ChatGPT-Produktchef Nicholas Turley (#780)
2 Mar 2025 · 55 min
In this OMR podcast episode, host Philipp Westermeyer introduces a republished interview originally recorded by Christian Bützer for the Silicon Valley Update. The conversation centers on Nick Turley, the global product lead for ChatGPT at OpenAI. Turley recounts his unconventional path from studying music and graduating from Brown University to early tech roles at Dropbox and Instacart, and his eventual move to the Bay Area where he joined OpenAI. He describes the accidental launch of ChatGPT, its explosive user growth, and the product decisions that shaped its roadmap, including safety mechanisms and scaling challenges. Turley also reflects on cultural differences between Silicon Valley’s risk‑taking environment and the more cautious German tech ecosystem, offering insights for German entrepreneurs. Interwoven with the tech discussion, Turley shares his ongoing involvement in a neo‑soul band and invites listeners to his jam sessions, humanising the AI leader. The episode closes with Christian thanking Turley and Philipp promoting OMR Education’s six‑week AI intensive course for marketers, detailing its target audience, time commitment, and certification. Listeners are encouraged to subscribe to the Silicon Valley Update for more German‑focused Silicon Valley stories.
Chapters
OMR Podcast heute mal etwas anders. Und zwar hat mir vor 13, 14 Jahren, als damals OMR als Konferenz anfing, jemand geholfen, das alles als Hobby nebenberuflich aufzubauen. Der heißt Christian Bützer, hat damals hier in Hamburg bei Adobe gearbeitet, ist dann in die USA verzogen für Adobe, ist dann zu LinkedIn gewechselt und seit einigen Jahren mittlerweile dort in San Francisco selbstständig. Bis heute ein Freund des Hauses, ein Freund von mir, jemand, der OMR unterstützt und der seit einigen Jahren den Der hatte längere Pause. Es gab eine erste Staffel und jetzt geht er wieder los. Und Christian Büzer sucht nach spannenden Personen aus Deutschland, die im Silicon Valley Furore machen. Und da hat er jetzt jemanden gefunden, der wirklich eine interessante Geschichte zu erzählen hat, nämlich Nick Turley. Nick Turley ist gebürtig aus Itzehoe, ist 29 Jahre alt und jetzt kommt's: der weltweite und globale Produktchef von ChatGPT, also Mitarbeiter der frühen Stunde bei OpenAI und macht halt ChatGPT. Und die beiden haben sich jetzt für die erste Folge der neuen Staffel des Silicon Valley Update Podcast unterhalten. Und ich fand diese Folge so gut und die Geschichte deswegen auch so interessant, weil der Nick Turley auch am 6. und 7. Mai zu uns nach Hamburg kommt zum OMR Festival, dass ich gesagt habe, weißt du was, Christian, wir nehmen diese Folge und machen daraus eine Episode OMR Podcast. Und so ist es gekommen. Und deswegen hört ihr jetzt gleich eine augenöffnende Folge mit Christian Büttzer als Host und Nick Turley als Gast über AI, über OpenAI. AI und über Deutsche im Silicon Valley.
Auf geht's!
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Nick, ich freue mich total, dass du hier bist. Ja, also erstmal hallo.
Hallo, freue mich.
Du bist ja Deutscher, was die meisten nicht wissen. Dein Name ist ja so ein bisschen Englisch sozusagen, und auf deinem LinkedIn-Profil steht, dass du Abitur 1,0 hast.
Das wollte ich eigentlich rausnehmen.
Das klingt aber gut auf jeden Fall. Und dann wolltest du eigentlich Musiker werden, aber dann kam anscheinend irgendwie ein Sinneswandel.
Erzähl mal. Ja, also ich bin in Norddeutschland aufgewachsen, in Itzehoe, das ist in der Nähe von Hamburg. Und als ich Teenager war, bin ich in den Jazz reingerutscht und habe mich dann in der Stadt überall musikalisch beteiligt. Ich war in einer Salsa-Band und ich wollte dann tatsächlich, als ich 16, 17 war, eventuell Musik studieren und habe mich dann auch in den USA unter anderem beworben und bin auch reingekommen und hätte das fast gemacht. Und dann in der letzten Minute, ich erinnere mich noch, ich hatte eine gute Unterhaltung mit meinem Vater, der mir sehr— also meine Eltern haben das total unterstützt, aber die haben mir auch gesagt, du wirst nicht immer die Musik spielen, die du tatsächlich auch spielen willst, weil als Berufsmusiker sieht das einfach anders aus. Und dann habe ich mich dann letzter Minute umentschieden und habe gesagt, ich gehe doch in den akademischen Bereich rein. Habe das dann aber im Studium immer weitergemacht und es ist immer noch ein großes Hobby für mich.
Okay, also du hast dich für Musik in den USA beworben?
Ja, genau. Ich wollte dann ursprünglich an ein Conservatory Jazzmusik, Jazzklavier studieren und in letzter Minute habe ich mich dann doch für eine akademische Uni hier entschieden. Aber in die USA wollte ich auf jeden Fall.
Und ich habe gesehen, du hast ja auf der Brown University geschrieben oder studiert. Das ist ja so eine von den Ivy-League-Unis auch in den USA und Aus meiner Perspektive, als ich halt damals Schüler war, Student, ich bin ein bisschen älter, aber damals war halt das irgendwie nicht so ein Thema, dass jetzt irgendjemand aus meinem Freundeskreis gesagt hätte: Boah, du musst eigentlich auf jeden Fall in die USA und dann auf jeden Fall Ivy League. Was denkst du über diese Modelle oder wie bist du überhaupt drauf gekommen, hierher zu kommen?
Also ich war 16 oder 17, als ich mich entschieden habe, überhaupt in die USA zu gehen, und ich wusste nicht so richtig, was ich machen wollte. Ich hatte viele Interessen damals, musikalisches Interesse, Philosophie fand ich interessant. Physik fand ich auch interessant. Also ich hatte unglaublich viele verschiedene Interessen irgendwie. Und in dem deutschen System, und das eigentlich total super ist, auch international, muss man sich halt von Anfang an entscheiden. Und in den USA war das nicht so. Und gerade an der Brown University, an die ich gegangen bin, musste man sich überhaupt nicht festlegen. Und das fand ich super, weil ich einfach viele verschiedene Dinge ausprobieren wollte. Und ich glaube, Hätte ich das nicht gehabt, wäre ich in die Informatik nicht reingerutscht, weil ich war nicht einer, der aufgewachsen ist mit Computern und seit Kindheit an programmiert hat. Ich war jemand, der das im Studium angefangen hat und ich hatte erst eine Logikklasse und die fand ich cool und dann habe ich mich gefragt, was ist so ähnlich? Und dann hat jemand gesagt, Programmieren. Und dann habe ich Programmieren gemacht und next thing you know it, war ich Informatikstudent und habe Praktika als Software Engineer gemacht. Und ich bin halt dadurch reingerutscht, dass in den USA machen konnte, was ich interessant fand, und das war ein super großes Privileg. Und ich glaube, ohne das hätte ich diese Karriere nicht gefunden.
Okay, und sag mal, wenn man jetzt so gut ist in der Schule, das ist ja einer der Faktoren, warum viele Leute dann sagen, okay, darüber komme ich jetzt in so eine Uni rein. Aber würdest du jetzt heute deinem 16-, 17-jährigen Ich das nochmal empfehlen? Natürlich hast du einen guten Weg gemacht, aber wenn jetzt hier Leute zuhören, die irgendwie auch irgendwie 16, 17, 18 sind oder so.
Also ich würde auf jeden Fall empfehlen, das zu machen, wo man wirklich Interesse hat, weil ich glaube, Interesse, das ist wichtiger und wichtiger jetzt, wo wir KI haben. Es kommt wirklich darauf an, die richtigen Fragen zu stellen an die KI, und ich glaube, dafür braucht man einfach unglaubliches Interesse an verschiedenen Dingen. Und ich glaube, es ist nicht so wichtig, was du machst, solange es dich interessiert. Und ich glaube, das würde ich meinen Kindern jetzt empfehlen. Informatik muss es nicht unbedingt sein. Ich glaube, Das Programmieren wird sich komplett verändern über die nächsten Jahre, aber die Interessen verfolgen, das würde ich auf jeden Fall sagen. Ob man das jetzt in den USA als Undergrad macht oder ob man das in Deutschland macht oder über das Internet macht, es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten. Ich glaube, das ist eine individuelle Entscheidung, aber ich würde auf jeden Fall einen ähnlichen Weg vorschlagen.
Ja, weil man könnte ja fast so ein bisschen von so einem Braindrain sprechen, dass halt die besten Leute, ich merke das auch jetzt hier von so Founders, die halt aus Deutschland irgendwie auf die Idee kommen, ja, ich starte meine Company jetzt gar nicht mehr in Berlin, sondern ich gehe halt irgendwie nach San Francisco oder vielleicht noch in andere Städte auf der Welt. Aber eigentlich ist es ja auch so ein bisschen schade, dass dann die Leute, die richtig guten Leute aus dem Land gezogen werden eigentlich.
