Der Macher hinter Big Brother und DHDL: Endemolshine-Chef Fabian Tobias (#853)
12 Nov 2025 · 66 min
Fabian Tobias, CEO of Endemol Shine, talks about producing shows like Big Brother and Die Höhle der Löwen. His company has 350 employees and 25 formats. He explains how the cost-plus model works, why viewership is harder to measure across linear TV and streaming, and how AI is now used in production.
Chapters
Wir haben in den letzten Jahren beobachtet, dass immer wenn Protagonisten aus der Show Die Höhle der Löwen hier zu Gast sind, sei es nun Carsten Maschmeyer oder Frank Thelen oder Ralf Dümmel, dass die Folgen immer ganz gut laufen. Und passend dazu haben wir jetzt mal den Mann hinter den Kulissen, den verantwortlichen Produzenten, den Chef der Produktionsfirma Endemol Shine eingeladen und haben natürlich dann über die Show gesprochen, haben darüber spekuliert, wer demnächst Löwe werden sollte, haben über einige Personen aus der Digitalbranche, die ich ihm vorgeschlagen habe, diskutiert, aber auch übergeordnet über Fernsehen und KI, die Zukunft von Fernsehen oder von Produktionsfirmen als solche, die Frage, welcher Host und Moderator in den letzten Jahrzehnten am meisten Geld im Fernsehen verdient hat und wann zuletzt eine neue große Show im deutschen Fernsehen geklappt hat. All das mit Fabian Tobias von Animal Shine. Auf geht's!
Let's go, go, go!
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Ja, vielen Dank, dass ich hier sein darf.
Ja, du bist eigentlich ein Kind des Fernsehens.
Ja, kann man so sagen.
Ja, also als Praktikant.
Ja, sogar tatsächlich noch ein bisschen früher. Ich habe tatsächlich und weiß bis heute nicht warum, vielleicht wird sich das Rätsel auch niemals lösen, mit 15, als ich 15 war, angefangen, Einschaltquoten täglich zu verfolgen. Also du kannst mich auch gerne einen Fernseh-Vollnerd nennen. Also ich glaube, das ist so ein bisschen so, wie andere dann vielleicht irgendwann anfangen, sich für Aktien zu interessieren oder irgendwelche anderen Themen, habe ich im Teletext. Weißt du noch, was Teletext war? Ich habe sogar eine Teletext-App heute noch, weil tatsächlich die Quoten heute noch auf der Teletext-App oft schneller sind als diese ganzen Quotenlieferdienste, die uns jeden Morgen als Fernsehmenschen beliefern. Und ich habe das mit 15 entdeckt, diesen Teletext, und habe irgendwann diese Einschaltquoten entdeckt und bin dann in dieses ganze System von Einschaltquoten und wer guckt was und wie lange und wie ist eigentlich der Durchschnitt des Senders? War das jetzt ein Erfolg? Und ich habe dann wirklich angefangen, wenn neue Formate waren, eher ging das zu bewerten. Also ist das im Vergleich zum Sender jetzt gut gewesen oder schlecht? Geht das runter? Geht das hoch? Und habe einfach gemerkt, dass ich dafür brenne.
Da warst du aber in Solingen noch Schüler dann?
Da war ich Schüler. Ja, da war ich Schüler. Und dann habe ich die Medienseite im Solinger Tageblatt immer als Erstes gelesen. Ich hatte wirklich Bock, dieses System Fernsehen, also wie funktioniert das? Wie finanziert sich das? Wie organisiert sich das? Wie geht das? Das zu durchdringen, zu kapieren. Und dann habe ich irgendwann ja mal eine Entscheidung getroffen, was ich so werden will. Beziehungsweise man trifft ja eigentlich nicht eine Entscheidung, was man werden will, sondern was man dann meinetwegen studieren will, war es bei mir. Und habe mich dann für VWL entschieden, weil ich Wirtschaft immer cool und spannend fand und bin dann so all-in gegangen als junger Mensch, also mein ganzes Erspartes da in die Wohnung gesteckt, bin nach Bonn gezogen, habe einen Makler noch bezahlt und neue Möbel, so wie das halt ist, wenn du von zu Hause ausziehst, und saß dann in diesem völlig überfüllten Hörsaal an der Uni Bonn wo ein schlecht gelaunter Prof immer regelmäßig alle zusammengeschrien hat und habe dann einfach gemerkt: Boah, das war mal so eine katastrophale Fehlentscheidung. Und dann habe ich mir wirklich lange überlegt: Okay, ziehe ich das jetzt durch oder mache ich noch was ganz anderes? Und dann habe ich mich für den zweiten Weg entschieden, weil ich wirklich im Innersten gemerkt habe, und da war gar nicht der Prof das Entscheidende, dass der Inhalt mir viel zu theoretisch war, viel zu mathematisch. Wirtschaft ja, aber das war es halt überhaupt nicht. Und habe es dann 2 Monate ausgehalten. Okay, und dann abgebrochen und mich bei Endemol beworben.
Und dann Praktikant bei Endemol damals gegangen?
Genau, bin ich Praktikant bei Endemol geworden 2001.
Welche Shows haben die damals produziert?
Das war Big Diet, ein Spin-off von Big Brother. Das war Lass dich überraschen, eine Überraschungsshow, die früher mal Rudi Carell moderiert hat. Bei mir war es Thomas Orner und viele, viele andere Shows. Ich habe 4 Factor gemacht, Hire or Fire mit John de Mol, war so ein Apprentice-Versuch und bin dann eigentlich so die Stationen des Kreativen durchlaufen. Also Praktikant in der Redaktion und dann Jungredakteur, Redakteur und irgendwann in Führungsrollen gekommen, Producing.
Bist dann aber am Ende noch mal rausgegangen, ne?
Bin rausgegangen, weil ich musste ja mal ein bisschen studieren vielleicht noch. Ich hatte ja nichts, ich hatte ja nur Abitur und habe dann Medienwirtschaft in Köln studiert. Und das Verrückte war, Philipp, dass ich bei dem Studium Medienwirtschaft, ich habe das alles aufgesogen. Also ich konnte gar nicht genug davon kriegen. Das Lernen und das Erinnern und das Pauken war so einfach.
Und dann hast du jetzt über die Jahre dann Karriere gemacht in verschiedenen Produktionsfirmen immer?
Ja, ich bin dann irgendwann bei Endemol. Ich hatte die geilsten Studentenjobs, war in Argentinien mit 4Factor und so während meines Studiums, bin dann nach dem Studium in andere Produktionsfirmen gegangen. Da war unter anderem die I&U, die Firma damals noch von Günther Jauch, dann die iTV und kam dann 2013 zurück zu Endemol Shine. Damals dann schon als EP, das heißt so als Chef inhaltlich und budgetär.
Budgetchef, Producer dann?
Genau, also damit bist du inhaltlich und budgetär verantwortlich für ein Format oder mehrere. Und dann bin ich irgendwann Head of Show and Factual geworden, also wie so ein Abteilungsleiter einer ganzen Abteilung bei Animal Shine und dann seit 2020 Geschäftsführer.
Und wie groß ist dieses Unternehmen jetzt?
Wir sind so, also das ist natürlich von der Mitarbeiterzahl schon schwankend, weil wenn wir Promi Big Brother machen, sind wir einmal 100 Leute mehr. Da sind dann natürlich auch Freie dabei, aber schon auch befristete Verträge. Also ich sag mal, im Schnitt sind wir so 350. Und sind damit eines der größten Nonfiction-Produktionshäuser Deutschlands.
Okay, und umsatzmäßig, was macht man da so?
Wir machen da schon so ein— also wir sind die größte Firma im BUNNYJIVE-Verband und da machen wir so ein Drittel, mehr als ein Drittel kommt da schon.
Und wie viele Formate muss man dafür machen, um auf das zu kommen?
25.
Also für ganz BUNNYJIVE oder nur für euch?
Für uns.
Also wenn ich jetzt sage, okay, ihr macht jetzt irgendwie, sagen wir mal, ein Drittel, 100 Millionen, 25 Formate, das heißt 4 Millionen kriegt man für so ein Format.
Das kannst du so nicht rechnen, weil es gibt Formate wie, ich sag mal so, ganz kleine Sachen, die wir zum Teil ja sogar selbst finanzieren. Oder wenn wir was für YouTube machen oder für Twitch, die Big Brother Knossi Edition zum Beispiel, die ist natürlich ein sehr kleines Format, ist ein Huckepack, ein Spin-off von Big Brother, von einer unserer größten Marken, die dann auf Twitch und YouTube ausgewertet wird. Wenn du dir dann den Wer wird Millionär nimmst, den wir ja machen, oder wenn du The Masked Singer nimmst oder Promi Big Brother als tägliche Liveshow, wenn du Kitchen Impossible nimmst, das sind dann so die Fat Cats, das sind dann die großen Volumenbringer, weil am Ende hängt es natürlich an der Folgenanzahl und an dem Programm selbst, weil wir ja in meiner Branche tatsächlich immer berechnen bei jedem Format: Was kostet es? Also wir stellen die Kosten zusammen, so ein sogenanntes Kosten-plus-Modell, und schlagen dann HU und Gewinn drauf. Und wenn du ein Format auf die Beine stellen kannst, was 100.000 € pro Folge kostet oder 50.000, dann ist es eher ein günstiges. Und eine große Samstagabendshow live, da kann es dann auch mal siebenstellig werden.
Und wer kauft bei euch in Deutschland? Also im Wesentlichen jetzt irgendwie RTL und ProSieben, oder? Viel mehr Käufer gibt's ja gar nicht.
Nee, also wir sind unterwegs bei allen Sendern. Das heißt natürlich auch noch die ganzen anderen Sender wie jetzt VOX, RTLZWEI, Kabel Eins, SAT.1, Und so weiter. Dann haben wir die Öffentlich-Rechtlichen. Wir machen zum Beispiel fürs ZDF, haben wir zuletzt Buchstäblich Leben gemacht, eine ganz berührende und fantastische Doku, die auch einen Fernsehpreis gewonnen hat. Wir machen sehr viel mit Prime Video. The Fifty ist von uns eine irre Reality-Show, die du doch bestimmt schon oft gesehen hast.
Jetzt wird's dünn.
Da sind 50 Reality-Stars, die in ein Schloss in Portugal einziehen und in so Squid Game— sagt dir was? In so Squid-Game-ähnlichen Arenaspielen gegeneinander antreten für ihre Follower. Am Ende gewinnt einer und daraus machen wir eine fette Reality-Show. Natürlich auch so mit viel Drama und vielen zwischenmenschlichen Geschichten.
Was ist der Cash-Cow bei euch im Portfolio aktuell? Was ist das Wichtigste sozusagen?
Das kann man so nicht sagen. Also ich sage mal, wenn du ein Format hast wie Wer wird Millionär, was 26 Jahre läuft, dann ist das natürlich was, wo die Prozesse so eingespielt sind und auch das Volumen so hoch ist. Das ist dann schon noch mal outstanding.
Was macht man, wenn dann Günther Jauch eines Tages mal in Rente geht?
An diesen Tag möchte ich nicht denken.
Aber der ist jetzt über 70 oder so, ne?
