Der Mann hinter L'tur und den Musik-Charts: Karlheinz Kögel (#839)
24 Sept 2025 · 67 min
In this OMR podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Karl‑Heinz Kögel, a German serial entrepreneur known for founding Media Control and the travel brand El Tour/L'TUR. The conversation traces Kögel’s unconventional career path – starting with a carpentry apprenticeship, moving into radio broadcasting, and then spotting a market gap in music‑airplay measurement. He describes how he built Media Control in the 1970s, pioneering audio‑recognition techniques, creating the official German music charts, and later expanding the data business to book‑ and TV‑bestseller lists, including the Spiegel bestseller list. Kögel explains the financing of the early venture, the evolution of the business model, and the ethical stance of keeping the company neutral. The interview then shifts to Kögel’s parallel venture into tourism. Inspired by a radio interview about under‑utilised flight seats, he founded El Tour, later rebranded L'TUR, which sold last‑minute flight seats and later packaged flights with hotels. He details partnerships with LTU, TUI, Air Berlin, Eurowings, and the recent Condor Holidays, emphasizing an asset‑light, commission‑based model and the use of AI for dynamic pricing. Revenue figures are disclosed (Media Control €8 million, tourism business up to €700 million at peak). Kögel also founded the German Media Prize, a non‑profit cultural award, and United Charity, a platform that auctions signed memorabilia for charitable causes. Throughout, he stresses a personal philosophy of loving people, empathy, and networking as the core of his success, while also discussing his civic involvement in Baden‑Baden and challenges with modern remote‑work culture. The episode concludes with Westermeyer thanking Kögel for his stories and emphasizing the value of sharing entrepreneurial experiences. He highlights the role of luck and timing in Kögel’s successes and encourages more entrepreneurs to share their journeys. A brief sponsor segment promotes OMR Education’s six‑week KI‑Intensivkurs for marketing professionals, followed by production credits for Podstars at OMR.
Chapters
Wir haben hier intern nach der Folge mit Roland Berger beobachtet oder nochmal beobachtet, wie gut Folgen gehört werden, wo Wirtschaftslegenden auftreten. Also Leute, die aus vielen Jahrzehnten Lebenserfahrung berichten, die größere Sachen gebaut haben, die relativ frei erzählen, die keine Angst mehr haben, weil ihr Berufsleben eh schon ziemlich weit fortgeschritten ist. Und da war Roland Berger ein gutes Beispiel. Und deswegen haben wir uns neben den üblichen spannenden Gästen nochmal explizit auf die Jagd gemacht nach Legenden. Eine Legende dieser Art ist für mich der Karl-Heinz Kögel. Der hat unter anderem die Reisevermittlung El Tour gegründet. Der hat Media Control gegründet, also die Firma, die überall Reichweiten misst, die die Spiegel-Bestsellerliste, die Charts und so was seit Jahrzehnten ermittelt, der viele andere Sachen vorangetrieben hat. Eigentlich ein Pionier, insbesondere im Reisebereich, aber auch ein echter Serial Entrepreneur der alten Schule. Und viel mehr möchte ich gar nicht sagen. Freut euch mal wieder auf eine Legendenfolge. Und noch ein kurzes Update aus dem OMR-Kosmos. Wir haben uns vor kurzem in der Redaktion überlegt, wie machen weiter mit unseren täglichen Artikeln? Es ist so viel Neues und so viel Druck da draußen, dass wir entschieden haben: Okay, ein Artikel pro Tag, das macht vielleicht gar nicht mehr so viel Sinn. Es wäre, glaube ich, besser in der heutigen Medienwelt, wir schreiben einen sehr langen, sehr tief recherchierten Artikel alle paar Tage. Und genau das machen jetzt meine Kolleginnen und Kollegen aus der OMR-Redaktion und haben vor kurzem wieder was geliefert. Und zwar die Geschichte des FC Como, eines Fußballvereins aus Italien, der das ganze Fußball-Branding-Premium-Game besser verstanden hat als jeder andere Fußballverein auf der Welt. Niemand Hol aus deiner Fußballvereinsmarke so viel raus wie die Menschen bei Como. Was sie genau machen, warum ausgerechnet Como, was mit Disney zu tun hat, alles gibt's unter omer.com. Einfach googeln nach OMR und Como oder bei omer.com direkt nachgucken oder natürlich bei uns hier auch in den Shownotes dieses Podcasts. Jetzt aber rein ins Gespräch mit Karl-Heinz Kögel. Auf geht's!
Let's go, go, go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer. Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem: Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt es im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram. Und den Einstieg gibt es bereits ab 0 €. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360 € Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit. Vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertung natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Hallo Karl-Heinz.
Hallo Philipp.
Also du hast eine riesige Laufbahn, müssen wir gleich mal im Detail darauf eingehen, was alles gewesen ist und was du alles nacheinander und teilweise parallel gegründet hast. Aber angefangen hast du mit einer Schreinerlehre, oder?
Ja, ja, ich habe ein Problem gehabt, hier in diesen Podcast zu kommen.
Warum?
Weil Ich bin es gewohnt, Leute zu fragen und nicht befragt zu werden. Das ist wirklich ein grundsätzliches Problem. Als Journalist habe ich Leute befragt und ich habe ein Lebensprinzip: Ich höre den Menschen lieber zu, als dass ich irgendwas von mir selber erzähle.
Aber jetzt machen wir eine Ausnahme. Heute eine große Ausnahme.
Okay, also fangen wir mit dem Schreiner an.
Ja, genau.
Mein Vater hat eine Schreinerei gehabt und ein Sägewerk und der wollte, dass ich ihm nachfolge. Und da gab es die Klosterschreinerei bei den Jesuiten in Sankt Blasien, im Kloster Sankt Blasien und da habe ich meine Schreinerlehre gemacht und weil mir das so auf den Sack ging, 3 Jahre lang, habe ich nach anderthalb Jahren meinem Lehrmeister den Paragraphen aus der Verordnung des Landes Baden-Württemberg gezeigt, wo steht, dass man frühzeitig auch sein Gesellenstück schon machen kann nach anderthalb Jahren, und habe ihm gesagt, ich würde jetzt gerne mein Gesellenstück machen, meine Prüfung. Und das habe ich dann hingekriegt, und dann durfte ich es aber nicht bei ihm in der Schreinerei machen. Dann habe ich mir eine andere Schreinerei gesucht, und es war ein Sargtischler. Und bei dem habe ich mein Gesellenstück gemacht und habe eine 1+ bekommen.
Okay, und dann warst du Schreiner?
Dann war ich Schreiner und bin immer noch Schreiner.
Ja, ja, ja, okay, okay.
Im Herzen immer noch ein Schreiner.
Und wie ging es dann weiter?
Ja, das, dann, ich wollte eigentlich Radiomoderator werden. Ich wollte immer zum Radio, ich wollte immer zum Radio und da gab es 1000 Hürden. Mein Bruder hat dann, der hat studiert in Karlsruhe und so kam ich mit Genehmigung meiner Eltern mit 16 aus dem Haus, weil ich da weg wollte. Und dann war ich in Karlsruhe und bin da aufs Abendgymnasium gegangen und habe nebenbei Discjockey gemacht. Eine Diskothek war damals in den 60ern halt noch was, dass man, hat man sich schick angezogen, ist in die Disco gegangen, ja, und Und dann habe ich trainiert, dass ich meine Stimme trainiert, dass ich zum Radio komme. Und Radio war damals aber noch was ganz Seriöses. Du hast den Eindruck gehabt, die sitzen mit Krawatte hinterm Mikrofon. Das waren meistens Schauspieler, die gesprochen haben, ganz deutlich und prononciert und nicht so schnell wie du, sage ich, sondern das war eine andere Radio war eine eigene Kultur und ich bin da nicht reingekommen. Ich habe Bewerbungsbänder überall hingeschickt, von der Diskothek aus immer aufgenommen und gedacht, ich bin cool. Und die haben mich abgelehnt, weil ich Dialekt in der Stimme habe und weil ich nicht seriös genug klinge. Und dann gab es aber eine Chance bei Radio Luxemburg. Da kam auf die Bewerbung hin die Zusage, dass ich vorsprechen kann. Und dann bin ich dahin und da war ein gewisser Frank Elsner, der war da in der Regie und war Programmdirektor und hat gesagt, so Herr Kögel, dann gehen wir mal ins Studio 1. Und mir ist schon, ich habe das Flattern gehabt und bin da in dieses Studio rein, das Mikrofon und der war hinter der Scheibe und hat gesagt, so jetzt legen Sie mal los. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Abendsendung. Was würden Sie jetzt sagen? Und ich habe kein Wort mehr rausgebracht. Null. Und dann habe ich gesagt, Herr Elsner, es tut mir leid, ich kriege kein Wort mehr raus. Und dann sagt er so, jetzt gehen Sie zum Fenster. Die hatten keine Klimaanlage, du konntest Fenster aufmachen und atme mal tief durch. Und dann habe ich das gemacht. Eine Minute und danach ging's. Dann hat man mir bei RTL die Sendung gegeben, Hallo Nachtarbeiter, die ging von null Uhr bis ein Uhr nachts. Und mit den Bändern, die ich da bekommen habe, den Aufnahmen bin ich dann wieder zum Süddeutschen Rundfunk. Ich bin zum Südwestfunk, hieß er damals. Und dann hat 1970 hat das dritte Programm vom Südwestfunk Heute Süddeutscher Rundfunk. Die haben eine Popwelle aufgemacht, weil sie gemerkt haben, die jungen Menschen verlieren sie. Und für diese Popwelle habe ich mich beworben und da hat man mich genommen. Und da war ich dann jeden Tag am Mikrofon.
