Der einflussreichste deutsche Banker, den niemand kennt: Jörg Ambrosius (#897)
15 Apr 2026 · 69 min
In dieser OMR‑Podcast‑Folge interviewt Philipp Westermeyer den Präsidenten der Investment Services bei State Street, Jörg Ambrosius. Ambrosius erklärt, dass State Street als globaler Treuhänder über 53 Billionen US‑Dollar an verwahrten Vermögenswerten und rund 5,5 Billionen US‑Dollar an Assets under Management verfügt und damit etwa 13 % aller weltweiten Wertpapiertransaktionen abwickelt – ein systemrelevantes Geschäft. Das Geschäftsmodell ist ausschließlich B2B: State Street stellt Banken, Versicherungen und andere institutionelle Kunden Infrastruktur für die Verwahrung, Abwicklung und das Front‑to‑Back‑Management von Wertpapieren bereit. Gebühren werden in Basispunkten (0,01 % pro Basispunkt) berechnet, typischerweise 2‑6 bps, abhängig von Markt, Risiko und Serviceumfang; Haupteinnahmequellen sind Gebühren und Zinseinnahmen aus Kundengeldern. Technologische Investitionen von über 3 Mrd. USD jährlich sichern ein Netzwerk aus fünf globalen Abwicklungszentren, das bei geopolitischen Krisen oder hoher Marktvolatilität schnell umschalten kann. Ambrosius schildert seinen persönlichen Werdegang von einer Ausbildung bei einer Volksbank in Cochem über die Deutsche Bank bis zum Aufstieg bei State Street, wo er verschiedene Führungspositionen (Chief of Staff, Europachef, Chief Commercial Officer, Präsident Investment Services) innehatte. Er diskutiert aktuelle Branchentrends wie Konsolidierung, Gebühren‑Kompression und die wachsende Bedeutung von Front‑to‑Back‑Lösungen, sowie die digitale Zukunft: Er ist skeptisch gegenüber Bitcoin als Anlageklasse, sieht jedoch Stablecoins als notwendiges digitales Vehikel für die Tokenisierung von Vermögenswerten. Weiterhin kritisiert er die regulatorische Fragmentierung in Europa im Vergleich zu den USA und betont die Notwendigkeit, europäische Kapitalmärkte zu stärken, um globale Investoren anzuziehen. Im lockeren Teil des Gesprächs bestätigt Ambrosius, dass State Street keinen eigenen Corporate Jet besitzt, was trotz der Unternehmensgröße als Zeichen einer sparsamen Unternehmenskultur hervorgehoben wird. Westermeyer empfiehlt anschließend weitere Podcast‑Folgen mit deutschen Finanz‑„Hidden Champions“ wie Michael Miebach und Jan Beckers, die ebenfalls aus nicht‑elitär‑universitären Hintergründen stammen und erfolgreich in der globalen Finanzwelt agieren. Abschließend wirbt OMR Education für einen sechswöchigen KI‑Intensivkurs, der Marketing‑Leads und erfahrenen Fachkräften KI‑Kompetenzen vermittelt und mit einem Zertifikat abschließt. Die Episode enthält zudem mehrere Sponsor‑Einblendungen (Qonto, Hiscox, Instaffo, ElevenLabs), die jedoch nicht zum Kerninhalt gehören.
Chapters
Wir haben mal wieder jemanden gefunden, jemanden zu Gast aus der absoluten wirtschaftlichen Weltspitze. Einen Deutschen, von dem ihr wahrscheinlich noch nie gehört habt. So ähnlich wie vor einigen Monaten mal der Michael Miebach, der CEO von Mastercard, also einer der wertvollsten Firmen der Welt. Jetzt der Jörg Ambrosius, der ist so eine Art Co-Chef bei State Street, einem der größten Geldanleger der Welt. Die verwahren über 50 Billionen Dollar. In deutscher Sprachweise, also wirklich Billionen. Also in den USA würde man sagen Trillions. Wirklich Wahnsinn. Wenn der Jörg Stopp sagen würde, dann würde wahrscheinlich das weltweite Finanzsystem sofort stillstehen. Insofern ist State Street mal ganz sicher systemrelevant. Und entsprechend habe ich mit ihm auch die großen Fragen erörtert. Glaubt er an Bitcoin? Die Antwort ist nein. Warum? Gleich im Podcast. Aber auch die ganze Wirecard-Pleite. Wie kann so was immer noch passieren? Und natürlich habe ich ihn auch gefragt, wie er sein Geld anlegt und wie er es schafft, mit 60 Interkontinentalflügen pro Jahr klarzukommen. Also ziemlich kompakte, trotzdem ziemlich volle Folge mit Jörg Ambrosius. Auf geht's!
Let's go, go, go! Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
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Hallo Philipp!
Wie viel Geld ist es ganz genau, als Eingangsfrage mal, das ihr da verwaltet?
Naja, wir haben zwei Dimensionen, in denen wir die Geldmenge messen. Das eine sind die Vermögen, die wir für Kunden verwalten, treuhänderisch verwalten und verwahren. Da waren es per Ende letzten Jahres mehr als 53 Billionen US-Dollar. Und zusätzlich sind wir auch einer der großen Asset Manager weltweit, und in dem Bereich hatten wir auch Ende letzten Jahres mehr als 5,5 Billionen Assets under Management.
Aber wir reden von Billionen, das sind dann die deutschen Billionen, also nicht Milliarden, sondern sind dann halt eigentlich Trillions im Englischen und im Deutschen Billionen. Korrekt. Also wirklich Billionen, auf denen ihr da sitzt. Das ist jetzt ja schon eine Menge Geld, aber man muss unterscheiden, einiges davon legt ihr konkret an und einiges wird sozusagen über eure Strukturen verwaltet, im Sinne vor allen Dingen von ETFs.
Genau, und wir sind jetzt für die große Zahl, die ich eben genannt habe, der treffendste Begriff eigentlich ist, wir sind der Treuhänder. Das heißt, im Englischen nennt man das Trustee. Wir sind die Adresse, die sicherstellt, dass zum einen die Vermögenswerte existieren, dass der Kunde die Möglichkeit hat, der Investor, sie zu bewegen, wenn er denn möchte. Und wenn er sie bewegen möchte, sind wir diejenigen, die sicherstellen, dass sie so bewegt werden, wie denn das angedacht ist. Das heißt, klassisches Zug-um-Zug-Geschäft. Ich kaufe oder verkaufe etwas, in der Regel Wertpapiere gegen Geld, sodass egal in welchem Markt weltweit diese Abwicklung eines Kaufs oder Verkaufs erfolgen soll, wir sicherstellen, dass zum einen der Vermögensübergang des Assets stattfindet, aber im Gegenzug dann auch Geld entweder gezahlt oder empfangen wird.
Also es ist schon eine riesige Datenbank, weil auf der ganzen Welt Menschen kaufen irgendwie ETFs und ihr seid die Struktur dahinter.
Genau, wir wickeln für unsere Investoren diese Geschäfte in mehr als 100 Märkten ab. In 31 Märkten sind wir selbst mit Personal vertreten und ansonsten die Märkte, wo wir nicht selbst vertreten sind, haben wir Partner, die für uns diese Abwicklung übernehmen. Der Kunde kontrahiert allerdings mit uns. Das heißt, es ist unsere Aufgabe sicherzustellen, dass die Unterverwahrer, die wir dann in den globalen Märkten beauftragen, entsprechend das Geschäft auch so abwickeln, dass der Kunde die Sicherheit hat, dass die Vermögensgegenstände, wie gesagt, existieren oder auch entsprechend so bewegt werden, wie denn das gewünscht ist.
Das heißt, ihr seid dann zu einem ganz großen Teil schon auch eine B2B-Firma, ne?
Wir sind eigentlich ausschließlich B2B, das heißt, wir machen rein institutionelles Geschäft. Das heißt, als Privatkunde kannst du bei uns kein Konto eröffnen. Unser Geschäft ist institutionell geprägt und dort muss man sagen, haben wir eigentlich mit allen großen Institutionen weltweit zu tun, die große Vermögensanlagen verwalten oder im Auftrage ihrer Kunden die Gelder anlegen.
Also es gibt ja dieses berühmte Unternehmen Wirecard, wo dann irgendwie auch die Rede davon war, es gibt irgendwelche Konten, und dann hat man mal nachgeschaut, es wurde über Jahre allen erzählt, da gäbe es Gelder, und dann hat es scheinbar ja auch Monate gedauert, um zu überprüfen, gibt es diese Gelder eigentlich wirklich, und siehe da, es gab sie nicht. Also bei euch muss ja dann auch jemand bei so viel Geld irgendwie sicherstellen, dass das Ganze, was da auf dem Zettel irgendwo steht, auch wirklich da ist.
Korrekt, das heißt, da gibt es auch tägliche Abstimmungen. Reconciliations ist der Fachbegriff im Englischen, wo auf täglicher Basis sichergestellt wird, dass die verbuchten Vermögensgegenstände auch dann entsprechend da sind. Also du hast Wirecard angesprochen, es gibt andere prominente Beispiele, wo Vermögensgegenstände verbucht wurden, die es aber gar nicht gab. Madoff, anderer großer Skandal, oder auch kürzlich, noch nicht so lange her, FTX, wo dann Vermögensgegenstände, die verbucht wurden, sich plötzlich in Luft aufgelöst haben. Und das ist die essenzielle Funktion des Treuhänders. Unsere Aufgabe ist sicherzustellen, nach bestem Wissen und Gewissen, dass das nicht passiert und wir mit Partnern zusammenarbeiten, die wir regelmäßig prüfen, um sicherzustellen, dass diese Vermögensgegenstände wirklich da sind.
Das heißt, ihr seid am Ende auch extrem systemrelevant. Also wenn irgendwas bei euch schiefgeht, dann fehlt möglicherweise irgendwo in der Weltwirtschaft mal eine Billion oder so.
