Ben Unterkofler, Gründer des Impact-Startups Share (#726)
25 Aug 2024 · 54 min
In this OMR Podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Ben Unterkofler, the former child‑actor turned entrepreneur who co‑founded the impact‑focused consumer brand Share. The conversation walks through Share’s origin story, its for‑profit purpose model that allocates a fixed percentage of every sale to carefully vetted NGOs, and the product portfolio that spans snack bars, bottled water and licensed collaborations with retailers and service providers. Unterkofler details the company’s growth trajectory – revenues in the tens of millions, over €10 million donated to social causes, and the path toward profitability – while also discussing fundraising rounds, key investors, and the strategic choices behind distribution and marketing. The interview addresses external criticism around green‑washing, explaining how Share ensures transparency and impact verification. They explore future expansion plans, including new product categories and potential B2B services. Towards the end, Unterkofler reflects on his personal entrepreneurial journey, speculates about possible next ventures, and shares candid thoughts on politics, comparing party dynamics to corporate management and expressing skepticism about entering formal politics. The episode concludes with sponsor messages and a brief promotion of OMR Education’s AI‑Intensivkurs.
Chapters
Ben Unterkofler war zunächst in seinem Leben Schauspieler und meine Kolleginnen hier im Büro wussten, dass er bei Freche Mädchen mit dabei war. Stimmt auch. Mittlerweile ist er Unternehmer geworden. Warum dieser Wechsel, hat er mir erklärt. Auch was er jetzt macht natürlich. Die Firma heißt Share, ist ein Impact-Startup, mittlerweile recht groß geworden. Ich war kürzlich am Bahnhof und habe mir Wasser gekauft von der Marke Share. Von Share gibt es nämlich verschiedenste Produkte, eben auch Wasser, aber vieles Weitere. Und das Prinzip ist einfach: Ein Teil des Kaufpreises wird immer sofort gespendet. Warum es so lange braucht, auf so eine simple Idee zu kommen, was diese Idee wert ist, wie groß die Firma ist, wem sie gehört und so weiter. All die üblichen Fragen. Ihr kennt den Dreh. Dieses Mal mit Ben Unterkofler von Share. Und übrigens, wer regelmäßig jeden Freitag noch weitere Inhalte konsumieren möchte, die mir im Laufe einer Woche geschickt wurden, die ich selber wahrgenommen habe, die mir gut gefallen haben, sei es nun Artikel oder Podcasts oder Videos oder Dokumentationen oder, oder. Ich schicke jeden Freitag einen kostenlosen WhatsApp-Nüsse darum und da kann sich jeder dafür anmelden. Link ist in den Shownotes oder bei mir auch auf Instagram zu finden. Das Ganze wird umgesetzt mit Hilfe der Softwarefirma Charles. Die sind die Experten für WhatsApp-Newsletter.
Let's go, go, go! Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt's im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram. Und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertung natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Hi Ben!
Hi, freut mich!
Du hast viele Jahre schon als Kind und dann Jugendlicher und später als Erwachsener Als Schauspieler erstmal gearbeitet?
Ja, genau. Also ich habe mit 13 angefangen im Theater und dann bin ich mit 15, hatte ich meinen ersten Film gemacht und dann habe ich meine Agentin damals, bzw. hat mich entdeckt und dann ging das so aufwärts.
Im Schultheater?
Nee, richtiges Jugendtheater. Es gibt ja diese Theater, also das war bei mir das Junge Theater in Bonn, Beuel, wo du Theater vor Schulklassen etc. machst, aber schon professionell.
Und hat sie gesagt, Mensch, der Junge ist Du bist irgendwie ein besonders guter Schauspieler und dann auf einmal durftest du da bei den großen Produktionen mitspielen.
Richtig, genau. Also es war Maria Schwarz. Es war damals so, die hat auch irgendwie Dany Brühl und so entdeckt. Also sie gilt so ein bisschen in der Szene als die, oder damals zumindest, als eine der Kinderagentinnen. Und die hat mich damals entdeckt, weil sie in Köln sitzt.
Welche Rolle hast du denn da gespielt?
Wo meinst du Theater?
Eher so, wo du so stark warst.
Das war tatsächlich mein erster Film. Das war Rolltreppe abwärts. Das war ein Film, den haben tatsächlich damals irgendwie findige Schüler gemacht. Dustin Lose ist der Regisseur, der ist mittlerweile ein sehr bekannter deutscher Regisseur, und da habe ich mitgespielt.
Und dann bist du aber Alarm für Cobra 11, und dann kam Tatort.
Dann ging es aufwärts, ja genau, dann kam Tatort. Ich habe natürlich diese ganzen Teenie-Filme mitgemacht, die früher so beliebt waren. Freche Mädchen hast du es gerade genannt, oder Wilde Hühner. Das ging so in meiner Jugendzeit, und als ich dann ein junger Erwachsener wurde, irgendwie mit 18, 19, 20, dann kamen auch so ein paar andere Filme wie Kölner Tatort dazu.
Kann man davon gut leben?
Also ich würde mal sagen, ich kenne selten andere Gehälter in dem Alter, die so gut sind, und wenn du es richtig machst, kannst du davon leben. Also ich würde sagen, mit so 17, 18 habe ich, und ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich zur A-Riege gehört habe, ich war zwar nominiert für so einen New Faces Award, aber ich habe da auch zeitweise irgendwie 60.000, 70.000 € verdient im Jahr als 16-, 17-Jähriger.
Okay, und dann hast du trotzdem noch Abi gemacht?
Habe ich noch Abi gemacht.
Und dann hattest du dann aber schon nach dem Abi dann ein paar hunderttausend Euro auf dem Konto?
Jetzt nicht, ja, ja.
Und dann hast du aber entschieden, irgendwie mehr oder weniger Anfang 20, Schauspielerei ist doch nicht.
Genau, ja, hat mich nicht glücklich gemacht. Also irgendwie, ich, geil, ich bin jetzt Unternehmer, und aber trotzdem hat mich damals die, diese Unsicherheit von, also als Künstler da sein, du kannst es ja im Endeffekt nicht beeinflussen. Unternehmertum kannst du aber auch unsicher, kannst du aber beeinflussen. Bei der Schauspielerei dieses klassische Bild von du wartest, bis das Telefon klingelt, hat mich verrückt gemacht. Da war ich nicht stark genug für. Das hätte ich nicht mein Leben lang machen können.
Und dann hast du BWL studiert?
Ja, erstmal BWL studiert, weil ich keine Ahnung hatte, was ich machen will. Deswegen studierst du BWL.
Und dann aber noch irgendwie in London an der sehr renommierten Schule LSE noch Politik.
Genau, da war dann Internationalpolitik und Ökonomie so mein Traumschwingengang. Das war so eine Entwicklung. Also ich habe BWA angefangen und dann habe ich erstmal geguckt, was interessiert mich eigentlich, und habe nach meinem BWA-Studiengang im Bundestag gearbeitet, weil ich ja Politik so spannend fand, und habe auch Politik so ein bisschen in Köln auch schon studiert. Und dann habe ich meinen jetzigen Co-Gründer kennengelernt, Sebastian, mit Share the Meal, das Fundraising-App, die wir da damals gebaut haben. Da war ich sozusagen sein erster Mitarbeiter. Das hat er tatsächlich komplett alleine gegründet, stimmt nicht ganz, mit Bernhard Kovacs damals zusammen. Und dann war ich im Europäischen Parlament, habe da irgendwie mein Traineeship gemacht bei Martin Schulz, und dann habe ich erstmal Master gemacht und kam sozusagen so Schritt für Schritt eigentlich so zu dem Thema, was ich jetzt mache, Share. Aber habe jetzt nicht von damals von Anfang an gesagt, ich will jetzt Unternehmer werden.
Aber du bist aus der Uni rausgekommen und hast dann nach dem Masterabschluss dann irgendwie Share angefangen.
Genau richtig.
Und Share gemeinsam aufgezogen mit dem damaligen Share the Meal Gründer.
Genau, Sebastian.
Okay, und ihr habt beide gesagt, okay, wir wollen was Neues machen und dann die Marke am Ende Share ist ja irgendwie als Marke schon irgendwie, sagen wir mal, sehr Cooler Begriff eigentlich. Share als Marke ist ja schon irgendwie ganz interessant.
Ja, das war, hatten wir Glück. Ich weiß noch. Also genau, wir hatten damals, er hatte damals tatsächlich zwei Ideen und die eine Idee fand ich aber auch spannender und die haben wir dann gemeinsam ein bisschen weiterentwickelt und Share war tatsächlich immer ein Arbeitstitel, den wir beide spannend fanden. Und dann habe ich irgendwann mal bei hier diesem EUIPO, diese europäische Webseite, wo du die ganzen Markenrechtsdinger durchgucken kannst, haben wir gesehen, dass Ja, es gab viele Leute, die Share schon so registriert haben, aber wir haben es trotzdem versucht und kamen dann tatsächlich mit dieser Wortbildmarke durch, die eigentlich eher eine Wortmarke ist, weil du ja nur das A geteilt hast ganz leicht und sonst war es das.
Ja, clever eigentlich.
Wir haben es mittlerweile in über 17 oder 18 Nizza-Klassen angemeldet. Also wir haben sogar im Finance sind wir mit Share angemeldet, was ziemlich absurd ist.
Aber was war die Idee oder was macht jetzt Share? Was ist Share für eine Marke?