Also da bist du dann auch auf eine Art eigentlich Journalist geworden.
Ja.
Und hast dann aber in diesem—
Ich habe ein Volontariat beim Süddeutschen Rundfunk in Karlsruhe gemacht.
Aber es muss ja in der Zeit gewesen sein, dass du auch gemerkt hast, hier so diese Messung von Medienreichweiten, das ist etwas, was noch nicht so ausgereift war, wo du eine Marktlücke gesehen hast?
Nee, das war anders. Also nach 6 Jahren war ich irgendwie verbrannt. Ich hatte das Gefühl bei öffentlichen Veranstaltungen, die Kiddies werden immer jünger und ich werde älter und ich erwische die vielleicht nicht mehr so richtig. Und dann habe ich mir überlegt, wie ich mich selbstständig mache. Und dabei fiel mir auf, das kennt man heute nicht mehr. Damals sind die Künstler auf Sendereise gegangen, um Interviews zu machen, um den Schallplattenverkauf anzukurbeln. Und da habe ich die ersten Dinge erlebt in meiner Zeit. Mit von Freddie Quinn bis hin zu Christian Anders und wie die ganzen fossilen Schlagersänger auch heißen. Und die haben wir alle interviewt und die sind dann abgegangen, wieder zum nächsten Sender gefahren und haben gedacht, okay, Job getan und die Platte verkauft sich jetzt. Ja, es gab kein anderes Medium, um den Schallplattenverkauf zu fördern. Das Fernsehen hatte keine Musiksendungen, die kamen erst später, und das Radio war Promotion-Vehikel Nummer 1 für die Musik. Und irgendwann nach 6 Jahren beim Radio habe ich mich gefragt, wer kontrolliert eigentlich, ob ich die Platte gespielt habe? Die haben mich eingeladen zum Abendessen, die haben eine Lederjacke geschenkt. Compliance gab es damals noch nicht in dem Umfang. Die haben mich nach London eingeladen, und wir sind von dem Platten- Firmen wirklich mit Geschenken zugehäuft worden. Und dann habe ich gedacht, wer kontrolliert das eigentlich? Keiner. Und da war nur die Aufgabe, einen zentralen Punkt zu finden, wo ich alle Radiosender in Deutschland finde. Es gab damals 100, ja, knapp an die 100 verschiedene Radiosender, und ich wollte die erste, zweite, dritte Programme und Und ich wollte die alle an einem Punkt touchen, damit ich die Musik, die gespielt wird von Du bist Howard Carpendale, damit ich dir sagen kann, wie oft deine Platte gespielt worden ist. Ja, und den Punkt gab es nicht. Und dann habe ich in Baden-Baden eine Station eingerichtet, dass wir Musik aufnehmen. Verteilt über die Bundesrepublik und die Bänder nach Baden-Baden und dann sitzt jemand da, saß jemand da und hat im 2-Minuten-Takt die Bänder durchgehört und hat aufgeschrieben, welche Musik gespielt worden ist. Nur ich hatte natürlich ein Problem in Deutschland, jemanden zu finden, der mir alle Stunden, 4 Stunden das Band wechselt, um die Musik des Programms ganz aufzunehmen. Es gab dann ein Aufnahmegerät für NDR 1, ein Aufnahmegerät für NDR 2 und dann für Radio Bremen und, und, und. Und da kam ich auf die Idee, es gibt nur eine Gruppe, die tagtäglich immer am gleichen Platz sitzt und die Bänder drehen kann, und das ist im Knast. Und dann habe ich die Gefängnisverwaltung angeschrieben und die waren froh, dass sie für ihre Gefangenen eine Beschäftigung finden und dann haben wir denen die Bandgeräte gegeben und die haben in der Zelle alle 4 Stunden die Bänder gewechselt und dann nach einer Woche uns die Bänder nach Baden-Baden geschickt und wir haben die Bänder einzeln durchgehört. Das war zu der Zeit für die Promoter und für die Schallplattenfirmen, die, das war Krach zwischen, ich habe einfach nur Unfrieden gestiftet zwischen dem Künstler, der Schallplattenfirma und den Promotern. Ich weiß noch, wie Udo Jürgens neben mir saß und ich ihm gezeigt habe, wie sein Titel gespielt worden ist und dann hat er gesagt, hast du mir eine Zigarette?
Weil es zu wenig war?
Ja, weil es so wenig war und die haben was ganz anderes erzählt.
Wie war denn das Geschäftsmodell? Wie hast denn du dann damit am Ende Geld verdient?
Die Plattenfirmen haben mich bezahlt. Am Anfang nicht. Da habe ich einen Kredit über 40.000 bei einer Bank gekriegt.
Was damals viel Geld war.
Ja, ja, 40.000 hat mir keiner gegeben. Ich wusste aber, dass das Limit bei 10.000 liegt. Und dann bin ich halt zu 4 verschiedenen Banken gegangen, habe jeweils 10.000 geholt. Und damals haben die halt noch nicht so untereinander kommuniziert. Keiner hat es gemerkt und so hatte ich einen Startkredit.
Und das ist das, was dann später zum Media Control wurde?
Ja, weil dann haben wir hier übrigens an der Uni Hamburg eine Technik, ist eine Technik entwickelt worden, die wir auch genutzt haben, dass wir dem Computer einen Soundtrack von 20 Sekunden vorgeben und der erkennt die Musik.
Also wie Shazam heute, die App, nur halt viel früher.
Ja, und in der Folge ist es dann so geworden, dass man die Bandaufnahmen überhaupt nicht mehr brauchte, sondern die Radiosenden anstöpseln konnte. Und ich habe dann auch mit einem Amerikaner zusammen eine Firma gehabt, mit der wir das europaweit gemacht haben.
Und das heißt, dann hast du erstmal nur Radio- und Musikauswertung gemacht, aber dann ja irgendwann Media Control immer weiter ausgeweitet. Mittlerweile macht ihr Bestsellerlisten für Bücher, für Fernsehen, für alles.
Naja, und dann, das war '77, ging es darum, ich habe selber beim Radio gemerkt, wir haben Charts gemacht und damals gab es noch Fanclubs. Jeder Künstler hatte einen Fanclub, einen möglichst großen Fanclub, ja, mit Tausenden von Mitgliedern. Und die hatten nur eine Aufgabe: auf Kommando Postkarten an den Sender zu schreiben, damit sie in die Charts kommen. Weil jeder Sender Charts gehabt hat, und die haben die Postkarten gezählt, und das waren die Stimmen für die Charts. Und habe ich gesagt, das ist ja nun auch widersinnig, ja, das ist ja Manipulation hoch 10. Und dann habe dem ZDF vorgeschlagen, dass ich ein anderes System habe, dass wir nach Verkaufshallen gehen. Und das lief auch parallel zur Musik. Da war Hans-Erhard Beierlein, der mich da reingebracht hat, dass ich die deutschen Musikcharts machen konnte. Und dann haben wir die— Dieter Thomas Heck hat, glaube ich, 1000 Mal in seinem Leben gesagt, ZDF-Hitparade ermittelt von Media Control. Das war dann der Durchbruch für die Musikcharts.
