Flightright-CEO Jan-Frederik Arnold (#769)
22 Jan 2025 · 54 min
Jan-Frederik Arnold runs Flightright, which handles EU flight compensation claims on commission. The company processes hundreds of thousands of cases yearly with 300 people, using heavy automation to keep costs down. Arnold wants to expand into other legal domains and reach unicorn status, though critics call the model ambulance-chasing.
Chapters
Es ist ein häufig sehr hilfreiches Online-Business, das viele gar nicht so im Blick haben, das aber mittlerweile extrem profitabel ist. Das übrigens auch zeigt, dass sich Regionalverlage sehr gut transformieren können.
Es gehört nämlich einer Regionalverlagsgruppe.
Die Rede ist von FlightRight. Die kümmern sich heute schon um Fluggastrechte. Das Ganze sehr erfolgreich. Mittlerweile übrigens auch von den Airlines weitgehend akzeptiert. Aber sie wollen in andere Rechtebereiche hineinwachsen. Welche das sind, werdet ihr gleich hören. Am Ende eine Firma, für die der Begriff Legal Tech erfunden wurde und sie wird geführt von Jan Friedrich Arnold, mit dem ich wie immer über das Business, die Bewertung, die Hintergründe, die Kundengewinnungskosten, all das diskutiert habe. Auch übrigens, warum er an Flughäfen nicht werben darf.
Auf geht's!
Let's go!
Go, go, go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer. Go, go, go!
Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt es im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung. Und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram, und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit. Vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertung natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de.
Moin!
Hi Philipp! Also bevor wir mit FlightRide richtig reingehen, ganz kurz: Perfekte Lebenslauf, habe ich gesagt im Intro. Du hast in St. Gallen studiert, dann Landeswirtschaft und Ökonomie gemacht, dann McKinsey gemacht eine ganze Weile und bist dann abgebogen und hast ein Startup gemacht, das sich um Legehennen gedreht hat.
Ja genau, wir haben für Legehennenställen— Legehennen, das sind die, die die Eier legen— ein Analytics- und Monitoring-Tool gebaut, wo wir dann alle Daten von den Ställen aggregiert haben, wie zum Beispiel wie schwer sind die Hennen, wie viel fressen die, wie viele Eier legen die, wie ist die Luft, um dann vorhersagen zu können, werden die krank oder sollte die Fütterung umgestellt werden oder sollte ich vielleicht heute lüften, weil morgen Gewitter kommt. Und wir haben das ein halbes Jahr lang gemacht und mussten dann aber feststellen, dass einfach die Branche noch nicht digitalisierungsbereit ist.
Okay, okay, okay, okay. Und dann bist du sozusagen wieder auf die Suche gegangen, was kann man als Nächstes machen, und bist dann bei FlightRadar gelandet.
Ich bin dann noch einmal zurückgegangen zu McKinsey und als ich dann Projektleiter war bei McKinsey nach knapp 7 Jahren, habe ich gesagt: Okay, ich will eigentlich Unternehmen führen und ein Unternehmen weiterentwickeln und nicht nur PowerPoints malen. Und dann bin ich zu Flightride gegangen.
Und da muss man sagen, Flightride kennen viele schon so als Begriff. Aber beschreib mal, was macht ihr genau?
Flightride hilft Flugpassagieren und Passagierinnen, ihre Fluggastrechte durchzusetzen. Und wir haben da eine Kerndienstleistung, und zwar steht den Passagieren bei einer Flugverspätung ab 3 Stunden oder einer kurzfristigen Stornierung eine Entschädigungszahlung zu zwischen 250 und 600 Euro. Und wir helfen den Passagieren, diese Entschädigungszahlung gegenüber der Airline durchzusetzen und nehmen dann eine Provision von dieser Entschädigungszahlung.
Okay, und diese Zahlung ist manchmal sogar höher als der Flugpreis selber, ne?
Ja, genau. Das ist total unabhängig vom Flugpreis und es hängt nur davon ab, wie lang war der Flug. Bei einer Kurzstrecke so bis 1500 Kilometer sind es 250 Euro pro Passagier, 400 Euro ab 1500 Kilometern. Beispielsweise wenn ich hier von Hamburg nach Barcelona fliege, dann wären das 400 Euro bei einer Verspätung und bei wirklich Langstrecke ab 3500 Kilometern sind es 600 Euro.
Und wie kam es zu dieser Firma? Ich meine, es ist ja auch noch ein relativ neues Unternehmen. Du hast es zwar nicht gegründet, aber es ist ja auch noch gar nicht so alt.
Uns gibt es seit 2010 und wir waren die Ersten, die das gemacht haben. Und in 2010 kannte eigentlich niemand das Thema Fluggastrechte. Diese Verordnung, also das Recht, auf dem das Geschäftsmodell basiert, Oder dieser Anspruch, das gibt es seit 2004. Aber FlightRat wurde 2010 gegründet und hat den Markt quasi kreiert, indem wir angefangen haben, zunächst unser Gründer Philipp Gadelbach als Jurist selber für sich diesen Anspruch durchzusetzen. Der wollte zu einer Hochzeit fliegen und da wurde kurzfristig der Flug storniert und er hat sich so darüber geärgert, dass er gesagt hat: Hey, welche Rechte habe ich eigentlich? Und dann hat er gesehen, es gibt diese europäische Fluggastrechteverordnung und hat dann angefangen, seinen eigenen Anspruch durchzusetzen und dann für Freunde und dadurch ist 2010 FlightRat entstanden.
Okay, also am Ende muss man auch sagen, das Geschäftsmodell macht total Sinn, aber es hängt irgendwo auch an dieser Rechtsprechung. Zum Beispiel in den USA gibt es die nicht.
Genau, das ist eine europäische Verordnung, die gibt es nur in Europa und die gilt für alle Flüge, die innerhalb Europas stattfinden oder von Europa aus starten und für europäische Airlines, auch für diejenigen, die nach Europa reinfliegen.
Bevor wir jetzt einsteigen, wie man dann sozusagen Kunden wirbt und wie man das jetzt groß macht, und ihr habt es ja schon recht groß gemacht, aber man hat irgendwie am Ende schon auch dieses inhärente Risiko, dass irgendwann mal vielleicht jemand kommt und sagt, okay, Wir gehen jetzt mehr den amerikanischen Weg hier, der Kundenschutz und die, wie sagt man, Verbraucherschutz, der ist nicht ganz so wichtig. Wir liberalisieren hier so ein bisschen und wir kicken das. Dann werden die Airlines nicht mehr gezwungen, euch zu bezahlen.
Das stimmt. Unser Geschäftsmodell hängt an dieser Verordnung. Tendenziell bin ich der Überzeugung, dass das eigentlich ein Paradebeispiel ist, wo die EU funktioniert hat. Weil sie wirklich die Passagierrechte europaweit schützt. Ja, und ich glaube, der Flugverkehr in Europa funktioniert auch so gut, weil es diese Verordnung gibt. Und es ist eher so, dass andere Länder sogar nach Europa gucken und sagen, hey, das ist eine ganz tolle Verordnung, die hat ganz viel Positives bewirkt. Und deswegen hat beispielsweise 2023 die Biden Administration gesagt, schaut mal nach Europa, wir brauchen in Amerika eigentlich eine ähnliche Regulierung. Und eigentlich muss man sagen, es ist ein totales Erfolgsmodell und Europa würde schlecht daran tun, so ein Erfolgsmodell abzuschaffen. Von daher, ja, wir sind total abhängig davon. Aktuell sehe ich aber eigentlich keine Anzeichen, dass sich das ändert.
Okay, also zumindest eine nicht ganz überraschende Einschätzung in deiner Rolle, aber ich kann verstehen, wo du herkommst. Wie habt ihr es denn groß gemacht jetzt in den letzten Jahren? Oder sag mal, wie viele Fälle bearbeitet ihr mittlerweile im Jahr?
Wir haben jedes Jahr ein paar hunderttausend Kunden, die uns neu beauftragen, alleine im Bereich Fluggastrechte. Und wir machen das europaweit. Wir sind als deutsches Unternehmen, gegründet in Potsdam, heute mit Sitz in Berlin, natürlich am stärksten in unserem Heimatmarkt in Deutschland, wo wir auch die stärkste Marke haben, sind aber auch sehr gut unterwegs in beispielsweise Frankreich, Spanien, UK. Und haben während Corona noch den Marktführer in den Nordics, also aus Dänemark heraus für Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland übernommen, sodass wir inzwischen fast ganz Westeuropa extrem gut abdecken.
Okay, also ein paar 100.000 Fälle heißt dann, das sind alles Leute, die irgendwo Probleme hatten mit ihren Flugzeugen. Und dann kann man jetzt ein bisschen wieder anfangen zu rechnen, was das dann irgendwie alles bringt. Ich habe gesehen, ihr habt bis 2021 auch noch Bilanzen veröffentlicht. Mittlerweile gehört ihr zu einem größeren Konzern dazu und tut das nicht mehr. Also was ist denn so ein Warenkorb denn bei euch? Also wenn jetzt jemand sich beschwert und dann kriegt er wahrscheinlich jetzt erstmal so im Schnitt, weiß nicht, 300, 400 Euro und ihr bekommt dann was davon?