Ja, ich hatte da auch mal ein bisschen für mich selbst Bedenken, weil ich bin immer noch mit Deutschland sehr verbunden. Ich bin jedes Jahr um die Weihnachtszeit da, manchmal auch im Sommer. Meine Freunde aus der Schulzeit sind da und also ich muss schon sagen, es gibt einen unglaublichen Austausch zwischen Silicon Valley und Deutschland. Also es ist nicht so ein One-Way-Drain, sondern eher Leute gehen in die USA, entdecken die Kultur hier und dann reimportieren die Kultur an andere Orte wie Berlin oder München etc. Auch die Leute, die ich in der Uni kannte, viele sind zurückgegangen und das war eigentlich auch mein ursprünglicher Plan, bevor ich hier in die Tech-Karriere reingerutscht bin. Und also ich glaube, es ist nicht ein Austausch, es ist ein Drain. Es ist schon die Frage, ob Deutschland halt ein Startup-Standort sein kann, weil ich glaube, es ist schon, wenn man gerade im KI-Bereich ist, sehr interessant momentan im Silicon Valley.
Ja, das glaube ich auch. Da sprechen wir gleich noch drüber. Bevor wir auf die KI kommen, nochmal, also du bist dann hier rüber zum Studium. Gab es da irgendwelche krassen Herausforderungen oder als Student kann man ja eigentlich visumtechnisch das relativ einfach bekommen?
Das war sehr herausfordernd. Also das Schriftliche im Englischen hat mich total geschlaucht am Anfang, weil ich musste halt Paper schreiben und ich glaube, das richtig Schreiben habe ich in Deutschland nicht gelernt und deswegen, meine Kommilitonen waren mir da glaube ich Und gerade ich hatte, ich glaube Philosophie war mein erstes Fach, dass ich da gesagt habe, das werde ich tatsächlich studieren. Habe ich dann auch gemacht. Ich habe Philosophie und Informatik letztendlich studiert. Und es gab halt jede Woche, musste ich ein Paper schreiben und abgeben und das war nicht leicht. Aber sonst so kulturell, es war total einfach, weil es waren so viele internationale Leute da und wir haben uns alle total verstanden. Aber das Akademische am Anfang war schon nicht so einfach. Aber wenn du dann ein Jahr drin bist, geht's.
Ich war in der 11. Klasse in so einem Austauschprogramm. Was ich so krass gefunden habe, also es war 2001, war ich hier, und dass die so Debate Classes haben und gefühlt war jeder Amerikaner einfach von vornherein viel eloquenter und konnte viel besser irgendwie so diskutieren. Und ich glaube halt gerade so, wenn man irgendwie später in der Karriere ist, warum wird so was zum Beispiel in der deutschen Schule nicht unterrichtet?
Genau, und ihr werdet es auch gleich feststellen, ich bin glaube ich im Englischen mittlerweile tatsächlich more articulate. Ich weiß gar nicht, wie ich das auf Deutsch sagen würde. Das ist jetzt, glaube ich, mein erster Podcast auf Deutsch. Also ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel.
Ja, das läuft wunderbar. Jetzt müssen wir gleich noch ein Bier holen oder so.
Ja, genau.
Cool. Aber ich sag mal, du bist dann an der Ostküste, hast da studiert und dann geht der Weg praktisch einmal über das große Land hinweg hier nach San Francisco. Wann hast du entschieden, okay, ich muss halt in die Bay Area?
Ja, also ich habe meinen— also die ersten paar Sommer im Studium war ich an der Uni und habe da Research gemacht im Human-Computer-Interaction-Bereich. Das fand ich super cool. Und dann, ich glaube, in meinem dritten Jahr, da habe ich ein Praktikum in San Francisco gemacht als Software-Ingenieur. Und das war total cool. Das war das erste Mal, dass ich in San Francisco gelebt habe und ich war umgeben von all diesen Leuten, die Startups gemacht haben. Es gab eine gute Praktikanten-Community damals, die waren alle so im ähnlichen Lebensstadium, haben sich getroffen und man hat sich gegenseitig kennengelernt. Und ich habe dann festgestellt, dass ich kein Software Engineer werden wollte. Ich glaube, aus falschen Gründen letztendlich, weil ich dachte, das ist irgendwie einsam. Und es ist auch so, glaube ich, als Praktikant im Software Engineering. Aber ich habe gemerkt, dass der Produktmanager irgendwie am meisten Spaß hatte an seinem Beruf, weil er die ganze Zeit mit sich mit Usern unterhalten hat und gefragt hat, warum machen wir das überhaupt und was ist unser Ziel etc. Und das war irgendwie interessant. Also das Praktikum hier war ziemlich maßgeblich für meine Entscheidung, letztendlich hierhin zu ziehen und auch die Produktrichtung einzuschlagen in meiner Karriere.
Ja, ist ganz lustig, ich habe ja lange bei LinkedIn gearbeitet und immer die Praktikanten, die taten mir immer richtig leid, weil die haben irgend so eine sinnlose Aufgabe bekommen für 3 Monate, haben unfassbar viel Geld bekommen, also irgendwie so 10.000, 12.000 Dollar im Monat und dann haben die Housing bekommen, Essen sowieso umsonst, die hatten alle eine super Community und das war irgendwie so eine spaßige Zeit. Zeit, aber am Ende haben die da so eine Demo, so ein Demo-Day gehabt, da sind auch nur andere Interns hingegangen, und dann sind die wieder zurück an die Uni. Und ich dachte immer so, was, what a waste of talent. Und ich merke das ja jetzt, das ist eine Recruiting-Pipeline, natürlich eine Recruiting-Pipeline, aber trotzdem werden die nicht so richtig ernst genommen. Deswegen empfehle ich immer jedem guten Studenten so, hey, geh ins Startup, weil da bist du halt, da lernst du halt wirklich, wie es ist, ne? Weil da bist du halt wirklich einer, also da wirst du halt ins kalte Wasser geworfen und du bist praktisch der wirkliche Mitarbeiter so.
Ja, genau. Und ich glaube, man kann da auch extrem produktiv sein nach einem Monat oder so.
Und ich glaube, Startup Und ich glaube, der erste Job dann war hier ja bei Dropbox, ne?
Genau, genau.
Wie bist du da rangekommen?
Ich hatte eine Teaching Assistantin von mir, also ich war selber Teaching Assistant, das ist so eine, wie heißt das auf Deutsch, Hiwi oder so vielleicht, für unsere Intro Computer Science Vorlesung. Und ich glaube, ein paar Generationen vor mir, die waren alle bei Dropbox und die fand ich immer extrem smart und cool. Und ich habe die halt angeschrieben, hey, habt ihr einen Job? Und die haben dann erst gesagt, nee, ist alles schon voll, weil zu dem Zeitpunkt war Produktmanagement schon eine ziemlich begehrte Karriere, gerade als, als, als, als Newgrad, als, als frisch von der Uni. Ja. Und dann ist irgendjemand abgesprungen, das weiß ich noch. Und dann habe ich gesagt, ich fliege mich selber hin, lass mich einfach ein Interview machen. Und dann haben sie gesagt, no problem. Und Also ich hatte unglaublich viel Glück und das sage ich Leuten immer, die in den Produktbereich reingehen wollen. Man braucht schon Glück und man muss sich, man braucht ein bisschen Hustle, wie man hier sagt.
Aber die Acceptance Rates für diese APM-Programme, also diese Business-Partner, die sind extrem niedrig. Das ist niedriger, als in Harvard oder Stanford reinzukommen. Es ist unfassbar, also bei den großen Tech-Companies.
Genau, und deswegen, ich weiß das bis jetzt zu schätzen, weil ich habe unglaublich tolle Leute dort kennengelernt. Die Leute, die ich bei OpenAI kannte, die kannte ich durch den Dropbox-Job. Also das war ein super erster Job. Und mittlerweile ist Dropbox, glaube ich, weniger bekannt, weil wir einfach keine Files mehr nutzen. Aber damals war es noch eine super Adresse und mit super Leuten und ich hatte extrem viel Spaß.
Ich erinnere mich auch gut, immer da zum Lunch zu gehen. Ich habe damals bei Adobe gearbeitet, Dropbox war einen Block weiter, eine Gruppe von mir hat da gearbeitet und da gab es immer Sushi und so die besten Sachen.
Ja, die hatten so, das war so eine bestimmte Ära im Silicon Valley. Es ist leider nicht mehr so, es ist ein bisschen mehr Fundiert jetzt, aber damals, ich glaube, das war so Ex-Michelin-Sternköche oder irgend so was. Ich habe unglaublich viel zugenommen in diesem Job, mindestens 10, 15 Kilo, glaube ich, aber es war eine super Zeit.