Und wie hast du das monetarisiert? Also Charts zu haben hat ja erstmal jetzt keinen—
Hat der Bundesverband bezahlt und die Plattenfirmen.
Auch die Plattenfirmen?
Ja. Okay. Und das habe ich dann ausgeweitet später auf Buch und Buch machen wir heute noch.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig, Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes. Okay, und ist denn Media Control, ich meine, ich habe mal so bei Wikipedia nachgelesen, da stand glaube ich 30, 40 Leute, also gar keine so große Firma am Ende.
Nee, die Firma ist nicht groß, aber ich glaube technologisch ganz gut unterwegs, dass wir viel machen können, weil bei der Musikcharts war es so ein bisschen schwieriger, die Verkaufszahlen von Media Markt und von jedem einzelnen Schallplattengeschäft zu erfassen. Aber dann gab es immer weniger Schallplattengeschäfte. Die Revolution ist ja da durchgerast im Musikbusiness. Dann gab es keine Bänder mehr, keine Kassetten mehr, dann gab es kein Vinyl mehr, dann gab es keine CDs mehr. Und das hat die Charts, glaube ich, und die Ermittlung von Charts, glaube ich, verändert. Ich habe mit den Musikcharts, habe das Geschäft verkauft, als ich gesehen habe, dass ich das nicht mehr ändern kann und dass es nicht mehr seriös ist, weil Musikcharts heute werden von, es sind Streaming-Charts und Streams, wie werden die gemessen und Beimischungen. Ich habe das geliebt, einfach zu sagen, hier haptisch, da wird was aus dem Regal genommen und das kann ich zählen. Und bei den Büchern können wir das heute noch so machen.
Machst du auch die Grundlage zum Beispiel für die Spiegel-Bestsellerliste? Kommt das auch von euch?
Ja, wir machen die Spiegel-Bestsellerliste und ja, eigentlich jede Buchbestsellerliste in Deutschland erscheint. Wir sind, was man zwischendurch ja auch mal liebt, Monopolist auf dem Gebiet, weil wir Amazon genauso haben wie Thalia und 9000 Buchhandlungen über ein Netzwerk angeschlossen haben, die uns täglich die Verkäufe melden.
Und ihr hattet mal zwischenzeitlich zumindest mit einem Joint Venture auch für Fernsehermittlungen, oder mit der GfK zusammen, glaube ich, oder? Also GFK, Gesellschaft für Konsumforschung, also auch Marktforschung. Du machst ja am Ende auch Marktforschung. Habt ihr euch auch ins Fernsehen mal rangetraut, ne?
Ja, aber das habe ich dann auch an die GFK verkauft.
Hat dich denn Media Control, also diese ganzen Aktivitäten in diesem Bereich, schon zu einem sehr wohlhabenden Mann gemacht, oder war das nett, aber der große Durchbruch für dich auch wirtschaftlich war dann am Ende der Tourismus?
Ja, mein Geld habe ich eigentlich Ich habe immer gut verdient und verdiene auch heute noch gut mit Media Control.
Was macht denn Media Control für einen Umsatz ungefähr, Größenordnung?
Ja, wir haben 8 Millionen.
8 Millionen? Ja. Aber es war mal höher?
Nee, wir sind da auch irgendwo gedeckelt. Das war bei der Musik genauso. Ich hätte da mehr Umsatz machen können, indem ich das Wissen, was ich habe über Verkaufszahlen, noch besser vermarkte. Aber irgendwie habe ich das als unanständig empfunden, habe gedacht, ich will einfach ein seriöser, neutraler Chartermittler sein, ohne dass ich Nebengeschäfte mache und noch, na, wo du Weltmeister bist drin, jede mögliche Kooperation anschiebe und meine Informationen reinschiebe. Schiebe. Mir ging es immer um die Reinheit der Lehre und das machen wir auch heute noch so und insofern sind wir da limitiert. Und in der Touristik, die habe ich auch 1900, auch nachdem ich beim Radio weg bin, angefangen und da habe ich gut verdient oder sehr gut verdient.
Also nochmal ein anderes Level als jetzt mit Media Control.
Ja, ja.
Media Control, wenn ich mir das jetzt im Kopf so überschlage, 8 Millionen Umsatz, Größenordnung. Die Mitarbeiterzahl ist jetzt nicht so groß und entsprechend nicht so teuer, dann wird das schon alles ganz gut funktionieren. Aber ich meine, du hast ja noch viel, viel größere Dinge gedreht. Also dann irgendwann, die Touristik ist ja ausgewachsen später in Geschäfte rein im Bereich von mehreren 100 Millionen Umsatz. Also das ist schon, schon, wie kam es denn dazu? Warum hast du also als jemand, der so ein Media-Control-Unternehmen führt, überhaupt Zeit gehabt und überhaupt den Einstieg gefunden in die Tourismusbranche?
Das kam auch noch von der Radiozeit, weil eines der Interviews, die ich geführt habe, war damals, sag mal, die Spät-68er, die in Frankreich noch übergeschwappt sind bis in die 70er rein. Das hat so alles dem Sozialismus zugeführt, ja, und auch die Touristik. Und da war das hat mich fasziniert, wie das funktionieren soll. Und habe ich ein Interview gemacht mit Le Point. Nouvelle Frontière war die andere Organisation, die gibt es heute noch. Und der Jung, das war so ein richtig Alternativer, und hat gesagt, wir sozialisieren den Tourismus. Und wie soll das gehen? Im Interview hat er einen Bierdeckel genommen, hat mal aufgeschrieben, also wir fliegen. Eine Boeing 707 kostet nach Ouagadougou, da habe ich gesagt, wo liegt denn Ouagadougou? Ja, Burkina, in Afrika, sage ich, da fliegt doch keine Sau hin. Doch, die Franzosen wollen dahin. Und die Maschine kostet, eine alte 707 kostet so und so viel und Flugzeit ist so und so. Und wir haben 270 Plätze und dann kostet der Platz so und so viel und dann schlagen wir 10% drauf. Wir sind ja sozial geprägt und dann habe ich gedacht, eigentlich ein geiles System. Dann habe ich gefragt, wo fliegt ihr noch sonst hin außer Ouagadougou? Dann sagt er nach Lima, Peru und dann dachte ich, naja, das klingt ja erfolgsversprechend. Das bietet bietet in Deutschland niemand an. Und dann habe ich neben, als ich aufgehört habe beim Radio, mir ein kleines Büro für 300 D-Mark damals gemietet und habe mich dann, habe gesagt, ich mache die Deutschlandvertretung für euch. Ich verkaufe euch jetzt die Flüge nach Lima und Ouagadougou. Und das ging mehr oder weniger gut, aber es war eine Leerzeit. Und ich war, die habe so viele leere Plätze gehabt, dass ich eigentlich selber immer nach Lima geflogen bin, nicht nach Vargadú. Aber ich hatte zum Schluss ein Büro in Lima und ich habe Leute darüber gebracht. Das sind meistens Rucksacktouristen gewesen und Abenteurer, die da nach Peru wollten und vor allen Dingen die mit einer alten 707er fliegen wollten. Und deshalb Basel, Mulhouse. Und das war dann eigentlich der Start in die Touristik.
Das heißt am Ende aus einem Radiointerview, wo dir so ein französischer Sozialist und Unternehmer gleichzeitig irgendwo erzählt hat, was er da vorhat, fandest du gut und dann hast du gesagt, okay, das mache ich jetzt hier auch. Und ich meine, aber aus diesen ersten Fingerübungen für dich jetzt sozusagen da die Flüge nach Ouagadougou und Peru voll zu machen, Ist dann ja am Ende ein Konzern entstanden.
Ja, weil es ist, ich meine, Unternehmer ist man, weil man jeden Tag darüber nachdenkt, was, welche Chancen man hat. Und dann bin ich halt irgendwann im Zeitraffer nach Düsseldorf zur LTU. Damals gab es die Fluggesellschaft LTU noch, und da habe ich eine Verkaufsleiterin gefunden, die mich mochte. Und ein Verkaufsleiter, der mich auch mochte, Achim Hunold.
Später Gründer von Air Berlin.