Also durch unsere Infrastruktur werden etwa 13% aller weltweiten Wertpapiertransaktionen abgewickelt. Und wir haben natürlich dann Tage, jetzt leider in den letzten Jahren ja häufiger, wo die Volatilität am Markt extrem groß ist, wo dann Volumina generiert werden, die extrem hoch sein können. Und dort zeigt sich dann, ob Sie als Unternehmen eine Infrastruktur vorhalten, die resilient ist, dass sie diese Volumina, die dort entstehen können, auch entsprechend abwickeln kann. Und das ist das klassische Skalengeschäft, in dem wir uns—
Wer macht denn sowas noch? Also für jetzt Hörer, die mit State Street— ich meine, mir ist bewusst, weil ich hatte mal irgendwie Anfang der Nullerjahre ein Praktikum gemacht an der Wall Street damals, und da war schon State Street immer so eine Adresse, wo man versuchte, dass also eure Anlageseite dann irgendwie über uns gehandelt hat. Also insofern kannte ich den Begriff State Street schon seit langer Aber gibt es noch andere Firmen vielleicht, wenn man euch nicht kennt? Wer ist noch so in dem Bereich aktiv?
Also das Geschäft wird ganz klar weltweit dominiert von amerikanischen Institutionen. Das heißt, neben uns sind in dem Geschäft aktiv die Bank of New York, eine JP Morgan, eine Citibank. Das sind eigentlich die größten Spieler. In Europa gibt es einige Institutionen, die das Geschäft auch relativ groß volumig betreiben. BNP Paribas dazu nennen. Andere europäische Spieler haben dieses Geschäft vor Jahren aufgegeben. So hat State Street im Jahr 2003 das Geschäft von der Deutschen Bank in dem Bereich zum Beispiel übernommen.
Okay, so, jetzt die Frage: Du bist also ja in der Hochfinanz angekommen, kann man so sagen. Ich meine, dein Titel ist jetzt— du bist nicht CEO des Unternehmens, sondern du warst bis vor kurzem Chief Commercial Officer und bis jetzt sozusagen Chief Investment Officer, glaube ich.
Ich bin der Präsident von Investment Services. Das ist also der Bereich, der das Bankgeschäft des Konzerns darstellt. Also alles außer Asset Management und Handelsgeschäft fällt unter meine Zuständigkeit. Das ist ungefähr 70% der Mitarbeiter und 70% des Umsatzes werden am Ende des Tages durch mich verantwortet.
Bei Mitarbeitern, wir reden in Summe auch von über 50.000, ne?
Ja, 55.000 Mitarbeiter weltweit.
Okay, also wir kommen gleich noch ein bisschen auf das Geschäft, aber erstmal vielleicht dein Weg, denn jetzt bist du da oben angekommen, aber angefangen hat es in Cochem bei einer Bank. Also es ist ein Ort irgendwie so in der Nähe der Eifel, habe ich geguckt, und da hast du mal als Bankkaufmann angefangen.
Das ist so, ich habe Abitur gemacht in Wittlich, das ist eine kleine Stadt zwischen Eifel und Mosel, und habe entschieden, nach Abitur und Militär eine Bankausbildung zu machen und habe die bei der lokalen Volksbank dann absolviert. Und dann stellte sich die Frage nach der Bankausbildung, ob ich anfange, Geld zu verdienen. Ich war der Einzige, der damals gesagt hat, nach der Ausbildung, ich gehe nicht nach Luxemburg, weil das war sehr lukrativ damals, grenznaher Bereich, nach Luxemburg zu gehen, steuerbegünstigt dort Geld zu verdienen. Ich habe gesagt, nein, ich möchte gerne studieren. War in meiner Familie auch der Erste, der sowohl Abitur als auch dann Studium gemacht hat und habe dann meine heutige Frau schon kennengelernt während der Ausbildungszeit. Sie hat gearbeitet, ich habe studiert in Siegen und dann hat sich nach dem Studium die Frage gestellt: Ja, was machst du jetzt? Jetzt hatte ich 2 Bewerbungen damals losgeschickt. Die eine bei Aldi Süd war erfolgreich. Das heißt, ich hätte die Möglichkeit gehabt, in ein globales Traineeprogramm von Aldi Süd einzusteigen. Die haben damals das höchste Gehalt geboten und auch schon Firmenwagen, was ja damals so nach Studium attraktives Incentive war. Habe aber dann über meinen Finanzprofessor Henry Schäfer, der einen Kontakt hatte zur Deutschen Bank, die Möglichkeit gehabt, dort ein Gespräch mit einem Bereichsvorstand zu führen, Jürgen Marciniak. Und da hat die Chemie ganz gut gepasst. Und der hat mir dann nach einer Stunde gesagt, hey, wenn du gerne in ein globales Trainingsprogramm bei uns einsteigen möchtest, dann sag mir Montag Bescheid und du hast die Stelle. Dann habe ich gesagt, Herr Marciniak, finde ich toll. Es gibt nur ein kleines Problem. Ich spreche kein Englisch. Und dann hat er mir gesagt, wie, du sprichst kein Englisch? Ich sage, ja, ich habe zwar Abitur gemacht, aber ich hatte Leistungskurs Latein gewählt, taktisch, um Englisch zu umgehen und war nicht in der Lage, einen geraden Satz in Englisch zu sprechen. Und dann hat er mir damals gesagt, und ich komme da später noch mal drauf zurück im Gespräch heute, weil das für mich ein ganz prägender Moment war, möchtest du es lernen? Dann habe ich gesagt, ja. Dann hat er gesagt, okay, sag mir Montag Bescheid. Wenn du den Job willst, hast du den Job auch ohne Englisch. Und dann hat die Deutsche Bank mir den Job angeboten und haben mich gleich zu Beginn des Traineeprogramms für 4 Wochen nach London, Einzelunterricht, Regent Street Sprachschule geschickt. Und so habe ich dann im Alter von 26 begonnen, Englisch zu sprechen. Und das werde ich der Bank nie vergessen und insbesondere Herrn Marciniak, dass er mir die Chance gegeben hat. Und was ich gelernt hatte damals, war zum einen, es ist gut, transparent zu sein. Zu sagen, ich habe da einen Gap. Und wenn jemand dann trotzdem dir die Chance gibt und du dann zeigen kannst, du bist gewillt und hast die richtige Einstellung, ist sehr, sehr vieles möglich. Und ich habe mir damals geschworen, wenn ich später im Berufsleben die Chance habe, auch Talenten zu helfen, die vielleicht auch einen Gap haben oder halt nicht alles mitbringen, ich aber spüre, dass jemand die richtige Motivation hat, werde ich das tun. Und das habe ich und tue ich heute mit Begeisterung. Also es ist ein großes Thema für mich, Talentförderung.
Und du hast dann bei der Deutschen Bank auch eine ganz gute Karriere gemacht, bist dann da schnell hoch zum VP, ne?
Also ich war dann nach 5 Jahren, war ich, man nannte das damals Chief of Staff, also im Endeffekt Mädchen für alles für den Bereichsverstand. Und habe mich dann aber entschieden, nachdem die State Street als globales Unternehmen angeklopft hat, einen Schritt zu machen, der ein Sprung ins kalte Wasser war. Und zwar hatte die State Street eine Stelle ausgeschrieben als Salesperson, Verkauf. Und das war immer was, was ich machen wollte. Und das war damals ein großer Schritt. Es gab damals so die ersten Gespräche im Markt, naja, die Deutsche Bank steigt vielleicht aus dem Geschäft aus. Und ich dachte mir, Führe mal das Gespräch mit State Street. Und mir ist damals sehr klar vermittelt worden vom europäischen Management von State Street, dass die Bank einen sehr langen Atem hat und eine strategische Grundsatzentscheidung getroffen hat, in Europa führender Anbieter in dem Geschäft zu werden. Und ich habe das—
also du warst dann schon auch in dieses Geschäft reingerutscht während deiner deutschen Bankzeit?
Also genau, ich war in diesem Geschäft auch bei der Deutschen Bank, in dem Custody-Geschäft, dass, wie gesagt, als mir mein Finanzprofessor damals gesagt hat, für dein Gespräch ist der Bereich Custody, und ich habe gesagt, was ist Custody? Habe ich nie gehört, den Begriff. Dann hat er mir gesagt, da gibt es eine Abhandlung von der Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel, wo das Custody-Geschäft beschrieben war. Dann habe ich mir das mal angelesen und gesagt, okay, klingt gut, klingt spannend, klingt global.
Spannend, so, naja, so.
Aber so bin ich halt da gelandet. Das war also mehr oder weniger ein Zufall. Und dann bin ich halt dann zur State Street gewechselt. Und die State Street war damals in Deutschland im Jahr 2001 eine relativ kleine Bank, die Probleme hatte damals mit der Aufsicht für Finanzen. Es gab also regulatorische Probleme, weil amerikanisches Institut kommt nach Deutschland, muss erstmal verstehen, wie der lokale Markt funktioniert. Da konnte ich dann einiges beitragen, um die Situation relativ schnell zu verbessern. Und 18 Monate später, nachdem ich bei der State Street begonnen hatte, hat die State Street global das Geschäft der Deutschen Bank gekauft. Das heißt, lokale Position State Street in Deutschland, als ich anfing, Underdog. 18 Monate später, Geschäft der Deutschen Bank gekauft, Marktführer. Und da hatte ich natürlich auch etwas Glück, dass das so passiert ist, und bin dann relativ schnell im Rahmen dieser Übernahme auch bei State Street, ja, hatte ich die, hat man mir die Gelegenheit gegeben, größere Funktionen zu übernehmen. Ursprünglich im Verkaufsbereich, war dann irgendwann für den Verkauf in Europa verantwortlich und hat mich dann gebeten, mehr oder mehr auch auf die Gesamtgeschäftsseite inklusive der operativen Verantwortung zu wechseln. Und ich bin dann im Jahre 2013 in Deutschland in die Geschäftsführung berufen worden.