Share ist eine soziale Marke, Früher habe ich noch gesagt, es ist eine soziale Lebensmittelmarke, weil wir aus dem Bereich Lebensmittel kommen. Und die Idee ist, jedes Mal, wenn du von uns ein Produkt kaufst, spendest du eine gleichartige Hilfeleistung an eine Person in Not. Also mit einem Riegel zum Beispiel spendest du eine Mahlzeit.
Ihr habt ja mittlerweile wahnsinnig viele Sachen. Also ihr habt jetzt irgendwie Getränke. Ich kenne vor allem das Wasser.
Ja, genau.
Wenn ich dann Wasser kaufe, dann spendest du einen Tag Trinkwasser.
Also wir bauen Brunnen und— also nicht wir bauen den Brunnen, sondern eine NGO baut den Brunnen, aber wir Spenden sozusagen oder leiten diese Gelder an die NGO, damit sie den Brunnen bauen kann.
Wenn ich ein Wasser bei euch kaufe, dann kostet es aber ähnlich viel wie ein anderes Wasser.
Ja, genau. Also es ist genauso wie andere Marken. Also es ist nicht wie Eigenmarken, also es ist kein Ja-Wasser, aber es ist genauso gepreist wie ein Gerolsteiner zum Beispiel.
Das heißt, aus eurer Marge wird dann diese Spende finanziert?
Korrekt, richtig.
Zugespitzt formuliert, es ist auch eine Marketingausgabe. Also ihr, statt viel Geld für Marketing vorne auszugeben, gebt ihr hinten raus ein bisschen was als Spende und könnt dann natürlich vorne dann auch leicht sagen, du tust was Gutes, deswegen bei uns kaufen.
Genau, also im Endeffekt, so würdest du es einem Investor erklären, dass du sagst, du versuchst, dein USP ist so besonders, ich muss dir jetzt nicht erklären, jetzt bleiben wir beim Wasser, dass mein Wasser so rein ist und in der Naturquelle gewachsen ist, sondern ich helfe Menschen. Und wenn du das als Marketingausgabe ansiehst, hast du hoffentlich genauso dieselbe Profitabilität wie andere Unternehmen später. Das ist ja auch der ganze große Gedanke dahinter.
Also ihr seid ja auch jetzt, um das einmal abzukürzen, ihr seid jetzt keine Social Company, sondern ihr seid eine For-Profit-Company.
Eine For-Profit-Purpose-Company, ja. Genau, also da scheiden sich ja die Geister. Was ist Social Entrepreneurship? Also da gibt es ja keine richtige Definition für. Aber genau, also wir sind eine For-Profit-Firma, die wurde auch als For-Profit gebaut, die aber dabei Gutes tut. Also wir wollen, das ist sozusagen der Gedanke dahinter, beweisen, dass du mit Kapitalismus sehr, sehr viel Gutes tun kannst.
Ihr habt 2018 angefangen, ne?
Sind wir auf den Markt gekommen, 2017 gegründet.
Okay, und ihr macht jetzt so Größenordnung 50 Millionen Euro Umsatz, habe ich gelesen.
Ja, ein bisschen, genau, so in der Richtung.
Und was kann man denn da sozusagen an Geldern spenden, wenn man so unterwegs ist?
Also wir haben jetzt insgesamt, also es sind nicht 50 Millionen nebenbei, also es ist nur ein bisschen weniger, aber zweistelliger Millionenbetrag. Wir haben jetzt letzte Woche verkündet, dass wir 10 Millionen Euro insgesamt gespendet haben. Also ich kenne keine junge Marke, die 10 Millionen Euro bisher gespendet hat. Das ist schon ziemlich cool.
Und davon geht das dann irgendwie nach Afrika?
Auch lokal. Also wir sind in 32 Ländern unterwegs und arbeiten mit 14 verschiedenen NGOs, also 14 verschiedenen Organisationen zusammen. Da sind die Vereinten Nationen dabei, das Welternährungsprogramm, aber auch die Welthungerhilfe oder die Deutschen Tafeln. Und das sind alles sozusagen zweckgebundene Spenden, die an diese genauen Projekte fließen, wo genau du dann einer Person hilfst.
Okay, lass gleich nochmal über Spenden sprechen, aber erstmal vorhin das Modell. Die Marke ist jetzt ja schon recht bekannt, also mir zumindest sagte sie was, dem einen oder anderen, wenn man das sieht, sagt es auch sofort was. Wie habt ihr die aufgebaut? Dafür, dass sie jetzt ja noch gar nicht so lange da ist, wie ist diese Marke so?
Also da gibt es mehrere Hebel. Ich glaube, Hebel Nummer 1 ist, wir waren damals der größte Food-Startup-Launch, den es in Deutschland gab. Was heißt das? Wir waren von 0 auf 100 in 5000 Verkaufsstellen von der REWE und dm. Die haben uns sofort voll gelistet.
Also die fanden euch gut?
Genau, die fanden uns gut. Wir haben das damals vorgestellt. Wir haben gesagt, hier sind irgendwie die 4 Leute. Wir sind insgesamt 4 Gründer gewesen damals. Sebastian und ich haben uns als Erste zusammengefunden damals, aber haben mit mehreren Leuten gegründet und sind dann damals zu Sebastian Bayer gegangen, Geschäftsführer von dm, haben dann damals einen Termin bekommen übers Netzwerk und Leonie Suk, CEO von REWE, hatten diese 30- bis 45-Minuten-Termine gehabt und haben diese Produkte vorgestellt: Riegel, Wasser und Seife. Das waren 3 Produkte, die wir damals hatten, und hatten keine Ahnung, ob der jetzt oder sie ein oder 2 Produkte nehmen. Sie haben alle genommen und alle sofort national gelistet. Und das war halt einmalig in Deutschland. Das gab es vorher nicht, dass du irgendwie eine Marke, die niemand kennt, in so vielen Verkaufsstellen sofort landen kannst. Das heißt zu deiner Frage: Also Sichtbarkeit durch die Höhe der Verkaufsstellen ist extrem wichtig für deine Bekanntheit. So, und dann gab es halt ziemlich viel PR, weil wir irgendwie recht neu waren mit diesem Prinzip in Deutschland. Wir haben sehr viel mit Celebrities gearbeitet. Alten Schauspielfreunden von mir, aber auch andere. Also irgendwie Lena Meyer-Landrut zum Beispiel kannte ich vorher nicht, aber die fand die Idee auch geil und unterstützt es seitdem. Gratis muss man dazu sagen, also die verdienen da alle nichts dran. Oder Joko, der hat auch schon mal was mitgemacht und supported.
Aber der ist ja eigentlich Wettbewerber. Joko ist doch eigentlich mit seinen eigenen Regeln.
Jetzt ist er Wettbewerber, genau. Aber Joko Joko hat damals, also genau, also ich glaube, Joko sieht das nicht als Wettbewerb.
Ich meine, ich sage deswegen, weil er macht ja Schokolade als Riegel und ihr macht ja auch Riegel als—
Ach stimmt, Jokolade macht jetzt auch Riegel. Genau, ja, nee, aber genau, sie machen ja Schokoladentafeln.
Ja gut, aber ich gehe in den Supermarkt und dann kaufe ich mir irgendeinen Snack und dann seid ihr entweder einen oder anderen.
Genau, ja.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise, und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes. Aber was sind eure Top-Produkte?
Also mit Abstand unsere Riegel. Nussriegel.
Da sind wir schon bei Joko.
Schoko-Meersalzriegel.
Schoko-Meersalzriegel?
Ja, mit Mandeln.
Aber eigentlich ist es doch so, dass ich denke, was ihr da macht, ist, ihr ladet sehr undifferenzierte Produkte mit irgendeinem zusätzlichen Wert auf, damit sie dann präferiert gekauft werden. Um es mal ganz komplex zu formulieren. Also da ist Wasser, ist schwer zu differenzieren, aber das von Share ist dann vielleicht irgendwie genauso lecker wie das andere, aber dann nehme ich das von Share, weil das ist irgendwie auch so was Gutes dabei.
Tatsächlich, ich meine, Vereinfacht gesagt hast du recht. Wenn du tiefer in diese Kategorien reinschaust, was wir da tatsächlich gerade tun, um halt auch, was du, glaube ich, zwangsweise machen musst, um zu wachsen. Du musst verschiedene Kategorien verstehen lernen und da drin auch Experten werden. Also nur undifferenzierte Produkte aufzuladen, it's not enough. Also du musst auch für Qualität stehen. Also zum Beispiel Schoko-Mehrsalz-Riegel, diese Mandelriegel, die gab es in Deutschland vorher einfach nicht. Also hätten wir jetzt irgendwie so ein Corny-Riegel gemacht. Jeder kennt, weiß, wie so ein Corny-Riegel aussieht. Weiß ich nicht, ob das ausschlaggebend oder genug gewesen wäre, nur sozial zu sein. Also du musst auch für eine gewisse Produktqualität dazu stehen.
Mittlerweile macht ihr ja Konten, Mobilfunktarife, alles so Sachen, wo man sagt, okay, ein Konto ist jetzt echt schwer zu differenzieren, also irgendwie das Geld muss sicher sein. Korrekt, korrekt, korrekt.