Später Gründer von Air Berlin. Das war dann auch weiter eine Fortführung der Geschichte. Aber jedenfalls habe ich denen gesagt, ich würde gerne, hätte gerne von euch ein Flugzeug. Ich würde gern nach Recife in Brasilien fliegen. Und dann weiß ich noch, wie sie sich umgedreht hat und auf die Weltkarte nach hinten gegangen ist und gesagt hat, zeigen Sie mir doch mal, wo das ist. Dann habe ich ihr gezeigt, wo Recife ist, im Nordosten von Brasilien. Und dann hat sie gesagt, und da wollen Sie im Flugzeug hin? Ja. Und wer trägt das Risiko? Und ich hatte einen Schweizer Freund, der gesagt hat, die Hälfte der Plätze verkauft er in der Schweiz. Dann habe ich gesagt, also die Hälfte wird in der Schweiz verkauft und die andere Hälfte verkaufe ich. Und dann hat sie mir tief in die Augen geschaut und hat gesagt, ja, Mit welcher Organisation dann? Habe ich gesagt, ich habe genügend Kontakte, ich schaffe das schon. Und das war dann eine TriStar. Ich habe die wirklich auch voll gekriegt. Die ist dann jede Woche von Düsseldorf und München nach Recife geflogen.
Und warum Recife?
Weil es der nächste Anflugpunkt in Brasilien ist. Und Recife hat schöne Strände, Und egal, ob du nach Rio fliegst oder nach Salvador, du fliegst auf der Flugroute immer über Recife weg.
Das hast du dir alles mal so selber ausgedacht und überlegt. Und dann hast du sozusagen einfach Flugzeugplätze weiterverkauft. Also du hast die da eingekauft bei LTU, am Ende einer Urlaubsfluglinie. Und dann hast du dir so ein Flugzeug gechartert, mehr oder weniger. Und dann hast du die dann mit Aufschlag durchgehandelt.
Dann habe ich die mit Ausschlag verkauft und über Telefon und habe schon ein kleines Callcenter gehabt, weil ich ja keine Reisebüroorganisation hatte, oder die haben mich alle nicht ernst genommen, ne. Und später wollten sie dann alle mit mir, aber da wollte ich nicht mehr.
Was heißt, du hast dann einfach Leute angestellt, die haben kalt bei Menschen angerufen und gesagt, Mensch, haben Sie Lust auf Urlaub in Brasilien?
Nee, ich habe Promotion gemacht für Recife und für Schweinepreise. Da sind wir schon unten in die unterste Schublade gegangen und hatten Leute angerufen.
Und wo hast du geworben? Also wo hast du die Werbung laufen lassen?
Nee, nee, ich habe keine Werbung bezahlt. Das war alles Promo.
Aber Promo heißt dann irgendwie, was war?
Ja, ich habe den Journalisten Geschichten erzählt, dass ich Reisen nach Recife habe für 6,99. Und da hat jeder eine Story drüber geschrieben.
Also PR am Ende? Ja. Okay, okay. Und dann saßt du da in Baden-Baden und hast dann irgendwie von da aus dann Flugzeuge in Düsseldorf und München vollgemacht nach Recife. Wenn man so ein Flugzeug voll macht, so eine 707, wie viele Plätze sind da drin?
Nee, das war der Dreister, der hatte 289 Plätze.
Und wenn man die voll macht, da konnte man dann da irgendwie einen Aufschlag nehmen auf den Einkaufspreis quasi.
Ja, ja, aber ich habe, ich habe so viele leere Plätze gehabt, dass ich eigentlich mit dem Geschäft gar kein— Ich habe Ehrungen gekriegt. Am Flughafen Recife haben sie mir eine Bronzeplakette hingehängt, und zum 100. Flug haben sie gesagt, ich dürfte mir was ausdenken. Und dann habe ich der LTO gesagt, ich darf mir was ausdenken. Ja, wir haben den 100. Flug. Ja, was wollen Sie denn? Dann habe ich gesagt, ich würde gerne am Flughafen Recife, wenn wir gelandet sind, alle an Bord, die am Boden arbeiten, mal einladen ins Flugzeug, in das Flugzeug, was sie immer betanken oder, oder diese die würde ich alle gerne mal einladen und dann für einen Rundflug von einer Stunde. Und dazu hätte ich gern noch die Musikkapelle, die brasilianische Musikkapelle mit an Bord. Und dann hat die LTU gesagt, okay, machen wir mit. Und dann haben wir das in Recife gemacht zum 100. Flug, sind in 3000 Fuß die Küste entlang und die Menschen hinten haben sich gefreut wie Bolle, weil sie zum ersten Mal ins so einem großen Flugzeug saßen, was sie sonst immer nur schieben oder putzen oder sonst was. Und der Pilot vorne, ich saß bei dem im Cockpit, der hat alle Angst gehabt vor Vogelschlag, weil in 3000 Fuß, der sagt, wenn uns ein Vogel ins Triebwerk fliegt, aber die haben es durchgezogen und wir haben da einen kostenlosen Flug gemacht.
Aber was war, also du hast da diese dieses, wie du gerade sagst, nicht profitable Brasilien-Business gehabt und dann die Leute da eingeladen? Was war, was war der Zweck?
Ja, ich bin dadurch reingekommen und, und da kam die nächste Stufe, weil ich mir überlegt habe, wenn man so viele leere Plätze hat, wie kann man diese leeren Plätze sinnvoll unter die Leute bringen? Und dann bin ich wieder zur LTU und habe gesagt, ich fülle euch eure, auf allen Maschinen eure leeren Plätze. Ich habe eine Idee, und das war Eltor. Und dann waren wir ursprünglich als Gesellschafter dabei, später habe ich die wieder zurückgekauft.
Wie hast du es gemacht? Also wie hast du die leeren Plätze gefüllt?
Indem ich einfach ein Netzwerk über BTX damals, über jedes Medium und über PR— ich, der Anfang von Eltor war schwierig, Aber er war vor allen Dingen, ich habe es geschafft, innerhalb von kurzer Zeit 100, knapp 150 eigene Shops in Deutschland, hier in Hamburg in der Fußgängerzone und, und, und, den gibt es heute noch, zu platzieren und ein intelligentes Computersystem dahinter zu hängen und dann haben wir Werbung dafür gemacht und vor allen Dingen PR dafür gemacht, dass Last Minute mehr als nur kurzfristig reisen ist, sondern ich habe Last Minute zur Philosophie erhoben, zur Lebensphilosophie, dass man nicht mehr lang plant im Leben, sondern die Entscheidungen fallen spontan und genau in dieses Lebensgefühl reinpasst natürlich, kurzfristig zu entscheiden, Ach Schatzi, lass uns nächste Woche doch mal nach Barcelona, Städtereise, lass uns nach Rom fliegen und lass uns gucken. Und es gab zu der Zeit keine Organisation, die in der Lage war, dieses Kurzfristige zu händeln. Und ich habe eine Technologie aufgebaut und Systeme aufgebaut, dass wir in der Lage waren, von einer Fluggesellschaft Plätze zu kriegen und die bis 3 Tage vor Abflug zu verkaufen.
Also das heißt, die ganze Idee ist entstanden aus deiner eigenen Brasilien-Erfahrung?
Genauso.
Aber das Brasilien-Ding, ich meine, 100 Mal hin und her fliegen ist ja jetzt auch schon teuer. Also ich meine, das war jetzt nicht ganz, es war jetzt nicht unprofitabel, es war nur halt sehr schmale Marge.
Ja, genau.
Und dann hast du gesagt, okay, ich muss diese Marge verbessern, ich muss das irgendwie anders machen. Und dann hast du gesagt, okay, meine eigenen Plätze alleine zu vermarkten, das macht keinen Sinn. Ich gehe jetzt zur LTU und versuche auf allen Flügen die Restplätze irgendwie zu schnappen.
Egal wo sie hinfliegen.
Und dann musstest du die auch nicht einkaufen, sondern du musstest sie einfach nur, wenn du sie hattest, wenn du Käufer hattest, dann konntest du auf Provisionsbasis den Platz weggeben.
Ja, ja, und ich hatte die, deswegen hieß die Firma oder heißt sie heute noch noch L-Tour, da ist LTU mit drin und das R drin. Und ich habe nachher einen Apostroph reinmachen müssen, nachdem die LTU da, weil Change of Control bei denen war, und die sind dann als Gesellschafter wieder rausgegangen. Und dann musste ich hinter dem L einen Apostroph machen. Aber ich hatte dadurch Zugang zum gesamten Portfolio der LDO und habe, egal wohin die geflogen sind, habe ich die Restplätze verkauft.