In Deutschland?
In Deutschland. Und wir haben dann entschieden, wovon Brexit noch keine Rede war, dass wir die europäische Bankentität für das State Street Gebilde in Deutschland ansiedeln werden. Das war ein relativ harter interner Wettbewerb damals zwischen Deutschland, Luxemburg und UK. Und so sitzt heute noch die europäische Bankeinheit für State Street in München. Ich bin dann nach 5 Jahren aus der Geschäftsführung dort ausgeschieden, weil man mich gebeten hat, dann das gesamte Europageschäft für State Street zu verwalten. Habe dann eine Aufsichtsratsfunktion übernommen für die Bank hier in Deutschland. Habe dann in der Zeit, als Brexit dann sehr aktiv wurde, mit den Aufsichtsbehörden sowohl in Deutschland, EZB, als auch dem Regulator in UK verhandelt, wie wir uns denn jetzt aufstellen in diesem Kontext. Und was wir gemacht haben, wir haben am Ende des Tages das Geschäft in Europa zweigeteilt. Das heißt, wir betreiben heute das Geschäft in UK. Als eine Filiale der globalen Bank, und wir betreiben das Geschäft im Rest Europas aus dieser europäischen Bank, die jetzt fest etabliert in München ihren Sitz hat und mittlerweile über 10.000 Mitarbeiter hier in Europa hat.
Aber bist du dann noch mal aufgestiegen in die weltweite Struktur?
Genau, und dann, nachdem ich Europachef war, hatte man mich gebeten, dann Chief Commercial Officer zu werden. Das heißt, es verantwortlich für den Vertrieb weltweit. Das war dann noch mal ein großer Schritt, also aus Europa raus auch am Ende des Tages die Geschäftsentwicklung in Asien, insbesondere auch den USA zu entwickeln. Das heißt, ich habe dann begonnen, sehr viel Zeit auch vor Ort in den USA zu verbringen, um die Kunden dort zu verstehen und Beziehungen aufzubauen. Und dann hat man mich vor 18 Monaten gebeten, die Gesamtverantwortung für den Bereich Investment Services zu übernehmen, also Im Englischen ist der Begriff des Presidents da genutzt. Am Ende des Tages bin ich im Vorstand verantwortlich für den Geschäftsbereich Investment Services, der wie gesagt 70%—
Und das heißt, deine Kunden, wenn man sagt, du machst Vertrieb, dann wendest du dich an andere Banken, zum Beispiel an auch Versicherungskonzerne, und bietest denen eure Abwicklungsstruktur sozusagen an?
So ist es.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht. Vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Und wir haben ja das Geschäftsmodell über die letzten Jahre deutlich ausgeweitet. Wir haben als Konzern vor 5 Jahren ein Softwareunternehmen gekauft, was spezialisiert ist auf Portfolio Management, Charles River Development, und sind heute in der Lage, großen Investoren oder großen Asset Managern anzubieten, dass wir deren komplettes Ökosystem darstellen können. Das heißt, Die können vom Portfoliomanagement angefangen alles an State Street auslagern als Dienstleistung und können sich komplett auf ihr Kerngeschäft fokussieren. Und das Kerngeschäft eines Asset Managers ist die Vermögensanlage, Investmententscheidungen zu treffen und eine möglichst große Performance für die Investoren zu ermitteln. Und alles andere könnten wir machen. Und es gibt Unternehmen, Großunternehmen, die diesen Schritt gegangen sind, die am Ende des Tages Das nennt sich mittlerweile in der Industrie Front-to-Back, das heißt Front Office, Middle Office, Back Office, alles ans State Suite ausgelagert haben.
Das ist ein Trend, der sich über die letzten Jahre so abgezeichnet hat, weil es ist ja so ein bisschen der Trend, auf dem dann auch deine letzten Jahre Karriere entstanden sind, weil man, weil du das früh gesehen hast und weil man sozusagen, man braucht ja immer so eine Welle, die man wahrscheinlich auch in so Konzernen nach oben schwimmt, wo du sagst, okay, Irgendwie geht es immer da voran, wo der Kollege sitzt, und das war dann nicht nur deine gute Arbeit wahrscheinlich, sondern auch der Trend, der dich getragen hat.
Ja, wir haben das ganz gut gemacht, aber wie du sagst, wir waren natürlich da zur richtigen Zeit am richtigen Ort, hatten vielleicht früher eine Idee, wie die Industrie sich entwickeln kann als andere. Das hat State Street in den letzten Jahrzehnten eigentlich immer gut gemacht. Wir haben eigentlich auch keine Wahl, weil wenn wir uns vergleichen mit anderen sehr breit aufgestellten Finanzkonzernen, wir sind halt sehr sehr stark fokussiert auf diese beiden Geschäftsfelder Asset Management und Asset Administration, und wir müssen dort die Besten sein. Und deswegen musst du auch frühzeitig erkennen, wie sich die Industrie weiterentwickelt, was sind die neuesten Trends, und dann dich dort schneller bewegen als andere. Das haben wir gemacht, erfolgreich gemacht, und das hat natürlich auch dann ja meinem persönlichen Werdegang geholfen, klar.
Was, was für Gebühren zieht man sich da, wenn man jetzt sozusagen so ein Sagen wir, ihr nehmt jetzt da die nächsten 100 Milliarden, die dann von euch verwaltet werden. Was dürft ihr euch denn davon einbehalten?
Also wir, unsere Währung für Gebühren sind Basispunkte. Ein Basispunkt sind 0,01%. Also ein Basispunkt auf eine Milliarde gerechnet sind 100.000. Eine Milliarde Vermögen, ein Basispunkt 100.000. Jetzt hängt es natürlich stark davon ab, wie breit die Dienstleistung ausfällt, die ein Kunde wählt. Für das klassische Verwahrgeschäft hängt es davon ab, in welchen Märkten du deine Vermögen investierst. Das heißt, wenn du jetzt in den USA investierst, in einem Markt, der extrem automatisiert abgewickelt wird, dann ist eine Verwahrgebühr deutlich unter einem Basispunkt. Wenn du aber zum Beispiel in ein afrikanisches Land investierst, dann kann die Verwahrgebühr durchaus auch mal 20 Basispunkte betragen. Weil es operative Risiken gibt, Abwechslungsrisiken, die werden eingepreist in unsere Dienstleistung. Üblicherweise für große Mandate bewegen wir uns bei Basispunkten in der Region zwischen 2 und 6 Basispunkten, wie dieses Geschäft heute vergütet wird.
In Summe kommt dann dabei, zumindest im letzten Jahr, ein Umsatz raus von 22 Milliarden, und dann laufen dagegen entsprechend wahrscheinlich vor allen Dingen eure Personalkosten.
Und Technologiekosten, Technologiekosten, das heißt, wir investieren jedes Jahr mehr als 3 Milliarden mittlerweile in Technologieinnovation. Das ist ein großer Kostenblock. Der andere Ertragsbringer in dem Geschäft als auch Kostenpunkt sind Zinsen, das heißt Liquidität, die Kunden bei uns vorhalten, wird entsprechend den Kunden vergütet. Auf der anderen Seite haben wir die Chance natürlich damit auch Zinsertrag zu generieren. Das sind die 2 großen Einkommensquellen, das heißt, Gebühren und Zinseinkünfte. Und auf der Kostenseite ist es so, Großteil ist Personal, und zunehmend wird Technologie einen größeren Anteil an dem Gesamtkostenblock übernehmen.
Also am Ende, was ist im letzten Jahr übrig geblieben, ist ja glaube ich öffentlich. Also ihr seid ja börsennotiert. Ich habe es nur als Umsatz, und ich weiß, Market Cap ist aktuell 35 Milliarden oder 30 Milliarden Euro ungefähr. Genau, also es ist so in deutsche Verhältnisse übersetzt, so nicht ganz VW, aber so Was liegt denn da? Adidas war da mal bis vor kurzem so ungefähr, so vom Wert ungefähr her, ne? Das ist jetzt nicht eine der größten deutschen Firmen, schon wäre jetzt schon im DAX auf jeden Fall.
Wir wären definitiv im DAX und wir sind vom Kurs-Gewinn-Verhältnis nach wie vor eher moderat bewertet. Das heißt, wir gehen davon aus, dass durchaus auch dort weiteres—
Sag mal, sag mal, sag mal, Ergebnis, wo liegt ihr?
Wir hatten jetzt letztes Jahr ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8.
Von 8, also das heißt, ich muss jetzt diese 30 Milliarden durch 8 teilen, dann weiß ich, wo das Ergebnis liegt. Also bei irgendwie, was ist es dann, 4 Komma irgendwas oder so, 4 Milliarden plus. Okay, also ist ja eine beeindruckende Reise und jetzt bist du da angekommen und stelle ich mir so vor, dass du jetzt da jeden Tag wahrscheinlich morgens aufstehst und sagst, okay, was ist heute wieder los und kriegen wir das alles abgewickelt? Also ich meine, wenn man da jetzt die Verantwortung trägt, ist man dann sehr stark so nachrichtenabhängig und denkt sich, okay, jetzt ist hier irgendwie, weiß nicht, die Straße von Hormus blockiert, das könnte zu folgenden Verwerfungen führen und das und das, oder jetzt kommt da irgendwie eine neue Nachricht rein. Muss man sich sein Leben so sehr stark davon geprägt vorstellen?