Er ist noch nicht 70 und vor allen Dingen hat er wirklich wahnsinnig viel Bock und Freude an dem Job. Das ist irre. Also wenn ich eins sagen kann, und das sind auch so Momente, die einen wirklich inspirieren: Wenn du zu Wer wird Millionär gehst und wir sind jetzt in der über 50. Staffel und machen das seit 26 Jahren und ich komme natürlich auch ab und zu mal vorbei, logischerweise nicht zu jeder Sendung. Dann gibt es immer den Moment, wenn die Show vorbei ist und das rote Licht ausgeht, treffen sich alle, also Redaktion und das ganze Team, also das Kernteam, nicht das ganze Kernteam, treffen sich im Produktionsbüro. Das ist direkt neben dem Studio und warten dann alle darauf, dass die Tür aufgeht. Und die geht jedes Mal auf und Günther Jauch kommt raus und dann heißt es nicht Schulterklopfen und ach, war das toll, und dann wird sofort Sendungskritik gemacht. Sofort. Also es geht sofort inhaltlich darum: Was ist super gelaufen? Wo hat man was liegen lassen? Wie könnte es noch besser sein? Diese Leidenschaft, die Herr Jauch persönlich, aber auch das gesamte Team da auf die Beine stellen, ist, glaube ich, schon auch ein Grund, warum die Show im 26. Jahr immer noch 4 Millionen Leute an der Spitze linear vom Fernseher zusammensieht.
Also das heißt, 4 Millionen gleichzeitig?
Linear. Und das darfst du jetzt nicht verwechseln mit den YouTube-Klickquoten. Da ist ja immer so, wer ist mal kurz reingegangen? Sondern das ist dann 4 Millionen, die wirklich die Sendung gesehen haben von Anfang bis Ende.
Ist das die Reichweite?
Das sind natürlich unsere Spitzenquoten, zum Beispiel mit der 3-Millionen-Euro-Woche. Ansonsten sind wir so bei soliden 3 Millionen, was immer noch outstanding ist im aktuellen Markt im linearen Fernsehen.
Ist das euer reichweitenstärkster Sender? Ja. Und ist das auch die reichweitenstärkste, bei der du je involviert warst?
Linear, wir reden immer linear. Nee, nicht die reichweitenstärkste, bei der ich je mitgewirkt habe. Also jetzt, du meinst in meinem gesamten Weg? Nee, die war tatsächlich Der Dschungel. Das war aber auch 2000, also das läuft immer noch extrem gut, Der Dschungel, aber das war dann 2013, da hatte Der Dschungel auch seine Hochzeit. 7 Millionen Zuschauer und hat man 50. Ich weiß noch, so ein Projekt versaut dich ja auch ein bisschen. Das kennst du ja vielleicht auch, wenn du so irren Erfolg hast, dass du auf einmal— ich weiß noch, der Tag, an dem wir im Dschungel einmal unter 50% Marktanteil hatten, das ist so auf dem Level eigentlich von Weltmeisterschaft-Fußballspielen. Da sind wir so auf die 48 runtergerauscht. Da hat man so gedacht, ah Mist, da haben wir die 50 nicht geknackt. Also damals lief das noch in anderen Sphären ab, wobei der Dschungel heutzutage immer noch extrem stark läuft.
Das heißt also, Jauch ist, oder Wer wird Millionär ist wahrscheinlich für euch eine der wichtigsten Sendungen, zumindest solange das Herr Jauch noch macht, weil eines Tages, ich meine, die Zeit ist ja schon absehbar. Ich meine, ob er das mit 75 noch macht, who knows? Er muss ja Bock haben und sein Leben so zu verbringen.
Ja.
Was kostet so eine Folge zu machen?
Das ist extrem unterschiedlich und würde ich jetzt nicht auf eine einzelne Folge oder auf ein einzelnes Format beantworten können. Es hängt ja auch ein bisschen davon ab, ob es mal wieder einen Millionär gibt. Es hängt davon ab, wie die Gewinne ausgespielt werden, was wir ja nicht vorher planen können. Es hängt davon ab, wie viele Folgen du machst, weil wenn du, ich sage jetzt mal, in so einer Staffel auf 10 Folgen runtergehst oder noch weniger, dann ist der Folgenpreis automatisch direkt höher. Also du kannst da, es gibt da sehr viele Unterschiede.
Aber ich meine, alleine, dass sich Günther Jauch da jeden Abend hinsetzt, wird doch wahrscheinlich ihm, weiß ich nicht, 50.000€ am Abend, muss man ihm doch bestimmt bezahlen, oder nicht?
Das müsstest du Stefan Schmitter noch mal fragen, wenn er noch mal hierhin kommt, weil Jauch ja sozusagen der Moderator bei RTL ist und auf der Payroll von RTL ist und nicht vom Produzenten.
Ach, ihr macht die Show und RTL setzt euch den Moderator quasi rein?
Das ist allerdings ein ziemlich übliches Modell. Das nennen wir Beistellung. Das heißt, die Moderation und Moderatoren sind oft beim Sender. Macht ja auch Sinn, weil das sind ja im Prinzip Sendergesichter. Also Günther Jauch ist jetzt ja kein Gesicht von Endemol Shine, wenn du so willst, und wir würden jetzt mit dem x Sendungen in verschiedensten Sendern machen, sondern er ist ja ein ein Gesicht von RTL.
Und wer bekommt ihr sonst noch so beigestellt? Irgendwie in verschiedenen anderen Formaten, gibt es da irgendwelche anderen Namen?
Das ist eigentlich total üblich. Also grundsätzlich unsere Moderatoren sind in der Regel Beistellung. Das ist nicht immer so, es gibt auch manchmal andere Deals, aber in der Regel ist das so. Also wenn du jetzt unsere Sendung nimmst, also Matthias Oppenhövel bei Masked Singer und bei den Löwen ist es ein bisschen anders, weil da sind es ja auch keine Moderatoren. Sondern Löwen sind ja in dem Sinne dann eher Darsteller in unserer Show, also aus unserer Sicht, und da ist es dann ein bisschen anders.
Sollen wir mal ein bisschen über die Löwen sprechen? Du bist ja noch gar nicht so lange dafür verantwortlich, ne?
Das stimmt. Die Höhle der Löwen ist zu uns als Firma ja so ein bisschen dazugekommen wie die Jungfrau zum Kind, weil die Bunnijay-Gruppe eine Firma akquiriert hat, die Sony, und dann entschieden hat, dass die Firma nicht fortgeführt wird und dann die Löwen sozusagen bei uns integriert wurden, bei Animal Shine. Das war für uns schon was extrem Besonderes, weil wir diese Show schon immer so geliebt haben. Also ich sag mal so, das macht ja einen Unterschied, ob du als Produzent eine Sendung erbst, wo du sagst: Ja, ist ganz nett, die Show machen wir auch noch so mit. Oder du sagst so: Wow, das ist so eine geile Show einfach und so ein besonderes Format.
Die Löwen sind schon das Herz der Show. Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Die Darsteller?
Ja, ja klar. Also sind ja echte Personen, die auch investieren und sind echte Unternehmer und Großunternehmer-Persönlichkeiten.
Und für uns war einfach die Aufgabe in dem Moment, das Format einerseits bei uns zu integrieren und auf der anderen Seite auch mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein dem einen eigenen Stempel draufzulegen, weil wir schon gesehen haben, ich weiß nicht, wie dir es geht, ich weiß gar nicht, ob du die Sendung noch guckst.
Doch, immer wieder.
Aber in den letzten Jahren war unsere klare Analyse: Die Löwen sind so ein bisschen soft geworden. Das Format ist ein bisschen— wir haben auch schon mal gesagt, so die Zeit der Schmusekatzen dürfte dann auch mal irgendwann zu Ende gehen, weil wir auch eins— und da ist ja das Schöne an meinem Geschäft— das Geschäft ist ja komplett am Ende zuschauergetrieben. Also wir machen es ja fürs Publikum, und wenn das Publikum in Massen da ist, ist es gut, und wenn das Publikum aussteigt, dann wird es kritisch, und dann weißt du ja auch, ist so eine Show ganz schnell weg. Also das gibt es ja immer wieder, dass Formate abgesetzt werden und dann fehlt dir in deinem Portfolio ein Projekt von mehreren Millionen Euro. Und wir haben einfach gesehen, dass der Trend bei den Löwen schon stark negativ war. Das muss man auch klar so sagen. Also das heißt, wir kamen auch von einem irren Level von 16%, 15% Marktanteil.
Also sag mal lieber in absoluten Zahlen.
Ja, das waren so 3 Millionen in der Spitze. Dann ging es runter auf 2 Millionen, dann waren wir bei 1,8, dann waren wir bei 1,5. Und ich sag mal, Marktanteil ist vielleicht interessant, wenn du weißt, dass der VOX-Schnitt so bei 6% liegt und wir mit den Löwen 16% in der Hochphase gemacht haben und uns so ein bisschen der 10% angenähert hatten. Und dann sagst du ja irgendwann: Okay, 10% ist immer noch echt gut im Vergleich zu 6%, aber der Trend is not your friend. Und was machen wir jetzt? Und wir haben uns halt entschieden, dass wir da wirklich noch mal richtig rangehen wollten und haben dann gemeinsam mit VOX und meiner hervorragenden Produzentin, die auf dem Projekt ist und dieses Format einfach liebt und auch neu auf das Projekt gekommen ist. Wir haben das Team übernommen und haben eine neue Produzentin draufgesetzt. Die Panayotta Wafaa, und die hat das Ding auch noch mal auf links gedreht, gemeinsam mit mir. Das heißt, wir haben einerseits den Löwen-Cast stark reduziert. Das war, glaube ich, eine ganz wichtige Entscheidung, weil aus unserer Sicht war es irgendwann so ein Löwen-Durcheinander.
Wer war denn da? Der Nils Klager ist nicht mehr dabei, glaube ich.
Genau, die Tijen ist auch nicht mehr dabei. Und wir hatten 8 Löwen. Und wir sind jetzt bei 5 und das macht natürlich einen großen Unterschied, weil du hast dann in den verschiedenen Pitches nicht jedes Mal eine komplett andere Löwenbesetzung da sitzen, kannst also auch viel mehr noch mal an die Löwen andocken. Und wir haben das Gefühl gehabt, dass es wie gesagt so ein bisschen soft geworden ist und haben einfach noch mal Frank Thelen zurückgeholt. Haben einfach noch mal das Vorgehen geändert und wir haben Frank Thelen zurückgeholt. So ist es ja.
Der sollte ein bisschen härter rangehen.
Ja, das Tolle an Frank Thelen ist natürlich der, ja, man könnte sagen, der scheißt sich um nichts, oder? Der hat keine Angst. Dem sind auch Shitstorms egal. Und der ist einfach da, wenn es darum geht, auch mal richtig zuzubeißen. Und das Spannende daran ist ja, das macht dann ja auch was mit den anderen. Also die Dynamik in so einem Löwenrudel sagen wir eigentlich gar nicht so gern, weil wir wollen ja gar nicht, dass das so ein Rudel ist. Wir wollen ja, dass die schon, dass da jeder auch ein Stück weit für sich kämpft. Aber die Dynamik in so einer Gruppe, die verändert sich dann noch mal total, wenn du so jemanden wie Frank Thelen da drin hast und der natürlich aber auch, das muss man sagen, von den anderen Löwinnen und Löwen sehr geschätzt wird. Also das ist schon wichtig, das Miteinander hinter den Kulissen, das ist cool, weil die Löwen sich absolut respektieren. Aber im Ring werden die Boxhandschuhe dann angezogen.
