Dann sage ich, ja, du machst 400 € Umsatz? Ja, ich druck doch schon alle Flyer und Visitenkarten bei dir. Sag ich, du bist so ein Hotel? Ja, wir drucken auch übrigens Zimmerkarten, wir drucken die Hüllen, wir drucken Fahnen. Also wir drucken wirklich alles, wo du dein Logo dir vorstellen kannst. Etiketten auf einer Weinflasche, Etiketten auf eine Wasserflasche. Ein Messestand, Werbeartikel, hochwertiger Kugelschreiber. Überall, wo du von einer Firma gerne dein Logo sehen würdest, das produzieren wir. Textilien.
Und was ist euer, also was ist so das, das die Cashcow, das Brot-und-Butter-Geschäft? Welches Produkt ist da?
Das ist bei uns tatsächlich die Vielfalt. Es gibt nicht das eine Produkt. Natürlich ist das meistbestellte Produkt Flyer, Folder, Plakate, Visitenkarten. Das ist natürlich vom Umsatz her prozentual—
mich wundert, dass du Visitenkarten häufiger erwähnst. Ist das nach wie vor so ein Thema? So, sind Visitenkarten noch so gängig wie vor 10 Jahren?
Es gibt kaum ein Produkt, was für mich mehr sexy ist als eine Visitenkarte, ja. Und auch übrigens das günstigste Mittel, was es gibt. Wenn wir heute Kontakte austauschen per Telefon, ich scanne sie rüber, ich bin im Speicher, ich bin weg. Gebe ich dir eine richtig hochwertige Visitenkarte, ich glaube, du nimmst sie mit nach Hause, du wirfst sie nicht weg, du legst auf deinen Schreibtisch, morgen früh nimmst du sie wieder in die Hand. Sagst du, wegwerfen kann ich die nicht, da ist Folie drauf und Heißfolienprägung, die fühlt sich so toll an, die lege ich mal dahin. Lassen Sie mal, vielleicht machst du sie 5-mal woanders hin, aber irgendwann wirfst du sie auch weg, ist in Ordnung. Aber du hast sie 5-mal in deiner Hand gehabt, du hast 5-mal wow, das Erlebnis gehabt. Was kostet eine Visitenkarte in der Herstellung? 5 Cent. Das heißt, ich habe für einen Cent pro Kontakt deine Aufmerksamkeit bekommen. Was zahlst du für Google, damit du oben gelistet bist? 50 Cent oder noch mehr? Also was gibt's mehr sexy und grün als Visitenkarte?
Ich verstehe schon die Logik dahinter, aber spiegelt der Markt es auch so wider? Weil es gibt ja doch viele Leute, die man jetzt trifft, also auch bei uns in der Branche natürlich jetzt noch mit einer digitalen Wirtschaft und so, die sagen, ich habe keine Visitenkarte, lass mal so Handy machen.
Es gibt noch genügend Leute, die das verstehen. Okay, und auch vielleicht sogar, weil es verstehen manche, jeder geht digital, aber es geht auch wieder viel zurück, weil die Leute es halt auch vielleicht nur jetzt erklärt bekommen müssen, Mensch, es stimmt eigentlich, die Visitenkarte, das ist ja auch ein Image oder eine Einladungskarte. Ich glaube, du bekommst bestimmt bestimmt auch viele Einladungen auf irgendwelche Veranstaltungen. Ich bekomme per Online, per E-Mail so viele Einladungen, ich schaue mir keine einzige an. Aber jetzt, wenn du eine Einladungskarte bekommst, eine kleine Box, da ist ein wunderschönes Geschenk drin, du machst schon wie an Weihnachten die Einladung auf. Ich glaube, du sagst, also wenn diejenigen so viel Wert auf eine Einladung legen, dann kann die Veranstaltung nicht so schlecht sein. Denkst du mal nach.
Das heißt, auch im Druck ist noch Zukunftsmusik drin, also auch in Zukunft drucken?
Mehr denn je.
Mehr denn je.
Ja, was tatsächlich, Druck muss man aufpassen, was viele immer missverstehen, ist der Zeitungsmarkt. Da ist ein Riesenproblem, aber ich verstehe es auch. Ja, ich lese selber teilweise, wenn du unterwegs bist im Flugzeug, ist deine Zeitung, die du lesen willst, ist nicht da, dann liest du sie digital, ist doch logisch, und dann musst du nicht mit rumtragen. Verstehe ich auch. Das heißt, die ganzen Zeitungen haben teilweise die Auflagen halbiert, die Seitenzahlen halbiert. Da reden wir dann zum Schluss von 25% der Druckmenge wie vielleicht mal vor 5 Jahren. Aber in allen anderen Bereichen Ja, auch vielleicht der Flyer ist auch Rückwärtsprodukt von der Auflage her. Aber schau mal, wenn du jetzt hier gehst, Etiketten, Verpackungen, und es wird immer wichtiger. Oft ist ja der Inhalt weniger wert als die Verpackung. Die Verpackung zählt, die Verpackung verkauft das Produkt, dass man einfach das Gespür hat, das Gefühl zum Produkt.
Es gibt noch genug so Kategorien rund um Druck jetzt neben denen, an die man als Erstes denkt, wo du sagst, da ist noch richtig Musik drin. Das sieht man noch nicht, weil man immer auf Papier, also an Zeitungen denkt oder an Okay, und dieser Bereich ist fast der einzige Bereich, in dem wir nicht sind, im Zeitungsmarkt. Und ist denn der Name FLYERALARM nicht sogar fast irritierend heutzutage, dass man denkt, okay, na gut, also Flyer brauche ich jetzt gerade nicht, ich brauche jetzt gerade Etiketten, ich brauche jetzt gerade, sagen wir mal, Businessdruck, und man denkt dann gar nicht an euch? Also würdest du im Nachhinein, müsste es nicht irgendwie so—
Ich glaube, wir haben viel, viel richtig gemacht. Wenn ich den Namen noch mal wählen dürfte, würde ich vielleicht sagen, ich würde ihn anders wählen, weil tatsächlich haben wir mit dem Flyer angefangen, Und viele Leute sagen, ach, ich wusste gar nicht, dass ihr auch noch ganzen anderen Kram produziert. Natürlich ein Riesenproblem. Es hat sich dadurch jetzt gelöst, dass wir sehr bekannt sind, aber wir müssen da tatsächlich nach wie vor Aufklärungsarbeit bieten, zu sagen, Mensch, Achtung, neben dem Flyer gibt's auch noch ganz andere Produkte. Deswegen investieren wir auch wahnsinnig viel in Brand Building. Das heißt also, wir wollen bekannt werden, und ich glaube, wir sind als Druckmarke in Deutschland nicht die Unbekanntesten.
Nee, überhaupt nicht, aber halt nicht unbedingt für— also zumindest ging es mir so, Man kennt euch, ich habe das ja über die Bande, die Firma ist auch ein einprägsames Ding, ne? Flyeralarm kann man sich auch, ist ja so ein Begriff, der irgendwie, den vergisst man nicht so schnell, das ist ja catchy. Aber man denkt dann halt auch so an Flyer, man denkt so ein bisschen an B2C oder an so einfache Sachen, dass ihr jetzt auch so technisch komplexere Sachen bedruckt und so Business-Druck macht.
Wir drucken die hochwertigsten Kataloge, wir haben eine Druckerei zum Beispiel in Meißen, die Druckerei Thieme, da drucken wir, ich glaube, das darf man sagen, für die Kunden doch, darf man sagen, ist auf der Seite. Wir drucken für Meißner Porzellan, wir haben schon für Bugatti Kalender gedruckt. Also wirklich das hochwertigste Druckprodukt, das man sich vorstellen kann, produzieren wir. Ja, der Kunde weiß nicht, und das ist tatsächlich ein kleiner wunder Punkt, an dem wir arbeiten. Aber wir betreiben Aufklärungsarbeit, und es wird Schritt für Schritt auch immer bekannter, dass der Kunde auch versteht, dass wir all diese Produkte drucken können.
Wie viel Druckereien betreibt ihr mittlerweile?
Über 10, definitiv.
Ja, über 10.
Also das heißt, die, also wir haben unser Mutterschiff, was vielleicht mit Dasselprint ist, mit Druck aus Mainfranken, also wo die Masse, wo die Flyer, die Folien, also Mainz ist gleiches Herz nach wie vor. Es war damals halt der Gründungsname, weil wir da aus Würzburg, aus Mainfranken kommen. Wir haben viel Produktionsstätten, auch von den Großen her, in Dresden und Umgebung. Und dann ist das Problem halt am Markt, warum haben wir auch viele kleine Druckereien? Vor vielen Jahren kamen die ersten Druckereien auf uns zu, sie haben Probleme mit Nachfolgeregelung, oder sie wollen nicht mehr neue Maschinen investieren. Und so haben wir angefangen, uns an Druckereien zu beteiligen, oder vielleicht auch ganz übernehmen, und dann wechselt das Feld, dass wir jeden Tag Druckereien leider, leider, leider angeboten bekommen. Wir sagen, was ist los, warum? Und es ist nicht mehr, wir haben keine Nachfolgeregelung, wir wollen nicht in Maschinen investieren, sondern die sagen einfach, wir haben 30% weniger Aufträge, wir sind platt, wir können nicht mehr. Ja, und so haben wir uns immer Spezialisten rausgesucht, die oft auf ein Produkt oder auf eine Nische spezialisiert sind, um auch in dem Bereich die Besten zu sein.
Das heißt, ihr habt jetzt mittlerweile, macht ja so ein bisschen so eine Art, kann man das sagen, Marktkonsolidierung, dass ihr sozusagen von denen, die nicht mehr können, guckt euch die an und nehmt euch ein paar raus, die ihr dann übernehmt?