Also es ist ein gesunder Mix, sage ich mal. Es hat natürlich, haben kurzfristige Entwicklungen einen Einfluss auf unser Geschäft. Wir haben Mitarbeiter im Mittleren Osten. Das heißt, wenn dort Drohnen oder Raketen abgefangen werden und Trümmer auf die Erde fallen, ist das für uns ein Thema, weil Priorität Nummer 1 ist die Sicherheit der Mitarbeiter im Konzern. Das heißt, als das losging jetzt im Iran, waren wir morgens gleich im Krisencall mit den entsprechenden Teilnehmern weltweit, aber auch vor Ort, um sicherzustellen, wie gehen wir damit um? Zum einen, Was tun wir, damit unsere Mitarbeiter sicher sind? Was tun wir, damit wir unsere Kunden vor Ort weiter bedienen können? Was sind Extremszenarien? Das heißt, wenn wir vor Ort nicht mehr produzieren können, wo würde dann die Produktion, also die Dienstleistung abwickeln können? Das heißt, wenn ich den Kunden vor Ort nicht mehr bedienen kann, muss ich ja irgendwo anders am Ende des Tages die Dienstleistung erbringen. Generell ist unser Unternehmen so aufgestellt, dass wir für Szenarien ausgerichtet sind, dass egal welches Abwicklungszentrum, was wir weltweit betreiben, von einer realen Rakete oder von einem Cyberangriff lahmgelegt würde, können wir sofort die Produktion in ein anderes Abwicklungszentrum switchen.
Wie viele habt ihr?
Wir operieren, was die großen Abwicklungszentren angeht, mittlerweile mit 5, sind aber dabei, das weiter aufzustocken, um das Konzentrationsrisiko weiter zu verringern.
Also wenn man das so hört, das ist ja erstmal ein total attraktives Geschäft eigentlich. Ich meine, du sagst jetzt zwar Dienstleistung, aber es ist ja irgendwo auch ein Technologiegeschäft. Ich meine, die Menschen überweisen euch dann da das Geld, das wird jetzt ja nicht von heute auf morgen wieder abgezogen werden, nehme ich an. Man hat ja also relativ harten Login bei den Bei den verschiedenen Partnern, das ist ein B2B, irgendwo auch in Teilen Softwaregeschäft, nehme ich an, hast du ja so beschrieben. Also warum ist es dann eigentlich, und bei den Nachrichten sagst du auch, ja, man muss darauf reagieren, aber ihr habt das irgendwie so ganz gut im Griff. Warum ist es nicht noch mehr wert?
Na ja, also das ist ein Geschäft, was sehr langfristig ausgerichtet ist. Das heißt, die größten Kosten, die einem Kunden entstehen, ist dann, wenn er den Anbieter wechselt. Das heißt, wenn du einen Anbieter in dem Bereich gewählt hast, der für dich eine gute Dienstleistung erbringt und du das Vertrauen in diesen Anbieter hast, dass er deine Gelder treuhänderisch gut verwahrt, dann wirst du in der Regel nicht diesen Anbieter wechseln.
Also man kann schlecht wachsen. Man hat einmal die Größe, die man hat, und dann ist es so.
Das heißt, das ist jetzt kein Geschäft, wo Kunden ständig hin und her wechseln, sondern ist ein extrem langfristig ausgerichtetes Geschäft. Wir verwenden— wir nutzen eigentlich immer den Begriff eines Supertankers. Das heißt, wenn der Supertanker in Fahrt ist und die Richtung wechseln will, dann dauert das. Also Sie können nicht mal ad hoc die Richtung wechseln, sondern Sie müssen dann im Endeffekt steuern und dann dauert es, bis der Tanker seine Fahrt Richtung ändert. Auf der anderen Seite ist dieses Geschäft dadurch aber sehr attraktiv, weil es jedes Jahr gutes Gebühreneinkommen bringt. Ich bin jetzt seit 25 Jahren dabei. Ich hatte in den 25 Jahren genau ein Quartal, in dem unsere Bank einen operativen Loss hatte, und das war das eine Quartal nach der Finanzkrise 2008/2009, wo der Konzern damals alle Lasten, die im Zuge der Finanzkrise entstanden sind, abgewickelt hat. Ansonsten ist dieses Geschäft extrem resilient und extrem stabil. Man kann natürlich sagen, es ist nicht so sexy wie andere Geschäfte, weil es halt auch nicht diese Volatilität nach oben hat, aber es hat auch nicht die Volatilität nach unten.
Und jetzt zahlt er gute Dividende?
Wir zahlen Dividende, ist ja in USA jetzt Nicht so prominent wie in Europa. Wir zahlen eine Dividende, ist aber jetzt nicht der Treiber für Investoren, im Endeffekt zu sagen, wir wollen in EstateSuit als Titel investieren.
Wie viel bist du denn in den USA? Also wenn man jetzt so sein Leben sich vorstellt, ich meine, es ist ja eigentlich erstaunlich überhaupt, dass du in München lebst. Und es klingt jetzt nach einem sehr globalen Leben. Und ich meine, die Firma sitzt glaube ich in Boston und New York ist eh Finanzzentrum.
Also etwa 50% meiner Zeit verbringe ich in den USA. Das entspricht in etwa auch dem, was wir an Umsatz in den USA generieren. Das heißt, wir haben es geschafft, jetzt über die letzten Jahre unser Umsatzaufkommen außerhalb der USA auf knapp 50% des Konzernumsatzes zu erhöhen. Somit verbringe ich etwa 50% meiner Zeit außerhalb der USA und 50% innerhalb der USA.
Okay, mittlerweile sprachlich bist du da jetzt voll angekommen, nehme ich mal an.
Sprachlich bin ich nach wie vor kein Muttersprachler, aber wenn ich vergleiche, wie ich mit 26 gestammelt habe gegenüber dem, wie ich mich jetzt artikulieren kann, hat sich das ganz gut entwickelt.
Ich meine, du musst ja da auch auf einem sehr hohen Niveau Kunden gewinnen. Also insofern stelle ich mir das schon sprachlich ganz solide vor. Anders geht es ja nicht. Also ich meine, die werden ja da nicht jetzt irgendwie, wenn da jetzt jemand, vielleicht ist ja Deutsch hier und da noch ein Qualitätsmerkmal, man denkt, okay, dem vertraue ich jetzt. Aber gleichzeitig ist es ja auch so, man muss ja schon auch Konzernsprache ist Englisch, das heißt, meine Kommunikation tagsüber findet zu 90% in Englisch statt. Okay, und dann Neukundengewinnung geht dann so, es gibt irgendwo eine neue Bank, die sich fragt, worüber kann ich mein Geld abwickeln, und dann mal bei euch anruft, oder du spürst es dann schon irgendwo, da gibt es jetzt, weiß ich nicht, in Korea ein neues Institut, oder?
Also das ist eine Option, dass neue Institute in der Tat entstehen, die dann ja einen Dienstleister brauchen. Es ist aber durchaus auch so, dass man ab und an Kunden von anderen Dienstleistern gewinnt, indem man entweder eine Dienstleistung anbieten kann, die sonst niemand hat, oder in der Lage ist, ein Geschäft vielleicht sehr viel effizienter abzuwickeln als ein bestehender Dienstleister. Was wir sehen in unserer Industrie, ist eine Konzentration. Das heißt, die Anzahl der Anbieter nimmt tendenziell ab, die Großen werden größer. Das ist aber die Natur eines Skalengeschäfts. Das heißt, du brauchst die kritische Masse, um dieses Geschäft langfristig profitabel abwickeln zu können. Die Gebühren gehen auf Dauer, und das habe ich nie anders gesehen in den letzten 30 Jahren, immer nur in eine Richtung, nach unten. Was eine gute Entwicklung für die Investoren ist. Es ist unser Job als Industrie, die Märkte effizienter und kostengünstiger abzuwickeln, sodass für die Investoren nach Kosten eine höhere Nettorendite bleibt.
Ist das denn jetzt dann sozusagen viel Stress auf den Weltmärkten? Denkst du mal so, ist wahrscheinlich für euch jetzt keine gute Nachricht, weil es den Aufwand für euch steigert. Es wäre wahrscheinlich angenehmer, es wäre alles recht ruhig, dann könnt ihr eure Basispunkte ziehen und müsst vergleichsweise wenig dafür tun.
Na ja, also ein Vergütungselement bei uns sind auch Abwicklungen für Transaktionen. Das heißt, Volatilität ist per se nichts Schlechtes, weil dort dann viel Transaktionsvolumen passiert. Volatilität bringt auch mit sich, dass Kunden tendenziell mehr Cash und Bargeld vorhalten, was unserem Zinsertrag guttut. Und ein anderes Geschäft, wo wir mittlerweile auch ein sehr großer Spieler sind, ist Fremdwährungsgeschäfte. Das heißt, wenn Kunden dann global investieren, und entsprechende Währungsgeschäfte vornehmen müssen, ist es auch für uns gut, wenn Volatilität hoch ist. Das heißt, Unsicherheit per se ist natürlich etwas, was schwierig ist, mit dem jeder umgehen muss. Auf der anderen Seite war ich überrascht und bin ich immer noch überrascht davon, wie resilient die Märkte die letzten 3, 4 Jahre überlebt haben. Wir hatten ja durchaus jetzt Ereignisse, wo man hätte denken können, naja, das wird jetzt irgendwann hier zu dem großen Crash führen. Dem war nicht so. Die Märkte waren sehr resilient.
Die Märkte waren vielleicht an eurer Arbeit, meinst du?
Das liegt definitiv auch daran, dass die gesamte Industrie nach 9/11, das war der erste große Einschnitt, und Einschnitt, aber dann auch nach der Finanzkrise sehr stark daran gearbeitet hat, die Abwicklung und die Infrastruktur des Marktes als auch die Kapitalisierung der Banken zu verbessern. Das heißt, man kann schon sagen, dass dies einen nachhaltigen Effekt hatte und dass deswegen auch die Märkte selbst zur Hochzeit vor Corona wo plötzlich in Indien zum Beispiel Büros geschlossen wurden, in China Büros geschlossen wurden. Der Markt hat weiter funktioniert, der Markt ist nicht kollabiert, und es wären durchaus andere Szenarien denkbar gewesen. Und da sage ich, die Industrie hat hier eigentlich einen guten Job gemacht.
