Deutschlands größte Audio-Marke: Teufel-CEO Sascha Mallah (#931)
12 Aug 2026 · 69 min
In this OMR Podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Sascha Mallah, CEO of German audio brand Teufel. Mallah recounts Teufel's origins as a 1979 Berlin-founded, direct‑to‑consumer (D2C) speaker company that sold via catalogs and early internet, and explains how the brand survived multiple private‑equity ownership cycles. He describes the financial restructuring that allowed the company to stabilize after a debt breach, his rise to CEO, and the subsequent growth to a €160‑170 million annual turnover with double‑digit EBITDA. The conversation covers Teufel's expanded product portfolio – traditional speakers, headphones, Bluetooth devices, home‑cinema systems, and a new sustainable, repairable Bluetooth speaker – and how the brand differentiates itself from giants like Apple by offering comparable sound quality at lower prices. Mallah details the sales mix: over 80 % of revenue comes from the company’s own web‑shop, complemented by a network of seven profitable flagship stores in Germany, Austria and Vienna, and a cautious international push (US partnership with Fender, presence in Benelux, France, Poland). He discusses marketing tactics (content, comparison tests, influencer ambassadors, community events, YouTube channel), the importance of relevance and referrals, and the shift toward a more gender‑balanced audience. The interview also touches on Teufel’s use of AI in product development, software, customer service and marketing, as well as sustainability efforts such as Cradle‑to‑Cradle certification and modular design. Finally, Mallah outlines future growth levers – store expansion, deeper international penetration, and the expectation that the current private‑equity owner will eventually exit, positioning Teufel for a potential sale or new strategic investor.
Chapters
In meiner Kindheit, also 80er und 90er Jahre, gab es noch einige relevante deutsche Elektronikmarken. Grundig, Loewe, Blaupunkt, Telefunken. Mittlerweile sind die alle mehr oder weniger weg. Zumindest die Geschäfte sind weg. Hier und da gibt es noch mal eine Marke. Nur eine hat überlebt, und zwar Teufel. Ehrlicherweise war mir die damals gar nicht so präsent, aber sie gehören in diese Kohorte rein. Wurden auch in den 70er Jahren gegründet, aber sie waren schon immer D2C, also Direct-to-Consumer, und haben damals über Kataloge und später übers Internet verkauft. Und möglicherweise ist das schon mal einer der Gründe, warum es sie noch gibt. Jedenfalls haben die mittlerweile einige Private-Equity-Rotationen überlebt und der CEO hat mir erklärt, wie sie das alles gemacht haben. Wie sie es vor allen Dingen auch schaffen, sich gegen diesen absoluten Goliath, gegen Apple AirPods weiter zu behaupten. Die sind nämlich mittlerweile neben dem Bereich Lautsprecher auch im Bereich Kopfhörer ziemlich stark unterwegs. Hardcore-Fans, die sich das Logo tätowieren lassen und vor allen Dingen ganz, ganz viele Stores. Setzen sehr, sehr stark auf Stores. Über all das Haben wir gesprochen mit eben dem Sascha Maller. Wie geht's weiter? Was ist das Endgame für die Firma und wo kriegt er die Firma in den nächsten Jahren noch hin entwickelt? Vor allen Dingen aus dem eigenen Cashflow. Jetzt also rein ins Gespräch mit dem CEO von Teufel, Sascha Maller. Auf geht's!
Let's go!
Go, go, go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
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Hi, freut mich hier zu sein.
Also bei dir sind es jetzt Teufellautsprecher geworden, aber du bist ein Kind der Branche eigentlich. Du bist groß geworden im Bereich Electronics.
Genau, von Tag 1 und nach dem Studium angefangen bei einem Travel Retailer, der an Flughäfen Consumer Electronics verkauft.
Also nicht Heinemann, könnte man ja meinen. Wir haben ja den Max Heinemann schon mal hier gehabt von den Heinemann-Flughäfenhändlern, aber ein anderer.
Ein anderer, einer, der sich eben nur auf Consumer Electronics fokussiert hat, ein niederländisches Unternehmen. Kapi in Amsterdam. Dort habe ich angefangen, für die Shop-in-Shop-Systeme aufgebaut mit den Heinemanns dieser Welt sozusagen und ein paar anderen in Europa, in Nordafrika. Und so kam ich immer mehr in Kontakt mit Consumer Electronics und habe natürlich dann auch die Leute dort von den Unternehmen kennengelernt. Und nach 3, 4 Jahren hatte ich Interesse, mal was anderes zu sehen, und bin auf die Markenseite gewechselt zu Harman. War für die in England erstmal als Business Controller kurz.
Was haben die verkauft im Wesentlichen?
Harman International ist der Mutterkonzern damals gewesen. Die haben Marken wie JBL, Infinity, Harman Kardon, AKG und dann also auch schon Kopfhörer, Bluetooth-Lautsprecher, Heimkino, Stereo, also HiFi, im Endeffekt das komplette Spektrum an Audiokategorien. Dann haben die noch zwei weitere Business Units Automotive, verbauen dann sozusagen die Komponenten in Autos. Und Professional Audio ist dann alles, was man im Tonstudio benutzt oder auf Konzerten.
Und dann hast du es eine Weile gemacht und dann ging der logische Schritt dann weiter zu Teufel.
Genau, dann war ich bei Harman nach dreieinhalb Jahren, bin ich weggegangen aus England, wurde Teil des Managementteams von Europa, habe da die EMEA-Plus-Region verantwortet, habe viele Länder gesehen, war viel unterwegs, zu viel unterwegs und habe dann irgendwann gedacht mit meiner Frau, es macht vielleicht Sinn mit einem kleinen Kind zu Hause auch mal öfters zu Hause zu sein, muss ich ändern. Und wir hatten noch andere Pläne, aber am Ende des Tages wurde es Teufel und wir sind nach Berlin gezogen, aus Holland damals dann nach Berlin gezogen. Und ich muss sagen, es war die beste Entscheidung meines Lebens. Also jetzt 13 Jahre vor Ort, 13 Jahre für Teufel, angefangen als Verantwortlicher für alle kommerziellen Themen, für die Marke, für D2C, für den ersten Store, Kundenservice etc.
Und auch, glaube ich, bist du ja tief im Private-Equity-Game drin, denn ihr seid, glaube ich, in der dritten Rotation, wo die Firma verkauft wurde von verschiedenen PE-Fonds, von einem anderen sozusagen.
Richtig, ja. Ich bin reingekommen, da war der zweite PE gerade Eigentümer, ein britischer PE. Das war eine recht Interessante Zeit. Ich hatte gleich einiges zu tun, und zwar nicht unbedingt das, was mehr Umsatz bringt, sondern was die Berater von mir haben wollten. Wir hatten eine finanzielle Herausforderung, und da musste das eine oder andere verbessert werden, sage ich mal.
Also auch Personalreduktion, oder?
Das nicht, aber wir hatten einen Breach, und das habe ich sozusagen erst erfahren, wie ich ins Unternehmen gekommen bin. Ein Government Breach, sozusagen die Finanzierungsrichtlinie wurde gerissen. Und dann muss man eben bestimmte Dinge liefern und mit den Beteiligten, sowohl damals mit dem Eigentümer als auch mit den finanzierenden Banken, einen neuen Vertrag aufsetzen unter bestimmten neuen Konditionen, damit sie weiterfinanzieren.
Genau, also weil die Verschuldung höher als geplant, sozusagen.
Genau, ja, oder genau, Verschuldung war höher als geplant, oder Performance ist langsamer vorangeschritten als geplant. Und das haben wir dann gemacht und es hat gut funktioniert. Und nichtsdestotrotz wurde ich dann 3 Jahre später, kam ich in die Position, Geschäftsführer zu werden von Teufel.
Was heißt, dein Vorgänger hat das dann nicht so schnell umsetzen können?
Hat nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat. Und ich war mit dem Eigentümer, also mit dem PE, sehr gut in Kontakt und Das sind ja alles sehr smarte Leute, die haben dann irgendwann mir die Frage gestellt, wie ich es denn selber machen würde, wenn ich die Möglichkeit hätte. Dann habe ich denen so einige Sachen präsentiert, wir haben ein paar Runden gedreht und so kam das eine zum anderen. Und dann gab es irgendwann mal so ein D-Day, da wurde dann eben auch genau das gemacht. Da wurden zwei Abteilungen geschlossen, diverse Leute mussten gehen und ich wurde Geschäftsführer. Und ein Großteil meines aktuellen Managementteams, die damals schon dabei waren, sind sozusagen in die Managementpositionen aufgestiegen. Okay. Und seitdem habe ich ein wahnsinnig starkes Managementteam und wir meistern die Situation mal Teufel bis heute.
Also ihr habt es ja ganz gut hinbekommen. Also ich glaube, Wachstum ist ein bisschen schwächer in den letzten Jahren, aber zumindest ist es irgendwie dann erstmal richtig gut losgegangen. Corona war relativ Großer Peak, glaube ich. Müssen wir gleich mal drauf einsteigen. Vielleicht bevor wir dazu kommen, die Historie von Teufel ist ja so auch ganz ungewöhnlich. Ein Unternehmer aus Berlin, den wir beide kennen. Ich habe ihn mal wirklich privat kennengelernt, über Umwege, wirklich sehr, sehr zufällig über Immobilien, die er besitzt oder damals besessen hat irgendwie. Da bin ich mal reingeraten. Jedenfalls ein Typ aus Berlin. Hat so Bausätze, glaube ich, verkauft für Lautsprecher in den 80er Jahren oder so, ne?
Ja, richtig. Peter Tschimmel hat Lautsprecherteufel 1979 gegründet in Wilmersdorf, ist eigentlich Jurist. Ich weiß gar nicht, ob er jemals als Jurist gearbeitet hat, aber er war auf jeden Fall schon immer HiFi-Fan. Und wie wir vorhin ja auch im Vorgespräch gesagt haben, er hat da seine bestimmte Art, und da kann er relativ rigoros sein. Und er hat einfach gesagt, das, was er zahlen möchte für eine bestimmte Qualität an Audioprodukten, gibt's so nicht, also macht das selber. Und hat dann angefangen, Komponenten zu entwickeln. Das heißt, für diesen Bausatz hat man damals bei Teufel Hochtöner, Mitteltöner, Tieftöner, Frequenzweiche, Kabellage, Dämmmaterial und solche Sachen kaufen können und hat dann aber sein Gehäuse zu Hause oder wo auch immer in der Werkstatt selber gebaut. Also geschnitzt, gesägt. Wir haben auch einige, die haben die aus Stein gebaut. Also die wirklich spektakulärsten Designs kommen da raus. Und das hat Peter wahnsinnig erfolgreich umgesetzt, und zwar nicht nur in seinem kleinen Store in Wilmersdorf, sondern er hat dann auch diese Komponenten von Schweden bis Griechenland verkauft in Fachgeschäften. Mehr als 200 hatte er beliefert.
