Inside Silicon Valley (#802)
18 May 2025 · 64 min
In this episode of the OMR "Inside Silicon Valley" podcast, host Philipp Westermeyer talks with Christian Bützer, a former Adobe/LinkedIn product manager turned AI‑driven learning startup founder. The conversation covers a wide range of topics: the rapid adoption of ChatGPT and its impact on Google, the explosion of AI‑focused startups (OpenAI, xAI, ScaleAI, Perplexity, Anthropic, etc.) and the shifting venture‑capital landscape in the Bay Area. They discuss the relatively small but growing German presence in Silicon Valley venture capital firms and the broader German tech community, highlighting cultural integration challenges, multinational networking, and the contrast between German and American work attitudes. Bützer shares observations on China’s AI competition, supply‑chain disruptions, and the unrealistic expectations of reshoring manufacturing. The episode also touches on corporate health initiatives (eGym’s Wellpass) and the intense work ethic in Silicon Valley, comparing startup speed to large corporations and the prevalence of the “996” mentality. Throughout, Bützer reflects on his personal experience living in the Bay Area, his dual German‑American identity, and his outlook on the future of AI and potential return to Europe. The podcast ends with a call for listener feedback and a promotion of the OMR survey and upcoming topics.
Chapters
Wir haben in den letzten Jahren hier im Podcast sehr gute Erfahrungen damit gemacht, nicht nur mit Protagonisten selber zu sprechen, sondern ab und zu auch mal mit Experten zu bestimmten Themengebieten. Zum Beispiel mit der Chefredakteurin des Manager Magazins über die Reichenliste oder mit Pip über das eine oder andere oder mit dem österreichischen Benko-Experten und Journalisten über eben René Benko. Und jetzt kommt wieder so eine Folge. Mein ganz alter Gefährte aus allerersten OMR-Tagen, der Christian Bützer, lebt mittlerweile seit über 10 Jahren im Silicon Valley. War dafür Adobe und für LinkedIn tätig und ist seit einigen Jahren dort selbstständig, macht einen Podcast, auf den ich hier schon häufiger hingewiesen habe, der auch hier schon mal gelaufen ist, über deutsche Menschen im Silicon Valley. Kennt sich also ganz offensichtlich sehr gut aus im Silicon Valley, lebt und arbeitet dort seit langer Zeit und ist bestens vernetzt. Und so kam bei mir die Idee auf, mal mit ihm darüber zu sprechen, wie er das Silicon Valley aktuell sieht, auch so ein bisschen im Wandel der Zeit, welche Themen da eine große Rolle spielen, wie so der Lifestyle ist, wie der Blick auf Deutschland ist, und all das mal in eine Folge reinzupressen. Ganz kurzer Fun Fact noch: Der Christian war natürlich auch derjenige, der aus seinem Netzwerk den Nick Turley rausgefischt hat, der der Produktchef ist von ChatGPT und im 2025 bei OMR mit dabei war. Und das führt mich zum Hinweis: Wer für OMR 26 frühzeitig die besten und günstigsten Tickets kaufen möchte, der kann das tun. Unser Presale OMR 26 läuft jetzt bis zum 23. Mai. Hier ist die Folge, viel Spaß mit Christian Bützer vom OMR.
Silicon Valley Update.
Let's go, go, go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
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Hallo Christian. Moin. Also wir haben uns kennengelernt vor wie vielen Jahren waren es jetzt? 12, 13 Jahren?
Ja, ich glaube, es ist noch viel früher gewesen. Ich habe nämlich mal 2006 ein Praktikum gemacht. Mit Nick Sonemann zusammen bei OMD und hat gesagt, komm, wir gehen mal hier Mittagessen bei Gruner und Jahr, da kenne ich so ein paar Leute. Und dann meine ich jedenfalls, dass wir damals Mittagessen gegangen sind. Als ich dann 2010 wieder nach Hamburg gezogen bin nach dem Studium, hat er gesagt, hey du, hast doch den Philipp mal kennengelernt, den musst du unbedingt mal wieder treffen.