Okay, aber du musstest sie nicht einkaufen, sondern du musstest einfach nur gucken, wenn sie jemand hatte, dann gab es quasi einen Bonus oder eine Provision, und wenn nicht, dann nicht. Das heißt, du hattest kein Einkaufsrisiko?
Ja, kein Einkaufsrisiko.
Okay, und diese ganze Finanzierung dessen, also jetzt sozusagen diese ganzen Läden aufzumachen, von denen du gerade sprachst, hier in den Innenstädten und sowas, Das hast du selber gemacht?
Ja, die Firma hat mir dann alleine gehört, und weil ich das finanzieren konnte, die Margen waren dann, wie sagt man so, einträglich.
Und was ist nach dem her? Media Control?
Media Control habe ich immer weitergemacht.
Also das heißt parallel?
Ja.
Und das Brasilien-Geschäft hast du dann irgendwann eingestellt und nur noch Last Minute gemacht? Und das hat sich dann ausgewachsen. Zwischenzeitlich hattet ihr wie viel Umsatz? So Größenordnung im Milliardenbereich?
Ja, ja, wir waren bei 700 Millionen Umsatz.
Okay.
Und dann dachte ich, es ist eine gute Zeit, weil die TUI kam andauernd und hat geklopft, weil sie gerne sich beteiligen wollten. Und irgendwann, wenn jemand genug lang klopft, dann machst du halt die Tür auf, ja. Und dann habe ich eine Minderheitsbeteiligung der TUI gehabt über Jahre und habe aber als Unternehmer alleine entscheiden können, aber habe jetzt zusätzlich auch noch das Portfolio der TUI gehabt, um das zu verkaufen, ne.
Also nicht nur Flüge, sondern auch um Hotels und sowas.
Ja, und habe dann ein neues Produkt dazu bekommen und konnte das so weiter aufbauen. Und ja, und irgendwann wollte die TUI das Ganze haben, dann habe ich es ihnen ganz verkauft.
Aber ich meine, nur mal zum Verständnis, es war ja damals auch von den Zahlen her, was heute, was damals 700 Millionen Umsatz waren, sind wahrscheinlich Milliardenumsätze, und du hast es alleine gehabt. Und ich meine, du hast jetzt ja diese, diese Vertriebsstruktur gebraucht, aber ansonsten war das ja wahrscheinlich auch eine sehr profitable Veranstaltung, denn du konntest irgendwie dann die Plätze verkaufen, die du gar nicht selber besitzen musstest, auf Provisionsbasis. Also ich stelle mir das so ein bisschen so vor wie so heutzutage, wie so ein, weiß ich nicht, ja, Online-Provisionsmodell mit hohen Margen. Und wenn man dann überlegt, auf 700 Millionen damals eine hohe Marge zu ziehen, ist schon ein ganz gutes Geschäft gewesen.
Geschäft. Ja, ja, ja, ja. Und jedenfalls habe ich es dann an die TUI verkauft, aber jetzt saß inzwischen mein Freund Achim Honold mit seiner Air Berlin da und hat gesagt, was machen wir zusammen? Und dann habe ich gesagt, oder haben wir beide gesagt, das war auch die Idee von Achim, Wir machen Air Berlin Holidays. Und dann haben wir ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Ich hatte die Mehrheit und die Air Berlin die Minderheit. Und da haben wir ein tolles Geschäft gemacht mit Air-Berlin-Flügen, rauf und runter, egal wohin. Wir haben die Last Minute verkauft.
Aber hast du dann auch irgendwann Hotels überlegt zu kaufen?
Hotel? Nee, nee, nee, ich will keine eigene Airline, ich will keinen— ich habe selber jahrelang Jet geflogen, weil ich die Berufspilotenlizenz habe und dann selber geflogen bin.
Und aber ich wollte nie eine Fluggesellschaft, ich will auch keine Hotels haben, ich will die verkaufen, weil du auch sagst, was man heute so als Asset Light beschreiben würde, also wenig Assets oder wenig Anlagevermögen in der Bilanz zu haben, ist besser, und lieber schlanke Strukturen und sozusagen dann Plätze verkaufen oder Provision bekommen.
Ja, ja, das ist richtig. Genauso geht's.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin großer Fan von Präsenzoffice. Und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht. Und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch. Aber sag mal, so ein Gefühl dafür, wenn jetzt, also ich habe es ja gerade jetzt nur als hohe Marge beschrieben, so in so einem Gewerbe, was ist denn da eine gute Marge? Also was kann man da verdienen, wenn man so ein—
In der Touristik?
Ja, also in der Hotelvermittlung.
Entschuldigung. Ja, wenn du es gut machst, hast du 3, 4% Umsatzrendite. Mehr ist es nicht.
Ach, so wenig nur?
Ja, ja. Du musst es über Menge machen.
Ach, so wenig? Ich hätte mir da viel bessere Margen vorgestellt.
Ich habe dann nach der Air Berlin, habe ich die Eurowings Holidays aufgebaut in Kooperation mit der Eurowings. Und die habe ich dieses Jahr verkauft an die Eurowings. Die wollte das, oder macht es inzwischen selber. Und die habe ich abgeliefert letztes Jahr mit 330.000 Gästen und 270 Millionen Umsatz.
Und dann lass mich raten, bei 200 dann irgendwie 10 Millionen Ergebnisse oder sowas? 10 Millionen Ergebnisse oder so?
Ja, ja, nicht ganz.
Okay, also das heißt dafür natürlich für den Umsatz natürlich dann relativ kleines Ergebnis. Was ist so teuer? Ich meine, du hast doch eigentlich, wenn du jetzt überlegst, du hast diese Vertriebsstrukturen.
Es ist ein harter Wettbewerb, ja. Und weil durch die Digitalisierung hat jeder eigentlich Zugriff überall hin, zu Hotels und zu den Flügen.
Okay, das ist heutzutage schon überall.
Und insofern ist es da schwierig, eine Alleinstellung zu finden, ne.
Aber ich hätte jetzt gerade damals zu den guten Zeiten, als du mit LTO, da hatte ich einen besseren Markt. Da warst du ja quasi dann irgendwann auch der Einzige, dieses Konkurrent hatte. Und das muss dann besser gewesen sein, oder?
Nee, da waren es 4, 5%, ja. Und heute ist es eher geringer.
Okay, weil das Internet und die Vergleichbarkeit, das und überall Verfügbarkeit, das runtergedrückt wird.
Okay, okay. Und parallel dazu bei Media Control habe ich den Deutschen Medienpreis dann hochgezogen. Ja, ja, 1992.
Ja, also da wäre ich auch noch vielleicht drauf zu sprechen gekommen, aber ich wollte einmal kurz dieses Tourismuskapitel, weil das ja schon irgendwie sehr prägend war, diese Air Berlin Travel oder Holiday und Eurowings.
Die Grundidee war einfach, oder ist es eigentlich immer noch, noch. Darum habe ich ja jetzt die Condor Holidays gegründet. Die Grundidee ist einfach, eine Airline fliegt und wir sind ganz gut, um die Hotels zum Flug hinzuzufügen. Und das in der Kurzfristigkeit auch zu machen mit dem Know-how und mit zu sagen, wir ihr Airline gebt uns die Flüge, ich bringe das Hotel und wir machen gemeinschaftlich was und verkaufen das Produkt als Eurowings Holidays oder Air Berlin Holidays oder als Condor Holidays jetzt, das Neueste. Weil du hast so gut wie keinen Werbeeinsatz, weil in dem Moment, in dem die Airline auf einer hochfrequenten Webseite die Besucher, die alle einen Flug suchen, sowohl bei der Eurowings oder bei der Condor, indem du die triggerst und denen noch im Suchprozess ein Hotel mit anbietest, also im Idealfall, du suchst Barcelona und, und da und nächste Woche von Freitag bis Montag. Und in diesem Suchprozess kommt das schon gleich: Wie wäre es mit Hotel? 3 Sterne, 4 Sterne, 5 Sterne, Convenience, American Convenience, damit du nicht bei Hotelbetts suchen musst oder auf der Hotelseite rumsuchen musst oder auf der Airlines-Seite rumsuchen musst. Da, und durch die Airline hast du einen seriösen Namen, und die Airline macht auf ihrer eigenen Webseite, schiebt sie dir die Kunden zu.