Weil die Marke stark genug ist, also weil die Marke dafür steht und weil wir natürlich den Partnern, also jetzt zum Beispiel hier den ING einen Service anbieten, den sie schlecht woanders finden. Also dass wir als— wir stehen ja nicht nur als Marke Share, sondern wir haben ja auch ein gewisses Versprechen, dass wir Projekte vorkuratieren können, so wie es kein anderer kann. Also mit uns kaufst du sozusagen verschiedenste Projekte von verschiedensten NGOs sofort ein und musst dich selber darum nicht kümmern. Genau.
Wann kommt der Strom- und Gastarif?
Weiß ich nicht.
Aber wäre doch sinnvoll eigentlich.
Super sinnvoll, super sinnvoll. Also müsste auch lügen, wenn ich jetzt nicht sagen würde, dass uns nicht schon so der ein oder andere Stromtarifpartner schon angesprochen hat.
Aber bislang wolltet ihr nicht?
Würde ich jetzt nicht per se verneinen, aber es ist noch nicht draußen.
Noch ein bisschen erinnert mich das jetzt mal an die Bild-Volksprodukte. Von der Bild gibt es auch immer diese verschiedenen Volks- Sind die so qualitativ?
Weiß ich jetzt nicht.
Machen die ja mit Partnern zusammen. Also am Ende stülpen die dann ihre Marke und die Kommunikation, die sie dabei haben, irgendwie einem Produkt drüber und dann freut sich der Hersteller, dass er zusätzlichen Absatz hat.
Ja, also gibt es ja, also kennst du Product Red? Kennst du bestimmt auch, oder? Also liegt hier auf dem Tisch gerade. Mein iPhone ist ein Product Red iPhone. Also das ist ja rot. Das hat der, ich weiß nicht, der U2-Sänger.
Bono.
Bono hat das gegründet. Und die sind auch nichts anderes als eine Marke, die ursprünglich gegründet wurde gegen eine AIDS-Stiftung sozusagen ursprünglich gewesen. Ist aber übrigens auch eine private Firma. Und die setzen sozusagen ihr Markenzeichen ist die rote Farbe und die setzen die auf verschiedene Produkte drauf. Also das rote iPhone ist ein Red Product Red Phone. Das heißt, Teile des Erlöses von Apple fließen an AIDS-Stiftungen. Das machen die auch mit Rimowa und you name it.
So, aber eigentlich ist es irgendwie jetzt eine clevere Idee, die ihr da habt, um Absatzpartnerschaften zu machen. Oder ist das zu fies formuliert?
Naja, also was meinst du jetzt? Also unsere eigenen Produkte?
Ja, ich meine, ihr sucht euch nur einen Partner, der hat ein solides Produkt, ihr klebt da irgendwie Share drauf, dann kaufen das mehr Leute, weil es irgendwie auch für die Welt besser ist, mutmaßlich. Und dann verdient ihr daran mit.
Ja, genau, also so kannst du es sagen. Also ich meine, eigene Produkte, da ist natürlich, wir haben auch eine eigene Produktentwicklung. Also wenn es um unsere eigenen Lebensmittelprodukte, also FMCG-Produkte geht, da haben wir, arbeiten mit Lohnherstellern zusammen. Das sind keine Marken, sondern Lohnhersteller. Und wir haben unsere eigenen Produktentwickler, die mit diesen Lohnherstellern zusammenarbeiten und sourcen. Aber es gibt halt die Produkte wie jetzt gemeinsam mit Kongstar, Mr. Spex, ING, wo das eigene—
In wie vielen Kategorien kann man gut sein?
Das ist eine saugute Frage. Und ich sag dir, richtig, richtig gut kannst du nur, glaube ich, in einem gewissen Maß an Kategorien sein, was wir ja auch mittlerweile machen. Also wir haben zum Beispiel unsere Schreibwaren selber gemacht, ganz lange. Die haben wir jetzt auslizenziert an Edding. Seitdem die bei Edding liegen, ist es einfach ein anderes Pferd. Unser Produkt, das Bankkonto, ist ja bei der ING, ist ein ING-Produkt. Die Brillen macht Mister Spex. Also es wäre verrückt, wenn wir sagen könnten, wir können all diese Produkte gut. Da hast du Produktexperten, dieser einzelnen Marken, die diese Produkte machen.
Das ist eigentlich ein Riesenlizenzierungsgeschäft.
Ein riesiges, so könnte man es sagen.
Genau, richtig. Also es hat mich schon fasziniert.
Das ist der Heritage, wo wir herkommen, ist FMCG. Das ist unser, das ist das, was wir selber selber gebaut haben.
Also wenn ich das richtig nachvollziehe, habt ihr über die Distribution im Handel irgendwie eine Marke gebaut mit einem einprägsamen Namen und Logo und so. Und jetzt habt ihr diese Marke erschaffen und das Prinzip mit der eingebauten Spende. Und das rollt ihr jetzt einfach in andere Bereiche aus, wo euch einfach die Marke hilft.
Korrekt. Und gleichzeitig wachsen wir sozusagen in unserem Hometurf-Markt FMCG weiter durch unsere eigenen Produkte.
Was ist mit dem Vorwurf, dass das ja auch so ein bisschen am Ende Greenwashing ist für andere Marken? Also ihr stülpt das darüber und dann ist das irgendwie für die, dann ist es mutmaßlich cooler oder besser. Ihr seid ja schon auch eine For-Profit-Company. Und du kennst die Situation, was ihr da macht, wird natürlich wahrscheinlich noch mehr beäugt und noch kritischer und unter die Lupe genommen, als jetzt, wenn man sich hinstellt und sagt, ich bin hier eine kommerzielle Firma. Dann ist es irgendwie—
Völlig richtig. Also ich meine, ich glaube, man muss Greenwashing erstmal richtig— Also was ist die Definition von Greenwashing? Also ich glaube, und dann zu uns und dann zu anderen Marken. Also ich glaube, Greenwashing selber ist ja, wenn du irgendwas den Leuten erzählst, was ja einfach de facto nicht stimmt, und du stellst dich besser dar. Also irgendwie, weiß nicht, ich habe irgendwie meinen Getränkebecher irgendwie und ich erzähle, aus dem Getränkebecher werden jetzt ganz viele Bücher irgendwie und damit habe ich die Welt gerettet. Das ist das so. Aber was machen wir? Wir sagen ja, wir sind ein privates Unternehmen mit der Mission, dass wir sagen, wir wollen Kapitalismus, Konsum als einen großen Stellhebel für Gutes tun benutzen. Also Stichwort 1% unserer Konsumausgaben in Deutschland könnten die Spenden der deutschen Spender verfünffachen. Also wir haben 1,9 Billionen in Konsum ausgegeben oder geben regelmäßig in Konsum aus, also Billionen. Und der deutsche Spendenmarkt ist ungefähr 5,7 Milliarden groß. Also wenn du 1% von den 1,9 Billionen hast, bist du bei 25 Milliarden. So, riesiger Hebel. Wenn, weiß ich, ein Nestlé-Konzern macht ungefähr 100 Milliarden Euro, wenn die ungefähr das spenden, was wir spenden, dann bist du ungefähr zwischen 6 bis 8% des Umsatzes. Das sind dann irgendwie, sagen wir mal, 7 Milliarden, die Mitte. Das ist ungefähr das Dreifache, was die deutsche Bundesregierung gerade in humanitäre Hilfe pro Jahr ausgibt. Das ist ein riesiger, riesiger Hebel, was du durch Privatwirtschaft leisten kannst.
Aber bislang ist es euch sozusagen gelungen, das Geld zu spenden, da haben wir gerade drüber gesprochen, aber die Firma selber ist noch nicht profitabel.
Genau, also klopf aufs Holz. Wenn alles gut geht, werden wir es dieses Jahr schaffen, profitabel zu sein. Riesiger war eigentlich ursprünglich nicht geplant gewesen, wie bei allen anderen jungen Unternehmen damals. Also wir waren eine große Wachstumsmaschinerie, was sehr gut mit unserem Impact Purpose einhergegangen ist, weil wir wollen Impact maximieren. Das geht durch Umsatzmaximierung super. Aber ich meine, das hast du ja auch schon 10 Mal in deinem Podcast gehört. Durch den Angriffskrieg der Ukraine hat sich das Game komplett verändert. Hochzinsen, Investoren wollen profitable Unternehmen sehen, mussten auch wir einfach komplett sozusagen unsere Strategie ändern von einem Umsatzwachstumsunternehmen zum Profitabilisierungsunternehmen.
Dann Produkte rausgenommen.
Genau, wir haben den Longtail abgeschnitten, sind nämlich von 135 auf jetzt 56 SKUs runter, haben auch viel nochmal auslizenziert, zum Beispiel die Schreibwaren komplett an Edding, was für uns ein Geschenk war, weil Edding macht das mega, mega gut.
Könnte sich jetzt bei euch jeder melden, der sagt, okay, ich habe jetzt hier irgendwie Edding, meinetwegen Stifte, jetzt hat hier jemand Autoreifen oder Rasenmäher, und dann würdest du sagen, ja okay, why not? Das ist ein Share-Rasenmäher.