Ja, also Konsolidierung, das machen nicht wir, das macht die Wirtschaft, da können wir nichts dazu, sondern wir versuchen, was ja glaube ich in Deutschland generell ein Problem ist, im Mittelstand, mit den kleinen Firmen. Eine kleine Druckerei, die bekommt so viel Druck mit Auflagen, mit Zertifizierung, das schaffen die gar nicht mehr. So, das heißt, dann haben sie irgendwelche Zertifizierungen nicht mehr, die vom Staat vorgegeben werden, dann macht der Staat Ausschreibungen oder die großen Konzerne und sagen, wir drucken aber nur bei euch, wenn ihr die Zertifizierung habt. Also Teufelskreis, ja, ist ein Teufelskreis, und da haben die keine Chance mehr. Oder auch natürlich die Einkaufskonditionen, Als kleine Druckerei, wenn ich mit einer Papierfabrik verhandle, die lachen einen aus. Die kriegen halt keine guten Preise. Auch die ganze Bürokratie, das schaffen die einfach nicht mehr, die kleinen Betriebe. Und was wir machen, ist ein Unterschied. Also wir sind keine Investmentfirmen, die Druckereien kaufen, zerschlagen und wieder weiterverkaufen oder die Maschinen verkaufen. Wir lassen die Druckereien mit ihrem Namen, mit ihrem Standort, mit ihren Mitarbeitern am Ort, mit ihrer Tradition, mit ihrer Kultur und helfen denen nur quasi, die Einkaufskonditionen zu optimieren, die ganzen Zertifizierungen, die Auflagen zu erfüllen, und halt bei der Bürokratie quasi, dass wir das alles zentral steuern, damit die sich wieder auf ihr Produkt und das Ganze drehen können, was sie einfach mal groß gemacht hat, wo sie stark drin sind. Und damit haben wir lauter kleine Pflänzchen, wo wir natürlich auch die Produkte von denen über unseren Onlineshop besser verkaufen können. Wir bieten denen auch noch mehr Aufträge und schaffen es bisher eigentlich in fast allen, in allen Fällen bisher, dass wir die Druckereien am Leben halten können und wieder zu neuem Leben teilweise erblühen lassen können.
Wie viele Leute arbeiten aktuell für dich?
Wir sind in Summe 2700 ca. Mitarbeiter.
Okay, und da sind dann der Großteil sind Drucker, auch wirklich Leute, die in den Druckereien arbeiten, oder?
Wir sind ca. 600 im Office und knapp über 2000 in der Produktion. Wobei man eins wissen muss, in einer Produktion, wenn ich heute Druckerei, muss einfach so erklären, eine Druckerei 100 Mitarbeitern, dann sind davon vielleicht 10 Stück Drucker, weil du musst ja die Grafik machen, die Datenbearbeitung, du brauchst einen Vertrieb, du brauchst eine Buchhaltung, du brauchst die Logistik, Versand, jemand, der schneidet, es Also eine Druckerei hat, besteht leider nur noch aus 10 Druckern vielleicht, weil es leider, weil auch die Druckmaschinen natürlich mittlerweile so optimiert wurden, dass ich in sehr kurzer Zeit sehr viel Druckaufträge auf einer Maschine produzieren kann.
Und ist diese ganze Zulieferindustrie, so Papiereinkauf und so, das ist aber alles wie eh und je, die müsst ihr auch alle leiden, ne?
Die mussten teilweise leiden, da gab es Konsolidierungen. In der Papierbranche zum Beispiel gibt es noch wenig große Konzerne. In der Maschinenherstellung, Produktmaschinen, gab es schon immer 3 große, das ist MAN Roland, das ist Koenig Bauer und das ist Heidelberg. Immerhin, Roland ist leider vor vielen Jahren insolvent gegangen. Gibt's noch ein bisschen Restbetriebe, diese machen, aber die 2 großen sind König und Bauer in Heidelberg, und die haben die letzten Jahre natürlich sehr, sehr gelitten. Warum? Zeitungauflagen gehen runter, es geht auch viel mittlerweile in Digitaldruck in kleinerer Auflagen. Und was ein Problem ist, sie zersägen quasi ihr eigenes Bein, auf dem sie stehen, weil immer wenn sie eine neue Druckmaschine vorstellen, dann ist die 20% effektiver oder 25%. So, wenn ich in Druckerei bin und habe 4 Druckmaschinen, und in 10 Jahren, wenn ich die austausche, brauche ich noch 3 und kann die gleiche Menge drucken. Und das natürlich durch die Technologie, durch die Optimierung der Druckmaschinen plus der Digitaldruck macht denen das Leben schwer.
Das heißt, eines Tages konsolidierst du dann weiter und hast dann vielleicht auch irgendwann Druckmaschinenhersteller und so bei dir im Portfolio?
Das macht wahrscheinlich strategisch keinen Sinn, aber was ja schön wäre, wenn wir viele kleine Druckereien am Leben halten können. Ich sehe es ein bisschen wie so eine Genossenschaft. Ja, dass wir die Kultur, die Druckereien am Leben halten, aber helfen ihnen genau da, wo ihre Schwachstellen sind, damit sie eben wieder günstiger einkaufen können, dass sie sich auf die Produktion konzentrieren können. Und aber ich sehe auch die Druckmaschinenhersteller, auch die Papierlieferanten, das ist ein Teil meiner Familie. Ja, wir sitzen nicht da und versuchen, die besten Preise runterzuverhandeln und sie zu erpressen, sondern ihnen zu helfen. Wie können wir Maschine besser machen, damit wir damit auch erfolgreicher sind? Ja, und machen einmal im Jahr ein tolles Event, wo alle Lieferanten eingeladen werden bei uns. Das sind keine Nummern, die sitzen alle an einem Tisch. Jeder weiß, wer bei uns Lieferant ist. Die sollen sich kennenlernen, die sollen sich vielleicht auch untereinander Aufträge zuschieben. So sehe ich eine Partnerschaft und ich will niemanden übernehmen. Ich will mit denen Erfolg haben, mit allen.
Aber wie gesagt, wenn ich das so höre, seid ihr jetzt zumindest mal am deutschsprachigen Markt einer der absolut relevantesten Spieler in dieser Druckindustrie geworden.
Redet mit Drucklieferanten oder mit diesen Leuten. Sie lieben uns, weil sie sagen, wir sind faire Partner auf Augenhöhe. Ja, wir verhandeln nie Preise, sondern wir wollen einfach nur für alle das Beste.
Wen gibt's noch neben euch, der da eine Rolle spielt?
Ja, muss so sehen, es gibt, ich sage mal, Marktteilnehmer, 3, 4 große am Markt noch.
Vistaprint habe ich geguckt, ist relativ—
Vistaprint ist wieder sehr stark B2C oder B2B2C. Ja, die sind natürlich ein Konzern, die sind vom Umsatz her, die sind börsennotiert, ich glaube, machen 3 Milliarden Umsatz, davon aber ein Großteil in USA. Ein Großteil VistaPrint. Die Marke heißt VistaPrint, ist eine Marke von Simpress, ist der Konzern. Und Simpress hat vor vielen Jahren angefangen, Firmen wie wir sind, also B2B, zu kaufen aus jedem Land. Haben sie eine in Deutschland übernommen, haben eine in Polen übernommen, eine in Italien, eine in Holland, und sind in der Summe ähnlich groß wie wir. Als Konzern sind sie viel größer als wir, und aber sie sind halt mit 25 Marken am Start. Und als Marke sind wir die Größten und die Nummer 1.
Okay, das heißt, wer ist denn noch da? Also wir machen Druck oder sowas, habe ich jetzt auch.
Es gibt Wir machen Druck, die gehören zu Zypress, ist die deutsche Marke von Zypress, haben aber so gut wie keine eigene Produktion. Zypress hat ein bisschen Produktion, da greifen die drauf zurück, aber sie kaufen natürlich viel bei Lieferanten ein, überwiegend in Deutschland. Es gibt noch Saxoprint, die gehören zum CEWE-Konzern, die sind mit sehr, sehr günstigen Preisen, aber nur im Papierdruck. Also sie machen sehr stark Flyer, Folder, sind also sehr fokussiert. Sind aber deutlich kleiner. Dann gibt's noch die Online Printers, sehr seriöser Marktteilnehmer, mhm, mit denen arbeiten wir zusammen, produzieren auch, oder wir produzieren auch sogar für sie, kaufen auch bei uns ein. Ganz toller Marktteilnehmer, mit dem man wirklich gut reden kann. Und dann gibt's noch United Print, das war einer der allerersten, der ist zeitgleich mit mir am Markt gegangen damals aus Dresden, aber hat auch früher eine eigene Produktion gehabt, hat die komplett geschlossen und Ist jetzt Rheinland noch Onlinehändler, arbeiten wir auch zusammen.
Wie groß ist denn für so einen Gorilla in dem Markt wie ihr, wie groß ist denn das Marktvolumen? Fangen wir damit mal an. Was ist denn da so, wie groß ist denn der Markt? Das würdest du sagen mehrere Milliarden, oder?
Es kommt drauf an, wenn ich heute hergehe, allein der Etikettenmarkt ist ein Milliardenmarkt, ja, und so kann ich mir allein Mailings ist ein Milliardenmarkt. Jetzt kommen wir zum Thema Produktbreite, was ja bei uns die Kunden noch nicht wissen, wie breit wir aufgestellt sind, was sie alles bei uns produzieren könnten. Wenn sie es wüssten, ja, und der Markt ist natürlich unendlich groß. Deswegen ist auch meine Strategie, ich will keine Monokulturen. Das weiß man aus der Natur, Monokulturen sind meistens schwierig, ja. Im Wald, wenn ich nur eine Baumart habe und es kommt ein Sturm, dann ist alles kaputt. Dass wir uns sehr breit aufgestellt haben, siehe auch zum Beispiel im Fall von Corona, ja. Wenn ich Messebauer bei Corona war, war ich pleite. Habe ich Etiketten produziert, wurde ich reich. So, aber ich will halt nie davon abhängig sein, kommt Corona, kommt keins, oder geht es der einen Branche gut oder dem einen Produkt. Deswegen ist meine Philosophie, da sind wir auch die Nummer 1, keiner ist so breit aufgestellt wie wir.