Also selber darum gefahren am Anfang?
Genau, er ist da, hatte mir erzählt, dann selber auch rumgefahren mit dem Auto, hat die Kunden besucht und neue Produkte vorgestellt. Das ging in den 80er Jahren eine Zeit lang und dann war die Nachfrage nach fertigen Lautsprechern immer größer, und das hat er dann auch bedient. Also es gab dann die ersten vollumfänglichen Teufellautsprecher. Das hat aber auch dazu geführt, und sicherlich noch einige andere Gründe, dass der Weg in den klassischen Fachhandel irgendwann aufgehört hat, auch aus finanziellen Gründen. Man muss es sich so vorstellen: Man hat ein Gerät bei einem Fachhändler stehen, und das steht da erstmal gratis. Zeigen, dass man das demonstrieren kann und sowas. Und nachdem Peter da gut expandiert hat und immer mehr Produkte rausgebracht hat, waren natürlich die finanziellen Auslagen immer größer. Und das kam dann irgendwann dazu, dass er Anfang der 90er das gesamte Modell umgeworfen hat und gesagt hat, das kann und möchte ich mir nicht mehr leisten. Und hat seine Händlerpreisliste in die Tageszeitungen in Deutschland abgedruckt und hat das Wort Händler durchgestrichen und drüber geschrieben Verbraucherpreisliste. Das heißt, die Preise, die damals der Händler bekommen hat, hat jetzt der Endverbraucher bekommen. Das war natürlich in der Branche ein Erdbeben. Davor hatte er natürlich alle Marken als Konkurrenten, jetzt hatte er alle Händler als Konkurrenten auch noch gleichzeitig. Hat sich da Ich würde sagen, bis heute das Leben nicht leicht gemacht, aber es hat trotzdem sehr gut funktioniert. Und Sie haben dann angefangen, klassischen Mailorder-Versand, die Bestellungen aufzunehmen per Post, per Telefon, per Fax bis 1997. Dann haben Sie Ihren ersten, Ihre erste Online-Präsenz gestartet, wahrscheinlich mit einer relativ statischen Webseite. Da konnte man dann die Produktbilder und Spezifikationen sehen, wahrscheinlich mit einer Page-Ladezeit, die jenseits von Gut und Böse ist, mit einem Modem wahrscheinlich zu Hause noch. Und dann konnte man das Bestellformular sich runterladen und ausdrucken und dann ausfüllen und dann wieder per Post oder per Fax ins Office schicken. Und so wurden dann die Geräte den Kunden oder Kundinnen zugestellt. Und das war für uns der Anfang unserer Online-Präsenz. Und das machen wir natürlich bis heute. Das ist unser Steckenpferd.
Also ihr seid im Wesentlichen ein Online-Händler sozusagen.
Genau.
Oder nicht Händler, sondern Produzent. Also online D2C. Am Ende D2C-Brand. Ihr produziert selber mittlerweile auf einem Umsatzniveau von etwas unter 200 Millionen so ungefähr.
Wir sind so zwischen 160 und 170 Millionen. Corona war auch noch mal der Peak.
Da war es noch ein bisschen drüber.
Da war es unter 200 immer noch, aber knapp drunter. Das war eine wahnsinnig spannende Zeit. Genau, jetzt die letzten Jahre, wie wir alle wissen, herausfordernder.
Aber würdet ihr auch sagen, dass sozusagen der Umsatzrückgang nach Corona, liegt das dann an Konjunktur oder haben dann alle erst mal sich die Schränke vollgestellt mit Lautsprechern und Kopfhörern und es reicht erst mal? Oder wie muss man das jetzt erklären?
Ganz zu Anfang war es sicherlich auch so, dass viele Käufe vorgezogen wurden, weil natürlich alle waren zu Hause und wussten dann auch nicht, was mit dem Geld anzufangen ist. Aber das dauert natürlich mittlerweile viel zu lange. Also das ist sicherlich durch die Konjunktur, durch die Unsicherheit in den Märkten und alles, was in den letzten Jahren so passiert ist, führt es dazu, dass die Kundinnen und Kunden nicht regelmäßig neue Produkte kaufen, so wie es in der Vergangenheit war. Wir haben ja keine Daily Essentials, die wir verkaufen, sondern es sind ja am Ende des Tages Luxusgüter. Und das merkt man, das merkt man auf jeden Fall. Die Leute sind interessiert, aber sind auch sehr kritisch, ob es nötig ist, das jetzt zu kaufen oder vielleicht auch noch mal einen Monat oder ein halbes Jahr zu warten.
Es gibt ja auch heftige Konkurrenz mit AirPods und Beats und was es alles an Kopfhörern mittlerweile gibt. Also es ist ja nur noch wirklich, also auch an Lautsprechern generell, das ist jetzt ja kein, man hat jetzt nicht so richtig, ich erkenne von aus der Ferne gar nicht so den einen Edge, wo man sagt, okay, Das hat jetzt nur Teufel.
Vollkommen richtig. Es ist ein bisschen Red Ocean, würde ich sagen. Sehr viele, sehr große Multinationals, die in dem Segment tätig sind, sehr professionell. Aber das sind wir mittlerweile eben auch. Also die letzten 10 Jahre plus haben sehr, sehr viel verändert bei Teufel und wir spielen in derselben Liga wie die Big Boys und das relativ gut. Aber einfach ist es auf gar keinen Fall.
So ein AirPods, was machen die für einen Umsatz, so zu schätzen?
AirPods in Europa, die haben so circa 80% des Headphone-Markts, also 15 bis 20 Milliarden.
Muss man sich mal klammern.
AirPods nur in Europa, 15 bis 20 Milliarden. Also es ist ja crazy.
Ja, also die sind einfach riesig. Headphone-Markt ist natürlich sogar noch größer als der aktuelle Lautsprechermarkt. Und davon hat Apple einfach einen sehr großen Teil, aber sie haben auch wahnsinnig gute Produkte. Kann man gar nicht anders sagen. Also ich bin sicherlich nicht derjenige, der über die Konkurrenz schlecht redet. Ganz im Gegenteil, die machen Top-Produkte, kann ich nur so bestätigen, zumindest im Headphone-In-Ear-Bereich.
Wie groß war denn sozusagen die Firma, als dann der Herr Schimmel den ersten Exit gemacht hat, umsatzmäßig?
Das weiß ich gar nicht so genau. Es war auf jeden Fall zweistellig, aber wie hoch das genau war, weiß ich nicht.
Also wir reden von 30, 40, 50 Millionen?
Nee, weniger. Ich würde sagen, so um die 20, würde ich sagen.
Ach so, also noch echt relativ kleine Firma.
Ja, relativ kleine Firma. Wie ich dann vor 13 Jahren dazugekommen bin, waren wir auf knapp 50 Millionen.
Ah, okay. Ja, also du hast jetzt sozusagen dann den Großteil deiner Zeit, war ja jetzt schon als CEO, das Unternehmen fast verdreifacht oder mehr als verdreifacht.
Ja, richtig.
Wie macht man das in dem Umfeld?
Ja, indem man tolle Produkte rausbringt, die der Endverbraucher auch möchte, also einen Mehrwert bietet für bestimmte Use Cases. Wir haben Produktkategorien erweitert. Früher gab es die Headphone-Kategorie eigentlich so nicht. Da sind wir mit großem Investment reingegangen. Wir haben eine komplette Headphone-Abteilung aufgebaut, Leute reingeholt, weil es eben nicht so ist, dass ein Lautsprecher, auch wenn er Audio wiedergibt, das Gleiche ist wie ein Kopfhörer. Es funktioniert dann doch anders und man trägt das Produkt auf dem Kopf und stellt das nicht irgendwo in die Ecke im Zimmer. Und dafür sind einfach andere Fähigkeiten nötig. Also diese Kategorie hat sehr stark zu unserem Wachstum beigetragen. Kopfhörer, genau, In-Ear, Over-Ear, On-Ear.
Aber ist das eine Designfrage oder eine Audioqualitätsfrage?
Kannst du dir so ein bisschen vorstellen wie bei PKW, LKW. Alles beide fährt auf der Straße, aber ein LKW ist am Ende des Tages ein ganz anderes Produkt als ein PKW. Und das Gleiche gilt eben auch für Lautsprecher und Kopfhörer. Also bewegliche Teile, viel kleinere Treiber, also Lautsprecher.
Aber wie differenziert man sich jetzt gegen Apple oder gegen Beats oder so? Die haben ja da sozusagen auf der Marketing-, auf der Kommunikationsseite Alles abgeräumt. Die haben dann die ganzen Partnerschaften mit Apple, die haben die Brand. Was kann man dem entgegensetzen?
Eine andere Marke, die ein anderes Markenversprechen mit sich bringt.
Und das ist?
Teufel.
Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business-Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Wir entwickeln in Deutschland, wir haben einen direkten Draht zum Endverbraucher, wir sagen, unser Sound ist best in class und das begeistert Leute.
Und sind teurer oder günstiger als—
wir sind günstiger als Apple auf alle Fälle.
Ja, aber mit einem besseren Sound.
Aber mit dem besseren Sound, ja.
Okay, und das erkennt man auch als jetzt nicht Profimusiker?
Ja, also prinzipiell glaube ich, erkennt man das sehr gut. Umso kleiner die Geräte werden, natürlich wird es immer schwieriger, den Unterschied festzustellen, aber das kann man sehr gut erkennen. Besonders die Journalisten, die sich mit diesen Themen beschäftigen, können das sehr gut feststellen, aber auch messen. Also da sind wir sehr gut unterwegs. Aber das ist ja wie bei allen anderen Dingen eben auch, ob es jetzt Fashion ist oder Automotive. Es gibt ja eben Gründe, weshalb es mehr Marken gibt. Und da spielt Teufel ganz klar eine Rolle.