Genau, also ich meine, der Ursprungsgedanke, das ist eine fortwährende Entwicklung gerade. Also wir merken einfach, damals haben wir ganz vielen Leuten nein gesagt, weil wir immer nach diesem wir nennen das Plus Eins geguckt haben. Also was ist das andere Produkt, die andere Hilfeleistung, die die andere Person bekommt? Die muss irgendwas mit diesem Produkt zu tun haben. Du sagst selber Rasenmäher, dann brauche ich auch einen Rasenmäher da drüben. Brauche ich jetzt Rasenmäher in der Entwicklungszusammenarbeit? Eher nicht. Also wir sind ja orientiert an den Sustainable Development Goals. Es muss irgendwie Sinn machen, was wir spenden. Mittlerweile sehen wir aber immer mehr, dass Leute auf uns zukommen, wo du diesen direkten Zusammenhang gar nicht brauchst. Also jetzt Beispiel: Wir mit unserem Girokonto spenden ja kein Girokonto. Da werden einfach richtige Geldbeträge gespendet und die Leute können sich selber aussuchen, wohin sie Gutes tun wollen. Also wir merken gerade ganz krass, dass wenn wir den Leuten die Möglichkeit geben, sich das selber auszusuchen, stößt das auf sehr viel Beliebtheit. Also wir entwickeln das gerade weiter. Also zu deiner Frage: Es kommen gerade sehr viele Leute zu uns und wir entwickeln uns gerade selber weiter.
Was wünschst du dir noch? Also was würdest du gerne noch mal irgendwie sozusagen in den Markt bringen unter Share?
Ich finde halt, super viele Dienstleistungen mega spannend, auch einfach aus dem Entwicklungsgedanken heraus.
Sag mal konkreter.
Jetzt mal ein Beispiel, weil das tatsächlich konkret war ganz lange. Das haben wir damals verworfen, weil wir damals noch nicht so weit waren. Aber es kam eine Versicherung auf uns zu und hat gesagt, sie wollen mit ihrer Zahnversicherung irgendwie einen Impact schaffen. Es ist recht günstig, tatsächlich Zahnbehandlungen zu ermöglichen, also Kariesbehandlungen zu ermöglichen in Entwicklungsländern. Also war das für uns irgendwie relativ smart. Du hast irgendwie ein Zahntarif für dich und ermöglicht gleichzeitig jemand anderem eine Kariesbehandlung. Wie geil ist die Story? Super cooles Produkt. Damals, das war halt, wir haben mit dieser Versicherung damals, glaube ich 2019 oder 2020 gesprochen, da waren wir ein, zwei Jahre alt. Da haben wir gerade irgendwie unsere Riegel irgendwie gelauncht gefühlt. Es war einfach zu früh für uns. Jetzt ist das halt schon ein spannendes Produkt.
Wie groß ist die Markenshare? Also ihr macht so Befragungen oder so was? Also wie viele Menschen in Deutschland kennen das von 80 Millionen?
Wir haben jetzt irgendwie eine Markenbekanntheit gestützt, muss man fairerweise sagen, von ungefähr knapp unter 60%.
Also fast die Hälfte des Landes kennt das.
Also mehr, aber wenn du die Marke zeigst, genau, ja, richtig. Und davon kann der Großteil auch sagen, ja, das ist die Marke, mit der man auch Gutes tut.
Und wie viele Leute arbeiten bei euch?
Jetzt um die 75.
Um so was aufzubauen, was habt ihr bislang gebraucht? Also ich meine, das klingt jetzt für viele total cool und vielleicht auch inspirierend. Habt ihr jetzt da irgendwie 30, 40 Millionen gebraucht, um dahin zu kommen, oder welche Größenordnung?
Ja, also es ist nicht weit weg. Also wir haben, also bis, wir haben es, Series B2 war die letzte Runde, die wir gemacht haben 2020. Also genau, also dann genau 4 Investmentrunden haben wir gebraucht.
Und dann sind das in Summe dann so 30, 35, 40 Millionen, schätze ich jetzt mal so.
Irgendwas um den Dreh, richtig.
Und da sind dann Brauereien mit dabei.
Genau, also aktuell sind es vor allem, also unser erster größerer Investor, also unsere Pre-Seed-Investment, wir hatten ein kleines Angel-Ticket davor gehabt, ist aber Christoph Mehr damals gewesen.
Christoph Mehr, bekannter deutscher Monster-Business-Angel aus Berlin.
Genau richtig. Atlantic Food Labs ist ja so seine Investmentbude für Food-Startups. Das war unser erster Investor und danach kam zunächst Döhler rein. Die sind immer noch bei uns drin. Und dann kam Bitburger dazu und jetzt zuletzt die Familie Mulliez. Das ist eine der großen französischen Familien, haben ihre Historie, also sie haben Auchan gegründet, ein sehr, sehr großer Händler in Frankreich, Decathlon. Ich glaube, das kennt jeder.
Ah, Decathlon, okay, die Familie ist das.
Ja, genau, richtig. Und genau, also jetzt sind es alles eigentlich, man könnte eigentlich sagen, alles Familienunternehmer, die bei uns drin sind.
Aber die haben auch das Ziel, eines Tages wollen sie raus und wollen sie ihr Investment zurückhaben und vervielfachen.
Bisher kam da niemand jetzt konkret mit dem Wunsch auf uns zu, sage ich mal. Aber irgendwann will, glaube ich, jeder Investor irgendwie das Geld wiedersehen.
Also jetzt hat Ankerkraut irgendwie auch irgendwie eine Food Company an Nestlé verkauft. Das wäre jetzt für euch überraschend.
Das wäre für uns, glaube ich, sehr überraschend. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das machen können, wäre jetzt mein Gefühl. Aber es ist jetzt auch irgendwie, also ich bin ja so ein mega Fan von diesen ganzen Verantwortungseigentumsmodellen, wo du irgendwie sowohl wo das Ding nach wie vor, also Share muss eine Purpose Company bleiben. Das steht, glaube ich, außer Frage. Wir haben es ja sogar in unserer GmbH-Satzung drinstehen. Also in unserer GmbH-Satzung steht halt wortwörtlich drin, dass mit jedem Produkt, was unter dem Namen Share verkauft wird, jemand anderem geholfen werden muss.
Aber trotzdem, irgendwer will da jetzt irgendwie aus seinem 30-Millionen-Investment irgendwie am liebsten 60 oder 90 zurückhaben.
Richtig, genau. Und dann ist die Frage, will jemand anders da einsteigen? Machst du irgendwann mal eine, also haust du das Ding irgendwann mal an die Börse? Ist natürlich jetzt aktuell eher ein weiter Weg. Weiter weg. Früher war das ja um einiges einfacher. Also es gibt ja verschiedene Modelle, die glaube ich für alle spannend sein können, aber wir haben uns da jetzt noch nicht konkret alle zu ausgetauscht, weil wir aktuell— jeder möchte, dass das Baby weiter wächst und auch mal in ein paar anderen Ländern noch zu sehen ist. Genau.
Ich habe heute meine Kollegin Kaja, unsere Head of People, hier mit im Studio, und zwar aus folgendem Grund: Wir haben gerade zum dritten Mal über die Recruiting-Plattform Instaffo jemanden eingestellt, und zwar diesmal unsere Product Lead Johanna. Also man hört schon, Instaffo ist nicht nur Partner hier im Podcast, sondern die helfen uns beim Recruiting wirklich weiter, oder Kaya?
Absolut. Wir haben bei OMR ja eine recht starke Employer Brand. Trotzdem ist Instaffo eine riesige Hilfe im Recruiting und da ist halt echt cool, dass wir vorab keine Kosten haben, schnell Stellen veröffentlichen und innerhalb weniger Tage mit super gut passenden Talenten sprechen können.
Aber ihr hört es selbst, wenn ihr also gerade Stellen offen habt, macht es doch gerne so wie wir auch. Bei Instaffo sehen nur Talente eure Stelle, die auch wirklich darauf passen, und ihr müsst erst bezahlen, wenn auch wirklich jemand eingestellt wird. Als OMR-Hörerin, Hörer spart man außerdem 500€ auf die erste Einstellung. Einfach auf instaffo.com/omr gehen, da gibt's auch eine kurze Demo und man kann sich registrieren. Also instaffo.com/omr. O.M.R. Ist nicht auch eines der ganz großen Risiken dieses Geschäftsmodells? Man ist sozusagen nur einen Shitstorm von dem Totalverlust entfernt, weil wenn euch irgendwer vorwirft, vielleicht auch zu Recht, ihr habt irgendwie Partnerschaften, habe ich auf eurer Website gesehen, mit Aral und Mineralölkonzernen und sonst was, dann ist es irgendwie schnell die Rede von so richtig nachhaltig ist es nicht. Und dann Ich meine, ihr werdet ja besonders kritisch gesehen wahrscheinlich aufgrund des Modells. Ja, und dann gibt es mal Ärger und dann ist alles tot.