Und sag mal, ich weiß, du redest über deine Zahlen ja nicht so gerne und du bist ja auch generell jemand, der sehr zurückhaltend ist, aber wenn ich jetzt spekuliere und sage, eine Milliarde Umsatz macht ihr noch nicht, da seid ihr noch nicht ganz.
Da hast du komplett recht.
Aber so die Hälfte schon fast?
Jetzt kommen wir langsam näher, das Wasser wird von kalt auf lauwarm. Der Umsatz ist auch, glaube ich, nicht das Wichtigste, sondern ich schaue nie auf den Umsatz, wirklich. Das glauben vielleicht auch die wenigsten, sondern ich sage, bei dem Produkt, um das Produkt optimal zu produzieren, brauchen wir diese Mengen. Dadurch kommt natürlich dann ein gewisser Umsatz dabei heraus, ja. Oder ich will die Reklamationsquote verringern, ja. Und das Allerschlimmste ist die Lieferzeit. Die ist so wichtig. Wir investieren so viel Geld und Personal und Power in die Lieferzeit. Lieferzeit ist das Allerwichtigste. Das kostet Geld, aber wenn du pünktlich bist, das danken dir die Kunden, die bestellen immer wieder, und damit kommt der Umsatz von alleine.
Aber kann man, oder könntet ihr mit der Firma jetzt perspektivisch eine Milliarde Umsatz machen? Würdest du sagen, das ist möglich?
Es ist viel, viel mehr möglich. Okay, also es wird kommen, früher oder später, wenn wir weiter so diszipliniert arbeiten und als Team arbeiten und nicht nachlassen, dann wird es mit Sicherheit kommen.
Jetzt frage ich mal so, wenn man jetzt unabhängig von eurer Firma, aber wenn man das jetzt gut betreibt, so eine Druckerei gut betreibt, dann macht man damit auch eine vernünftige Marge nach wie vor.
Das ist sehr, sehr schwierig. Das ist— wir machen eine vernünftige Marge, weil wir schon immer nachhaltig produziert haben, weil wir nachhaltig geplant haben. Also wir planen nicht in 1-, in 2-Jahresschritten, die schnelle Kohle zu machen, ja, sondern auch mit Preisen, sondern wir wollten immer ein fairer Partner für die Kunden sein, und das danken die Kunden dir.
Also es ist kein Luxusprodukt, also man kann ja jetzt nicht 30% Marge machen.
Das ist das Problem bei der Druckbranche, ist, dass jedes Produkt vergleichbar ist, ne. Du, wenn du einen Flyer auf dem Tisch liegen hast, du siehst nicht, ob wir den produziert haben oder ob den Druckerei B oder C produziert hat. Das heißt, der Kunde sagt, ich will 5000 Flyer in der Qualität. Wir sind sehr vergleichbar.
Das heißt, man hat dann am Ende, Marge ist dann eher im einstelligen Prozentbereich oder so was?
Ich glaube, die meisten Druckereien wären froh, wenn sie noch eine Marge mit 5% hätten, weil es einfach tatsächlich der Markt sehr schwierig geworden ist, ganz klar.
Okay, also man kann da so zwischen 5 und 10—
Ich würde keinem empfehlen, jetzt nicht aus egoistischen Gründen, und man sieht es auch, warum so viele Druckereien im Monat leider alle kaputt gehen. Es ist ein sehr schwieriger Markt geworden, in dem du eigentlich kaum noch Geld verdienen kannst. Es ist wirklich ganz, ganz schwer. Das sind dann Leuchttürme, zum Beispiel Spezialanbieter. Wenn ich mich auf ein Produkt konzentriere und da der Beste bin, dann habe ich auch gute Margen. Und die Druckereien gibt's als so kleine Leuchttürme, aber die werden immer weniger.
Aber am Ende ist es so auch euer Asset, die Marktposition, die ihr habt, die Bekanntheit und die, die Größe, die ihr schon erreicht habt, ist sozusagen gut ausreichend, oder ist es schon so, dass man damit dann auch besser leben kann und sogar den Markt vielleicht ein bisschen unterstützen kann oder hier und da übernehmen kann und damit aufbauen kann.
Absolut. Also die Marke hilft uns natürlich, Vertrauensbildung, ganz klar. Das haben wir natürlich auch durch unsere Qualität der Arbeit, aber auch durch das Brandbuilding, durch das Marketing, was wir investiert haben in Nachhaltigkeit, dass man uns vertraut. Dann ist der Kunde auch mal bereit, den ein oder anderen Euro mehr zu zahlen, weil er weiß, das Produkt kommt pünktlich. Was nützt es dir, wenn du dir 10% den Flyer günstiger bekommst, du brauchst aber morgen, weil du eine Veranstaltung hast, oder deine Einlassbänder und die kommen halt einen Tag später. Dann ist schön, dass du 20% gespart hast, aber die liegen halt irgendwo beim Logistiker noch im Lager, ja. Und der Kunde ist auch bereit, ein bisschen mehr zu zahlen, wenn er weiß, er kann sich darauf verlassen, dass die Sachen gut und pünktlich kommen.
Und es ist für dich klar, immer wenn man so eine Firma hat, jetzt wieder Größenordnung, ist jetzt, es gab mal Zahlen, da war das glaube ich schon über 400 Millionen, jetzt muss da nichts zu sagen, aber ist es ja eine offensichtlich eine eine erfolgreiche Firma. Irgendwann klopfen immer Leute an und sagen, jetzt hier wird spannend, du kannst noch weiter konsolidieren, wir können damit jetzt in die USA gehen und sonst was. Dass da jetzt Investor dazu kommt, das ist für dich aber nicht vorstellbar?
Nein, wir hatten einmal ein Gespräch geführt, dass sich jemand beteiligen wollte, und habe ich genau danach gewusst, das will ich auf keinen Fall. Warum? Ja, weil die Menschen, die, oder die Investoren, die investieren wollen, wollen ja das schnelle Geld wieder. Und schnelles Geld heißt ja auf Kosten von Qualität oder auf Kosten von Mitarbeitern. Aber die Mitarbeiter sind ja genau die, die die Firma aufgebaut haben, die mir das alles ermöglicht haben. Und die kann ich doch nicht morgen für einen schnellen Euro wieder fallen lassen. Und das würde jeder Investor tun. Und deswegen stellt sich für mich die Frage nicht.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice. Und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht. Und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, Der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunsch-Kaffee dazukaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingscafés entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch. Das heißt, du ziehst die nächsten Jahre das alleine durch?
Die Firma wird in eine Stiftung gegeben und die Firma ist unverkäuflich.
Ach krass, das ist für dich vollkommen klar?
Also das ist für kein Geld der Welt. Vor allem, Was mache ich dann? Was mache ich dann? Eine neue Firma gründen von dem, was ich keine Ahnung habe?
Investieren.
In was? In Luft? In Bitcoins? In Startups, die 100 Millionen Schulden machen, eine Milliarde wert sind? Nein, nein, auch Sportvereine. Ja, das habe ich mal gemacht, das hat auch Spaß gemacht, aber alles hat seine Zeit.
Du hast ja die Marke aufgebaut, deswegen sage ich Sportvereine, weil du auch im Sport irgendwie schon immer sehr aktiv warst. Also über, neben dem wahrscheinlich Google-Marketing und dem Performance-Marketing, was man logischerweise macht, oder auch wenig, aber was dann trotzdem irgendwie da ist, nehme ich an, habt ihr, ich glaube, als Kern eigentlich immer Nationalmannschaft, DFB, darüber Bandenwerbung gemacht und darüber diese B2B-Brand aufgebaut, ne?
Ja, wobei ich hatte selber auch Invest in 2 Fußballvereine, einer in Würzburg, einer in Wien, und aber das muss man komplett getrennt sehen, das war mehr so Hobby, Spaß, ich will mal schauen, wie funktioniert so ein Fußballverein und kannst es nicht besser als die anderen. Das war so eine Eigenmotivation.
Hast du ja gut gemacht. Als du die Würzburger Kickers finanziert hast und da aktiv warst, sind die ja auch in die 2. Liga aufgestiegen sogar.
Wir sind von der 6. in die 2. Liga und das Ganze schneller, als es Leipzig geschafft hat. Also was wir da erreicht haben, war, glaube ich, nicht so schlecht.
Aber warum hast du wieder aufgehört?
Ganz einfach: In Würzburg hast du, und das will ich niemandem vorwerfen, aber die Stadt Würzburg unterstützt halt Theater oder andere Sachen, aber nicht den Fußball. Also hast du keine Stadt im Hintergrund. Dann hatten wir kein eigenes Trainingsgelände. Wir hatten keine Großsponsoren aus den städtischen Bereichen wie Stadtwerke, Stadtsparkassen, die oft vor allem in Ostdeutschland einen ganzen Verein finanzieren. Wir haben keinen großen Konzern, der mich unterstützt hat. Es gäbe welche, aber die wollen woanders investieren. Ist auch das gute Recht. Und dann hast du auch keine große Fankultur wie vielleicht in anderen Vereinen wie hier in Offenbach. Ich glaube, wenn die morgen aufsperren und in die 3. Liga kommen, kommen einfach 20.000 Stück ins Stadion, Leute. Und die wissen noch gar nicht, gegen wen sie spielen. Also das heißt, alle Voraussetzungen, die du eigentlich brauchst, um sehr erfolgreich im Profifußball zu spielen, die hatten wir in Würzburg nicht. Und dann muss ich sagen, alleine gegen so viele Widerstände zu kämpfen— ich habe immer gesagt, die Steine, die man in den Weg legt, davon bauen wir irgendwann ein schönes Stadion. Das ist lustig, aber das ist auch die Wahrheit.