Und was habt ihr noch? Also ihr habt den Sender wieder nach vorne zu bringen. Cast verändert ein bisschen. Was noch?
Eine Menge. Wir haben eine komplette Ebene eingezogen, die es vorher gar nicht gab, so eine Lounge, wo sich dann die Start-ups, also die Kandidatinnen und Kandidaten, die Gründerinnen und Gründer treffen, dort schon mal vorbesprechen. Dann sitzen die da mit schwitzenden Händen und üben ihren Text und so. Du kommst so ganz nah ran und du spürst auch noch mal so richtig, und das ist dann so als Macher ja das Entscheidende, du spürst noch mal so richtig, dass du erzählst, dass das einer der größten Momente in deren Leben ist. Und da noch mal hinzukommen, diese Make-or-break-Situation wirklich im Machen, im Doing, also aus Produzentensicht die noch mal zu schärfen, das war unser Ziel.
Also ihr habt euch dann am Ende belohnt, weil ihr dann die Quote oder die Sehbeteiligung hochgegangen ist?
Genau, also das Publikum ist mitgegangen. Wir haben jetzt die besten Quoten seit 3 Jahren.
Also wieder bei 2 Millionen oder 3 Millionen?
Wir gehen wieder auch stark auf die 2 Millionen zu. Wir kennen ja leider nicht die Zahlen im Streaming. Das heißt, Das heißt, wenn man die noch draufrechnet, ist es natürlich noch mal mehr.
Weil die veröffentlicht werden?
Weil die alle Sender und Streamer nicht veröffentlichen. Weder Prime noch Netflix noch VOX und so weiter. Das ist ein bisschen so, ich habe es mal gesagt, also wenn du die Inhalte mit Leidenschaft machst, dann kann man es vielleicht vergleichen mit einem Theaterregisseur. Also du legst da so eine fette Inszenierung auf deine Bühne, du lässt das richtig knallen. Am Ende fliegt noch Lametta, du hast die besten Darsteller geholt und noch ein paar Special Effects eingebaut. Und am Ende des Theaterstücks fragst du dich, wer eigentlich da saß, also ob überhaupt jemand gekommen ist. Und das ist ein bisschen das Gefühl als Produzent, was wir momentan haben. Vor allen Dingen, weil wir nicht auch aus der Historie— ich habe eben vom Teletext erzählt— wir kommen ja aus der Historie, dass wir jeden Morgen um 8:30 Uhr die Quittung kriegen oder die Belohnung. Also das Publikum entscheidet. Und wenn du für Streaming unterwegs bist, ist das im Moment diese große Blackbox. Und das ist was, was wir dringend ändern müssen. Da sind wir aber auch dran, also wir als Branche. Weil die AGF ja jetzt auch bald zum Beispiel Prime Video mitzählen wird und mit berücksichtigen wird und so. Weil ich glaube schon, am Ende machen wir es fürs Publikum und wenn wir nicht wissen, wie viele eigentlich geguckt haben, ist es irgendwie komisch.
Als du beim Festival hier zu Gast warst in Hamburg, da haben wir uns kurz unterhalten am Rande und da hattest du mir erzählt, dass ihr noch bei den Löwen gerade ein bisschen umbaut und so und ob ich eine Idee hätte. Da habe ich dir meinen Podcastgast von vor einem Jahr oder anderthalb Jahren, Andreas Herbst, den Getränkeunternehmer, empfohlen. Kommt der jetzt bald oder wie ist da der Stand?
Also ich muss erst mal an der Stelle sagen, Philipp, danke. Eigentlich müsstest du mir eine Rechnung schreiben, weil du bist ja mein bester Außendienstmitarbeiter. Also ich meine, es ist ja nicht nur so, dass der Podcast hier für uns ein echter Fundus ist und wir den auch sehr intensiv verfolgen mit dem Blick nach vielleicht einer neuen Löwin und einem neuen Löwen, sondern du bist ja aktiv. Also du sprichst ja Leute an und so. Also vielen Dank. Übrigens echt auch gute Namen dabei. Also ich habe das öffentlich noch nie gesagt. Vielleicht ist jetzt der Moment. Es ist tatsächlich so, wir suchen eine neue Löwin oder einen neuen Löwen. Wir finden, dass wir jetzt mit dem Cast und auch diesem Zuschauerhype, den wir gerade noch mal kreiert haben, mit den schönsten Quoten seit vielen, vielen Jahren, wirklich seit 5 Staffeln, dass wir da eine Menge richtig gemacht haben. Die Sendung ist wieder spannend geworden und man hat wieder richtig Bock, sie zu gucken. Aber wir finden schon, und das ist so ein bisschen der grundsätzliche Blick, wenn wir so an unseren alten Marken schrauben, dass eine neue Löwin und ein neuer Löwe jetzt genau richtig wäre.
Okay, also das heißt, ich höre da raus, der Andreas Herp ist es noch nicht.
Mal gucken.
Nächster Versuch: Ich hatte hier auch vor einem halben Jahr Johannes Kliesch im Podcast und er hat mir erzählt, wir kamen hier drauf, dass er das wahnsinnig gerne machen würde und er hat ja jetzt mittlerweile auch einiges vorzuweisen, geile Firma gebaut. Snoxx im Kern. Und da höre ich jetzt Gerüchte, der könnte vielleicht—
Ich habe das Gespräch gesehen und habe auch bemerkt, dass du da erzählt hast von unserem Gespräch, was wir hatten.
Ja, genau.
Ich hoffe, es war vollkommen in Ordnung. Und was schon beeindruckt, der hat eine gute Energie. Ich meine, die Frage ist ja vielleicht auch interessant für deine Zuhörer und Zuschauerinnen und Zuschauer. Was braucht eigentlich so ein Juror? Weil das ist ja total wichtig. Also natürlich muss man ein echter Investor sein, man muss Bock haben, man muss in diesem Feld auch eine echte Expertise haben. Aber es braucht dann schon noch ein bisschen mehr. Du musst schon ein Show-Gen haben. Das würde ich mal so bezeichnen. Also du musst schon— denk an eine Judith Williams oder ich weiß nicht, Jana Ensthaler, die jetzt ja noch nicht so lange dabei ist, wie die sich entwickelt hat in den letzten Staffeln. Über Carsten Maschmeyer brauchen wir gar nicht reden. Ralf Dümmel ist irre beliebt, Frank Thelen. Haben wir schon gesagt. Das sind alles irre spannende Charaktere, übrigens auch hinter den Kulissen. Also mit denen zu sprechen hat auch oft einen hohen Unterhaltungswert und das ist natürlich auch was, was wir brauchen. Es nützt uns ja nichts, den spannendsten Investor zu haben, der fachlich irgendwie eine Eins mit Sternchen ist und der dann da sitzt und dir schlafen so ein bisschen die Füße ein, sobald er—
also sag mal, das wird ja häufig kritisiert so in den Investorenkreisen, Das sei ja jetzt ja nun alles auch ein bisschen Fernsehen, das sagst du, stimmt ja auch. Also richtig der super analytische, smarte Profi-Investor, der das aber lediglich sachlich rüberbringt und lediglich sehr nüchtern kommentiert, der hilft euch gar nicht so viel weiter, sondern ihr braucht schon auch eine Person, die so ein bisschen Ecken und Kanten hat, die ein bisschen, wie sagst du, so ein Showmanship-Gen in sich trägt.
Ja, also der das zumindest natürlich von der Hand geht. Es gibt, und das ist dann wirklich Casting, das ist dann unser Handwerk, Es gibt so Leute, die merken das gar nicht, dass sie das haben. Also man muss sich das jetzt nicht so vorstellen, das ist jemand, der kommt jetzt zur Tür rein, hat irgendwie 3 Goldketten und erzählt uns, wie toll die Welt ist. Sondern es gibt auch Leute, die haben das und die merken das gar nicht. Und unsere Aufgabe ist, das zu erkennen.
Aber was bekommen die dafür?
Das ist total geheim.
Aber ich meine, wenn ich jetzt auf die Suche gehe, ist das für die jetzt sicherlich nicht life-changing.
Also ich glaube tatsächlich, dass keiner von denen Das macht fürs Honorar. Aber es gibt natürlich ein Honorar, es gibt eine Aufwandsentschädigung.
Aber wir reden dann eher von so 20.000 € am Tag oder so was?
Ja, also das ist auf jeden Fall nicht der Grund. Ich glaube, dass sie das machen, weil sie auf so einen Deal hoffen wie Waterdrop, eine halbe Milliarde Umsatz mittlerweile. Das haben die damals ja bei uns geschossen.
Ich kenne ein paar andere, ich glaube YFood hat ja schon mal gemacht.
Genau, YFood, Ankerkraut und so weiter. Es gibt ja eine Menge Deals, die bei uns, und da hört es dann auch ein bisschen auf mit der Show, oder wenn es dann immer so heißt, ja, ist ja alles nur Show, dann muss man sich ja eigentlich nur so die starken Deals angucken.
Also zurück zu deiner Suche: Wenn du jetzt aus der deutschen Landschaft also irgendwen haben könntest, wo du sagst, der wäre toll, aber der macht es leider nicht, oder irgendwie haben wir noch nicht gefragt, weil das wahrscheinlich eh nicht passt oder so, aber kannst du irgendwie so ein Role Model, wer ist noch auf eurer Shortlist, wer ist noch irgendwie so...
Ja, also ich finde das jetzt nicht besonders gut, das öffentlich zu sagen. Das sind ja so Sachen, wo man dann auch wirklich die Leute anspricht und erstmal so ein bisschen sich rantastet und so. Aber ich finde, du machst einen ganz guten Job. Mach das doch weiter.
Ich überlege, wen ich denn noch suchen kann.
Du hast doch schon so den ein oder anderen.
Also wir machen das so, ich kann das ja mal posten bei LinkedIn. Dann machen wir so wie so ein Personalberater. Ich habe hier eine Stelle zu besetzen. Und dann bekomme ich irgendwie 30% vom ersten Jahresgehalt oder so.
Da müssen wir nochmal drüber sprechen.
Aber ein bisschen Anreiz braucht es ja schon. Aber ich glaube, ich könnte da schon jemanden, wenn ich mal so überlege, es muss doch noch, also Johannes ist sicherlich ein guter Kandidat, Andreas, habe ich jetzt nicht vorbereitet.
Ja, also wir sind wirklich offen und freuen uns auch tatsächlich, wenn Leute sagen, sie haben da—
Wie viel Zeit müssen die aufwenden?
Das ist ganz gut organisiert, weil das natürlich alles Menschen sind, die einen echt engen Terminkalender haben. Und wir haben da ein System aufgesetzt, dass wir zwischen Januar und Mai, also einem extrem ungewöhnlichen Zeitraum für Fernsehmacher, ein Studio stehen haben und in diesem langen Zeitraum sehr vereinzelte Tage dann planen, damit es einfach möglich wird.