Genau, typischerweise hat ein Kunde bei uns oder ein Fall kann durchaus auch mehrere Passagiere haben. Also wir haben im Schnitt 2 Passagiere pro Fall, weil beispielsweise ein Paar zusammenreist und dann gibt halt einer den Fall bei uns ein und deswegen ist so der durchschnittliche Claim Value, den wir haben, ungefähr bei 600 Euro und wir nehmen davon im Regelfall ein Drittel.
Okay, das ist doch transparent. Das wissen die auch, dass wenn das jetzt gewonnen wird, dann bekommen sie 400 Euro, was ja cool ist, und statt nichts und ihr bekommt 200. Genau, das ist schon ein guter Warenkorb für euch. Also es macht schon Sinn, da irgendwie auch richtiges Marketing zu machen, weil 200 Euro, keine Ahnung, gehen auch die Anwaltskosten ab, aber dann hast du trotzdem irgendwie so der Customer Value ist ja nicht schlecht.
Absolut. Ich glaube, wir müssen auch viel dafür tun. Genau, wir müssen erstmal den Kunden gewinnen. Das heißt, wir haben die Marketingseite. Wo wir natürlich viele Aufwendungen haben und dann auch auf der Durchsetzungsseite. Wenn wir vor Gericht gehen, tragen wir auch das gesamte Risiko. Das heißt, der Kunde zahlt bei uns niemals etwas, sondern es ist immer auf Erfolgsbasis. Das heißt, wir nehmen dann einfach diesen Teil, dieses Drittel im Regelfall von der Provision, aber wenn wir beispielsweise vor Gericht gehen und dort verlieren, dann kann es auch sein, dass wir 500, 600€ Verfahrenskosten und Verlust haben. Weil wir diesen Fall vor Gericht verloren haben.
Aber so als Totalumsatz erstmal kann man ja relativ leicht rechnen. Ich habe jetzt gelernt, irgendwie ein paar hunderttausend Fälle, dann mal irgendwie, weiß ich nicht, 200 € im Schnitt. Das heißt, man kommt bei so einer mittleren achtstelligen Zahl dann irgendwie raus, also irgendwas zwischen 40 und 60 Millionen € Jahresumsatz. Liege ich da nicht ganz falsch?
In der Größenordnung, genau.
Okay, also schon dann auch irgendwie eine mittelständische Firma geworden.
Absolut.
Ist wahrscheinlich eines der größten deutschen oder europäischen Legal Techs.
In Deutschland definitiv sind wir das größte Legal Tech, und wenn man Legal Tech bezeichnet im Bereich Verbraucherrechte und die Durchsetzung der Verbraucherrechte, dann sind wir da definitiv die Größten, waren ja auch die Ersten mit der Gründung 2010 und machen ja seit einigen Jahren auch neue Rechtsgebiete, damit wir neben dem Fluggastrechtebereich auch noch weitere Standbeine haben und so noch weiter wachsen können.
Wie muss man sich so Legal Tech wirklich vorstellen? Also du hast ja gerade gesagt, ihr habt Marketingkosten, ihr habt auch Anwaltskosten, aber ich meine, am Ende geht es immer um das Gleiche. Also ich meine, die Leute haben irgendwie eine Flugverspätung. Es würde mich jetzt wundern, wenn ihr da jedes Mal bei einer Anwaltskanzlei anruft und sagt, Mensch, hier, der Herr Soundso hat ein Problem, könntet ihr ihm bitte helfen? Da gibt es doch wahrscheinlich einen automatisierten Prozess, der so durchläuft, und die Kosten dürften da jetzt nach meiner nicht juristischen Einschätzung nicht so hoch sein.
Das Thema Automatisierung war für uns immer super wichtig und ist Teil des Erfolgs. Und deswegen sind wir eben auch ein Tech-Unternehmen, weil wir ganz, ganz viel in diese Automatisierung investieren. Und wenn beispielsweise ein Kunde zu uns kommt, dann laufen erstmal ganz viele automatische Checks, ob da überhaupt ein Anspruch bestehen kann. Und nur wenn wir prinzipiell der Meinung sind, hier besteht ein Entschädigungsanspruch, dann wird der Fall weiterbearbeitet. Und dann wird beispielsweise die Airline zur Zahlung aufgefordert. Und das ist ein hochautomatisierter Prozess. Und eigentlich alles, was wir machen, da versuchen wir Muster zu erkennen und dann in einem standardmäßigen Vorgehen, was auf möglichst viele Fälle passt, eine bestmögliche Lösung zu machen. Also zum Beispiel eine Klageschrift ist dann hochautomatisiert. Das heißt, wir können auf Knopfdruck europaweit beispielsweise einen Fall vor Gericht bringen. Und wenn wir nicht so hochautomatisiert wären, dann könnten wir auch nicht Hunderttausende von Kunden jedes Jahr das Recht durchsetzen.
Das heißt, die Kosten für diese Rechtsdurchsetzung sind noch gar nicht so hoch. Also die Marketingkosten werden viel höher sein bei euch.
Also Marketingkosten sind ein großer Block, aber die Rechtskosten sind auch ein relevanter Block, insbesondere wenn wir vor Gericht verlieren. Und es gibt einfach Konstellationen, da kann man es nicht vorhersehen, ob wir vor Gericht verlieren oder nicht. Und manchmal gehen wir auch bewusst ein bestimmtes Risiko, um zu gucken, wie entscheiden die Gerichte in bestimmten Konstellationen.
Aber warum kann man verlieren?
Ich meine, es ist doch scheinbar relativ klar. Also der Flug war verspätet überhalb dieser Karenzzeit und dann kann man trotzdem verlieren?
Ja, also die Verordnung sagt, wenn der Flug mehr als 3 Stunden Verspätung hat oder innerhalb von 14 Tagen storniert wird, dann gibt es erst mal prinzipiell diesen Anspruch und die Airline muss zahlen. Außer die Airline kann nachweisen, dass ein außergewöhnlicher Umstand vorlag. Und ein außergewöhnlicher Umstand kann zum Beispiel ein Schneesturm sein, also ein Wetterereignis, oder wenn der Luftraum geschlossen ist beispielsweise. Und in diesen Fällen muss die Airline nicht zahlen. Und dann gibt es eben so strittige Fälle, wo man sagen kann, okay, es war ein Gewitter beispielsweise am Morgen hier in Hamburg. Und am Ende des Tages wird ein Flug storniert und die Airline sagt dann: Ja, das lag daran, weil am Morgen ein Gewitter war in Hamburg. Und dann würden wir wahrscheinlich argumentieren und sagen: Na ja, wusstest du ja schon, dass das Gewitter da war, hättest du dir ja auch irgendwelche anderen Maßnahmen überlegen können, um am Ende des Tages den Passagier noch von zum Beispiel München wieder zurück nach Hamburg zu transportieren. Und das sind dann so die strittigen Fälle, wo dann am Ende ein Gericht entscheidet: Muss hier gezahlt werden oder nicht?
Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Okay, also mir fällt gerade ein, was gibt es für Risiken zu eurem Geschäftsmodell neben dem Klumpen der Rechtsprechung selber? Ich hatte ja vor kurzem den Jens Bischoff zu Gast im Podcast, irgendwie den Chef von Eurowings. Der hat auch, sagen wir mal, ich habe ihn auf euch schon mal angesprochen und so, und er sagt, ja, wir arbeiten eng miteinander zusammen und so. Der war da ganz positiv, überraschenderweise, weil eigentlich nervt er die Airlines, sodass ihr dann sozusagen da die Entschädigung aus denen rausholt. Aber ich habe mich gefragt, sagen wir mal so, jetzt wenn ich jetzt so höre, ihr sagt jetzt mal, macht jetzt mal 50 Millionen Euro Umsatz über verschiedenste Airlines hinweg. Der Jens Bischoff hatte mir erzählt, dass alleine irgendwelche Sandwiches, die er dann irgendwann nicht mehr austeilen lässt, haben irgendwie 30 Millionen gespart. Das heißt, in der Dimension Eurowings sind ja jetzt diese 4, 5, 10 Millionen, die vielleicht auf Eurowings entfallen, wenn es überhaupt so viele sind, gar nicht so viel Geld. Also warum gehen diese Airlines nicht hin und sagen, Okay, also wenn ich jetzt, gibt es hier irgendwelche Probleme mit den Passagieren? Es gibt eh Flightright, ich werde eh irgendwie im Zweifel verklagt und muss dann bezahlen. Warum gehe ich nicht hin und mache das komplett kulant und bin so bekannt als die Airline, die mega schnell entschädigt, die mega großzügig ist? Und wenn das so wäre, dann wäre ja euer Geschäftsmodell auch kaputt, weil dann braucht man euch nicht mehr, weil die Airlines einfach von sich aus sagen, okay, Problem, lieber Kunde, wir sind hier super kundenorientiert. Zack, zack, hier ist deine Kohle. Kein Gericht, kein Flightright, nix. Aber das scheint dir keine Sorgen zu machen.