Aber Ihr Markenversprechen ist also ein guter Preis für sehr guten Sound, sozusagen erstmal. Ist das so die Essenz? Und dann natürlich der Direktvertrieb.
Genau, wir haben den Mittelsmann rausgenommen. Das heißt, wir können mehr Geld in die Produktqualität investieren. Und das ist sicherlich eine der treibenden Kräfte von Teufel, diese Nähe zum Kunden. Wir bekommen sehr schnelles Feedback und können dementsprechend auch schnell adaptieren. Sicherlich spielt das Thema Berlin auch eine große Rolle. Also das ist etwas, was Leute begeistert, und wenn es produktdesigntechnisch ein Thema ist, dann unterscheiden wir uns sicherlich auch noch mal sehr stark von vielen anderen. Die als internationale Marke natürlich auch international den Kunden gerecht werden müssen. Und dann kann man sich vorstellen, dass viele Ecken und Kanten dann verloren gehen. Das machen wir nicht und müssen wir auch nicht machen.
Was sind ein paar Beispiele, was ihr macht, was andere nicht machen?
Unsere Produkte sind vielleicht etwas disruptiver im Design, etwas auffälliger als andere, weniger gefällig. Sicherlich haben wir über die Jahre auch eine Zielgruppenerweiterung durchgeführt. Das heißt, wir bringen eben nicht nur wie vor 10, 15 Jahren alle Produkte nur in Schwarz raus, sondern die gibt es in verschiedenen Farben. Jetzt vielleicht auch der richtige Moment, mal hier in den Tisch zu greifen.
Jetzt bin ich gespannt.
Wir haben einmal, habe ich dir mitgebracht, einen kleinen Bluetooth-Lautsprecher.
Oh wow, okay, mit Fender, Kollaboration mit Fender.
Genau. Stell das mal hierhin. Genau, ich hoffe, wir decken jetzt nicht zu viel von den Kameras hier ab. Aber das ist eben, wie Teufel mittlerweile eben auch aussieht oder aussehen kann.
Sieht aus wie ein altes Transistorradio, ist halt nur ein richtiger Lautsprecher.
Genau, ist ein Bluetooth-Lautsprecher, genauso wie der andere. Der hier drüben ist dann zum Beispiel wasserdicht, den kannst du in den Swimmingpool reinwerfen, der schwimmt und ist damit ein riesengroßer Mehrwert eben. Wenn man rausgeht, Urlaub macht und Ähnliches. Das hier ist unser erstes nachhaltiges Produkt. Wir haben hier eine Cradle-to-Cradle-Zertifizierung erlangt, das heißt ein sehr hoher Grad an recyceltem Material. Das Produkt ist komplett reparierfähig. Jeder Verbraucher kann das selber aufschrauben, kann die Bauteile entnehmen, kann Batterien wechseln, kann neue Module einbauen. Gibt es eine Riesen-Community. Leute drucken sich mit ihrem 3D-Drucker neue Teile dazu aus. Also da geht die Reise hin.
Okay, aber trotzdem, der Großteil des Umsatzes sind gar nicht Lautsprecher, sondern sind Kopfhörer, sagst du?
Nein, der insgesamte Audiomarkt ist bei Kopfhörern größer. Bei uns ist das nicht der Fall. Wir machen ein bisschen mehr als 20% im Headphone-Bereich. Und sind natürlich weiterhin extrem stark in den anderen Kategorien. Also Bluetooth-Geräte ist auch ein bisschen mehr als 20%. Dann haben wir die Themen Stereo und Heimkino. Das ist so, wo wir herkommen, wo Teufel auch herkommt. Die sind in den letzten Jahren etwas gesunken, aber knapp unter 20%.
Also wenn man zu Hause sozusagen eine leere Wand hat und darauf dann projizieren will.
Das auch, aber auch wenn du einen Fernseher hast und eine Soundbar möchtest, um den Sound von deinem Flachbildschirm zu verbessern, dann haben wir die Lösung dafür. Oder wenn du Stereo hören möchtest, klassisch, ob es jetzt Streaming ist oder auch noch mit Vinyl- oder CD-Zuspieler, dann brauchst du eben Stereolautsprecher. Und dann gibt es natürlich noch einen Schritt weiter ins Heimkino, dann hast du vollumfänglich 5.1, 5.2 oder dann auch mit Deckenlautsprechern Dolby Atmos verbaut.
Also das ist schon auch was für Geeks oder für Leute, die sich tiefer reinschrauben. Wenn man jetzt sagt, normal Fußball gucken reicht mir, dann ist man nicht so tief drin, dann braucht man nicht unbedingt euch. Aber wenn man sagt, ich bin da schon irgendwie so ein bisschen Affezionado und dann steigt man ein.
Also wenn man gerne vorm Fernseher sitzt, dann braucht man uns auf jeden Fall, natürlich, weil der Sound aus einer Soundbar einfach weitaus besser ist als die aus einem Flachbildfernseher. Aber klar, wenn du dann Cineast bist, dann ist es noch mal eine ganz andere Liga. Dann wirst du dir ein Heimkino zu Hause einbauen, um das vollends zu genießen.
Produktpreise, also wenn ich jetzt sage, ich brauche ein Heimkino und greift auf euch zurück. Was habe ich denn so auf der Uhr?
Ach, das beginnt bei 600, 700 € mit Beamer und allem Drum und Dran. Nee, das ist jetzt nur Audiokomponenten.
Ah, okay.
Wenn du natürlich einen Beamer dazu nimmst, da hängt sehr stark davon ab, was du haben möchtest, wie hell der sein muss, wie groß die Leinwand ist, all diese Dinge. Aber ich denke mal, mit so einem guten Einsteigerpaket um die 1000 € hast du ein ordentliches Heimkino zu bekommen. Ja. Wir bundeln mittlerweile sehr viel. Endverbraucher möchten gerne schnell eine gute Empfehlung haben, und das heißt, wir haben vor einigen Jahren angefangen, sogenannte Third-Party-Marken, also die klassischen Marken unserer Konkurrenten, mit in unser Portfolio aufzunehmen. Wir bauen ja keine eigenen Audio-Video-Receiver oder Ähnliches, die man dann für ein Heimkinosystem braucht. Die kaufen wir ganz klassisch ein, wie alle anderen Händler auch, und bundeln die mit unseren Teufel-Lautsprechern. Mit den passenden Kabeln mit dazu, mit einem Projektor mit dazu, sodass du eine One-Stop-Solution hast. Und das schätzen immer mehr Kunden und kommen zu uns. Und gibt es dann so ein Entry-, Mid- und High-Paket, wo sich der Kunde eben dann was aussuchen kann. Und das begeistert die Leute.
Aber ihr wickelt das alles zu wie viel Prozent dann über eure Webseite ab?
Über 80%.
Und das ist dann wirklich Webseite, nicht jetzt dann noch mit Amazon dabei oder anderen?
Genau, also wir haben ein bisschen weniger als 80% über den eigenen Webshop, dann haben wir Plattform-Business. Dort bespielen wir natürlich auch Amazon. Dann haben wir unseren Kundenservice, wo wir auch verkaufen, unsere eigenen Stores. Aber der Lion's Share ist unsere eigene Webpräsenz.
Und Stores wachsen sogar. Ich habe irgendwie mitbekommen, ihr macht das in Hamburg wieder auf und so was, also sogar in der Innenstadt. Also richtig, was man eigentlich gar nicht denken würde.
Ja, sicherlich schauen einige Einkaufsstraßen nicht so aus, als ob es da eine Zukunft gibt, aber wir glauben da sehr dran. Besonders natürlich aus dem Grund, weil wir in dem klassischen Handel ja nicht vertreten sind und dementsprechend der Kunde, die Kundin unsere Produkte draußen nur in unseren eigenen Läden findet und anschauen kann und anfassen kann. Und das ist für uns ein Riesenmehrwert, einmal für die Marke, aber auch businessseitig ist das unheimlich attraktiv. Wir haben 7 Läden, 6 davon in Deutschland, einen Store in Wien und jetzt der neueste Store, der Anfang Oktober in Hamburg aufmacht. Und München ist in der Pipeline und noch einige andere Städte, aber auch andere Länder.
Umsatz ist aktuell nach wie vor stark Deutschland oder DACH-Raum?
DACH-Raum ist Core, absolut. Ja, Deutschland ist natürlich, hat da den größten Anteil. Danach Österreich, Schweiz. Benelux ist sehr stark. Frankreich ist stark. Polen ist stark.
Aber es geht noch mehr.
Es geht noch viel mehr.
Wenn jetzt, sagen die Private Equity Owner, die jetzt da an Bord sind, die werden sich ja irgendwie ein Wachstum erhoffen, logischerweise.
Sicherlich, nicht nur die, wir auch. Also wir sehen da Riesenpotenzial. Am Ende des Tages ist es ja so, wenn wir in unseren Kernländern 4,6-Sterne-Bewertungen bekommen, wieso sollte das dann in Spanien, Italien, Griechenland, Skandinavien anders sein? Wir sind in Amerika gestartet vor zweieinhalb Jahren in einer Koop mit der Gitarrenmarke Fender. Verkaufen dort eine kleine Anzahl von Bluetooth-Lautsprechern und haben genau dieselbe Erfahrung dort. Die Kunden sind total begeistert, das geht gut ab. Wir bräuchten noch viel mehr Geld zum Investieren, sage ich mal, aber Potenzial ist da. Also wir haben eine starke Marke, wir haben wahnsinnig gute Produkte und können skalieren.
Also wenn man sich jetzt überlegt, okay, ihr macht jetzt 160, 170 Millionen Euro Umsatz in einem normalen Jahr, Dann setzt man so viel Cash frei, dass man damit dann aus dem Cashflow wachsen kann.
Prinzipiell ja.
Also prinzipiell heißt nicht immer, oder?
Naja, wir haben natürlich auch einige Dinge, die wir—
Möglichkeiten zu bedienen wahrscheinlich.
Vollkommen richtig, ja. Und haben sicherlich hier und da viel von unserem Cash, das ich nicht einsetzen kann für Markenaufbau und Expansion.
Weil es Zinszahlung ist.