Gerade wenn man so alles, Corona jetzt irgendwie, da Krieg im Iran, gut, Krieg in der Ukraine sowieso auch noch mal, vielleicht eher dann aus globaler Sicht ein regionales Thema, aber ich meine, spätestens Jetzt mit dem Iran-Krieg, das ist ja aufgrund des Öls dann schon auch ein globales Thema. Also das sind so die größten Einschläge, wo man denkt, okay, oh je, das eigentlich hätten alle früher gesagt, das muss die Börsen nach unten bringen, aber hat es bisher nicht. Ich habe heute meine Kollegin Kaja, unsere Head of People, hier mit im Studio, und zwar aus folgendem Grund: Wir haben gerade zum dritten Mal über die Recruiting-Plattform Instaffo jemanden eingestellt. Und zwar diesmal unsere Product Lead Johanna. Also man hört schon, Instaffo ist nicht nur Partner hier im Podcast, sondern die helfen uns beim Recruiting wirklich weiter, oder Kaya?
Absolut. Wir haben bei OMR ja eine recht starke Employer Brand. Trotzdem ist Instaffo eine riesige Hilfe im Recruiting und da ist halt echt cool, dass wir vorab keine Kosten haben, schnell Stellen veröffentlichen und innerhalb weniger Tage mit super gut passenden Talenten sprechen können.
Aber ihr hört es selbst. Wenn ihr also gerade Stellen offen habt, macht es doch gerne so wie wir auch. Bei Instaffo sehen nur Talente eure Stelle, die auch wirklich darauf passen, und ihr müsst erst bezahlen, wenn auch wirklich jemand eingestellt wird. Als OMR-Hörerin/Hörer spart man außerdem 500€ auf die erste Einstellung. Einfach auf instaffo.com/omr gehen, da gibt's noch eine kurze Demo und man kann sich registrieren. Also instaffo.com/omr.
Und dazu muss man sagen, und das ist mir jetzt auch kürzlich noch mal so bewusst geworden, weil wir sprechen über die Finanzkrise 2008/2009. Ich saß kürzlich in einem Vortrag, jemand sagte, ja, es geht jetzt seit 18 Jahren nach oben. Und dann habe ich gedacht, stimmt, 2008, was mir immer noch sehr präsent ist, weil wir damals halt schon mitten in dem Chaos agiert haben, sind 18 Jahre. Das heißt, wir haben jetzt einen langfristigen Zyklus, der seit 18 Jahren in eine Richtung geht.
Und das kann aber eigentlich nicht mehr so weitergehen.
Und wir alle wissen, irgendwann wird jeder Zyklus zu einem Ende kommen. Das heißt, das betrifft sowohl den Kreditzyklus als auch den Marktzyklus. Von daher glaube ich, ist es schon wichtig, dass man immer auch Szenarien im Auge hat und sich auf Szenarien vorbereitet, dass der Markt durchaus irgendwann noch mal sehr viel stärker unter Stress und Druck geraten kann.
Aber du siehst das jetzt nicht konkret voraus?
Wenn ich das konkret voraussehen könnte, würde ich heute nicht hier sitzen, weil dann hätten wir den Kristallball in der Hand. Man muss schon sehr genau auf die Faktoren achten. Wir hatten ja gerade jetzt in den letzten Wochen viele Nachrichten im Bereich Private Credit, zum Beispiel Liquiditätsthemen. Teilweise erinnert an das, was wir 2008 und 2009 damals gesehen haben. Auf der anderen Seite, wenn man dann in die Themen genau reinschaut, sieht man, dass es eben nicht vergleichbar ist eins zu eins mit dem, was wir 2008 und 2009 gesehen haben, und dass insbesondere Banken heute sehr viel besser aufgestellt sind, sowohl was ihre Infrastruktur angeht, was ihre Risikomanagementkapazitäten angeht, als auch was die Kapitalausstattung angeht.
Also sag mal ein paar Beispiele von Sachen, wo du sagst, das hat auf den ersten Blick an 2008 oder 2009 erinnert.
Naja, also wenn jemand plötzlich announced, dass er kein Cash auszahlt, dass ein Investor sein Geld nicht zurückbekommt, dann war das ja das, was in 2008 und 2009 irgendeiner amerikanischen Bank auch wieder gesehen. Das haben wir nicht bei Banken gesehen, das haben wir jetzt bei Kreditfonds, privaten Kreditfonds gesehen. Wie gesagt, man muss sich dann die einzelne Situation anschauen und da gibt es bisher gute Erklärungen dafür. Das heißt, die Frage sind immer, sind das isolierte Ereignisse oder ist das jetzt der Beginn eines strukturellen Marktproblems? Wir sind nicht an dem Punkt, dass wir sagen, wir sehen schon ein strukturelles Marktproblem. Wir schauen uns das aber sehr, sehr genau an.
Ist das auch das Zitat? Ich habe das irgendwie vor kurzem aufgeschnappt von Jamie Dimon, dem JP Morgan Chef, der sagte: Wenn ich irgendwo eine Kakerlake sehe, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass da mehrere sind. Bezog er sich auch darauf?
Das war glaube ich durchaus in die Richtung gedacht, ja.
Okay, okay. Also das heißt witzigerweise, wenn also oder für mich jetzt überraschenderweise, wenn du jetzt Probleme kommen siehst für unsere Märkte, dann eher aus der Ecke gar nicht so sehr jetzt nach dem Motto. Ölpreis oder sowas in der Art?
Naja, Ölpreis müssen wir jetzt schauen. Also Ölpreis ist für mich jetzt die Frage, über welchen Zeitraum sprechen wir? Wenn wir jetzt ein strukturelles Ölpreisproblem bekommen über einen langen Zeitraum, wird das einen Schock für die Weltwirtschaft bringen und dann entsprechend auch einen substanziellen Einfluss auf die Märkte haben, einen substanziellen Einfluss auf Inflation haben. Damit einen substanziellen Einfluss auf die Zinsentwicklung. Ist halt im Moment schwierig vorherzusagen. Das hängt, glaube ich, jetzt wirklich davon ab, wie sich die Situation konkret im Iran weiterentwickelt. Wir arbeiten dort, wie generell in solchen Situationen, mit verschiedenen Szenarien, wo wir uns anschauen, was sind mögliche Entwicklungspfade und versuchen uns auf die möglichen Szenarien vorzubereiten, um dann relativ schnell agieren zu können, wenn absehbar ist, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln.
Mit wem tauschst du dich so aus? Also jetzt stell dir mal vor, die ganzen Finanzgiganten, die Jamie Dimons dieser Welt, Larry Finks, das sind schon so Leute, mit denen man dann ab und zu mal zusammentrifft und sich auch mal telefoniert oder so?
Tauschen uns im Finanzwesen schon sehr eng aus. Das heißt, es gibt dort auch diverse Foren, wo die global agierenden Unternehmen zusammenkommen. Wir haben den Vorteil, dass wir natürlich sehr eng auch mit unseren Kunden uns austauschen, die ja zum Großteil große Finanzinstitute selbst sind.
Wer ist euer größter Kunde?
Wir haben Diverse große Kunden. BlackRock ist einer der ganz großen Kunden, die wir betreuen, zum Beispiel. Und dort gibt es natürlich einen sehr engen Austausch, weil am Ende des Tages wir alle in der gleichen Industrie tätig sind. Und es ist, glaube ich, auch heute ein sehr viel engerer Austausch, der in der Industrie stattfindet. Im Vergleich, wie das vielleicht in 2008 und 2009 der Fall war.
Ich habe vor kurzem gelesen, dass im letzten Jahr, es ist ja wieder Bonussaison gerade scheinbar, dass bei der Deutschen Bank also mehrere tausend Leute so Millionenboni bekommen haben.
Also das ist, ich habe diese Schlagzeile nicht gesehen, kann auch jetzt schlecht für die Deutsche Bank sprechen.
Aber ich wollte dich eigentlich fragen, wie es bei euch ist. Ist es auch bei euch normal, dass sozusagen in der Bonussaison, also seid ihr da eher so eine Investmentbank oder eher sagen wir mal ein klassisches Unternehmen? Wo jetzt, also gibt es bei euch auch dann jetzt aktuell die Tausende von Menschen von euren 53.000, die jetzt alle sagen, okay, jetzt habe ich hier 5 Millionen mehr oder 3 Millionen mehr?
Also das ist bei uns nicht so. Wir sind wie gesagt ein Institut, was eher langfristig agiert. Bei uns sind die Volatilitäten auch in dem Bereich nicht so da. Des Weiteren, und da sind wir nicht anders unterwegs als viele andere amerikanische Unternehmen, ist ja bei uns ein Großteil der Kompensation auf Executive Management in Aktien, die langfristig zugeteilt werden. Das heißt, da ist nichts mit schnellem Geld, sondern das sind langfristige Commitments, die das Unternehmen abgibt, die und wo wir alle dann am Ende des Tages zentriert sind, den Aktienkurs langfristig im Sinne aller Investoren, die in unsere Aktie investieren, zu optimieren.
Das heißt, du hättest, wenn du bei der Deutschen Bank vielleicht geblieben wärst, heute ein größeres Einkommen?
Kann ich wie gesagt nicht beurteilen.
Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht so groß, ehrlicherweise.
Welche Wahrscheinlichkeit?
Dass du bei der Deutschen Bank jetzt besser dastehen wirst.
Wie gesagt, ich kann es nicht beurteilen. Ich kenne jetzt nicht im Detail die Vergütungskriterien bei der Deutschen Bank.
Ich habe bei Herrn Seewing gesehen, der wiederum ist ja da schon einer der Gutverdiener, nehme ich mal an, also wahrscheinlich vorne mit dabei.
