Ikea-Deutschland-Chef Walter Kadnar (#794)
20 Apr 2025 · 81 min
In this OMR podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Walter Kadnar, CEO/CSO of IKEA Germany, covering a wide range of topics that illustrate IKEA’s role as a barometer for the German economy and its strategic direction. Kadnar explains how consumer basket data reflects macro‑economic trends, noting modest growth in Germany and a shift toward more price‑sensitive purchasing. He discusses IKEA’s post‑COVID performance, highlighting stable footfall, a slight increase in visits, and stronger online growth, while acknowledging a recent revenue dip after a record year. The conversation moves to sustainability, with Kadnar outlining IKEA’s circular‑economy ambitions, second‑hand market tests in Norway and Spain, and plans to increase product recyclability (e.g., mattresses). Diversity and inclusion are emphasized: a near‑gender‑balanced leadership team, 130 nationalities, 15 % non‑German staff, and active support for refugees. Kadnar reflects on geopolitical challenges, especially the Russian market’s volatility, supply‑chain disruptions, and how IKEA’s products became a de‑facto store of value during the crisis. Innovation is a recurring theme – AI‑driven food‑waste reduction, drones for inventory, robotics, and digital tools in the IKEA app. He describes the criteria for “Store of the Year,” citing the Wetzlar store’s performance, customer experience, and employee treatment. Kadnar also shares personal leadership insights, his three‑leg work‑life balance model, long‑term commitment to IKEA, and future visions that include expanding circular services, adapting store formats, and even exploring pet‑friendly policies. The episode ends with sponsor messages and a call for listener feedback.
Chapters
Mein heutiger Gast hat nahezu sein gesamtes Berufsleben, und das sind mittlerweile schon mehrere Jahrzehnte, einem einzigen Unternehmen gewidmet. Immerhin der Firma, die synonym ist für eine gesamte Branche. Niemand ist erfolgreicher im Möbelhandel weltweit als IKEA. Wobei IKEA ja viel mehr macht als nur Möbel. Da geht es mittlerweile unter anderem um Systemgastronomie oder ganz viele andere Serviceleistungen. Aber ganz unabhängig davon hat IKEA eine ganz eigene Magie rund um seine Marke und um seine Produkte entfacht, die ich beobachte und erlebe, seit ich als 6-jähriger Junge oder so, als 7-Jähriger vielleicht, im Bällebad von IKEA in Dorsten im Ruhrgebiet unterwegs war. Deswegen hatte ich extrem viele Fragen, war extrem neugierig und ich meine und hoffe, dass es ein wirklich gutes Gespräch geworden ist mit dem Chef von IKEA, dem Walter Kattner. Und nur weil ich es mir vorgenommen habe, in keiner Folge bis zum 6. und 7. Mai zu vergessen: In wenigen Tagen ist unser Festival.
Wir geben uns extrem viel Mühe.
Ich glaube, es ist für jeden was dabei. Deswegen, wer es bislang noch nicht wahrgenommen hat, prüft, ob ihr nicht am 6. 6. und 7. Mai dabei sein möchtet beim OMR Festival. Aber die meisten von euch wissen eh Bescheid, deswegen direkt rein ins Gespräch. Auf geht's!
Let's go, go, go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt's im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram, und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem und besonders praktisch: Das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitern. Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertung natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Hallo Walter!
Servus Philipp, schön hier zu sein.
IKEA Ultra Ist zutreffend, oder? Ich meine, du machst jetzt fast 40 Jahre bei IKEA mit.
Na, 40 sind es nicht, aber es kommt langsam dahin. Ja, du hast recht. Ich bin in Österreich gestartet und habe eine Europatour inklusive Russland. Ich bin schon in der zweiten Runde, so reise ich durch die Länder. Hatte viel Spaß, viel Abwechslung.
Als Student angefangen, ne?
Bitte?
Als Student hast du angefangen.
Ja, also ich hatte Matura und Berufsleben fertig, habe begonnen zu studieren. Dann wollte meine Schwester mit mir zu Dante nach Mexiko. Okay, wir brauchen schnell Geld. Ich wollte an Lager und Kassa. Daraus wurde nichts, aber die haben mir dann einen Vertrag angeboten als Management-Trainee. Und das waren meine ersten Spuren, 1988 in IKEA in Österreich zu starten, in der Nähe von Wien, in Vösendorf, als Sales Manager und Management-Trainee. Meine ersten Spuren bei IKEA, einfach nur ein paar Jahre her.
Am Ende nur um das Geld für den Flug nach Mexiko?
Also ganz ehrlich gesagt ja, weil ich fand andere Möbelstile in der Zeit. Meine Eltern waren wesentlich traditioneller. Mein Vater hat zwar für Volvo gearbeitet und der schwedische Geist war immer schon in der Familie und das hat mich begeistert, auch die Lebensart. Aber gerade in meinem Zimmer haben sich noch die Segelkommode aus Kiefer gefunden und die rot-weiße Tapete, die damals in den 80ern sehr populär war. Aber dass ich dann gestartet bin, war, war ein Zufall, aber ich habe es bis heute nicht bereut.
Und also, wie ist denn deine Karriere verlaufen? Also einfach immer gute Arbeit gemacht, oder bist du—
nein, also oft gefallen, aber einmal mehr aufgestanden. Ich glaube, so, so muss eine Karriere sein, wenn ich sie beschreiben darf. Ich würde sagen, in Österreich sind meine Wurzeln. Es war damals ein kleines Unternehmen noch mit 3 Möbelhäusern, einer Zentrale, aber in Österreich, in Österreich, in Österreich. Und ich hatte das Glück, einen schwedischen Chef zu haben, der schon viele internationale Erfahrungen hatte. Und wie ich gesagt habe, mein Vater hat mir schon ein bisschen gesagt, schwedischer Stil heißt, und Volvo war doch ein bisschen konservativer als IKEA, und dann dort zu beginnen, zu sagen, wow, Leadership by All, dieser demokratische Leadership-Ansatz, diese, diese Denkart, du kannst was möglich machen, es gibt nichts Unmögliches, erst bis einer bewiesen hat, dass er es machen kann, und, und diese Mentalität zu haben, diese Einstellung, das war faszinierend. Waren meine ersten Jahre. Habe dann einige Jobs gehabt zwischen dem Einrichtungshaus und der Zentrale. Mit 24 gestartet, mit 28, 29 als Commercial Manager für das Land, Einrichtungshauschef in Graz, in Wien, Assistent zum Landeschef. Und dann irgendwann hat sich die Frage gestellt, wie geht's weiter? Und dann konnte ich mich mit der Familie einigen. Meine Frau wollte eigentlich nie ins Ausland, weil es ging uns gut, es war alles super, die Familie hat sich wohlgefühlt, Freunde, Haus. Alles, was halt, was gut ist in einer österreichischen Welt. Und dann habe ich ja immer den Wunsch gehegt, über die Landesgrenze zu schauen. Es hat sich die Möglichkeit in Frankreich gegeben. Wenn Österreich meine Wurzeln sind, ist Frankreich meine Liebe. Es waren 3 Jahre in Paris als Store Manager mit der Chance, in ein High-Potential-Programm zu gehen und weiterzugehen, eine internationale Ausbildung. Das hat mich 2007 nach Deutschland gebracht. Als stellvertretender Retailmanager, damals mit der CEO Petra Hesser, von der ich gelernt habe, wie führt man eine große Organisation, wie steuert man ein, ein Unternehmen, dass man nicht direkt überall Einfluss nehmen kann, was bedeutet das. Nach zweieinhalb Jahren in Deutschland wurde ich CEO in Polen. Da habe ich gelernt, was das Supply Chain bedeutet, den Respekt zu haben als Retailer, wo die Ware herkommt, wie sie produziert wird, was dahinter steckt in der Zusammenarbeit, dass das Wissen des Kunden oder die Wünsche des Kunden zu dem Wissen des Lieferanten kommt. All dieses Zusammenspiel. Ich habe gelernt über Shoppingcenter. Ich habe die ersten Windfarmen gekauft für IKEA 2011 und dann 50 Jahre gefeiert mit Ingvar und seiner Familie. 50 Jahre Bohlen.
Wir haben dort 1961 den Gründer Ingvar, den Gründer, hast du noch ein bisschen kennengelernt?
Den habe ich schon in Österreich kennengelernt, als ganz Junger durchs Haus gegangen. Aber dann speziell in Polen und später in Russland.
Was war das für ein Typ?
Ein Unternehmer vom Blute her, ein, ein, ein Mensch, der Menschen auch gerne gehabt hat, der dir Verantwortung gegeben hat, wo du gesagt hast, ich habe ein Problem, und er gesagt, okay, dann such die Lösung. Und ich glaube, das hat unsere Managementart und unseren Leadership-Style total entwickelt. Also schlau waren wir alle, Aber zu denken, so, was tun die vielen, wenn du 20.000 Leute— habe ich heute in der Organisation, damals waren es 3.000— wie bewegen sich die, was motiviert sie, worauf kommt's drauf an? Und auch wie sich IKEA entwickelt hat in diesen Jahren, von einem produktorientierten Unternehmen zu einem customer-centric Unternehmen. Kostenbewusstsein, Sustainability war eigentlich damals schon der Gedanke, es hat einen anderen Namen gehabt. Aber zu verstehen, dass Supply Chain, der Value Chain auch für den Retailer relevant sind, ich glaube, das ist das, was ich dank des Gründers und, und den Managern, den ich hatte, und den schlauen Teams erst wertgeschätzt habe und auch davon profitiert hatte.
Mhm. zurück, also das heißt, du hast dann Polen gemacht, dann noch in Russland gewesen, ne?
Dann war ich 5 Jahre in Russland, von 2017, von, Entschuldigung, von 2013 bis 2017. Danach wieder nach Frankreich, zurück zu Liebe, und jetzt DJ, DJ. Seit zweieinhalb Jahren bin ich hier. Dort, wo ich viel gelernt habe in Deutschland, habe ich heute die Aufgabe und den Spaß, als CEO und CSO für IKEA Deutschland seit Oktober '22 tätig zu sein.
Und IKEA Deutschland, das muss man direkt wissen, ist glaube ich der wichtigste Markt für IKEA weltweit, ne?
Ja, es ist der, der größte Markt mit mehr als 20.000 Mitarbeitern, mit fast 80 Millionen Besuchern und fast 40 Millionen Kunden mit 6 Milliarden Umsatz und mehr, ist der größte Markt vor Amerika, vor Frankreich und vor dem United Kingdom.
Wie viel Prozent von IKEA weltweit ist denn Deutschland?
Also in Prozent etwa 15%.
Ach, 15 nur?
Ja, 15.
Ja, das heißt, IKEA ist mittlerweile auch extrem stark diversifiziert, extrem viele neue Märkte.
Absolut, absolut. Aber die europäischen Märkte nehmen noch immer den großen Anteil Aber es gibt die Expansion in Amerika, geht es weiter, in Indien geht es weiter, in Kenia. Also das wird sich sicher in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Gewichtung in dieser Welt und auch IKEA-Welt verändern.
Man muss ja mal sagen, IKEA ist ja wirklich ein absolutes Phänomen als Firma. Es ist bis heute im Besitz einer Stiftung, also am Ende kann man sagen Familienbesitz. Also es ist jetzt keine, da sind keine Investoren irgendwie drin, das ist einfach die Stiftung und die Familie des Gründers, ne?
Ja, du hast absolut recht. Also Der Gründergeist, das ist das, was wir heute noch haben. Wir hat— ich hatte das Glück, du hast das auch angesprochen, noch mit Ingvar zu arbeiten und viele Situationen. Aber es ist eigentlich die Kultur, die der wesentliche Aspekt ist, die diesen Zusammenhalt und dieses Denken implementiert, implementiert hat. Und, und heute sind viele Manager, die in diesem Geiste und mit der, mit der Vision, den vielen Menschen einen besseren Alltag zu bieten, eigentlich auch dorthin gehen, wo noch weißes Land ist, wo wir nicht wissen genau, wie es weitergeht. Wo sich IKEA von Jahr zu Jahr, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weiterentwickelt hat.
Nur einmal, um IKEA so insgesamt zu greifen, wie viel Umsatz macht IKEA weltweit?
Circa 40 Milliarden.
Und das würde man so bewerten, in eurer Branche ist dann irgendwie die—
da kommt eine 1 raus, wenn man das ganz ehrlich sagt. Das als Möbelanbieter ist das, das weltgrößte Unternehmen in der Möbelbranche, Heimeinrichtung. Ein Großteil ist der Möbelumsatz, aber auch Accessoires, das Tägliche, was du brauchst, von den Näpfchen von den Servietten bis zu den Accessoires in Dekoration.
Teelichter.
Teelichter, die sind ganz wichtig.
Was ist das meistverkaufte Produkt bei euch?
Na, Teelichter kommen schon ganz weit vorne, aber die Serien 365, das, was du für den täglichen Bedarf brauchst, und dann natürlich viele Einzelteile, wie zum Beispiel die Scharniere der Schränke und solche Dinge. Aber du findest sehr viel im Cooking-Eating-Bereich. Teelichter sind wirklich berühmt.