Also das heißt, am Ende sind das dann so 10 Drehtage im Jahr oder so was?
Das ist auch vollkommen unterschiedlich. Also es gibt natürlich auch die Möglichkeit, Gastlöwe zu sein, dann ist es ein Drehtag. Das ist für viele spannend, um auch erstmal auch für sich selber ein bisschen auszuprobieren. Da hatten wir jetzt Lena Gercke da und Christian Miele.
Wart ihr mit denen zufrieden?
Ja, total. Das war super, es war richtig gut. Und da würden wir auch weitermachen. Also wenn der Gastlöwe gut war, heißt das jetzt nicht automatisch, dass er in der nächsten Season dann wieder Gastlöwe ist, weil wir das auch da wirklich spannend finden, einfach auch dem Zuschauer einfach auch Neues anzubieten. Und dann ist für die Löwen, die so Teil des Ensembles werden, ist das möglich von, ich sage jetzt mal, 8 Drehtagen, 6 Drehtagen, das ist dann so wirklich im unteren Bereich, bis hoch zu 18. Und das verteilt von Januar bis Mai. Also man kann das mit dem Kalender gut hinkriegen, weil es ja eben genauso geplant ist. Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein Studio so lange steht. Das gibt es eigentlich beim Fernsehen nie. Da wird ein Studio aufgebaut und dann direkt wieder abgebaut nach der Show. Außer wenn du jetzt eine Live-Strecke hast wie wir bei The Masked Singer, aber dann hast du 6 Wochen live und danach Zeit oder Geld kostet, damit es wieder neu gemacht wird. Ja, das ist mit das Teuerste.
Okay, was kostet eine Höhle der Löwen Sendung so in Größenordnung zu produzieren?
Ich kann dir das immer auf den einzelnen Shows nicht sagen, aber du hast halt bei solchen Formaten, die Primetime sind, die so aufwendig sind, wo du einen solchen Aufwand betreiben musst, um am Ende das Produkt herzustellen, da bist du natürlich schon sechsstellig unterwegs. Für pro Folge klar.
Konstantin Buschmann fällt mir gerade ein von Brabus.
Muss ich mir mal aufschreiben.
Ich glaube, der ist auch interessiert. Wie gut seid ihr mit Sport angefahren?
Gut, natürlich gut. Wenn also das Wichtige ist ja Sport. Also es ist schon immer gut, wenn die bekannt sind. Ob das dann über Sport ist.
Also der der wirklich viel versteht von der ganzen Thematik ist Mario Götze. Wenn ihr den überreden könntet, bin ich mir nicht sicher, ob er das machen würde. Also zumindest mal als Gastlöwe. Wäre glaube ich eine coole Idee, weil die Leute alle überrascht sein werden, dass der eigentlich in dieser Szene auch lebt neben der Sportszene.
Sprich doch mal mit ihm.
Wir müssen das Honorar noch zu Ende verhandeln, dass ich dafür bekomme. Dann, weil ich auch glaube, weil es für den Sinn macht, ist der Philipp Hitschler. Lass mich raten, Lea Kramer hat da schon mit gesprochen, das ist jetzt einfach, oder Verena Paulster auch, die wollten es nicht. Und die konnten es zeitlich nicht oder so.
Bist gar nicht so schlecht, ja.
Okay. Tja, okay.
Was ist denn eigentlich mit dir? Das wäre das erste öffentliche Löwen-Casting mit einem Star, der du ja mittlerweile bist. Aber weißt du, das Problem ist ja bei dir ein bisschen— Ich bin zu weich. Ich glaube, du gibst mir keine Antwort. Ich habe dich ja vor ein paar Wochen angeschrieben, weil ich ein Format entdeckt habe, weil das ja auch ein Teil meines Jobs ist, Format-Scouting. Da habe ich natürlich ein ganz tolles Team, aber da auch mit draufzugucken. Weil ich habe ja 2018 The Masked Singer eingekauft. Das war ja gar nicht unsere Lizenz und das wollten damals alle haben und so. Und ein ganz wichtiger Punkt ist ja wirklich so ein bisschen zu spüren, wo neue Formate liegen. Und ich habe ein Format entdeckt in Amerika, was zu dir passen würde wie die Faust aufs Auge. Ich will das jetzt aber— ich will und kann auch jetzt nicht mehr dazu sagen, weil dann—
Schick's mir zu.
Hab ich ja vor 3 Wochen. Du hast mir bis heute nicht geantwortet. Ja, also jetzt wäre der Moment, Philipp.
Also ich gucke es mir gerne an. Ich finde es ja auch wahnsinnig cool, was ihr da macht. Ich will ja auch da Leute nicht in Jobs reinempfehlen, die ich selber total scheiße finde und nicht machen würde. Insofern wäre es ja auch, sonst wäre ich jetzt irgendwie— Aber was ich gerade hörte, 10 Drehtage ist schon auch echt viel, wenn man selber eine Firma hat. Deswegen ist es auch glaube ich für viele so, dass es einfach nicht einfach ist. Und bei mir ist es auch so. Aber bei so einem neuen Format gerade, wenn du sagst, ich bin einfach neugierig, was ihr da habt, ich muss es mir einfach noch mal angucken. Und wir machen es ja mal aus Spaß.
Es spielt so in deinem Tanzbereich und es ist in Amerika ein ganz, ganz guter Knaller.
Und ihr habt die Rechte?
Wir sind dran.
Ja gut, aber wenn ihr die Rechte habt, also können wir ja gleich mal drüber sprechen. Also ich freue mich erstmal, vielen Dank für die Wertschätzung. Und bei den Löwen, ich muss ja auch irgendwie Kohle haben. Also ich meine, ich stecke ja mal alles hier bei uns in die Firma und ich habe manchmal das Gefühl, das ist dann tatsächlich, wie du schon sagtest, auch ein bisschen Die Leute erwarten erstmal, dass da jemand ist, der dann schon so wie der Carsten am besten irgendwie mal 100.000 € oder so rausreichen kann. Das ist schon jetzt für unsere Dimension sehr viel Geld, muss man sagen. Deswegen bin ich da wahrscheinlich nicht der Richtige.
Aber wie ist das mit dem Thema Ruhm? Weil du bist ja schon mittlerweile sehr bekannt.
Aber nicht in der Breite.
Ja genau, ich glaube jetzt noch nicht so bekannt wie ein Löwe, würde ich jetzt so einschätzen.
Also dem Podcast wird es wahrscheinlich helfen.
Sagen wir mal so.
Das ist eine Schwachstelle bei mir. Wenn der Podcast dadurch nach vorne kommt, dann würde ich es mir überlegen, weil ich tue wirklich alles für diesen Podcast. Das ist ja mein Zuhause, mein Hauptformat. Meinst du, dass es da einen Spillover-Effekt gibt? Wahrscheinlich könnte es den geben.
Mich hat eigentlich eher interessiert, ob du vielleicht auch sagst: Boah, ich weiß gar nicht, ob ich das will.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenz-Policy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice. Und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht. Und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblings- Cafés entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Weil man muss ja auch fairerweise sagen, das ist oft ein Argument von tollen Unternehmerpersönlichkeiten, mit denen wir dann sprechen und wo wir in Austausch gehen, die dann zurückziehen und sagen, boah, irgendwie Ich bin schon, mir reicht schon, wenn ich in meinem Managermagazin oder im Handelsblatt erscheine, aber jetzt noch dann von jedem auf der Straße anerkannt zu werden mit meiner Familie im Urlaub, so diese ganzen Themen.
Absolut, es ist ein Thema, da bin ich, also es ist nicht meine natürliche Rolle, muss man wirklich sagen. Ich habe das nie gesucht und das Verrückte ist mit dem Podcast, da bin ich jetzt ja in den letzten Jahren reingerutscht und natürlich ist es irgendwie eine schwierige Situation, weil man natürlich total viel mehr Reichweite haben möchte und ja auch dass irgendwo das Geschäft ist, den Podcast groß zu machen. Und sobald ich irgendwie eine Chance sehe, das zu tun, bin ich sofort empfindlich und sofort irgendwie motiviert. Auf der anderen Seite höre ich von vielen Bekannten, die ich auch so treffe, dass das nicht erstrebenswert ist, jetzt besonders immer weiterzumachen und immer größere Räder zu drehen im Sinne von Öffentlichkeit. Und es macht mir sehr viel Spaß, das hier zu machen. Und ich habe jetzt gerade wieder einen neuen Kollegen dazugeholt, um mein Social-Media-Game ein bisschen zu reformieren, weil ich das ja, weiß nicht, ob du es wahrnimmst, ich poste immer so ein Bild von dem Podcast und viel mehr mache ich ja nicht. Und das ist natürlich total dumm. Ich müsste viel mehr machen und viel mehr posten und so, wie der Frank das zum Beispiel macht. Das mache ich nicht. Das werde ich jetzt ein bisschen hochfahren im Sinne des Podcasts, im Sinne der Arbeit. Aber da muss ich auch erstmal den Weg finden. Und also ich bin aber nicht abgeneigt. Also wenn du sagst, irgendwie da so ein neues Format, das mal zu erleben, ein bisschen was mitgestalten könnte. Ich bin total motiviert, dir auch einen Löwen zu finden trotzdem. Vielleicht mache ich mal einen Gastlöwen, wenn du sagst, okay, dann mache ich mal einen. Wenn das für euch interessant ist, dann würde ich mir einmal Geld zur Seite legen, dass ich da zumindest mal 20.000 € investieren kann oder 50. Aber eigentlich wollte ich da jetzt nicht tiefer einsteigen.
Das wäre dann zumindest hier das erste öffentliche Casting, wenn man so will.
Können wir gerne. Also ich bin ja vollkommen fair. Aber also ich glaube wirklich so, am Ende musst du auch Leute finden, dass da Aber ist mir gerade bei dem Konstantin eingefallen, der halt Brabus nach vorne bringen will. Bei dem Philipp Hitchler, der will Hitchis nach vorne bringen. Der Johannes Klische ist eh schon sehr draußen und aktiv und macht Sachen und will am Ende Snorks nach vorne bringen und so. Also wenn die das vermitteln können, das könnte ja mit ein paar Millionen Zuschauern, dann ist es glaube ich irgendwie mal ein guter Pitch für die Leute, sich 10 Tage dahinzusetzen mit all den Side Effects, die das immer so hat. Aber bei dem Format, was mich immer schon gewundert hat, ist auch, sagen wir mal, dass diese Menschen das mitmachen und akzeptieren. Ich nehme an, dieses Format ist eines der wahrscheinlich lukrativsten Formate überhaupt für VOX in dem Falle. Ich würde schon fast schätzen, das macht 20% von VOX aus oder weiß ich nicht. Was würdest du schätzen?
Das glaube ich, ist zu viel.
Mehr als 10?