Genau. Ja, was Zinszahlungen sind, wir haben natürlich auch wie jedes Unternehmen, das in so einer Akquisition durch PE gekauft wurde, einen großen Anteil von Fremdkapital, das wir reingenommen haben. Und das müssen wir natürlich per Zinsen quartalsmäßig begleichen.
Also das heißt, es liegt schon auf einem drauf, weil wenn man das nicht hätte, könnte man schneller wachsen.
Absolut, total. Also wenn du Interesse hast.
Aber man muss sich jetzt, also um mal so ein Gefühl dafür zu bekommen, für so eine, das habe ich wirklich nicht, also Man weiß ja so im Lebensmitteleinzelhandel, da wenn man da 3% Umsatzrendite schafft, dann ist man da schon ganz okay unterwegs, habe ich gelernt. Oder das ist glaube ich so eine Branchenweisheit. Bei euch habe ich da jetzt kein Gefühl dafür. Ich habe es mal bei ChatGPT nachgefragt, auch nicht so richtig profund. Also was muss man, was schafft man so als D2C-Electronics-Brand?
Ja, ist eine gute Frage. Wir sind EBITDA-seitig zweistellige Prozent-Level sind wir unterwegs.
Das ist für Consumer Electronics absolut gigantisch, weil halt auch die sozusagen die Händlermarge nicht da ist.
Genau, die Händlermarge nicht da ist. Natürlich geben wir dafür viel Geld für andere Dinge aus, die normalerweise beim Händler liegen. Ja, genau. Aber das funktioniert sehr gut. Sicherlich sind es immer wieder Herausforderungen, ob es jetzt Supply Chain ist, Komponenten, Halbleiter, all das, was jetzt gerade die Preise auch wieder stark steigen lässt. Aber es ist ein sehr vernünftiges Business, sicherlich super komplex. Es ist eben nicht mehr so, dass wir wie früher passive Lautsprecher verkaufen. Also verkaufen wir auch noch, aber der Großteil unserer Produkte sind alles smarte Produkte. Man kann streamen. Das sind im Endeffekt kleine Computer in den Geräten drin. Und das ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die natürlich auch dann durch die Fachleute entwickelt werden muss, und die Supply Chain muss dafür sorgen, dass die ganzen Bauteile für den richtigen Preis vor Ort sind für die Produktion.
Das heißt, ihr baut in China schon im Wesentlichen?
Wir, genau, wir produzieren in Asien, hauptsächlich in China, wo eigentlich alles, was Rang und Namen hat aus der Consumer-Electronics-Welt, produzieren lässt. In Berlin ist unsere komplette Entwicklung. Wir haben so circa 100 Ingenieure, die das Produkt, die Software, die Hardware, die Apps, alles vor Ort vorentwickeln bis zu einem funktionstüchtigen Prototypenstatus. Und dann haben wir in China noch mal circa 50 Mitarbeiter, Quality-Ingenieure, Resident-Ingenieure, die dann mit unseren produzierenden Partnern diese Projekte in die Massenproduktion überführen.
Und wenn man jetzt so sieht, dann denkt man sich, okay, also ich mache jetzt mal Annahmen so auf Basis dessen, was ich so raushöre. Ihr macht also, weiß ich nicht, 10, 20 Millionen Ergebnis, so je nachdem. Das ist ja dann langsames Wachstum. Man kann jetzt ja nicht riesige Schritte machen, wenn ich überlege, was so ein US-Eintritt wahrscheinlich kostet, irgendwie wenn man dann da Leute anheuert. Und das ist ja, also ist dann das Endgame der nächste PE-Verkauf, oder wo strickt man, oder kommt dann irgendwann ein Stratege? Wie würdest du vermuten, oder macht man das noch 10 Jahre so auf der Reise? Ich meine, der PE muss ja irgendwann raus. Wie würdest du es einschätzen?
Ja, das ist eine gute Frage. Also aktuell, glaube ich, kann ich sagen, gibt es alle möglichen Optionen: PE, Stratege, Family Office. Da kann ich mich gar nicht festlegen. Aber sicherlich ist es ganz klar, dass unser aktueller Eigentümer wird in den nächsten Jahren verkaufen wollen, und deswegen bauen wir das Business weiter auf, dass das gut funktioniert. Bin der Überzeugung, dass mit dem nächsten es gut funktionieren wird, weil derjenige auf ein Unternehmen schaut mit wahnsinnig viel Wachstumspotenzial und uns deswegen auch kaufen wird. Und dann können wir da noch viel mehr Gas geben, als wir es aktuell tun.
Also was schätzt du, ist ja also Marktpotenzial, wenn man jetzt sieht, was Apple da hat, Dann ist es natürlich jetzt nicht ganz vergleichbar, aber der Markt ist gar nicht so klein. Also was würdest du schätzen, was kann man oder was aus den nächsten Jahren aus der Firma rausholen? Also wo kann der Umsatz zum Beispiel hingehen?
Also ich bin der Überzeugung, dass wir ohne Weiteres in den nächsten 3 Jahren mit einer anderen Finanzierungsstruktur das Business verdoppeln können.
Oh wow. Also wenn man mehr Läden aufmachen könnte oder wenn man tatsächlich schneller irgendwie tätowieren könnte, dann wäre das möglich. Ja. Ihr seht halt wahrscheinlich an euren KPIs, also die Wiederkäufe oder was aus euren Adressen oder aus den Läden rauszuholen ist, dass das geht.
Genau, ja, sowohl online als auch offline hat das ein Riesenpotenzial. Die Marke ist sehr bekannt, natürlich in unseren Kernmärkten, aber auch über die Kernmärkte hinaus haben wir uns mittlerweile einen verdammt guten Namen gemacht. Sobald man internetseitig recherchiert, findet man eben sehr viel, und Leute schätzen das sehr, dass wir nicht 2 Jahre alt sind und irgendwo aus Asien entwickelt wurden, sondern dass wir die Wurzeln eben aus Berlin haben mit Gründung 1979. Das gefällt vielen Leuten und eben auch vielen Leuten, die nicht aus Deutschland kommen, und damit kann man gut punkten.
Okay, aber es ist dennoch so ein bisschen die Frage, wo holt ihr die Leute ab? Also es ist wahrscheinlich auch was, wo das Geld dann reinfließt. Also wenn man jetzt Marketing macht, wie macht man es? Also es ist dann im Wesentlichen Bewertung, habe ich gerade schon rausgehört, dass es für euch schon mal sehr wichtig, Internetpräsenz. Also es sind ja vor allem dann Recommendations, Reviews, sowas in der Art, das, was man über historisch, über lange Zeit aufbauen muss, um es organisch und glaubwürdig zu haben. Ist das der Kerntreiber oder was macht ihr noch so?
Das ist sicherlich auch ganz wichtig, sicherlich solche Themen wie Produkttests, Vergleichstests, ist für Leute oft sehr wichtig zu erkennen, okay, wo steht diese Marke im Vergleich zu anderen. Sicherlich auch Content in Gänze. Also wir machen auch mittlerweile viel außerhalb unserer eigenen Kanäle, um die Use Cases noch viel besser dem Endverbraucher klarzumachen. Also die komplette Bandbreite aller Online-Performance-Kanäle wird bei uns bespielt, um die Marke dann, wenn der Kunde oder die Kundin Interesse hat, in irgendeinen Use Case sich einzukaufen, dass wir sozusagen dort auftauchen oder vielleicht auch schon im Relevance-Set sind.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenz-Policy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Und Amazon, ich meine, wenn man es so hört, dann müsste doch eigentlich Amazon noch viel größer sein. Also das ist ja eigentlich genau euer Spiel, also Online-Bewertung, Optimierung, da hätte man da ja wahrscheinlich schon noch mehr Präsenz haben können, wenn man wollte, oder nicht?
Sicherlich hat man da Möglichkeiten, noch stärker zu wachsen, das tun wir auch. Es muss immer so in vernünftiger Balance natürlich auch sein, was wir uns leisten können. Und Amazon nimmt halt Marge weg, ne? Genau, müssen wir natürlich auch dann bezahlen. Also das ist einfach nur eine Frage von, wie balanciert man das aus. Aber auch da ist Wachstumspotenzial offen und groß, ja, für uns.
Aber ihr versucht also auch profitabel zu wachsen. Das heißt, man könnte mit Amazon, wenn man jetzt Gas geben würde und auf Marge verzichten würde, dann könnte man da wahrscheinlich mehr machen. Aber will man halt nicht, weil man sagt, okay, das müssen wir—
wir müssen profitabel wachsen, natürlich. Ja, wir haben sicherlich einige Rechnungen zu zahlen am Ende des Monats, und deswegen muss das schon profitabel.
Also ihr versucht am Ende, die Leute irgendwie Adressen zu bekommen, Nüsse da aufzubauen, um die in euren Shop reinzuziehen?
Ja, das bekommen wir natürlich von Amazon nicht, aber wir versuchen das überall.
Aber generell?
Genau, generell, ja, absolut.
Und die Läden sind auch, jeder Laden ist für sich profitabel?
Ja, jeder Laden ist innerhalb des ersten Jahres schon profitabel. Also das funktioniert sehr gut, ja.
Über Laufkundschaft auch?
Über Laufkundschaft, über Zielkundschaft. Das ist ja mittlerweile, weil wir haben einen Store, wir haben 2 Stores in Berlin, wir haben einen in Leipzig, wir haben einen in Essen, in Köln haben wir einen, in Stuttgart haben wir einen, in Wien haben wir einen. Wie wir damals nur den ersten Laden in Berlin hatten, da haben wir teilweise am Wochenende Männergruppen aus Süddeutschland gehabt, die ein Wochenende Berlin gemacht haben. Und dann war für die zum Beispiel Samstagvormittag ein Tag oder eine bestimmte Zeit reserviert, um in unseren Store reinzugehen, um die Produkte anzuschauen, um zu testen. Die haben das abgefeiert. Wir haben die begeistertsten Kunden, die ich, würde ich mal sagen, in einer Audiowelt jemals kennengelernt habe. Wir haben Kundinnen und Kunden, die lassen sich nicht nur unseren Schriftzug, unsere Marke tätowieren, sondern das Bild eines Produktes.
Wirklich? Ja. Ja, also es ist eine harte Community, Marc.
Das ist eine ganz starke Community. Wir sind auf jeden Fall eine Love Brand und das begeistert die Leute. Wir haben sicherlich hier und da noch ein bisschen so eine Underdog-Position gegenüber von vielen Multinationals und das finden viele richtig gut.