Was hast denn du trotzdem richtig gemacht? Was kann man von dir lernen in den Jahren des Aufstiegs, also von der 6. in die 2. Liga so schnell? Das ist ja trotzdem ein Erfolg, also auch wenn du dann irgendwann gesagt hast, ich habe jetzt keine Lust mehr, aber Was hast du da jetzt, außer dass du auch wahrscheinlich finanzielle Mittel mitgebracht hast?
Die waren überschaubar.
Was hast du richtig gemacht in den Vereinen?
Energie gegeben und ein Team aufgebaut. Ich sage ja, ich krame nicht aus dem Fußball. Ich habe ja vom Fußball keine Ahnung. Aber ich habe die richtigen Leute gesucht, die Ahnung haben, und habe die zum Team verbunden, sage ich. Und die haben den Erfolg gehabt und ich habe denen den Rücken freigehalten. Und das ist, glaube ich, die Kunst auch bei mir. Ich kann heute noch schwer eine Druckmaschine erklären. Aber ich weiß Leute, die wissen, wie man druckt. Und ich wusste halt damals Leute, ich habe mit den Leuten gesprochen, wer hat Ahnung, wer hat Kompetenz, wer hat Sympathie, wer den Willen dazu wirklich erfolgreich haben will. Und haben wir damals ein Team aufgebaut und die haben den Erfolg gehabt. Und was ja damals, wie du es auch richtig sagst, wir sind ja jedes Jahr aufgestiegen. Dann waren wir in der 2. Liga, wir sind sofort wieder in die 3. Liga abgestiegen. Dann sind wir wieder in die 2. Liga aufgestiegen, wieder in die 3. Liga abgestiegen. Ich glaube, es gibt keinen Menschen in Deutschland, der häufiger in 10 Jahren auf- und abgestiegen ist als ich. Gibt's nicht, wahrscheinlich gibt's nicht, Punkt. Aber was habe ich daraus gelernt? Wir sind nie mit der besten Mannschaft aufgestiegen und nie mit der schlechtesten abgestiegen. Es war immer die Atmosphäre in einer Mannschaft, in einem Verein, die dich beflügelt hat, die dir geholfen hat, dass du den Erfolg hast oder den Misserfolg. Und deswegen ist für mich Atmosphäre so wahnsinnig wichtig und ist auch der Erfolg, glaube ich, unserer Firma.
Und ja, das kann ich als Tipp geben, dass es gibt so ein Buch von dir, wo du so deine sagen wir mal Sprüche oder so Statements, Lebensweisheiten von anderen Menschen, die mir immer geholfen haben. Die du aufgeschnappt hast über viele Jahre, hast du gesammelt und daraus ein Buch gemacht. Da steht zum Beispiel eine Strategie drin, Management by Walking Around. Das finde ich auch ganz passend. Das hast du da reingeschrieben, weil du auch das dann so selber lebst. Also das heißt, du gehst dann irgendwie jetzt durch die Firma oder durch den Verein, sprichst mit den Leuten, guckst ein bisschen über die Schulter, gibst einen Hinweis, stellst dich den Fragen. Und dann gehst du weiter, so ungefähr.
Nicht ungefähr, genauso. Ich habe gerade gesagt Atmosphäre. Ich kann nur Atmosphäre spüren, wenn ich vor Ort bin, wenn ich live in der Firma bin. Wenn ich zu Hause am Schreibtisch sitze und keine Ahnung am Pool, da kann ich zwar auch arbeiten, aber ich spüre die Atmosphäre nicht, die Stimmung, die Schwingungen. Und mir fehlen die ganzen Informationen. Wenn ich durch eine Produktion laufe und mit den Leuten an der Schneidemaschine rede, die geben mir Informationen. Warum machst du bei uns so heiß? Die Leute machen alle krank, weil schau mal hier bei 36 Grad will doch keiner arbeiten. Da sage ich, sag mir das doch, dann schrauben wir eine Klimaanlage rein. Aber das erfahre ich halt nicht, wenn ich am Pool sitze, ja. Und das ist für mich Management bei Walking Around. Das erwarte ich auch von meinen Mitarbeitern. Geht zu den Leuten, lasst die Bürotüren offen. Ich bin auch mal einen Tag zu Hause, wenn ich in Ruhe arbeiten will, ja. Aber nur so kann ich das Gespür für eine Firma, für eine Kultur, auch für Kunden, für Produkte bekommen.
Und das hat geholfen, auch am Ende bei dir offensichtlich, aber auch dann nachher Teil diesen Verein hochzuschieben.
Ja klar.
Warst du dann da präsent in der Zeit?
Nein, ich hatte eigentlich gar keine Position, weil eigentlich hat keine Position, aber jeder wusste, okay, ja, ich habe damals natürlich schon, was man auch ganz klar sagen muss, ich habe damals, war für mich die Voraussetzung, als mich der damalige Vorstand reingeholt hat, mich als Schlagbauer, der hat gebettelt, Mensch, schau doch mal bei uns vorbei, und habe ich mich mit ihm auf eine Flasche Rotwein getroffen, und es waren dann 2 Flaschen, ich sage mal, die teuerste Flasche meines Lebens, und ich habe es dann ganz angeschaut, und da sitzt du bei der ersten Vorstandssitzung dabei, und dann reden die eine Stunde darüber, Du, das Wasser für die erste Mannschaft, wollen wir die Literflaschen aus Plastik kaufen oder die Dreiviertelliterflaschen? Bei den Einliterflaschen ist kein Pfand drauf, die trinken sie auch nicht ganz leer. Bei den anderen ist Pfand drauf, das ist besser, die trinken sie zwar leer, aber die klauen es auch, weil da Pfand drauf ist. Okay. Und da sage ich, um Gottes Willen, da sitzen gestandene Unternehmer und jetzt reden wir, was ist der Wasserverbrauch im Monat? Mach mal 250 oder 280 €, das ist vielleicht 30 € günstiger. Hier läuft was falsch. Und dann haben sie mich gefragt, was würdest du denn ändern? Habe ich gesagt, alles. Und dann bin ich halt nach Hause gegangen und dann haben sie mir danach verraten, haben sie gesagt, also gut, jetzt haben wir 2 Möglichkeiten. Wir kaspern weiter in der 5. oder 6. Liga oder wir holen den Thorsten rein, aber dann müssen wir ihn auch machen lassen und dann wird sich auch alles ändern. Und sie haben sich dafür entschieden und dann haben wir auch wirklich alles geändert, aber im Guten.
Das müssen ja auch dann geile Jahre gewesen sein.
Das war eine der schönsten Zeiten meines Lebens, aber halt auch klare Entscheidungen. Es hat halt niemand mitgequatscht. Es war ein kleines Team und wir haben die Entscheidungen allein getroffen. Das ist oft das Problem. Ich weiß, heißes Thema, 50-plus-1-Regelung, wer quatscht alles mit? Aber meinetwegen kann auch ein Fan der Chef sein, aber er muss alleine entscheiden, weil 10 gute Männer, 10 starke Männer, wenn die in 10 verschiedene Richtungen ziehen, kann der Schwächste manchmal mit dem kleinen Finger das Ganze aus der Balance bringen. Und das ist, glaube ich, das Erfolgsgeheimnis von erfolgreichen Mittelständlern, dass es Unternehmer sind, die mutig sind, die aber auch Entscheidungen treffen, die auch auf andere hören, aber die alleine die Entscheidung treffen. Und das muss auch im Verein so sein.
Und fehlt dir der Fußball jetzt nicht? Also ich sag's jetzt zurückgezogen, der Verein ist halt auch wieder, nachdem du da weg warst, dann glaube ich wieder relativ weit runtergegangen. Aber fehlt dir das nicht?
Nein, weil man muss auch mal mit irgendwas abschließen. Und es war so eine tolle Zeit. Schau mal, wir haben damals, wir haben gegen, gegen was haben wir gespielt? Buchbach oder gegen ich weiß nicht welchen Verein, um Gottes Willen. Ich habe die Ortschaften gar nicht gekannt. Also war schön, du hast mal Bayern kennengelernt, ja, bei den ersten Auswärtsspielen. Aber dann nach ein paar Jahren kam der HSV nach Würzburg, den haben wir zu Hause gewonnen. Stuttgart haben wir geschlagen, haben wir gewonnen. Im DFB-Pokal gegen Düsseldorf hast du gewonnen. Das hat Würzburg, war unvorstellbar, das ist wie ein anderer Planet, was du da erlebt hast. Ja, du bist plötzlich in Frankreich in einem schönen Beachclub, dann zupft so ein kleiner Junge keiner an dein Trikot, und das sagst du, ja, du bist jetzt Würzburger Kicker, das wirst du nicht kennen. Dann schnaubt der Papa dich an, doch, wir sind aus Düsseldorf. Damals Paar Tage vorher im DFB-Pokal gegen Düsseldorf gewonnen. Das sind Erlebnisse, die kannst du nicht wiederholen, glaube ich. Das war einmalig.
Aber mit dem DFB bist du auch eng. Also ich meine, ich sehe dich immer bei der Nationalmannschaft, also auf den Banden und weiß, es gibt da eine enge Beziehung. Also das war, glaube ich, das erste größere Sport-Sponsoring, war gar nicht Würzburg, sondern war immer schon so DFB.