Und ich meine, und Köttbullar, ihr seid ja mittlerweile auch eine Restaurantkette eigentlich.
Die gibt es ja wirklich in verschiedenen verschiedensten Varianten, diese Köttbullar, als Meatballs, wie sie sozusagen auf die Welt kommen, als Veggieballs, als Lachsballs, als Fishballs in veganen und vegetarischen Versionen. Etwa 5% des weltweiten Umsatzes macht Food aus. Also IKEA ist sozusagen auch ein Systemgastronomieunternehmen, und in Deutschland sprechen wir von über 260 Millionen Euro im Foodbereich.
Es gibt übrigens die Geschichte, mal ganz kurz als Exkurs, dass gerade glaube ich für Menschen, die jetzt nicht so ein hohes Haushaltseinkommen haben, IKEA recht relevant ist, weil man da bei euch ja sehr günstig essen kann und dass es dann wohl so ist, dass Leute das gerne, die Restaurant-Experience, die sie normal vielleicht nicht so bezahlen möchten oder können, bei euch dann halt haben und dass ihr euch da auch sehr klar an niedrige Preissegmente richtet. Kann man das so sagen?
Kann man so sagen. Das, was für die Möbel und Accessoires gilt, den vielen Menschen einen besseren Alltag zu bieten, und es affordable zu machen, leistbar. Das gilt auch für das Sortiment im Foodbereich. Das Foodsortiment hat einen sehr starken skandinavischen Touch, wie auch der Möbelbereich oder die Accessoires. Er hat sich gewandelt von viel Fleischprodukt zu Fisch und zu veganen, vegetarischen Sachen. Die Plantgeschichte ist eine populäre Geschichte. Rotes Fleisch ist fast, fast raus, auch aus der Angebotsgeschichte, mit dem Hintergedanken Umwelt, auch mit der Ernährung. Was den Menschen heute gut tut, weiß man heute besser als vor 50 Jahren, wo IKEA in Deutschland begonnen hat. Und das hat sich entwickelt. Es ist ein wunderbarer Meeting Place. Das gilt für die ganze Welt. Es kommt Jung und Alt, egal ob Generation Z oder jünger oder Senioren. Es geht bis zum Dating in Shanghai, wo sich Paare treffen oder kennenlernen am Nachmittag in Shanghai. Ich habe es selbst gesehen. IKEA ist ein Meeting Place für die vielen Menschen, egal ob offline oder online.
Sag mal das Geschäftsmodell. Ich meine, jeder kennt IKEA, aber ihr produziert alles selber oder kauft ihr viel ein? Oder wie ist so die Mischung? Also erklär mal das Modell. Also von wo produziert ihr die ganzen Produkte? Und erzähl mal so ein bisschen.
Also mein Teil ist der Retail-Teil, der Einzelhandelsteil. Ich kümmere mich nicht um den Einkauf, aber ich weiß, was ungefähr dort passiert. Ein Großteil, alles was wir haben, wird in IKEA of Sweden in AOS designt nach den demokratischen Prinzipien Sustainability, Qualität, Preis, Form und Funktion. Nach diesen Kriterien werden Produkte entwickelt. Eine Range ist circa 10.000 Artikel. Das gilt etwa weltweit im Durchschnitt und etwa 70% der Produktion findet noch immer in Europa statt. Polen, Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal, je nach verschiedenen Kategorien.
Das heißt, ihr habt hier so Sägewerke oder Möbelhersteller?
Wir haben einen Teil selbst, aber wir arbeiten mit Lieferanten zusammen nach dem Ai Weiwei-Kontext, das heißt nach einem ethischen Kontext, den wir entwickelt haben in den 2000er Jahren, in den Anfang, sagen nach diesen Prinzipien, ob ethisch, ob Design, das sind die, die primären Vorgaben für eine Lieferant, mit IKEA zusammenzuarbeiten. Die meisten dieser Relations sind Langzeitrelations, und, und das gibt uns auch die Sicherheit im Supply Chain.
Also das ist dann aber nicht so, dass ihr die Sachen selber baut, also, oder ihr habt—
wir haben, wir haben auch zum Teil Forstwirtschaft für uns selbst. Ich, ich habe sie selbst besucht, einen Teil davon in Rumänien. Mhm. das ist auch eine wunderbare Geschichte. Wir haben selbst Fabriken. Als ich damals in, in Polen war, ich war zwar nur für den Retail zuständig, Aber in meiner Aufgabe als Retail Manager und als Koordinator für damals, ich glaube, es waren 12 Unternehmen, waren verschiedenste Unternehmen dabei. Swedwood ist zum Beispiel, oder IKEA Industrie heute mit 15, 16 Fabriken, ich bin nicht mehr 100% am Laufenden, die zum Beispiel viele Flatline-Produkte produzieren, also zum Beispiel Schränke, zum Beispiel Küchenprodukte. Und das macht einen wesentlichen Teil aus der polnischen Möbelproduktion.
Aber wie viel Prozent der Produkte, die bei IKEA verkauft, Größenordnung macht ihr selber, wie viel verkauft ihr zu?
Ich muss etwas raten, aber ich würde sagen, 15% etwa beim Möbelbereich machen wir selbst. Das waren die Zahlen, als ich noch mit Polen zu tun hatte in Russland, die etwas sind. Der Rest ist mit langfristigen Verbindungen mit Lieferanten.
Es ist ja so ein bisschen so, sagen wir mal, wie bei einem Aldi oder bei einem Lidl, dass ihr auch sozusagen auf der Lieferantenseite ja wirklich Firmen groß macht. Also ich weiß es bei Medion zum Beispiel, die haben über Jahre an Aldi verkauft. Viele andere, die auch schon hier zu Gast waren, haben erzählt, am Ende ja ihr Unternehmen aufgebaut darüber, dass sie einfach geliefert haben an diese großen Lebensmitteleinzelhändler. Das ist bei euch wahrscheinlich genauso, ne?
Ja, sind so, wie wir mit Kundenrelationships eingehen, haben wir es ja auch mit Lieferanten. Ich bin kein Experte auf dieser Seite, aber ich kann zum Beispiel zurückgehen auf 1961. IKEA wurde in Schweden mal boykottiert in den 60ern, weil die Preise zu günstig waren.
Zu günstig.
Zu günstig. Es gab einfach niemand, der an IKEA mehr liefern wollte oder durfte aus der Industrie heraus. Hat Ingvar den Ausweg gefunden, ist damals nach Polen gegangen und hat bei Radomsko, ist in der Nähe von, von Warschau, ca. 2 Autostunden, die erste Fabrik gemeinsam aufgemacht. Damals noch unter Verhältnissen, die nichts mit dem heutigen Polen zu tun haben, aber da wurden die ersten Stühle produziert. Und wir haben damals, als ich in Polen war, 2011 kam die Familie mit Ingvar und allen 50 Jahre Bohlen gefeiert und wir waren viel schneller dort in der Produktion und in der Herstellung von Möbeln als erst Jahrzehnte später mit dem Einzelhandel und dem Retailgeschäft.
Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer und oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Bist denn du jetzt als Retail-Verantwortlicher bei der Auswahl, also beim Einkauf, dann mit dabei?
Nein, absolut nicht. Aber wir führen einen Dialog mit IKEA of Sweden und auch mit der Zentrale in Schweden, die koordiniert. Mein Commercial Manager, mein Team ist im permanenten Austausch, um sozusagen den Kundenwunsch als Feedback zu geben oder als Feedforward eigentlich zu geben und die Zukunft zu entwickeln. Und das ist eigentlich ein IKEA-Produkt. Du hast die Küchen erlebt, oder du kennst selbst IKEA hier in Hamburg. Als ich gestartet bin, gab es ein Küchenmodell 210, dann gab es Faktum, und heute gibt's die Methodgeschichte. Und die hat sich aufgrund des Zusammenspiels Kundenfeedback und Lieferantentechnik entwickelt. Da spielt der deutsche Markt eine wesentliche Rolle und hat sie immer gespielt, weil es natürlich relevant ist, dass man auf seinem stärksten Markt ein wettbewerbsfähiges Produkt hat.
Aha, und Küchen sind für euch wichtig, offensichtlich.
Küchen sind für uns wichtig, Schränke sind für uns wichtig, aber das gilt genauso für Textilien. Es gibt Beispiele zum Textilien, Kopf— ich muss manchmal nachdenken, aus meinem Österreichischen heraus es zu übersetzen— Kopfkissen und, und, und, und Bettdecken. Die Maße sind in Europa fast in jedem Land unterschiedlich. Und oft am Anfang haben wir begonnen in, in, in manchen Ländern mit einem Maß, das wir generell entwickelt hatten, bis wir gesehen haben, na ja, das geht nicht wirklich gut. Das Gleiche war in Amerika, wo aus Vasen Gläser wurden, weil die Kunden gesagt haben, da passt mein Budweiser nicht hinein. Und ich glaube, das ist das eigentlich, wo die Hoppalas passieren und auch die Innovation, die du angesprochen hast. Und aus diesen Fehlern oder aus diesen Ideen Oder aus diesen Knappheiten haben sich neue Sachen entwickelt.
Wie viel Prozent von eurem Portfolio an Produkten ist denn eigentlich dauerhaft da und wie viel kommt ständig neu? Es gibt ja wahrscheinlich schon, also von den Tausenden von Produkten, also wie viel sind es Produkte?
Ja, sind, ich würde sagen 10.000 im Durchschnitt. Es gibt mehr, also es gibt sicher 10.000, 14.000, aber im Schnitt würde ich sagen, wir haben 10.000 Produkte. Du hast etwa einen Wechsel von 20% jedes Jahr.
Okay, es geht ja noch. Also 80% ist dauerhaft da.
Genau, und ich würde sagen, es ist eigentlich mehr, weil was dann wechselt, waren 20%. Wir sprechen auch um Farben, wir sprechen um neue Trends. Jetzt ist Gelb und Grün im Trend, nächstes Jahr ist Ockerfarben im Trend und was immer. Und dann passt du natürlich an, aber es kommen dann auch neue Produkte rein. Es kommt z.B. eine Küchenlinie, die unter der liegt mit dem Preis, die wir heute haben, um zu entwickeln, weil sich ein neuer Markt ergibt und neue Kundenfrüge, oder in die andere Richtung. Und etwa 20% würde ich den jährlichen Wechsel, der kommt in 4 Launches. Ja, und das ist gut für die Kunden und ist gut für uns. Und ich sage immer, das beste Produkt ist das nächste.
Und wenn IKEA jetzt dieses rasante Wachstum, kommt das Wachstum jetzt vor allen Dingen daraus, dass ihr in den einzelnen Häusern noch mehr Kunden habt und mehr Umsatz macht, oder dass ihr neue Häuser aufmacht, neue Länder aufmacht? Oder dass die Produkte generell teurer werden. Wo kommt das Wachstum her?
Ja, wenn du mal zurückgehst noch mal und den Markt anschaust, sag, der Möbelmarkt ist kein Hightech-Markt. Es ist nicht New Tech. Es ist ein kontinuierliches Wachstum. Aber dieser Wunsch und, und diese Ambition für jeden Menschen, ein schönes Zuhause haben, blieb immer hier. Wenn wir den Aspekt Corona nehmen, das war eine spezielle Situation. Die Leute konnten sich das Zuhause einrichten. Weil sie nicht fortgehen konnten. Und der Fokus, neue Küchen zu haben, neue Schränke zu haben, ein Pimp-up auf mein Home zu machen, war ganz hoch im Kurs. Heute gibt es wieder andere Dinge, die im Fokus stehen, und es verschiebt sich. Das kontinuierliche Möbelwachstum und, und Accessoiremarktung, das gab's immer. Es gibt mal höhere Zeiten und dann, und dann schlechtere Zeiten, aber der Durchschnitt ist hier. Wie, wie entwickelt sich die, die Nachfrage? Selbstverständlich, die Expansion hat etwas ausgemacht. IKEA weiße Flecken zu bringen. Ich glaube, das letzte Land, das wir eröffnet haben, also aus unserer Inka-Gruppe, war Slowenien. Ja, dort reinzukommen hat etwas bedeutet. Die wachsen natürlich im Durchschnitt viel stärker. Ich war damals Verkaufschef in Österreich und dann Möbelhauschef und Einrichtungshauschef in Graz. Da kamen viele aus Marburg und Ljubljana, die bei uns eingekauft haben. Deren Durchschnittsticket war 4-mal so hoch oder 5-mal so hoch. Wie eines Grazer Kunden, der eigentlich täglich Zugang hatte. Und wenn plötzlich IKEA näher kommt und accessibel ist, wenn man jetzt vom Physischen nur spricht, dann macht das etwas aus.
Aber muss man in Deutschland, also, oder kann man in Deutschland jetzt, ihr habt hier glaube ich 50 Häuser, ne, in Deutschland?
54 Häuser, 12 Planungsstudios, 8 Logistikeinheiten.
Aber kann man da noch mehr machen, oder ist jetzt der Markt hier abgedeckt?