Das sagen die auch immer alle Leute, die bei Google anfangen, dass man erstmal die 10 Google-Kilo oder so hat.
Genau, genau, genau.
Und dann hast du schon das erste Mal dann so einen Silicon Valley Move gemacht. Ich sage immer, das Silicon Valley Game ist, wenn man dann den nächsten Job sucht, dann Dann sucht man sich so ein bisschen die verschiedenen Firmen und Interviews so parallel. Hast du das dann bisher zu Instacart gemacht?
Ja, genau. Also es war eigentlich ganz interessant, weil als ich bei Dropbox war, sind wir an die Börse gegangen und es ist so der Traum von jedem Growth-Stage-Startup im Silicon Valley, dass das irgendwann passiert. Und das Traurige ist halt, dass wenn sowas passiert, meistens gehen dann die besten Leute woanders hin. Und das war für mich, also ich fand das damals überhaupt nicht cool. Alle meine, meine, die besten Leute, die, mit denen ich irgendwie whiteboarden wollte, die waren dann auf einmal weg. Aber letztendlich war das das Beste, was mir hätte passieren können, weil ich kannte dann auf einmal Leute überall, die dann halt, you know, Ex-Dropbox waren und ein paar von den Leuten waren bei Instacart und Instacart ist für die europäischen Listener ein Unternehmen, das Lebensmittel liefert, so ähnlich wie Uber oder DoorDash, aber halt für Lebensmittel und ich bin dann halt den Leuten gefolgt, die ich cool fand und es hat sich dann halt einfach durch Zufall gegeben, dass das meine erste Woche war, die erste Woche der Pandemie. Und das hätte ich wirklich nicht planen können. Aber unsere Nachfrage war 6-mal die Nachfrage von vorher über Nacht, einfach weil auf einmal Leute nicht mehr in die Lebensmittelläden gegangen sind und das alles geliefert haben wollten. Und das war dann halt total chaotisch, aber auch total super für mich als Lernerfahrung.
Habt ihr dann mal komplett remote die ganze Zeit arbeiten müssen wahrscheinlich?
Ich glaube, meine erste Woche war tatsächlich noch in person. Nee, oder ja, es war auf jeden Fall fast komplett remote die ganze Zeit. Und es ist immer noch witzig, manchmal treffe ich jetzt Leute, mit denen ich damals gearbeitet habe, und wir kennen uns nicht so richtig, weil wir nur über Zoom uns unterhalten haben. Aber ja, wir waren remote. Natürlich habe ich manchmal selber Lieferungen gemacht, weil man konnte das Produkt nicht testen. Also ich musste dann halt auch selber Lebensmittel austragen. Aber der gesamte normale Arbeitsbereich war remote.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise, und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht. Ohne Mehrkosten, also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business-Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/business. .de/OMR. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Sag mal, und dann kam August 2022, und ich erinnere diese Zeit sehr, sag mal, sehr genau, weil wir hatten damals schon unsere Firma gerade gegründet, und das war irgendwie so ein Tiefpunkt für mich im Silicon Valley. Irgendwie so Krypto war komplett am Boden, und dann waren überall diese großen Entlastungswellen. Ich glaube, im März oder so hatte Elon gerade Twitter gekauft, und dann hat er gesagt, man kann irgendwie 80% der Leute rauswerfen, trotzdem geht's weiter. Und Ich weiß noch, da sind wir zu so einem Event irgendwie gefahren in die South Bay, zu so einem Accelerator da, und alle waren irgendwie völlig deprimiert. Und da fragt man sich, also bei einigen Leuten kommt das Glück ja dann irgendwie auch so zustande irgendwie. Aber wie hast du zum Beispiel erkannt, dass OpenAI jetzt das nächste große Ding ist? Hat da irgendwie, war das Glück oder hattest du dich damit befasst?
Also sowohl als auch, aber vor allem Glück. Ich hatte Instacart tatsächlich verlassen, als ich Am Ende war jetzt gerade, war ich für einen größeren Teil des Consumer-Geschäfts da verantwortlich und es war ein super Job, aber ich hatte mich, glaube ich, einfach überarbeitet über die letzten Jahre da und ich brauchte einfach eine Pause. Also habe ich den Job verlassen und gesagt, ich denke jetzt einfach ein paar Monate drüber nach, was ich überhaupt machen möchte. Und das war die beste Entscheidung, weil ich wäre nie auf OpenAI gekommen, wenn ich noch da in dem Rat Race drin gewesen wäre. Und ich weiß noch, ich habe mir eine Hängematte gekauft und ich war im Garten und habe einfach gelesen und bin eine Zeit lang einfach meinen Interessen verfolgt. Und ich hatte damals darüber nachgedacht, selbst was zu gründen. Und die KI war für mich einfach als Domäne schon ziemlich interessant, weil ich gemerkt habe, okay, interessante Dinge passieren. GPT-3, also das erste Modell von OpenAI, war bereits Da, DALL-E, die Imagegenerierung, war auch gerade rausgekommen. Und es sind mehrere Dinge gleichzeitig passiert. Erstens habe ich halt selber darüber nachgedacht, was zu gründen und bin so auf OpenAI gekommen, weil die hatten halt APIs, auf die man selber zugreifen konnte, um was zu entwickeln. Und dann gleichzeitig hatte ich auch eine eine von meinen Kolleginnen von Dropbox angeschrieben, die bei OpenAI war, ob ich auf die Warteliste kommen könnte für DALL-E, weil ich wollte das wirklich ausprobieren. Und dann hat sie gesagt, only if you interview here, also nur wenn ich mich auch dann halt bewerbe. Und ich habe gesagt, für was? Ihr seid ein akademisches Labor, was mache ich da als Produktperson? Und ich habe mich dann aber darauf eingelassen, habe mich mit den Leuten unterhalten und dann hatte ich plötzlich ein Offer und Ich muss sagen, in dem ganzen Prozess, ich fand die Leute so cool und faszinierend und ich bin immer Leuten gefolgt für alle meine Jobs hier. Und das war immer die richtige Entscheidung, weil ich hätte wirklich nicht einschätzen können, dass OpenAI irgendwie eine große Adresse wird oder dass es tatsächlich auch Produkte gibt von OpenAI. Und ich bin einfach hingegangen, weil ich was lernen wollte.
Also hat nicht Sam Altman dir bei LinkedIn geschrieben? Nee, nee. Weil den kannte damals ja auch wirklich kaum einer. Hier im Valley war der natürlich schon bekannt, aber so global auf der Welt.
Ja, für die Leute, die Y Combinator gemacht haben, also das ist so ein Inkubator hier, die kannten den vielleicht. Ich kannte ihn halt nur von den Videos, die ich geschaut habe im Bewerbungsprozess. Also nee, ich kannte Sam nicht. Ich kannte aber ein paar Leute von Dropbox und insofern war das einfach ein Glück, weil ich wäre sonst nicht drauf gekommen, dass ich da überhaupt hätte arbeiten können. Und dann, sie konnten mir damals nicht sagen, woran ich arbeiten würde oder was die Produkte genau waren. Und ich habe mir dann wirklich überlegt, was mache ich denn dann da? Aber Ich habe es trotzdem, ich habe mich drauf eingelassen und bin dann halt, habe den Job angenommen. Und ich glaube, an dem ersten Tag, als ich da war, war GPT-4 gerade fertig. Und es war so unglaublich, weil ich hatte auf einmal Zugriff auf diese Technologie. Und das war die coolste Zeit, weil ich einfach jeden Tag mit dieser Technologie einfach gespielt habe und geguckt habe, was kann die überhaupt. Und ich weiß noch, ich fand das unfassbar, dass das überhaupt ein Job sein konnte, dass ich mit dieser Technologie einfach Irre, spielen kann jeden Tag.
Und, und sag mal, dann 3, 4 Monate hast du daran gearbeitet, und dann kam ja ChatGPT raus, das große Release. Und da muss, also ich meine, ich bin ja auch lange Produktmanager gewesen, und jetzt irgendwie als Gründer ist man ja auch irgendwie Produktmanager. Du liest ein neues Feature, und dann guckst du dir halt die Zahlen an, denkst immer so, ja okay, das hat jetzt nicht so funktioniert. Eigentlich hast du immer so 9 von 10 Launches, auch in großen Firmen, funktioniert ja dann doch irgendwie nicht so richtig, wie man sich das vorstellt. Du musst mir mal so ein bisschen so einen Einblick geben, was irgendwie so Ich meine, dann launcht dieses Produkt und am nächsten Tag spricht die Welt davon. Also wie, erzähl mal.