Also ich glaube, so dramatisch ist es nicht. Aber also Aral ist ja ein Vertriebspartner von uns. Wir verkaufen unsere Riegel und unser Wasser bei Aral. Wir nennen alle unsere Vertriebskanäle, sind unsere Partner, weil wir mit diesen Menschen auf Augenhöhe arbeiten wollen und diesen Leuten natürlich auch zeigen wollen, dass sie Impact damit machen. Das ist natürlich erstmal eine sehr große philosophische Diskussion, sage ich mal. Ich persönlich zum Beispiel, geiles Beispiel ist ja irgendwie McDonald's hat Beyond Meat gelistet, Cheeseburger. Haben sich mega viele Leute in der Szene darüber aufgeregt. Wie kann Beyond Meat das nur machen? Ich habe es gefeiert, weil ist doch mega geil, wenn du so einen großen Konzern dazu bringst, irgendwie eine Transition zu machen mit einem Produkt und damit Gutes zu erzeugen. Also ich feiere das absurd. Also ich glaube, das ist für uns kein Risiko. Risiko würde ja irgendwie sein, wenn wir unsere Produkte, wenn man wenn wir irgendwie jetzt mit Mindestlöhnen, also unter Mindestlohn oder irgendwie Kinder unsere Riegel herstellen oder so was. Ich glaube, das wäre ein Problem. Also da schauen wir extrem hin. Also in unserer Supply Chain zum Beispiel darf einfach nichts sein. Dann glaube ich, hätten wir ein Problem. Oder die Spendengelder werden von den NGOs veruntreut. Auch dann hätten wir ein Problem. Aber das sind genau die Themen, die, sage ich mal, sehr offensichtlichen Risiken, die wir versuchen zu minimieren. Kannst du sie immer komplett vermeiden oder kannst du sie Ich glaube, gerade im Entwicklungsspektrum, du wirst es nie ganz vermeiden können. Also selbst große Namen wie UNICEF und so haben immer mal wieder irgendeinen Veruntreuungsskandal. Aber du kannst halt genau hinschauen, in welchen Ländern.
Wo ich gerade überrascht war, dass ihr extrem viele Spendenorte genannt habt. Also ich meine, so viel Geld, ihr seid jetzt ja nicht irgendwie die Frau von Jeff Bezos, die jetzt Milliarden ausgießt. Noch nicht. Genau, noch nicht. Aber man könnte ja sagen, ich fokussiere mich jetzt auf 2, 3 Sachen oder versuche jetzt wirklich so da sehr fokussiert ranzugehen. Ihr habt aber eher das Prinzip Gießkanne.
Würde ich nicht sagen. Also wir haben 14 NGOs, mit denen wir zusammenarbeiten. Das ist eine relativ kleine Zahl, würde ich sagen. Und das sind eigentlich alles NGOs, die Rang und Namen haben. Also da ist irgendwie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen dabei. Da ist die Welthungerhilfe, die Deutschen Tafeln, also wirklich große Namen. Und dann schaust du mit denen genau an, in welche Länder gehst du mit welchen Projekten. Und es geht vor allem darum, was für eine Art von Intervention ist es. Also zum Beispiel Schulmahlzeiten oder Seifen in Indien, also wo du weißt, dass es erwiesenermaßen macht diese Intervention Sinn.
Ist das ein bisschen dieses Efficient oder Effective Altruism, was man jetzt kennengelernt hat über unter anderem Sam Bankman-Fried, dem FTX und jetzt Häftling, der auch ein großer Fan davon war, also sozusagen sehr, sehr klar rauszusuchen, was bringt am meisten für das Geld und dann im Zweifel auch ungewöhnliche Sachen zu machen. Also ich habe irgendwann gelesen, welche Kinderbehandlung gegen Darmkrankheiten in Afrika seien total effektiv, weil dann würden die Schulzeiten sich verlängern, die Eltern könnten arbeiten gehen und das hätte einen Riesen-Impact, wenn die weniger Darmkrankheiten hätten.
Hat er das eigentlich gesagt, weil er nur Marketing machen wollte, oder war er wirklich hinterher?
Der Sam Bankman-Fried? Also ich glaube, das hat ihm schon gut gefallen. Es gibt ja, glaube ich, so in der ganzen Digitalszene schon eine ganze Reihe von Leuten, die das gut finden. Ja, also ich meine, ehrlicherweise finde ich jetzt auch, es gibt Argumente dafür. Also nur weil Sam Bankman-Fried da irgendwie anders, woanders—
also im Endeffekt ist es ja eine— also es gibt ja unfassbar viel wissenschaftlichen Research, ja. Also natürlich kann das irgendjemand, der Krypto macht, noch mal sagen, ich weiß es besser.
Trotzdem gut spenden.
Ja, genau, man kann gut spenden. Aber Elon Musk hat ja auch irgendwie mal das Welternährungsprogramm herausgefordert, dass er irgendwie den Welthunger besiegen könnte, was auch nicht ganz stimmt mit den 6 Milliarden. Aber also es gibt ja erwiesenermaßen gute Projekte, die dazu zum Beispiel beitragen, dass das BIP eines Landes wächst. Also extrem wichtiges Beispiel, wie ich gerade eben gesagt habe, zum Beispiel Schulmahlzeiten. Du musst dir vorstellen, nenn irgendein Land, was irgendwie echt noch hart im Entwicklungsstadium ist oder geh noch eins weiter, Failed State. Also du kannst dich irgendwie auf deine Regierung nicht verlassen. Du musst dich um dich selber kümmern. Eine der klassischen Maßnahmen ist, du hast viele Kinder, weil deine Kinder sind deine Altersversorgung später. Wenn du viele Menschen hast, in deinem Familienverband, so wie es vielleicht bei uns früher genauso war, dann hast du eine höhere Sicherheit, dass du später im Alter weniger Probleme hast. Das heißt aber, jedes Kind für dich ist auch eine Investition. Schicke ich das zur Schule, dann verdient es aber morgen kein Geld für mich, aber vielleicht in 5 bis 10 Jahren verdient es vielleicht viel, viel besser Geld, weil es eine Ausbildung hat, einen höheren Job hat. Du musst aber erstmal das Geld haben, dieses Kind zur Schule zu schicken. Nicht weil du die Schule bezahlen musst, sondern weil du das Kind ernähren musst. Wenn du dann Schulmahlzeiten zum Beispiel verteilst, nimmst du genau den Leuten oder den Eltern dann irgendwie diesen Druck weg. Das Kind muss morgen jetzt in eine Schuhfabrik und da für mich arbeiten, weil du weißt, das Kind kostet diesen beiden Eltern einfach für diese gewisse Zeit einfach nichts, weil es nicht nur, und das ist übrigens wichtig, nicht nur während der Schule Essen bekommt, sondern auch am Wochenende. Das ist ein riesiger Hebel gewesen, den irgendwie NGOs erst nach und nach rausgefunden haben. Ey, guck mal, wenn ich jetzt den Kindern irgendwie am Wochenende noch was essen mitgebe, dann kommen noch mehr Kids in die Schule, mehr als ich erwartet hätte, weil sich das halt rumgesprochen hat. Das Wichtigste ist ja in der Entwicklungszusammenarbeit nicht nur, dass du den Leuten kurzfristig hilfst, sondern dass du ein Verhalten änderst. Also zum Beispiel das Verhalten: Ich schicke mein Kind morgen nicht zur Arbeit, sondern ich schicke mein Kind in die Schule. Dadurch wirst du einen größeren Effekt haben. Da gibt es halt so ein paar gelernte Sachen: Schulmahlzeiten verteilen, Seifen in Schulen verteilen, das ist übrigens auch ein Megahebel, weil Leute sich dann nicht mehr einfach nur so die Hände waschen. Das heißt, diese ganzen Waterborne Diseases, Durchfallerkrankungen, werden um ein Vielfaches minimiert. Oder auch ein Megahebel, der sehr lange unterschätzt wurde, ist Frauenhygiene. Also Kids, Mädels Zugang zu Darmhygiene zu geben, weil was macht ein Mädchen, wenn sie ihre Tage hat, irgendwie mit 13, sie geht einfach nicht zur Schule während der Zeit. Und das sind halt so Hebel, die einfach bewiesenermaßen irgendwie helfen. Und genau das sind so Themen, die wir mit einem Großteil unserer Fördergelder unterstützen.
Ist eigentlich Viva con Agua für euch Wettbewerb?
Nee, es ist irgendwie, also wir nennen das irgendwie, ich glaube, das nennt so die Szene auch gerne Co-Petition. Also man macht irgendwie dasselbe.
Aber die mögen euch wahrscheinlich nicht so richtig gerne.
Doch, wir sind eigentlich relativ cool mit denen.
Ja klar. Die machen das ja, glaube ich, komplett Pro Bono und ihr macht das sozusagen for profit.
Ja, nee, das stimmt auch nicht ganz. Also die haben auch eine GmbH in dem ganzen Konstrukt. Also Viva con Agua ist ja im Moment Verein mit dem Spenden. Also das finde ich ja alles ja ganz cool. Also übrigens auch eine große Überlegung von uns: Wird es nicht irgendwann Zeit, dass wir auch eine GmbH noch dazu haben, die nur die Spendengelder verwaltet? Das hat zum Beispiel Viva con Agua. Viva con Agua hat zum Beispiel auch eine GmbH daneben, die sich um das ganze Wassergeschäft kümmert.
Okay. Wie vielen Distributionsorten in Deutschland gibt es eigentlich?
Um die 20.000 mittlerweile.
Und wie viele gibt es?
Also wenn ich jetzt richtig liege, irgendwas um die 36.000 bis 40.000.
Also das sind die Orte, wo man jetzt Riegel und Wasser und so was verkauft?
Genau, ja.
Das heißt, ihr habt fast alles erschlossen?
Noch nicht alles. Also bei der EDEKA zum Beispiel sind wir noch nicht drin. Da gehen wir jetzt langsam mal. Also das stimmt nicht ganz. Wir sind bei der EDEKA, aber wir sind noch nicht so groß bei der EDEKA. Das wird sich jetzt Warum bislang nicht? Ich meine, Rewe und dm haben uns groß gemacht. Wir waren auch lange nicht bei anderen Drogerien, weil wir einfach einen engen Draht mit dm hatten und haben dann irgendwann Rossmann und Müller und die Konkurrenz erschlossen.