Nein, man kann sicher in Deutschland, also für uns ist, und ich habe es auch deklariert, das Wachstumsmarkt für uns, und wir wollen Omnichannel wachsen. Es geht nicht nur um die physische Expansion, es geht, wie wir orchestrieren digitale und physische Elemente. Okay. Das Letzte, was wir gemacht haben, waren Planungsstudios. Da gibt's so Ministudios mit 80 Quadratmeter bis 300, 400, 500, 600 Quadratmeter, wo wir den Kunden im 1-zu-1-Dialog, wo er ca. eine Stunde Zeit hat und sagt, ich möchte eine Küche, ich habe eine Vorstellung— du kannst dir heute viel online machen, du weißt, dass die IKEA-App, du kannst dir deine Küche kreieren, deine Möbel, deinen Raum, nach den Innen-Gestaltungen. Aber das People want to meet people, den Kontakt zu haben, ist für viele noch ein relevanter Punkt. Also für uns bleibt der physische Standort im Zentrum der Gravitation, aber das Orchestrieren und diese Accessibility, wann immer du willst, was immer du für Wunsch hast— weil eigentlich kannst du heute Umsatz nicht mehr nur einem Kanal zuordnen. Du hast etwas vor, während Und nach des physischen Einkaufs.
Aber was hast du denn gedacht, als jetzt zum Beispiel Aldi gesagt hat, wir machen keinen Onlinehandel mehr?
Hat mich überrascht, muss ich wirklich sagen. Ja, also die werden wissen, warum sie das tun. Für uns ist Onlinehandel nicht wegzudenken. Also ich war damals in Paris, wir haben kurz über meine Reise geredet. Es gab immer irgendwelche Überraschungen in jedem Land. Damals in Paris beim zweiten Mal 2017, 2018, 2019. Kam Covid, und IKEA hatte ca. 30 Häuser zu diesem Zeitpunkt. Und dann kam eine Verordnung, dass alles, was über 10.000 Quadratmeter ist, nicht mehr aufsperren darf. Da hatten wir über die Nacht gelernt, mein Team flexibel und die Mannschaft in den Häusern, was bedeutet online erste Schritte. Und innerhalb von 4 Jahren, von ca. 120 Millionen, hat sich der Umsatz auf fast eineinhalb Milliarden verzehnfacht.
Es gab ja in den letzten Jahren einige Startups im Möbelbereich aus Deutschland auch heraus. Also Westwing fällt mir ein, Home24 fällt mir ein. Hast du denn trotzdem, als die auf den Markt kamen, das verfolgt und so ein bisschen gelächelt, oder hast du gedacht, oh, das könnte gefährlich werden?
Also lächeln tue ich nie. Ich finde, die Konkurrenz ist notwendig. Wir hätten uns auch nie verbessert ohne Konkurrenz und ohne Kundenwünsche. Das ist eine Voraussetzung und diese Vielfalt. Und, und das ist ein scattered Markt immer gewesen, auch im Offlinehandel Deutschland, ja. Dann hat sich um die 2000er Geschichte der Discounter bei fast 40%, ich kann mich erinnern, als, als Aldi und Co. im, im, im, im Supermarktbereich das hatten. Aber das hat sich auch im Möbelhandel dann ergeben, immer weiter. Wir lernen von denen, die haben zum Teil wunderbare Technik, aber Ein Onlinehandel ohne guten Fulfillment ist eine halbe Sache. Und das ist ein wesentlicher Punkt. Du musst auch überlegen, wie bringst du die Ware von A nach B und in Zukunft auch zurück? Und nicht nur, wie erreichst du die Kunden? Und darum sprechen wir von Orchestrierung. Dafür setzen wir heute auch AI ein, um Demand zu bestimmen und zu orchestrieren. Aber wir sprechen in Wirklichkeit von einem IKEA Universe. Wir sprechen, dass das Store im Center ist, weil wir glauben an diesen physischen Bereich. Es gibt ja Retailer wie Walmart, der gesagt hat, der Physikteil ist ein wesentlicher. Er hat auch die dementsprechende Penetration in Amerika gehabt und Expansion, die physische. Und das Zusammenspiel dieser Elemente, dieser kommt irgendwie ein hybrider Teil raus. Und du hast den Online-Teil zum Teil zum Informieren, Minimum, um die Marke bekannt zu machen. Du hast die Social Medias und so weiter, aber das People want to meet people, dieser Moment, wo du reingehst, wo du ausprobierst, wo du den Exchange hast oder einfach nur dein Hotdog holst, hat noch immer einen wesentlichen Beitrag.
Wie viel Prozent macht denn der Onlinehandel aus bei euch?
Der ist heute bei ca. 25%, ein Viertel. Also es hat sich entwickelt, wenn du denkst an die Geschichte aus Frankreich von 100 Millionen in einem 2-Milliarden-Umsatz zu 1,5 Milliarden von 2,5 Milliarden damals in Covid-Zeiten. Und heute hat sich etwa eingebindelt im Durchschnitt bei 25%. Was heißt, wenn du in die Stadt gehst, ja, in, in, in London und so weiter, dann kommst du auf 40, 50%.
Das heißt, da kaufen die Menschen noch mehr online?
Dann kaufen die mehr. Wenn du nach Erfurt gehst, wie ich letzte Woche war in Leipzig und Erfurt, Da kommen die Leute noch immer sehr gerne mit dem Auto, machen den Ausflug als Familie. Aber das ist der Lebenssituation geschuldet. Die Verstädterung hat natürlich auch dazu beigetragen, dass wir anders arbeiten, dass wir von zu Hause arbeiten, dass wir eigentlich immer permanent on sind. Und IKEA soll und muss 24/7 erreichbar sein, und das versuchen wir zu entwickeln, und auch hier in Deutschland.
Jetzt haben wir über die Möbelhäuser noch gar nicht so gesprochen. Also würdet ihr noch neue aufmachen? Also du kannst dir auch schon vorstellen, noch mal in Deutschland irgendwie ein, zwei neue Häuser aufzumachen? Ach ja, das kann ich mir sicher verstehen. Aber ist nicht geplant gerade?
Na, ich kann nicht spruchreif darüber reden, aber der Gedanke ist hier.
Okay, absolut. Wenn man so ein Haus macht, dann muss man damit wie viel Umsatz machen im Jahr? Was macht dann so ein gutes Haus? Was muss ein Haus erreichen?
Na, wenn du die 3, 6 Milliarden dividierst durch 50, dann weißt du ungefähr, was rauskommt.
Also lass mich schnell im Kopf rechnen. 6 Milliarden durch 50 Häuser, 120 Millionen pro Haus muss man ungefähr haben.
Ja, aber das kannst du nicht rechnen, da Philipp, weil du kannst ja auch kein Durchschnittsalter rechnen und sagen, 49 Jahre ist der Durchschnittsdeutsche. Da würde auch das Sortiment nicht immer passen.
Ja, aber 100, also mehr als 100 solltest du nicht machen.
Nein, du kannst auch mit kleinen Möbelgeschäften Gutes machen. Und darum ist es auch gut, dass es kleine Möbelgeschäfte gibt und wir selbst auch kleine Formate haben. Aber es gibt noch immer genug weiße Flecken, wo wir drüber nachdenken, welche Möglichkeiten es gibt. Aber der wesentliche Teil für uns ist, Omnichannel zu orchestrieren.
Aber was heißt Omnichannel am Ende genau?
Also das heißt online, Es heißt offline, die beiden, genau, diese beiden zusammenzubringen durch Technik. Du hast die App, das Smartphone begleitet dich, du suchst dir deine Ware aus, du kommst ins Möbelhaus. Manchmal gehst du einfach rein, weil du nur das Hotdog möchtest, und manchmal schaust du dir den Backschrank oder die Methodküche an. Und dieses Zusammenspiel, dass IKEA eine Emotional Brand ist, eine Love Brand, du in Kontakt bist, wo die Interaktion ein wesentlicher Punkt ist. Der Austausch über soziale Medien, all das spielt zusammen. Und das ist für mich das IKEA-Universum. Das sind die Punkte, die wir kontrollieren, genannt besitzen, wie zum Beispiel physische Einrichtungshäuser oder die Bussenlager. Aber das ist auch das, wo über IKEA gesprochen oder gedacht wird außerhalb der IKEA-Einflusssphäre.
Was glaubst du denn, oder was ist denn eure Überzeugung, macht IKEA so anders? Es gibt ja in Deutschland, hast gerade schon erzählt, noch eine ganze Reihe von Wettbewerbern, die auch jetzt irgendwie gar nicht so schlecht unterwegs sind. Also so ein XXL Lutz zum Beispiel, irgendwie war mir gar nicht so klar, aber ist durchaus irgendwie in eurer Größenordnung zumindest in Deutschland unterwegs. So Pi mal Daumen gibt es noch ein paar andere, auch so regionale Player. Dennoch ist IKEA so die Marke, die jeder kennt. Klar, was Internationales, aber weil ihr so viel in die Marke rein investiert oder weil das Konzept so anders ist, weil die Möbel besser sind. Also was was ist der IKEA-Weg?
IKEA ist gegründet auf einer Idee. Das ist der Startpunkt. Und dieser Glaube, den vielen Menschen einen besseren Alltag zu bieten, verbunden mit einer Geschäftsidee— funktionale, schöne Möbel zu Preisen, die sich die vielen leisten können— ist der Startpunkt. Was immer wir getan haben in dieser Philosophie, war ein wesentlicher Punkt. Das heißt, das erste Unterscheidungsmerkmal ist das Sortiment an und für sich. Das Produkt und die Kunst, dass man aus nur 10.000 Artikeln Hunderttausende Lösungen bauen kann. Es gibt sicher das Billigregal, oder was immer du zu Hause hast, das mit dir mitgewachsen ist, das du mitnimmst. Das, der zweite Teil ist die Kultur, wie die Menschen miteinander umgehen, das Togetherness. Das sind zwei wesentliche Säulen: das Sortiment als Unterscheidungsmerkmal wie es designt wird, wo es herkommt und dass es es nur bei IKEA gibt. Wenn du nicht auf den Secondhand gehst, gehst du zu IKEA, um IKEA-Produkte zu kriegen. Und viele andere Möbelhäuser, wie immer sie auch heißen, XS oder XL, kriegst du oft die gleiche Ware. Dann gibt es noch Spezialisten wie Tischlereien und so weiter, die sich wirklich mit Tailormade, mit Kundenwunsch im Individualfall auseinandersetzen. Die haben auch eine besondere Note. Ich glaube, die stehen auch für ihre Teile. So hat jede Firma ihre Philosophie, an was sie glaubt. Für uns ist das Sortiment, wo es herkommt, unter welchen Kriterien, und das die Data Purpose wurde, und nachdem wird gehandelt. Und das Ganze ist darauf ausgerichtet.
Also für mich, wenn ich so über meine persönliche IKEA-Journey nachdenke, der erste war ein IKEA in Dorsten, irgendwo im Ruhrgebiet.
Ja, der Name sagt mir noch etwas.
Und dann war das immer so der ging ich als Kind immer in die, wir nannten das die Bälle. Da war so ein Bällebad, da wurden dann die Kinder abgegeben und dann hat man da so reingerutscht und in den Bällen gespielt und dann waren die Eltern einkaufen. Dann war halt dieses Essen da bei IKEA immer eine große Sache und dann gab es halt dieses Logo, da war ich total baff, als ich zum ersten Mal in den USA war, dass ich dann auch gesehen habe, guck mal, hier gibt es ja dieses klare, einprägsame IKEA-Logo. Da war natürlich auch so der Katalog immer, man hatte einen Katalog zu Hause gehabt. Gibt es den eigentlich noch?
Nein, digital.
Okay, aber den habe ich dann früher so gesehen. Es waren so ein paar Sachen, die habe ich quasi so IKEA so aufgesogen. Und eigentlich hat man diese Marke, habe ich die immer mich gefragt, wie geht das eigentlich, dass diese Marke über so viele Jahre so auf eine ungewöhnliche Art und Weise präsent ist und sich doch differenziert von allen anderen Möbelanbietern. Weil am Ende verkauft ihr auch Möbel. Also ich meine, das ist jetzt ja kein so krass differenzierbares Produkt eigentlich, aber ihr habt es irgendwie geschafft, über die Experience, über die Marke, über die Kommunikation auch dahinter, diese, diese Rundgänge, die man bei euch machen kann und so. Ja, es hat irgendwie einen Entdeckercharakter.
Ich glaube, der wesentliche Punkt ist, dass wir das Leben der Menschen abbilden, der vielen Menschen. Du findest dich zu Hause bei IKEA, du kannst deine Wohnzimmer erkennen, dein Schlafzimmer erkennen. Du erkennst deine Lebenssituation. Und das ist das, warum wir, wir haben heute schon gesprochen, wo ich überall war. Das Erste, was ich in Russland gemacht habe, ich wusste ja nicht viel. Der Auftrag, den ich hatte, fahr los, stay ethical, clean, the rest you know. Dann bin ich losgeflogen am 1. Januar 2013. Und das Erste, was wir gemacht haben, war, wir haben uns angeschaut, wie die Russen in Moskau, in Sankt Petersburg oder in Omsk leben.