Also es gab dann erstmal, also paar Monate lang war ich einfach da und habe versucht, so viel zu lernen wie möglich. Und dann irgendwann haben wir gesagt, hey, lass uns ein Consumer-Produkt entwickeln. Und ChatGPT war der Prototyp. Also das war eigentlich so gedacht, dass das eine Demo ist. Und wir haben uns gesagt, wir nutzen die Demo, um zu gucken, was Leute wollen. In einem Consumer-Produkt. Und dann haben wir gesagt, sobald wir das wissen, dann schmeißen wir das weg und dann machen wir das richtige Produkt. Und wir machen das dann gründlich und entwickeln das über Monate hinweg. Und insofern, keiner von uns dachte, dass ChatGPT selbst ein Produkt überhaupt sein kann, weil das für uns immer eher so eine Tech-Demo war. Und deswegen hatte das auch eine komplett komische Domain. Ich glaube, chat.openai.com. .com/chat oder so und man konnte das Produkt nicht richtig finden etc. Aber irgendwie sind wir trotzdem viral gegangen. Ich glaube auf Reddit. Japan hat das zuerst gefunden und eine Woche später war ich in Deutschland, weil ich halt Weihnachten immer zu Hause in der Zoo bin.
Eigentlich auch ein miserables Timing eigentlich.
Das war komplett miserabel. Wir hatten halt gedacht, wir bringen diese Demo raus und dann gehen wir alle nach Hause und dann kommen wir wieder im neuen Jahr und dann haben wir diese Daten. Also es war komplett nicht gedacht als Produktlaunch, weil sonst hätten wir das natürlich nicht direkt vor Weihnachten rausgebracht. Aber ich weiß noch, ich war eine Woche später halt zu Hause, das habe ich dann Gott sei Dank nicht abgesagt, und die Nachbarkinder hatten das schon in den Händen, also die waren alle schon bei ChatGPT, und da habe ich mir gedacht, wow, okay, wir haben ein, ich glaube, ein ganz besonderes Produkt aus Versehen erschaffen. Und seitdem bin ich halt bei ChatGPT involviert und leite jetzt das Produkt.
Und ich sag mal, wenn du jetzt so— jetzt sind ja jetzt ein paar Jahre schon regelrecht vergangen und es gibt verschiedene weitere Versionen und ich lerne immer noch jeden Tag dazu, wofür man es überall einsetzen kann. Und was findest du so die spannendsten Use Cases, was dich vielleicht auch überrascht hat, was du überhaupt nicht erwartet hättest? Gerade am Anfang, weißt du, gerade am Anfang wusstest du ja wahrscheinlich auch selbst nicht, wozu es überhaupt fähig ist.
Nee, überhaupt nicht. Also ich hatte Wir hatten erstmal so eine WTF-Zeit, wo wir einfach geguckt haben, was? Wir waren komplett, die Seite war meistens down, weil wir einfach so viele Zugriffe hatten. Und dann irgendwann, ich glaube, als wir halt wieder stabil waren, habe ich mir Zeit genommen, eine ganze Woche, um einfach, ich war auf Discord, wo unsere, wir hatten so eine kleine User-Community und ich habe denen einfach geschrieben, hey, wer ist gerade online? Will sich jemand unterhalten darüber, was ihr mit diesem Produkt überhaupt macht? Und das habe ich aber eine ganze Woche lang konsequent durchgezogen. Damals hatten wir noch kein Data Science, keine Daten, also es war alles halt Unterhaltung mit unseren Usern. Und dann habe ich schnell festgestellt, okay, das ist eigentlich ein Produktivity-Tool. Also wir hatten eigentlich keine richtige These, was ChatGPT jetzt selbst sein könnte, weil wir mal gedacht haben, hey, wir machen ein anderes Produkt. Und dann habe ich schnell festgestellt, Programmieren super, weißt du, du hast eine technische Frage, die ganz speziell bezüglich deinem Setup ist, und das kannst du einfach nicht googeln, weil das einfach so speziell ist. Und das war instant Product-Market-Fit. Das Schreiben, also du hast eine E-Mail oder Lebenslauf oder sowas, das hatte sofort Product-Market-Fit. Klar, Education, also alles Mögliche, wenn du irgendwas Neues lernen möchtest, das hat der Product-Market-Fit. So, das waren die ersten Dinge, wo wir so gesehen haben, okay, das ist so ein richtiges Produktivitätstool. Und wir haben auch gesehen, halt, die Leute bringen das zur Arbeit. Und das war so eine interessante Dynamik, die wir bei Dropbox auch hatten, wo die Leute dieses Consumer-Tool hatten, aber das dann in die Arbeit reingebracht haben als quasi Shadow-IT. Und das war alles ziemlich überraschend für mich, aber heute weiß ich das. Ich glaube, das, was mich jetzt überrascht, ist, wie viele Leute das tatsächlich so zum Chitchat nutzen. Gerade auch bei unserer Voice Mode, die leider am Anfang nur so halb funktioniert hat. Also wir haben noch viel zu tun. Die Leute nutzen das nicht für Therapie oder so was, aber tatsächlich, um die eigenen Gedanken irgendwie zu verstehen, zusammenzufassen etc. Zum Beispiel ich nutze das auf dem Weg zur Arbeit häufig im Auto, um schon mal mit meiner KI zu besprechen, was ich an dem Tag überhaupt vorhabe und was ich alles machen muss. Und dann antwortet mir die KI und sagt, okay, es klingt, als ob du diese 3 Prioritäten hättest oder so. Und dann sage ich, nee, das klingt nicht so ganz richtig. Also du kannst dich mit dem Ding tatsächlich unterhalten, und das war für mich neu, weil wir es immer halt als Produktivitätsding gesehen haben. Aber ich glaube, es ist mehr inzwischen.
Ja, ja, ja, ich merke das auch, ne, für jeden, eigentlich für jeden Task irgendwie, ne, ob das jetzt für eine Party ist, die man organisiert, und machen irgendwelche Shoppinglisten, oder diese ganze Priorisierung des Eigentlichen Das mache ich auch viel, dass ich einfach dann mit ihr rede und sie dann frage. Oder es gibt ja auch so viele so Tools, die jetzt rauskommen, zum Beispiel Bordi oder so. Das war so eine LinkedIn-Idee. Ich weiß nicht, ob du von denen gehört hattest. Die haben sich praktisch überlegt, wenn jeder der AI sagt, was sein Problem ist, dann kann man halt irgendwie matchen. Weil das ist ja immer das Problem bei LinkedIn, dass man ja nicht so richtig aus seinem Netzwerk nicht den richtigen Match findet. Und dann redet man auch mit diesem Bordi oder ich weiß nicht, oder ich kann das in die Shownotes packen, wie dieses Tool nochmal heißt. Aber du hast dann den Ruf, den rufst du richtig an. Also du nimmst Du schreibst dem deine Nachricht bei LinkedIn und mit deiner Telefonnummer, dann ruft er dich an und sagt, er hatte so einen australischen Akzent, so ein super netter Typ irgendwie, aber ist halt AI. Und ich habe mich glaube ich eine halbe Stunde mit dem unterhalten und dann hat er gesagt, okay, ich habe hier eben ein, zwei Profile für dich, mit denen solltest du mal reden. Und das sind ja genau auch so Use Cases, nur kein Daily Use Case in dem Fall. Aber wenn man einmal durch so ein Ding durchgegangen ist, glaube ich, dann versteht man plötzlich, was halt machbar ist eigentlich.
Klar, und ich glaube, viele Leute unterschätzen das. Ich glaube, wir kennen halt KI und ChatGPT und ähnliche Dinge als Text-Chatbot. Aber ich glaube, wir sind gerade erst am Anfang von nicht nur Text, sondern auch anderen Modalitäten. Und ChatGPT hat jetzt auch eine Telefonnummer. Ich weiß nicht, ob die in Deutschland schon funktioniert, aber hier haben wir 1-800-ChatGPT. Und ich glaube, also es gibt unglaublich viele Wege, auf denen wir uns mit dieser KI unterhalten werden können. Und das ist echt cool. Wir sind gerade erst am Anfang.
Und sag mal, wie sieht so ein typischer Tag bei dir aus? Also wenn ich so aus meiner Tech-Karriere, wo ich vorher war, so als Produkt Lead, dann sitzt man in irgendwelchen Product Reviews und das große Team, oder ist das immer noch relativ klein alles und irgendwie man läuft schnell?