Genau, das eine war Privatinvest und jetzt kommen wir wieder zu unserem Firmeninvest, zu Flyeralarm. Da gibt es natürlich mittlerweile viel Sympathien zu den Leuten hier. Aber das Steve B. Invest ist rein, nicht weil wir da Spaß dran haben oder weil ich gerne mir so ein Fußballspiel anschaue, sondern wir haben damals das erste Sponsoring, das bestimmt jetzt 12, 13, 14 Jahre, aber das erste Spiel, da haben die mich überredet, damals noch Infront, das war gegen die Türkei in Berlin. Da hat Deutschland glaube ich 3:1 gewonnen und da war ich damals halt, ich probiere es halt einmal aus. Da haben die mich gebettelt, probier aus, es wird was bringen. Und ich habe nicht dran geglaubt, weil wenn du 10 Millionen Zuschauer hast, wir sind B2B, dann sind da vielleicht von 500.000 mögliche Kunden von dir vorm Bildschirm, aber keine 10 Millionen. Also warum soll ich für 10 Millionen zahlen, wenn ich nur 500.000 potenzielle Kunden habe? Also gut, die haben mich überredet, ich habe es getan. Und dann ist plötzlich, fing das Spiel an, Mercedes-Benz ist auf der Bande. Jetzt müssen wir erwähnen, dass heute VW Sponsor ist, aber damals war Mercedes-Benz der Sponsor. Und damals war dann auch, ja, Adidas ist immer noch Sponsor. Dann kommen solche Weltmarken, ja, auf der Bande. Und dann plötzlich Mercedes, Adidas, Flyer-Larm. Das hat natürlich keiner verstanden. Und es hat bei mir wirklich, ich weiß auch noch die Zahl, 2 Minuten gedauert, da habe ich 32 Nachrichten auf dem Handy gehabt. Spinnst du, Thomas? Was machst du auf der Bahn? Bist du geisteskrank? Habe ich gemerkt, oh, es scheint zu funktionieren. Danach kam wieder Info und, und, wie war's denn? Wollen wir da verlängern? Dann sage ich, oh, du weißt doch, es sind so viele Kunden, die ich da anspreche. Ich zahle doch 9,5 Millionen umsonst. Also wenn dann mussten wir schon einen guten Preis machen. Ja, lass mich mal verhandeln, ich mache dir einen guten Preis. Dann sage ich, na, dann denke ich mal drüber nach. Ich habe natürlich sofort unterschrieben, ist doch klar. Und jetzt haben wir, hat sich halt über Jahre eine ganz tolle Partnerschaft auch aufgebaut.
Jetzt mehr als 10 Jahre oder so, ne?
Ja, ja, 12 glaube ich. Okay, mindestens 12 Jahre ist jetzt. Sind auch Partner von der Nationalmannschaft plus natürlich auch jetzt DVO-Karl. Und für mich ist das halt, wir wollen die Nummer 1 sein als Drucker, Armaturierimarke in Deutschland, und dann muss ich auch mit der Nummer 1 zusammenarbeiten. Das ist für mich eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Also Fußball, dann DFB-Pokal, Nationalmannschaft.
Es gibt ja in Deutschland, um Gottes Willen nichts anderes schlechtreden, aber von der Frequenz, von den Zuschauern, von der Reichweite her, das DFB-Pokal-Endspiel in Berlin, das ist ja das Event in Deutschland. Und Nationalmannschaft, es gibt halt nichts über der Nationalmannschaft. Es steht nichts über dem Fußball und der Nationalmannschaft. Und somit gibt es da eigentlich gar keine Frage, ob wir die Partnerschaft weiterleben und ob wir sie genießen, ob sie sinnvoll ist. Dass der DFB mit einer Marke wie uns und einer jungen Marke auch seinen Spaß mit uns hat.
Ist denn euer Geschäft zu 60, 70% deutsch?
Wir sind, sagen wir mal, unser Hauptmarkt ist schon DACH-Region plus Italien, da sind wir am stärksten, weil es einfach die Länder sind, die am nächsten sind. Wir haben auch in Frankreich, wir sind in Spanien, wir sind in Dänemark, ja, aber ich sage, der DACH-Markt und auch Italien oder die Märkte sind so groß für uns, Dass ich sage, lass uns erstmal in diesen Märkten die Besten sein, bevor wir uns zu sehr aufsplitten.
Am Ende 60, 70% ist dann, oder höre ich jetzt raus, so ist dann der deutsche Markt. Ja, okay, das heißt, dann macht es erst recht Sinn, weil dann habt ihr zumindest da jetzt keine Streuverluste.
Also wobei wir auch zum Beispiel im Skifahren als Sponsor auftreten. Skifahren ist natürlich ganz spannend für die DACH-Region, weil Skifahren wird in Deutschland, Italien, Schweiz und Österreich geschaut. Da sind wir engagiert, das heißt, da sind wir also auch stark. Wir machen auch in Österreich, haben wir schon Sponsoring gemacht, wir machen auch In den Ländern regionales Sponsoring oder auch Online-Marketing, ganz klar, aber halt immer so ein Verhältnis, wo wir halt den Hauptfokus legen. Und DACH-Region, Italien ist momentan wichtig.
Also ich glaube, was du dringend machen solltest als Sponsoring, wären so Business-Podcasts.
Ah, ich glaube, die sind ganz schlecht. Muss man mal einen Preis sehen.
Was? Habe ich einfach Lust drauf.
Muss man mal probieren. Ich meine, das war natürlich ein Anfang, aber dann bekommen Exklusivrechte, dass unsere Marktteilnehmer das uns nicht nachmachen.
Ja, genau. Also weil ich das so höre, ich habe gerade überlegt, was können wir noch mal? Dann ist mir irgendwann eingefallen, erstaunlicherweise, also für B2B sind wir jetzt nicht so schlecht. Okay, also wir, wir setzen dieses Gespräch nach dem Podcast hier fort.
Also wir haben, du hast die Idee und wir machen die Umsetzung und dann müssen wir darüber unbedingt reden, dass wir in unserer Branche Exklusivität bekommen.
Okay, okay, okay. Also das heißt irgendwie so Fernsehwerbung und sowas macht ihr gar nicht, ne? Das macht ist zu viel Strafe, oder?
Wir haben es mal ein bisschen gemacht, ja, ist fürs Image mit Sicherheit auch gut. Wo wir z.B. auch viel investieren, ist Out-of-Home. Also wir streuen dann schon sehr, ja. Also alles andere, DFB ist natürlich unser Hauptfokus, ist ganz klar, weil wir sagen, das ist Number One, das ist für uns gesetzt. Und dann probieren wir Radiowerbung, es war auch schon sehr erfolgreich, aber das machen wir dann saisonal, branchenabhängig, je nachdem, wo wir gerade glauben, dass es—
ich weiß gerade, am Wochenende in Wimbledon, habe da gelernt, von da gibt's auch einen großen Sportvermarkter IMG, die quasi ganzes Tennis da kontrollieren. Und dann dachte ich mir so, wo du es gerade sagst, irgendwie so Ärmel ist vergleichsweise günstig, war mir aufgefallen. Also wenn du so auch bei Zverev, weiß ich nicht genau den Preis oder so, aber wenn du da auf den Ärmel gehst, dann bist du auch irgendwie im Wimbledon auf einmal, da kommen Sponsoren, dann Flyeralarm bei so einem Topspiel auf dem Ärmel, könnte ich mir auch vorstellen.
Ich kenne den Preis jetzt nicht, aber ich glaube, dann bekomme ich Ärger mit meinem Finanzchef.
Zu teuer?
Nein, nicht weil es zu teuer ist, weil unsere Budgets natürlich erschöpft sind. Oder natürlich verplant sind, ausgeplant sind. Und Ideen, glaube ich, gibt es viele gute. Wir hatten zum Beispiel schon das Naming-Right von der Ruder-Bundesliga. Das war eine tolle Geschichte. Und Ruder-Bundesliga, sie ist paar Jahre lang Flym Ruder-Bundesliga. Wir haben auch schon in Dortmund, waren wir Partner, wir sind bei Bayern Basketball, bei Bayern Fußball. Wir haben also viele, viele Sachen schon probiert, also nicht nur im Sportsponsoring, sondern auch andere Bereiche, oder im Fußball auch andere Sportarten. Aber du kannst nicht alles machen, du musst dich natürlich irgendwo auch mal bisschen fokussieren. Und deswegen sagen wir halt, jeder weiß, das DFB, wie soll ich sagen, ist nicht günstig, aber es ist wert, ja. Und das kostet uns von unserem Umsatz her, ist es viel Budget für uns, was unser DFB kostet. Und dementsprechend kannst du nicht überall investieren. Also wir müssen leider, leider, leider viel absagen. Ich würde viel mehr gerne noch andere Sachen unterstützen und fördern, ja, aber wir brauchen auch die Budgets oder die Einnahmen, die wir haben, um zu investieren in Maschinen, oder ich habe gesagt, in viele Druckereien, da suchen wir eigentlich, dafür brauchen wir Budgets, dass wir die Druckereien, denen es gerade schlecht geht, dass wir die in unsere Familie vielleicht holen, ja, und das ist ein spannendes Invest und das ist auch ein nachhaltiges Invest.
Also ich meine, ich weiß auch, das ist jetzt keine Frage, die du jetzt liebst, aber wenn man trotzdem so drüber nachdenkt, was so Druckereien, die du jetzt einkaufst, wert sind, ist natürlich immer eine Frage des Ergebnisses. Wenn sie kein Ergebnis mehr machen können, dann sind sie nicht mehr so viel wert, dann kann man sie wahrscheinlich relativ günstig kaufen. Ich meine, dann zahlen wir wahrscheinlich eher den Preis der Maschinen oder so, stell ich mir so vor. Bei euch ist es nicht so, ihr werdet ein Ergebnis machen. Und dann habe ich geguckt, so Simpress, börsennotiert, das sind die, traden schon auch mit einem gewissen Multiple. Also man darf schon davon ausgehen, dass deine Firma auch jetzt, sagen wir mal, vielleicht noch nicht eine Milliarde, aber so eine halbe Milliarde könnte sie wert sein.