Ja, also Nick ist ja damals schon und heute ein sehr enger Freund von mir und bei Gruner und Jahr war ich auch.
Also realistisch ist es schon.
Aber so richtig los ging es eigentlich Als ich glaube, das erste Event hatte ich hier alleine durchgeführt und dann brauchte ich irgendwen, der mir hilft. Dann habe ich mich umgehört und dann kamst du.
Genau, ja. Ich hatte in Köln studiert und da habe ich mal irgendwie bei dem Online-Marketing-Stammtisch oder so mitgemacht. Und dann hatte ich das Nick erzählt, dass ich das ganz gerne in Hamburg machen will. Ich bin nach dem Studium wieder nach Hamburg gezogen und hatte halt dann gedacht, okay, das ist ein cooler Weg, irgendwie Leute kennenzulernen und so ein Event zu organisieren. Das habe ich mein ganzes Leben schon gemacht. Und dann hat der Nick gesagt, hier, du musst auf jeden Fall Philipp kennenlernen, weil der macht da auch gerade so ein Event und ich glaube, der braucht mal Hilfe. Den musst du dich mal treffen. Und dann habe ich dir vorgeschlagen, ich will dann einen Online-Stammtisch Hamburg eröffne. Und dann meintest du, das ist doch total bescheuert, warum willst du dich dann irgendjemand dranhängen? Das machen wir selber. Lass uns mal was ausprobieren. Und dann haben wir gesagt, wir machen mal so ein Frühstück. Und dann haben wir das Online-Marketing-Frühstück gegründet. Das war meines Erachtens so ein bisschen, glaube ich, so ein Test für dich. Und ich weiß noch, da sind wir dann in der Uni gewesen bei Armin Rott in so einem dunklen Büro irgendwo.
Ach, weißt du noch von mir?
Ja, super nett. Und dann haben wir erstmal 2 Frühstücke organisiert und ich glaube, das hat ganz gut funktioniert. Und dann hast du mich gefragt, ob ich nicht bei OMR mitmachen will. Und damals war es ja nur du, Und da habe ich gesagt, ja, warum nicht? Das hat mir gefallen. Und dann ging es los.
Aber es war damals ja auch schon immer so, Christian und Tobias, meine anderen Buddies im Hintergrund, aber die haben bei unseren damals hauptsächlichen Firmen gearbeitet. Na ja, also so war das damals. Und also ich habe dir insofern viel zu verdanken, weil du die ersten Events hier produziert hast in den ersten Jahren und wir da viele Sachen erlebt haben. Dann hast du trotzdem irgendwann zu mir gesagt, ich möchte gerne in die USA ziehen. Warst damals im Hauptjob bei Adobe tätig. Und dann haben die dir angeboten, in die USA zu gehen, dann hast du das gemacht und dann hast du was ganz Nettes zu mir gesagt.
Was habe ich denn da gesagt?
Das ist ja so, als ob du stirbst.
Ja, beruflich gesehen.
Ja, aber ich glaube, also ich war, ich meine, das war ja ein Side-Project von uns beiden ja damals. Ich habe bei Adobe gearbeitet, du hast da mit Trico gemacht und dann war so ein bisschen die Idee halt, okay, das irgendwie parallel zu machen, war gar nicht so einfach, weil wenn du halt tagsüber bei Adobe arbeitest und noch ein Event organisierst, das hat mit den Zeitzonen nicht so richtig geklappt. Also in meinem Kopf war das so geil, ich ziehe nach San Francisco und arbeite dann immer morgens früh und nachts spät vor Ort. Ja, und tagsüber mache ich meine Silicon-Valley-Karriere irgendwie und das funktioniert schon. Und hat ja auch ganz gut funktioniert. Also ich meine, das war eigentlich für mich, war das so, hey, das ist doch die besten Nachrichten überhaupt. Und du warst echt ziemlich niedergeschlagen, erinnere ich. Aber ja, wir haben halt dann—
Das Härteste, was einem passieren kann. Ich finde es bis heute das Härteste, wenn Leute, die man wirklich schätzt, wenn die gehen. Also es ist mir in meinem Leben jetzt Gott sei Dank noch nicht so oft passiert, aber ich Habe jetzt gerade wieder eine ganz unfassbar gute Kollegin, die ist jetzt ehrlicherweise nur schwanger, aber fällt jetzt auch dann demnächst eine Weile aus. Und das ist, wenn so was passiert, das ist immer für mich irgendwie ein bisschen ein herber Rückschlag. Es war damals, muss ein herber Rückschlag gewesen sein, war ich offensichtlich nicht so empathisch.