Ja, also da ist OpenAI tatsächlich ziemlich besonders, weil wir, unsere DNA ist irgendwie so ein bisschen wie ein Inkubator. Ich glaube, das vielleicht ist das wegen Sams Hintergrund bei YC so, vielleicht ist es auch einfach, wie man ein Research Lab irgendwie organisiert. Aber es ist tatsächlich so, dass wir, wir haben, wir sind relativ klein noch. Wir sind kein Google, kein Facebook. Wir haben gleich ein paar tausend Leute jetzt. Und man merkt tatsächlich, dass individuelle Leute haben unglaublich viel Autonomie darüber, was sie jetzt entwickeln können. Und das macht meinen Job ziemlich interessant, weil nicht alle Ideen müssen von mir kommen. Es gibt unglaublich Leute bei OpenAI, egal in welcher Abteilung die sitzen. Vielleicht sind die ein Designer, aber vielleicht sind die ein AI-Researcher. Und deswegen haben wir relativ wenig Meetings, weil du kannst einfach Dinge machen und es gibt relativ wenig Prozess. Natürlich ist das dann auch chaotisch, wie ein Startup halt ist, und irgendwann werden auch wir aufwachsen müssen, aber es fühlt sich immer noch an wie ein ziemlich kleines Startup, und das weiß ich sehr zu schätzen. Also als ich bei Instacart angefangen habe, am Ende weggegangen sind, hatten wir jeden Tag ein Review oder ein Review for the Review. Und da habe ich irgendwann gesagt, nee, ich muss entweder selber was gründen oder in ein kleines Startup gehen. Und OpenAI fühlt sich immer noch eher wie ein kleines Startup an.
Okay, okay. Und ich meine, wie macht man da eine Roadmap? Also ist dann schon so, dass sie da irgendwie die verschiedenen— also hast du wahrscheinlich auch irgendwie Produktleute, die dann wiederum an dich reporten? Ja, ja, gibt's ja. Also gibt's da schon irgendwie so eine Art Planning, oder wie kann man sich das vorstellen?
Ja, wir haben das jetzt mal ausprobiert mit dem Planning. Und mit so gemischten Resultaten. Also jedes Startup hat am Anfang irgendwie, glaube ich, halt sehr informelle Pläne und dann irgendwann hast du einen Quartalsplan oder so. Aber für uns ist das halt die interessante Geschichte einfach, dass diese Technologie unglaublich empirisch ist. Also du weißt wirklich nicht, wie gut sowas wie Voice Mode oder zum Beispiel ist, bis du es tatsächlich entwickelt hast und dann auch an irgendwie an die Welt gebracht hast. Weil die Use Cases, die lernen wir ja auch erst, wenn die Leute das Ding dann auch tatsächlich nutzen. Insofern, wir versuchen schon zu planen, aber es ist unglaublich schwer, weil sich die Technologie immer weiterentwickelt und weil halt die Frage, ist das nützlich, immer erst, du hast immer erst die Antwort, wenn du tatsächlich auch irgendwas an die Welt gebracht hast. Und ChatGPT ist, glaube ich, ein gutes Beispiel, weil wir wussten ja selber nicht, dass ChatGPT total nützlich ist, bis wir das dann auch rausgebracht haben. Und insofern, wir denken schon ein Quartal nach vorne, aber weiter planen ist eigentlich ziemlich nutzlos, weil keiner wirklich weiß, wie sich genau diese Technologie entwickeln wird.
Was ich mich so frage, wenn man da arbeitet an so einem Produkt, was so global eingesetzt wird: Wie fühlt sich das an? Weil du bist ja eigentlich ständig unter der Lupe, die ganze Presse, alles, was neu rauskommt, wird immer sofort irgendwie analysiert und jetzt gibt's das und jetzt gibt's das. Aber spürst du da so eine spezielle Verantwortung auch vielleicht für das, Produkt noch extra?
Also klar, wir spüren, glaube ich, alle eine große Verantwortung, weil es einfach eine unglaublich neue Technologie ist und es ist eine Technologie, die kann verwendet werden in komplett neuen Bereichen und wir wissen nicht genau, ob jeder Use Case halt auch gut ist und insofern fühlen wir uns verantwortlich dafür, was die Leute dann tatsächlich mit unserer Technologie auch machen. Wir haben eigentlich ziemlich wenig Prozess, außer im Bereich Safety, weil im Bereich Safety, also die Sicherheit von dieser AI, müssen wir uns darauf vorbereiten, dass die Technologie sehr schnell viel besser wird. Und deswegen haben wir da schon sehr viel Prozess jetzt. Wir haben etwas, das nennen wir Red Teaming, wo wir die Technologie quasi vorher versuchen, also die ganzen Sicherheitsdinge zu umgehen. Keiner will, dass man ChatGPT nutzen kann, um eine Bombe herzustellen oder so was, aber wir versuchen das immer und haben Experten, die das versuchen, sodass wir wissen, ob das überhaupt möglich ist. Und auch nach dem Launch haben wir so Monitoring-Geschichten und sehr dazu gucken können, dass halt diese Leute verantwortungsvoll mit dieser Technologie auch umgehen. Und insofern, da spüren wir uns viel Verantwortung. Es gibt aber halt auch diese anderen, also das Zweite ist einfach, also unabhängig vom Safety, dass wir dauernd in den Medien sind. Und das muss man dann irgendwann ausblenden als Produktperson, weil die Leute werden schreiben, was sie schreiben, und es gibt so viel zu tun. Und ich glaube, wenn ich jede Analyse irgendwie online lesen würde, dann werde ich irgendwann verrückt. Ich weiß noch, als wir ChatGPT Plus rausgebracht haben, haben sich dann— es gab so viele Reportagen über diesen 20-Dollar-Preispunkt, und ich weiß noch, Und wie wir darauf gekommen sind, ich weiß noch, das war ein Discord-Survey. Und die Leute lesen halt immer sehr viel rein, wie diese Entscheidungen getroffen wurden. Und das meiste ist eigentlich ziemlich random, weil wir halt auch ein Startup sind.
Ja, klar. Du bist ja auch für Growth verantwortlich. Und das finde ich so lustig, wenn man so über Growth denkt, dann denkt man halt irgendwie über Pre-Installs und irgendwie Notifications-Team und Internationalisierung und so weiter nach. Ich meine, ich habe jetzt noch keine Push-Notification von ChatGPT bekommen.
Hoffentlich bleibt das auch so.
Ja, genau. Was, was, was ist für dich Growth?
Also wir haben ein unglaubliches Produkt durch Zufall wirklich, und dieses Produkt wächst und wächst und wächst. Also unsere Nutzerzahlen wachsen und wachsen. Wir sind jetzt bei 400 Millionen Weekly Actives seit, ich glaube, dieser Woche oder so, und es wächst immer weiter. Also ich glaube, wir sind immer noch am Anfang. 5% der Welt oder so hat jetzt ChatGPT schon ausprobiert und 95% hat es noch nicht. Insofern, ich glaube, Growth heißt für uns etwas anderes als Push-Notifications und E-Mails und sowas. Das größte Problem oder die größte, ich sag mal, Möglichkeit im Growth für uns ist einfach, Leuten zu zeigen, was überhaupt möglich ist, weil ChatGPT fühlt sich immer noch ein bisschen an wie MS-DOS vor Windows, weißt du? Es ist so eine Command Line, also du kannst alles machen, aber wo fängt man überhaupt an?
Was packst du überhaupt in diese Zeile rein?
Und ich glaube, das ist letztendlich ein User-Interface-Problem, weil wir können den Leuten einfach zeigen, glaube ich, im Produkt, was überhaupt möglich ist. Und es ist natürlich auch ein Marketingproblem, und am Marketing sind wir gerade erstmal am Anfang. Wir haben jetzt unseren ersten CMO seit ein paar Monaten, und ich glaube, da sind die Möglichkeiten. Und wir haben halt auch Glück, dass wir im Gegensatz zu, sage ich mal, einem Facebook oder so Wir haben keine Anzeigen im Produkt. Es ist alles entweder komplett kostenlos oder Subscription. Also, und insofern, wir, uns ist egal, wie viel Zeit du in dem Produkt verbringst, und deswegen brauchst du keine Push Notifications. Es sei denn, wir haben ja jetzt diese Agentic Tasks, also ChatGPT kann tatsächlich Dinge für dich tun über einen längeren Zeitpunkt hinweg, und da braucht es vielleicht schon eine Push Notification, aber das ist dann nicht für den Growth, sondern einfach um ein super Produkt zu bauen.
Wer schon früh an später denkt und dafür Rücklagen aufbaut, hat dann den Kopf frei, um in seinem Geschäft voll durchzustarten. Und genau dafür gibt es unseren Partner Scalable Capital. Mit dem staatlich geförderten Altersvorsorgedepot kann man kostengünstig ab 2027 zum Beispiel in ETFs investieren, die euch eine maximale Grundzulage von 540€ pro Jahr plus Steuervorteilen plus Kinderzulage oder plus Berufseinsteigerbonus sichern. Bei Scalable könnt ihr euch dafür jetzt schon voranmelden und dann auch noch gleichzeitig etwas gewinnen. Ihr habt jetzt nämlich die Chance auf eine Bonuszahlung von wieder 540€, und zwar jedes Jahr bis zum Renteneintritt. Was man dafür tun muss, ist Folgendes, nämlich sich einfach nur anmelden für das Altersvorsorgedepot von Scalable. Man ist dann automatisch mit im Lostopf mit dabei. Das gilt für Neu- als auch für Bestandskunden, und bis Dezember gibt es jeden Monat einen neuen Lostopf. Das heißt, wer sich noch im September voranmeldet für dieses Altersvorsorgedepot, nimmt an allen verbleibenden Ziehungen teil und hat damit dann gleich 4 Gewinnchancen, nämlich jeden kommenden Monat bis Jahresende. Alle Gewinner werden dann im Januar 2027 gezogen. Infos zur Anmeldung und allem Weiteren unter scalable.capital/altersvorsorgedepot, ein Wort. Es gelten natürlich Teilnahmebedingungen und Kapitalanlagen bergen immer Risiken. Alle Infos auch noch mal bei uns hinter dem Link in den Shownotes.