Nee, sie ist viel mehr wert, sie ist unbezahlbar. Ich glaube, sie ist auch nur so viel wert durch meine Mitarbeiter, durch mich, durch Motivation. Ja, wenn morgen ein Investor das Ganze übernimmt, glaube ich, werden auch viele Kunden enttäuscht, es werden viele Mitarbeiter enttäuscht, da wird nur die Hälfte wert. Also was ist es wert? Und auch die Gewinne, schau, ich sage immer, ich weiß nicht, der Spruch steht glaube ich nicht in meinem schlauen Buch, oder vielleicht muss ich nachschauen, ja, aber die Gewinne sind für uns ja überlebensnotwendig, ja, ist wie die Luft zum Atmen ein bisschen. Ja, so sind Unternehmensgewinne für mich. Und es ist wie als Mensch, ja, du wirst ja geboren, du brauchst die Luft zum Leben, aber du lebst nicht, um zu atmen, ja.
Und das Leben ist anders. Den Spruch habe ich in deinem Buch schon gesehen.
Ja, sehr gut, ja. Ja, und aber dann, aber das ist jetzt kein Spruch, sondern das ist für mich eine Lebensweisheit. Wir brauchen die Unternehmensgewinne, sonst können wir nicht investieren, wir können nicht die Leute gut bezahlen, ja, wir können nicht in neue Maschinen investieren. Wir brauchen diese Gewinne. Aber die werden nachhaltig und sinnvoll investiert. Und ja, dementsprechend, was ist die Firma wert? Ich habe keine Ahnung und mich interessiert es auch wirklich nicht.
Bekannter Partner bei uns, eGym Wellpass. In ganz vielen Gesprächen hier im OMR Podcast bekomme ich das Gefühl, dass sich sehr viele Firmen Gedanken machen, wie sie gute Leute finden. Aber was ja genauso wichtig ist, wie hält man die guten Leute eigentlich? Und da spielt mittlerweile Gesundheit eine wirklich große, große Rolle. Ich habe eine Zahl gesehen, die hängen geblieben ist, und zwar 88% der Angestellten sorgen sich, dass ihre aktuellen Arbeitsbedingungen langfristig ihre Gesundheit beeinflussen. Viele Firmen kommen dann mit einem One-Fits-All-Fitnessangebot um die Ecke. Aber das reicht natürlich nicht, um alle Angestellten sinnvoll anzusprechen. Denn die Bedürfnisse sind häufig sehr, sehr unterschiedlich. Die einen gehen lieber ins Gym, die anderen wollen Yoga machen, andere wollen lieber schwimmen, klettern oder einfach einen Ausgleich zum Arbeitsalltag haben. Und genau hier kommt unser Partner Wellpass ins Spiel. Das Firmenfitnessangebot von eGym ermöglicht den Zugang zu verschiedensten Bewegungsformen, egal ob Paddel, Yoga, Massagen oder, oder, oder. Das zeigt mir auch gleichzeitig schon, dass betriebliches Gesundheitsmanagement dann am besten funktioniert, wenn es strategisch gedacht wird und nicht einfach mit dem Gießkannenprinzip. Wie so ein moderner BGM-Ansatz, also betrieblicher Gesundheitsmanagement-Ansatz, aussehen könnte und wie Unternehmen dabei sinnvoll Wellpass integrieren könnten, damit es wirklich Wirkung erzeugt, das zeigt das neue Paper BGM Matchplan 2026. Und genau das kann man kostenlos, ihr habt es schon geahnt, runterladen. Den Link dazu gibt es bei uns im Linktree in den Shownotes. Eigentlich im B2B oder generell in allen Geschäften macht es ja Sinn, so ein bisschen in Kundenwerten zu denken. Also wenn du jetzt Druckereien kaufst, ich habe das gerade überlegt, dann kaufst du natürlich die Maschinen, und wenn die keine Ergebnisse mehr machen, dann kaufst natürlich keinen Cashflow, weil den gibt es nicht mehr, aber du kaufst ja auch die Kundenbeziehung. Und sind nicht so Kundenbeziehungen in eurer Branche, auch wenn wir über das Bandensponsoring beim DFB zum Beispiel reden, das, was man eigentlich kauft? Und das ist bei euch dann schon mal ein sehr hoher Wert. Also wenn du einen Kunden hast, der dann über Jahre bei euch drucken lässt, dann ist er bei euch in dem Game Kundenwert, wie so in so vielen B2B-Games, schon extrem hoch.
Ja und nein. Die Wahrheit ist, glaube ich, leider traurig und schlimmer. Wenn wir heute eine Druckerei übernehmen, oder uns beteiligen, machen die ja meistens Verluste. Also das heißt, der Kunde, der zwar da ist, ist ein toller Kunde, aber es sind zu wenige. Das heißt, ich übernehme Verluste, ich muss erstmal die Drogerie wieder so aussteuern, um es erstmal auf eine schwarze Null zu bekommen. So, und dementsprechend, klar, brauchen wir den Kunden, aber der einzelne Kunde ist es ja nicht wert, sondern ich bräuchte die Summe an Kunden. Ja, so, deswegen ist es momentan, in Drogerien zu investieren, theoretisch geisteskrank. Okay, aber ja, bisschen verrückt muss man sein. Aber ich glaube halt an das Langfristige. Ja, der Kunde, den wir dann auch behalten, der wird dann automatisch ein Kunde bei Flyeralarm und kann auch Produkte bestellen bei uns, die diese aktuelle Druckerei noch gar nicht liefern kann.
Man kann den Kunden ausdehnen und so, dass den Kunden, wenn er kauft, Kunden werden.
Und davon profitieren wir natürlich dann aber halt erst mittelfristig, langfristig, nie kurzfristig. Ich muss es dem Kunden ja auch erklären.
Aber du denkst jetzt nicht so komplett analytisch in Kundenwert und sagst, okay, bei der Bande können wir es ja auch machen, wenn du da jetzt irgendwie bei so einem, bei so einem Fußballspiel durchrechnest, was dir so ein Abend kostet, irgendwie so, weil so und so viel Länderspielen im Jahr wo du dabei bist, dann weißt du ja, wenn da jetzt 10 Firmen anrufen, dann weißt du ja genau, was so ein Kunde dann normalerweise im Durchschnitt bei dir drucken lässt, was deine Marge ist. Du kannst es ja eigentlich relativ gut durchrechnen.
Na leider, bei uns ist es Punkt 1 sehr schwierig, weil der Kunde, der heute die Werbung liest, der braucht ja morgen keine Visitenkarte. Der ruft vielleicht in 4 Wochen an, bestellt eine Visitenkarte, ist wieder beim Thema Visitenkarte, oder Magazin oder ein Katalog, weil er unsere Werbung vor 4 Wochen gesehen hat. Es ist sehr, sehr schwer messbar, aber ich habe eine Messbarkeit, und das habe ich auch seit Jahren so gemacht. Wir machen ja schon seit vielen Jahren verschiedenste Sponsorings, und wenn ich halt im Jahr, keine Ahnung, abends an der Bar 50 Mal angesprochen werde, und 46 Leute sprechen mich auf DFB an und 2 Leute auf Out-of-Home und einer auf das Sponsoring von irgendeinem anderen Verein und dann auf den Verein noch, und dann weiß ich ganz genau, welches das beste Sponsoring ist. Und das ist mein Feedback. Also ein bisschen anekdotischer. Aber exakt so, und das war jetzt also wirklich kein Spaß, sondern so werden wir unser Sponsoring auswählen.
Und wie aktiv bist du so? Bist du jeden Tag in der Firma?
Ich bin jeden Tag online, aber nicht, weil ich jetzt— wenn ich nicht in der Firma bin, dann habe ich halt Termine auswärts, ja, versuche auch, wenn ich im Urlaub bin, auch da bin ich eigentlich ständig online. Ich sage, mein Hobby ist Business, ich kann gar nicht ohne. Ich versuche vor Ort zu sein, weil ich auch Vorbildfunktion habe, dass ich sage, ich will, dass die Leute— Management by walking around— dass die Leute vor Ort sind, dass man sich versteht, dass man sich unterhält, dass man sich gegenseitig motiviert. Also versuche ich natürlich auch, so viel wie möglich in der Firma vor Ort zu sein.
Ja, aber du hast mittlerweile auch eine Geschäftsführung und so, das, also das läuft jetzt auch wahrscheinlich.
Ich habe ein außergewöhnlich tolles C-Level um mich herum, wo wir uns aufgeteilt haben. Sind 5 Leute und im Prinzip sind alle Abteilungen auf die Geschäftsführung aufgeteilt und ich leite eigentlich nur die C-Levels.
Und jetzt sagen wir mal, bist du ja schon einer der, ich jetzt habe ja gerade so ein paar Zahlen mal in den Raum gestellt, ob es jetzt stimmt oder nicht, aber gibt ja auch so Ranglisten und all sowas, wo du auch geführt wirst. Einer der erfolgreichsten Unternehmer der letzten Jahrzehnte, zumindest hier in Deutschland, und hast jetzt keine Investoren, die dich da irgendwie gecoacht haben oder mit denen du regelmäßig dich austauschst. Wer hilft dir dabei? Wer hat dich da, also hast du irgendwie Mentoren von außerhalb oder deine Eltern? Oder ich meine, du hast ja von null auf angefangen, jetzt bist du da. Also gibt es irgendwen, der dich dabei unterstützt, oder machst du das alles mit dir selber aus?
Ich habe sehr, sehr viel Bücher gelesen. Am meisten habe ich aus den Büchern gelesen, dass ich gelesen habe, wie ich es nicht machen will. Okay, das hat mir eigentlich am meisten geholfen. Und dann schaue ich halt ganz, ganz gezielt andere Firmen an. Ich beobachte andere Menschen, andere Unternehmenslenker. Wie führen die Firmen Mitgespräche? Aber oft sind es ja die einfachen Dinge, ja, dass ich sage, wir reden mal z.B. davon, ich will eine außergewöhnliche Customer Journey meinen Kunden anbieten. Für mich ist doch eine außergewöhnliche Customer Journey, ich glaube, da stimmst du mir zu, wenn ich irgendwo anrufe, will ich doch, dass nach dreimal Klingeln spätestens ein kompetenter, freundlicher Mitarbeiter ans Telefon geht, der mir bei meiner Frage eine Lösung anbieten kann. So, was muss ich da studieren? Das weiß doch jedes Kind, dass ich, wenn ich wo anrufe, irgendjemand erreichen will, der mir eine Antwort gibt. Und das ist für mich Management. Und das sind die einfachen Dinge, einfach mal richtig zu machen.