Aber für Für sowas bräuchten die ja dich eigentlich nicht. Ich meine, das könnten die ja auch theoretisch selber bauen.
Aber sie haben das noch nicht.
Und weil es komplex ist sozusagen, die Anfragen.
Es ist komplex und wir haben einfach Technologien geschafft oder inzwischen durch die KI, die ich jetzt einsetze, geht es noch sehr viel besser, weil du musst dir vorstellen, eine Fluggesellschaft die haben über die Jahre dieses Revenue-System, wie sie ihre Flugzeuge auslasten, der hat sich perfektioniert, dass die eigentlich teilweise jede Stunde oder sogar zweimal in der Stunde den Flugpreis ändern. Und wenn du, wenn du heute einen Flug nimmst von Hamburg nach Malle, da gibt es einen im Idealfall Fall um 6 Uhr morgens, um 10 Uhr morgens, um 14 Uhr und ein noch ein Abendflug um 18 Uhr. Ja, und jeder Preis, jeder Flug hat einen anderen Preis von der Flugseite her. Und wir haben einen, das sind eine Variable. Die zweite Variable sind die Hotels. Die waren über die ganzen Jahre, waren die steady, war eine fixe Größe. Du hast einen Hotelvertrag mit der mit dem Hotel auf Mallorca gemacht für die Wintersaison von bis den Preis XY, ja. Und dann war das eine feste Größe. Aber inzwischen sind die Hotels, haben die Software angeboten bekommen, der wichtigste Mann in jedem Hotel ist der Revenue Manager inzwischen, ja, weil er letztlich die Auslastung sieht, wie sind die Buchungen bekommt und den Hotelpreis auch steuert und schaut, dass der Hotelpreis in die richtigen Kanäle geht. Es hat sich da eine völlig neue Welt gebildet, und das sind zwei Unbekannte: der unbekannte Flugpreis, der unbekannte Hotelpreis. Und deswegen habe ich als einzige Lösung jetzt nur noch die KI gesehen, die in der Lage ist, im ersten Layer die Preise zu analysieren, im zweiten Lehrjahr unseren Preisvorschlag zu machen, wo wir zu billig oder zu teuer sind, und im dritten Lehrjahr— und den Schalter habe ich vor 2 Monaten jetzt umgelegt— die Preise selber zu bestimmen. Das heißt, bei uns sitzt kein Mensch mehr, der die Preise bestimmt, sondern die KI.
Okay, aber am Ende ist sozusagen die Geschichte deines Tourismuslebens immer Vermittlung, entweder von Flügen oder von Hotels und Vertrieb. Also du bist sozusagen der Weltmeister darin, Leute zu finden und dann zu matchen mit den jeweiligen Anbietern.
Ja, und sicher auch so ein bisschen Underdog zu sein, ja, und Wartelbeißer, wie man bei uns im Süden sagt, gegen die Großen, gegen den Strom zu schwimmen und Dinge anders anzubieten und anders zu konfigurieren, als sie das machen.
Und am Ende auch PR. Also PR hat dich auch weit gebracht, ne? Also weil du sozusagen ständig da auch über kostenlos, damals in den Zeiten war es dann doch effektiver als heute, über eure Angebote gesprochen hast.
Ja gut, ich meine, das konnte ich halt aus meiner Rundfunkzeit, ja. Insofern hat es schon alles zusammengepasst, ja.
Und dann hast du irgendwann überlegt, okay, jetzt erfinde ich auch noch einen neuen Preis, also eine Veranstaltung.
Ja, weil einen deutschen Medienpreis gab es noch nicht. Da habe ich auch den Schutz drauf, dass du auf die Idee kommst, den zu machen.
Was macht der Preis? Wen ehrt er?
Ja, das war zum Schluss die Schicksalsfrage, weil am Anfang hatten wir noch eine gute Idee, dass wir eine Jury von Chefredakteuren bilden und ich hatte Stephan Aust als Vorsitzenden, der damals noch als Spiegel-Chefredakteur, als Vorsitzenden der Jury und haben denen einfach die Frage gestellt, wer hat die Welt bewegt und Menschen oder den Menschen was Gutes getan oder zum Wohle der Menschheit selbstlos. Es gab da Kriterien dafür. Ja, ich habe das 25 Jahre gemacht und 25 Jahre einen Pressesprecher gesucht.
Manchmal haben wir uns auch vergriffen, aber, und du hast ja auch irgendwie Clinton, ich glaube Obama, da waren ja Angela Merkel, alle möglichen Menschen waren ständig da.
Also ja, ja, das ging los mit Mitterrand, und an den kommt, du kommst ja nicht dann an Mitterrand, wer Mitterrand sagt, was macht das in Baden-Baden? Ja, was soll ich da?
Also französischer Minister, also französischer Präsident.
Ja, also ich war nun befreundet mit dem Sohn vom Bruder des Staatspräsidenten und der hat mir den Zugang gelegt und so konnte ich in den Élysée-Palast und konnte meine Einladung übergeben. Nicht ihm persönlich, aber seinem Büro.
Du warst ja, okay, aber das heißt, das hast du gemacht, weil es der Media Control geholfen hat, so einen Preis zu machen, oder weil du einfach so einen Preis gerne erschaffen wolltest als Lebenswerk, oder ist es ein Business?
Ja.
So ein Preis ist kein Business?
Ja.
Oder doch?
Ja, nee, nee. Ich wollte Menschen auszeichnen und ein jährliches Event machen, zu dem ich die Leute einlade, die ich für wichtig halte.
Warum? Was hat dich angetrieben?
Du, es war kein Geschäft. Ich habe kein Sponsorship angenommen, weil das ja wieder, sondern es ging alles aus meiner Tasche.
Was hat so ein Medienpreis gekostet jedes Jahr?
300.000.
Aber das hast du gemacht, weil du es einfach gut fandest?
Ja, weil ich das für wichtig gehalten habe.
Und dann kam Mitterrand und dann ein paar andere Namen, wer noch so kam?
Ich meine, da kannst du die Liste durchgehen. Die, wo ich persönlich hängen geblieben bin und auch eine persönliche Beziehung hatte, war Mandela. Mit dem, da war ich, für den war ich x-mal in Südafrika und jedes Mal, wenn er in Europa da war, und eine persönliche, lange persönliche Freundschaft mit Clinton. Und jetzt zuletzt mit Oma Emma.
Und ist ja verrückt eigentlich, dass solche Menschen dann deinem Ruf nach Baden-Baden folgen und dann vollzünden.
Es kriegt auch so eine gewisse Eigendynamik, wenn du sowas anfängst. Das weißt du vielleicht von deinem eigenen Open-Air-Festival. Wenn du das mal auf einen gewissen Ruf gezogen hast, dann brauchst du nicht mehr viel zu sagen, dann kommen die Leute. Und das hast du dann jahrelang gemacht, aber irgendwann hat es dann auch keinen Bock mehr gehabt.
Wirklich?
Ja, ich habe, ich habe gedacht, die 25 mache ich voll und dann ist mal Ende im Schacht.
Okay, und ich habe noch auf meiner Liste auch noch stehen, irgendwann in dieser Zeit, also nicht nur, dass du diesen Preis erfunden hast, Sondern du, HLX hast du auch noch was mit zu tun, ne?
Ja, ja, ist aber eine Touristik-Tochter, die so zum Konglomerat gehört.
Okay, also wie viele Firmen hast du in deinem Leben wohl gegründet, so Größenordnung?
Ja, in der Touristik habe ich verschiedene Firmen, weil wir in der Schweiz die Reisen produzieren. Da gibt es die Holidays AG und das so.
Also wir reden von 20, 30 verschiedenen Firmen, die so gemacht hast?
Ja, in der Blütezeit waren es schon 20. Inzwischen versuche ich zu konsolidieren, weil man merkt, es will man anders sagen, dass man 20 Bilanzen schreiben muss. Was war die erfolgreichste aller Zeiten?
Welche Firma war die erfolgreichste aller Zeiten? Das war dann schon die Eltur, ne?
Welche?
Die Eltur.
Die erfolgreichste vom Verkauf her?