Aber am Ende müsst ihr für die auch alle funktionieren. Also die mögen euch zwar, aber die gucken genauso auf die Qualität und die Fehler.
Wir hatten zwar bei Rewe und dm lange einen Babybonus gehabt, der ist aber nach 6,5, 7 Jahren natürlich auch irgendwann weggeklappt.
Dass ihr den bekommen habt. So ein Baby hätten glaube ich viele Food-Startups gerne.
Ja, ich glaube, zwar die Idee am Anfang, viele, ohne dass jetzt irgendwie, dass mir das jemals jemand gesagt hätte von der REWE oder so, aber das, was wir uns, ich glaube, wir kamen damals 2018 zum extrem guten Zeitpunkt, weil Bio war irgendwie für diese ganzen Vollsortimenter, wie man eine REWE, die EDEKA etc. nennt, war jetzt nicht mehr unique, weil das hat auch irgendwie, dafür gab es Spezialisten und ist irgendwie die ganzen Discounts, Aldi, so haben angefangen, große Biolinien rauszubringen. Also was ist so das nächste Ding gewesen? Und da kamen wir mit unserer Idee von sozialem Konsum, glaube ich, extrem gut an, genau an dem richtigen Zeitpunkt.
Aber jetzt mal eine kleine Provokation. Dafür seid ihr recht klein. Also wenn man jetzt überlegt, ich hatte zuletzt hier Gustavo Gusto oder YFood oder vielleicht Ankerkraut, Just Spices, alles so Lebensmittelmarken aus den letzten Jahren und die sind eigentlich alle größer.
Ja, muss man, glaube ich, genauer hinschauen. YFood ist ja riesig im D2C. Wir sind kaum im B2C, wir sind ja eine Offline-Marke.
Aber ihr habt auch viel mehr Produkte als die. Die haben ja nur ihre—
Ja, aber wir sind auch nur in 5 Ländern, aber aktuell ist der größte Umsatz bei uns immer noch in Deutschland. Also wir wollten internationalisieren, dann kam Corona.
Ah nee, das war Gustavo Gusto. Die machen nur Pizza und sind damit irgendwie, glaube ich, jetzt über 100 Millionen.
Ja, das ist richtig, genau. Aber die sind super stark distribuiert, Nummer 1. Nummer 2 ist, wenn du sehr, sehr hohe Drehzahlen auf irgendwie 10, 20 SGUs hast, kriegst du dasselbe natürlich auch. Die haben ja keine 20 SGUs, die haben ja irgendwie— wie viele Produkte hat Gustavo Gusto? 7 oder so? 10?
Wann gibt es die Share Pizza? Habt ihr da schon drüber nachgedacht? Das wäre doch auch fett, wenn einer so auch von Dr. Oetker das will.
Wenn Dr. Oetker bei uns kommt, an die Tür klopft.
Also ja, also kommt gerne Inbound, dann macht der Hartvertrieb drauf.
Bei uns kommt extrem viel Inbound.
Also ihr wartet wirklich, bis Dr. Oetker sagt, okay, wir rufen mal an?
Nee, also lustigerweise bei FMCG versuchen wir das das irgendwie alles selber zu machen. Alles andere, aber wir haben einen extrem großen Inbound. Also alles, also wir haben zum Beispiel, bevor wir mit der ING gesprochen haben, haben wir tatsächlich mit jeder großen deutschen Bank gesprochen.
Weil die auch alle wollten.
Ja, es war irgendwie so ein Speed-Dating mit ganz vielen Banken gleichzeitig und ING hat so unseren Zuschlag bekommen am Ende des Tages.
Aber dafür, dass ihr so viele Produkte habt und so viel Interesse, also ich provoziere jetzt ein bisschen, müsste der Umsatz doch vergleichsweise noch größer sein eigentlich?
Ja, also du sprichst einen super guten Punkt an. Das ist halt die Frage, wie viel macht man? Also wir haben Ich glaube, wir haben damals extrem viel gelistet. Wir hatten ja zeitweise irgendwie über 135 Produkte. Das war ein riesiger Longtail. Davon hat einfach sehr viel einfach nicht gut funktioniert. Das haben wir jetzt auch alles konsequent abgeschnitten und konzentrieren uns auf uns. Also eigentlich bauen wir gerade zwei Säulen oder haben zwei Säulen. Die Produkte, die wir selber richtig gut können, und die wachsen und skalieren gerade. Und das andere ist, mit anderen Partnern große Produkte anbieten. Die Produkte kommen aber vom Partner und nicht von uns. Da bieten wir tatsächlich einfach das, was du gerade eben gesagt hast, Thema Lizenz, unsere Marke an und wir kümmern uns um den Impact. Aber ja, also ich bin jetzt kein Pizzaexperte, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Pizzadrehzahlen natürlich auch noch mal einiges höher sind als Riegel.
Weiß man ja. Gute Frage. Ich glaube selbst, was macht Jokolade für Umsatz?
Jokolade muss irgendwie, die letzten Zahlen, die ich mal gesehen habe, war irgendwas zwischen einstellig, Anfang zweistellig.
Na gut, das ist immer auch nur dann, sagen wir mal, nur Faktor 4, Faktor 5 kleiner als ihr. Nur mit einem Produkt am Ende nur mit der Yoko-Idee im Hintergrund.
Auf was konzentriert man sich? Das ist eine wichtige Frage, stellen wir uns gerade selber auch.
Aber ihr habt noch relativ viel Cash auf dem Konto.
Ja, also kann man sagen, sind wir, also da können wir echt stolz drauf sein, dass wir also ein FMCG-Unternehmen, was von einer reinen Wachstumsbude sich umbaut innerhalb von anderthalb Jahren auf eine Profitabilitätsbude, das ist eigentlich bei FMCG sehr, sehr schwer. Aber wenn alles gut geht, werden wir dieses Jahr, Ende des Jahres profitabel.
Also dann ist kein Wachstum mehr da?
Bitte?
Dann ist kein Wachstum mehr da?
Naja, was heißt kein Wachstum mehr da? Also wir wachsen trotzdem, aber wir wachsen um einiges langsamer als zuvor.
Okay. Was ist härter, die Schauspiel- und Filmwelt oder die Startup-Welt?
Boah, gute Frage. Ich glaube, Ich glaube, beide haben ihre Geschmäcker.
Du hast mal über die Filmwelt gesagt, irgendwie die Atmosphäre an Filmsets ist oft auf einen maximalen Output optimiert und die Kultur, die dahin entsteht, geht über Charaktere und Menschen hinweg.
Ja, das war der Hannes Blatt Podcast. War es ein Podcast oder war es ein Artikel? Ich weiß nicht mehr.
Wir haben es gefunden.
Ja, es war, da ging es um Arbeitskultur. Naja, also das Das wurde ja recht groß, glaube ich, letztes Jahr in den Medien diskutiert.
Til Schweiger und Co.
Korrekt. Wie läuft es an Sets ab? Das heißt ja nicht, dass es der Standard ist, aber du musst dir ja vorstellen, du musst innerhalb von 30 Tagen— das ist so die durchschnittliche Drehzeit von einem normalen TV-Film, sind 30 Tage, mehr haben die nicht, meistens sogar weniger mittlerweile. Ein Kinofilm hat so 60 Tage. In der Zeit entsteht das Produkt, dann ist das fertig, dann geht es in den Schnitt etc. Diese Leute, mit denen du zusammenarbeitest, siehst du für diese 30 bis 60 Tage. Das heißt, wie kriegst du den maximalen Output raus? Normalerweise durch sehr hohen Druck, durch sehr hohen— du kannst ja Leute sehr, sehr schnell pressen. Du bist ja selber Geschäftsführer, du weißt ja, wie du aus Leuten hohen Output rausbekommst. Das geht aber, wenn du— nee, aber wenn du Unternehmer bist, das ist ja der wichtige Punkt, das geht halt nur auf eine— das geht halt, wenn du auf die Leute längerfristig angewiesen bist, weil du jedes Jahr Wachstum erzeugen willst, das geht halt nur 3 Monate gut, weil die Leute dir wegrennen. So, das hast du im Film nicht. Ja, im Film bist du, arbeitest du zusammen. Also man kann da mal jemand anschreien, weil das ist die Kultur, ist eine ganz andere. Die ist halt, und deswegen, das meinte ich in diesem Zitat, das ist halt um einiges toxischer. Es heißt nicht, dass alle Sets so sind, aber viele Sets sind halt extrem toxisch, weil der höchste Output geht halt da sehr einfach durch Druck und nicht durch große Kooperation und Zusammenarbeit.
Aber wenn es dann deine Antwort, also Film ist tatsächlich härter, würde man gar nicht denken, als als die Startup-Welt.
Ja, also kommt drauf an, wie du es phrasest. Also ich weiß nicht, ob damals— ich bin also— die Rocket-Internetzeit war jetzt glaube ich vor mir. Also ich war jetzt in keinem großen Rocket-Startup dabei gewesen.
Soll auch hart gewesen sein.
Ich weiß auch nicht, ob da die Kultur so geil war.