Aber das hat dir nicht geschadet.
Du bist dann trotzdem gegangen und hast dann da eine gute Karriere gemacht.
Aber was das Schöne finde ich ja immer an solchen Sachen ist, dass es irgendwie auch eine neue Chance gibt, dann irgendjemand anderes zu finden. Also zum Beispiel hätten wir Jasper Ramm nie angestellt, wenn ich geblieben wäre und was das vielleicht auch wiederum an so einer Reaktion ausgelöst hat. Deswegen bin ich immer total froh, dass es genauso stattgefunden hat, weil man einfach noch viel bessere Leute für einen bestimmten Bereich gefunden hat.
Also um die OMR-Geschichte nochmal zu Ende zu erzählen, zumindest aus der frühen Phase ohne ganz sicher Jasper, der dann damals kam, weil du weggingst und ich jemand Neues gesucht habe, wäre sicherlich OMR auch nicht da, wo es heute ist.
Aber man muss auch sagen, ich habe ja weiter für OMR gearbeitet. Also die nächsten 6 Jahre habe ich ja noch dann nachts und frühmorgens mit Gastgeber gearbeitet. Aber ganz klar, du brauchst halt jemanden vor Ort.
Und Jasper ist es einfach schon auch gigantisch, was er gemacht hat und nach wie vor macht. Und er ist auch OMR, muss man ganz klar sagen. Das ist ohne ihn nicht denkbar. Insofern, das waren so die frühen Namen. Du, Christian und Tobias und Jasper sicherlich. Armin Rotte von der HMS, der ein bisschen unterstützt hat. Also naja, so damals ging es los und dann bist du nach USA. Also wir kennen uns lange. Jetzt hat sich USA für dich als Glücksfall erwiesen. Du hast da viel Geld verdient, auch irgendwie damals schon unfassbare Summen. Du warst, glaube ich, Produktmanager bei Adobe. Was verdient man als Produktmanager bei Adobe?
Ja, ich meine, das ist immer so die Frage, in welchem Senioritätsstadion. Ich hatte immer so das Ziel, dass ich mal eine Million Dollar im Jahr verdienen will. Habe ich nicht geschafft.
Aber fast.
Aber ja gut, fast. Aber das ist so, man fängt so, ich würde mal sagen, bei 250.000 ungefähr an, so in der Riege da. Und dann hatte ich einfach auch unfassbar viel Glück, weil ich einfach in so einem Stadium da angekommen bin 2012, als von da an einfach die Aktienkurse einfach explodiert sind. Ich meine, ich weiß noch, ich habe bei Adobe angefangen, beziehungsweise wir wurden ja gekauft so war die Geschichte. Ich habe beim Startup gearbeitet, wir wurden von Adobe gekauft und nach der Akquisition gab es halt dann die Chance, ins Headquarter zu wechseln. Und da war der Aktienkurs irgendwie $27 und heute ist glaube ich, also Adobe war dann irgendwann mal bei $500. Und du kriegst ja immer so Aktienpakete, also ein großer Teil des Gehaltes ist ja nicht einfach fest, sondern es einfach wird dir in Aktien ausgezahlt. Und wenn du einfach deine Aktien dann behältst und die dann weiter vesten über den Zeitraum, dann entstehen halt diese absurden Gehälter. Also das Grundgehalt, weiß ich noch, ich bin angefangen, glaube ich irgendwie 120.000 verdient und dann hast du halt einfach so ein Aktienpaket bekommen und das war halt dann nach einem Jahr plötzlich nicht mehr 200.000 wert, sondern 400.000 und im Jahr danach war es plötzlich 800.000, weil die sich einfach so krass entwickelt hatten und das war einfach Glück in der Phase dahin zu gehen.