Richtig, genau. Deswegen ist es für uns eigentlich auch nicht nachvollziehbar, warum die Airlines sich nicht kundenfreundlicher verhalten. Weil am Ende hat der Kunde, der reist und eine Flugverspätung hatte, also ich war zum Beispiel mit meiner Familie vor 2 Jahren in Mallorca mit 2 kleinen Kindern und wir sind ins Flugzeug eingestiegen, sollte die Tür zugemacht werden und dann war die Tür defekt und dann mussten alle Passagiere, ganz viele Kinder, Familien mit Kindern im Flieger warten, 2 Stunden. Wurde die Tür repariert und dann hieß es, oh, jetzt ist der Pilot über seine Arbeitszeit, ja, und wir mussten noch mal 2 Stunden bis auf eine neue Crew warten, ja. Und das ist eine mega Frustration, die man dann in diesem Moment hat, man ist verärgert und so weiter. Und dann nach 3 Stunden wussten wir ja alle, okay, jetzt haben wir Anspruch auf eine Entschädigung, dann war die Stimmung ein bisschen besser. Aber man würde erwarten, dass die Airlines jetzt diese Entschädigung dann problemlos zahlen. Aber selbst in diesen Konstellationen ist es häufig so, dass die Airlines eben das möglichst lange rauszögern oder gar nicht zahlen.
Also bei der Deutschen Bahn ist es nicht so einfach, weil da laufen ja sogar schon teilweise die Schaffner dann rum, wenn es zu lange dauert, und verteilen so die Zettel und sagen, hier können Sie sich irgendwie Ihr Ticket zurückbekommen.
Das stimmt, die Deutsche Bahn macht das wirklich vorbildlich. Man kann ja auch in der App schon direkt über das gebuchte Ticket seine Rückerstattung anfordern. Deswegen ist das für uns auch kein Problem.
Wird aber eigentlich für so Airlines auch ein Differenzierungsfaktor. Man weiß, okay, ich buche da, und wenn irgendwas nicht klappt, die sind mega kulant. Eigentlich so über Airline-Marketing Ich kenne mich damit nicht genug aus, aber würde man meinen, das sei vielleicht eine Differenzierung?
Kann sein, ja. Bisher haben wir noch keine Airline erlebt, die tatsächlich da proaktiv auf die Passagiere zugeht. Wahrscheinlich ist es einfach noch ein sehr, sehr kleiner Teil der Passagiere, die heutzutage tatsächlich die Entschädigung einfordern, und der Anteil würde ja dann deutlich hochgehen. Wir machen immer mal wieder eine Umfrage, und da sagen so ein Drittel der Flugreisenden, dass sie Fluggastrechte kennen. Sie wissen, da gibt es irgendwas, aber nicht mal dieses Drittel wird vollständig diese Entschädigung einfordern. Also wir gehen eher so davon aus, dass 15 bis 20% der Passagiere tatsächlich auch nur diese Entschädigung geltend machen. Und würde die Airline das einfacher machen, dann würde es wahrscheinlich hochschnellen von 15% auf 80%.
Was ist denn die, was denn, wenn man jetzt gehört, Eurowings macht es nicht schlecht, was denn so die Airline, die es also wirklich schlecht macht, wer ist denn da richtig scheiße, wer nervt denn seine Kunden hart, wen habt ihr denn am meisten zu zu verklagen?
Also Ryanair ist definitiv auch ganz vorne dabei, die wir verklagen müssen. Es war auch immer Lufthansa, die, also der Mutterkonzern von Eurowings, die sich sehr quergestellt haben und überhaupt nicht kooperationsbereit waren. Früher war es so, dass man sagen konnte, die Billig-Airlines haben gar nichts gezahlt, man musste jeden Fall einklagen, wie zum Beispiel Ryanair oder easyJet. Aber wir haben inzwischen so eine Wichtigkeit bei den Airlines erreicht durch die vielen Klagen. Wenn wir zum Beispiel in einem Monat mal 5000 Fälle gegen Ryanair einklagen, dann fängt Ryanair doch plötzlich an, mit uns zu sprechen und zahlt auch Fälle, ohne dass wir klagen müssen. Von daher wechselt das tatsächlich. Wir haben so ein Ranking, da schneidet beispielsweise Eurowings immer ganz gut ab. Die zahlen immer ganz gut. Der Rest der Lufthansa-Gruppe ist eher so am unteren Ende. Also das ist wirklich total durchmischt.
Aber ich meine, so Ryanair, wenn ihr die jetzt verklagt, was würde eigentlich passieren, wenn die darauf nicht reagieren? Also 5000 Klagen, wenn die sagen, Dann kommt irgendwann, wird dann gepfändet, oder wie muss man die Flugzeuge festgehalten, oder wie läuft es dann?
Ja, tatsächlich, das haben wir auch schon mal gemacht. 2015 hatten wir mal ein Flugzeug von Condor am Salzburger Flughafen. Da hatten wir ein positives Urteil, die Airline hat trotzdem nicht drauf gezahlt. Dann haben wir einen Gerichtsvollzieher bestellt, und dann ist der aufs Rollfeld zu dem Flugzeug und hat gesagt, wenn ihr jetzt nicht diese 400 Euro zahlt, dann fliegt dieser Flieger nicht los, ein voll besetztes Passagierflugzeug. Passagierfahrzeug. Und ja, tatsächlich hat dann Condor eine Blitzüberweisung gemacht und der Flieger konnte noch pünktlich abheben. Und wir haben auch von TAP, der Airline beispielsweise, mal das Bankkonto gepfändet und die konnten dann erst wieder aufs Konto zugreifen bei einer deutschen Bank, als sie dann unsere Forderungen beglichen haben. Und da ging es glaube ich tatsächlich um fast eine Millionenforderung. Das heißt, da ist immer ein Wandel und vielleicht auch ein bisschen in Wellenbewegungen. Da gibt es mal ein bisschen kulanteres Verhalten Und dann vielleicht auch, ist es eine Cashflow-Thematik oder andere unternehmensstrategische Gründe, warum die Airlines da mal wieder sagen, so, wir zahlen jetzt erstmal gar nichts.
Aber der Cashflow ist ja, wenn man sich die Cashflows von so Airlines anguckt, das ist ja nach wie vor klein, was ihr da auslöst oder was ihr da— okay. Aber wie groß ist denn euer Markt? Also ich meine, wie viel, wenn jetzt alle Passagiere, die betroffen sind, so im durchschnittlichen Jahr eure Kunden würden, was, also jetzt ist der aktuelle Umsatz, ich nehme jetzt mal diese 50 Millionen, kann man da jetzt irgendwie auch 500 Millionen Umsatz machen?
Nur mit Flug?
Europaweit könnte man da sicherlich auch 500 Millionen Umsatz mit machen, aber dann müsste man wahrscheinlich 80% des Marktes haben.
Aber ich meine, das ist doch eine Marketingfrage. Also das heißt, du brauchst jetzt irgendwelche etwas größeren Ansprüche an dein Marketingteam?
Wir wachsen ganz stark. Also wir haben beispielsweise in Frankreich im Vergleich zum letzten Jahr uns fast verdoppelt, was die Neukundenzahl angeht. Das heißt, wir investieren ganz, ganz viel in Marketing und versuchen dort auch, um insbesondere über Push-Kanäle das Thema überhaupt bekannt zu machen. Das heißt, wir sind viel auf Meta, Instagram, Facebook, TikTok unterwegs, um überhaupt den Passagieren zu sagen: Schau mal, du hast einen Anspruch hier. Und eigentlich sollte jeder, immer wenn er ein Flugproblem hatte, auf unserer Website erstmal gucken, ob er einen Anspruch hat. Und dann kann er sich noch überlegen, ob er es versucht, selber durchzusetzen oder es über uns durchsetzt. Aber erstmal überhaupt diesen Schritt zu machen, dass ich weiß, ich habe eventuell einen Anspruch.
Was ist mit Werbung direkt am Flughafen, am Gepäckband, wo da immer Sixt wirbt und Ähnliches? Da direkt irgendwie, Flug war zu spät, direkt bei uns melden.
Ja, fast alle europäischen Flughäfen haben Werbung von uns verboten.
Wirklich?
Weil die so eng mit den Airlines zusammenarbeiten. Das heißt, wir dürfen in keinem deutschen Flughafen Werbung machen. Wir waren in 2024 im Sommer am Wiener Flughafen, hatten da verschiedene Billboards an verschiedenen Ecken. Da durften wir es machen. Wir waren noch mal in Finnland.
Und das hat wahrscheinlich gut funktioniert.
Out of Home ist immer ein bisschen schwer zu messen, aber ich glaube, für uns hat es sich auf alle Fälle gelohnt. Wir haben schon gesehen, dass wir überproportional viele Neukunden hatten, die von Wien abgeflogen sind oder dort gelandet sind.
Ich sehe es ja in Ibiza, da war ich vor kurzem. Direkt am Flughafen ist riesige Werbung, also außerhalb für die ganzen Diskotheken, die es da gibt, wo man irgendwie Pasha und wie es alles heißt, dann werden da die DJs groß. Da würde ich doch irgendwie Vollgas hingehen. Ihr müsst doch da irgendwie am Ende, das ist ja ein Massengeschäft. Also jeder, der fliegt, hat irgendwann eine Verspätung und muss dann euch sozusagen top of mind haben. Das muss doch auch über sozusagen airportnahe Wäre jetzt mein Gefühl, aber da sagst du, ihr setzt lieber auf digital.
Digital ist einfach besser messbar und von daher ist halt Onlinewerbung immer attraktiv. Es gibt verschiedene Kanäle, die wir machen. Wir verteilen zum Beispiel Flyer an Parkplätzen an den Flughäfen. Also in Deutschland regelmäßig zu den Feriensaisons. Wir waren zu den Olympischen Spielen an ganz vielen U-Bahn-Stationen in Paris beispielsweise, weil wir viele Reisende hatten. Viele sind nach Paris reingeflogen, rausgeflogen. Dann macht das Sinn. Das heißt, überall wo wir nah an unserer Zielgruppe sind, die Reisenden, da machen wir auch Werbung.