Wer ist denn euer Kernwettbewerber? Also auf wen schaut ihr am meisten?
Das kommt immer auf die Kategorie an, im Headphone-Bereich oder im Bluetooth-Bereich. Aber mein ehemaliger Arbeitgeber ist sicherlich ganz oben mit dabei.
JBL und so.
Genau, die sind ja wahnsinnig stark, wahnsinnig erfolgreich. Aber im Endeffekt alle Marken, die einem jetzt so einfallen, sind unsere direkten Konkurrenten.
Und guckst du dir viele andere so D2C-Brands an? Ich meine, es hat ja so einen Boom gegeben vor ein paar Jahren, wo von Rasierern bis Rucksäcken, Koffern, es kam ja alles Mögliche so in der D2C-Vision. Wir machen jetzt sozusagen ein neues Produkt und ohne Handelsmargen. Ich meine, ihr habt ja schon angefangen, lange bevor das damals kam, aber du wirst es verfolgt haben.
Klar, wir schauen uns das natürlich regelmäßig an. In unserer Branche selber gibt es eigentlich niemanden, der auf unserem Level sozusagen spielt im D2C-Bereich, aber es gibt ja in anderen Kategorien sehr erfolgreiche Modelle. Das schaut man sich auf jeden Fall an.
Aber wer macht es gut? Wer ist denn so richtig, wo du sagst, die haben D2C richtig gut für sich getroffen?
Naja, Canyon hat es auf jeden Fall sehr gut hinbekommen. Bis die aktuelle Situation ist natürlich sicherlich nicht einfach, aber was die in dem Fahrradmarkt aufgebaut haben, ist sensationell. Und sicherlich gibt es noch einige andere auch aus dem Brillenbereich und Ähnlichem, aber ja, zum Beispiel Aber ja, und diese verschiedenen Modelle, die wir eben auch aus dem Kosmetikbereich kennen, Personal Health. Aber der große Unterschied ist eben, dass oft vergleicht man zwar ein Geschäftsmodell, aber die Produkte sind dann aus einer ganz anderen Kategorie oder sind dann mehr Daily Essentials oder müssen auf jeden Fall öfters gekauft werden. Ich brauche Rasierklingen sicherlich öfters als einmal im Jahr oder alle anderthalb Jahre. Und dann wird natürlich die ganze Mechanik eine ganz andere.
Aber Fahrrad ist ein gutes Beispiel. Mein Canyon ist ja absolut, genau, also das ist ja wahrscheinlich relativ nah an euch dran, so vom Produktzyklus her.
Zyklus her, genau, ja, absolut.
Auch vom Preis vielleicht her nicht ganz, aber sowohl als auch.
Ich glaube, dass es einige Produkte gibt, die auf jeden Fall in unserer Preiskategorie vergleichbar sind. Die haben das wahnsinnig gut gemacht, ja.
Und was gibt es da Konkretes? Aber das haben wir uns abgeguckt, oder sehen wir das genauso? Oder wie gewinnt man das?
Ich meine, es hören ja vielleicht einige zu, die auch mal über den D2C-Weg nachdenken, oder sie sich das für sich mal eruiert haben oder da drinstecken.
Also was würdest du sagen, sind so die 1, 2 D2C-Regeln? Das haben ja jetzt viele versucht, aber nicht hinbekommen. Was muss man machen?
Relevanz aufbauen ist wahnsinnig wichtig, auch in der aktuellen Zeit natürlich mit AI. Referrals, und das ist natürlich auch produkt- und kategorieunabhängig. Du brauchst viele Quellen, du brauchst ein Netz an Datenpunkten, musst du dir aufbauen, dass wenn ein Interessent Lust auf Audio hat, dass er dich schnell und gut im Netz finden kann. Und das ist Canyon auf jeden Fall gelungen und einigen anderen eben auch. Ich würde jetzt gar nicht sagen, dass wir uns bei dem ein oder anderen D2C-Unternehmen irgendwas abgeschaut haben. Wir haben vielleicht Dinge immer wieder gebenchmarkt. Wir sind ja schon dann lange mit dabei, aber man kann auf jeden Fall sagen, dass dieses Businessmodell für uns weiterhin super attraktiv ist, aber es hat sich auch viel geändert. Also so einfach wie früher ist es eben auch nicht mehr. Kosten sind gestiegen und dann muss man eben auch schauen, dass man das gut ausbalanciert.
Und so Kollaborationssachen und sowas, also ich meine, ihr habt jetzt mit Fender was gemacht, ich habe es gesehen, Sonos, die sind ja auch ein Wettbewerber, ne?
Sonos sind auch ein Wettbewerber, genau.
Die Startup-Szene, also das ist schon so eine gehypte auch Digitalbrand gewesen, die machen jetzt Sachen mit IKEA gemeinsam.
Guck mal dahin.
Klar, das haben wir uns ganz genau angeschaut, wie die vor vielen Jahren mit IKEA angefangen haben, ist eine super Lösung gewesen, gerade am Anfang, die letzten Die Jahre waren sicherlich systemseitig für die auch etwas herausfordernd, aber das haben wir uns auch genau angeschaut und wir schauen uns natürlich auch die anderen Konkurrenten an, also nicht nur diejenigen, die jetzt im klassischen Streamingbereich tätig sind, wo ja Sonos sozusagen herkommt. Das machen wir auf jeden Fall. Du kannst dir so vorstellen, dass bei uns in der Produktentwicklung im Testing, da stehen zig Konkurrenzprodukte, die werden auf Herz und Nieren geprüft, auseinandergeschraubt und versucht zu erkennen, wie haben die das Produkt konstruiert, um bestimmte Preispunkte zu erreichen oder Ähnliches. Also das ist teilweise wirklich sehr nitty-gritty.
Und Community, also macht ihr Community-Events, pusht ihr bewusst diesen Community-Charakter? Das ist doch auch mal so ein Element des Playbooks.
Ja, machen wir. Sicherlich haben wir das früher auch noch ein bisschen mehr gemacht. Da haben wir früher auch unsere Stores noch viel mehr eingebunden, um die Leute dann sozusagen auch einen ja eine Möglichkeit zu bieten, physisch auf ein Event zu gehen. Jetzt ist es natürlich so, dass wir, wir sind immer größer geworden, ich kann jetzt nicht alle Leute bitten, in unsere Stores zu kommen, und dann passiert das eben online. Also wir haben einen eigenen YouTube-Kanal, und da wird sehr viel, ach, kommt auf die, auf den Kanal jetzt spezifisch an, habe ich jetzt gar keine Zahlen im Kopf, aber für uns eine wahnsinnig wichtige Geschichte, um neue potenzielle Kundinnen an die Marke heranzuführen, an Use Cases heranzuführen, was ja auch oft der Fall ist, dass viele so ein bisschen die Befürchtung haben, dass das alles zu komplex ist. Ich weiß nicht, wie ich das Gerät bedienen muss, und dort wird es sehr simpel und einfach dargestellt und nahbar gemacht, und das funktioniert sehr gut.
Okay, das heißt, du sagst irgendwie, da ist was drin, und Innovation gibt es ja im Markt auch, also Noise Cancelling und diese ganzen Sachen, Jetzt kommt KI. Siehst du eine Disruption kommen für euch, also in eurem Bereich?
Auf alle Fälle. Es hat auch schon natürlich angefangen, was ich gerade gemeint habe. Früher war es ja wichtig, Position ist alles im Netz. Also wo bin ich sozusagen auf der ersten Seite gerankt? Das ist natürlich nicht mehr so, sicherlich für viele Leute immer noch ganz wichtig, aber wir müssen andere Datenpunkte jetzt bespielen. Sodass die KI, die LLMs dieser Welt den Content von uns in ihren Antworten mitverarbeiten.
Das macht man wie?
Das macht man, indem man relevante Quellen aufbaut, und zwar flächendeckend, idealerweise nicht nur selber, sondern natürlich auch über andere, die an einen Rezensionen haben auf die verschiedenen Seiten und verlinken.
Und das hilft enorm, indem KI, also in der Auffindbarkeit, aber in der Technologie ist KI jetzt noch nicht so, dass man jetzt sagt irgendwie.
Ach so, im Unternehmen doch, ja, nutzen wir natürlich auch, also ganz klar, wir haben ja sehr viel Software inhouse, das heißt, wir nutzen hier auch ganz klar KI, um Code vorschreiben zu lassen und unsere Softwarespezialisten sind dann sozusagen diejenigen, die den KI-Code Feintunen, nenne ich jetzt mal. Das machen wir schon seit geraumer Zeit und in vielen anderen Bereichen natürlich auch. Wir haben im Kundenservice viele Arbeitsprozesse mit KI weiter aufgebaut und ausgebaut. Im Marketingbereich genau das Gleiche. Also fast in jedem Teil des Unternehmens setzen wir KI ein.
Diese großen Entlassungen, von denen ja eine Weile lang die Rede war. Deswegen frage ich auch mal bewusst, weil ich die Gäste habe, mal nach. Also am Ende wären es ja Firmen wie ihr oder wie viele andere, die dann Leute entlassen müssten, damit wir diese Massenarbeitslosigkeit dann halt sehen, die KI nun möglicherweise produzieren sollte.
Also aber das sehe ich aber nicht. Also ich sehe einen Riesenmehrwert, um mit KI zu arbeiten. Es wird schneller, es wird noch qualitativer. Wir als mittelständisches Unternehmen sind in der Lage, noch mehr mit den Großen mitzuhalten durch Nutzung von KI. Aber dass ich jetzt sage, da gehen Arbeitsplätze verloren, es werden sich sicherlich Arbeitsprofile verändern, aber Arbeit haben wir genug. Also deswegen, da habe ich jetzt erstmal keine großen Sorgen. Es gibt sicherlich Edge Cases, Aber im Großen und Ganzen, nee.