Aber du hast auch erhebliche Kosten dazu leben, also das Leben dort ist, also für alle, die noch nicht so häufig jetzt vielleicht oder zuletzt länger nicht da waren in San Francisco, die Miete von einer normalen Wohnung kostet was?
Ja, also das hat sich gar nicht so krass weiterentwickelt. Ich würde mal so sagen, es ist ein bisschen wie München mit Premium, also so ein One-Bedroom-Apartment, also Schlafzimmer, Wohnzimmer kriegst du so ab 2500 Dollar im Monat vielleicht. Okay, also ja, es ist schon teuer, keine Frage. Aber das ist glaube ich gar nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist halt so die ganzen Lebenshaltungskosten. Und dann, wenn du vor allen Dingen Kinder kriegst, weil das hast halt nicht so ein schönes System wie in Deutschland, dass du irgendwie einen Kindergarten hast und eine Schule. Ich sage immer so, als Praktikant kriegst du ja teilweise bis irgendwie 10.000, 12.000 Dollar mittlerweile, wenn du bei Google oder bei Facebook ein Internship machst. Aber du kannst auch für 5000 Dollar ganz gut leben.
Okay, das heißt, da ist dann das Verhältnis ganz gut offensichtlich. Aber wenn du Kinder hast, dann wird es schlimm. Wie viel kostet ein Kind sozusagen im Jahresgehalt?
Also ich meine, du hast so 3.000 Dollar im Monat für eine Schule oder einen Kindergarten. Also es ist wirklich, man darf das eigentlich gar nicht erzählen. Wenn du dann, dann wächst ja auch der Bedarf des Wohnraums und dann wird es halt teuer. Also du zahlst dann für so 3 Bedrooms wahrscheinlich dann irgendwie so 8.000 Dollar im Monat und dazu halt dann 2 Kinder vielleicht irgendwie in der Betreuung. Dann bist du halt 15.000 bis 20.000 Dollar los und das ist halt dann schon echt hart. Gibt's aber natürlich auch Optionen. Du musst ja nicht in San Francisco wohnen. Du kannst ja auch ein bisschen rausziehen, irgendwie ein bisschen nach Norden zum Beispiel. Da gibt's dann auch Public Schools, die sehr, sehr gut sind. Aber gerade Kindergarten, also gerade so diese Early, der sehr Early Support, was du in Deutschland ja hast, den gibt's halt überhaupt gar nicht und das ist nur privat gelöst und das ist schon ein großes Problem, ne?
Und du warst dann wie viele Jahre bei Adobe dort?
Die ersten 3, 4 Jahre und dann hat halt auf LinkedIn LinkedIn bei mir an die Tür geklopft und das war eigentlich so ein Moment, da wollte ich eigentlich zurück nach Deutschland kommen. Ich hatte eigentlich vor, dass ich gedacht habe, okay, OMR hat jetzt genügend Leute, jetzt kann man ja eigentlich auch daraus einen Vollzeitjob machen. Das wäre eigentlich eine super Option, jetzt wieder zurückzukommen. Wir hatten schon nach einem Haus geguckt hier in Hamburg, und dann meldete sich eben bei LinkedIn jemand von LinkedIn, der gesagt hat, willst du nicht für uns das deutsche Business machen? Und da habe ich halt gedacht, okay, jetzt bist du schon hier, jetzt musst du eigentlich dieses Silicon-Valley-Game einmal mitmachen, ne? Also noch mal in eine andere Firma wechseln, zu gucken, was da eigentlich so abgeht. Und das habe ich dann noch mal 6 Jahre gemacht, auch bei LinkedIn.
Genau, was war dein Job? Welches Produkt hast du gemacht?