Und sehr anders als die Deutschen?
Nein, weil home is the most important place. Aber natürlich, wie auch wie wir sie im Osten von Deutschland hatten oder wie ich es noch kenne aus der Wienzeit, dass zwei, drei Zimmer Wohnungen Standard sind. Du hast die ersten Häuser, die wir im Osten gebaut haben, wie Bratislava. Wir hatten ein Musterzimmer, das genau abgebildet hat den zwei-Bett-Raum-Charakter des Apartments. Und so waren 80% gebaut. Ich wusste, dass in Polen die Durchschnittsgefühl 6 bis 8 Quadratmeter ist, weil alle so gebaut wurden. Als dann die Welle kam und der neue Gedanke kam, ist natürlich was anderes auch entstanden.
Aber lebten die Menschen damals innerhalb Europas sehr unterschiedlich? Also gibt es da, ich meine, du weißt ja.
Nein, du weißt, ich war in vielen Ländern. Es gibt Reich und Arm überall und IKEA kommt aus Småland. Das ist so ziemlich die ärmste Gegend. Die es gab und auch noch immer, die Kage in Schweden. Und Leute haben gelernt, mit weniger auszukommen.
Das heißt, ich kann davon ausgehen, weil nicht die Leute, die sich damals, als es euch noch gab in Sankt Petersburg, bei IKEA Kunde waren, die wohnen möglicherweise genauso wie ich heutzutage.
Also kannst du davon ausgehen.
Und in Italien am Ende, es ist ja auch ein gewisser Einheitslook, den ihr dann sozusagen in die Welt bringt.
Im Wesentlichen ja, aber natürlich, wenn du Als ich das erste Mal nach Rom gefahren bin, habe ich gesehen, dass ein Viertel der Häuser dort noch immer aus Holz gebaut ist und aus 20 verschiedenen Baumaterialien. Aber du findest auch ein Schlafzimmer drinnen. Und in Japan ist das Zimmer 10 Quadratmeter und es ist alles drinnen. Ich war vor kurzem in China und in Indien. Egal wie reich oder wie arm die Leute waren, es war ihnen wichtig. Eigentlich haben die, die wenig Geld hatten, mehr Geld für Wohnung ausgegeben und für, Entschuldigung, für, für Einrichtung, weil sie sich nur einmal leisten konnten. Und das ist das, was zurückgeht auf die IKEA-Idee, den vielen Menschen einen Alltag zu bieten, den sie sich auch leisten können. Und das spiegelt, was wir in Einrichtungshäusern zeigen, was wir in unserer Werbung zeigen, was wir auf Social Media tun. Das ist der Gedanke, den wir verfolgen seit mehr als 80 Jahren und seit 50 Jahren in Deutschland.
Trotzdem versucht ihr ja, den Leuten das Gefühl zu geben, Sie könnten sich mit IKEA-Produkten irgendwie differenzieren. Also man würde was Persönliches, Individuelles machen. Die Wahrheit ist natürlich, wenn man irgendwie 80 Millionen Kunden hat, so viele Produkte habt ihr ja gar nicht, nur 10.000 Stück mit allem Kram, der dazugehört. In Wahrheit sehen ja dann alle Wohnungen irgendwann gleich aus. Also dank euch, also im Guten wie im Schlechten.
Ja, aber Gott sei Dank gibt es die Kreativität des Menschen und auch die unserer Einrichtungskompetenz. Und wenn wir was wirklich haben, ist, wir wissen, wie Menschen leben. Das ist die Datenbank. Also eigentlich sind wir ein, ein Dataunternehmen, weil davon haben wir genug und daraus lernen wir. Und wir spiegeln das, was die Menschen brauchen, und das finden sie für sich. Und der, der Keypunkt ist, dass es nicht um die 10.000 Produkte geht, sondern um die 100.000 Lösungen. Und die machen den Unterschied und die machen das Tel Aviv.
Also das heißt, der Wunsch ist schon da, dass, dass alle das Gefühl haben sollen, Man lebe sehr individuell, obwohl man in Wahrheit nur, wenn man es sehr, sehr speziell und kreativ kombiniert.
Und es bleibt leistbar. Es bleibt leistbar, auch wenn du es abänderst. Und das ist der Magic.
Also das heißt, du bist auch gar nicht darüber verärgert, dass landauf, landab Kabarettisten ohne Ende über euch herziehen und sagen, die machen ihre Gags über die Teelichter und sonst was?
Ich würde sagen, ich bin dankbar.
Also wirklich?
Okay, okay. Ja, weißt du, ich glaube—
Kostenlose Werbung.
Nein, es geht nicht um Werbung, aber Es ist emotional. Ich bin auch hier geblieben, nicht nur weil es ein cooler Job war und weil ich was Neues machen konnte, aber weil es emotional war. Es sind die Menschen, es ist die Art, wenn du die Passion hast und die Leidenschaft, und die spiegelt sich in dem. Und jeder Cabaretist, der hat seine Erfahrung gemacht, wie mancher Kunde oder ich selbst, wenn beim Aufbau mal die Schraube fehlt oder etwas. Natürlich ist uns das unangenehm und wir versuchen das auszubessern und beim nächsten Mal besser zu machen. Aber es sind auch die Geschichten und die Anekdoten, die uns verbinden. Und ich denke, du kannst einige erzählen und ich kann auch viele erzählen.
Kannst du noch so Betten aufbauen und so bei IKEA?
Ah ja, ich habe hart gearbeitet, 4 Stunden das letzte Mal, weil wir es falsch angegangen sind. Meine Frau war mal Produktmanagerin bei IKEA und das noch im Bettenbereich auch und für Kindermöbel. Und sie hat die Anleitung natürlich wieder mal ignoriert und wir hatten versucht, das Bett aufzubauen. Ich habe mal dann gesagt, okay, spiel den Follower heute. Und das passiert öfters und den Spaß haben wir öfters.
Okay, also ihr seid ja auch noch Kunden und—
Du siehst ja, meine Kratzer sind von meinem kleinen neuen Hund und auch vom Aufbau.
Aber das heißt, es gäbe auch diesen Aufbauservice. Also ich habe den jetzt ein paar Mal ehrlicherweise genutzt, dass ich mir irgendwie einen Kleiderschrank habe aufbauen lassen.
Ja, es gibt wunderbare Partnerships, die wir haben, und auch das eigene Unternehmen legt immer Wert darauf, dass die Produkte, die wir designen, einfach einfacher werden zum Aufbauen. Du hast von dem Backschrank sicher schon gehört, der hat eine Revolution, dass du mit Falttechnik den aufbaust. Eigentlich kannst du ihn alleine aufbauen, ja, und das in wenigen Minuten, wurde auch bewiesen. Und das ist ein Riesenunterschied, wenn ich an den ersten Backschrank denke in meiner Karriere als Möbelschef, und ich stand dann mit erhobenen Händen und hatte die Deckplatte und die Seitenwände waren nicht mehr hier. Das hat schon viel Gelächter ausgelöst. Das ist heute um, um vieles einfacher geworden.
Wie viel Prozent der Menschen nutzen denn den Service, also lassen sich da Das ist sehr unterschiedlich von Land zu Land.
Also in China geht fast nichts ohne Service, aber bei uns in Deutschland oder auch in Frankreich, wo der Do-it-yourself-Gedanke, wo auch die Baumärkte sehr populär sind, bauen viele noch selbst auf. Und das ist auch der Stolz, der dahinter steckt. Und wir kommen wieder zu dem Punkt, da runter, die Idee. Und ich bin Teil der Idee, weil ich baue mit und ich habe auch den Stolz. Und auch wenn ich schwitze und auch wenn ich mich ärgere und die Schraube fehlt, Aber ich habe was dazu beigetragen und ich bin auch stolz. Ich tausche dieses Bett nicht aus, weil es steht auch und es ist gut.
Ja, wenn man so ein Möbelhaus jetzt betreibt, sagen wir mal so in der Größenordnung wie 100, 150 Millionen Euro Umsatz und man macht das korrekt, wie profitabel ist denn so ein Haus dann?
Na, man kann davon leben und man kann davon weiter expandieren. Also wir gehen wirklich nicht in die Zahlen hinein.
Aber 10, 20% muss man schon verdienen?
Nein, das, also ich würde mich jetzt wirklich nicht davon bezahlen, auf Zahlen hier festlegen, sondern sagen, der wesentliche Punkt, was immer wir verdienen, 85% von dem, was wir verdienen, geht wieder in das Business hinein. 85%. Und das ist eigentlich sozusagen, was das Unternehmen als Innovation, als Kreativität, aber auch als harte Arbeit von vielen Menschen— ich, wir könnten nicht über diese schönen Zahlen reden, wenn ich nicht hier 20.000 Mitarbeiter hätten, die jeden Tag super Arbeit machen. In Deutschland, ich glaube, es sind 170.000 mittlerweile für die Inka-Gruppe und mehr als 200.000 für IKEA im Totalen, die tragen dazu bei. Und, und der wesentliche Teil ist, und das war auch Ingvars Gedanke, du hast die Stiftung angesprochen, die 85% gehen immer ins Business hinein und die 15% für Regenzeiten, entweder in der eigenen Situation oder wenn etwas passiert, wo wir helfen, wo Not am Mann ist in der Welt, ob es im Sudan ist, mit, mit Zelten aufzubauen oder der United Nations zu helfen. Aber der wesentliche Teil geht zurück ins Business. Und ich glaube, das ist der wesentliche Punkt, dass wir nicht auf der Technik und nicht auf den Hand— auf den Ways of Working von 1961, wenn ich auf das zurückgehe, oder auf '47 stehen, sondern IKEA hat immer wieder versucht, sich weiterzuentwickeln, nicht nur das Produkt, in die Menschen zu investieren, Wir reden von AI heute schon kurz und von Technik. Wir geben Zeit, damit der Mitarbeiter sich ausbilden kann, damit er mit neuer Technik sich konfrontiert nicht fühlt mit einem Kunden, der besser ausgebildet ist, die Sicherheit zu geben, mit dieser Technik umzugehen. So geht's um neue Möbelhäuser. Ich hatte in Paris ein Möbelhaus übernommen als Einrichtungschef 2004, das war fast 30 Jahre damals alt. Und war wie nagelneu, weil die Menschen es gepflegt haben. Und, und ich glaube, das ist, das ist der Punkt, wo ich sage, das ist die Investition, und, und das ist das, was Gewinn gibt, uns Mittel, die Menschen glücklicher zu machen, und den Menschen, die heute sich noch nicht leisten können, IKEA-Möbel zu kaufen, morgen mit den Preisen, die wir tun, mit der Innovation, die wir haben, die Chance zu geben.
Ist denn im Möbelgeschäft, wie ihr es betreibt, Marketing ein relevanter Kostenblock? Also müsst ihr viel werben, um Kunden zu holen, oder seid ihr mittlerweile einfach so, dass man euch kennt, dass es irgendwie— also wie viel ist es denn, übliche Marketingquote, die ihr habt, oder wie beschreibt man das Marketing?
Nein, ich würde sagen, uns, Ernst Peter, das ist normal im Handel, aber wir sind natürlich sehr dankbar für die Kundengruppen, die wir haben, die Loyalitätsclubs, die ein wesentlicher Baustein sind. IKEA Family ist ein, ein Membership Club, z.B. in Deutschland, mit mehr als 15 Millionen Members. Mhm. Mehr als die Hälfte davon sind aktiv. Das ist ein, ein wesentlicher Teil davon, kommen mehrmals ins Einrichtungshaus oder benützen mehrfach die App und, und, und schauen bei IKEA entweder über digitale Medien und Kanäle hinein oder durch den physischen Besuch, engagieren sich in Social Medien dafür. Seit Februar 2024 haben wir auch ein Business Network aufgebaut, das in nur wenigen Monaten 350.000 Mitglieder hat. Das wären eigentlich schon 10% der—
was machen die da? Also ist das LinkedIn für Möbel, oder?
Na, das ist sozusagen IKEA Family für Businesskunden. Du hast, wo dann also Geschäftskunden werden, wo du neben dem Büro einrichten und sowas, wo du z.B. Büroeinrichtung, Gaststätteneinrichtung, Hotellerie und so weiter Das sind im Wesentlichen die großen Zielgruppen. Die haben die Chance, über das IKEA-Netzwerk Vorteile zu kriegen, Beratung zu kriegen, Service in Anspruch zu nehmen. Du hast über Aufbauservice gesprochen, Planungsservice, Bezahlungsservice, Finanzierungsgeschichten. All diese Möglichkeiten gibt es. Es ist ein Netzwerk, wo wir versuchen, dem Kunden zu helfen und, und ihm sozusagen die Chance zu geben.
Also sagen wir so, paid, also richtig jetzt, dass ihr bezahlt irgendwie für Größere Werbemaßnahmen sehe ich recht selten. Also Fernsehwerbung fällt mir nicht so auf. Irgendwie, ihr seid jetzt auch irgendwo Trikotsponsor, Stadionsponsor, also diese ganzen großen Aktivierungen.