Okay, okay. Aber ich kann mir fast gar nicht vorstellen, also mit Olympias finde ich schon clever und mit den Flyern am Flughafen, das macht total viel Sinn. Aber eigentlich ist ja fast eine spannende Frage: Wie kann man noch sozusagen diese Flughäfen, kann man nicht auch bei Instagram oder TikTok einstellen, so Targeting, dass man die Leute nur erreichen möchte, wenn sie gerade am Flughafen sind oder so was?
Genau, Geotargeting nutzen wir auch. Das kann man machen und das machen wir auch, dass wir besonders viel Push-Werbung machen. Zum Beispiel bei Facebook, wenn jemand am Flughafen ist.
Absolut. Okay, okay. Was für ein Marketingbudget reden wir so Größenordnung bei euch?
Ist auch ein zweistelliger Millionenkostenblock. Also es ist unser größter Kostenblock.
Absolut. Okay, okay. Na gut, aber dann ist ja die Firma auch mittlerweile schon auch durchaus profitabel, ne?
Ja, absolut. Wir sind profitabel, sind gut profitabel. Und das Schöne ist, das Geschäftsmodell ist ziemlich skalierbar. Das heißt, je größer wir werden, desto mehr steigt eben auch unsere Profitabilität. Und es gibt da einen ganz tollen Treiber dafür, wovon eben auch unsere Kunden profitieren. Und das ist, je mehr Möglichkeiten wir zur Durchsetzung europaweit haben, desto mehr Fälle können wir prozentual durchsetzen. Um das zu erklären: Wir haben eine große Datenbank, wo wir genau wissen, welche Konstellation an Fällen wir wo vor Gericht bringen sollen und mit welcher Wahrscheinlichkeit wir dann dort vor Gericht gewinnen. Und wir bringen den Fall natürlich dann immer dort vor Gericht, wo die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, und da profitiert dann letzten Endes der Reisende und wir natürlich auch, weil wir dann von einem erfolgreichen Fall mehr verdienen. Und deswegen bringen wir den Fall immer dort vor Gericht und in dem Land auch vor Gericht, wo es am besten ist.
Okay, und das ist also eine Software, die ihr selber gebaut habt?
Genau, das ist ein vollständig eigenentwickeltes System, mit dem wir da arbeiten, was genau auf unsere Prozesse abgestimmt ist.
Aber ich meine, du bist wahrscheinlich Automatisierungsweltmeister aktuell, wenn ich das so höre bei eurer Firma. Wie viele Leute arbeiten da?
Wir haben 300 Mitarbeiter.
Okay, immerhin. Das ist ja dann gar nicht so wenig. Aber gibt es irgendwelche Empfehlungen zur Automatisierung? Wenn du sagst, okay, alle Firmen wollen jetzt ja auch gerade in Zeiten von AI in der Automatisierung besser werden. Was kann man da von euch lernen?
Ich glaube, wir haben immer auf Automatisierung gesetzt. Das war immer ein Teil unseres Geschäftsmodells, weil wir es sonst nicht geschafft hätten, das Wachstum hinzukriegen und dann halt für einen doch kleinen Warenkorb viele Schritte zu erledigen. Ich glaube, es gibt nicht den einen Ansatz und ich glaube, wir sind auch technologieoffen. Also wir gucken überall: Ist jetzt generative KI beispielsweise das richtige Tool, um ein bestimmtes Problem zu lösen? Aber wir arbeiten in einigen Teilen schon mit beispielsweise bei der Klageerstellung oder bei einer Replik mit Textbausteinen und die muss ich gar nicht mehr prüfen, weil da habe ich keine Varianz drin. Und da haben wir dann zum Beispiel generative KI dagegengesetzt und gemerkt: Da sind wir eigentlich nicht besser mit, weil da schleichen sich immer wieder Fehler ein, wohingegen ich heute schon oder schon vor generativer KI ein System hatte, was fehlerfrei gearbeitet hat. Und deswegen ist vielleicht meine einzige Empfehlung zu sagen: Ja, man muss immer gucken, jetzt auch bei neuen Technologien wie jetzt generativer KI, hat sich dadurch was verändert? Aber ich würde jetzt nicht nur wegen der Technologie was anders machen. Vielleicht gibt es auch noch eine etwas ältere Technologie, die sogar besser funktioniert.
Habt ihr denn die Anwälte bei euch auch im Haus oder sind das alles Partnerkanzleien, mit denen ihr arbeitet?
Im Fluggastrechtebereich haben wir natürlich Juristen bei uns inhouse, die unsere rechtlichen Strategien ausarbeiten. Aber wenn wir dann tatsächlich klagen vor Gericht, dann machen das typischerweise externe Anwälte, zumindest in Deutschland, einigen europäischen Ländern. In Skandinavien haben wir quasi unsere eigene Kanzlei und vielleicht kommen wir da später noch mal zu, aber wir machen auch noch andere Rechtsgebiete wie Arbeitsrecht und Verkehrsrecht und da haben wir wirklich in unserer Gruppe eine angeschlossene Kanzlei.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazukaufen. Zum Start gibt es außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Also bevor wir dazu kommen, vielleicht einmal ganz kurz, was du da machst oder die ganze Firma ist neben dem operativen Geschäftsmodell auch wirklich ein super Beispiel für eine gelungene Transformation. Also ihr gehört mittlerweile mehrheitlich zu einem Medienhaus, das mit Regionalzeitungen oder der Süddeutschen Zeitung, Freie Presse, solchen Publikationen sozusagen groß geworden ist, Geld verdient hat, und dann haben die euch irgendwann gekauft, und dann seid ihr jetzt wahrscheinlich so die Cashcow oder der wachsende Star im Portfolio. Eines Zeitungsverlags. Kann man das so sagen?
Genau, das kann man so sagen. Wir gehören seit Anfang 2019 zur Medien Union Ludwigshafen. Also das Stammhaus sitzt in Ludwigshafen mit der Rheinpfalz dort als lokale Tageszeitung und einige der anderen Publikationen, die du genannt hast. Und die haben eben angefangen zu diversifizieren in verschiedene Tech-Unternehmen und da sind wir eine hundertprozentige Tochter und haben uns super entwickelt seitdem.
Und ich denke, mittlerweile wahrscheinlich vom Ergebnispotenzial, von Zukunftsvisionen, auch vom Wert her. Ich kenne jetzt die Rheinpfalz nicht so genau, die Zeitung.
Eigentlich kenne ich sie gar nicht, wenn ich ehrlich bin.
Aber ich würde tippen, dass jetzt irgendwie Flightride oder die Gruppe, die jetzt da gerade formt, deutlich wertvoller ist als die Zeitung.
Dazu kann ich nichts sagen. Aber was ich sagen kann, ist, dass der Gesellschafter mit unserer Entwicklung Performance setzen zufrieden ist.
Ja, aber es ist ja immer so die Frage, gib mal ein Beispiel für irgendeine gelungene Transformation. Dann kommt man immer auf Axel Springer zu sprechen, weil die es gut gemacht haben mit den Stellenanzeigen und so. Und dann ist man schon schnell da, wo, ja, wer hat sich noch gut transformiert? Gibt gar nicht so viele Beispiele. Aber hier gibt es eins, also Medienunion Ludwigshafen, wirklich möglicherweise jetzt sogar Mehrwert mit euch denn je zuvor. Haben die noch andere Tech-Firmen im Portfolio?
Die haben auch noch andere Tech-Firmen. Expertia gehört zum Beispiel dazu.
Also Jobbereich, ja?
Ja, genau, im Jobbereich haben sie einige Beteiligungen. Retresco aus Berlin, die machen so Textgenerierung, genau, und noch eine Eventsoftware und so verschiedene Beträge.
Aber ihr seid wahrscheinlich da jetzt so der, schon von der Dimension her, wenn ich mir das so richtig anhöre, der mit dem meisten Potenzial zumindest mal.
Genau, ich glaube, aktuell stehen wir extrem gut da, sind ein wichtiger Teil des Portfolios.
Absolut.
Und dann kam die Idee auf, zu sagen, okay, neben Flügen machen wir jetzt auch noch Arbeitsrecht. Also das heißt, wenn jemand irgendwo— oder wann kann man sich dann als Arbeitnehmer nämlich bei euch melden? Was muss einem passiert sein?