Was kostet eigentlich einen neuen Laden aufzumachen? Wenn ihr jetzt sagt, irgendwie wachsen wir über Läden, was muss man investieren, um so einen Laden, wenn der erste profitabel ist, dann ist es ja recht schnell, aber trotzdem hat man einmal die—
Ja, also wir haben Ladenflächen, die sind teilweise 350 Quadratmeter groß. Der jetzt in Hamburg wird so knapp 100 Quadratmeter groß sein. Dementsprechend ist die Miete auch dann geringer. Ich sage mal, bisschen weniger als eine halbe Million muss man da investieren in Ausstattung, Miete etc., Personal. Wir sind natürlich jetzt auch kein— die Produkte an sich können ja nicht einfach in den Laden so reingestellt werden, angeschlossen werden und dann machen wir da Umsatz, sondern wir brauchen eine vernünftige akustische Ausstattung, sodass jemand, der sich eine Soundbar anhört, nicht gestört wird von jemand, der sich gerade einen Bluetooth-Lautsprecher anhört. Das heißt, wir haben da weitaus mehr Investitionen in Baumaterialien und Ausstattung des Stores, schalldicht gegenüber dem Nachbarn, sage ich mal. Die haben jetzt auch keine Lust, die ganze Zeit beschallt zu werden, wenn sie da entweder ein Office haben oder vielleicht auch was anderes verkaufen. Da fließt viel Investition rein, aber dann dreht sich das, wie ich gesagt habe, schon innerhalb eines Jahres ohne Weiteres raus.
Ja, und das bleibt auch so. Ich meine, weil man hört ja schon noch dieses Klagen über Einkaufsstraßen und Leerstände und sowas. Aber ich meine, einfach mitgerissen, wenn da niemand mehr hinkommt, dann habt ihr auch keinen Mehrwert.
Doch, wir haben natürlich trotzdem Mehrwert, weil die Leute ja auch zu uns kommen, weil sie dieses Produkt online sich angeschaut haben und es noch mal physisch sehen wollen oder sich anhören wollen. Also wir haben schon guten Teil an Zielkundschaft, die zu uns kommen, und der würde nicht online kaufen. Also vor Corona hatten wir so circa 70% aller Audioprodukte wurden im klassischen Handel gekauft und nur 30% online. Durch die Corona-Zeit hat sich das so ungefähr auf 50/50 eingependelt. Das heißt aber, dass ich 50% meiner potenziellen Käufer nicht ansprechen kann, wenn ich keinen physischen Store habe. Und das heißt, wenn ich diese Stores anbieten kann, dann habe ich auch Zugriff auf das Interesse und die Zielkundschaft, die die nur im Handel kauft. Und das ist für uns immer noch ein Beweggrund, da weitere Stores aufzumachen. Aber ich bin bei dir, wenn ich natürlich der dritte Store in der High Street bin, der dieselbe Marke verkauft wie die beiden anderen Stores, dann geht ja nur noch eins, und zwar Preis reduzieren. Das ist bei uns ja nicht der Fall. Wir verkaufen unsere eigene Marke, die es nirgends anders gibt.
Das bleibt auch so. Also ich meine, es gibt wahrscheinlich ab und zu mal so ein bisschen den ein oder anderen von Media Markt oder von Saturn oder so aus der— von Euronics hatte ich mal jetzt hörst, die dann doch mal anklopfen oder wo ihr dann vielleicht doch mal in ein Gespräch geratet und dann überlegt mir doch mal, soll ich vielleicht—
Natürlich, absolut, das ist unheimlich verlockend, aber das führt natürlich dazu, dass man einen Großteil der Marge abgibt und auch einen Großteil der Produkthoheit. Wenn ich meine Ware an einen Dritten verkaufe, dann kann er erstmal tun und lassen, was er möchte. Ist natürlich oft intrinsisch motiviert, da auch eine gute Marge damit zu machen. Aber wenn die Konkurrenz irgendwelche Preise senkt, dann zieht der andere Retailer natürlich mit. Und das führt ja nicht dazu, dass das sinnvoll ist für die Marke und für alle Beteiligten, sondern dann geht es ja nur noch darum, schnell neue Produkte rauszubringen, um wieder oben anzufangen, um dann diese Preisspirale nach unten durchzuspielen. Somit schauen wir uns das immer wieder an, und wir haben, wie du gesagt hast, immer wieder Anfragen. Wir hatten früher auch auf der IFA jahrelang immer einen Stand, hauptsächlich um damals mit Journalisten, Presse in Kontakt zu kommen, natürlich auch viel mehr damals noch Endverbraucherkontakt aufzunehmen, wir noch nicht so viele Läden hatten. Aber da war gang und gäbe, dass jeden Tag zig Einkäufer bei uns vorbeikamen, die dachten, ihr steht auf der IFA, Das heißt doch, dass ich bei euch einkaufen kann. Und das war nicht der Fall, und den musste man eigentlich immer absagen. Die haben noch einen Kaffee bei uns angeboten bekommen, dann war es das. Aber klar, Interesse ist groß, besonders für oder an einer Marke, die so sauber ist und eben nirgends im Handel steht. Die würde natürlich jeder gerne haben.
Aber ihr macht doch keine Discounts?
Wir machen Discounts, aber wir machen sie eben selber, und wir planen die auch, und wir wissen genau, wann wir was tun. Und das ist natürlich ein ganz anderes Spiel, als wenn ich das über den Handel mache.
Wie viel Prozent macht ihr im Weihnachtsgeschäft im Umsatz?
Wir machen in dem Monat November, Dezember, Januar ca. 40% des Jahresumsatzes.
Okay, ja, und dann auch inklusive dann auch Black Friday wahrscheinlich dann?
Genau, ja. Also November ist mittlerweile unser stärkster Monat, sicherlich auch die letzten Jahre durch die wirtschaftliche Lage schauen die Leute natürlich noch viel mehr drauf und fokussieren sich auf den November, kaufen dann teilweise auch schon Weihnachtsgeschenke ein. Das merken wir auch. Das ist aber auch schon immer so ein bisschen der Jahresverlauf gewesen. Also diese—
Aber das heißt, noch hat euch keiner locken können. Was müsste derjenige tun, der euch lockt? Also der müsste euch was anbieten? Eine möglichst geringe Händlermarge?
Vielleicht auch das. Es kommt immer drauf an. Das muss ja am Ende des Tages einen Mehrwert für beide bringen. Draußen brauche ich physische Fläche, wo Leute hingehen können, die ein sehr gut geschultes Verkaufspersonal vorfinden, die alle Fragen beantworten können und vielleicht auch noch Empfehlungen aussprechen können hinsichtlich der Installation zu Hause etc. Aber es geht mir nicht darum, einfach die Anzahl der Verkaufspunkte zu erhöhen, sondern die muss natürlich dementsprechend qualitativ sein. Und nur dann funktioniert der Verkauf und nur dann wird das profitabel.
Bekannter Partner bei uns: eGym Wellpass. In ganz vielen Gesprächen hier im OMR Podcast bekomme ich das Gefühl, dass sich sehr viele Firmen Gedanken machen, wie sie gute Leute finden. Aber was ja genauso wichtig ist: Wie hält man die guten Leute eigentlich? Und da spielt mittlerweile Gesundheit eine wirklich große, große Rolle. Ich habe eine Zahl gesehen, die hängen geblieben ist, und zwar 88% der Angestellten sorgen sich, dass ihre aktuellen Arbeitsbedingungen langfristig ihre Gesundheit beeinflussen. Viele Firmen kommen dann mit einem One-Fits-All-Fitnessangebot um die Ecke, aber das reicht natürlich nicht, um alle Angestellten sinnvoll anzusprechen, denn die Bedürfnisse sind häufig sehr, sehr unterschiedlich. Die einen gehen lieber ins Gym, die anderen wollen Yoga machen, andere wollen lieber schwimmen, klettern oder einfach einen Ausgleich zum Arbeitsalltag haben. Und genau hier kommt unser Partner Wellpass ins Spiel. Das Firmenfitnessangebot von eGym ermöglicht den Zugang zu verschiedensten Bewegungsformen, egal ob Paddel, Yoga, Massagen oder, oder, oder. Das zeigt mir auch gleichzeitig schon, dass betriebliches Gesundheitsmanagement dann am besten funktioniert, wenn es strategisch gedacht wird und nicht einfach mit dem Gießkannenprinzip. Wie so ein moderner BGM-Ansatz, also betrieblicher Gesundheitsmanagement-Ansatz, aussehen könnte und wie Unternehmen dabei sinnvoll Wellpass integrieren könnten, damit es wirklich Wirkung erzeugt, Das zeigt das neue Paper BGM Matchplan 2026 und genau das kann man kostenlos, ihr habt es schon geahnt, runterladen. Den Link dazu gibt es bei uns im Linktree in den Shownotes.
Aber könnte da vielleicht, ich meine, Media Markt Saturn hat ja eine ganze Reihe von Themen, ob man, wenn die so ein Store-in-Store-Konzept vielleicht machen würden, dann würde da so ein Verkäufer dafür geschult.
Haben wir sogar gemacht bei Media Saturn, die bieten ja mittlerweile Fläche an, die man sich mieten kann. Man muss gar nicht in ihrem Produktportfolio gelistet sein. Genau, hat mir noch der Herr Wildberger erzählt, dass er es vorher, also als er noch Chef dort war, vorher waren wir hier auch in Hamburg, auch auf der Mönckebergstraße hatten wir einen Shop-in-Shop, und in 4 weiteren Locations in Deutschland hatten dann dort unser eigenes Personal stehen. Das war okay, aber hat nicht so gut funktioniert wie unsere eigenen Läden. Deswegen kommen wir jetzt wieder darauf zurück und eröffnen weitere Läden. Aber sicherlich gibt es andere Retailer, die interessant wären für uns, und wir sind sicherlich auch hier und da mit dem ein oder anderen im Austausch. Wir machen auch hier und da sehr limitiert Kooperationen, aber im Großen und Ganzen bleiben wir dem Direktgeschäft treu.
Und sag mal, ihr macht auch B-Ware-Läden oder ihr verkauft auch B-Ware sozusagen, also gebrauchte Produkte wie Neuware. Also ihr macht euren eigenen, wie soll man sagen, Secondhand-Markt sozusagen.
Ja, genau. Also das, was ja sozusagen jeder hat, und zwar Retouren. Produkt bestellt, gefällt einem nicht und es wird zurückgeschickt. Das wird bei uns gegradet, aufgearbeitet und dann über B-Ware weiterverkauft. Und das ist für viele auch jetzt in dieser aktuellen Zeit noch interessanter als früher. Ich kann genau sehen, wenn das Produkt einen kosmetischen Schaden hat, zum Beispiel ist es in den Produktfotos aufgeführt, in der Erklärung des Produktes niedergeschrieben.