Du meinst jetzt von VOX im Sinne Umsatz? Das kann ich dir gar nicht gut sagen, weil die Zahlen ja für uns nicht zugänglich sind, was sozusagen VOX an Werbung damit verdient. Aber was ich dir sagen kann, ist, dass wenn du einen Hit hast und so eine Reichweite generierst und die über alle Plattformen hinweg— ich meine, das Verrückte war, dass jetzt in der aktuellen Staffel wir ein Social Video hatten, was viral gegangen ist mit über 85 Millionen Views von Dagmar Wöhrl. Eine irre Geschichte, hatten wir auch noch nie. Aber wir merken halt, da ist jetzt gerade noch mal so ein Bass drin und der ist auf allen Plattformen und natürlich auch für RTL+, was ja extrem wichtig ist. Dann kannst du das schon sehr gut monetarisieren. Das auf jeden Fall. Aber 20%, das halte ich für zu viel.
Ja, wahrscheinlich. Aber wie viele Sendungen kommen am Ende im Jahr?
Na, wir machen ja 2 Staffeln im Jahr und dann kommst du natürlich schon da am Ende auf— ist immer nicht ganz gleich, aber sagen wir mal 16, 18 Sendungen sind das dann schon Folgen im Jahr.
Aber ich meine, das ist wahrscheinlich eines der attraktivsten Werbeumfelder, das der Sender überhaupt hat. Also ich wüsste jetzt nicht, wann Menschen in meinem Umfeld viel VOX gucken, wahrscheinlich dann insbesondere. Und dann ist dieses Werbeumfeld natürlich auch viel, viel teurer als alle andere VOX-Werbung, die das restliche Jahr so läuft.
Und Kitchen Impossible.
Ja, stimmt. Okay, stimmt. Ja, also sorry an Tim.
Klar, das machen wir auch. Machen wir mit Tim zusammen. Wir haben ja mit Tim eine Firma, die Potato Head Pictures, und haben ja tatsächlich Kitchen Impossible erfunden. Also es ist unsere Idee und das ist so die dritte Säule. Also einerseits haben wir Formate, die wir einkaufen wie Höhle der Löwen. Dann haben wir Formate aus dem Banijay-Katalog. Das ist der größte Katalog der Welt. Was heißt Katalog? Also immer wenn in einem Bunnyjailand wie jetzt in UK, in Amerika ein neues Format on air geht, geht es in den Katalog und dann können wir das in Deutschland anbieten. Und die dritte Säule sind unsere Eigenentwicklungen und die macht tatsächlich bei uns in der Firma ein Viertel aus unseres Umsatzes. Also wir sind sehr stark im Formate kreieren und Kitchen Impossible ist, glaube ich, kann ich sagen, eine unserer schönsten Eigenentwicklungen.
Aber hattet ihr das fertig und dann kam Tim dazu oder habt ihr das mit Tim gemeinsam entwickelt?
Nee, wir haben das nicht mit Tim gemeinsam entwickelt. Wir haben das mit VOX gemeinsam entwickelt und haben am Ende dann natürlich die bestmögliche Besetzung gesucht. Und Tim hatten wir da schon sehr früh auf dem Radar und ist natürlich auch das Perfect Match. Aber der Unterschied ist so als Produzent: Du hast eine Idee. Eine Idee ist irgendwie, wir lassen 2 Köche gegeneinander antreten, vielleicht um die Welt reisen. Und dann hast du ein Format. Ein Format ist wirklich diese einzelnen Formatierungen wie die Box. Und die Idee, dass sie das Gericht erschmecken müssen, die Zutaten erschmecken müssen, die Idee, dass sie es am Ende vor der Jury, nämlich den Stammkunden des jeweiligen Restaurants, also dass die dann am Ende entscheiden und so weiter. Die Idee, dass die sich das noch mal angucken, ihre Reise, und dadurch diese Kommentarebene. Das ist am Ende die Formatierung. Also so entsteht ein Format. Und da kann ich sagen, da haben wir wirklich eine sehr intensive Formatentwicklung auch betrieben damals. Das war auch ein Projekt, was über Monate ging.
Also ich will das hintenrum auch ein bisschen, weil Tim ist wahrscheinlich eines der besten Wenn man so ein Format mit euch hinbekommt, wir hatten gerade über ein neues Format gesprochen, ist das dann aber noch mal lukrativer als ein Drehtag, oder?
Also wenn du ein Format erfindest und da die Rechte dran hältst, natürlich.
Ja klar, klar. Ich meine jetzt auch in der Rolle von Melzer jetzt zum Beispiel, das ist für den schon jetzt eine andere Rolle, als der bekommt jetzt nicht einfach von euch Drehtage bezahlt, sondern der ist da mitproduziert.
Ja genau, also wir haben mit Tim eine gemeinsame Firma, die Potato Head Pictures, und da ist das natürlich ein anderes Modell. Klar, das machst du dann aber auch nur, in sehr, sehr seltenen und sehr ausgewählten Fällen. Wir haben, also da muss ich jetzt sagen wir im Sinne der BUNNYJAY-Gruppe, vor vielen Jahren ja die Florida gegründet unter dem Endemol-Scheindach. Das war jetzt vor meiner Zeit, aber damals hat Markus Wolter sich auf Joko und Klaas, also sozusagen da das in denen auch mitgesehen, diesen Weg zu gehen, und wir haben das bei Tim gesehen, aber eben vor allen Dingen, weil Tim aus meiner Sicht ja auch einfach so herausragend ist. Ich weiß nicht, ob du den den Fernsehpreis gesehen hast, aber der Tim hat einfach die beste Rede an diesem ganzen Abend gehalten, weil der einfach, der ist ein solcher Entertainment-Vollprofi, weil der einfach, wenn der vor Publikum redet, dann hat er auch was zu sagen und dann ist das einfach gut. Und wenn er redet, wenn das rote Licht an ist, dann wissen wir ja auch alle, kommt da oft sehr Unterhaltsames bei rum. Und das ist aber eine Gabe. Das ist eine Gabe und das ist eigentlich eine Gabe, wo ich sagen muss, die ich mir gerade in Deutschland von vielen Profis noch mehr wünschen würde. Ich finde zum Beispiel, ich meine, Ich finde zum Beispiel, dass wir in Deutschland das nicht gut machen, gerade im Bereich Fiction, also Schauspieler, dass sie sich wirklich zu einer Marke, auch als Marke verstehen. Das machen ja die Amerikaner ganz anders, ganz strategisch. Und das sehe ich natürlich aus meiner Entertainment-Brille ganz besonders insofern: Die amerikanischen Schauspieler, wenn die in eine Late-Night-Show gehen, sind die top vorbereitet und die sehen ihre Chance, das Publikum gut zu unterhalten. Das Wichtige ist natürlich, dass du das authentisch machst. Wenn du jetzt nicht ein besonders lustiger Charakter bist, macht das keinen Sinn, dir da 10 Punchlines hinzuschreiben. Aber du bereitest eine Story vor, eine Geschichte. Du hast was im Gepäck, die du dann abfeuerst, und die macht den Abend unterhaltsam. Und das ist, finde ich, bei uns oft so, dass gerade die deutschen Schauspielerinnen und Schauspieler so ein bisschen verächtlich aufs Entertainment gucken. Und ich glaube, das ist ein Riesenfehler.
Wer ist denn so ein Nachwuchs- sagen wir mal Typ, wo du sagst, da wächst jetzt jemand dran, der das so hat? Also wer ist, ich meine, es ist ja bei euch echt das große Thema, man muss ja auch am Ende Persönlichkeiten und deren Lebenszeiten managen. Günther Jauch wird es wahrscheinlich so lange nicht mehr machen wollen und auch nicht können vielleicht. Tim Mälzer, ich sehe ihn ja hier regelmäßig, der ist recht vital, aber auch eine Person, der dann auch mal entscheidet, ich mache mal Medienpause für irgendwie, hat er mir vor kurzem erzählt, für ein halbes Jahr oder so ist der mal raus, weil er jetzt gerade Bock drauf hat. Man muss ja ständig neue Leute im Blick haben. Hast du noch jemanden, wo du sagst, achte mal auf den, das ist der Nächste oder die Nächste, die groß hochkommt?
Ja, ich finde, da gibt es schon eine Menge. Also nimm eine Selfie Sandra. Die ist einfach unfassbar.
Ich kenne die tatsächlich. Ich kenne sie, weil sie bei Laser Luca mit dabei ist und mein Sohn das immer hört. Und dann habe ich sie in der Ehrenpflaume von Kai Pflaume dabei. Daher kenne ich die jetzt, sonst hätte ich die nicht gekannt. Okay, aber Selfie-Sanna.
Jetzt als Beispiel, das ist natürlich auch mal ein bisschen gemein, also ein bisschen schwierig, wenn es so Eigennamen sind, aber die ist mir jetzt eingefallen, weil die ist jung, die ist fresh, die kommt aus einer anderen Ecke, die hat aber auch Entertainer-Gen und moderiert ja jetzt auch, jetzt nicht eine Show von uns, aber ist auch bei uns mit der Gruppe verbunden und ist einfach eine, finde ich schon, eine neue Entdeckung. Da fallen mir noch paar andere Eindrücke. Toni Bauer ist toll. Das ist ja der Comedian.
Habe ich vor kurzem mal beim Nicki Weisner im Podcast gehört. Genau. Auch aus Duisburg kommt er, glaube ich, oder so.
Genau. Also auch ein echtes Talent, eine echte Entdeckung. Wir haben ja jetzt da nicht nur die Gruppe, unsere Bunnyjai-Gruppe, die in Deutschland sehr, sehr vielfältig aufgestellt ist. Wir haben ja auch Nightwash, ist ja sozusagen unser Club. Da entdecken wir immer wieder neue Talente. Und da müssen wir auch genau hingucken. Ich meine, es gibt natürlich einen Unterschied zu früher. Du hattest früher so Plattformen wie Viva und MTV und aus denen sind ja so die großen Fernsehstars, die jetzt natürlich auch alle schon eine Weile dabei sind, entstanden. Und das war natürlich ein Vorteil. Die haben praktisch täglich vor Publikum geübt. Wenn du natürlich Creator bist und dich aus deinem Wohnzimmer filmst, dann ist das natürlich im Sinne noch gar keine Entertainmentleistung. Was das Produkt betrifft, kann das sehr entertainy sein, weil du schneidest das und hast deine Message und dein Thema. Aber es ist natürlich ein Riesenunterschied, ob du das vor Publikum hinbekommst. Und da ist dann für uns die Comedy tatsächlich ein echt gutes Tool und eine echt gute Bühne, ein echt gutes Feld, wo wir genau hingucken und wo wir auch immer wieder dann neue Stars entdecken und die groß machen können.
Was war denn die letzte große Innovation, die euch gelungen ist? Also die letzte große neue Fernsehsendung, die man noch nicht vorher gesehen hat?
Das ist definitiv, würde ich sagen, eine Show, die noch nicht on air ist, die wir gerade produziert haben, die so vor vielen Jahren noch gar nicht möglich gewesen wäre. Und du musst dir vorstellen, also stell dir vor, Sascha, toller deutscher Sänger, sitzt auf einer Bühne mit Amy Winehouse und singt einen Song von Amy Winehouse. Und neben ihm sitzt Amy Winehouse, die aussieht wie Amy Winehouse. Singt wie Amy Winehouse. Und ich meine, Amy Winehouse ist ja schon tot und die Stimme ist ja göttlich. Also es ist wirklich eine irre Stimme, die sie hat. Und nicht nur, dass sie Amy-Winehouse-Lieder singt, sondern dann gibt es eben auch den Moment, und viel mehr kann ich noch nicht verraten, wo Amy Winehouse mit Sascha I Feel Lonely singt. Ich weiß, ich muss jetzt ein bisschen Kopfkino von dir abverlangen, aber Stell dir das mal vor, das ist ein Entertainment-Erlebnis, was wir vor 5 Jahren noch nicht hätten kreieren können, weil es in der Qualität nicht ging.