Genau, seit 2018 helfen wir auch Arbeitnehmern im Arbeitsrecht, weil wir gesagt haben, wir wollen nicht nur im Fluggastrechtebereich den Verbrauchern helfen, ihr Recht durchzusetzen, sondern müssen eigentlich das, was wir gelernt haben, übertragen können auch auf andere Rechtsgebiete. Und heute ist es so, Das klassische Problem im Arbeitsrecht ist, man hat eine Kündigung bekommen. Ja, und was mache ich da? Ich weiß gar nicht, was habe ich für Rechte? Ich habe eigentlich in Deutschland sehr, sehr guten Arbeitnehmerschutz, aber viele Arbeitnehmer kennen ihre genauen Rechte nicht. So, und dann kommen die zu uns über unsere Website und wir helfen denen dann. Also wir besprechen, was wollen die eigentlich? Aber typischerweise, wenn erstmal eine Kündigung ausgesprochen wurde, geht es um die Höhe der Abfindung und wir versuchen dann für die Arbeitnehmer eine möglichst hohe Abfindung rauszuholen. Und das Besondere an dem, was wir anbieten im Vergleich zum klassischen Anwalt, ist daneben, dass wir vollkommen vollständig digital arbeiten, ist unser Vergütungsmodell. Im Arbeitsrecht ist es so gesetzlich geregelt, dass der Arbeitnehmer immer seinen Anwalt selber bezahlen muss. Das heißt, er hat da auch ein relativ hohes Kostenrisiko, weil er ja gar nicht genau weiß, was passiert da und was sind da für Kosten. Und bei uns hat er auch die Möglichkeit, wie bei Flightride, nach einem No-Win-No-Fee, also nach einer erfolgsbasierten Vergütung zu arbeiten. Das heißt, nur wenn wir auch erfolgreich eine Abfindung für den Arbeitnehmer durchsetzen, dann kriegen wir eine Provision von dieser Abfindung. Und wenn wir nicht erfolgreich sind oder halt nicht so eine hohe Abfindung rausholen, dann kriegen wir halt weniger oder gar nichts. Von daher ist das wirklich was, was ein klassischer Anwalt gar nicht anbieten kann, also nicht darf, aber natürlich auch nicht macht.
Also seit ein paar Jahren macht ihr das jetzt schon, aber es müssten doch gerade mega Zeiten sein. Überall lese ich von Entlassungen, teilweise ja Hunderte, Tausende von Leuten.
Der Bereich müsste doch gerade richtig richtig wachsen?
Absolut, der entwickelt sich auch sehr gut. Wir sind heute schon die größte Arbeitnehmervertretung Deutschlands. Das heißt, deutschlandweit gibt es keine Kanzlei, die mehr Arbeitnehmer vertritt als wir, und haben aktuell natürlich durch den Markt auch eine große Dynamik.
Und diese, sagen wir mal, Hunderttausende von Fällen, die du gesagt hast, bezieht das schon dann die Arbeitnehmerfälle mit ein, oder ist das nochmal ein separates Geschäft, was noch on top käme?
Das kommt noch on top, das ist zahlenmäßig kleiner, Dafür sind die Aufwände, aber auch die Umsätze im Arbeitsrecht deutlich größer. Also zahlenmäßig Hunderttausende von Fällen haben wir im Fluggastrechtebereich. Im Arbeitsrechtbereich liegen wir da eher so in einem zweistelligen Tausenderbereich.
Aber kann man das nicht weiter hochskalieren? Also ich meine, da gibt es doch aus meiner Sicht gerade aktuell müsste noch viel mehr Fälle geben.
Ja, wir wachsen da auch gut. Es ist halt immer die Frage, wie findet man den Kunden? Wir sind gut online erreichbar. Das heißt, wenn jemand online nach einem Anwalt sucht, dann findet er uns und dann sind wir da eben auch klar die Nummer 1, aber es ist ein sehr emotionales Thema mit viel Unsicherheit. Also das ist eben der große Unterschied zum Fluggastrechtebereich und dort wird halt häufig auch über Mund-zu-Mund-Propaganda der Anwalt vom Freund empfohlen oder man hört sich eben um und deswegen ist dort nicht so die klassische Suche nach einer Lösung online. Es gibt auch noch viele, die einfach offline sich umhören und deswegen ist es ein bisschen schwieriger, an den Kunden zu kommen in dem Bereich.
Und klassische Anwälte mögen euch nämlich nicht so sehr? Weil ihr hinterher Geschäft werdet am Ende.
Das stimmt, das stimmt. Wir sind Konkurrenz zu den klassischen Anwälten.
Es gibt ja eine Menge Arbeitsrechtler irgendwo quer durchs Land, die dann sagen, scheiße, wenn das jetzt groß wird, dann brauche ich die Kamera gar nicht mehr aufmachen.
Absolut. Und ich glaube auch, dass der Einzelanwalt eher ein aussterbendes Modell ist, weil er es immer schwieriger hat, an Kunden zu kommen, weil halt zunehmend die Verbraucher immer online nach einer Lösung suchen. Und dort gibt es halt dann einige wenige, die online professionell aufgestellt sind.
Und auch die Kohle haben, da so präsent zu sein.
Richtig, genau. Und auch eine ganz andere Kundenerfahrung bieten, als der das kann, der vielleicht ein Sekretariat hat und alles manuell machen kann. Wir haben ein Kundenportal, der Kunde kann da reinschauen, der kriegt dauernd Statusupdates, wo sein Fall ist, was die nächsten Schritte sind. Das heißt, es ist eigentlich eine Erfahrung, die der Kunde auch von anderen Dienstleistungen, die er online hat, bekommt. Und trotzdem steht bei uns ein Fachexperte dahinter, eine ganz normale anwaltliche Arbeit. Das heißt, man kriegt immer noch die gleiche Dienstleistung, aber mit der Servicequalität, die ihr auch von anderen digitalen Dienstleistern kennt.
Und mit einem viel attraktiveren Wirtschaftsmodell dahinter.
Absolut, absolut, weil das ist wirklich was, das kann ein Einzelanwalt gar nicht anbieten. Das können wir nur durch unser Gruppenkonstrukt im aktuellen regulatorischen Umfeld so anbieten, weil wir auf der einen Seite eine Prozesskostenfinanzierung haben als technisches Produkt, sage ich jetzt mal, und dann eine Partnerkanzlei, die die Fälle bearbeitet.
Okay, aber da müsste doch auch richtig viel Wachstum noch drin sein. Also wenn man mal guckt, wie viele Einzelanwälte oder Arbeitsrechtler es so gibt, wenn man da jetzt richtig Marktanteile gewinnt, da müsstest du auf, weiß ich nicht, hätte ich jetzt gesagt, Hunderte von Millionen Umsatz kommen können.
Genau, der Arbeitsrechtsmarkt ist einige Milliarden groß in Deutschland, also der Rechtsmarkt nur im Bereich Arbeitsrecht.
Größer als Flugrecht, ja.
In Deutschland ja, in Deutschland ja, und von daher ist es auf alle Fälle ein attraktiver Markt, und wir wachsen innerhalb dieses Rechtsgebiets, aber eben auch über neue Rechtsgebiete. Also wir machen eben Arbeitsrecht seit 2018, wir helfen Verkehrsteilnehmern im Bereich Verkehrsrecht seit 2020, gehören da schon zu den Top-3-Online-Anbietern, die beispielsweise Verkehrsteilnehmern, wenn du zu schnell fährst und du wirst geblitzt und würdest deinen Führerschein verlieren, dann können wir dir helfen, dass du vielleicht deinen Führerschein behältst und eher eine höhere Strafe, ein höheres Bußgeld bezahlst. Oder wenn du einen Unfall hast und die Versicherung will nicht bezahlen, dann würden wir dir helfen, dass du das Geld von der Versicherung bekommst. Das heißt, wir wachsen nicht nur in den einzelnen Rechtsgebieten, sondern auch über die verschiedenen Rechtsgebiete und neue Rechtsgebiete hinaus.
Okay, aber ich meine, wenn ich nochmal zurück zum Arbeitsrecht, weil ich das irgendwie mir das so klein vorkommt. Ich meine, du bist ja vermutlich, Lebenslauf weist aus, sehr ehrgeiziger Typ. Das macht er seit 2018 Arbeitsrecht und habt jetzt eine, sagen wir mal, ich hörte da gerade raus, so weiß nicht, 15.000, 20.000 Fälle im Jahr im Vergleich zu Flugrechten, also deutlich weniger. Wie kann das sein? Also warum, wo ist der Haken? Also warum kann man nicht noch schneller hochskalieren, wo doch so viele Fälle auch jetzt hier sozusagen rumliegen?
Gut, am Ende ist es die Frage: Finde ich die Kunden online oder suchen die Kunden woanders nach einem Anwalt? Und wir wachsen ja ganz stark und ich denke, das Potenzial ist da, dass wir auch 100.000 Arbeitsrechtsfälle im Jahr machen. Gleichzeitig ist der Fluggastrechtemarkt, was die Anzahl der Fälle angeht, schon einfach sehr, sehr groß.
Weil er auch neuer ist. Ich meine, das ganze Thema kennt man auch so gar nicht. Es gibt jetzt kein klassisches Profil von einem Anwalt, der jetzt nur Fluggastrechte macht oder Genau, da gibt es nur einzelne.
Das heißt, das ist eigentlich ein Geschäftsmodell, wo die Kunden alle online nach einer Lösung suchen, wenn sie eine Lösung brauchen. Wohingegen wir ja im Arbeitsrecht versuchen müssen, quasi die potenziellen Kunden und Mandanten weg von dem lokalen Anwalt hin zu einem Online-Anwalt zu bringen.
Okay, und stehen euch da so Anwaltsverbände und so, gehen die auf die Barrikaden und gibt es da schon sehr viel Gegenwind?
Überhaupt nicht. Ich glaube, es wird eher begrüßt, weil wir es ja schaffen, die Anwaltschaft zu digitalisieren. Digitalisieren und so auch für den Verbraucher eigentlich eine gute Kundenerfahrung hinkriegen. Also wir kriegen überhaupt gar keinen negativen Wind.
Aber die Einzelanwälte finden das schon scheiße. Also ich meine, ich habe jetzt meinen Cousin in Essen, der ist glaube ich sogar Arbeitsrechtler, fällt mir gerade ein. Also unter anderem, die machen immer so eine Reihe von Sachen, auch Verkehrsrecht, so die ganzen Sachen, die man so als kleinerer Anwalt so macht. Der wird wahrscheinlich irgendwann denken, scheiße.