Da gibt es viele Anfragen, da muss ich sagen, da gibt es viele Anfragen, aber nein, das tun wir nicht. Wir konzentrieren uns wirklich darauf, auf unseren Family Club, auf TV, auf Radio und TV schon. Ja, also ich würde sagen, dass wir normal quoten. Fällt mir nicht auf, dass wir das mehr oder weniger tun als andere. Ich denke, dass wir hier im Schnitt liegen.
Wer schon früh an später denkt und dafür Rücklagen aufbaut, hat dann den Kopf frei, um in seinem Geschäft voll durchzustarten. Und genau dafür gibt es unseren Partner Scalable Capital. Mit dem staatlich geförderten Altersvorsorgedepot kann man kostengünstig ab 2027 zum Beispiel in ETFs investieren, die euch eine maximale Grundzulage von 540€ pro Jahr plus Steuervorteilen plus Kinderzulage oder plus Berufseinsteigerbonus sichern. Bei Scalable könnt ihr euch dafür jetzt schon voranmelden und dann auch noch gleichzeitig etwas gewinnen. Ihr habt jetzt nämlich die Chance auf eine Bonuszahlung von wieder 540 €, und zwar jedes Jahr bis zum Renteneintritt. Was man dafür tun muss, ist Folgendes, nämlich sich einfach nur anmelden für das Altersvorsorgedepot von Scalable. Man ist dann automatisch mit im Lostopf mit dabei. Das gilt für Neu- als auch für Bestandskunden. Und bis Dezember gibt es jeden Monat einen neuen Lostopf. Das heißt, wer sich noch im September voranmeldet für dieses Altersvorsorgedepot, nimmt an allen verbleibenden Ziehungen teil und hat damit dann gleich 4 Gewinnchancen, nämlich jeden kommenden Monat bis Jahresende. Alle Gewinner werden dann im Januar 2027 gezogen. Infos zur Anmeldung und allem Weiteren unter scalable.capital/altersvorsorgedepot, ein Wort. Es gelten natürlich Teilnahmebedingungen und Kapitalanlagen bergen immer Risiken. Alle Infos auch noch mal bei uns hinter dem Link in den Shownotes.
Okay, aber das heißt, Sponsoring macht ihr gar nicht und ihr versucht im Wesentlichen über CRM. Am Ende ist es ja ein CRM-Case.
Nein, das Einzige, wo wir wirklich unterstützen, sind Vulnerable Target Groups. Aber das hat nicht mit Marketing zu tun, sondern weil wir einfach den Menschen helfen wollen. Ob es in der Flüchtlingsgeschichte geht, mit Frauen, mit Kindern. Das ist das, wo wir unsere Energie reinstecken und versuchen, den Menschen einen besseren Alltag zu machen, unabhängig vom IKEA-Produkt.
Okay, sag mal ein bisschen Wettbewerbs— ich habe ja schon gesagt, hey, es gibt ein paar. Wen guckst denn du dir am meisten an? Also in Deutschland, wer ist denn so für dich der Akteur, den du am engsten verfolgst?
Na, ich muss ganz ehrlich sagen, seit jeher schaue ich auf die Modebranche.
Auf die Modebranche, okay.
Weil dort die Trends entstehen in der Autobranche. Ob es um Farben geht, du findest die meistens 2, 3 Jahre früher. Wir sind selbst auf der Milanomesse in, in kurzer Zeit auch um das IKEA-Sortiment, um den Kontrast zu haben. Das ist das, wo, wo ich meine, meine Inspiration habe. Meine Teams leben davon, dass sie den Kunden besuchen, dass sie Hausbesuche machen, dass sie verstehen, wie sie leben, und wie kann ich die Kundenwünsche, die Kundenbedürfnisse und auch das, das Muss, dass der Kunde seine funktionalen Dinge kriegt, mit dem verbinden, was die Industrie kann, was der Hersteller kann. Und das ist das, worauf wir schauen.
Das heißt, du sagst mir irgendwie jetzt, die Antwort ist, du guckst dir andere Möbelhändler gar nicht so an?
Absolut, ich schaue mir alle Möbelhändler an.
Und ich, ich, wer ist denn relevant?
Für mich sind die Großen genauso relevant wie die Kleinen, ob ich über die Grenze schaue.
Du bist ein Diplomat.
Ich bin überhaupt kein Diplomat, das würde meine Frau nie beantworten als das. Aber ganz ehrlich, also es gibt eine, eine tolle Möbellandschaft und tolle Retailer. Du kannst auch viel über Heimeinrichtung von Food-Retailern lernen. Wenn du zu Food-Retailern schaust, findest du Accessoires im Cooking-, im Eating-Bereich, Bettwäsche, all das. Wir lernen, wie sie, welche Preise, welche Qualitäten, was, was das für sie bedeutet. Aber natürlich besuchen wir auch Möbelhäuser, In Deutschland oder außerhalb von Deutschland.
Wer ist denn aus deiner Sicht, sagen wir mal, ein exzellenter Händler? Jetzt unabhängig von Branche. Wo sagst du denn, die machen im Handel wirklich echt einen richtig guten Job?
Also ich finde, die deutsche Foodindustrie ist wirklich Weltklasse.
Also wir reden jetzt von Aldi und Lidl und so weiter.
Von Aldi, von der Schwarzgruppe, von Rewe. Ich kenne auch einige durch den HDE davon. Das sind wirklich gute Leute. Die machen guten Retail. Die verstehen es auch zu expandieren. Ich habe auch Familie in Connection in Italien. Das, wenn du siehst, wie Lidl auch in den Badeorten seine Ware anbietet im Ausland. Ich finde, der Lebensmittelhandel war für mich immer der, der einen Schritt weiter war als der Möbelhandel. Das habe ich schon in Paris gelernt, in Frankreich. Manche deutsche Chefs sind auch Franzosen, ja.
Ah ja, genau.
Und ich habe das auch in Polen gesehen und in Russland. Also für mich ist der Food Retailer, der sehr effizient arbeitet, der mit Fulfillment, mit Replenishment, von dem man viel lernen kann, der es in kurzer Zeit schafft, seine Waren zu kriegen, mit Mängelsituationen umzugehen, super Supply Chain hat. Im Möbelhandel gibt es auch gute Player, aber ich denke, dass IKEA auch hier wirklich eine gute Rolle hat. Wenn ich auf Textil gehe, ich fand immer Zara faszinierend von der Logistik her, wie sie, wie sie agiert haben, wie sie schnell waren, den Mix aus, aus, aus Besitzimmobilien und, und, und, und in den besten Einkaufsstraßen reinzukommen mit die Tanke ihrer Ware. Also man kann schon viel lernen.
Hast du es verfolgt als jemand, diese blauen IKEA-Taschen, sind ja auch so ein Symbol für euch.
Ja, ich war nächste Woche in London und habe mir auch den Shop angeschaut. Du weißt das, das auf der Bond Street, also mitten in London drinnen, Prime Lage, kommt ein Haus auch, das muss man dazu sagen. Aber damit das nicht zu lange leer steht, es wird dieses Jahr noch eröffnet im Sommer, ist ein Teil gewidmet der Fractatasche, die ein Kultding war. Das war mal eine Idee. Ingvar und seine engsten Mitarbeiter haben sich immer gewundert, warum die Leute die Sachen nicht mitnehmen. Haben die die Plastiktasche entwickelt. Und aus dieser gelben, die dann alle mitnehmen wollten, haben wir gesagt, das geht nicht, weil wir brauchen sie auch im Haus, wurde die blaue entwickelt. Und mittlerweile hat sie Kultstatus. Also egal, ob ich irgendwo in Italien am Strand liege oder im Einkaufen bin, jedes Mal freue ich mich. Und gestern auch, sage ich, ah, ich bin noch nicht am Flughafen richtig angekommen, aber ich sehe die ersten blauen Taschen beim Gebäck.
Und in London ist das Haus zur Zelle, sage ich, nur diese Taschen und auch Luxusvarianten und sowas, ne?
Genau. Und wir hatten Wir hatten, du kannst deinen Namen draufbringen, zum Beispiel. Ja, ich habe sie mit meinen Initialen als Gastgeschenk bekommen. Und es sind dort schon 12.000 Besucher am Tag drinnen, die sich eine blaue Tasche anschauen. Es gibt noch weitere 60 oder 100 Artikel, die dort vor Ort sind und die im Umfeld dazu passen, aber die Tasche ist das Wesentliche. Sie stand auch am Flughafen bei der 50-Jahr-Feier von IKEA Deutschland in München-Riem.
Also diese Tasche wurde ja auch schon mal von so einem, also vor Jahren, als der Erste glaube ich drauf kam, diese Tasche so ganz high-touch zu verkaufen, ich glaube für mehrere tausend Euro, und dann aus der Tasche auch noch irgendwie so Klamotten zu schneidern aus dem Material und so was, war ja eine Kollaboration mit einer Luxusmarke, erinnerst du dich daran?
Ja, du hast dich daran erinnert, ich hatte Virgin Abloh auch in Paris. Er kam dann, hat sie auch bei uns vorgestellt, ich war damals CEO. Es war ausverkauft, es war unfassbar. Die Teppiche wurden um, ich weiß nicht, um das 400-Fache online verhandelt. Ich musste unbedingt 2 Taschen für meine Frau besorgen. Das war echt harter Tobak.
Wir haben sie heute—
Die mittlerweile verstorbene Fashionlegende.
Wir haben sie noch heute zu Hause flach gefaltet und ich darf sie auch nicht benützen. Und das sind schon auch wunderbare Geschichten gewesen. Aber du hast Luxusmarke angesprochen. Aber seine Herausforderung war, in der IKEA-Vision den vielen Menschen was Leistbares zu geben. Und die Entwicklung, das, was er gemacht hat, ob es die Teppiche waren, ob es die T-Shirts waren, die Jacken, waren so, was ist der Preiszettel, der rauskommt am Schluss? Und ist es für die vielen Menschen zugänglich? Das gab's zwar nur in limitierter Auflage, aber der Preis war wirklich im IKEA-Range.
Ist denn bei euch jetzt, haben jetzt ja viel von Stories und auch so, wie ich jetzt IKEA kennengelernt habe, gehört. Und ich finde, das ist halt sehr individuell und auch irgendwo eine ganz clevere Art, diese Marke über so viele Jahre aufzubauen. Auch sehr passiv, also indirekt zum Teil und gar nicht mehr nur laut. Also Fernseher hast du gerade erzählt, aber ihr macht das ja nicht so, die ganz lauten Stunts, obwohl Marketingbudget muss ja schon groß sein. Also wenn ihr eine normale Marketingquote habt, dann bei eurem Umsatz, weiß ich nicht, müsstet ihr ja Hunderte von Millionen jedes Jahr in Deutschland alleine ausgeben für Marketing. Also das macht schon Musik. Dennoch die Frage, ist nicht trotzdem der Preis alles entscheidend? Also wenn du jetzt ein richtig geiles Produkt hast und es ist falsch bepreist, kriegst du dann weg oder kriegst du nicht weg?
Das Wichtigste ist, dass der Preis vom ersten Moment an passt. Du wirst immer jemand haben, der versucht, dich mit dem Preis zu untergraben. Aber darum demokratisches Design. Wo Funktion, Qualität, Sustainability, Form und Preis zusammenspielen. Und wir haben heute Ingvar angesprochen, Produktentwicklung war eines seiner Steckenpferde, und das ist heute für uns noch einer der wichtigsten Prozesse. Es dauert manchmal Jahre, bis das Produkt zugelassen wird von unserer Seite her, weil es einfach nicht vielleicht noch perfekt war in der Funktion oder den Preis noch nicht gegeben hat. Und es gibt viele tolle Designer, es gibt viele Luxusmarken, aber es so zu machen, dass es für die vielen zugänglich und leistbar ist, das ist eigentlich der Magic der Marke, und der macht den Zauber aus.
Und da guckst du dann drauf und denkst dir, okay, das, also das Pricing wird ja wahrscheinlich aus dem Headquarter gemacht, und dann wird gesagt, okay, hier ist das neue Regal, das und das hat zu kosten, oder kannst du damit entscheiden?
Nein, das macht meine Verkaufschefin mit ihrem Team, die schaut sich den Markt an, die schaut, was basiert. Aber selbstverständlich, wir haben Preiskategorien, und in gewissen Kategorien, in dem Austausch mit der Zentrale, mit, mit dem Wissen von Kunden und den Wünschen von Kunden und dem Lieferantenwissen, sagen wir, wie können wir das Produkt herstellen? Wir brauchen einen Stuhl, der soll x kosten, der soll ungefähr die Form haben, wie kann das ausschauen? Und so entstehen die Ideen. Und danach zu sagen, es hat ein skandinavisches Design, es hat die Qualität, die wir haben, es hat die Haltbarkeit, Das sind die wesentlichen Dinge.
Ist euer Pricing dynamisch?
Ich würde sagen, unser Pricing ist verlässlich, weil du weißt, du kannst es leisten morgen. Aber natürlich muss ich auch bei Sortimentswechsel und so weiter mit Dynamik arbeiten. Aber im Wesentlichen ist mein Preis so, dass du dich drauf verlassen kannst.