Ja, oder generell vom Unternehmenswert, dass man erschaffen hat? Oder da habe ich jetzt wirklich am meisten bewegt, war schon die Eltur. Und danach kam dann als Nächstes einer von den anderen Reisefirmen, oder kam dann—
ja, dann kam Air Berlin Holidays und dann kam Eurowings Holidays und jetzt die Neugründung in diesem Jahr, Condor Holidays.
Okay, das hast du jetzt also noch mal gerade neu gegründet, weil du denkst, das Modell kann man noch mal machen mit Condor jetzt?
Ja, weil ich glaube einfach, dass man mit KI Das fasziniert mich einfach, wie ich das in der Reisebranche einsetzen kann, was wir damit machen können, wie wir mit wenigen Menschen, mit wenigen Menschen das bewegen können.
Also im wahrsten Sinne des Wortes bewegen, weil du bewegst dann ja die Leute sozusagen richtig rund um die Welt.
Ja, es gibt so ein Ich weiß nicht, ob du das schon gemacht hast. Es gibt eine App, wo du angeben kannst, in wie vielen Ländern der Welt du schon warst.
Das wollte ich gerade fragen, weil ich meine, wenn ich höre, das so raus.
Und ich bin bei 93.
Bei 93? Ja. Und ich meine, du warst ja zigmal in Brasilien oder so.
Ja, ja, und ich bin über knapp 15 Jahre lang, bin ich mit meinen Kindern jedes Jahr, habe ich Vater-Sohn-Urlaub gemacht und ich habe immer das Bedürfnis gehabt, ihnen noch was Verrückteres zu zeigen. Und also zum Schluss konnten wir das dann nicht mehr steigern. Bhutan war dann schon mal das, also für mich auch das Eindrücklichste und aber am schwierigsten zu organisieren. Aber das habe ich schon auch planvoll gemacht, in der Welt rumzukommen.
Ich hatte letztens eine Situation, die ihr wahrscheinlich alle kennt. Ein bestelltes Geschenk kam einfach nicht an. Status im Tracking? In Zustellung? Was macht man, wenn es langsam eng wird? Wahrscheinlich verbringt man viel Zeit in Service-Hotlines. Aber mit unserem heutigen Partner ElevenLabs könnte das auch so laufen: Hi Philipp, hier ist dein ElevenLabs-Agent.
Geht es um deine Bestellung?
Ja, die ist immer noch nicht da. Hm, lass mich das kurz checken. Ah, dein Paket hängt wegen einer falschen Hausnummer wohl im Verteilerzentrum.
Ich habe die Adresse korrigiert und deine Zustellung auf Express geändert. Soll ich dir die Bestätigung direkt aufs Handy schicken?
Das klingt gut, aber kannst du kurz erklären, wie das möglich ist? Ich bin einfach kein isolierter Chatbot.
Ich bin mit der Warenwirtschaft, dem CRM und den Logistikpartnern vernetzt. Ich muss dir keine Rückfragen stellen, Ich schaue einfach selbst in die Daten.
ElevenLabs Agents lösen so über 80% der Anfragen im Erstkontakt. Wir sind 24/7 erreichbar und sprechen dazu noch über 70 Sprachen fließend. Und Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Klarna und Revolut nutzen ElevenLabs, um ihren Support radikal zu beschleunigen. 75% aller Fortune 500 Enterprises setzen bereits auf diese Effizienz. Wenn dein Support in Zukunft auch durch intelligente Lösungen begeistern soll, führt an ElevenLabs kein Weg vorbei. Starte jetzt unter elevenlabs.io/omr. Und ja, auch meine Stimme wurde mit ElevenLabs erstellt. So ein Unternehmerleben wie bei dir, ich finde das immer, also versuche es so ein bisschen zu verstehen, wie macht man das? Viele, die jetzt zuhören, würden das ja auch gerne erleben, also diese Reisen und diese Abenteuer. Vorher im Geschäftlichen dann auch dabei, wohlhabend zu werden. Was war denn so deine besondere Fähigkeit? Ich habe gelesen, du wurdest auch mal von der Zeit, glaube ich, als der beste Netzwerker des Landes beschrieben. War es das Netzwerken? War es sozusagen, welcher Skill war es? War es diese Software zu entwickeln und diese Analyse oder diese Präzision im Nachdenken? Wie kriege ich jetzt eine beste, bestmögliche Lösung hin, um so Restplätze— war es eine Kommunikationsfähigkeit im Sinne PR zu machen, deine Projekte anzuschieben. Was war es? Was ist es?
Ich will mich da selber nicht loben, aber ich bin einfach neugierig auf die Welt und ich liebe den Menschen. Das ist die Grundvoraussetzung. Nicht, dass man Geschäfte und Geld machen will. Zunächst musst du mal die Menschen lieben. Damit du empathisch auch einen Zugang kriegst und in der Lage bist, Menschen zuzuhören, was sie wollen, dann machst du auch das Richtige. Das ist der wichtigste Punkt. Und wenn du die Menschen liebst und nicht ganz quer bist, dann bist du auch ein guter Netzwerker. Und weil die wissen, dass du ein Honnes bist. Also bei Clinton hat mal irgendwann zu mir gesagt, du bist der Einzige, oder er hat gesagt, einer der wenigen oder sogar der Einzige, der mich noch nie um einen Gefallen gefragt hat.
Aber worüber redet man mit so einem Clinton oder so einem Obama? Ich meine, das sind ja jetzt so Weltfiguren und jetzt trudeln die bei dir in Baden-Baden ein und finden dich wahrscheinlich auch spannend, weil du ein erfolgreicher Unternehmer bist. Aber man braucht ja dann auch schon so eine Basis, also zu reden.
Ja, also mit Clinton bin ich, ich habe Hunderte von Reden von denen gehört, weil ich, was die Frau sagte, ich habe einen eigenen Jet gehabt und als Clinton aus dem Weißen Haus ist, hat er kein Flugzeug mehr gehabt. Dann kam er nach Europa Ich weiß noch, so eine Buchtour. Der hat ein Buch dann, also Office verlassen, hat ein Buch rausgebracht und dann musste er eine Buchtour durch Europa machen und dann hat er mich gefragt, ob ich ihn fliegen würde und dann habe ich gedacht, na gut, ich habe halt nur 6 Plätze hinten, aber wenn das reicht und dann sagt er, ist kein Problem. Dann saß er bei mir hinten. Ich habe das als Pilot noch fotografiert, hat eine Zigarre in in Amerika ist es ja total verpönt und darf er nichts machen, aber bei mir im Flieger konnte er das machen, hat er eine Zigarre kalt geraucht, ne, die nuckeln nur an der Zigarre und rauchen die kalt und hat da seinen Spaß gehabt und nebendran saß einer vom Secret Service und hatte die Knarre da in der Hüfte, da musst du zuerst mal seinen Secret-Service-Ausweis und dann saß der Assistent und dann das Gepäck hinten drin und so haben wir dann die Buchtour durch Europa gemacht und ich habe jede Rede gehört von ihm und als wir dann bei der letzten Station in Madrid angekommen sind, inzwischen hat er so viel gekauft, er kauft gern so auf Flohmärkten und geht in jede Stadt und guckt, was er da an Geschenken kaufen kann und es ist ihm so viel geschenkt worden, Da war meine Maschine hoffnungslos überladen und wir waren am Limit. Und in Madrid war Empfangskomitee, roter Teppich und die Fahrzeugkolonne, 7 Fahrzeuge und Secret Service Guys standen darum. Und wir haben die Tür aufgemacht, weil das Gepäck habe ich dann vor der Tür gelagert, weil sonst hätten die hinten nicht mehr sitzen können. Und dann ging die Tür auf und ist erstmal das Gepäck rausgepoltert. Da haben natürlich alle sich gewundert, was da abgeht. Aber ihm hat es Spaß gemacht, sodass ich das, als Hillary ihr Buch dann geschrieben hat, die habe ich, Hillary und Chelsea habe ich dann auch geflogen durch Europa und habe mal die Reden angehört und einfach auch die Art, wie die reden. Und bei Obama war das letztlich genauso.
Und obwohl du in allen möglichen Ländern gewesen bist und jetzt alle möglichen Sachen machen könntest, wohnst du weiterhin in Baden-Baden?
Ja.
Weil es am schönsten ist?
Ja, es ist schön, immer wieder nach Hause zu kommen, ne. Und da sind meine Kinder aufgewachsen, die wohnen aber auch nicht mehr in Baden-Baden. Da lebt auch meine Frau und auch seit 22 Jahren und Wir haben, wenn du so willst, unsere kleine bürgerliche Idylle da.