Ja, die Kundenakquise für einen Einzelanwalt ist extrem schwierig, weil wenn man dann mal online die Klickpreise zahlen muss und dann noch konvertieren muss und so weiter.
Auf einen Arbeitsrechtsmandanten?
Ist im einstelligen Eurobereich, aber da klickt er erst mal drauf, da ist er ja noch nicht Mandant, also Mandant geworden. Und die Akquisekosten für ein Mandat sind dann durchaus im dreistelligen Eurobereich.
Okay, okay. Und es gibt wahrscheinlich auch nicht so viel Recurring Revenue, also weil wenn man die einmal sozusagen das geklärt hat, dann nimmt man einen neuen Job an, den macht man wieder ein paar Jahre bestenfalls oder normalerweise. Dann ist man also, es gibt oder gibt es so Upselling-Möglichkeiten?
Im Arbeitsrecht selber nicht. Wir launchen gerade die Marke Allright und bündeln all unsere Services unter einer Marke, weil am Ende hat ein Verbraucher über sein Leben hinweg verschiedene Rechtsprobleme. Ja, vielleicht nicht immer wieder im Arbeitsrecht, aber vielleicht hat er jetzt gerade ein arbeitsrechtliches Problem, weil er gekündigt wird. Morgen ärgert er sich und fährt zu schnell, weil er sich geärgert hat, und wir können ihm helfen. Und wenn er in den Weihnachtsurlaub fährt, hat er eine Flugverspätung. Und bei Allright findet der Kunde zukünftig all diese Services aus einer Hand und kann sich immer darauf verlassen, dass es eine gleichbleibende Qualität ist und voll digital. Und von daher arbeiten wir daran, dass es auch ein Recurring Business ist. Es ist aber so, dass für uns einfach jeder Kunde, also von der geschäftlichen Seite her, auch profitabel sein muss.
Okay, also mit erster Transaktion profitabel. Aber dennoch habe ich jetzt das Gefühl, oder ich meine, du wirst es mir nicht genau verraten, aber Es macht ja sehr viel Sinn. Also ich meine, ihr seid so eine Art dann Check24, nur halt für Anwaltsleistungen. Also hier checke ich alles, ist dann euer Claim, ist dann hier, hier verklage ich alle, so ungefähr. Also, aber das macht ja auch dann vor allen Dingen, wenn man sowas hat, Sinn, eine zentrale Marke aufzubauen. Und dann kann man halt noch viel mehr Marketinggeld in die Hand nehmen, weil man halt sozusagen das dann über verschiedenste Wege zurückverdienen kann. Jetzt frage ich mich, wenn man jetzt schon die Firma sozusagen verkauft hat, ist denn der Gesellschafter bereit, auch sozusagen so viel Kohle, wie man vielleicht in der Startup- oder Wachstumsphase ausgeben würde, in die Hand zu nehmen? Weil ich meine, ich stelle mir vor, mit dem Claim Allright, also wie Check24, die sind ja mega präsent, also auch ein bisschen größer, aber trotzdem müsste man ja eigentlich von Sponsoring bis zur Stadionnahme, müsste man ja Vollgas eine Marke aufbauen.
Ja, genau. Also wir haben, also das ist auf alle Fälle der Weg, den wir gehen wollen, ja, auch in die Marke, und in den Markenaufbau zu investieren. Ich glaube, wir wollen das fortführen, was wir erfolgreich mit Flightride gemacht haben, und das war eigentlich immer ein profitables Wachstum hinzukriegen. Flightride hat nur 2011 mal so eine Million, gute Million externe Finanzierung bekommen vom Frühphasenfonds Brandenburg, ist seitdem aus dem eigenen Cashflow gewachsen, und das würde ich sagen, ziemlich erfolgreich in den 15 Jahren. Und das Gleiche wollen wir eben mit Allride machen, und da geht der Gesellschafter total mit. Das heißt, wir sind ein profitables Geschäft und einen Großteil unserer Gewinne reinvestieren wir wieder, um das Geschäft weiterzuentwickeln, um die Marke aufzubauen, um neue Geschäftsfelder zu erweitern. Und weil du nach dem Gesellschafter gefragt hast, der unterstützt uns zu 100% und geht diesen Weg mit.
Aber das heißt, demnächst kommt dann schon auch größere Sichtbarkeit? Also du hast es ja gerade beschrieben, wie ihr da so clever Targeting macht und irgendwie eher performanceorientiert digital rangeht, aber die Welt, die dann demnächst irgendwann kommt mit mit Branding und richtig Brand Building über Aktivierung verschiedensten Stellen, das kommt noch erst.
Richtig, das kommt erst. Wir starten immer in einem Rechtsgebiet mit dem Performance Marketing, wo wir klar sagen können, okay, was funktioniert eigentlich, wo holen wir Kunden richtig ab, dass wir die profitabel akquirieren können. Und wenn das funktioniert, dann kommen halt andere Kanäle dazu, bis hin dann zum Brand Building. Also es ist auf der Roadmap, aber ich sag mal, wie gesagt, Schritt für Schritt. Erstmal müssen wir verstanden haben, was den Kunden abholt. Was ist eigentlich genau die Dienstleistung, die Ansprache, die er braucht? Und wenn wir das rausgefunden haben, dann können wir auch stärker in die Marke investieren.
Aber ich glaube, man könnte wirklich auch mit dem natürlich ein bisschen so, wir sind mal so ein bisschen provokatives Marketing macht, könnte man, muss man wahrscheinlich auch vorsichtig sein, dass man die Marke nicht kaputt macht. Aber eigentlich so nach dem mit dem Claim, ich hier verklage, wir verklagen alle, es ist schon ein Hingucker.
Also wenn ich mir so vorstelle, so ein großes Plakat irgendwie am Alexanderplatz Berlin. So, wir ficken sie alle. Das ist schon ganz witzig eigentlich.
Ich nehme es mal mit in unser Marketing-Team.
Ja, aber da kannst du wirklich schon so ein bisschen, also ja, wie soll man sagen, ich glaube, dass das wirklich bei Leuten hängen bleibt. Wer sind denn diese Typen und wie machen die das?
Und wenn man dann aber einen sehr professionellen und sehr seriösen Service liefert neben einem so am Ende, was Ryanair auch macht, die machen auch ein Provokationsmarketing ohne Ende. Aber ja, wenn man dann irgendwie damit den fliegt, dann kommt man auch an. Also und ist dann wahrscheinlich froh, dass man Geld gespart hat. Also ich meine, es ist jetzt, es hat schon irgendwie ja dann Zusammenspiel von echter Leistung, auch sagen wir mal besonderer Leistung wie ein Flug oder jetzt ein Prozess und trotzdem Provokationsmarketing. Das ist schon denkbar, oder nicht?
Absolut. Und wir haben das auch bei Flightride immer wieder genutzt. Wir hatten mal so Riesenbillboards am Flughafen Schönefeld in Berlin. Wo halt ein Ryanair-farbenes Flugzeug drauf war und da stand dann Lying Air drauf und auf der anderen Seite war ein easyJet-farbenes Flugzeug drauf und da stand LazyJet drauf. Einfach um so ein bisschen zu provozieren. Wir haben dann auch gleich eine Abmahnung von Ryanair bekommen. Das heißt, die gucken auch sehr genau, was wir machen. Die verklagen uns auch gerne mal, um uns ein bisschen unter Druck zu setzen. Aber ich glaube, provokatives Marketing funktioniert auf alle Fälle.
Bekannter Partner bei uns: eGym Wellpass. In ganz vielen Gesprächen hier im OMR Podcast bekomme ich das Gefühl, dass sich sehr viele Firmen Gedanken machen, wie sie gute Leute finden. Aber was ja genauso wichtig ist: Wie hält man die guten Leute eigentlich? Und da spielt mittlerweile Gesundheit eine wirklich große, große Rolle. Ich habe eine Zahl gesehen, die hängen geblieben ist, und zwar 88% der Angestellten sorgen sich, dass ihre aktuellen Arbeitsbedingungen langfristig ihre Gesundheit beeinflussen. Viele Firmen kommen dann mit einem One-Fits-All-Fitnessangebot um die Ecke, aber das reicht natürlich nicht, um alle Angestellten sinnvoll anzusprechen, denn die Bedürfnisse sind häufig sehr, sehr unterschiedlich. Die einen gehen lieber ins Gym, die anderen wollen Yoga machen, andere wollen lieber schwimmen, klettern oder einfach einen Ausgleich zum Arbeitsalltag haben. Und genau hier kommt unser Partner Wellpass ins Spiel. Das Firmenfitnessangebot von eGym ermöglicht den Zugang zu verschiedensten Bewegungsformen, egal ob Paddel, Yoga, Massagen oder, oder, oder. Das zeigt mir auch gleichzeitig schon, dass betriebliches Gesundheitsmanagement dann am besten funktioniert, wenn es strategisch gedacht wird und nicht einfach mit dem Gießkannenprinzip. Wie so ein moderner BGM-Ansatz, also betrieblicher Gesundheitsmanagement-Ansatz, aussehen könnte und wie Unternehmen dabei sinnvoll Wellpass integrieren könnten, damit es wirklich Wirkung erzeugt, das zeigt das neue Paper BGM Matchplan 2026. Und genau das kann man kostenlos, ihr habt es schon geahnt, runterladen. Den Link dazu gibt es bei uns im Linktree in den Shownotes.