Also es gibt jetzt nicht so Leute, die irgendwie der Bankdirektor, der da irgendwie über Jahre Tipps gibt und schon ein paar Jahre älter ist oder sowas. Nee, das machst du alles selber.
Ja, meistens habe ich das Gegenteil von den Tipps, die ich bekommen habe, gemacht. Und dann ist okay. Ja, aber nein, es gibt nicht diesen einen Mentor, aber es gibt viele Freunde auch. Ich habe so tolle in meinem Umfeld, ja. Wenn du sagst, ich bin erfolgreicher Unternehmer, ich bin einer der erfolgreichsten im Sinne von glücklichsten Unternehmer, weil ich so tolle Mitarbeiter habe, weil ich so gerne in die Firma reingehe, weil ich so tolle Lieferanten und Partner habe, mit denen ich mich treffe auf Sympathie. So viel Gespräche, Und da lernst du so viel, du lernst aus den Gesprächen, schau dir die Welt an. Wer die Welt verstehen will, muss sie lesen.
Welche, gibt's denn so 2, 3 Bücher oder Personen, wo du sagst, Mensch, das kann man auch anderen Leuten empfehlen, die jetzt hier vielleicht zuhören und ein bisschen am Anfang ihrer Journey sind, wo du sagst, das hat dir was gegeben? Lebensläufe, wo du geguckt hast, oder Firmen, auf die du schaust?
Lebensläufe, auch da wieder, du kannst nichts kopieren, du kannst immer nur aus den Lebensläufen von einzelnen Menschen dir was rauspicken, wo du sagst, so will ich es machen. Und so will ich es nicht machen, ansonsten bist du irgendwann eine Kopie von jemandem.
Ja, aber jemand, wo du sagst, da habe ich mir ein bisschen was geklaut?
Er ist politisch sehr, sehr, sehr schwierige Person, aber ich habe die erste Biografie von Elon Musk gelesen und es hat mich daran, seine Anfangszeit daran erinnert, dass er im Büro geschlafen hat, also 24 Stunden in der Firma war. Und das waren wir auch, die Energie, die er reingebracht hat. Es kommt ein Erfolg, kommt selten durch Zufall, durch Glück, einmal vielleicht, ja, wenn du mal kurzen Moment hast. Und so war das am Anfang bei uns auch. Ich habe im Büro geschlafen, noch auf dem Steinboden. Da war man dann so hart. Das erste Invest war dann, kennst du diese Sonnenliegestühle von den Baumärkten für 15 € mit dem blau-weißen Stoff? Das war das erste Invest, damit ich dann nachts, wenn ich im Büro schlafe, ein bisschen weicher schlafen kann.
Wirklich?
Das war unser, ja, das hat damals 15 € gekostet, das Teil.
War das noch zur Zeit vom Stadtmagazin oder war das schon zu spät?
Das war dann Stadtmagazin vorbei. Das war dann die Startzeit vom Flyeralarm. Damals Dominik Schön, mein Partner damals, der also mit am Anfang bei der Gründung vom Flyeralarm dabei war, Wir zwei waren dann abends auf dem Boden gelegen und haben uns dann zwei solche Liegestühle gekauft, dass man halt dann ein bisschen gemütlicher schlafen. Dann kam früh um 6, halb 7 die Sekretärin mit zwei Kaffee und dann ging es weiter. Ja, und das war ja ähnlich Elon Musk. Ja, und das sind so Erlebnisse, wo ich sage, ja, das ist die Energie, diese Power, die du einfach reingeben musst, wenn du Erfolg willst.
Okay, okay, krass, krass. Und du glaubst aber auch so, ich meine, so stark an die Firma, dass du alle auch verschiedene Partner über die Jahre wenn es möglich war, immer wieder auch selber Anteile zugekauft hast. Also du hast ja diese zwischenzeitlich auch mal nicht 100% gehalten, habe ich gelernt, aber du hast dann immer dein Glaube an die eigene Firma so stark, dass du okay, ich statt man sagt ja auch, ich habe öfters Anteile verschenkt. Okay.
Das mache ich heute noch, dass ich, wenn wir neue Units gründen, neue Business Units oder neue Firmen gründen, also in dem Umfeld von Flylab sind in der Regel immer Freunde oder Wegbegleiter oder Leute, die sich besonders engagieren. Automatisch mitbeteiligt und bekommen die Anteile geschenkt.
Und dann kaufst du jemand raus, dann kaufst du jemand zurück.
Bei Flammen war das zweimal der Fall, dass ich zurückgekauft habe, ja. Und in dem Fall ist immer, ich kaufe es nicht zurück, weil ich zurückkaufen will, sondern vielleicht will derjenige nicht mehr für die Firma arbeiten, und dann muss man eine Lösung finden. Aber mir macht es momentan sehr viel Spaß, Menschen vielleicht das, was ich nie hatte, Tipps zu geben, Menschen zu helfen, auf dem Weg zu begleiten, ihre Träume zu erfüllen, dass sie sich vielleicht mal ein eigenes Haus bauen können, sich ein schönes Auto leisten können, mit ihrer Familie in Urlaub fahren können. Und so sind bei mir in meiner Firma bestimmt 30 Leute, vielleicht auch mehr, ich weiß nicht, ich habe es nicht gezählt, an irgendwelchen Firmen von mir beteiligt, damit es denen gut geht, damit die Spaß haben, damit die Erfolg haben. Damit es macht oft, manchmal schenken macht mehr Spaß als beschenkt zu werden.
Aber bei der Hauptfirma nicht, sondern nur dann bei den verschiedenen.
So gemacht, dass die, der Haupt, also die Hauptfirma soll in meiner Hand bleiben, auch in die Stiftung gegeben werden, aber an allen anderen Firmen bin ich komplett offen.
Und wie viele Firmen sind das dann so in Summe?
Mehrere Dutzend. Liegt aber auch daran, hört sich jetzt vielleicht so groß an, dass wir genau gezielt auch bei neuen Business Units, die wir starten, oft auch eine eigene Firma gründen aus Sicherheitsgründen und eben auch da die Möglichkeit zu schaffen, Leute dran zu beteiligen, dass sie sich auch ein bisschen als Unternehmer fühlen.
Hat dir denn eine Bank sehr geholfen? Ich meine, das ganze Geschäft, was du betreibst, ist ja auch irgendwie, sagen wir mal, ein cashbedürftiges Geschäft, ist ja kein Asset.
Nein, wir haben versucht man, wir haben mittlerweile manche Druckmaschinen, sind geleast, ja, aber immer sehr, man am Anfang alles bar bezahlt. Und auch heute noch, wir haben eine Eigenkapitalquote von über 80%, wir arbeiten gut mit den Banken zusammen, aber du darfst nie in eine Abhängigkeit von einer Bank kommen, ne. Zum Beispiel bei Druckmaschinen machen wir halt Folgendes, dass wir eine alte Druckmaschine in Anzahlung geben, die ist ja abbezahlt, dann ist es vielleicht noch ein Restwert von 25%, dann tun wir 25% von der neuen Druckmaschine selber zahlen, und 50% über eine Bank finanzieren. Aber die finanzieren wir wieder so kurzfristig, zum Beispiel über 5 Jahre, dass nach 5 Jahren die Maschine zu 100% abbezahlt ist, aber immer noch einen Restwert von vielleicht 40% hat oder 30%, und die geben wir dann wiederum in Zahlung für eine neue. Ja, aber so bist du quasi nie in einer gewissen Abhängigkeit. Und Banken machen ihr Geschäft gut, und mit denen kann man auch zusammenarbeiten. Wichtig ist, es geht aber nicht nur gegenüber Banken, es geht, glaube ich, gegenüber allen Geschäftspartnern, dass man nie in eine Abhängigkeit gerät. Das ist glaube ich wichtig.
Deine Kundenbasis scheint ja extrem diversifiziert zu sein. Also wüsstest du überhaupt, wer dein größter Kunde ist?
Nein, weiß ich nicht. Wobei, ich darf es wahrscheinlich nicht verraten, aber ich doch, ich bin mir ziemlich sicher, es ist eine Firma und ein Kunde, den du vor kurzem in deinem Podcast hattest und von dem du auch sehr begeistert warst.
Wirklich?
Und er ist schon sehr lange am Markt und ist eines der erfolgreichsten Unternehmen Deutschlands, und er ist auch schon ein bisschen im gesetzteren Alter. Und wir ziehen alle unseren Hut vor ihm.
Herr Würth, Herr Würth, Herr Würth.
Das habe ich nicht gesagt, aber er ist ein sehr erfolgreicher Unternehmer, wo man seinen Hut vor ihm ziehen muss, auf alle Fälle.
Okay, das ist ein solider Kunde, da muss man sich keine Sorgen machen.
Da muss man sich keine Sorgen machen. Ja, und das Gute ist ja, dass bei uns auch das wieder Unabhängigkeit— wir sind ja für alle Branchen, jede Branche kann es bei uns drucken. Wir sind also von dem Produktsortiment sehr breit aufgestellt und von den Branchen her breit aufgestellt. Von daher gesehen, wenn es der einen Branche mal schlechter geht, geht es der anderen besser. Wenn das eine Produkt gut läuft, läuft das andere schlechter. Also dadurch sind wir, sagen wir mal, sehr unabhängig auch von Assetkunden.