Also als Erstes war die Aufgabe eigentlich, sich um den deutschen Markt zu kümmern, ne? Es gibt ja immer so ein bisschen dieses Build-Partner-Buy-Prinzip, und die Idee war dann so ein bisschen zu sagen, okay, wir wollen jetzt nicht den Markt irgendwie, den Wettbewerb da kaufen. Also das war 2016, da war halt LinkedIn überhaupt nicht existent in Deutschland, ne. Also global überall der Marktführer bei Professional Networking, nur hier gab es halt so grüne Freunde aus Hamburg. Und da hat man sich halt überlegt, wie kann man das machen? Und kaufen war keine Option, glaube ich, und jetzt irgendwie partnern auch nicht. Und dann hat man gesagt, okay, wir machen das einfach selber. Und dann haben sie sich einen Produktmanager gesucht. Das ist ja immer so ein bisschen so die Idee, du suchst dir halt einen Lead aus, und dann gibt es ein Engineering-Team, und dann gibt man halt irgendwie Gas mit Marketing und allem Möglichen on the ground. Und da haben sie dann halt mich gefunden, Und dann haben wir einfach drei Jahre lang Hardcore Gas gegeben und das hat dazu geführt, dass wir glaube ich hier ganz gut den Markt aufgeräumt haben.
Also habt ihr auch ein bisschen Xing da was abgegraben?
Ich würde sagen, das haben wir auf jeden Fall geschafft. Ja, also wenn also das hat auch richtig viel Spaß gemacht. Also wir haben dann so Sachen gemacht erstmal so erstmal so Grundlagen. Zum Beispiel man konnte vorher sich gar nicht auf LinkedIn finden, weil Umlaut zum Beispiel gar nicht funktioniert hat in der Suche. Also irgendwie zwölf Prozent der Deutschen haben Umlaut im im Nachnamen. Die konnten sich gar nicht, ich weiß noch mal, Christian Müller zum Beispiel hier, OMR-Co-Founder, der hatte seinen Namen dann umgeschrieben mit UE, damit man ihn überhaupt finden konnte. Also solche Sachen oder so Standardisierung deutsches Ausbildungssystem haben wir dann gemacht oder was ich eine Sache.
Am Ende geht es ja auch um Netzwerkeffekte. Wie habt ihr denn die Netzwerkeffekte geknackt?
Ja genau und du musstest halt erstmal so Grundlagen fixen und dann musstest du halt irgendwie so Daily Use Cases finden, damit die Leute einfach jeden Tag kommen. Und weiß noch ganz genau, wir haben dann so immer die ganzen Exx eingepackt, sind nach hier nach Deutschland geflogen und dann sind wir nach Hamburg gekommen und dann sind wir zur, ich weiß nicht noch, da sind wir immer zum Oktoberfest und dann war immer die Dimexco auch dann sind wir dahin gefahren, weil dann da auch die OMR-Aftershow-Party war. Und da haben wir eine so eine Research-Session auch mit dir mal gemacht. Deswegen großes Dankeschön auch an dich, weil du hast dann irgendwie so beiläufig nur erwähnt, so, warum macht ihr keine Geburtstage? Und das war für mich so, ja krass, stimmt, die Deutschen, die sind total fixiert auf die Geburtstage, auch im Business-Kontext. Überall auf der Welt ist der Geburtstag völlig egal, interessiert keine Sau. Aber in Deutschland ist der Geburtstag einer der wichtigsten Business-Momente auch, wo man sich einfach gegenseitig schreibt. Und dann habe ich halt gesagt, stimmt, Lass uns mal einfach alle Geburtstage von allen Mitgliedern einsammeln und dann halt den Notifications schicken, dass die Leute jeden Tag wieder zurück auf die Plattform kommen. Und das hat, oder einer der Hauptpunkte, dass das dann LinkedIn vom Engagement einfach so angefangen hat zu explodieren, weil wir halt einfach Geburtstage total priorisiert haben. Und so haben wir halt so 5, 6 andere Sachen gemacht, die dazu gesorgt haben, dass die Deutschen einfach gesagt haben, LinkedIn ist ja eigentlich ganz cool.