Ja, aber haben ja auch einen guten Job gemacht. Ich meine, wenn Sie sich die Aktienkursentwicklung anschauen, und ich habe, wenn man einmal Mitarbeiter der Deutschen Bank war, früher haben wir immer gesagt, einmal blau, immer blau, dann ist das etwas, was man natürlich nach wie vor persönlich sehr eng verfolgt. Und ich habe das mit einem lachenden Auge gesehen, dass Christian Sewing es geschafft hat, die Bank in sehr ruhiges Fahrwasser zunächst zu führen und jetzt sukzessive die Bank, glaube ich, sehr, sehr viel besser und profitabler aufgestellt hat. Also von daher kann ich nur sagen, Hut ab.
Aber es ist generell schon so, dass deutsche oder auch europäische Banken jetzt ein bisschen verloren haben in den letzten Jahren. Also in eurer Liga spielen jetzt nicht mehr so viele mit.
Gut, also da kommen wir natürlich jetzt zu einem Thema, dass man sich anschauen muss, woran liegt denn das. Und ich war kürzlich in Brüssel, habe dort Gespräche geführt zu der Kapitalmarktunion in Europa, und mir wurde dann gesagt, ja, wir haben jetzt hier den neuesten Aufschlag gemacht, Proposal ist draußen, wird jetzt dann mit den Mitgliedsstaaten besprochen. Und gesagt, okay, wann können wir denn davon ausgehen, dass das jetzt dann in geltendes Recht umgesetzt wird. Also wann wird es denn konkret? War die Aussage, naja, wenn es gut läuft, in zweieinhalb Jahren. Und das ist unser Problem in Europa. Das heißt, wir sind nicht ein Markt. Und ich erlebe das in der Realität. Das heißt, wir sind in sehr vielen europäischen Märkten vertreten, wir haben eine europäische Bank. Die Realität heißt aber, dass ich für jedes Land andere regulatorische Voraussetzungen habe, diese erfüllen muss. Und das sind halt strukturelle Nachteile, die Europa als Finanzmarkt vorgibt. Aus meiner Sicht ein Grund dafür, warum die USA hier in den letzten 2 Dekaden, ja, nach der Finanzkrise, wenn man sich anschaut, wie war der Abstand zwischen US-Banken und europäischen Banken vor der Finanzkrise, nach der Finanzkrise, Und der Abstand hat sich halt dramatisch vergrößert. Wir sehen jetzt aktuell in den USA eine Anpassung der Regulierung, die in meinen Augen sinnvoll ist. Das heißt, hier werden Dinge adjustiert, die im Nachgang zu 2008 und 2009 ja damals sehr zum Teil drastisch verschärft wurden. Und man mit Sicherheit in dem einen oder anderen Thema übers Ziel hinausgeschossen ist, wo sich auch alle einig sind. Es wurden administrative Hürden aufgebaut, die aber nicht dazu dienen, dass die—
Auch in den USA?
Auch in den USA.
Das heißt, die Trump-Regierung siehst du da eigentlich positiv am Ende?
Also die neue Fed-Administration, die jetzt für die Aufsicht zuständig ist, hat hier ein paar Dinge zurechtgerückt, die aus unserer Sicht, aber da sind sich auch alle Marktteilnehmer einig, einfach administrative Hürden waren und die am Ende des Tages jetzt das Leben der Finanzinstitute verbessern. Es passiert hier aus meiner Sicht nichts, wo ich sagen muss, na, jetzt werden die Dinge massiv zurückgedreht und wir laufen wieder Gefahr, in ein Szenario reinzulaufen wie 2008/09. Nein, man hat hier einfach regulatorische Auswüchse jetzt begradigt. Und in Europa sehen wir das halt bisher nicht. In Europa geht die Regulierung schon sehr stark in eine Richtung und halt nicht gleichgeschaltet in allen Märkten. Und da habe ich halt strukturellen Nachteil. Das Gleiche betrifft das Thema Risikokapital, Startups. Wenn Sie in Europa ein Startup gründen, Ja, dann haben sie halt nicht einen europäischen Markt, sondern sie haben dann Startup in einem Land und sie haben das Problem, relativ schnell zu skalieren. In USA haben sie einen Markt, sie skalieren an einem ganz anderen, einer ganz anderen Größenordnung. Und das ist ein strukturelles Problem. Und wir haben jetzt die eigentlich historische Chance bezüglich der geopolitischen Entwicklungen, dass Europa sich hier sehr, sehr gut positionieren könnte. Und was wir gesehen haben, und da hilft uns jetzt wieder unsere Marktposition, wo wir einen ganz guten Überblick haben über die Finanzflüsse. Das heißt, wir können sehr zeitnah sehen, wie Investoren die Gelder bewegen auf akkumulierter Ebene. Wir haben in 2025 nach der Wahl und dann insbesondere nach dem Liberation Day gesehen, dass das Exposure, was Investoren jahrelang mit USA übergewichtet hatten, reduziert haben zugunsten Europa und Asien. Das heißt, die Gelder sind nach Europa und nach Asien reingeflossen. Dieser Trend hat sich dann verlangsamt zur Jahresmitte 2025 und hat dann gestoppt. Weil der Markt gesehen hat, okay, Europa hat halt nicht das so schnell geliefert, was der Markt erwartet hat. In der zweiten Jahreshälfte von '25 sind dann Gelder wieder zurück in die USA reingeflossen. Und da muss man halt schon sagen, jetzt ist hier die große historische Chance für Europa, langfristig Investoren, Investitionen anzuziehen.
Wir reden jetzt von Geldern, das heißt dann sowohl, sagen wir mal, Aktienkäufe als auch Direktinvestitionen in Projekte.
Absolut, und Risikokapital. Risikokapital, ich meine, warum war USA in den letzten Dekaden so erfolgreich? Das Risikokapital dieser Welt ist in die USA geflossen. Und das ist etwas, was wir in Europa—
wo die Summen sehr kleiner sind. Ich meine, wenn man guckt, in Deutschland im Startup-Bereich werden ja jedes Jahr ein paar Milliarden investiert. Das ist ja nichts im Vergleich zu dem, was man da jetzt an globalen Zahlungsströmen halt wahrscheinlich hat, ne?
Das ist eben genau das Problem. Das Geld ist ja aber da. Also wir sehen ja, was an Liquidität weltweit da ist. Wir sehen auch an Risikokapital, was da ist. Es wird eben aber nicht zu einem Fair Share. Ja, also wir brauchen eigentlich nur unseren Fair Share in Europa und den haben wir aber nicht. Ja, und da muss man halt fragen, warum ist das so? Wenn ich jetzt mit großen Investoren spreche, dann sagen die, na ja, Mein Problem ist ja, wenn ich jetzt, also nehmen Sie mal die ganz großen, auch Staatsfonds, die Kunden von unseren, die sagen, okay, damit das für mich Sinn macht, habe ich eine Minimum-Investmentgröße, die ich investieren möchte. So, und ich jetzt sage, okay, ich habe jetzt hier 500 Millionen. Wenn ich dann in eine bestimmte Sparte in Europa investieren möchte, dann muss ich ja im Moment in ein gewisses Land investieren, und dann habe ich relativ schnell 30, 40% des Marktes. Das möchte ich aber nicht, weil ich dann Konzentrationsrisiko habe. Das heißt, wir haben gar nicht die Kapazität im Moment, dadurch dass wir eben nicht ein europäischer Markt sind, um diese Volumina von den ganz großen Investoren aufzunehmen. Und wenn Sie sich anschauen, wie sich die Vermögen weltweit entwickeln, dann werden Sie sehen, dass auch hier eine Konzentration stattfindet. Das heißt, die Größeren Anleger werden größer und auch hier findet eine Konsolidierung statt. Und es wird ganz entscheidend sein, dass Europa es schafft, sich für diese global agierenden großen Investoren so zu positionieren, um dieses Kapital langfristig in die Region zu bekommen. Und das ist so ein bisschen meine Sorge und Da waren die USA halt in den letzten Jahren einfach in der Lage, sehr viel Kapital auf Dauer anzuziehen. Jetzt schauen wir mal, was sich über die nächsten Jahre entwickelt. Ich glaube, die Chance—
Du bist ja nicht umgezogen. Du bist ja zumindest noch hier. Du wohnst in München. Ja. Ich meine, es wäre ein Leichtes für dich auch zu sagen, okay, ich ziehe jetzt nach Boston oder nach New York. Ich meine, der Job wird es ja hergeben.
Ja, aber da hat unsere Unternehmung in den letzten Jahren einen großen Wandel vollzogen. Wir hatten jetzt über die letzten 3, 4 Dekaden immer gewisse Themen, die wir als Unternehmen abgewickelt haben. Das heißt, wir haben in den 80ern, 90ern extrem das US-Wachstum gepusht, haben dann in 2000 bis 2010 angefangen, international uns aufzustellen, haben in den letzten 10 Jahren das Geschäft im internationalen Bereich sehr schnell entwickelt, und wir sind jetzt in den letzten 5 Jahren dabei, unsere Unternehmung als ein wirklich global agierendes Unternehmen aufzustellen, was auch heißt, dass sie Führungskräfte im Vorstand haben, die eben nicht alle in den USA sitzen.
Ich meine nur aus persönlicher Sicht, wenn du sagst, okay, du hättest jetzt persönliche Euroskeptik, dann hättest du ja sagen können, wahrscheinlich gab es mehrfaches Angebot, Mensch, komm doch hier rüber oder so.
Ich bin glühender Europäer. Ich glaube, dass wir in Europa nach wie vor eine historische Chance haben. Was viele in der Regel dann nicht sehen: Wir sind 550 Millionen Europäer gegenüber 350 Millionen Amerikanern. Wir haben große Vermögensgegenstände in Europa, die müssen wir aktivieren. Wir müssen diese Vermögen aktivieren, um am Kapitalmarkt aktiv zu werden.
Stell dir vor, du kommst nach der Arbeit nach Hause und dein Keller steht unter Wasser. Die Nerven liegen blank, du bist gestresst und brauchst dringend Hilfe. Das Letzte, was du jetzt willst, ist eine blecherne Computerstimme, die dir sagt: Für Schadensmeldungen drücken Sie die 1. Aber mit ElevenLabs kann das auch so ablaufen: Hallo, hier ist Eleven.