Und so Trust-Plattformen und so was, da habe ich gesehen, seid ihr auch relativ stark unterwegs. Also Trustpilot und so was ist für euch auch schon wichtig, ne?
Absolut. Wir haben 5 Sterne dort. Ich weiß nicht, 4,8, 4,9 Bewertungen. Das ist uns wichtig, Google und so weiter. Aber das ist das Tolle. Wir haben einfach einen verdammt guten Service, den die Kunden, die das nutzen, auch glücklich macht am Ende, weil jeder Kunde, der dann eine Auszahlung bekommt, ist erstmal froh, dass es so gut geklappt hat.
Wie lange dauert es denn zwischen Verspätung und dann das Geld auf dem Konto?
Das hängt total vom Verhalten der Airline ab. Es gibt einige Airlines, mit denen wir gute Kooperationen haben, wie beispielsweise Eurowings. Die innerhalb weniger Wochen an uns zahlen. Da kann es durchaus sein, dass man innerhalb von 2 Wochen das Geld auf dem Konto hat über uns. Und dann gibt es andere Airlines, wo wir fast jeden Fall vor Gericht bringen müssen, und das dauert in Deutschland, sage ich mal, zwischen 6 und 12 Monaten. Und im Ausland, in Frankreich, in Spanien, kann das auch 18 oder 24 Monate dauern. Also es ist nicht ungewöhnlich, dass auch Kunden nach 2 Jahren noch Geld von uns bekommen.
Und gibt es schon so die Angebote, die ja wahrscheinlich naheliegend sind, also wenn man sozusagen so BWL-mäßig drauf guckt, zu sagen, okay, wenn du auf Geld verzichtest, können wir dir heute schon auszahlen. Also nach dem Motto, du kriegst irgendwie entweder 400 Euro irgendwann mal in 3 Wochen oder 4 Wochen oder so, oder du kriegst jetzt sofort 200 und dann tragt ihr das Risiko und zahlt es vorab ab. Macht ihr sowas auch?
Wir machen das nicht. Es gibt Wettbewerber von uns, die das machen, und wir hatten das auch mal überlegt und wir könnten es anbieten. Wir sind aber der Meinung, dass es eigentlich das unfairste Produkt ist, was man machen kann, weil diese Unternehmen können nur die Fälle annehmen, die sehr, sehr sicher sind durchzusetzen. Das heißt, die wirklich ganz klaren Fälle, die wahrscheinlich auch so ganz schnell ausgezahlt werden würden, weil man sonst ja das Risiko trägt, dass man den Fall am Ende nicht durchsetzen kann. Und die komplizierteren Fälle, die werden von diesen Anbietern sowieso nicht angenommen. Das heißt, die müssten dann irgendeinen anderen Weg wählen. Das heißt, diejenigen mit einem klaren Fall kriegen nachher weniger Geld ausgezahlt und die mit einem komplizierten Fall, die werden gar nicht angenommen. Deswegen passte das einfach nicht zu uns, sondern wir versuchen einfach das Bestmögliche für jeden Kunden rauszuholen und bieten das deswegen nicht an.
Okay, aber der Wettbewerb ist schon dann, wie ich so raushöre, hart in dem Segment mittlerweile.
Ja, absolut. Es gibt einen sehr großen Wettbewerber, den wir haben, das ist AirHelp, und dann gibt es kleinere Wettbewerber. Man muss aber sagen, dass durch Corona auch so wirklich ganz viele kleinere Wettbewerber aus dem Markt gefallen sind. Die das nicht überlebt haben, beziehungsweise dann wahrscheinlich in Corona gesagt haben, sie fokussieren sich auf was anderes. Das heißt, Corona war wirklich so eine Marktbereinigung. Und genau, und wir sind klarer Marktführer in Deutschland, die Nummer 2 in Europa.
Und gibt es noch jemand anderen, der in anderen Rechtsgebieten recht groß ist? Also jetzt, ihr seid bei Flügen jetzt recht groß, Arbeitsrecht, Verkehrsrecht so ein bisschen. Gibt es noch andere Rechtsgebiete, wo es so Player gibt?
Ja, es gibt einzelne, beispielsweise im Bereich Mietrecht, Mietpreisbremse-Durchsetzung gibt es Conny aus Berlin. Es gibt noch so andere Unternehmen wie Rightmart, die machen auch eine Vielzahl von Rechtsgebieten.
Genau, okay, okay. Was wäre noch denkbar? Also jetzt irgendwie Mietrecht habe ich noch gar nicht dran gedacht. Was macht ein Rightmart noch alles? Also oder was kann man alles abdecken?
Man kann auch Familienrecht abdecken.
Es gibt also bei einer Scheidung dann oder so.
Genau, Scheidung zum Beispiel, oder wenn es um Unterhalt geht, um Kinder. Es gibt diese Dieselverfahren oder Casinoverlustrückforderungen. Da geht es darum, dass wenn man in Online-Casinos verloren hat und das Online-Casino hatte keine Lizenz und es gab einen bestimmten Zeitraum, wo kaum ein Online-Casino diese Lizenz hatte und deswegen kann man diese Verluste jetzt zurückfordern. Und da ist eine ganze Industrie von Legal Techs drumherum entstanden, die genau das versuchen durchzusetzen. Ist aber was, was wir heute nicht machen, weil wir gesagt haben, wir wollen Produkte und Services aufbauen, die wirklich langfristig Bestand haben. Das sind jetzt immer so einmalige Geschichten, die für ein paar Jahre ein gutes Geschäft bringen, aber letzten Endes keine dauerhaften Themen sind.
Okay, okay. Aber Mietrecht vielleicht schon, ne?
Also richtig, Mietrecht bieten wir auch inzwischen an, haben wir gerade gelauncht. Das heißt, wenn jemand wissen möchte, ob er zu viel Miete zahlt in Berlin, dann gucken wir, wie ist der Mietspiegel. Es gibt die Mietpreisbremse, Und wenn er zu viel zahlt, dann würden wir auch den Vermieter auffordern, dass er seine Miete senken kann.
Auffordern? Also da kommt dann schon so ein Brief?
Richtig, dann gibt es erstmal einen Brief und idealerweise senkt der Vermieter dann auch die Miete. Und wenn er das nicht macht, dann gehen wir auch da den Klageweg.
Und ihr verdient aber auch da dann nur bei der Klage oder auch wenn die Aufforderung, kriegt ihr dann auch schon was von der, wenn er dann reagiert?
Sobald wir tätig werden, kriegen wir eine Provision, wenn wir erfolgreich sind, von der Mieterschaft.
Aber immer auf Provisionsbasis ist auch dann da? Genau, da arbeiten wir auch nur auf Provisionsbasis.
Das heißt, wenn wir erfolgreich sind, wenn wir die Miete senken können oder der Mieter sogar rückwirkend seine weniger Miete zahlen muss, also eine Rückzahlung bekommt, dann nehmen wir da einen bestimmten Anteil davon. Wenn wir nicht erfolgreich sind, dann kostet es auch nichts.
Und ist das beim Mietrecht dann auch so sozusagen Lifetime Value? Also wenn der da 10 Jahre wohnt und ihr habt dann da die Miete einmal um, weiß ich nicht, 100 € reduziert, dann laufen diese 100 € dann jeden Monat irgendwie?
Nein, also wir haben vorher festgelegt, wie viel unsere Provision ist. Das bemisst sich anhand der Höhe der der Ersparnis und dann für einige Monate die Ersparnis ist dann unsere Provision.
Okay, aber ich meine, wenn man dieses ganze Bündel so hat, umso mehr macht es nochmal Sinn, diese Dachmarke zu bauen. Also ist mein Gefühl.
Absolut. Und deswegen haben wir das klar in strategischen Fokus gesetzt für Deutschland. Dort gehen wir mit Allright an den Markt und bieten verschiedene Rechtsgebiete an. Und europaweit sind wir unter der Marke Flightright im Fluggastrechtebereich unterwegs.
Okay, okay. Also ansonsten PR. Ich meine, jetzt bist du hier zu Gast, aber Wahrscheinlich auch für euch ein Riesenthema, immer wieder das Geschäftsmodell erzählen und davon berichten.
Absolut, weil wir wollen ja die Verbraucher auch darüber aufklären, dass sie überhaupt diese Rechte haben. Und auch PR war immer ein großer Bestandteil unserer Strategie und unseres Marketings. Also ein Riesenerfolg war es, als wir einmal bei Galileo waren beispielsweise. Das war einfach ein absoluter Rekord, was wir dann an Websitebesuchern hatten, nachdem wir bei ProSieben Galileo waren. Das war so, ich weiß nicht, 2017, 2018, weil plötzlich ganz viele Leute in Deutschland überhaupt wussten, hey, ich habe da einen Anspruch, Fluggastrechte, und da gibt es FlightRite, die helfen mir sogar, das durchzusetzen. Das heißt, PR ist super wichtig, Fernsehen, aber auch Tageszeitungen, und die Journalisten sind natürlich auch dankbar, weil wenn jetzt irgendein Flugproblem ist, ein Streik, oder im Sommer hatten wir diesen CrowdStrike-IT-Ausfall, wo global Flugverkehr ausgefallen ist.
Ja, genau. Mega, das ist ja der Tag des Jahres für uns. CrowdStrike-Fehler, überall die Airlines down.