Und dann macht ihr da Preisanpassungen, 20% oder? Kommt drauf an, was das Produkt für einen für einen Makel hat.
Aber wenn es nur genutzt ist und eigentlich gar nichts sichtbar ist, dann ist es genauso zwischen 10 und 20%.
Also man kann das auch einfach zurückgeben, wenn man möchte?
Natürlich, ist dir ja sozusagen als Konsument sowieso erlaubt, Ware zurückzugeben. Wir machen das so, dass die Kunden die Möglichkeit haben, das Produkt zu bestellen, 8 Wochen zu Hause zu testen, Und wenn Sie in dieser Zeit nicht happy sind, dann nehmen wir das zurück und der Kunde bekommt seinen Einkaufspreis zurückerstattet. Das wird von vielen Kunden gern gesehen, wenig genutzt. Also unsere Retourenrate ist einstellig. Wir informieren im Vorfeld die Verbraucher, glaube ich, sehr gut über das, was das Produkt kann und ob das auch den Use Case gut abdeckt, sodass wir auch nicht stimulieren, dass die Leute sinnlos bei uns online einkaufen und dann alles zurückschicken. Das macht für keinen Sinn. Ja, aber das ist alles möglich. Und ich glaube, es ist auch vernünftig, das Produkt, gerade wenn es etwas größer ist und etwas teurer ist, dann auch dort zu testen, wo es dann eben auch stehen soll, und zwar in den eigenen vier Wänden oder im Garten und eben nicht nur in dem Showroom.
Und mittlerweile habt ihr auch Frauen als Zielgruppe sehr stark entwickelt, ne? Also ich meine, das war glaube ich anfangs, war sehr stark Bastlermänner, und das war jetzt auch deine offensichtliche Bestrebung in den letzten Jahren, da die Frauensielgruppe zu erschließen.
Total richtig, ja. Also wie ich vor 13 Jahren angefangen habe, war das groß, schwarz und laut bei Teufel. Da waren die Kampagnen mit motorradfahrenden, lederjackenden, biertrinkenden Leuten. Von dieser Art der Kommunikation sind wir weit weg. Wir haben die Marke neu positioniert, und haben natürlich dadurch auch uns genau angeschaut, wer ist jetzt unsere Zielgruppe und wen wollen wir eigentlich ansprechen. Und das bedeutet nicht, dass ich ein Produkt wie hier, das ich vorher gezeigt habe, einfach in Mintgrün dann produziere, sondern da muss natürlich noch viel mehr passieren, um überhaupt den richtigen Use Case und die Appearance und das Appealing zu finden für dieses Produkt bei einer weiblichen Zielgruppe. Das heißt, wir haben sehr viel mehr weibliche Kolleginnen in den Teams, die sich eben mit diesen Dingen auskennen und dann Empfehlungen abgeben. Und so haben wir über die letzten Jahre es geschafft, von einer Männermarke mit 95% und mehr Männerkundschaft uns auf 70% Männer, 30 bis 35% Frauenanteil zu bewegen. Und da würde ich sagen, können wir sehr stolz drauf sein.
Wenn es vor allem Produktdesign Produktdesign, Use Cases sind auch anders. Also was macht eine Frau dann mit so einem?
Hat ein anderes Ohr als wirklich. Ja, also von der Größe her, das, was für ein Männerohr okay ist, ist vielleicht für ein Frauenohr nicht okay oder wird anders gesehen. Also da muss man sich die Sache noch mal etwas anders anschauen, ob das dann alles so passt im Look and Feel. Also da kann ich nicht einfach nur die Farbe ändern.
Spielen bei euch Influencer eine Rolle?
Ja, spielen auf jeden Fall eine Rolle. Hatten wir in der Vergangenheit sehr erfolgreich Influencer, Brand Ambassadors. Hängt auch immer ein bisschen damit zusammen, wie viel Investmentmöglichkeiten wir haben.
Aber schon ganz schön teuer Spaß.
Kann sehr teuer sein, aber kann auch sehr viel bringen. Also würde ich überhaupt nicht—
Beats ist ja sozusagen über die ganzen Sportler und Athleten damals richtig groß geworden, weil alle geguckt haben, okay, diese neuen Kopfhörer, die da, weiß nicht, der Bayern-Stürmer auf hat, die möchte ich auch haben.
Ja, sicherlich. Also sowas hilft enorm. Also was hilft enorm? Das ist sicherlich dann auch nicht nur finanziert worden, sondern das hat sicherlich auch einen Grund, weil die Marke so begehrt war zu seiner Zeit, dass Sportler das auch einfach selbst gekauft haben und selbst getragen haben. Also ich würde gar nicht sagen, dass jeder von denen dort in dem Influencer-Programm war bei Beats. Das haben wir sicherlich auch auf einem anderen Level.
Wer sind da so eure Köpfe oder eure Personen?
Wir haben ganz unterschiedliche Influencer für verschiedene Zielgruppen, wie wir gerade besprochen haben. Weibliche Zielgruppe, fashionaffin, modeaffin, sportbegeisterte Leute.
Aber irgendwelche Namen, die ich kennen könnte? Irgendwelche Influencer, Influencerinnen?
Bestimmt, aber ich kann sie dir nicht nennen. Okay, also du bist da nicht so tief drin und guckst da nicht so tief drüber, was wir gerade für Influencer haben.
Ist es nicht Kernwertschöpfung? Also als CEO, Mensch, ich kann ja nicht bei allem dabei sein, aber so die kernwertschöpfenden Themen wird man wahrscheinlich im Blick haben wollen müssen. Aber du sagst, da bin ich lieber am Produkt oder bin ich lieber in der Fertigung tiefer drin oder in der Ladenfrage. Und bei Influencern, da vertraue ich meinen Leuten, das kriegen die schon hin.
Ich vertraue auf jeden Fall meinem Managementkollegen, der für diese Bereiche verantwortlich ist, keine Frage. Ich beschäftige mich auf jeden Fall darum, wenn es um Jahresverträge mit Influencern und Brandambassadoren geht, wo gewisses Level dabei ist. Aber ich beschäftige mich nicht damit, wenn das Influencer sind, die auch kleinere Komponenten haben.
Aber Level heißt dann schon so, wenn es sechsstellig wird, dann guckst du mal drauf?
Auch wenn es schon fünfstellig im höheren fünfstelligen Bereich ist, dann gucke ich auf jeden Fall auch schon drauf.
Ob das irgendwie jetzt eine sinnvolle Person ist für euch?
Genau, ja, dann werde ich auf jeden Fall auch ein Gespräch führen, sicherlich mit dem Team und vielleicht auch mit der Person selber.
Ja, okay, okay. Aber sucht ihr noch irgendwie? Also wenn jetzt jemand zuhört, sagt, Mensch, ich könnte mir vorstellen, denen richtig zu helfen.
Absolut, wir suchen immer, also keine Frage. Also kennst du jemanden oder hast du jemanden im Kopf?
Ja, ja, also ich habe mit dem ein oder anderen in der Welt zu tun und ich hoffe, ich darf das hier erzählen. Vor kurzem mit dem Christian Wolf. Kennst du den? Dieser durchaus umtriebige, auch kommunikationsstarke, sagen wir mal, Unternehmer, der ESN und Moore, diese Nahrungsergänzungsmittel, gemacht hat und damit ja einen Riesenerfolg gelandet hat. Der hatte mir erzählt, dass er gerade dabei ist, sich zu überlegen, bei welchen Firmen kann er sich beteiligen, um sie dann über seine Kanäle groß zu machen. Und der hat einen riesigen TikTok-Hebel, der hat einen riesigen Instagram-Hebel, hat damit ja auch diese Nahrungsergänzungsmittelmarken groß gemacht, unter anderem Und ich weiß, dass der sich sowas anguckt. Und der Dachmarkt ist auch sein Markt, da ist der als Person einfach jetzt gerade in jüngeren Zielgruppen sehr groß.
Das kann total spannend sein.
Ich denke, es ist auch ein bisschen kontroverser Typ, so weiß ich nicht, aber der hat auf jeden Fall immer Push und der denkt da sehr unternehmerisch. Der kommt jetzt nicht um die Ecke und sagt, okay, ich brauche jetzt mal irgendwie, weiß ich nicht, eine Kooperation und möchte jetzt einmal irgendwie 5.000 € haben oder 20.000 €. Der würde wahrscheinlich sagen, eigentlich mit dem bestimmten PE reden und möchte mich jetzt hier einkaufen und dann will ich irgendwie das Ding hochfahren. Also so habe ich ihn verstanden und er hatte mich ein-, zweimal nach Podcasts angesprochen, hat gesagt, Mensch, hier, da waren noch Gäste da, da kann ich helfen.
Du kannst gerne den Kontakt herstellen.
Okay, also der hört sehr viele Podcasts, also wenn du das hörst, müssen wir reden. Aber es gibt sicher den einen oder anderen, also wenn du sagst, ihr seid ja offen, wenn Leute euch richtig helfen können.
Es muss natürlich zur Marke passen, es muss authentisch sein, Aber ich denke, selbst da gibt es etliche, die sehr interessant für uns sein könnten.
Also dass man so einen Revenue-Share-Deal macht oder so was. Ich meine, ihr seid ja noch auf einer Größe, wo man auch sehr unternehmerisch drangehen kann bei solchen Kooperationen.
Ich glaube, da sind wir auf jeden Fall gesprächsbereit.
Wenn man dann mit einem Konzern zu tun hat, wo dann, weiß ich nicht, mit einem Milliardenumsatz, dann sind es meistens Strukturen, wo dann nicht mal eben der CEO oder irgendwer da so was entscheiden kann, weil dann dauert es halt alles lange und ist komplexer. Aber bei euch ist es ja noch so, dass man, wenn man jetzt mit dir spricht oder mit deinem Team, vielleicht schnell zu irgendwelchen Lösungen kommt. Ich meine, so eine Fender-Kooperation in den USA habt ihr ja auch mal schnell hingestellt, stell mal.
Ja, es hat ein bisschen gedauert.
Haben die bei euch angerufen oder ihr bei denen?