Warten wir mal, ob es funktioniert.
Wir sind mal gespannt, ob es funktioniert. Ja, also ich sag mal, funktioniert hat es fürs Studiopublikum eindeutig, weil das habe ich noch nicht erlebt. Die Leute, die wir im Publikum hatten, und das sind ja immerhin auch so 500 Leute, die sind ausgerastet. Ich habe zu meinem Team gesagt, das ist eigentlich wie amerikanisches Publikum, dass die wirklich gejubelt haben und und es geliebt haben.
Ich dachte immer, die letzte große Innovation— also ich wollte mit der Frage ein bisschen darauf hinaus, dass es auch gar nicht so viele gibt. Also jetzt hast du ja eine erwähnt, die jetzt demnächst kommt, und Masked Singer ist ja irgendwie auch ein bisschen neuer gewesen in den letzten Jahren. Also sonst fällt mir nicht so viel ein außer Joko mit Wer stiehlt mir die Show?
Ja, also würde ich sagen, sind wir ganz gut. Also es geht ja um die— die Frage ist ja berechtigt. Also die Marken, die wir haben, sind oft schon sehr alt, sind sehr lange da. Und die Frage ist ja, wie es gelingen kann, neue Marken zu kreieren, also neue Formatmarken. Und das gelingt uns immer mal wieder. Also The Fifty ist ein Beispiel. Die Show gibt es erst seit 2 Jahren, ein Riesenhit auf Prime Video, was ich eben schon mal erzählt habe mit den 50 Realitystars. Musst du unbedingt mal reingucken. Und dann haben wir Drei gegen einen für den Samstagabend bei RTL entwickelt. Da sind ja auch Tim und Knossi dabei, was ein Hit wurde. Dann haben wir in den letzten Jahren immer wieder auch es geschafft, wirklich neue Formate zu entwickeln. Du hast einen Punkt. Wir haben sehr viele alte Marken und es ist wahnsinnig schwer geworden, mit neuen Formaten durchzudringen. Das hat natürlich auch was damit zu tun, dass die Medienlandschaft generell so fragmentiert ist, dass wenn du eine neue Show anbietest, es einfach erstmal gefunden werden muss.
Fühlt man sich denn eigentlich wohl jetzt in der Rolle, in einem Medium zu arbeiten, wo man beobachtet, wie das unter Druck ist, wie die Konzerne, die dahinter stehen als Hauptkunden, unter Druck sind? ProSieben gerade verkauft worden. Börsenkurs ist jetzt auch nicht berauschend. RTL hört man auch, wie die da jetzt sparen und wie es nicht einfach ist. Verschiedene andere struggeln da auch. Also kommst du mit deinem Job in die Rente?
Also wenn ich eins so gar nicht habe, dann ist das so ein Warten oder ein Hinarbeiten auf die Rente. Ich weiß jetzt nicht, ob das an meinem Alter liegt, aber Nee, ich glaube, es liegt tatsächlich so ein bisschen an meiner Prägung, weil meine Eltern sind beide Unternehmer, tatsächlich heute noch im Dienst sozusagen.
Im weitesten Sinne gemeint. Dass du jetzt so was wie einen Job finden würdest, ist mir schon klar. Die Frage ist halt nur deine Liebe zum Fernsehen. Und ich bin ja auch Medienfan seit vielen Jahrzehnten. Aber man fragt sich, das Fernsehen, wie wir es jetzt kennen, auch mit diesen Summen, die da eine Rolle spielen, geht das noch viele Jahre gut?
Ja, also ich sag mal so, ich bin ja sozusagen Inhalteanbieter. Und ich würde doch mal recht gelassen sagen, wir produzieren ja jetzt nicht den Verbrennermotor, sondern wir produzieren ja, wenn du das vergleichen willst, ja im Sinne von, wir produzieren eigentlich fertige Autos, die dann einfach nur in bestimmten Autohäusern verkauft werden. Und dass die Leute in Zukunft noch Auto fahren werden, da bin ich ganz entspannt.
Aber lineares Fernsehen? Meinst du, das ist—
Aber lineares Fernsehen ist ja nicht das, was wir—
Wo wir am meisten Mordsinn machen.
Ja, also es ist natürlich genau richtig. Wir sind gerade mittendrin. Mittendrin, das ist dadurch eine sehr, sehr spannende und auch natürlich eine druckvolle Zeit mittendrin in der Transformation eines Geschäftsmodells. Und wie das dann immer so ist, inmitten der Transformation ist es ja so, dass dem Markt dann auch ein Stück weit Geld fehlt oder so ein Markt unter Druck gerät, bevor sich das Neue sozusagen aufgebaut hat. Ich finde es so, Ich würde mal sagen, wenn es einfach wäre, könnte es ja jeder. Ich finde es eine spannende Zeit, weil es uns noch mal richtig fordert, uns zu hinterfragen.
Könnt ihr mit der Firma in den nächsten Jahren wachsen? Siehst du sozusagen Wachstum voraus bei euch?
Absolut. Also das ist auch unser Anspruch. Aber ich sage mal, was uns gut gelungen ist jetzt in den letzten 5 Jahren: Wir sind stark gewachsen und wir haben jetzt in der Krise, von der ja auch alle sprechen, konnten wir uns halten.
Wo kam das Wachstum her?
Aus den eigenen Ideen.
Also neue Ideen, die ihr verkauft habt?
Ja, und natürlich auch zum Teil auch aus dem Katalog, aber aus den starken neuen Verkäufen. Wir haben aber auch klar in der Firma wahnsinnig viel verändert. Wir haben Strukturen verändert, Prozesse verändert, wir haben unsere Kultur verändert. Die Meetings sind ganz anders als früher. Ich sag mal, dieser ganze Kulturwandel, der in vielen Branchen ist, war in der Medienbranche, finde ich, auch ganz besonders zu spüren, wenn man ihn denn forciert hat. Das haben wir halt bei Endemol Shine getan. Kreativität braucht Freiheit. Du kannst nicht in der Firma Kreativität ansagen, genauso wenig wie du Vertrauen ansagen kannst. Und da haben wir in den letzten Jahren auch riesige Schritte gemacht. Darüber sind wir auch stark gewachsen. Jetzt haben wir Krise, jetzt halten wir uns. Und ich sag mal so, in 2 Jahren, wenn RTL auch den Sky-Deal durchgesetzt hat, wenn die Italiener in München, die ja jetzt ProSiebenSat.1 übernommen haben, auch ihre Strategie klar ausgerollt haben, dann bin ich auch sicher, dass wir wieder auch eine Phase des Wachstums erleben. Es geht ja nie alles linear. Und eins kann ich dir noch sagen, und da kann ich ein bisschen als Experte glänzen. Die größte Geschichte, die sich Menschen erzählen, und zwar egal aus welchem Land, welcher Kultur, also wirklich die Menschheit, um es mal ganz groß zu machen, ist ja die des Untergangs. Es ist ja kein Zufall, dass Avatar auf Platz 1 ist der weltweit erfolgreichsten Filme. Den sozusagen alle Menschen auf diesem Planeten, also die meisten Menschen auf dem Planeten gesehen haben, auf Platz 1. Und ich glaube, auf Platz 2 ist Titanic, auch eine schöne Untergangsgeschichte. Und dass natürlich die Story des Untergangs eine Kraft entfaltet und erst mal alle zuhören. Und wie lange wird die jetzt schon erzählt? Ja, dass hier das Fernsehen geht unter und das lineare Fernsehen ist bald tot und dies und das und jenes. Das ist überhaupt nicht meine Story. Also ich verstehe, dass die so gut funktioniert, die Geschichte. Aber ich halte sie auch für ein bisschen unterkomplex und glaube, dass wir einfach uns total verändern. Ich glaube auch, dass sich Entertainment, also auch der Inhalt, total verändern wird und weiter verändert. Und das Schöne ist ja, dass wir da ganz gutes Know-how haben und deshalb werden wir einfach auch das Entertainment der Zukunft anbieten.
Also ein Thema, was wir auch noch irgendwie mal besprechen müssten, ist, ich höre es überall, wir haben es bislang noch gar nicht besprochen, KI. Ein Thema, das im Podcast immer wieder aufkommt: In Europa denken wir oft, wir müssten uns entscheiden. Wollen wir die schnellste, beste Technik aus Übersee oder den sicheren Datenschutz aus der Heimat? Entweder Qualität oder Compliance. Umso erfreulicher aber, dass der Weltmarktführer für KI-Voice-Agenten direkt hier aus Europa kommt.
Hört selbst: Hey, ich bin ein ElevenLabs-Agent. Wir sind nicht nur eine europäische Lösung. Wir sind das weltweit leistungsfähigste System für autonome KI-Sprachagenten. Wir bieten die realistischsten Stimmen und die intelligentesten Modelle. Bei uns bekommt ihr keine europäische Alternative, sondern den globalen Goldstandard.
Du sagst also, mit ElevenLabs muss ich keinen Kompromiss eingehen?
Genauso ist es. Du musst keine Qualität opfern, um sicher zu sein. Unsere Agents werden komplett in der EU gehostet. Gehostet und sind DSGVO-konform und für Enterprises gemacht. Wir verbinden uns per API mit euren Systemen und lösen Probleme am Telefon oder im Chat in Millisekunden.
Und Folgendes spricht ebenfalls für sich: Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Klarna und Revolut setzen bereits auf den Weltmarktführer für KI-Kundeninteraktion. Auch Bertelsmann und Freenet vertrauen auf ElevenLabs. Also Hol dir das Beste aus beiden Welten: weltweite Spitzentechnologie und europäische Sicherheit. Starte jetzt auf elevenlabs.io/omr. Und auch meine Stimme wurde übrigens mit ElevenLabs erstellt. Ist das jetzt auch was, deine berufliche Zukunft noch ein bisschen beschäftigen wird?
Ja, also das ist natürlich insofern ein Riesenthema, weil es so viele Möglichkeiten eröffnet, wenn man es anwendet und wenn man es richtig anwendet. Also wir haben tatsächlich, das ist vielleicht auch eine Stärke von uns, wir sind bei solchen Themen wahnsinnig schnell, weil obwohl wir ja, und das würde man so von außen wahrgenommen, so ein Riesenkonzern sind, so Bahnmanagergruppe, wir verstehen uns ja gar nicht als Konzern, sondern als Firmengruppen, können wir solche Dinge sofort und frei entscheiden. Wir haben, 2023 war das ja, als die Modelle rauskamen, und wir haben die sofort im Development implementiert und haben sogar einen Pitch gewonnen, den wir normalerweise hätten nicht annehmen können, weil wir gar nicht die Zeit gehabt hätten. Aber wir hatten dann mehrere Mitarbeitende, die sich damit super auskannten schon, und die konnten dann diesen Pitch Pitch, die Bilder kreieren und das Ganze zusammenstellen. Und so konnten wir überhaupt an dem Pitch noch teilnehmen und dann haben wir am Ende gewonnen. Und der Pitch war ein kompletter KI-generierter Pitch und da waren die Modelle, ich glaube, gerade mal ein paar Wochen, 6 Wochen auf dem Markt oder so.