Hat denn euer Geschäft generell eine hohe Saisonalität? Also hast du jetzt irgendwie in den dunklen Jahreszeiten im Herbst oder Frühjahr mehr Leute drin als im Sommer in den Häusern?
Es ist nicht so extrem, wie es z.B. in der Spielzeugbranche ist, wo du vor Weihnachten in diesen Wochen 80% hast, oder welche, die nur Dekorationsartikel für Weihnachten oder Ostern verkaufen. Es teilt sich über die— wir arbeiten in tertialen 4-Monatsabschnitten etwa gleich auf, aber kurz nach dem Launch des neuen Geschäftsjahres und um die Weihnachtszeit inklusive dem Ausverkauf sind die stärksten Zeiten im Retailhandel. Das gilt nicht nur für IKEA, das ist generell so.
Okay, aber spürst denn du jetzt aktuell sozusagen auch ein bisschen, oder ist IKEA auch ein guter Proxy, oder kann man daran gut ablesen, wie die Konjunktur in einem Land generell ist? Also merkst du, dass in Deutschland gerade das Wachstum negativ ist oder kaum Wachstum da ist?
Absolut, also ich Ich kann die Zahlen lesen, wie sie meine Kunden auch lesen können, und ich sehe, was Inflation ist oder was, was die wirtschaftlichen Prognosen zeigen. Die sind nicht hervorragend zu der Zeit. Das geht schon 2, 3 Jahre so. Die Möbelindustrie, Industrie, nicht nur der Handel, leidet seit 2, 3 Jahren darunter. Jetzt sieht man leichte positive Zeichen im Januar. Das ist ein leichter 0,2 0,2, ja, ca. im, im Wachstum. Dafür nimmt der Onlinehandel wieder ein bisschen ab. Das sind die generellen Zahlen, die wir, die uns geliefert werden. Was du wirklich siehst an IKEAs Gradmesser ist, und das hat mir auch der, der Rewe-Chef vor Monaten schon gesagt, du siehst es am, am Basket. Du siehst, dass Menschen anders einkaufen, dass sie vielleicht weniger in den Korb legen, dass sie günstiger einkaufen. Das zeichnet sich ab.
Das heißt, euer Umsatz ist auch rückläufig jetzt? Ein bisschen rückläufig muss er ja eh sein, weil die Corona-Zahlen waren so stark. Das heißt, dass jetzt vor 3 Jahren, als Corona vorbei war, dass dann sozusagen die Zahlen eingebrochen sind?
Ja, unser Geschäftsjahr, das geht ja noch eine ganze Zeit lang. Aber was ich sagen kann, dass die Visitation ungefähr die gleiche ist wie im Vorjahr, ist mit einer leichten Steigerung.
Also Visitation heißt die Besuche?
Die Besuche offline und online, dass sich das etwa die Waage hält mit einem leichten Zuwachs noch. Wir sehen aber, dass die Kunden günstiger einkaufen. Wie das Jahr ausgeht, dafür sind noch einige Monate zu tun. Das werden wir sehen.
Aber ihr habt jetzt 3 Jahre lang einen Umsatzrückgang gehabt, also nach Corona?
Also wir hatten ein Rekordjahr vor 3 Jahren, vor 2 Jahren. Wir hatten letztes Jahr das zweitstärkste Jahr. Und heuer werden wir sehen, wie es ausgeht.
Das heißt, ihr habt dann doch irgendwie im letzten Jahr, wo es ja auch schon schwierig war, es geschafft?
Ja, wir haben die 6-Milliarden-Grenze gehalten und verteidigt im 50er. Jubiläumsjahr, darauf sind wir auch stolz. Wir sehen Zuwächse im Online stärker als im Offline-Business. IKEA Food, das du angesprochen hast, ein wesentlicher Part. Und dann würde ich wieder zurückkommen auf das, was wir heute schon hatten: Die Loyalty Clubs wie Business Network, IKEA Business Network oder IKEA Family sind schon wesentliche Quellen auch, von denen wir profitieren, dass wir jahrelang treue Kunden haben. Und auch treue Mitarbeiter.
Food gibt es bei euch nur da, wo es auch die Einrichtungshäuser gibt, oder habt ihr auch separate Restaurants irgendwo?
Nein, das haben wir nicht. Wir haben sie dort, wo die Einrichtungshäuser sind.
Und gibt es denn Überlegungen, noch mal was anderes zu machen? Ich meine, ihr habt ja unfassbar viele Kunden und Kundenkontakte. Also wer hat das schon? So viele, das ist ja wie Mobilfunk oder wie Bankkonten. Also es ist ja kaum jemand, der so viele Kunden hat und dann noch in der Marktposition ist. Kommt man nicht auf die Idee, noch was anderes zu machen, außer jetzt sozusagen das Offensichtliche, denen jetzt irgendwie Nahrungsmittel anzubieten da irgendwie vor Ort? Man könnte ja wirklich hingehen und sagen, man macht das in Mobilfunktarif, man macht vielleicht noch mehr Richtung auch Banking, dass die Kunden sozusagen bei euch Darlehen nehmen können oder sowas in der Art.
Ja, es gibt immer Überlegungen, sonst wäre IKEA nicht 80 Jahre geworden, und wir hoffen ja, dass es noch weitere 80 gibt, dass Innovation stattfindet. Ich denke, dass sie in den physischen Formaten, wird es noch einige Veränderungen geben, weil wenn du auch in kleinere Städte gehst, brauchst du andere Formate. Das Sortiment ist ein wesentlicher Teil, von dem wir gesprochen haben, das muss sich anpassen. Wir haben über Covid gesprochen, seit Covid ist Multitasking und Multifunktionalität in Heimen, in Life at Home ein wesentlicher Faktor gewesen. du sprichst von Serviceleistungen. Ein Teil möchte selber machen, auch aus den Preisgründen, und das werden wir immer anbieten, dass der Abholpreis das Günstigste ist, was du bei IKEA hast. Aber die, von Basisservice angefangen über Montagedienst, es wird noch eine Vielzahl geben, die wir heute nicht kennen. Ich denke, dass ein interessanter Markt sein kann der Secondhand-Markt. wir haben Tests laufen, die in Norwegen und in Spanien sind. Wir sprechen in Deutschland von ca. 1,9 Milliarden Euro Umsatz, und ohne etwas zu tun hat ungefähr IKEA weltweit um die 10% am Secondhand-Markt seine Produkte. Also da gibt's auch Möglichkeiten. Ich denke, das könnte auch etwas sein für die Zukunft. Dann trägt es im wesentlichen Teil dazu bei, die, den nächsten Schritt für die IKEA-Entwicklung einzuleiten, von einem Retailer, der produktionsorientiert war, der über die Jahrzehnte customerzentriert wurde, mit Kundenfokus, ein Sortiment und ein Business aufzubauen, das Kreislaufwirtschaft im Fokus hat. Diese Transformation, dass du vielleicht irgendwann nicht mehr alles verkaufen kannst, was du willst, durch Einschränkungen, durch Lieferengpässe, wie immer, das Produkt zurückzuführen. Und ich glaube, Recycling, das Matratzenthema, ich hatte das versucht auch mit dem Government und, und mit dem Matratzenverband voranzutreiben und sagen, wir haben heute 8 Millionen Matratzen in, in, in Europa und, und ein Großteil davon in Deutschland, das irgendwo verrottet, wo du eigentlich 70, 80, 90% des Materials wiederverwenden könntest.
Und verrotten die denn? Wo liegen die denn?
Die verrotten, weil sie niemand richtig aufbewahrt.
Aber wo liegen die?
Also irgendwo auf der Straße oder im Sperrmüll und werden verbrannt. Und allein diese Ressource würde unglaubliche Möglichkeiten geben. Und wir glauben fest an, neben der Digitalisierung, den Omnichannel, dass Kreislaufwirtschaft auch eine Voraussetzung ist, um den Menschen morgen nicht nur ein Sustainability, diese Nachhaltigkeit zu liefern, sondern auch mal ein Produkt zu preisen, das sie sich leisten können. Das heißt, diese Investition, ob es in EV100-Lieferungen ist, ob das Produkt recycelbar oder reusable ist, ob du Spare Parts kriegst, Ersatzteile in Zukunft, oder die Matratze wieder in den Kreislauf zurückführen. All das wird dazu beitragen, dass die Innovation nach vorne steht. Für mich ist das eigentlich der größte Teil an der Innovation. Da müssen wir nicht über Apps reden oder Media oder Marketing. Wir reden über Menschen, wir reden über Produkte, und wir reden darüber, dass Kreislaufwirtschaft die Grundvoraussetzung ist, ein nachhaltiges und ein leistbares Produkt morgen zu liefern.
Ich wollte gerade sagen, Media aber auch. Also Media ist ja ein Thema, also sehen wir jetzt bei immer mehr Retailern, dass die auch Werbung verkaufen.
Und viele haben ja ihre eigene App und eigenen Loyalty Club. Wir haben den Foodbereich angesprochen.
Aber bei euch auch Medien-Thema? Also dass bei euch irgendwie Werbung gekauft werden kann in eurer App oder in eurer Website, auf euren Läden oder so?
Nein, Co-Branding, das ist noch kein Thema für uns.
Okay, du würdest es Co-Branding nennen. Okay, gar nicht Medien.
Wo ihr ja auch sehr weit seid, ist bei der Frauen- und Männerquote.
Ihr habt ungefähr 50% Frauen und 50% Männer. Wie kommt das? Ist ja sehr, sagen wir mal, ungewöhnlich. Die meisten Firmen ist anders.
Also ich muss sagen, in meinem Managementteam, da sind sie jetzt schon im Überhang, und ich bin stolz auf sie. Ich habe glaube 6 Frauen und 3 Männer. Die 50 sind weltweit und sie gelten auch für Deutschland. Wir glauben daran, dass diese Gleichberechtigung, diese Equality nicht nur der Gender-Teil ist, ist Diversity Inclusion. Es kommt auch, woher du kommst. Wir haben 130 Nationalitäten, wir haben 15% ohne deutschen Pass im Unternehmen, auch in Spitzenpositionen, in, in, in leitenden Positionen. Wir haben begonnen, auch mit, mit, mit Flüchtlingen zu arbeiten, Frauen, die Flüchtlinge waren, zu helfen, Deutsch zu lernen, ins Berufsleben zu kommen in Deutschland. Wir haben Buddies aufgestellt, Der schwedische Hintergedanke war die Gleichberechtigung, der Zugang für alle Menschen, die gleichen Rechte, die Würde zu haben.
Verfolgst du, wie das in USA gerade ist, dass diese Quoten ja durchaus kritisch gesehen werden und sogar auch, was man so lesen kann, zumindest Hinweise gegeben werden, diese Quoten nicht aufzustellen?
Ja, wir haben letzte Woche in Barcelona darüber geredet. Ich habe mit meinen Kollegen Er hat sehr starke Statements auch gegeben in der Politik, wofür wir stehen. Ich habe das selbst auch erlebt, mal in Russland, was es bedeutet, als im IKEA Family Magazin ein homosexuelles Paar war mit einem Kind, und dann kommt die Anklage gegen dich als Person auch. Also ist immer schön, darüber zu reden in Sonnenscheinzeiten, aber in diesen Regenzeiten zu sagen, dafür stehe ich ein und dafür stehen unsere Werte, ist der wesentliche Punkt. Und das auch zu verteidigen. Und das habe ich oft erlebt im Positiven. Und wenn es mal nicht klappt, gibt's bei uns die Helpline, wo du dich sozusagen beschwerst und wo du deine Vertrauensperson hast, egal ob Kunde oder Mitarbeiter.
Aber ihr zieht das auch weiter durch, auch gegen jetzt sozusagen den Gegendruck aus z.B. USA?
Ja, weil wir glauben, dass alle Menschen gleich sind, und mir wurde das in die Wiege gelegt. Ich bin katholisch erzogen worden. Da hat man auch nicht immer gewusst, was gleich und gleicher ist, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber so wie wir es bei IKEA betrachten, die Frauenquote war ein erster Schritt vor vielen Jahren, bereits ein, ein CEO in den 2000er gesagt hat, wir wollen diese 50er-Quote. Ich kann mich auch erinnern, ich bin sogar gemessen worden als CEO und als Unternehmen in Frankreich. Du musst deine Quote und wie du bezahlst sogar im Internet publik machen. Und wenn du nicht 75% erreichst von den Fragen, dann bist du sozusagen auf der schwarzen Liste und hast ein Jahr oder zwei Zeit, dich zu verbessern. Und wir kamen nie in die Verlegenheit, aber wir müssen uns auch jedes Mal verbessern und was Neues machen. Manchmal kommst du drauf, dass du was übersehen hast. Darum ist es auch gut, dass es diese Wachprüfe gibt. Aber ich bin stolz auf die Frauen, die wir haben. Ich glaube auch, dass ich als Mann viel dazu beigetragen habe, dass es so viele Frauen sind, aber auch weil ich es von meinen Vorgängern und Vorgängerinnen gesehen habe. Du wirst nach Leistung beurteilt, dass Diversity Inclusion ein, ein wesentlicher Faktor ist, wenn Vielfalt reinkommt. Wenn du Innovation möchtest und alle gehen durch dieselbe Tür, das möchtest du nicht, ja. Und, und ich glaube, das macht diesen Magic von IKEA aus, egal ob im Einrichtungshaus ist, in der Zentrale oder in einem anderen Land. Das kenne ich nur so.