Ja, PR-mäßig ja, aber an dem Tag selber, da liegt ein außergewöhnlicher Umstand vor. Weil das ist genauso ein Fall, das war jetzt nicht ein Airlinesystem, das ausgefallen ist, wo man sagen kann, die Airline hat es verschuldet, sondern das ist so eine Standardsoftware gewesen, die fast jeder eingesetzt hat, und das ist dann außergewöhnlicher Umstand. Und trotzdem, und hier landen dann halt doch wieder Fälle vor Gericht, wenn jetzt 3 Tage danach noch ein Flug ausfällt, dann sagt die Airline: Ja, das war aufgrund des IT-Ausfalls. Wo wir aber der Meinung sind: Na ja, 3 Tage später, nachdem das IT-Problem eigentlich behoben war, sollte die Airline ja in der Lage sein, die Flüge wieder regulär durchzuführen. Und dann entsteht schon ein Entschädigungsanspruch. Aber PR-seitig, so sind wir dahin gekommen, war das natürlich toll, weil dann kommen die Zeitungen zu uns und fragen: Hey, Wie ist jetzt eigentlich die rechtliche Situation? Welche Ansprüche und welche Rechte haben die Passagiere eigentlich?
Also ich glaube, es ist ein Markt, der noch in Bewegung ist. Ich habe auch von ein, zwei kleineren Anbietern gehört, die auch so eine kleine Website haben und da versuchen, irgendwie übers Netz Leute abzufischen, die sie dann sozusagen unterstützen können bei Klagen. Und da kann man ja auch mit ein paar tausend Fällen echt gutes Geld verdienen. Das heißt, es ist wahrscheinlich für euch jetzt irgendwie in den nächsten Jahren echt die Aufgabe, eine Marke zu bauen. Irgendwie so ein, sagen wir mal, die Markteintrittsbarrieren sind erstmal nicht sehr hoch, weil man braucht nur einen Anwalt und einen Kunden. Und dann kann man halt loslegen. Aber ihr müsst wahrscheinlich irgendwie sehen, dass ihr jetzt über eine Marke, über Prozesse, über am Ende Angebote so hinkommt, dass ihr sozusagen die ganzen Kleinen, die da noch mit und die ganzen Wettbewerber irgendwie konsolidiert.
Genau. Ich glaube, es steckt mehr Komplexität darin, in den Markt reinzugehen, als man denkt. Sicherlich gibt es kleinere Wettbewerber, die ein paar Markte mit verdienen können. Aber damit man die Qualität der Dienstleistung und die Qualität der Durchsetzung so hinkriegt, wie wir es haben, braucht es schon extrem viel Know-how und wir haben halt in 15 Jahren über eine Million Fälle durchgesetzt, sodass wir einfach ganz, ganz viel Wissen haben, wie man diese Fälle am besten durchsetzt. Von daher glaube ich, die Markteintrittsbarriere ist schon gewissermaßen da. Also dass jetzt da ein großer Spieler reingeht, halte ich jetzt für eher unwahrscheinlich. Aber ganz klar ist, man braucht eine Marke und daran arbeiten wir.
Dürfen eigentlich Anwälte so problemlos für sich werben? Also ich meine, so ein kleinerer Anwalt, dürfte der jetzt auch irgendwie für sich im Fernsehen werben und so seine Leistungen anpreisen?
Ja, es gibt da regulatorische Beschränkungen, die wurden aber in den letzten Jahren schon noch ein bisschen aufgeweicht. Also ein Anwalt darf schon auf seine Dienstleistungen hinweisen, aber es gibt da gewisse Schranken zumindest.
Das heißt, ihr habt da ein paar Vorteile sogar, weil ihr als Firma dann einfach alles machen könnt und ein Anwalt ist, ich sag mal, reglementiert, indem er für sich werben darf.
Richtig, genauso ist es. Und auch das Thema erfolgsbasierte Vergütung ist stark limitiert. Auch da gab es schon ein bisschen Liberalisierung für Anwälte in Deutschland, ist aber trotzdem noch in einem sehr engen Rahmen. Und wir als registrierter Inkassodienstleister können halt einfach erfolgsbasiert arbeiten. Und wenn wir dann einen Anwalt brauchen, also eine Kanzlei brauchen, dann haben wir eben unsere Partner, mit denen wir das zusammen machen.
Ich habe mir mal das amerikanische Wort des Ambulance Chasers gehört. Sagt dir das was?
Absolut. Herr O'Leary von Ryanair hatte nicht uns ganz persönlich, aber unsere Branche, die Fluggastrechtehelfer, tatsächlich als Ambulance Chaser mal bezeichnet. Das stimmt.
Es ist einfach ein abgefahrener Begriff.
Der bezieht sich darauf, dass so was Ähnliches in den USA auch passiert, dass Leute direkt irgendwie gucken bei einem Unfall, wer ist in der Ambulance. Abtransportiert wurde, also wer ist jetzt geschädigt, offensichtlich möglicherweise halbtot, und dass dann die Anwälte direkt warten, irgendwie gucken, den auf dem Krankenzimmer als Erstes besuchen und sagen, ich bin dein Mann, ich helfe dir, wer immer dir jetzt hier wehgetan hat, dich zu verklagen.
Das stimmt, aber das hat ja jetzt schon auch wirklich eine sehr, sehr negative Konnotation. Und es gibt einfach das Recht auf diese Entschädigungszahlung im Fluggastrechtebereich, und die Europäische Union hat sich das gut überlegt, als sie das eingeführt hat, Und unserer Meinung nach sollten die Airlines dazu stehen und einfach diesen Entschädigungsanspruch bezahlen, anstatt quasi uns schlecht zu machen. Und vielleicht ist es auch ein gutes Zeichen, dass wir da einen Nerv treffen, wenn O'Leary über uns redet.
Hast du ihn mal kennengelernt?
Nein.
In anderen Bereichen ist es ja auch so, dass da auch irgendwie, wo jetzt jemand verklagt wird, da gibt es halt immer zwei Meinungen und da gibt es halt Leute, die das auch richtig scheiße finden, die dann da verklagt werden. Ich selber Arbeitgeber, kann es mir auch vorstellen, dass ich in einigen Fällen vielleicht genervt werde. Oder Vermieter, aber auch da gibt es wahrscheinlich zwei Meinungen. Also es ist auch das Anwaltsgewerbe ist ja auch noch nicht so immer so ganz eindeutig. Okay, ja interessant. Also mal gucken, kann man aus dem Unicorn bauen?
Gucken wir mal. Für uns ist Bewertung nicht nicht entscheidend.
Nicht mehr. Es ist sozusagen jetzt bei euch in einer Gruppe, aber trotzdem. Also ich meine, der Mehrwert der Firma wird ja schon dann irgendwie die Gesellschaft erfreuen.
Absolut. Also mein Ziel ist es einfach, möglichst vielen Verbrauchern zu helfen, europaweit im Fluggastrechtebereich, in allen anderen Rechtsgebieten auch in Deutschland. Und wenn wir es schaffen, einen Markt zu etablieren wie Check24 oder Airbnb für Ferienwohnungen im Rechtsmarkt, alright, dann ist das unser großes Ziel. Und wenn da eine Unicorn-Bewertung nachher aber rauskommt, ist es super.
Also ich hätte jetzt gesagt, von als Laie, wenn man so drauf guckt, Es ist natürlich immer wie immer anspruchsvoll, aber ihr habt ein margenstarkes Geschäft. Es ist sehr weit skalierbar, man kann es auf andere Rechtsgebiete ausdehnen. Gefühlt seid ihr noch nicht, dass ihr jetzt da die Märkte komplett abgedeckt habt, sondern also Wachstumsfelder scheinen ja selbst in Deutschland noch, oder in euren Kernmärkten in Europa, schon auch noch recht groß. Also was braucht man an Umsatz? Gibt es irgendwelche börsennotierten Wettbewerber, Peers? Also was sind so Multiples, wenn ihr jetzt sagt, irgendwie, wenn ihr jetzt 100 Millionen Umsatz hättet, irgendwie in den nächsten Jahren mal, was wäre dann so ein Multiple auf den Umsatz bei eurem Geschäft, was würdest du sagen?
Ich denke, es ist ja kein SaaS-Business, ich denke eher ein Faktor 2.
Auf den Umsatz nur?
Ich denke mal auf den Umsatz.
Faktor 2, okay.
Na gut, dann sind wir schon noch weiter weg.
Dann müsstest du den Umsatz noch verzehnfachen, dann zum, oder so Größenordnung verzehnfachen. Aber auch das ist möglich, ja.
Wir wachsen stark und wie gesagt, wir haben verschiedene Wege zu wachsen, Fluggastrechtebereich international, Und in Deutschland, der Rechtsmarkt ist viele, viele Milliarden groß und es gibt einen Trend zur Digitalisierung und wir nehmen eigentlich immer einen größeren Kuchen davon ein. Von daher sind wir auf alle Fälle auf dem richtigen Weg.
Ja, ich bin gespannt. Also mal gucken, der Tag wird kommen, da werde ich vielleicht Kunde. Bislang war ich es noch nicht, aber ich habe jetzt ehrlicherweise natürlich auch nicht so viel Lust auf den Schaden, aber wenn er dann da irgendwann eintreten sollte, Werden wir mal mit euch klagen.
Vielen Dank, dass du gekommen bist.
Danke, Philipp. Hat Spaß gemacht.
Alles klar.
Ciao, ciao.
Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt es jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-Interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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