Finde ich übrigens super sympathisch, einfach gerade diese Ads, dieses Ads-driven Business, ne. Wir haben auch bei uns im Startup so ein Manifest geschrieben, was wir halt nicht wollen, und eins der Punkte ist No Ads, ne. Ich weiß immer noch, wie das bei LinkedIn einfach Innovation zerstört hat, ne. Weil da hast du irgend so ein Produkt geschippt, musstest irgend so ein A/B-Test machen, natürlich erstmal nur so 0,1% der User, und dann hat das halt irgendwie -10 Millionen Dollar Revenue Impact, weil halt die Anzeige um 3 Pixel nach unten gerutscht ist und bumm, wurde das eskaliert und ich durfte das Produkt nicht shippen.
Genau, weil wenn, dann hast du so ein Innovators Dilemma und das, ich meine, viele Leute fragen auch oft, warum hat Google kein ChatGPT gehabt und warum haben die, die hatten ja diese Technologie oder ähnliche Technologie jahrelang und das Ding ist einfach, wenn man ein existierendes Businessmodell hat, dann ist es einfach unglaublich schwer, etwas Neues zu tun und gerade ChatGPT ist, du kriegst einfach die Antwort. Da gibt es nicht wirklich viele Möglichkeiten, Anzeigen überhaupt zu schalten. Das müsste man echt, das ist sowieso schwierig und insofern, ich glaube, du brauchst nicht nur die Technologie, du brauchst auch das richtige Businessmodell, um auch innovieren zu können und da hatten wir auch total Glück.
Hier im Valley habe ich so ein bisschen das Gefühl, ist ja jetzt so eine neue Art von Kultur ausgebrochen, dass die Leute viel, viel härter arbeiten. Ich weiß noch, ich war das 2018 oder so, war ich in China auf so einem International-LinkedIn-Trip, und da war damals dieses Thema 996 so super heiß, ne? Also 6 Tage die Woche arbeiten, immer von 9 bis 9, deswegen 996. Und es gibt jetzt gerade zum Beispiel, gestern ging so ein Artikel hier durch die Branche von Grok AI, die irgendwie alle im Durchschnitt 21 sind, und die arbeiten auch alle 996, und die sind dann bei 2 Milliarden bewertet und so. Andere Leute sagen, durch AI muss ich jetzt bald nur noch 4 Stunden arbeiten. Das ist ja sehr im Widerspruch sozusagen. Wie siehst du das? Also glaubst du, dass jetzt noch eine neue Generation von jungen Leuten kommt, die einfach viel, viel mehr Gas gibt wieder?
Die Frage ist halt, es gibt glaube ich mehrere richtige Antworten hier. In San Francisco und gerade die Labs, ich glaube, die Leute arbeiten schon sehr hart und es ist ziemlich intrinsisch. Also mir ist es nie Mir hat nie jemand gesagt, hey, komm bitte Samstag rein, wir haben ein Meeting, sondern es war eher, ich wollte halt wirklich irgendein Feature shippen und wir sind nicht ganz fertig geworden und ich bin halt, also ich liebe meine Arbeit und ich glaube, man findet gerade in San Francisco viele, die sich ähnlich fühlen und insofern, ich glaube, ob das jetzt ein OpenAI ist oder ein xAI oder diese Labs oder ob es ein Startup ist, ich glaube, es gibt schon eine gewisse gewisse Arbeitskultur hier. Wir machen oft Witze, dass wenn wir New York Office hätten, dass AGI dann 5 Jahre lang delayed wäre, weil es einfach die Leute da vielleicht mehr Spaß an New York haben. Aber nee, ganz im Ernst, ich glaube, das ist halt eine San-Francisco-speziale Geschichte. Allgemein, also die Arbeit wird sich komplett verändern mit KI und ich hoffe, dass sie sich in die Richtung verändert, dass wir mehr Zeit dafür haben für die Dinge, die wir tun wollen, und dass uns die KI nicht ersetzt, sondern dass wie ein Taschenrechner einfach wir mehr Möglichkeiten haben und dann unsere Zeit sinnvoll einsetzen können. Wenn das mehr Arbeit ist für jemanden, dann ist das super, und wenn das weniger Arbeit und mehr Freizeit ist, dann ist das auch super. Aber ich würde sagen, diese 996-Geschichte ist sehr standort- und startupabhängig, und man findet alles.
Ja, ja, weil man hört ja immer aus der deutschen Presse, dass in Deutschland jeder nur noch 4 Tage arbeiten will, ne? Und das ist halt ein bisschen anderer andere Kultur im Prinzip. Also ich genieße das ja sehr, dass diese Hustlekultur hier entsteht, dass die Leute halt wirklich das so lieben, was sie da machen, dass sie das halt einfach als Leben in nächster Zeit irgendwie sehen.
Ja, also es funktioniert halt nur, wenn man etwas macht, wo man wirklich auch Spaß hat, und das ist ein Privileg. Das hat selbstverständlich nicht jeder, und ich fühle mich wirklich unglaublich privilegiert, dass ich eine Arbeit habe, die so interessant ist und so viel Spaß macht. Und aber klar, dann will man sich reinhängen und ich finde es auch, die Kultur hier ziemlich super, dass das eigentlich eine individuelle Entscheidung ist und es kommt kein Manager und sagt, hey, kommt am Sonntag rein, sondern wenn man halt Lust hat, kann man es machen.
Was macht einen Produktmanager, Nick, heute anders als noch vor 5 Jahren? Also ich sehe das ja auch bei mir wiederum, dass man alleine so eine Product Spec zu schreiben oder so, was man früher so für Engineers machen musste, das hat ja alles immer ewig lange gedauert. Was für Tools nutzt du oder was merkst du, was anders ist für dich, Arta?
Ja, also ganz viel ist anders. Ich glaube, vor 5 Jahren oder so weiter hatte ich gerade erst quasi angefangen und ich habe meine Produktspecs in, glaube ich, Google Docs geschrieben. Das gab es auf jeden Fall schon und ich glaube, jetzt geht es häufig direkt in den Prototyp. Also ich habe meinem Team tatsächlich vor ein paar Wochen gesagt: Hey, More demos, less specs. Und das ist möglich, weil du jetzt auch quasi, selbst wenn du nicht programmieren kannst, kannst du einfach, es gibt verschiedene KIs, wir haben Canvas, ja, aber es gibt verschiedene Tools in der Industrie, wo du einfach deine Idee eingeben kannst und du beschreibst die dann halt so detailliert wie möglich und dann kommt ein Prototyp raus. Und das ist einfach eine andere Art, um deine Produkte zu kommunizieren an ein Engineering-Team. Und es ist einfach, du kannst viel mehr ausdrücken als in einem Dokument. Insofern, so hat sich mein Job komplett verändert. Die andere Geschichte, und das ist wahrscheinlich mehr selbstverständlich, ich schreibe viel bei der Arbeit, ob es ein Slack-Memo ist oder eine externe E-Mail etc., und da kommt ChatGPT mir als Editor jeden Tag zugute, und das ist auch super. Aber ich würde sagen, diese Der Job ändert sich jeden Tag. Ich glaube, in ein paar Jahren werden wir tatsächlich— ich glaube, es wird unglaublich leicht sein, eine komplette App zu entwickeln, ohne überhaupt zu programmieren. Und ich glaube, für Produktleute ist das eine spannende Entwicklung, weil dann können wir tatsächlich noch mehr und uns einfach selbst verwirklichen. Und das ist alles unglaublich cool.
Ja, ich meine, ich sehe das jetzt schon, da gibt es ja so viele Tools. Ein Kumpel von mir hat mir das gestern erzählt, der hat so ein paar Wohnungen in Berlin. Und die hatten immer so das Problem, dass sie dann immer das alles verwalten mussten und dann mussten sie die Invoices schicken oder dann also diese ganze Verwaltung praktisch von so mehreren Sachen. Und seine Frau hat dann gesagt, ich wünschte, ich hätte irgendwie das und das Tool. Dann hat er gesagt, ja, nimm doch einfach hier das Produkt und schreib mal eine Spec, was es alles können soll. Und dann haben die das wirklich innerhalb von 10 Minuten, hat das Ding das gebaut und dann haben die das irgendwie auf so einem Ding deployed und jetzt nutzen die das. Und sie ist halt wirklich völlig untechnisch und das ist heute möglich. Und ich glaube, man muss einfach diese Offenheit haben, wirklich sich zu überlegen, was geht halt in diesen Spalt rein? Ich sage immer, Chat ist kein Produkt. Weil man halt nicht weiß, was man eintragen kann. Aber wenn man sich wirklich mal hinsetzt, dann ist es immer wieder mindblowing, was eigentlich möglich ist.