Aber alle Berater von außen, die jetzt auf dein Geschäft draufgucken, würden da wahrscheinlich sagen, mach das doch lieber Asset Light. Also dieses Asset Light, man besitzt keine Assets, sondern man greift dann darauf zu, ist für das Business eigentlich noch weniger Risiko. Und Flixbus besitzt die Busse nicht mehr und Airbnb besitzt nicht mehr die einzelnen Wohnungen, aber die bringen sozusagen die Plattform. Da sagst du aber, das ist dein Weg nicht, du hast Bock auf die Assets.
Ja, das ist ja ein, wie soll ich sagen, ein Asset, was kein anderer besitzt. Ja, wenn morgen einer eine Onlineplattform macht mit, mach mal Beispiel Airbnb, und die machen jetzt ein bisschen schlauer, dann ist Airbnb weg. Ja, und ich glaube, dass solche Firmen meistens nur eine kurze Haltbarkeit haben, wenn man so rein ohne Assets arbeitet. Und was ist bei uns der Fall? In der Corona-Zeit haben mich dann viele nicht ausgelacht, aber gesagt, oh, jetzt wird es aber kritisch, weil unsere Mitbewerber, die keine eigene Produktion haben, die haben halt bei den Produktionen angerufen und gesagt, du, sorry, ist Corona, ich habe für 60% weniger Aufträge. Tut mir leid, aber Pech gehabt. Ich hatte halt dann meine Mitarbeiter, meine 2000 da, denen ich erklären musste, wir haben morgen 60% weniger Aufträge. Für uns war das nicht so cool, aber ich habe denen von Anfang an gesagt, es wird keiner wegen Corona entlassen. Wir haben auch keinen für Corona entlassen. Wir haben dann in Corona investiert, weil dann waren plötzlich die Preise auch für Maschinen teilweise günstig, überraschenderweise. Ja, und dann war Corona vorbei und viele Schuhreihen haben es halt leider nicht überlebt. Und mittlerweile produzieren wir für alle unsere Mitbewerber. Es gibt keinen unserer Mitbewerber, die uns nicht alle vielleicht mögen, die produzieren bei uns. Der eine sogar heimlich.
Okay, aber dennoch ist es sozusagen so, ich verstehe das schon, dass du sagst, irgendwie es macht unternehmerisch mehr Spaß und so, aber nee, es macht eben keinen Spaß, weil du investieren musst in Menschen und in Maschinen. Warum tust du das? Also weil du dich verantwortlich fühlst?
Nein, weil es nachhaltig ist, weil es sinnvoll ist, weil keiner mehr in Maschinen investieren will, weil keiner mehr in Mitarbeiter mehr investieren will, weil es scheiße ist, weil es Geld kostet, weil es Kraft kostet, weil es Energie kostet.
Am Ende ist es für dich eine Markteintrittsbarriere gegenüber anderen. Die das dann nicht machen, dann machst du das.
Ja, genau, weil irgendwann wird keiner mehr das machen wollen, oder es gibt ja kaum noch einer, der die Drecksarbeit machen will. Ja, aber irgendwann einer muss es ja produzieren. Ein Onlineshop ist schnell programmiert, aber irgendeiner muss es auf Dauer produzieren.
Am Ende ist das dann sozusagen das berühmte Moat, also dieses, ne, dieses wird unique, das wird eine Einzigartigkeit, das wird für uns, ist für mich überlebensfähig.
Ich denke halt nicht in Einjahresschritten, ich denke halt in 50-Jahres-, in 100-Jahresschritten. Und wenn wir halt irgendwann diejenigen sind, die produzieren und sonst produziert keiner, dann sind wir halt, ja, glaube ich, der Gewinner. Wir sind jetzt schon nicht der Verlierer, aber dann sind wir—
Kommt dann noch mal irgendwann Markteintritt in USA oder sowas?
Den planen wir schon lange.
Okay.
Haben auch schon 5-mal gestoppt oder noch öfters. Nur wenn ich in USA investieren müsste, müsste ich Managementkapazitäten und Budgets nach USA verlagern und der europäische Markt ist noch für uns so spannend, so groß, Dass ich sage, Schritt für Schritt langsam gehen, in Baby Steps.
Du bist jetzt 50 geworden, also die nächsten 20 Jahre machst du es noch? 30?
Ja, das wäre mein Todestag, wenn du sagst, also mein letzter Arbeitstag ist mein Todestag.
Ja, also du hast auch nicht vor, jetzt irgendwie mal irgendwann Urlaub oder Urlaub für immer, kauft sich mal ein Haus auf Mallorca, ist dann da ein halbes Jahr oder so was?
Was mache ich denn da? Neues Business? Mir würde ja langweilig werden. Ich werde jetzt hier vielleicht stundenmäßig weniger arbeiten oder momentan, ich bin eigentlich sehr strategisch involviert in das ganze Thema bei meiner Firma, aber ich kann mir jetzt ein Leben ohne die Firma nicht vorstellen, also generell ohne Business. Wir haben jetzt vor, vielleicht noch ein Satz, vor über 2 Jahren haben wir jetzt gefeiert, eine Kids Foundation gegründet, hatte ich früher schon mal. Also da versuche ich immer mehr Zeit zu investieren, als auch nicht nur den Mitarbeitern und den Familien was zu geben, ja, sondern auch den Schwächsten der Gesellschaft sind einfach nun mal die Kinder. Ja, also da gebe ich monatlich sehr viel Energie, sehr viel Zeit in das ganze Projekt, um da was aufzubauen. Und das macht zum Beispiel Spaß, weil da bekommst du was zurück.
Was ja auch viele Unternehmer so gerade machen, die jetzt so langfristig denken über sich selber, so Longevity und so ein bisschen so Fitness hat ja so einen Boom, alle gehen irgendwie laufen, solche ganzen Sachen. Bist du da auch irgendwie in dem Game drin, dass du sagst, ich nehme jetzt erstmal jeden Morgen ein paar Nahrungsergänzungsmittel oder Ähnliches?
Nein, gar nichts. Ich glaube, ich liebe gesundes Essen oder ich liebe gutes Essen. Gutes Essen ist oft auch mal gesundes Essen. Ich trinke sehr gern Wein, ja, also ich bin Genussmensch, ja. Und Genussmensch heißt aber auch genießen, dass man auch ein bisschen auf die Gesundheit achtet, ganz klar.
Aber du machst nicht jetzt regelmäßig, weiß ich nicht, irgendwelche Sportübungen oder irgendwelche—
in diesem Jahr überhaupt nichts. Ich müsste wieder langsam mal mit dem Schwimmen anfangen. Ich bin früher viel geschwommen, das hat mich der Thomas Lutz mal dazu gebracht.
Der Freiwasserschwimmweltmeister.
12-facher Weltmeister und auch Olympia, da hat er glaube ich nur Silbermedaille gewonnen, aber außerordentliche Persönlichkeit. Das macht Spaß, ist auch gesund für den Körper, man kommt auch zur Ruhe, man kann dabei nicht reden oder kann auch nicht vollgetextet werden. Man kann schlecht verlieren, ja, beim Tennis verlierst du halt, das ist dann manchmal ärgerlich, ja, und so schwimmst du eigentlich für dich alleine und das ist für mich ein Ausgleich, den ich noch teilweise betreibe, aber momentan zu selten.
Okay, also aber ansonsten klingt es nach einem sehr normalen Du lebst auch in Würzburg, ne?
Also jetzt, ich liebe Würzburg, ist eine schöne kleine Stadt. Man könnte sagen, manchmal auch langweilig. Das Langweilige ist aber auch das Positive, weil man kommt zur Ruhe. Es gibt da teilweise nichts Schöneres vom gestressten Alltag als Langeweile. Ja, es hat mir geholfen, die Firma aufzubauen, es hat mich auch beschützt. Ich glaube, wenn ich den Erfolg, den ich hatte, vielleicht in Berlin, in New York gehabt hätte, wäre ich vielleicht heute nicht mehr so gesund da sitzen.
Okay.
Aber deswegen ist es so, man muss immer das Positive aus allem ziehen, und das hat mich Würzburg beschützt. Ich habe meine Freunde, meine Familie, alles ist da, das ist toll. Ich reise zum Glück viel, also ich liebe Kulturen, ich liebe die Welt, es gibt nichts Schöneres, als die Welt zu bereisen, und die Firma gibt mir die Möglichkeiten, dass ich das tun kann, und somit ist für mich eigentlich beide Welten perfekt erfüllt.
Vielen, vielen Dank, also großen Respekt natürlich, Glückwunsch zu der Unternehmerkarriere, zu den zu der Company. Ich drücke dir die Daumen für die nächsten Jahre. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ja, wird man ja noch viele Jahre dann sehen können. Es scheint ja noch weit weg zu sein von irgendeinem Exit oder so. Du willst ja wahrscheinlich gar nicht geben. Insofern kann man das ja jetzt die nächsten Jahre entspannt beobachten.
Haben wir vielleicht wieder mal die Chance.
Ja, genau, eines Tages dann vielleicht.
Part 2.
Ja, genau, Part 2. Vielen, vielen Dank.
Danke dir.
Alles klar, ciao, ciao. So, wem diese Folge gefallen hat, 2 Hinweise. Als Erstes, vor einiger Zeit schon Christoph Behn Gründer der Kartenmacherei. Was ganz anderes am Ende als Flyeralarm, aber natürlich so ein ähnliches Segment zumindest. Könnte ganz spannend sein. Und als Zweites, ebenfalls aus dem Segment der Print-on-Demand-Anbieter, ist der René Ruhland von myposter. Beides ebenfalls faszinierende Geschichten. Nicht ganz so groß wie Flyeralarm, aber trotzdem wirklich spektakulär. Einfach googeln nach René Ruhland oder myposter und OMR oder Kartenmacherei. Und OMR, und dann werdet ihr die Podcasts ausgespuckt bekommen. Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt's jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und -strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes. Dieser Podcast wird produziert von Podstars by OMR.
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