Also ihr nutzt das dann bei Pitches?
Also Midjourney und all diese Sachen.
Aber bei Pitches sozusagen?
Genau, also Development. Wir benutzen es aber mittlerweile überall. Also wir haben es komplett ausgerollt in alle Abteilungen. Wir haben mittlerweile ein Tool in der PostPro, was einen Vorschnitt macht. Also das heißt, Du musst dir vorstellen, wenn du da Unmengen Stunden an Material generierst mit verschiedensten Kameras und so. Bei Big Brother hast du ja irgendwie zum Teil 30, 40 Kameras und so, dass du dann Vorschnitt hast. Also du hast eine KI, die erkennt Töne, die erkennt Mimik, die erkennt Emotionen und schneidet dir das Ganze schon mal vor. Das ist was, was wir gerade testen. Also wir haben das noch nicht ausgerollt, weil es auch ganz, ganz neue Tools sind. Unsere Erfahrung ist, dass die Tools jede Woche anders sind. Also die ändern sich natürlich ständig. Und wir haben in der Firma ein KI-Team aus 3 Leuten, die das alles verfolgen, aufbereiten und die Prozesse dann in den unterschiedlichsten Shows ausrollen.
Aber gibt es auch so einen KI-Host oder Moderator oder so was? Wahrscheinlich nicht in Zukunft, ne?
Na ja, also wir haben da schon erste Versuche. Das ist jetzt nicht unsere Produktion, aber es gibt ja, glaube ich, bei dem Sender Welt ist ein erstes Format, was dann auch so ein Tech-Format ist, wo ein KI-Moderator ist. Wo wir es total schon einsetzen, ist bei Stimmen, also Voiceover, also wo man dann früher Sprecher hatte. Wir haben jetzt die aktuellste Masked Singer Staffel, da haben wir diese ganzen Voiceovers KI-generiert. Wir haben die Kostüme von Masked Singer in den Erstentwürfen KI-generiert und dann verändern wir die eben noch mal so stark, dass es dann natürlich noch mal eine Eigenleistung ist. Aber wir nutzen diese Tools überall und machen damit echt gute Erfahrungen.
Also es reduziert schon die Kosten vor allen Dingen.
Es reduziert die Kosten, es macht dich schneller, es macht dich vielleicht auch besser und es ist vielleicht eine der Antworten, die wir im Moment brauchen. Du hast ja auch über den druckvollen Markt und so gesprochen. Es ist eine der Antworten, wenn man sie gut anwendet, die eine Lösung, ich glaube nicht die einzige, sein kann, um das, was wir herstellen, sind ja am Ende komplexe, fette Produktionen. Ich sag mal, ein Creator in seinem Wohnzimmer oder so diese ganzen kleinen Produktionen, mit denen müssen wir ja gar nicht Das ist ja gar nicht unser Tanzbereich, sondern bei uns geht es ja immer um Größe und Komplexität. Und diese Modelle und diese verschiedenen Technologien können die Komplexität natürlich kostenreduziert ermöglichen. Und das heißt, wir können am Ende immer noch fette Shows machen, die für die Zuschauer genial aussehen, aber die einfach kostengünstiger hergestellt sind. Da sind wir noch nicht, aber da sind wir halt genau auf dem Weg.
Wie wichtig ist eigentlich die Partnerschaft oder die Kollaboration mit der BILD-Zeitung? Ich habe das Gefühl, wenn bei euch gute Shows laufen, dann werden die auch bei bild.de begleitet. Dann geht es dann bei Bild um die Löwen und deren Themen und dann geht es manchmal darum, wer jetzt so bei Master of Cinema da irgendwie im Kostüm war und dann geht es um Shirin David, die dann irgendwie irgendwas macht. Also diese Shows, ab einer gewissen Flughöhe greift Bild die auf. Merkt man das?
Auch selbst bei Wer wird Millionär, fast jede Folge gibt es einen Artikel. Das finden wir natürlich total stark, weil Was wir brauchen, ist ja, wir brauchen am Ende Content, der heraussticht und der irgendwie Talk of Nation ist. Und da ist natürlich, wenn die Bild-Masse—
Aber ist das orchestriert?
Nein, nein, nein, nein. Aber ich glaube, da jeder, der die Bild ein bisschen kennt, da sind die natürlich extrem frei in ihrer Redaktion.
Aber man spielt denen das nicht zu und arbeitet nicht darauf hin, sodass sie jetzt irgendwie auch Quoten verändern könnten?
Nein, die picken sich das selbst. Wir haben ein Projekt und das ist ja auch ein Zeichen unseres Wandels. Wir haben jetzt ja schon Wir haben schon ein paar Projekte mit der Bild direkt gemacht. Also wir haben das große Brauhaus-Battle produziert für die Bild. Also da ist Bild dann unser Kunde sozusagen.
Brauhaus-Battle?
Ja, das war eine total nette Show, wo einfach Realitystars in einem Brauhaus so verschiedenste Spiele gemacht haben. Und wir haben jetzt gerade im Sommer—
Trinkspiele?
Ja, auch das. Und wir haben gerade im Sommer die Hochzeit zweier Realitystars, Mike und Leyla, die haben geheiratet und das war eine Doku-Soap, die wir für die Bild produziert haben. Das war für uns auch neu, weil die Bild in dem Sinne genau unser, so wie ein Senderpartner, unser Kunde war. Und da hat die Bild natürlich richtig getrommelt.
Seid ihr bei vielen von diesen, sagen wir mal, Reality-Shows, die man früher vielleicht als Trash-Fernsehen bezeichnet hätte, seid ihr da auch viel dabei? Ihr macht ja viele Shows, aber auch diese Art von Shows?
Ja, absolut. Und man muss auch sagen, das ist ein Stück weit meine Analyse, dass sich der Produzentenmarkt momentan schon ein Stück weit Die Branche ist halt zweiteilt in die Produzenten, die eine echte Reality-Expertise haben, die haben noch Wachstumsgeschäft, und die Produzenten, die in der Reality blank sind, für die ist es zumindest deutlich schwieriger. Warum? Weil Reality extrem gut im Streaming funktioniert, und zwar bei allen Streamern. Also es funktioniert extrem gut bei RTL+, bei Joyn, bei Netflix und bei Prime Video.
Was ist da die stärkste von den ganzen Sendern?
Also alles hinweg? Streaming-Reality ist tatsächlich das Sommerhaus, nicht unsere Produktion, die zumindest in den AGF und in den Auswertungen, die man dann so kriegen kann, so ein paar Zahlen gibt es ja dann schon, die da wirklich Spitzenplätze hat. Und die, und das ist auch eine spannende Message für unsere Branche, die zum ersten Mal mehr im Streaming, also bei RTL+, in dieser Staffel, jetzt in dieser aktuellen Staffel geguckt wurde als linear.
Was gibt es da noch so? Es gibt das Sommerhaus der Stars, es gibt Temptation Island.
Temptation Island natürlich, Kampf der Realitystars, The Fifty, Promi Big Brother, Beauty and the Nerd. Das Reality-Feld ist ein sehr diverses und es ist schon, muss man sagen, die Brücke zum jungen Publikum. Ganz klar. Also Reality ist, wenn du mit Jüngeren sprichst, das gehört total bei denen zur Popkultur. Die suchten das weg und schließen dafür auch Abos ab. Und das ist ein Stück weit eine gute Message für uns, weil wir natürlich da ein ganz gutes Portfolio auch haben.
Also was ist eure größte?
Also Promi Big Brother ist die größte Reality-Reality-Show.
Das ist immer nach wie vor noch ein Thema? Ja, das war jetzt die erfolgreichste Staffel.
Seit vielen Jahren gerade gelaufen.
Woran lag es? Weil auch große Namen dabei waren?
Ja, also auch da, ich sehe das natürlich mit so einem strategischen Blick, das ist für mich so wirklich an alten Marken zu arbeiten. Wir haben auch bei Promi Big Brother irre viel auch verändert und haben die Geschichten noch mal neu aufgezogen, haben das Moderationskonzept verändert, haben einfach an dem Format wirklich hart gearbeitet und am Ende ist es uns gelungen, einfach irre unterhaltsame Geschichten zu erzählen. Natürlich hat Désirée Nick und Harald Und da hat Glööckler auch geholfen. Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber die haben halt die Show auch ein Stück weit gerockt.
Wie lange waren die jetzt eingesperrt dann da?
Die waren jetzt 2 Wochen eingesperrt.
Dass es das immer noch gibt, ist Wahnsinn eigentlich.
Und weißt du, Philipp, es ist nicht nur so, dass es das immer noch gibt, sondern dass es das jetzt überall gibt. Also zum Beispiel war Promi Big Brother auch bei TikTok, bei YouTube, dann gibt es Reaction-Filme und so weiter. Und das ist natürlich—
Ist TikTok für euch wichtig, also dass diese Shorts auch Kanäle haben, dass man die sozusagen drittpushen kann?
Absolut. Aber auch ein zweischneidiges Schwert. Wir müssen gucken, und das ist dann so ein bisschen auch die Aufgabe von uns als Produzent im Zusammenspiel mit den Sendern. Wir müssen gucken, dass es bei TikTok knallt. Das finde ich, ist unser Job auch ein Stück weit. Und TikTok kann es jetzt natürlich noch— muss nicht nur TikTok sein, also kein Social knallt. Gleichzeitig ist es natürlich wichtig, wenn das Publikum mit den Social-Inhalten so vollumfänglich versorgt wird, dass es das Gefühl hat, jetzt brauche ich die Show nicht mehr gucken, dann kannst du es ja auch kannibalisieren. Und da so ein Stück weit auch ein Auge drauf zu haben. Die Frage ist immer, wie gut kannst du das steuern? Aber du kannst natürlich schon gucken, dass du bei den Inhalten, die du veröffentlichst, dass du so bist, dass du immer noch am Ende das Gefühl hast, ich muss es einschalten bei Joyn, bei RTL+, bei Netflix, bei Prime. Oder linear, um wirklich das volle Entertainment-Erlebnis zu bekommen.
Verfolgst du, was MrBeast so macht?
Klar, ja.
Das ist ja am Ende so, wo man sagt, die Zukunft von Fernsehen ist dann vielleicht das, also extrem hoher Produktionswert, aber er macht es halt bei YouTube und bei Amazon jetzt seit Neuestem auch, ne? Für riesiges Geld macht er da Videos, wo jede Sekunde Kohle kostet, weil er die größten Stars der Welt einlädt, mit denen er dann irgendwelche Competition macht, also ein bisschen so Schlag den Raab früher, Nur halt mit irgendwie, genau, mit Tiger Woods und Tom Brady und irgendwie, weiß ich nicht, so den krassesten Sportlern. Hat man ja das Gefühl, wenn man das sieht, scheiße, damit kann man doch gar nicht mehr rivalisieren, weil was der da an Geld reinpumpt, das ist ja mit all so die Skaleneffekte, die der auch hat, die sind ja gar nicht zu schlagen.