Aber spielt das dann eine Rolle, dass LinkedIn damals umsonst war und XING kostete Geld?
Ja, das war auch witzigerweise so ein Thema. Wir haben dann so eine 10-Euro-Mitgliedschaft eingeführt in Deutschland nur, weil viele Leute gesagt haben, ja, ein Business-Netzwerk muss was kosten. Und LinkedIn war halt immer so, nee, das muss eigentlich nichts kosten, weil wir auch so einen Grundwert einfach so kostenlos halt rausgeben wollten. Aber es hat den Leuten, das hat nicht so geklickt. Und dann haben wir das eingeführt und dann ist auch das total explodiert, sehr, sehr gut funktioniert.
Okay, alles. Aber ich meine, Also ein paar Repeat-Funktionen eingeführt, dann Preis eingeführt, was eigentlich eher kontraintuitiv ist. Das macht es eher schwieriger.
In einem Jahr haben wir irgendwie 600.000 Abos abgeschlossen. Also es war wirklich richtig krass.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Und habt ihr dafür Marketing gemacht?
Ja, gar nicht so viel. Also wir haben dann auch parallel sehr gute Leute im Marketing eingestellt hier vor Ort. Dann haben wir auch in TV investiert und Outdoor und große Kampagnen online gefahren. Also es ist ja immer so ein Mix aus Dann die Vertriebsorganisation hat sich stark vergrößert. Also da wurde wirklich massiv in den Markt investiert und das hat es dann irgendwie so gedreht.
Und das Tech-Produkt selber, also gab es da irgendwie noch mal in dem Produkt irgendwelche Ladegeschwindigkeitsfragen oder weiß ich nicht irgendwie? Du hast ja gerade beschrieben, ihr habt so ein paar Sachen optimiert im Sinne von auf deutsche CVs und deutsche Hochschulen und sowas abgestellt. Aber noch irgendwelche anderen Produktfeatures?
Ja, also eine Sache zum Beispiel, ganz viel Standardisierung. Ich weiß noch, als ich anfing, da alle Leute, die in Düsseldorf gewohnt haben und sich bei LinkedIn angemeldet haben, das stand dann auf dem Profil Cologne Area. Und wer jetzt so Köln, Düsseldorf kennt, der weiß ja, wie wichtig da die Unterscheidung ist. Und das sind so Sachen, da weiß ich, bin ich noch mit der Hand praktisch in jeden einzelnen Landkreis gegangen in ganz Deutschland, habe halt herausgefunden, welcher Ort gehört zu welchem Gebiet und wie fühlt man sich zugehörig und so. Und das sind einfach so Grundlagen, wenn die nicht funktionieren, wenn du dich nicht findest, die Location falsch ist und die wichtigsten Business-Features wie halt Geburtstag und Anraten von Notifications oder deine Ausbildung gar nicht machbar ist auf dem Produkt. Dann benutzt es halt auch nicht. Und das haben wir einfach alles gefixt und dann ging es halt bergauf.
Und trotzdem hast du dann irgendwann nach vielen Jahren LinkedIn gesagt, jetzt mache ich was Eigenes.
Ja, ich meine, ich habe ja mein Leben lang immer schon gesagt, ich will eigentlich was gründen und habe irgendwie aber immer, ja, dann habe ich irgendwie so komische Ziele mir gesetzt, wie halt irgendwie Gehalt zu erreichen oder irgendeinen bestimmten Titel. Und ich habe ja dann angefangen, so einen Podcast zu machen, das OMR Silicon Valley Update.
Ja, schon mal hierüber gelaufen. Vielen Dank.
Genau, und das war auch, als ich noch bei LinkedIn war, und da habe ich so richtig gemerkt, ach, dieses irgendwie selbstständige Arbeiten, ich muss jetzt wirklich hier raus. Und wenn du aber halt erstmal, ich habe mittlerweile 2 Kinder, und wenn du halt dann in diesem Rad bist, so, dann ist es auch nicht so einfach, natürlich zurückzugehen und zu sagen, okay, ich habe jetzt kein Gehalt mehr und ich wohne jetzt im Silicon Valley, ist halt nicht so einfach machbar. Aber in dem Podcast hatte ich so ein paar Aufnahmen mit Leuten, die mich echt so krass inspiriert haben.