Was war für dich jetzt rückblickend auf deine fast 40 Jahre IKEA die schwierigste Herausforderung?
Na ja, eigentlich bin ich jeden Tag aufgestanden, habe mich gefreut, dass ich dabei bin. Aber wenn ich das— es gibt sicher in verschiedenen Situationen— Russland fällt mir schon oft ein, muss ich sagen. Weil ich kam 2013, dann kam 2014 die Krimäerkrise, die erste. Und ich hatte gelernt, Business zu machen, auch das Volatiles. Aber ich habe noch nicht verstanden, was Brutalität in diesen Voraussetzungen bedeutet. Und wenn du plötzlich keine Ware mehr kriegst, und meine Sofas sollten aus der Ukraine kommen und meine Textilien und mein Porzellan aus der Türkei, und dann kamen die europäischen Sanktionen. Und als ich meinen Vertrag verhandelt habe, ich glaube ein Rubel 1 Euro war 32 Rubel und dann ging es innerhalb von Monaten auf über 100. Und die Situation, die ich dann erlebt habe, war, ich stand ja noch immer unter dem Schutz von IKEA, der Botschaft und was immer, aber für meine Mitarbeiter und für das Volk war es unglaublich. Es war plötzlich statt 20% 50% in Armut. Und das Ärgste, was ich gesehen habe, war, IKEA war eine Lösung für diese Menschen. Sie kamen ins Einrichtungshaus nach Moskau, sind Schlange gestanden und haben Küchen gekauft in der Krise. Und ich habe nicht am Anfang verstanden, warum sie Küchen gekauft haben. Und dann sind wir draufgekommen, sie haben sie nicht aufgebaut. Sie haben sie in den Keller gelegt und haben sie als Währung behalten. Und als die Krise nachgelassen hat, haben sie sie zurückgebracht zum Umdauschen. Dann habe ich verstanden.
Also wirklich so wie so ein Gold im Schließfach.
Dann habe ich verstanden, warum wir beide heute über Emotionen reden und eine Marke, die mit einer Idee geboren wurde und die sich dieser Idee hoffentlich auch übermorgen noch treu ist, den vielen Menschen einen besseren Alltag zu schaffen.
Ein Thema, das im Podcast immer wieder aufkommt. In Europa denken wir oft, wir müssten uns entscheiden. Wollen wir die schnellste, beste Technik aus Übersee oder den sicheren Datenschutz aus der Heimat? Entweder Qualität oder Compliance. Umso erfreulicher aber, dass der Weltmarktführer für KI-Voice-Agenten direkt hier aus Europa kommt.
Hört selbst: Hey, ich bin ein ElevenLabs Agent. Wir sind nicht nur eine europäische Lösung, wir sind das weltweit leistungsfähigste System für autonome KI-Sprachagenten. Wir bieten die realistischsten Stimmen und die intelligentesten Modelle. Bei uns bekommt ihr keine europäische Alternative, sondern den globalen Goldstandard.
Du sagst also, mit ElevenLabs muss ich keinen Kompromiss eingehen?
Genauso ist es. Du musst keine Qualität opfern, um sicher zu sein. Unsere Agents werden komplett in der EU gehostet und sind DSGVO-konform und für Enterprises gemacht. Wir verbinden uns per API mit euren Systemen und lösen Probleme am Telefon oder im Chat in Millisekunden.
Und Folgendes spricht ebenfalls für sich. Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Klarna und Revolut setzen bereits auf den Weltmarktführer für KI-Kundeninteraktion. Auch Bertelsmann und Freenet vertrauen auf ElevenLabs. Also, hol dir das Beste aus beiden Welten: weltweite Spitzentechnologie und europäische Sicherheit. Starte jetzt auf elevenlabs.io/omr. Und auch meine Stimme wurde übrigens mit ElevenLabs erstellt.
War das für dich schlimm zu sehen, als der Rückzug kam aus Russland? Du hast ja da auch gearbeitet, hast es ja mit aufgebaut, als irgendwann dann die Entscheidung gekommen ist.
Ja, ich hatte mehr als 8000 Leute, fantastische Leute. Es war Herzblut, das ich reingesteckt habe, auch um einen neuen Leadership-Style reinzubringen. Es war nicht selbstverständlich, im ersten Jahr dort zu sehen, dass die Leute kommen und sagen, was ihnen nicht gefällt. Dass jemand aufbegehrt, war nicht unbedingt selbstverständlich in dieser Kultur. Und ich glaube, ich habe mindestens 4000 persönlich getroffen. Ich habe wirklich viel auch in den Units verbracht, um diesen Leadership-Style und diese Idee zu verankern. Weil der Sinn und Zweck ist ja nicht, dass ein Experte dort für ewig bleibt, sondern dass er sozusagen als Gamechanger fungiert. Und, und ich glaube, abgesehen, dass wir trotzdem noch guten Erfolg hatten und sogar sehr guten Erfolg, an, an, an vielen Jahren, in vielen Jahren war der wesentliche Punkt, dass heute viele Leute in globalen Positionen oder international tätig sind, die damals in Russland waren, die sich mit unserer Identität wohlgefühlt haben, wer wir als IKEA sind und was wir verkörpern. Aber das Herzblut war wirklich zu sagen, das aufzugeben, weil plötzlich haben Menschen anders gefragt. Haben Dinge hinterfragt, haben mich hinterfragt, haben mich gechallenged, anders als im ersten Jahr, im dritten, vierten und fünften Jahr. Und das ist der traurige Teil. Also ich hoffe irgendwann, ich weiß es nicht, ob es in meinem Berufsleben sein wird, dass es einen Weg zurück gibt. Was hat viel Gutes gegeben? Nein, gibt's auch nicht. Aber es gab einen, es gab einen Startup in Kiew, aber der konnte dann nicht aus diesen Gründen weitergeführt werden.
Der könnte ja vielleicht eines Tages wieder eröffnen.
Der könnte wieder eröffnen, ja, da bin ich sicher.
Und wie lange machst du den Job noch?
Ach, ich weiß es, ich wusste ja nicht, dass ich so lange bleibe, also frag mich was anderes.
Aber ist es bei euch so üblich, dass man dann mit 67 in Rente geht, oder?
Nein, ich glaube, wenn du Unternehmer bist, bist du es für die Ewigkeit, und ich glaube, ich werde nie aufhören, ob es IKEA ist oder was anderes, ich weiß es nicht.
Also das heißt, du fühlst dich auch Unternehmer und sagst, ich, wenn, ja, ich, du könntest auch bei IKEA bis 75 arbeiten, wenn du, wenn du das wolltest?
Ich denke schon.
Also die würden nicht lassen, also die würden sagen, Mensch toll, dann mach weiter.
Also ich denke, wir haben einige Beispiele auch, die weit über das Pensionsalter sind in verschiedenen Ländern. Es gibt viele Aufgaben und viele Länder. Ich habe die Chance gekriegt, das als 24-Jähriger, die Welt zu entdecken. Es war ein— ich habe es versucht zu beschreiben— in Österreich meine Wurzeln, Frankreich meine Liebe, Deutschland mein Lehrer, Polen war ein Freund. Russland, der Destiny, zurück zu Liebe und DJ, der DJ. Ich weiß nicht, wie das nächste Kapitel ausschaut, aber es wird sicher ein spannendes sein.
Und wie managst du deine Zeit? Also wie intensiv bist du am Arbeiten? Also bist du dann auch irgendwie jetzt 6 Tage die Woche am Start, oder?
Ja, ich habe versucht, vor vielen Jahren mir so eine Drei-Beine-Theorie zu schaffen: ich selbst, meine Familie und mein Beruf. Und ich habe immer gelernt dann, dass in gewissen Situationen du mehr als 100% auf ein Bein stellen musst. Du kannst aber nicht ewig stehen. Und in den Jahren konnte ich mir mit meiner Familie, und heute ist es meine Frau, früher war mein Sohn auch dabei, der war bis Polen dabei, der hat dann dort studiert und ging dann nach Cambridge und, und, und hat seinen Master dort gemacht. Und wir gingen nach Russland weiter, wir waren dann zu zweit, Familie hat anders ausgesehen, es war auch die Distanz dazwischen. Ich habe mir den Sport genommen auf der Seite, um, um für mich Energie zu finden oder ein Buch zu lesen oder manchmal ein Bier zu trinken oder ein Wasser oder was immer und einfach Ruhe zu haben und diese Freiheit zu entscheiden zu können, das hat's, das hat's immer gegeben für mich. Meine Chefs haben es zugelassen. Es hat mich beeinflusst, wie ich selbst führe. In meinem Team gibt's viele gute Beispiele, die morgen ein IKEA machen, das wahrscheinlich viel besser ist als das, das ich heute hinterlasse.
Wie ist denn das, wenn man jetzt sozusagen 40 Jahre fast dabei ist und auch so ein Wertzuwachs bei der Firma selber erlebt. Ich meine, vor 40 Jahren war die Firma ja noch viel kleiner und auch entsprechend viel weniger wert. Jetzt gibt's ja nicht diese Mitarbeiteroptionen wie bei Startups oder irgendwelche Stock Options wie bei börsennotierten Firmen. Dennoch muss ich davon oder würde ich mal davon ausgehen, man muss sich um dich keine Sorgen machen. IKEA hat dich auch zum Multimillionär gemacht.
Nein, man muss sich mit mir keine Sorgen machen, weil IKEA hat mich jung gehalten. Das Startups-Gefühl aus den 40er Jahren ist heute noch hier. Und ich glaube, das ist der größte Teil des Gewinns und des Profits, das ich mitgenommen habe. Ich bin heute von Jung und Alt umgeben, aber alle haben ein junges Herz.
Aber du denkst dir trotzdem, bei all, trotz der Motivation und der Altersfragen, die du gerade beschreibst, geht es ja auch darum, am Ende möchte man auch ein bisschen an dem Wert, den man da aufbaut, partizipieren. Und das ist jetzt irgendwie, kann man natürlich über das Gehalt, Oder, oder gab es noch andere Instrumente?
Nein, ich denke, die Art, wie du die Freiheit genießt in einem Beruf, das in Wirklichkeit ein Konzeptunternehmen ist, und zu verstehen, dass auch ein Konzept kein Korsett sein muss, sondern den Freiraum dir gibt. Es beschreibt dir auf demokratische Art und Weise, wo dein Spielraum ist. Würdest du den Rahmen nicht geben, wäre es wahrscheinlich Anarchie. Da ich öfters ein Gamechanger war und auch manchmal versucht habe, diesen Rahmen durchzubrechen und neu zu setzen. Ich bin noch immer hier. Man hat es zugelassen. In der Schule hat man es nicht immer zugelassen.
Aber man hat es auch vergütet.
Man hat es auch vergütet und das freut mich.
Ja, alles klar. Also aber es ist schon auch irgendwie, die 40 Jahre waren auch schon, waren es auch wirtschaftlich wert, würdest du sagen?
Jede Minute.
Okay, ich meine, es ist ja schon ein Riesen-Commitment, sein Berufsleben sozusagen einem Unternehmen zu widmen, weil ich meine, es war ja nicht nur das, du bist ja auch mit der Firma um die Welt gegangen, also du hast ja wirklich noch viel mehr als jetzt nur von morgens bis abends.
Du hast recht, aber mir geht es wie dir, du stehst auf dein OMR, weil du die Leidenschaft dafür hast, die Passion. Und das ist das, was mich begleitet hat. Es war der Geist, es war der Spirit, es waren die Menschen, die von mir das gute Beispiel gegeben haben. Und wo ich mir irgendwann gesagt habe, das kannst du auch. Und der Footprint, den ich hinterlasse, sind die Menschen, die Kultur. Weil ob ich mal hohe Umsätze hatte, und ich hatte oft doppelt die, manchmal habe ich auch verloren mit meinem Team.
Ja, was war der größte Fehler, den du gemacht hast?
Mensch, in all den Jahren, das habe ich echt mal nicht gut gemacht.
Ich glaube, ich bin zu spät von Österreich weggegangen. Mhm. Meine Frau und ich haben gesagt, wir hätten einmal noch in der Jugend oder schon in der Jugend weggehen sollen, und wir sind eigentlich erst Mitte 30, Anfang 40 gegangen. Mit Frankreich war dann eine ganz andere Lebensart. Aber ich denke, das hätte ich anders gemacht, habe ich auch meinen Sohn anders geraten.
Aber auch so, sagen wir mal, Firmenseite, also unabhängig von dir persönlich, sondern für die Firma, wo du sagst, da habe ich sehr dran geglaubt, das war, habe ich gesagt, wir machen da ein Haus auf und dann hat das Haus nicht funktioniert.