Ja, komplett. Ich glaube, nochmal, um da auf deine frühere Frage einzugehen, was würde ich jungen Leuten raten? Ich glaube, entweder muss man wirklich Low-Level-Engineering machen und lernen, wie man diese Modelle trainiert, oder man muss einfach unglaublich gut darin sein, die User zu verstehen. Und weil ich glaube, dazwischen gibt es in der Zukunft nicht mehr so viel, weil ich glaube, diese Agents, diese Coding Agents werden die Software für dich schreiben. Und ich glaube, das haben auch wir noch nicht so komplett realisiert, weil wir stellen immer noch Software-Ingenieure ein. Aber ich glaube, in ein paar Jahren wird die Welt anders aussehen.
Man liest ja immer hier über diese krassen Gehälter, die ganzen Engineers, die bei den großen Firmen anfangen, die irgendwie bis zu 7-stellig irgendwie verdienen, selbst auf relativ niedrigen Rängen, sage ich mal. Wie siehst du das? Ist da was dran so, oder ist das eigentlich alles ein bisschen übertrieben?
Da kann ich mich natürlich nicht komplett zu äußern, weil es hängt von jedem Job ab. Aber was ich sagen kann, ist, dass im Silicon Valley es unglaublich viel Nachfrage nach Engineering-Talenten, nach Produkt-Talenten, nach Design-Talenten gibt. Und die Nachfrage übersteigt auf jeden Fall das Angebot. Und insofern Wir sehen viel Mobilität zwischen den Unternehmen. Das ist, glaube ich, in Deutschland auch weniger typisch, dass man halt 2 Jahre bei einem Unternehmen ist und dann noch mal 2 Jahre bei einem anderen etc. Aber wir sehen halt auch entsprechend Gehälter, die sich immer weiter nach oben entwickeln.
Lass uns mal ein bisschen über AI und die Zukunft sprechen. Man redet ja immer so, oder bei Sam sieht man das ja auch häufig bei den Tweets und so, also wenn wir AGI dann haben und so. Vielleicht kannst du erst noch mal so von deiner Perspektive sagen, was heißt eigentlich AGI für dich?
Ja, und unsere gesamte Unternehmensmission ist es sicherzustellen, dass, was wir AGI nennen, und ich erkläre das gleich, der gesamten Menschheit auch zugutekommt. Und für uns ist AGI ein System, das die meisten outperforms humans in most economically valuable work. Moment, das muss ich jetzt mal kurz auf Deutsch übersetzen. Also, das besser als die meisten Menschen ist in den meisten ökonomisch interessanten Bereichen. Also ich sage mal, ein System, das ist einfach unglaublich intelligent und kann besser programmieren als die meisten Menschen, es kann besser Sales machen als die meisten Menschen, ist ein besserer Tutor als die meisten Menschen. Und für mich ist es ein Produkt. Ich glaube, viele Leute sehen das unterschiedlich. Für manche ist es eine Technologie oder ein System oder so was Ähnliches, aber für mich ist es ein Produkt, das wir entwickeln werden. Wir sind noch nicht da. Klar, ChatGPT ist super nützlich, aber die meisten Bereiche, die auch gerade auch ökonomisch interessant sind, die sind unglaublich komplex. Finanzielles Modell zu entwickeln, Marketing zu machen, selbst komplexe Software zu schreiben, das kann die KI noch nicht. Und wir hoffen halt, dass wir Modelle entwickeln können, die intelligenter und intelligenter werden und dann halt auch einen Fun-Faktor entwickeln, ein Produkt vom Faktor entwickeln, wo diese Intelligenz auch nützlich ist, weil keiner will chatten mit einem PhD-Studenten. Wir wollen alle Produkte, die uns tatsächlich auch bei der Arbeit helfen. Und letztendlich, ich weiß auch noch nicht, wie genau dieses Produkt aussehen wird, aber ich glaube, wir sind nur Jahre davon weg. Und es gibt, also früher gab es auf jeden Fall so eine interne Abstimmung, wie weit wir weg sind von der AGI. Und klar, jeder hat da eine unterschiedliche Zeiteinschätzung, aber jeder, ich glaube, der an dieser Sache arbeitet, wird sagen, dass es unglaublich schnell vorangeht.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice, Und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, Der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee. Alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunsch-Kaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Ja, man hat immer so gemischte Gefühle. Auf der einen Seite denkt man so, was heißt das eigentlich? Und gibt es dann irgendwie diese ganzen Horrorszenarien aus irgendwelchen Filmen, wo man dann irgendwie dran denkt? Auf der anderen Seite ist es einfach eine bessere Version von dem, was wir eigentlich heute schon benutzen. Und dann ist ja auch ein bisschen die Frage, wie gut muss es eigentlich noch werden? Das führt mich so ein bisschen zu diesem Thema AI als Commodity. Also das ist ja so ein bisschen wie eine Datenbank. Das ist einfach ein Feature, was halt auch einem hilft, und das kann halt jetzt Sachen schneller, als es halt irgendwie vorher ging. Und wie du so als, wenn du da so drüber nachdenkst, nur aus der Produkt-Experience, so was ist halt wichtiger? So die Produkt-Experience obendrauf oder ist es vielleicht eigentlich doch das Modell? Also was ist das Wichtigste?
Also für uns, unsere These, dass es die Kombination ist. ChatGPT war genau der richtige Formfaktor für die Technologie von dann. Weil wenn man hätte, wenn man vor ChatGPT hätte versucht, einen Chatbot zu entwickeln, das funktioniert einfach nicht, weil man die Modelle von damals, die konnten sich nicht, die haben dann komplett vergessen, was man vorher gesagt hatte, und die haben den Instructions nicht gefolgt vom User, und die Technologie war einfach noch nicht da, und plötzlich war sie gut genug und Chatbots waren erfolgreich. Und ich werde— es wird immer weiter neue Formfaktoren geben. Ich glaube, dieses Jahr, wir sprechen auch von Agenten oder Agents, das sind halt Produkte, die über längere Zeit hinweg Dinge für dich tun. Wir haben selber Agenten schon rausgebracht, das sind frühe Prototypen, zum Beispiel Deep Research, der recherchiert für dich über 20, 30 Minuten, Oder wir haben etwas, das heißt Operator, das kann einen Computer selber nutzen, um für dich zum Beispiel einen Flug zu buchen oder für dich deine Dropbox aufzuräumen oder was auch immer du selber nicht machen willst. Genau. Und das ist ein anderer Formfaktor. Das ist nicht mehr Chat, sondern das sind diese, ich sag mal, Tasks oder wie nennt man das auf Deutsch?
Ja, die verschiedenen Aufgaben.
Genau, Aufgaben. Längerfristige Aufgaben halt. Also meine Antwort ist Produkt und Modell, weil neue Modelle einfach neue Produkte möglich machen. Und wenn man versucht, diese Produkte zu früh zu bauen, funktionieren sie einfach nicht, und dann hast du eine Demo, kein Produkt. Und das sehen wir in der KI gerade häufiger, weil es ist ein ziemlich großer Unterschied, ob etwas cool aussieht bei einer Präsentation oder tatsächlich auch funktioniert. Aber die Technologie verändert sich schnell, und ich glaube, die Modelle sind jetzt intelligent genug, dass diese Agenten tatsächlich auch funktionieren werden, und darauf freue ich mich.
Wie glaubst du an den Standort San Francisco? Ich meine, man sieht jetzt immer wieder, das ist dann irgendwie in Paris, in China, irgendwo poppen irgendwelche Sachen auf, aber dann guckt man halt auf die Zahlen und in den letzten, ich glaube, ich habe diese eine Zahl immer im Kopf, 2024 wurden irgendwie 57% von allem Venture Capital in San Francisco investiert. Glaubst du, dass wir weiterhin hier einfach so an der Vorfront sind?
Also hättest du mich das vor 2 Jahren in der Pandemie gefragt, hätte ich dir gesagt, nee, auf keinen Fall, alle sind jetzt in Miami und jetzt kommen sie alle zurück aus ihren Löchern gekrochen. Aber ich glaube, durch die gibt es schon so ein bisschen einen San-Francisco-Moment und deswegen bin ich auch gerne hier. Ich meine, ich bin auch überhaupt gerne hier, weil es wunderschön ist. Aber ich hoffe natürlich, dass andere Standorte, ich glaube, Paris hat Mistral und viele verschiedene KI-Geschichten. Ich hoffe natürlich, dass Deutschland auch mitspielt.