Also das Format, um es einmal ganz kurz zu sagen, für die, die es noch nicht gehört haben, ist, du interviewst, wir hatten glaube ich mal die Idee irgendwann gemeinsam, oder so, dass ich es selber sehr spannend finde, Du interviewst deutsche Menschen aus dem Silicon Valley, die du triffst über dein berufliches Netzwerk, die spannende Sachen machen. Und da gibt es, sprechen wir gleich noch mal ein bisschen drüber, reichlich wirklich krasse deutsche Menschen. Und da gab es jetzt schon eine Staffel. Wie viele Gespräche hast du schon geführt?
Also in der ersten Staffel waren es 30 und jetzt sind wir in der zweiten Staffel, da haben wir jetzt 5 Folgen raus.
Okay, also insgesamt habe ich mal gehört, leben so zwischen 50.000 und 70.000 Deutsche in Silicon Valley.
Ja, der Konsul sagt sogar 80.000. Ich weiß nicht, ob das stimmt. 80.000 Deutsche oder auch? Ja, von 10 Millionen ungefähr, ne? Also bestimmt nicht so schlecht. Aber ich meine, in Summe ist es immer noch sehr klein, ne? Und die Deutschen vernetzen sich ja auch nicht so gerne untereinander.
Also wer war der Krasseste von diesen ganzen 80.000, die du hattest?
Ich meine, was heißt am krassesten, ne? Wer hat am meisten Geld oder wer hat gerade am meisten Reichweite oder so? Da gibt's ja verschiedene.
Wahrscheinlich immer alles, was immer krass ist.
Okay, krass. Also ich finde einfach, am krassesten ist der Nick Turley, weil der ist zu dem Zeitpunkt, war er noch 29, und das ist der Produktchef von ChatGPT. Und Der hat einfach einen Einblick in was und deswegen ist er jetzt auch beim OMR Festival dabei gewesen. Das ist einfach eine Monstermöglichkeit, mit solchen Leuten zu reden. Aber dann sind da halt auch so Leute wie Pascal Sutter zum Beispiel. Ich weiß nicht, ob du den kennst.
Doch, kenne ich.
Der hat ja auch so ein Bild gemacht. Ja, genau, stimmt. Da kam ja die Geschichte her. Und das sind halt auch so Leute, die komplett unter dem Radar fliegen. Der hat mehrere hundert Millionen Exits irgendwie gemacht. Der hat so diese ganzen Beautyprodukte, irgendwelche Cremes, irgendwelche Sporthosen, also lauter so Consumer Brands hat der aufgebaut.
Ach stimmt, das war einer, was mal Henkel gekauft hatte, glaube ich. Ich weiß gar nicht, welche die Exits waren, aber es waren alles so Instagram-Brands auf jeden Fall.
Genau, so Instagram-Brands.
Ja, okay, aber die Firmen sind alle nicht so erfolgreich gelaufen.
Ja, witzigerweise, er sagt immer selber, er hat immer jede Firma eigentlich auf dem Höhepunkt verkauft. Aber ja gut, gut für ihn auf jeden Fall. Oder jetzt gerade letzte Folge war zum Beispiel Hanno Fichtner zu Gast. Den kannte auch noch nie einer, weil der noch nie ein Interview gegeben hat. Der war noch in keinem Podcast in seinem Leben. Der hat Gabi aufgebaut. Das war so ein Autoversicherungsvergleicher, im Prinzip so ein bisschen wie Check24.
Aber in USA.
In USA. Und hat das dann nach ungefähr fünf Jahren für 320 Millionen an Experian verkauft. Experian ist so die Schufa im Prinzip in USA.
Okay, keep going.