Was kann ich für Sie tun?
Hey, ich habe ein Problem. Mein Keller steht unter Wasser!
Oh nein, das tut mir leid. Machen Sie sich keine Sorgen. Unser Ziel als Versicherung ist es, Ihnen das Leben in dieser stressigen Situation leichter zu machen und nicht noch zu erschweren. Ich nehme den Schaden für Ihren Keller sofort auf.
Aber wie kann das sein, dass KI so menschlich klingt?
Das ist der neue Expressive Mode von ElevenLabs. Ich erkenne den Stress in deiner Stimme und passe meine Tonalität an. Ich höre nicht nur Wörter. Ich verstehe die Emotion dahinter. Ich kann seufzen, lachen oder wie jetzt einfach eine beruhigende Stütze sein, während ich parallel den Gutachter für dich buche.
Also echte Empathie skaliert durch KI. Große Player wie die Deutsche Telekom, Klarna und Revolut nutzen diesen Service bereits, um Kunden wirklich abzuholen. Es ist nicht mehr Mensch gegen Maschine, sondern Maschine für den Menschen. Erlebe die Zukunft der Kundeninteraktion auf elevenlabs.io/omr. Und ja, auch meine Stimme wurde mit ElevenLabs erstellt.
Ich glaube, dass Europa—
Welches Vermögen meinst du da?
Also das Vermögen, was Europäer in Europa halten, die aber halt nach wie vor zum Teil entweder das als Sparvolumen, als ein Sparguthaben führen oder rein in festverzinslichen Anlagen haben.
Warum, wenn jemand wie du das so sieht? Ich meine, du müsstest doch jetzt irgendwie mit der Geschichte, auch mit der Rolle, die Durchschlagskraft haben, mal einen Termin zu bekommen bei Herrn Merz oder bei unserem Wirtschaftsminister oder Ministerin oder in der Vergangenheit auch schon Finanzminister, um mal zu sagen, ey, also diese Idee, dass Menschen noch mehr an Aktien rangeführt werden, bei all den sogenannten Risiken eines zwischenzeitlichen Rückschlags, den Aktien ja auch haben. Aber anders geht es wahrscheinlich gar nicht. Das sagen ja auch alle, die sich damit auskennen. Warum wird das in Deutschland nicht stärker forciert? Und ich meine im Sinne der Bevölkerung mehr Geld in Aktienrente oder in aktienorientierte Anlage gebracht. Warum ist es so?
Also Friedrich Merz versteht die Thematik natürlich bestens. Ich meine, der war ja Aufsichtsrat damals bei BlackRock. Von daher ist er, glaube ich, in der Thematik sehr eng dran. Ich sehe durchaus, dass es jetzt ernsthafte Bestrebungen gibt, in der Bundesregierung das zu ändern. Aber wir wissen halt, die Dinge dauern zu lange. Und das ist aus meiner Sicht das Fatale, dass es uns nicht gelingt, Dinge zeitnah schnell umzusetzen. Ich meine, Sie können sich die— wir haben gerade eine Studie veröffentlicht zu den weltweiten Pensionssystemen, wie die sich entwickelt haben. Und Sie sehen, alle Pensionssysteme, die kapitalgedeckt sind, mit einem großen Anteil an Kapitalmarktexposure, haben sich hervorragend entwickelt. Und alles, was staatsfinanziert war, ist ein Problem.
Oder umlagefinanziert.
Oder umlagefinanziert, ja, ist ein Problem. Und man muss den Menschen, glaube ich, hier einfach die Wahrheit sagen. Die Menschen wollen auch die Wahrheit hören. Die Menschen verstehen auch die Wahrheit. Und dann halt Anreize schaffen, dort entsprechend früh, und da ist halt der Zinseszinseffekt entscheidend, früh beginnen, ein Aktien- und ein Kapitalmarkt-Exposure aufzubauen.
Sind eigentlich so diese ganzen, sagen wir mal, europäischen, auch deutschen neuen Banken bei euch auf der Kundensuche schon drauf? Also eine Trade Republic oder so eine Scalable Capital, das sind ja schon mal neue Institute, wo jetzt auch eine Menge Kapital reinkommt oder angelegt werden muss. Sind das dann für dich potenzielle Neukunden?
Das sind für uns potenzielle Partner. Man muss immer schauen, wo da der Mehrwert ist, den wir für solche Adressen liefern können. Können, das sind ja im Großteil Distributionskanäle. Die Produkte und diese Anlageobjekte, die diese Distributionskanäle den Kunden anbieten, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir dort als Depotbank oder als Verwahrer agieren. Aber wir haben jetzt zum Beispiel in Indien gerade eine Vereinbarung geschlossen mit einem der größten Direktvermarktungsplattformen.
Also eine Neobank am Ende.
Genau.
Oder Trader.
Genau. Und machen mit denen jetzt eine gemeinsame Entwicklung, wo wir von unserer Asset-Management-Seite die Produkte generieren und die im Endeffekt die Distribution machen.
Also die Abwicklung machen brauchen die nicht. Also das ist eine Scalable, die sagt, okay, ich würde gerne bei euch abwickeln. Das ist nicht nötig.
Das brauchen wir nicht, weil die sind im Endeffekt eine reine Distributionsplattform.
Okay, das heißt, die haben jetzt keine eigenen Investmententscheidungen und so weiter. Sondern das macht dann der, aber das macht dann der, der Kunde selber, also am Ende der, der Kleinanleger, der das Geld da reinpackt oder so.
Na gut, also wenn der Kunde da ein ETF kauft, dann wird ja dieser ETF irgendwo abgewickelt. Also die Wahrscheinlichkeit, dass ich das abwickle, weil das ETFs sind, ist sehr groß. Also im ETF-Bereich zum Beispiel haben wir einen weltweiten Administrationsmarktanteil von 60%. 60% aller weltweiten ETFs werden durch State Street administriert.
Wie legst denn du selber eigentlich Geld an?
Na ja, wir haben als US-Institut natürlich sehr hohe Hürden, was Compliance-Anforderungen angeht. Deswegen haben meine Frau und ich entschieden, dass wir im Moment eher auf der Real-Estate-Seite aktiv sind.
Also eine Wohnung oder zwei Häuser gekauft oder so?
Genau, und eher sehr konservativ, weil das andere halt einfach vom administrativen Aufwand eher schwierig ist. Und ja, ich glaube—
Glaubst du an Bitcoin? Also an Krypto glaubst du offensichtlich, oder sagen wir mal an das Thema der Wertschöpfungskette, die sozusagen digital abgebildet wird. Das hast du ja anfangs erzählt. Aber ich frage bewusst jetzt nach Bitcoin, weil das jetzt ja eine Spielart ist.
Also ich bin froh, dass du die Frage stellst. Und ich werde die Frage häufig, oder mir wird die Frage häufig gestellt, auch im Bekanntenkreis. Ich möchte da gerne einen Schritt zurück machen und noch mal die Begrifflichkeiten erklären. Und da würde ich schon mal beginnen mit dem Begriff Cryptocurrency, also Kryptowährung. Ich habe in der Volkswirtschaftsvorlesung gelernt, eine Währung wird in der Regel über eine Zentralbank emittiert. Das heißt, die Zentralbank kann im Endeffekt Geld schöpfen. Und die Zentralbank agiert als sogenannter Länder of Last Resort. Das heißt, die garantiert am Ende des Tages die Währung. Bei Krypto gibt es keine Zentralbank. Es sei denn, wir haben irgendwann digitalen Euro. Ja, dann ist die EZB der Länder of Last Resort. Von daher würde ich jetzt immer schon mal sagen, wir müssen vorsichtig sein, wenn wir über Krypto und Kryptowährung sprechen. Für mich ist Krypto Bitcoin, eine hochspekulative Anlageklasse, nichts anderes. Ich persönlich habe mich da sehr früh positioniert, auch bevor der Kurs extrem nach oben gegangen ist, habe gesagt, ich sehe nicht, dass das langfristig ein erfolgreiches Investment sein wird, langfristig. Jetzt haben wir ja die ersten Spekulationen, dass spätestens in 3, 4 Jahren Quantencomputer eine Bitcoin-Chain knacken können, was ist dann der inhärente Wert? Es gibt keinen. Also ich bin da relativ klar in meiner Erwartungshaltung, was Bitcoin angeht. Dann haben wir das Thema Stablecoin. Was ist Stablecoin? Stablecoin ist ein digitales Vehikel, Wo wir eine quasi digitale Währung kreieren, um im rein digitalen Markt Geschäfte abwickeln zu können.
Schneller hin und her traden zu können.
Genau. So, was ist aber die Quintessenz einer Stablecoin? Wir haben ein digitales Vehikel, was unterlegt ist mit echtem Geld. Dieses echte Geld wiederum wird täglich verwahrt und bewertet von Unternehmen wie unserem, die arrivierter Marktteilnehmer sind, die beaufsichtigt sind, die kapitalisiert sind und sicherstellen, dass der Wert dieser Stablecoin in Reality existiert. Und da muss man, glaube ich, jetzt mal bei den Begrifflichkeiten sehr vorsichtig sein, wenn man sagt—
Stablecoins und das System, da glaubst du dran?
Absolut, das hat auch eine Relevanz, weil wir wollen ja Wenn wir Assets digitalisieren, müssen wir im Endeffekt diesen Markt digital abwickeln können. Dafür brauche ich Stablecoins. So, Stablecoins haben aber einen unterlegenen Wert und ich als Anleger kann sicher sein, das Geld ist da, das Geld gibt es.
Also Stablecoins sind ein Handwerkszeug, so, oder?