Die spannende Frage ist doch eigentlich, glauben wir, dass unsere Gesellschaft in 5 oder 10 Jahren und ich meine jetzt mal die deutsche Gesellschaft, weil das ja nun das deutsche Publikum ist, für das wir tätig sind, dass die noch einen Hunger, also ein Bedürfnis haben nach lokalem Content. Also will man als deutscher Zuschauer, wo du auch immer guckst, ob du auf dem iPad guckst, bei YouTube oder wo auch immer, willst du deine eigenen Menschen sehen, die in einem Land leben, die deine Sprache sprechen, oder bist du mit dem amerikanischen Content sozusagen abgedeckt? Und da ist meine Antwort also ganz klar: Das ist natürlich nicht so, dass die Leute nur amerikanisches Fernsehen nur ein MrBeast sehen wollen. Aber was an dem Phänomen interessant ist, und du hast es ja auch gerade angesprochen, wir sind in einer Zeit, das ist schon ein gigantischer Kampf um Aufmerksamkeit. Und wenn du nicht bereit bist, als Channel, als Sender, als Streamer auch ein gewisses Budget zu ermöglichen, oder wenn du es nicht mehr kannst, dann wird es schon schwierig. Und ich glaube, das ist so die Aufgabe für uns als Branche, wie wir es schaffen, in Zukunft auch diesen High-Value-Content herzustellen, weil sonst wirst du einfach auch gar nicht mehr wahrgenommen. Also du musst schon dem Publikum was bieten und so eine Show wie MrBeast hat natürlich insofern ein Problem: Sie hebt die Ansprüche immer noch weiter und unsere Aufgabe, und da sehe ich auch ganz genau meinen Job und zwar sehr aktuell drin, ich glaube, die Produktionsfirma der Zukunft ist dann richtig gut aufgestellt, wenn es uns gelingt, besten Ideen zu haben, wirklich gute Ideen, Ideen, die schon aus sich herausstechen. Aber wenn es uns auch gelingt, diese Ideen irre gut zu inszenieren, dass es richtig gut aussieht, wie es uns bei Kitchen Impossible gelingt und bei vielen anderen Shows.
Dann leben die auch zum Teil ja mittlerweile mehr in den Mediatheken oder auf den Plattformen als im Live.
Ganz genau. Und da werden sie extrem gut abgerufen und da lassen sie sich dann ja mittlerweile auch immer besser monetarisieren. Aber mein Punkt war noch, ich glaube, das Riesenthema ist Kostenführerschaft. Und da ist es ganz spannend, weil du eben so sagtest, macht das überhaupt noch Spaß? Mir macht es gerade irren Spaß, weil ich finde, es ist ja auch interessant, mal die eigenen Strukturen zu hinterfragen. Also es ist ja mal interessant zu sagen, okay, wir haben jetzt irgendwie 20 Jahre immer so produziert, wir sind immer in dieses Studio gegangen, wir hatten immer so und so viele Leute am Set, wir haben immer das und dies und jenes so gemacht. Und jetzt hinterfragen wir das alles mal und sagen mal, vielleicht kann man es in Zukunft anders machen. Nur bei einem, finde ich, müssen wir vorsichtig sein. Wir dürfen keinen Kompromiss in der Qualität eingehen. Wenn das jetzt am Ende dazu führt, dass unsere Formate schlechter aussehen, dass wir mit Reality-Shows nicht mehr ins Ausland reisen, dass wir den Cast verkleinern, dass die Spiele weniger aufwendig werden und so weiter und so fort, dass wir nicht mehr mit 15 Fragen die Million knacken, sondern die 200.000, jetzt mal als Beispiel, um es mal so plastisch zu machen. Dann ist das sicherlich nicht der richtige Weg.
Also eigentlich ist es doch so aus der Wertschöpfung, in deiner Rolle denke ich mir auch, irgendwann möchte man auch in die Vermarktung mit rein, weil ihr macht jetzt ja die ganzen Inhalte, aber ihr seid ja von der Vermarktung abgekoppelt. Dann gibt es einen Sender oder der Sender kauft es ab und dann ist euer Deal erstmal vorbei. Und die echte Wertschöpfung, die man bei MrBeast ja auch sieht, ist halt, dass der sagt, okay, ich mache die Show und ich vermarkte sie auch. Und das ist ja das Attraktive an der ganzen Sache, dass der sozusagen alles in seine Plus er ist jetzt auch noch der Host, hat sozusagen alles in der einen Hand. Aber ich meine, zumindest bei euch, dass man am Ende ein bisschen auch darauf angewiesen ist, dass eure Kunden das gut hinbekommen. Und da habe ich auch so ein bisschen das Gefühl, Mist, die haben so viele Themen gerade und jetzt seid ihr aber von denen abhängig, weil naja, so viele Firmen kaufen jetzt eure Sachen ja nicht, können ja gar nicht. Es gibt ja nur, sagen wir mal, nicht 2, aber dann vielleicht 10 potenzielle Kunden.
Ja, verstanden. Aber die Sorge habe ich so jetzt gar nicht, weil auch unsere Kunden da auch einen verdammt guten Job machen. Das muss man auch mal sagen. Aber es ist natürlich gerade eine Zeit, Und wie gesagt, in der sind wir jetzt gerade drin, wo sich einfach wahnsinnig viel verändert. Aber auch hier, und auch das ist spannend an der Zeit, diese Zeit ermöglicht dann auch für uns neue Modelle. Und nimm dir Big Brother, die Knossi-Edition. Wir nehmen eine unserer größten Marken, also Big Brother ist eine irre starke Marke nach wie vor auch weltweit, und laden sie komplett neu auf, indem wir Knossi allen voran haben, Influencer einziehen lassen und das Ganze bei Twitch und YouTube und Joyn, also auch mit unserem Senderpartner, mit Joyn im Boot sind. Und das hat dazu geführt, dass diese Marke Big Brother auf einmal wieder cool geworden ist. Also es hat einen Imageeffekt, es ist aber auch ein komplett anderer Deal, weil es eben nicht das klassische Sender-Auftragsgeschäft ist.
Ich meine übrigens, dass die Sender da einen guten Job machen, will ich gar nicht infrage stellen. Und auch, dass da übrigens aktuell vielleicht sogar unterbewertete Media-Möglichkeiten bestehen. Also wer jetzt hier zuhört, und ich habe hier verschiedentlich die Idee, dass man im Fernsehen wahrscheinlich gerade sogar attraktiver werben könnte, als woanders, weil die Preise wahrscheinlich vergleichsweise günstiger sind, als wenn man in Auktionsverfahren vielleicht werben muss. Also da ist sicherlich auch noch was zu holen. Wir reden jetzt auch nicht von morgen, sondern langfristig. Jetzt, wo du das so lange machst und so viele Moderatoren erlebt hast und so viel—
Klinge ich gerade sehr alt.
Ja gut, wir sind ja nicht weit auseinander. Insofern sitze ich mit dir im selben Boot. Wer glaubst du, hat in seinen letzten 20, 30 Jahren als On-Air-Persönlichkeit am meisten aus dem Fernsehen für sich an wirtschaftlichem Wohlstand rausgeholt?
Boah, das ist ja— du bringst mich jetzt aber aufs Glatteis hier.
Das ist ja die naheliegende Frage.
Also ich würde mal sagen, da— also ich weiß ja, oder man weiß ja, dass das bei Stefan Raab ja interessant war, dass die Firma auch so oft verkauft wurde und er dann auch Anteile hatte und so. Da habe ich jetzt aber auch überhaupt gar keine Insights. Aber ich kann mir vorstellen, dass sowas— das ist ja ein Riesenunterschied, ob jetzt—
Günther Jauch hat auch seine Firma verkauft.
Hat seine Firma verkauft. Da habe ich auch keine Insights, weil wir die auch nicht spezifisch beauftragen.
Also nur mit Honoraren?
Nur mit Honoraren. Soll ich jetzt einen Namen nennen?
2 oder 3, die gehören dazu.
Ja gut, das sind natürlich die, die am längsten auch dabei sind und die größten Shows machen und die meisten Shows machen. Das ist am Ende entscheidend. Also die größten, die erfolgreichsten und die meisten. Und das ist ja ganz klar. Ich glaube, da ist Günther Jauch, da ist Stefan Raab, da ist sicherlich ein Kai Pflaume, wobei das ist öffentlich-rechtlich. Das ist dann schon noch mal ein bisschen anders auch organisiert. Aber ja, also da, da so, das sind so genau die, die so— Joko und Klaas natürlich auch, klar. Das sind vor allen Dingen die, das sind vor allen Dingen die, die am Ende das Senderimage entscheidend bilden. Das hat ja Stefan Raab in seiner ProSieben-Zeit absolut getan. Das machen Joko und Klaas heute extrem stark und Günther Jauch für RTL.
Das werden schon welche darunter, wo du sagst, die haben bestimmt über 100 Millionen verdient?
Das kann ich nicht sagen.
Weißt du nicht?
Nee. Spricht man auch beim Aftershow-Bier nicht drüber.
Ist das spannend. Ist interessant. Also na gut, okay, okay. Ja, viel gelernt. Jetzt bin ich gespannt, was demnächst bei euch rauskommt. Jetzt muss ich mal dringend deine alte Mail suchen, was du wieder für eine Show gesehen hast.
Die ist erst 3 Wochen alt. Also ich würde sagen, es geht.
Aber ich habe mir heute gedacht, wenn ich hier hinkomme, dann Also ich guck's mir sofort an. Ich bin auch, also erstmal finde ich es immer auch cool, wenn so Ideen kommen, und es ist ja eine totale Wertschätzung. Deswegen tut es mir leid, dass ich nicht geantwortet habe.
Bitte.
Also das ist, ich bin wirklich neugierig.
Ich habe mich ehrlicherweise ein bisschen gefreut, dass du mir nicht geantwortet hast, weil ich es dann heute hier auspacken konnte.
Na gut, also danke, dass du gekommen bist. Wir reden jetzt noch mal ein bisschen darüber, was wenigstens da vermitteln kann. Mal gucken, wer hier aus unserer Show in deine große Riesenshow dann rein darf. Schauen wir mal. Also vielen, vielen Dank fürs Rumkommen.
Danke dir. Alles klar.
Ciao, ciao.
Ich war keine gute Chefin und heute coache ich Führungskräfte. Und ich wurde mit 22 Jahren Führungskraft und musste ganz schön hart dafür kämpfen, ernst genommen zu werden. Heute bin ich Spiegel-Bestsellerautorin und erreiche auf LinkedIn Millionen Menschen. Wir sind Emma Isadora Hagen und Svantje Eilert. Das ist Out of Office, der Business- und Karriere-Podcast. Wir teilen mit euch Karrieretipps, die wirklich funktionieren, egal ob es um Gehalt, Selbstmanagement oder die Frage geht, wie man kritische Gespräche richtig führt. Und dazu teilen wir mit euch die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft und ordnen für euch den Hot Tea aus der Businesswelt ein. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, dann abonniert den Kanal und seid ab jetzt jeden Mittwoch mit uns out of office.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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