Ich muss sagen, ich habe schon ein paar aufgesperrt, wie in Paris, mitten in der Stadt drinnen. Da war nicht nur Freunde am Anfang, ja, aber es hat im Endeffekt dann dazu beigetragen, dass ich hier in die Städte ging.
Habt ihr denn viele Häuser in deiner Zeit irgendwo mal schließen müssen?
Nein.
Also noch gar keins geschlossen?
Nein, ich kann mich nicht erinnern.
Du hast noch nie ein Haus geschlossen?
Nee, ich habe immer aufgesperrt.
Ja, okay, okay, aber du hast mal eine größere Zahl an Leuten entlassen müssen?
Auch nicht wirklich.
Auch nicht? Okay, du hast mal Lieferanten größere Summe storniert.
Damit hatte ich nichts zu tun, ich hatte nur oft zu viel bestellt. Kannst du, hast mich heute angesprochen, Ingvar das erste Mal kennengelernt hatte, bin ich als 24-Jähriger nach 3 Wochen Firmenzugehörigkeit durch die Möbelausstellung in Wien gegangen, und ich war noch im Kaffeehaus um 7, weil ich dachte, der kommt so gegen 7, und als ich dann zur Auslage schaue, war er schon um 5 hier. Da kam ich schon in meinem ersten Auftritt zu spät und es war der ganze Konzern versammelt und Ingvar ging vorne und hat mir gewunken, ich soll mich dazugesellen und ich ging mit ihm durch die Möbelausstellung und dann hat er mich so frei von der Leber gefragt, was ich mir denn so wünsche und als Österreicher mit traditionellen Möbelunternehmen davor dachte ich Eckbänke und Holzmöbel ist wirklich das Nonplusultra. Ja, das hatte ich einfach so easy gesagt und die Zentrale hat sich wirklich schon, also ich würde sagen, das Gesicht versteckt und das Räuspern. Und dann kamen die LKWs, weil er hat dann einfach gesagt, gut, dann sperren wir Fabriken auf und wir öffnen das Business in Rumänien. Ja, das war nicht so richtig koordiniert. Ich würde sagen, das war einer der Fehler. Und seitdem stehe ich viel mehr auf Sortiment aus Schweden als auf koordiniert.
Glaubst du an Roboter bei euch in den Ferien?
Ja, also wir setzen sie ja auch ein, und Drohnen zum Beispiel für die Inventuren. Da fliegen Drohnen durch die Gegend und zählen die Produkte, die früher mühsam auf einer Excel-Liste in den Lagergängen. Oder wir haben zum Beispiel Food Management mit AI, wo zum Beispiel die Waste-Geschichte, der Abfall berechnet wird. Wir setzen AI ein, um zu wissen, was werfen die Kunden weg. Damit haben wir 380.000 kg im letzten Jahr an Essen nicht verbraucht, ja, weil wir gelernt haben, warum was weggeht, wie wir portionieren müssen. Wir setzen AI ein in kreativen Dingen wie z.B. der IKEA-App, dass du dir dein Home selbst gestalten kannst. Das, heute brauchst du nicht unbedingt einen Einrichtungsplaner, du brauchst dann jemand, der dir hilft, vielleicht das Commitment zu geben und sagen, okay, hier kann ich Ihnen helfen bei den Einzelteilen, aber du kannst vieles allein machen. Ja, es ist nicht wegzudenken, aber der Schlüsselpunkt ist, wie bereitest du die Menschen drauf vor? Die Technik ist leicht und sie wechselt sehr oft, aber zu sagen, die Begleitung für die 20.000 in Deutschland, die Stunden herzugeben, dass wir sie ausbilden können, Das sind wesentliche Grundvoraussetzungen, die Angst zu nehmen.
Welches IKEA-Haus, für das du jemals verantwortlich warst, war das allerbeste wirtschaftlich gesehen?
Das nächste.
Nein, du hast doch so viele schon Zahlen gesehen. Welches ist—
also Moskau war schon einzigartig, weil 3 Häuser haben so viel Umsatz gemacht wie die meisten Länder. Es waren bis zu 24 Stunden in der Logistik geöffnet. Sie waren an Shoppingcenter connected. Wir haben auch, ich war auch damals für Shoppingcenter mitverantwortlich, und diese Shoppingcenter hatten zwischen 20 und 40 Millionen Besucher. Ich denke, dass viele Shoppingcenterbetreuer sich darüber sehr freuen würden.
Könnte man nicht dann auch sozusagen auch in Deutschland um IKEA-Häuser noch Shoppingcenter bauen oder sowas?
Könnte man auch tun, wäre auch eine Möglichkeit, ja. Aber ich denke, jedes Land hat eine eigene Kultur, wie es shoppt, in Polen und in Russland waren Shoppingcenter sehr populär. In Frankreich, als das erste Mal 2.4 war, was noch viel interessanter, als ich das letzte Mal gesehen habe. Also es, es ändert sich auch ein bisschen.
Und sag mal, in Deutschland, welches war das beste Haus?
Ja, letztes Jahr hatten wir Wetzlar, das war das Tor des Jahres, ist nicht weit weg von Frankfurt. Mhm, ein junger Mann, der gesagt hat, ich, ich zeige euch, dass ich das auch schon kann, Er war noch kurz davor einmal Deputy Market Manager, aber er hat einen unglaublichen Entrepreneurship und er hat aus den Menschen, die schon dort waren, Unternehmer gemacht. Ich war erst vor 2 Wochen dort. Tobias hat ein wunderbares Team und hat gesagt, in einem Jahr werde ich Store des Jahres sein. Und das hat er wirklich, wirklich gemacht.
Was muss man denn machen, um Store des Jahres zu werden?
Ja, es geht nicht nur um den Umsatz, es geht auch darum, wie du mit deinen Kunden umgehst, mit deinen Mitarbeitern umgehst. Wie deine Ausstellung ausschaut, ob du das Konzept einhältst. Und das war ein gutes Beispiel. Und ich glaube, es gibt noch 51 andere, also wo immer unsere Kunden hinkommen, ich hoffe, sie fühlen sich willkommen.
Aber das heißt, der beste Store in letzter Zeit war der in Wetzlar?
Der war in Wetzlar. Dann schauen wir, wo es nächstes Jahr wird. Davor war es in Regensburg.
Seid ihr denn auch mitverantwortlich dafür, dass die Innenstädte so ein bisschen veröden in Deutschland?
Also weil wir nicht drinnen sind, meinst du?
Ja, weil ihr nicht drinnen seid, ja.
Na ja, wir sind in Altona, das ist nicht so weit weg, oder? Und das sieht recht gut aus, muss ich sagen. Also es gefällt uns gut in Altona, die Kunden wollen uns sehr. Wir haben viel gelernt, wir haben in Paris gelernt, wir, wir lernen jetzt in London. Von Stadt zu Stadt verschieben, die Strukturen sind sehr unterschiedlich. Nicht für jede Innenstadt sind wir geeignet. Du brauchst auch eine gewisse Anzahl von Menschen, die dort leben, Du brauchst die Infrastruktur, aber ich könnte darüber nachdenken.
Ja, aber ist es das für dich die größte Entscheidung, die du selber triffst, auch in Deutschland jetzt als Deutschlandchef neue Läden zu eröffnen, weil das so ein großes Investment ist?
Nein, die größte Entscheidung, der größte Move ist in Circularity. Omnichannel ist ein Muss und eigentlich ein hygienischer Faktor, und da ist noch viel zu tun, aber der wirkliche Move und die Legacy Ende des Jahrzehnts, würde ich sagen, ist Kreislaufwirtschaft.
Das heißt, die Matratze oder das Bett, das einmal verkauft wird?
Ja, alles. Die Gesellschaft, wie du ihr begegnest, die Operations, die du hast, und das Produkt, das du hast. All dieses Zusammenspiel, und unter der Philosophie, ist es leistbar für die vielen Menschen, das herzustellen, ist die Legacy, die wir hinterlassen wollen. Und das wäre das, wenn du mich fragst, wenn ich in Pension gehe, werde ich sagen, Das wäre ein Profit. Wir haben das Unternehmen so aufgestellt, dass es für die nächsten 80 Jahre sozusagen in seinem eigenen Kreislauf sich weiterentwickelt.
Okay, krasse Vision. Ich glaube, es ist noch ein paar Meter zu gehen, aber du hast ja noch ein paar Berufsjahre jetzt möglicherweise vor dir. Also wenn ich es so richtig verstanden habe, kannst du ja bis, weiß nicht, Mitte 70 oder vielleicht noch länger.
Ich glaube, irgendwann Mitte 80. Aber das muss es nicht sein. Also ich habe mir jetzt auch einen Hund genommen, er heißt Josef. Du siehst an meinen Händen, er kratzt mich ab und zu, aber er hat auch mein Leben verändert seit 2 Monaten, muss ich sagen. Das ist auch ein schönes Gefühl, und auf die 3 Beine zurückzukommen.
Nimmst du wieder die Arbeit? Der Hund darf da ein bisschen zu dir ins Büro?
Nee, daran arbeite ich noch. Ich habe das versucht letztes Mal, gesagt, ich hatte auch einen Podcast intern, und dann sage ich so bei Nonchalanz, sagte ich, Ja, ich werde den Josef am Dienstag mitnehmen. Da war ein großes Raunen, da kam eine E-Mail, habe gesagt, okay, wir sind in Deutschland, da ich muss mich auch benehmen.
Also Hund zu Hause lassen?
Ich arbeite an der Policy.
Wir haben hier ein Dog Office, vielleicht was für euch.
Wirklich?
Ja, so ein Dog Office, wo ein Hund—
dann komme ich das nächste Mal bei dir vorbei.
Ein Büro, wo man mit Hund reingehen kann.
Na ja, das wäre klasse. Also ich denke, das ist noch so ein Thema, da trauen wir uns nicht. Sind wir zu deutsch, zu österreichisch? Und zu sagen, kann ich nicht mein Haustier mitnehmen? Es, dann gibt's das, die andere Seite sagt, ich habe Allergie. Es gibt viel Für und Wider.
In Frankreich ist kein Problem, oder in Polen oder so?
Da hatte ich zu viel Covid, muss ich ehrlich sagen. Da war ich zu viel von zu Hause und bin viel in den Häusern gewesen. Die Kunden hatten es mit teilweise. Das ist aber auch sehr, ist nicht einheitlich. Da ist dran zu arbeiten.
Ach, aber das heißt, es gibt sogar IKEA-Märkte, wo man mit den Hunden rein darf?
Ja, Leipzig z.B.
Warum da nicht in Hamburg?
Das habe ich auch gefragt gestern. Ich muss dran arbeiten.
Weißt du nicht?
Nein, ich kann es nicht sagen. Ich verstehe es auch nicht ganz. Aber es gibt immer wieder irgendwie Erklärungen und ich denke, ich habe heute schon mal gesagt, unmöglich ist nichts. Also vielleicht gehört das auch noch zur Legende.
Wobei ich meine, wenn man da jetzt mit den Hunden ins Kaufhaus ist, wäre es schon krass. Also ich weiß nicht, ob ich es gut finde oder schlecht.
Es ist sehr unterschiedlich von Land zu Land. Aber heute als Hundebesitzer sehe ich die Dinge auch anders.
Natürlich, ja.
Das beeinflusst, muss ich ganz ehrlich sagen. Das Sein bestimmt das Bewusstsein.
Absolut, absolut.
Danke dir fürs Kommen, Walter.
War Spaß, vielen Dank.
Jede Woche hören hier sehr, sehr viele Menschen zu und wir alle im Team, ich ganz besonders, sind dafür natürlich sehr dankbar. Und jetzt möchten wir euch mal wieder etwas besser kennenlernen. Wer sind eigentlich unsere Hörer? Was beschäftigt unsere Hörer? Welche Themen interessieren euch? Was können wir noch besser machen? Und deswegen kommen wir mal wieder mit einer Umfrage um die Ecke. Mit euren Antworten helft ihr logischerweise uns, diesen Podcast noch besser zu machen, oder zumindest zu versuchen, ihn noch besser zu machen. Wir wollen ja wirklich wissen, was sind Wünsche, Interessen, Bedürfnisse, was können wir tun? Die ganze Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 5 Minuten, also im Vergleich zum Podcast hören extrem wenig. Und natürlich gibt's auch was zu gewinnen. Unter allen, die mitmachen, verlosen wir Preise wie zum Beispiel 2 Tickets fürs OMR Festival nächstes Jahr. Einmal AirPods Pro oder ein OMR Report eurer Wahl. Und es gibt zusätzlich die Chance auf eine Übernachtung im Hotel Vier Jahreszeiten für 2 Personen hier in Hamburg. Also diese 5 Minuten könnten sich sehr lohnen und wie gesagt, vor allen Dingen für euch, wenn dann das Zuhören nach hinten raus noch besser wird. Deswegen sucht bitte den Link in unseren Shownotes im Linktree und gebt hier eure Meinung, eure Antworten ab. Vielen, vielen Dank vorab.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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