Genau, das ist im Endeffekt wie ein Vehikel, ein digitales Vehikel. Und ich glaube daran, dass der Markt über die Zeit sich sehr viel stärker digitalisiert wird, dass wir sehr viel mehr mit Tokens arbeiten werden. Ich glaube aber nicht daran, dass es einen sogenannten Big Bang gibt und wir innerhalb von 2 Jahren plötzlich uns in einer rein digitalen Welt bewegen werden. Was passieren wird aus unserer Sicht, wir werden den traditionellen Markt haben, wir werden einen digitalen Markt haben. Dieser digitale Markt wird aber nicht global ein Markt sein, sondern wir werden in verschiedenen Teilen der Welt neue digitale Ökosysteme haben, die sich entwickeln. Wir sprechen da auch von regionalen Clustern, die sich entwickeln werden, wo verschiedene Zentralbanken unterschiedliche Ansichten haben, welche Rolle sie spielen wollen, wo Marktteilnehmer wie wir entscheiden müssen, in welchem Teil der Welt wollen wir Teil welches Ökosystems sein. Und der entscheidende Punkt wird dann für die großen Investoren sein, mit wem wollen sie denn zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass idealerweise ihr Partner sich in dieser globalen Welt zwischen traditionellem Markt, digitalen Märkten am besten bewegen kann. Und das wird die Aufgabe sein, die wir für uns ganz klar—
Also interessant, dass du sozusagen den digitalen Markt gar nicht so als einen siehst, wobei das ja Das Einfachste wäre, digital ist ja sozusagen skalierungsmäßig perfekt, ne?
Also das wäre das Einfachste, wenn sich denn die globalen Aufsichtsbehörden einig wären, wie denn das zu gestalten ist. Das sind sie aber nicht. Da gibt es natürlich auch Partikularinteressen, das ist klar. Wir vergleichen es immer so ein bisschen mit dem, was im 19. Jahrhundert in USA auf der Eisenbahnseite passiert ist. Sie haben damals Diese ganzen Railway Companies gehabt, die haben alle ihre Schienen verlegt, hatten aber keinen gemeinsamen Standard. Das heißt, die Schienenbreite war nicht gleich. Das heißt, die konnten nicht von der einen Schiene auf die nächste Schiene fahren, sondern die brauchten jemanden, der im Endeffekt dann dort agiert hat als der Mittler zwischen den verschiedenen Welten. Auf der anderen Seite wollte aber jeder Geld dafür, wenn auch bei seinen Schienen gefahren wurde. Und das wird jetzt spannend sein zu sehen, wie sich dieses globale Ökosystem, was bestehen wird aus unterschiedlichen Teilen, entwickeln wird. Und das wird nicht ein Markt sein. Es wird nicht so sein. Also da gibt es natürlich auch ganz klare politische Interessen. Jetzt mal abgesehen von China und USA als die zwei großen Pole. Wir glauben, generell, dass der Mittlere Osten, Saudi-Arabien hier eine spannende Rolle spielen könnte als ein neutraler Hub zwischen zwei Welten. Wir glauben auch, dass Europa hier eine spannende Rolle spielen kann, aber es ist im Moment noch zu früh vorherzusagen, wie sich das konkret entwickeln wird. Unser Anspruch an uns ist, dass wir in allen relevanten Ökosystemen, die sich weltweit entwickeln, aktiv involviert sind, weil unsere Investoren nach wie vor von uns verlangen werden und verlangen dürfen, dass wir sie in allen relevanten globalen Märkten bedienen werden. Das ist das, was wir machen.
Also das verstehe ich, und gleichzeitig finde ich es auch total interessant, dass du mal jemanden, der auch jetzt bezüglich Bitcoin, auch wenn es manche nicht hören wollen, eine klare Position hat, okay, ich glaube da nicht dran, Und das gilt wahrscheinlich auch für andere Coins. Also jetzt so, sagen wir mal jetzt, da gibt es ja, was kommt als Nächstes? Ether oder?
Na ja, wie gesagt, da gibt es, ich weiß, dass es andere Meinungen am Markt gibt, aber mein Punkt ist halt am Ende des Tages, was ist der inhärente Wert dieses Assets? Ich sage bewusst nicht dieser Währung.
Okay, also ich schätze das ja, wenn da jemand meine. Sagen wir mal, der eine Ahnung von dem Gesamtbusiness hat, da mal eine klare Position bezieht. Und gleichzeitig sagst du trotzdem mal, die Technologie, die dahinter steckt, also Tokens und sowas, das wird schon benötigt werden.
Ja, und ich meine, wir hatten das ja, ich habe es eben angesprochen, schon mal FTX. Gelder sind verschwunden, sie haben nicht existiert. Und der entscheidende Punkt aus meiner Sicht ist nicht die Technologie, sondern wer setzt diese Technologie ein und wer ist ein akkreditierter Marktteilnehmer, ein trusted market participant im Englischen, der entsprechend überwacht wird, der kapitalisiert ist, der auch von seiner DNA so agiert.
Siehst du also so diese Coinbase Companies, Robinhood und so, die da jetzt unterwegs sind? Das sind ja, also ich meine, da sind hier so ein paar, die sich da jetzt aufstellen, auch so Die haben schon eine große Distributionskapazität.
Also die Frage ist ja immer, in welchem Bereich sich solche Unternehmen dann ansiedeln. Und ich glaube nicht, dass es ein Entweder-oder ist, sondern die Frage ist ja, wer deckt welchen Bereich der gesamten Wertschöpfungskette ab? Und wie möchte der Regulator auch sicherstellen, dass die Interessen der Anleger, und das ist am Ende des Tages die Aufgabe des Regulators, die Anleger zu schützen. Ja, und ich glaube, die Funktion des Treuhänders wird es auch in der Zukunft geben.
Okay, okay, okay. Also was kommt noch so? Also wenn man jetzt deine Karriere verfolgt, dann gibt es jetzt nicht mehr so viel Luft nach oben. Also du könntest CEO werden.
Ja, mal schauen, was die Dinge mit sich bringen. Ich fühle mich in meiner aktuellen Rolle sehr, sehr wohl. Wohl. Wir haben im Moment eine Phase, wo die Lernkurve nie steiler war als jetzt. Das, wir haben eben angedeutet, die geopolitischen Themen, die Marktthemen rein taktischer Natur. Das andere große Thema, was uns natürlich jetzt extrem umtreibt, ist die Transformation im Kontext von künstlicher Intelligenz. Das heißt, meine Lernkurve ist steil, was gut ist, weil dann wird es nicht langweilig. Und von daher gibt es in der jetzigen Rolle extrem viel zu tun. Wir haben große Opportunitäten als Unternehmen und ich fühle mich da sehr wohl. Habe ein tolles Team, mit dem ich zusammenarbeiten darf täglich. Und wir schauen da sehr positiv in die Zukunft.
Wie viele Transatlantikflüge machst du so im Jahr?
Das waren im letzten Jahr, glaube ich, also hin und zurück als eins gezählt, müssten es so um die 30 sein.
Also einzelne Flüge dann 60?
Ja.
Und dann gibt es da irgendwelche Tricks vom Vielflieger?
Tricks heißt für mich, ich habe selbst das eine Glas Wein, findet nicht mehr statt, weil für mich es extrem wichtig ist zu schlafen.
Du kannst da einfach rein und dann schläfst du ein.
Ja, genau. Ohrstöpsel rein und ich nehme keine Medikamente wegen Melatonin oder so. Nein, nein, nichts. Aber ich habe das ganz gut hinbekommen jetzt mittlerweile mit dem Schlafrhythmus. Und ja, das ist eigentlich der— und ich hasse es, unnötige Zeit am Flughafen zu verbringen. Das treibt meine Frau immer in den Wahnsinn, wenn wir privat reisen, weil wir dann immer kurz sehr eng gezeigt wird.
Aber du wirst doch wahrscheinlich jetzt aufgrund deiner Vielzahl an Flügen, wirst du jetzt wahrscheinlich direkt irgendwie sofort rechts zur Flughalle geführt.
Also es ist relativ effizient am Flughafen.
Das kann ich mir so vorstellen, oder? Also dass du da jetzt irgendwie so nach dem Motto aufgerufen wirst, wann du da reingehen darfst, das ist nicht mehr.
Nein, also das funktioniert auch in großen Teilen, wenn dann kein Streik stattfindet.
Aber State Street hat keinen eigenen Corporate Jet, der dann hin und her fliegt?
Nein.
Also ihr habt den nicht?
Machen wir nicht. Habe ich nicht.
Aber von der Firmengröße her könnte man ja argumentieren.
Hat die Company schon vor ganz langer Zeit entschieden, dass wir keine eigenen Corporate Jets haben.
Na gut, okay. Dann vielleicht treffen wir uns demnächst mal irgendwo in einer Airport Lounge. Wobei ich wahrscheinlich in den Bereich, in dem du drum rumhängst, gar nicht rein darf.
Wenn wir auf dem gleichen Flug sind, dann lade ich dich gerne ein.
Dann darf ich nach vorne kommen. Alles klar. Vielen, vielen Dank, Jörg.
Ja, Philipp, hat Spaß gemacht. Alles klar, danke.
So, das war der Jörg Ambrosius. Wem diese Folge gefallen hat, dem könnte auch die Folge mit Michael Miebach gefallen haben, denn der ist ein ähnlicher Hidden Champion aus Deutschland in der weltweiten Finanzbranche. Und witzigerweise, beide haben nicht an Top-Unis studiert, sondern der eine in Siegen und der andere in Passau, und haben es trotzdem nach ganz oben geschafft. Also mal reinhören bei Michael Miebach, ungefähr ein Jahr her, also ein bisschen runterscrollen. Oder zweiter Hinweis, zweite Recommendation: Jan Beckers, regelmäßig hier zu Gast. Aus meiner Sicht einer der besten, zumindest jungen Fondsmanager der Welt, würde ich sagen. Jan Beckers, gibt es einige Folgen, auch ein bisschen runterscrollen. Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt es jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt's außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier Hinter dem Link bei uns in den Shownotes.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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