Die PR-Story ist, dass Fender— ich erzähle erstmal, wie es wirklich gelaufen ist. Wir waren auf der Suche nach einem Partner für unseren Launch in Amerika, nachdem wir gesagt haben, wenn wir mit unserer eigenen Marke alleine nach Amerika gehen, wird das sehr viel Geld kosten und sehr lange dauern. Und beides hatten wir nicht. Und dann war es klar, okay, wir brauchen einen Partner. Haben uns dann auch angeschaut, ob wir vielleicht eine Bestandsmarke, die nicht mehr so aktiv ist im amerikanischen Markt, kaufen können. Aber das ist das Problem bei so älteren Audiomarken, auch wenn die keinen Umsatz mehr machen, ist da so viel Emotion mit dabei, dass der Eigentümer da sehr viel Geld dafür haben möchte und das nicht in Relation steht. Also haben wir dann auch diese Gespräche.
Die ganzen alten deutschen Marken sind ja auch alle dann irgendwann jetzt sozusagen sind nach Frankreich gegangen und Ähnliches. Genau, nach China. Das gibt noch die Marke, so Blaupunkt, und wir sind also Grundig und so, ne. Deshalb, obwohl die tot sind, die Firmen dahinter, die Marke nutzt dann irgendwer.
Marken, genau, alte Marken aus Deutschland gibt es teilweise auch noch weiterhin. Genau, und auf demselben, selbe Denke haben wir eben nach amerikanischen Marken gesucht. Das hat aber nicht zum Erfolg geführt. Und dann bin ich über mein Netzwerk meiner ehemaligen Kollegen an Fender gekommen, und wir haben einige Gespräche geführt. Wir waren da vor Ort, haben die Marke präsentiert, die waren bei uns in Berlin, und dann haben wir irgendwann uns die Hand gereicht und einen Vertrag unterschrieben und sind gestartet.
Wie ist denn die Kooperationsart?
Man macht dann einfach einen Revenue Share, oder die nehmen euch mit, oder Das ist ein Brand-Licensing-Deal.
Also ihr zahlt denen eine Fee, dass ihr deren Marke nutzen dürft.
Richtig, weil das Produkt ist von uns entwickelt. Die schauen sich die Sache an, hören sich die Sache an und geben das frei.
Aber ihr habt den Markentrust von denen jetzt so eingekauft, aber die Distribution oder die Kommunikationskanäle müsst ihr selber machen.
Wir alles, genau. Aber das glaubt natürlich in Amerika kein Journalist, dass die kleine Berliner Marke auf Fender zugegangen ist. Also ist die Story in Amerika, dass Fender die ganze Welt nach einer passenden Audio-Kooperationsmarke abgesucht hat und diese feine kleine Marke aus Berlin gefunden hat und mit denen jetzt live gegangen ist. Und das feiern die Amerikaner ab.
Wie groß ist denn Fender? Fender ist ein Milliardenkonzern?
Roundabout. Ich glaube, die haben natürlich jetzt auch in der aktuellen Zeit und nach Corona ihre Herausforderungen. Jeder wollte während Corona Bedroom Artist werden und Gitarre spielen und haben danach die Gitarre in die Ecke gestellt oder auf eBay oder wo auch immer hin. Das heißt, das ist sicherlich jetzt auch etwas herausfordernder, aber auf jeden Fall weitaus größer, als wir es sind.
Okay.
Ja, und da wird es weitere Produkte geben. Wir verkaufen diese Fender-Teufel-Kooperation nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa. Auch da gibt es viele, die sind begeisterte Fender-Fans.
Das ist eine geile Idee. Also ich meine, die Story, die ihr da sozusagen erzählt, ist smart, aber die eigentliche Idee unternehmerisch zu sagen, okay, Okay, wir brauchen halt irgendwie eine große Marke, die eine Menge Trust hat und die uns gegen eine gewisse Gebühr das nutzen lässt, die zu uns passt, ist ja eigentlich auch eine super Idee, sozusagen so Business Development zu machen. Habt ihr noch nach anderen Marken gescreent oder gibt es da noch andere Marken, wo es auch passen könnte? Weil ich meine, das ist jetzt ja Fender, das macht ja total viel Sinn, aber wahrscheinlich, wenn man tiefer darüber nachdenkt, kommt man auf mehr.
Ja, sicherlich. Wir haben einige Sachen auch in der Vergangenheit schon durchgeführt. Die einigen vielleicht bekannt sind, mehr oder weniger. Wir haben mit der Porzellanmarke Rosenthal vor 10 Jahren mal eine Kooperation gemacht. Da gibt es ein, oder gab es ein WiFi-Streaming-Audiosystem. Da waren die Lautsprecher aus Porzellan, und zwar nicht aus so dünnem Porzellan wie deine Kaffeetasse, sondern aus einem sehr stabilen Porzellan. Da hat das System auch 4000€ gekostet, und das war Also nur auf ein System bezogen, das weiß ich nicht. War nur auf ein System bezogen. Da gibt es ein ganzes Line-up. Aber sicherlich schauen wir uns immer wieder andere Marken an. Wir haben auch einige Kooperationen. Wir haben die Marke Deuter, die so Tracking-Rucksäcke und Ähnliches machen. Und unsere größeren Bluetooth-Lautsprecher, die können mal ohne Weiteres 13, 15 Kilo wiegen. Und da gibt es unter anderem von Deuter die, ich weiß gar nicht, wie das genau heißt, ich glaube Kraxe. Da kann man ein Kind, ein Toddler sozusagen, in den Rucksack reinsetzen. Und die haben da super Expertise in dieser Metallkonstruktion, wie das gebaut werden muss, damit man das eben sicher auf dem Rücken tragen kann. Und die haben uns ein Trägersystem gebaut, sodass ich meinen Party-Lautsprecher auf dem Rücken tragen kann. Also solche.
Aber ich meine, am Ende, okay, da verstehe ich schon, dass es auch gute Kollaborationen sind, aber am Ende so dieses Fender, die Marke überall draufzukleben.
Emotion pur.
Ja, ja, ja, auch Kredibilität und kann man natürlich auch jetzt nicht nur ein Produkt, also ein Spezialporzellanprodukt ist ja auch mal dann was für Freaks, aber dass man das sozusagen jetzt durch die ganze Produktpalette durchziehen kann, wie bei Fender. Also ich hatte vor kurzem mal, vor ein paar Wochen, den Gründer von Happy Brush, den Zahnbürstenhersteller, da habe ich auch jetzt gerade gedacht, so was müssten die eigentlich auch machen. Also dass Das sind ja echt gute Ideen, wie man sozusagen dann auch in Märkte reinkommt, ohne das ganz große Cash.
Ja, absolut. Ist so ein bisschen wie, wenn man alleine auf eine Party geht oder jemand kennt, der ein super Netzwerk dort hat, dann ist der Abend weitaus schneller gut.
Ja, spannend. Also du sagst irgendwie, das ist schon noch alles verdoppeln zu verdreifachen in den nächsten Jahren, wenn der richtige Investor dann auch vielleicht das unterstützt und da sagt, okay, ich Das heißt, die nächste PE-Transaktion steht auch vor der Tür? Die kommt überall so.
Die steht jetzt nicht vor der Tür, aber die wird sicherlich nicht mehr Jahre dauern.
Was ist eine Firma jetzt aktuell, würdest du sagen, wert? Also was, wenn jetzt jemand zuhört, sagt, okay, ich bin PE, ich suche nach irgendwie Targets, oder ich bin in dem Bereich irgendwie strategisch tätig, dann soll er mich mal anrufen. Aber also jetzt, was weißt du?
Ich denke, so ein Multiple von 10 bis 12 ist für uns absolut realistisch.
Okay, jetzt sagen wir auf jetzt nehmen wir mal sportlich 20 Millionen Ergebnis oder EBIT, das heißt so 240, dann kann man schon bei euch rein.
Können wir auf jeden Fall reden.
Also ist ja in dem Ballpark, vielleicht sind es nur 200 oder whatever, aber so, dass man mal ins Gespräch kommt. Spannend, okay, vielen Dank.
Ja, sehr gerne.
Super, alles klar, ciao ciao. Wer uns bis hierher zugehört hat, dem möchte ich gerne wirklich, wirklich einen Tipp geben, einen Hinweis geben, und zwar auf eine Podcastfolge, die zu den besten überhaupt gehört, die ich je aufgenommen habe, mit Hans Thomann, diesem berühmten Musikinstrumentenhändler, der in einem kleinen Örtchen außerhalb von Bamberg ein Riesenunternehmen aufgebaut hat, das mit Amazon konkurriert, das global aktiv ist. Der Typ ist darüber selber Milliardär geworden. Einfach sensationell, dieser Podcast, diese ganze Geschichte. Deswegen gebt bitte ein Hans Thomann und dann OMR Podcast, ihr werdet es finden. In eigener Sache, und zwar werde ich doch seit Jahren wirklich häufig gefragt, ob mir für eine offene Stelle irgendwo jemand einfällt, und zwar als Arbeitnehmer, als Mitarbeiter an einem spannenden Projekt, in einem größeren Unternehmen, wie auch immer. Vom High-Profile-Job bis zum ganz normalen Profil ist alles dabei. Und häufig ist mir wirklich schon mal jemand eingefallen und ich habe Intros gemacht, Leute zusammengebracht. Dann kam häufig Monate später eine WhatsApp mit: Danke, heute ist mein erster Arbeitstag, oder: Danke, passt perfekt, wie auch immer. Meistens hatte ich schon längst vergessen, dass ich da zwei Seiten zusammengebracht hatte. Und genau das möchte ich jetzt etwas professioneller aufziehen. Deshalb haben wir nach einiger Zeit des Testens jetzt ein eigenes Produkt erschaffen innerhalb von OMR, und zwar OMR Executive Search. Haben dafür extra einen neuen Kollegen an Bord geholt, und zwar den Sebastian Herrgott. Also ja, wirklich Herrgott. Er ist seit ganz vielen Jahren in der Branche und bringt genau solche Leute aus der Branche zusammen und hilft mir dabei. Wer also jetzt hier zuhört und gerade jemanden sucht auf Leadership- oder auch einen drunter im Marketing, in Digital, in Sales, in KI, dann schreibt uns bitte an ahead@omr.com. A-H-E-A-D, ahead@omr.com. Das erste Gespräch mit Sebastian oder mit mir kostet gar nichts. Wir hören einfach zu, was oder wen ihr sucht, und dann wird der Sebastian oder auch ich für euch aktiv werden. Also meldet euch bitte. Auf geht's!
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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