Und das schreibt in eurem Blut. Okay. Liquidität ist der Treibstoff für alles Wachstum, aber lange Zahlungszyklen binden häufig wertvolle Liquidität oder wertvolles Kapital. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Sage ins Spiel. Sage beschleunigt mit Sage Intacct den gesamten Prozess von der Leistung bis zum Zahlungseingang. Die Fakten sprechen für sich: Die Zeit bis zum Zahlungseingang sinkt von etwa 120 auf unter 70 Tage. Eure Rechnungszyklen werden über 50% kürzer. Der Monatsabschluss ist bis zu 73% schneller fertig. Ihr trefft Entscheidungen endlich auf einer aktuellen Datenbasis. Das heißt weniger Kapitalbindung und mehr Liquidität für Investitionen. Und mit dem KI-gestützten Finanzmanagement habt ihr den ganzen Cashflow jederzeit im Blick. Über 2 Millionen Kunden weltweit vertrauen auf die Cloud-Lösung von Sage. Extra für OMR-Hörer gibt's außerdem jetzt ein exklusives Angebot: Ihr bekommt 20% Rabatt auf die ersten 12 Monate. Das Angebot gilt für Sage Intacct inklusive dem Sage Copilot bis 31.12.2026. Wer hatte noch mal Pop-up-Stores?
Wir hatten mal einen Pop-up-Store, ja.
Aber hat nicht funktioniert?
Das war auch nur ein Marketing-Gag.
Ja?
Ja. Wir hatten sogar ein Ding, das hieß das Goldene Haus. Das war ein alter Konsummarkt. Das war ganz geil, weil wir halt einen alten Konsummarkt sozial gemacht haben. War ein sehr großer Marketing-Stunt. Werden wir oft noch drauf angesprochen. Ist das jetzt irgendwie rollpositiv? Das weiß ich jetzt auch nicht.
Nochmal zurück zur Härte der Startup-Welt. Dazu gehört auch, dass obwohl du da jetzt eine Firma baust, die einen erheblichen Wert hat, wahrscheinlich hat dir gar nicht mehr so viel daran gehört. Weil man einfach verbessert, weil man braucht Geld von anderen. Ist ja nicht ungewöhnlich, aber am Ende irgendwie 1-2% ist jetzt gar nicht mehr so viel dafür, dass man die Firma gegründet hat.
Ja, das ist richtig. Also ich habe ja, muss man auch fairerweise sagen, ich habe jetzt auch nicht so viele Anteile am Anfang angehabt. Ich bin einfach sehr jung eingestiegen. Aber ich würde sagen, das sollte nicht— also wenn ich morgens aufstehe und mich frage, warum ich Share mache, dann mache ich das, weil ich diese Wette so unheimlich spannend finde. Also die Wette, und zwar lass mich vielleicht spezifizieren, was meine ich damit? Die Wette, dass du ein Unternehmen bauen kannst, was anderen Leuten irgendwie vorführt, dass du mit Gutem tun Geld verdienen kannst. Und ich mag die Reibung einfach so gerne. In Deutschland sagt man irgendwie, du kannst Porsche fahren mit der Socke in der Hose und bist der Hecht, weil du irgendwie Investmentbanker bist. Aber wenn du irgendwie Brunnen baust in Afrika, dann bitte aber bloß nicht zu viel Geld. Und ich glaube, das muss aufgebrochen werden, weil wenn es nach mir geht, sollte der reichste Mann der Welt oder Frau die Person sein, die am meisten Menschen geholfen hat. Oder der meisten der Welt zugutes getan hat und nicht die Person, die irgendwie Logistik optimiert hat, um es mal so zu sagen. So, das treibt mich morgens an. Sollte man irgendwie am Anfang schauen, dass die Anteile irgendwie bloß bei dir bleiben, 100%? Ich glaube, jeder macht da ein klassisches— ich glaube, da kann jeder Gründer irgendwie ein Lied von singen.
Aber ist ja egal am Ende, wenn die Firma jetzt mehrere 100 Millionen oder Milliarden wert würde, dann ist auch wenig sehr viel.
Ist auch wenig sehr viel. Erstens das, und zweitens, ich glaube, was nicht bezahlbar ist, ist der Ruf, den du damit auch erarbeitet hast. Und Share wird ja nicht das letzte Baby sein, was ich irgendwie baue.
Du hast jetzt die Frage schon geschickt vermieden, aber doch einmal verstehen: Was ist so eine Firma denn wert? Also ich meine, es ist ja am Ende, reden wir wirklich auch immer, da haben wir schon gesagt, eine ganz klassische Gesellschaft mit guten Zweck, aber die kann man trotzdem verkaufen, die hat einen Wert. Und richtig, da ist jetzt die Frage, ist das jetzt irgendwie, so lassen wir 50 Millionen sein, mal 1, mal 2, mal 3, mal 0,5.
Das ist ja das Problem, und das hat alles gar nichts damit zu tun, dass es hier ein Podcast ist und ich weiß, dass du sehr gerne Zahlen fragst, sondern ich glaube tatsächlich, dass du das aktuell gar nicht sagen kannst, weil wenn du dir gerade irgendwie das Pitchbook und so anguckst, Also A, gibt es super wenig Verkäufe gerade.
Also PitchBook, die Deal-Datenbank.
Genau, also du siehst gerade einfach super selten, super wenig Verkäufe, vor allem die in unserer Kategorie irgendwie ansatzweise vergleichbar wären. Also irgendwie Purpose-Unternehmen, FMCG in verschiedenen Kategorien. Wir sind ja in mehreren Kategorien unterwegs, nicht nur in einer Kategorie.
Wobei FMCG hat das in den letzten Jahren schon gut funktioniert. Ankerkraut habe ich gerade erwähnt.
Ja, genau, das waren fette Exits, aber vor der Ukraine. Oder? Also ich meine Ankerkraut war ja zumindest während der Pandemie so. Genau, es war vor der Ukraine, also vor wo die Zinsen hochgeschossen sind, wo auf einmal Investoren wieder andere Geschäftsfelder auch sehen können. Also wo das Geld auf einmal nur weil es auf der Bank rumliegt Geld verdient. Früher gab es ja absurdeste Deals. Du hattest ja alle bei dir. Wie heißt nochmal die Influencerbude, die da an Henkel verkauft wurde? Invincible Brands zum Beispiel. Diese Deals wird es nicht mehr geben. Also glaube ich nicht dran, dass es diese Deals jemals noch mal geben wird. Das war so die Hochzeit des Niedrigzinsumfeldes.
Also ein bisschen das Fenster verpasst für euch.
Was heißt verpasst? Ich weiß nicht, ob ich glücklich wäre, würde ich heute— also alle Marken, die danach verkauft wurden, welche von denen sind richtig geil geworden danach? Also ich habe keinen—
gar nicht. Das haben wir rausgefunden.
Und ich habe keinen— ich weiß noch nicht, wie es Anker Cowgirl geht, aber ich glaube auch nicht so geil. Also ich habe— und das ist mir wichtig, wenn die Bude irgendwann mal verkauft wird, dann sollte sie dadurch wachsen. Ja, also ich will nicht Share irgendwann mal verkaufen, nur um selber irgendwie Geld zu verdienen, damit sie irgendwann in irgendeiner Kartei von irgendeinem Portfoliounternehmen landet.
Also, aber in 10 Jahren, ob du es noch machst und nicht, weiß man nicht so genau.
Also vielleicht in 10 Jahren sind dann IPOs wieder sexy, was ich hoffe. Ja, also wenn du sagst, das ist weit von entfernt gerade, aber ich habe Unternehmen an die Börse gehen sehen, mit weniger Umsatz.
Leganz oder so hatten wir auch mal. 123 Fahrschule, weiß ich auch noch.
Ja, aber dann gehört dein Unternehmen dem Volk, wie man das so schön sagt. Auch geil. Also du kannst Shares von Share haben. Wie geil wäre das denn? Also ein Unternehmen, was Gutes tut und Leuten gehören kann. Also da gibt es verschiedenste Spielweisen und ich kann dir gerade nicht sagen, was es wert ist, weil da sind alles Da werden so viele MyTips gerade durch den Raum geworfen. Ich würde mich da niemals gerade auf irgendwas einigen wollen.
Ist es denn generell so, dass in dem aktuellen Zeitgeist dieser soziale Ansatz noch genauso cool nachgefragt ist wie vor 1, 2 Jahren oder hat sich das geändert?
Na ja, du merkst schon, also wenn man so ein bisschen in die Historie zurückschaut, diese ganzen Purpose-Unternehmen sind so 2008 das erste Mal auf der Welt aufgepoppt, so nach der Finanzkrise. Da hieß es Companies gleich bad und da gab es die ersten Unternehmen, die gesagt haben: Nee, geht doch anders.
Wir sind nicht Unicorns, wir sind Zebras.
Ja, genau. So, also so irgendwie Toms Shoes zum Beispiel, das war so eine der ersten. Toms, das waren diese Schuhe, die auch gleichzeitig Schuhe gespendet haben. Buy one, give one wurde so ein bisschen da. Die sind nach und nach immer raufgepoppt und so zwischen 2014 und 2018 hast du die irgendwie sekündlich irgendwo rauskommen sehen. So auch wir. Also wir waren irgendwie eine der ersten, in Deutschland damit. Das hat sich jetzt gesättigt. Und du merkst gerade 2 Effekte. Das eine ist nicht, dass das den Leuten egal geworden ist. Die Leute sagen eher halt, ist halt auch irgendwie jetzt Grundvoraussetzung. Jetzt nicht unbedingt, dass es Social ist, aber irgendwie dein Unternehmen sollte irgendwie einen nachhaltigen Zweck erfüllen. Du merkst also, immer mehr Leute sehen das als Grundvoraussetzung an, was cool ist.