Aber glaubst du, dass sie eine Chance haben wirklich? Weil ich meine, man liest dann immer von diesen Modellen, die es da auch irgendwie gibt. Da gibt es ja auch irgendwie das OpenAI auf Deutschland, kommt irgendwo aus Köln oder so, aber irgendwie kommt da auch kein Produkt so richtig raus. Die sagen dann, ja, wir machen eher so B2B, aber irgendwie—
Also das Wichtige ist halt, man muss nicht selber ein Foundation-Modell entwickeln, um im Produktbereich mitspielen zu können. Es gibt die Developer-Plattformen von OpenAI oder Anthropic oder— es gibt viele, viele verschiedene Player jetzt. Es gibt Open-Source-Modelle und insofern, man muss nicht selber Modelle entwickeln, um nützliche Produkte bauen zu können. Und ich glaube, da kann ich mir schon vorstellen, dass da aus Deutschland auch Energie kommt. Aber die neuesten und teuersten und größten Modelle, die sind unglaublich ressourcenintensiv. Und da würde ich mich natürlich freuen, wenn es da mehr europäische Player gäbe. Aber man braucht für ein Startup kein eigenes Foundation-Modell.
Ich meine, ihr glaubt ja auch an den Standort irgendwie. Ihr nehmt jetzt in München, glaube ich, gerade ein Büro aufgemacht.
Genau, ich freue mich da. Ich bin in München geboren, bin in Norddeutschland dann aufgewachsen und wir freuen uns, total auf den deutschen Standort.
Und sag mal, gibt es so Märkte, wo du sagst, da ist es— du hast ja gerade gesagt, 5% der Weltbevölkerung haben ChatGPT benutzt. Gibt es irgendwelche Branchen, wo vielleicht die Leute noch gar nicht sehen, was es eigentlich für einen Impact haben könnte, wo du glaubst, okay, da ist eigentlich noch so viel Potenzial?
Ist eine gute Frage. Also allgemein im B2B-Bereich, die Unternehmen, die sag ich mal, ein relaxtes IT-Team haben, die nutzen, die lassen ChatGPT wahrscheinlich so zu, und die konservativen Unternehmen, die kaufen entweder ChatGPT Enterprise oder eine Lösung von einem anderen Unternehmen. Aber ich glaube einfach, dass in jeder Industrie noch unglaublich viel Potenzial ist, einfach die Technologie, die jetzt schon existiert, zu nutzen. Ich glaube, dass wir tatsächlich ein neues, einfach unglaublich viele neue Start-ups sehen werden, weil sobald diese Technologie programmieren kann, dann brauchst du ein ziemlich kleines Team und kannst selber was gründen. Und ich glaube, da werden wir die größte Innovation sehen. Ich glaube, die Mehrheit der Software der Zukunft wird von KI geschrieben werden und nicht von Menschen. Und insofern glaube ich, dass wir einfach unglaublich viele neue Start-ups sehen werden. Für die existierenden Industrien, ich glaube, das braucht einfach Zeit, aber für neue Industrien, das wird sehr schnell gehen.
Du bist ja wahrscheinlich der Ober-Pro-User von ChatGPT, solltest du jedenfalls sein. Wenn du so überlegst, Nicks, was so die Top-Use-Cases sind für dich, wo du jetzt sagst, okay, das muss eigentlich wirklich jeder machen, ne? So 3, 4, 5 Sachen, die du jeden Tag benutzt. Was sind die Oberpro-Tipps praktisch hier für alle, die zuhören und denken, was kann denn Nick, was ich noch nicht kann?
Du, also ich lerne eigentlich selber unglaublich viel von unseren Usern, und deswegen unterhalte ich mich auch, wenn ich kann, jede Woche mit neuen Usern, weil ich lerne immer unglaublich viel über ChatGPT. Also Davon kannst du nicht ausgehen. Ich nutze das Produkt natürlich jeden Tag und ich habe, ich sag mal, ziemlich viele Use Cases. Zu Hause nutze ich es als Suchmaschine. Ich glaube, 90% meiner Google-Nutzung ist jetzt ChatGPT, 10% natürlich noch nicht, weil Google unglaublich viel kann. Ich nutze Voice Mode, wie gesagt, auf dem Weg zur Arbeit und zurück. Ich entwickle Rezepte, wenn ich was kochen möchte oder wenn ich was koche, ein Rezept koche, aber eine Sache nicht zu Hause habe, frage ich ChatGPT, was kannst du für mich machen? Wenn die Waschmaschine kaputt ist, frage ich ChatGPT, weil ich einfach ein Foto machen kann und fragen, hey, was ist da los? Oder wie heißt dieses Teil etc.? Also im Zuhausebereich nutze ich das täglich für verschiedene Geschichten. Bei der Arbeit, wie gesagt, Schreiben, Datenanalyse. Ich hatte ganz lange Zeit kein Data-Science-Team. Irgendwann habe ich dann halt eins eingestellt, aber Am Anfang hatten wir so einen Churn-Survey, also die Leute, die ihre Subscription gecancelt haben, haben uns gesagt, warum, in diesem Survey. Und ich habe einfach die Survey-Antworten alle in Excel reingemacht und dann ChatGPT gefragt, hey, warum canceln die Leute ihre Subscription? Und da hat er mir coole Graphs gemacht, wie so ein richtiger Data Analyst. Und das ist ziemlich cool, dass viele Leute nicht wissen, dass das überhaupt geht mit Excel und ChatGPT. Ich mache Market Research mit ChatGPT. Ich kann ja selber überhaupt nicht mit, was jetzt in der KI alles abgeht, weil ich kann selbst intern kaum mithalten, was da alles los ist. Und deswegen frage ich ChatGPT jeden Morgen, hey, what's new in AI? Beziehungsweise ich habe jetzt auch eine Automation, wo er das für mich macht jeden Morgen. Das heißt Tasks, das ist noch so ein Beta-Feature von uns, das wir gerade erst rausgebracht haben. Also unglaublich viel in meinem Job lässt sich automatisieren. Ich glaube, man muss kein ChatGPT-Pro sein, um diese KI zu nutzen. Man muss aber wissen, wie man delegiert, weil eigentlich ist es ein ziemlich ähnlicher Skill wie Management halt, weil man muss seine eigenen Aufgaben erstmal überhaupt verstehen und dann halt weitergeben an ein digitales an einen digitalen Chatbot und das ist einfach so ähnlich, als ob man einen Praktikanten hätte oder so, der einem eigentlich komplett zur Verfügung steht. Und ich glaube, das ist eher der Skill hier, als irgendwie was über Prompting zu wissen. Und da bin ich, glaube ich, nicht besser als die meisten. Ich lerne immer noch dazu.
Cool. Du bist ja jetzt auch schon eine Weile hier in den USA. Gibt es irgendwas, was du so aus Deutschland komplett vermisst?
So viel die Züge. Oder den Bahnverkehr. Das finden Leute immer witzig, weil ich glaube, die Deutschen sind immer ein bisschen kritisch, aber ich finde so den Nahverkehr und einfach die Mobilität dort, das Stadtbild San Francisco ist super layoutmäßig, vor allem bestimmte Stadtteile, aber in Deutschland kannst du überall zu Fuß was erledigen und in den meisten US-Städten sieht das nicht so aus. Dass halt nicht alles Arbeit ist, also für meinen Lebensstadium und für meinen Job ist es echt super hier im Silicon Valley, aber ich finde, in Deutschland kann ich mich auf Partys auch über was anderes unterhalten und das ist auch immer schön und das vermisse ich. Manchmal auch die Küche, jedenfalls die Küche von meiner Mutter und meine Freunde etc. Aber also ich liebe Deutschland und kann mir sehr gut vorstellen, auch wieder in Deutschland zu leben mit Familie etc. Momentan ist es super hier, aber ich werde mich für immer irgendwie in beiden Standorten sehr wohl fühlen, weil es einfach in Deutschland unglaublich schön ist.
Sag mal, du hast am Anfang ja gesagt, dass du Musiker bist. Wo kann man dich denn mal hören?
Da kann ich euch noch mal Bescheid sagen. Manchmal auf Jam-Sessions. Ich bin jetzt auch in einer Neo-Soul-Band, wo wir manchmal auftreten, aber ich sag dir Bescheid. Vielleicht nächsten Monat.
Okay, ich komme vorbei. Mensch, vielen, vielen Dank. Es hat Spaß gemacht und ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
Dankeschön. Vielen Dank.
So, das war die Folge mit Nick Turley und Christian Bitzer. Wer jetzt noch mehr deutsche Geschichten aus dem Silicon Valley hören möchte, am besten direkt den Podcast Silicon Valley Update mit Christian Bitzer von OMR abonnieren. Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt es jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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