Hast du noch also so Pläne? Also wenn jetzt, du bist 78, ne? Ja, ja. Und was kommt noch so in den nächsten Jahren?
Ich meine, der Stadt Baden-Baden fühle ich mich schon auch verpflichtet.
Du bist auch Ehrenbürger.
Durch die Ehrenbürgerschaft, ja, weil die es seit 1880 ja nur 31 Ehrenbürger hatten, war das eine besondere Auszeichnung für mich. Und deswegen mache ich jetzt eine Eisbahn für die Kinder und versuche mich halt einzubringen, dass ich nicht nur da lebe, sondern dass ich auch Teil der Community bin. Das beschäftigt mich. Und ansonsten gehe ich gerne raus und komme gern wieder zurück. Also das muss man mögen. Ich habe Schwierigkeiten, Mitarbeiter für Baden-Baden zu finden, weil Technologie sitzt in Karlsruhe durch das Digitale, durch die Lehrstühle, die da sind. Und Und dann habe ich einfach auch ein Problem, das habe ich bei dir hier im Flur auch gesehen, dass am Freitag keiner mehr da ist. Macht dich das als Unternehmer nicht verrückt?
Ja, also es arbeiten ja einige von zu Hause, hoffe ich, oder gehe ich von aus, weiß ich auch. Und ansonsten, ja, wäre ich natürlich auch lieber mit mehr Leuten hier. Das ist schon klar.
Du kannst es als spießig sehen, aber ich bin Unternehmer, ich muss jeden Tag im Büro, ich muss mit den Menschen reden können und mit dem Team, und Interaktion und Sozialisation gehört einfach dazu. Und ich habe, weil mich das so ärgert, habe ich gedacht, so, jetzt drehen wir den Spieß mal um, und habe den Mitarbeitern bei einer Betriebsversammlung gesagt, ich mache einen Deal mit euch. Jeder von euch kriegt 400 Euro mehr im Monat und ihr verpflichtet euch, von 2 Homeoffice-Tagen auf einen mitzugehen und nur einmal im Monat den Montag zu nehmen und einmal im Monat den Freitag zu nehmen. Okay, nur eine hat es angenommen, die anderen haben es nicht angenommen.
Also wollten das Geld nicht haben?
Nee, nee, wir sitzen als Unternehmer auf der falschen Seite des Flusses im Moment. Und es erschüttert mich einfach, wenn die Arbeitslosenzahlen jetzt so hochgehen und, und die Wirtschaft nicht in Schwung kommt. Und, und wir müssen das— wir brauchen Unternehmer in diesem Land, unternehmerisches Denken und Menschen, die bereit sind, was zu leisten und auch Spaß daran haben.
Du bist ja eigentlich auch durch Zufall Unternehmer geworden, wenn man überlegt, also Schreinerausbildung, dann hast du eigentlich erst irgendwie eigentlich Radiomoderator werden wollen, das mit großem Druck versucht oder gemacht, und dann bist du ja so eigentlich reingestolpert in Unternehmerstätigkeit.
Ja, so ist es.
Und jetzt, ich meine, hättest du jemals die Möglichkeit, ich glaube, du bist ja auch gelistet auf der Liste der wohlhabendsten Deutschen und sowas, dass das alles dir Bullshit.
Bullshit? Ja.
Hättest du nicht gedacht?
Ja, auf die Liste zu kommen.
Ja, das war so ein Zufall.
Die Frage, wie die das zusammenrechnen, wahrscheinlich bist du auch drauf, ne?
Ne, ne, ne.
Die rechnen die Bilanzen von irgendwelchen Unternehmen zusammen. Ich will in der Hitparade nicht sein.
Aber okay, vielleicht ist es trotzdem zutreffend.
Und was?
Vielleicht ist es trotzdem zutreffend. Vielleicht ist es ja—
Du, wenn du mich jetzt nach meinem Vermögen fragst, sage ich dich nach deinem.
Also meins sind wir irgendwie hier. Alles was ich habe ist hier. Du kannst ja alles sagen.
Ja ja ja. Ich habe das gekauft. Ich habe das sage sage ich ja auch ja.
Ah gut, dann mache ich das nicht. Dann mache ich das nicht.
Okay.
Also kann ja jeder selber gucken, was was er da vermutet. Aber ich glaube, du hast schon sehr sehr gute Deals gemacht in deinem Leben und bist da extrem weit gekommen.
Also ist ja schon irgendwie auch ein ja und man muss auch wenn wenn man was hat, muss man auch sozialverträglich damit umzugehen. Mich stört es einfach auch in dieser digitalen und Internetszenerie, wie teilweise da Protz herrscht und wie man das— das geht nicht gut. Du erzeugst Neid und Missgunst und nochmal, du musst den Menschen lieben, du musst anständig mit dem Menschen umgehen, gehen und du darfst und du musst auch was zurückgeben. Und deswegen habe ich United Charity vor 10 Jahren gegründet mit meiner Frau, die das ganz toll macht. Und kennst du United Charity?
Ja, was macht ihr da?
Ja, die Idee habe ich aus Amerika. Du bist berühmt, bist vielleicht Philipp Westermeyer. Jeder möchte ein T-Shirt von dir haben, ja. Du hast, und dann signierst du dein T-Shirt und du willst das Kinderhilfswerk hier in Hamburg unterstützen oder ein ganz bestimmtes Projekt in deiner Straße oder von deinem Kindergarten. Und dann gibst du uns dein T-Shirt und wir versteigern das meistbietend und geben dir den Erlös. Und das Ding funktioniert. Wir sind Europas einzige und größte Internetplattform für Wohltätigkeit. Und am tollsten geht es mit Fußballtrikots. Also wir haben das letzte Trikot von Thomas Müller signiert. Wir haben das erste Trikot Co. jetzt vom neuen Verein und wir machen Meet and Greet mit Stars. Weil jeder Künstler oder alle, die in der Öffentlichkeit stehen, haben Hunderte von Fragen. Könntest du nicht da helfen, da helfen, da helfen, da helfen? Du kannst es gar nicht machen und du kannst auch dein Geld nicht so verteilen, ja, wie ein Samariter. Und dann ist es einfach eine Zwischenlösung, dass du dein Jackett mal hergibst, das signierst, wenn du Jogi Löw bist und die Sterne hier vorne drauf sind. Und dann kriegt die Kinderkrebsklinik in Freiburg, wo Jogi wohnt, eben dann ein paar tausend Euro überwiesen.
Also am Ende eine Abwicklungsplattform für, sagen wir mal, Vermittlungsplattform für in dem Falle einmalige Objekte, sozusagen, und die dann gespendet werden, wo hinten raus dann Spendenorganisationen angeschlossen sind.
Und wir halten einen kleinen Teil, ich habe es über 10 Jahre voll selber finanziert und jetzt behalten wir ein bisschen was ein unter den Selbstkosten. Müssen, damit es noch attraktiv bleibt.
Karl-Heinz, vielen, vielen Dank für die Geschichten, die Anekdoten, die Zusammenfassung. Du hast ja anfangs gesagt, du machst sowas nicht so gerne. Ich finde es aber einfach extrem hörenswert, auch inspirierend, wenn man so hört, da kommt so ein Typ, der ist dann irgendwie einfach auf die Idee gekommen, wir fliegen mal nach Recife oder wir machen das jetzt mal so oder ich mache jetzt hier einfach mal Promo, ich gründe jetzt mal so einen Preis, das finde ich jetzt spannend und dann lade ich mal irgendwie Obama ein und 100 Mitte-Roller hin. Also was du da alles so entwickelt hast, hast du auch glaube ich am Ende einfach geile Themen getroffen. Man braucht immer so ein bisschen Glück, dass man zur richtigen Zeit dann auch sowas erwischt wie jetzt LTU damals, die große Fluggesellschaft, die dich denn da rangelassen hat an ihr Inventar und dass das gerade so war. Aber irgendwas ist immer, also irgendeine Chance gibt es immer. Und ich finde das, also ja, weil man mehr Unternehmer braucht, ist es einfach cool, wenn dann auch welche, die schon viel gemacht haben, das erzählen. Vielen Dank.
Vielen Dank.
Ja, alles klar. Ciao, ciao. Danke dir. Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt es jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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