Man kann sich nicht einmal so richtig darüber differenzieren.
Genau. Und das Zweite ist halt, die Qualität wird auch immer wichtiger. Also Das merkst du jetzt. Manche Leute beziffern das ja auch immer mehr als Meconomy, was so größer wird jetzt gerade. Also das, was klassisch ist in Zeiten von Krisen: Zu viel geht los. Das heißt, Leute konzentrieren sich eher mehr auf sich. Also das kommt wie das Amen im Gebet. Genauso wie— wichtiger Side Fact aus der Filmindustrie— Katastrophenfilme haben immer ihre Peaks, während Krisen stattfinden. Also Independence Day etc. Das kommt immer dann, wenn um dich herum viel Krise passiert. Guckst du dir gerne Filme an, wo es Leuten beschissener geht als dir.
Sozialer Vergleich nach unten.
Ja, genau.
Heißt es, glaube ich, in der Theorie.
Ja, oder also du beschäftigst dich gerne mit Aliens und Weltüberfällen, wenn es halt bei dir gerade wirtschaftlich scheiße geht, weil du weißt, es geht halt immer noch schlimmer. So, die Filme ziehen in der Zeit. Genauso wie sich Leute halt mehr um sich selber kümmern. Das heißt, das Qualitätsversprechen wird immer wichtiger. Und das ist auch etwas, was wir jetzt irgendwie gerade zum Glück frühzeitig merken und seit letztem Jahr auch verstärkt in Qualität investieren. Weil Leute sagen: Ist cool, dass ihr social seid, mega, fördere ich, unterstütze ich, aber bitte irgendwie, weiß nicht, jetzt irgendein Beispiel, nicht dass es stimmt, aber hier bei der Schokolade bitte auch mal nachkorrigieren, könnte besser sein. Das heißt, wir investieren gerade auch sehr viel in Qualität, weil Qualität auch immer wichtiger wird.
Ich frage mich eh, wie das funktionieren kann bei Sachen wie Schokolade. Das ist ja schon sehr, sehr klar differenziert über den Geschmack. Also ich meine, da gibt es ja verschiedene verschiedenste Macharten und Leute erzählen die verschiedensten Geschichten, auch Herkunft des Kakaos, aber halt auch so Zutaten. Manche haben, da ist ja schon wirklich viel Story dahinter und die zahlt immer auf den Geschmack ein. Dann kommt ihr und sagt irgendwie, wir haben hier so eine Schokolade, da tust du was Gutes. Die will ich ja jetzt rein geschmacklich nicht unbedingt essen.
Ja genau, also du musst irgendwas extra bieten. Also zum Beispiel unsere Schokoladen sind zum Beispiel zumeist vegan. Wir haben irgendwie diesen veganen Bonus in unseren Schokoladen. Die haben einen sehr hohen Kakaoanteil. Der Schmelzfaktor ist sehr gut. Unser Kakao in unserer Schokolade wird in der Schweiz hergestellt, was irgendwie in Deutschland jedenfalls ein großes Qualitätsmerkmal ist, also Schweizer und belgische Schokolade. Also worauf führt das hinaus? Du kommst gar nicht drumherum, in jeder Kategorie eigentlich, wenn es nicht jemand anderes macht, ein Expertenwissen aufzubauen und du musst für etwas stehen. Und genau das festigen wir gerade und in investieren auch rein, weil es Leuten einfach gerade für den Wiederverkauf immer wichtiger wird, dass ein Produkt auch von einer guten Qualität ist, wo wir zum Beispiel bei den Riegeln extrem gut sind. Also wir waren einer der ersten Vollnussriegel in Deutschland. Das gab es vorher nicht. Also ein ganzer Riegel, der einfach nur mit Nüssen verklebt ist. Also wie die Be Kind, die gibt es ja jetzt auch mittlerweile in Deutschland. Die gab es ja ganz lange in den USA. Das gab es in Deutschland zum Beispiel gar nicht. Das ist einer der Gründe, warum wir auch sehr gut mit diesem, also einer unserer Riegel ist einer der meistverkauftesten Riegel in Deutschland zum Beispiel. Schoko-Mehrsatzriegel.
Okay, einer der meistverkauften Schokoriegel in Deutschland. Also mehr so als Nussriegel.
Genau.
Als, weiß ich nicht, was gibt es so?
Es gibt, es gibt, ich weiß nicht, was GfK oder so. Ich nenne die Marke jetzt auch nicht, aber es gibt auf jeden Fall, es gibt große, große Hersteller wie Mars, Ferrero, you name it. Es gibt viele von unseren, also es gibt viele von unseren Riegeln, die verkaufen sich mittlerweile genauso gut in den Verkaufsstellen wie einer von diesen Riegeln.
Ja gut, also ich drücke euch die Daumen, dass es so weitergeht.
Ja, hoffe ich auch.
Was ist möglich? Also was glaubst du umsatzmäßig in den nächsten Jahren?
Also irgendwann müssen wir expandieren. Ja, also da denken wir immer konkreter drüber nach. Wir wollen stärker in Food und also generell Food werden wir jetzt, da merken wir einfach, da ist so so viel Potenzial, was wir einfach gar nicht geschöpft haben. Da gehen wir jetzt immer tiefer rein, wollen da auch irgendwie für ein Qualitätsversprechen jetzt mehr und mehr stehen. Und das Restliche ist halt Lizenzgeschäft, was sehr gut anläuft.
Okay, okay. Also erstmal, ich finde es immer super, wenn sich jemand engagiert und was versucht rauszuholen aus seinen Möglichkeiten und Chancen. Das ist auf jeden Fall gegeben und ich drücke die Daumen, dass es jetzt so weil der hochläuft und dann gucken wir, ob der IPO noch kommt.
Ja, ich glaube, da musst du mich in 10 Jahren nochmal einladen oder 5 oder 3, wer weiß.
Aber du hast dann irgendwie das nächste unternehmerische Ding, also du würdest jetzt nicht wieder danach wieder neu gründen eines Tages?
Schon, finde ich schon spannend. Also mir fällt gerade keine gute Alternative ein, muss ich sagen.
Politik, du kannst in die Politik gehen.
Zurück, ja, ich glaube, da wäre ich nicht so alt.
Weil es so hart ist.
Politik ist schon heavy. Also ich finde, alles, was in der Politik passiert, ist Realpolitik. Also alles, egal was dir jemand erzählt, wie ideologisch sie auch sind, alles ist ein großes Machtgame und realpolitisch. Ich habe nichts anderes erlebt in meinen Zeiten dort. Es gibt Leute, die sind krasse, also auch nicht ganz fair, es gibt Leute, die sind auch krass purposegetrieben. Martin Schulz habe ich zum Beispiel so kennengelernt. Der ist irgendwie leider über sich selber gestolpert hier, hat irgendwie die Partei verheizt aus meiner Sicht damals. Vermisse ich gerade unfassbar, diesen Typen. Der würde uns gerade extrem gut tun, würde er noch irgendwie aktiv in der Politik sein.
Bist du ein bisschen, also eine gewisse SPD-Nähe gibt es bei dir?
Zwangsweise nur dadurch, dass ich halt damals im Europäischen Parlament mit SPDlern zu tun hatte. Ich war aber nicht in der Partei und werde auch niemals in einer Partei, glaube ich, sein wollen. Die Partei müsste, glaube ich, erstmal gegründet werden, die irgendwie—
die ich wollte, oder die ganzen—
ja, die sind schon, also die muss ich sagen, sind das nicht unattraktiv. Ja, also ich finde, die Voids sind schon ziemlich cool. Aber ja, ich, das ganze System einer Partei ist für mich so ein bisschen nicht flawed, aber hat so einen Geschmack an sich, weil es funktioniert nicht wie ein Unternehmen funktioniert. Ja, ein Unternehmen funktioniert ja so, dass du Also ein gutes Unternehmen funktioniert ja dadurch, dass du gewisse KPIs hast und die Leute liefern gut ab und deswegen steigern sie hoch. Eine Partei funktioniert jedenfalls aus meinen Erfahrungen nach sehr viel durch Mehrheitsbildung, durch Grüppchenbildung, aber nicht dadurch, dass du einen guten Output lieferst, sondern weil du halt sehr gut mit sehr vielen Leuten bist und dadurch kommen halt Leute in Parteien sehr hoch irgendwann, nicht weil sie die Experten sind für gewisse Fächer oder weil sie extrem gute Manager sind, was du am Ende in der Regel Regierung ja sein musst. Ja, wenn du im Ministerium anfängst, musst du einfach ein sehr guter Manager sein und im besten Fall das Fach verstehen. Ja, doof ist, wenn du das Fach sehr gut verstehst, aber kein guter Manager bist. Und ganz viele von diesen Leuten, habe ich jetzt die Erfahrung gemacht, sind einfach keine guten Manager, aber sehr gut in der Machtpolitik Mehrheiten bilden. Das heißt aber nicht lange, dass du effiziente Politik machst.
Okay, also danke noch mal für die Einschätzung zum Schluss. Vielen Dank.
Danke dir.
Alles klar. Ciao, ciao. Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt es jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-Interessierte, Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
More from Mario


Vom Hafenarbeiter zum Milliarden-Textilimperium: Tom-Tailor-Gründer Uwe Schröder (#945)