Ja, ja, nee, und das sind halt einfach so krasse Geschichten, weil das sind so Typen, die sitzen dann da. Der ist jetzt mittlerweile einfach so mehr oder weniger pensioniert mit 45. Also der macht auch noch mal wieder was, aber im Moment halt jetzt so zwei Jahren nach dem Exit kümmert er sich einfach um seine Familie und lebt dann da und erzählt einfach so Geschichten. Oder der Richard Socher, der bei mir auch im Podcast war, der auch schon mal oben auf der Bühne war. Ja, der war genau, der war auch schon mal bei uns und Und das ist so ein AI-Wunderkind. Der ist der meistzitierteste AI-Researcher mal gewesen. Mittlerweile ist er glaube ich auf Platz 30 oder so der Liste. So ein Stanford-PhD-Wunderkind. Ich war mal bei dem zu Hause und dann steht plötzlich Sergey Brin neben mir. Also das sind dann so Momente, wo du mal denkst, wo lebt man hier eigentlich? In so einem krassen Ort, wo einfach mal der Sergey Brin zu dem Richard Socher da oben auf seine Ranch fährt und dann sieht man diese Leute halt auch.
Aber der ist noch gar nicht so alt, der Richard. Als ich den hier kennenlernte in Hamburg vor 2, 3 Jahren, der wirkte noch recht jung.
Richard?
Der ist, ich glaube, 42 oder so, also ich glaube 1, 2 Jahre älter als ich.
Und hat er sein Geld verdient auch mit KI bislang?
Ja, der hat erst eine Firma, also der hat promoviert oder in Stanford da auch unterrichtet und hat dann eine Firma gegründet, hat die an Salesforce verkauft und das war schon mal ein relativ großer Exit und dann hat er dann You.com gegründet als Nächstes, also war dann irgendwie Chief Scientist bei Salesforce, hat dann irgendwie von Marc Benioff die You.com-Domain geschenkt bekommen, auch so witzige Geschichten, 3-Letter-Domain einfach mal so hier, bin Mach mal deine nächste Firma. Und dann hat er mittlerweile zusätzlich zu You.com, was ja so eine der AI-Suchmaschinen auch ist global, dann noch so einen Venture-Capital-Fonds gegründet, AIX. Und da investiert er halt mehrere 100 Millionen auch wiederum in irgendwelche AI-Technologiefirmen. Also da gibt es einfach schon verrückte Leute und die werden halt irgendwie in Deutschland nicht so richtig aufgegriffen. Also da gibt es natürlich dann noch so die Top-Top-Liga, Ich sag mal so ein Andy Bechtholzheim zum Beispiel.
Kennt man.
Sun Microsystems, erster Check in Google, genau. Oder Peter Thiel ist ja auch in Frankfurt geboren. Ich weiß gar nicht, wie deutsch der eigentlich wirklich ist. Ja, genau, nicht so richtig besonders. Aber da gibt es schon auf jeden Fall so ein paar Leute auf meiner Liste, die ich ganz gerne noch vors Mikrofon bekommen möchte.
Also wer es hören möchte, gibt es einen eigenen Kanal, OMR Silicon Valley Update.
Ja, genau, wir waren ja gerade da stehen geblieben, warum ich dann halt gesagt habe, ich will was Eigenes machen. Und ich habe ja diesen Podcast gemacht und da habe ich dann eben solche Leute interviewt unter anderem und der eine meinte dann zu mir so, wenn du da in so einem Konzern bist, dann bist du eigentlich im Silicon Valley, weil du bist dann da irgendwie so. Der super, super, also einer der most inspiring Typen für mich überhaupt. Heute noch ein weiterer Gast hier, Holger Lüdorf, der war bei Google. Der hat irgendwie, also der ist im Moment bei Google, aber damals war der bei Yahoo und hat mit Steve Jobs verhandelt, dass die Wetter-App von Yahoo aufs erste iPhone kommt. Und dann hat er bei Yahoo aber gesagt, ah nee, Yahoo, das hier als Konzern, ich gehe jetzt zu Foursquare. Foursquare kennt man vielleicht noch, das war so eine Check-in-App. Damals waren das aber 4 Mitarbeiter und der war halt Mitarbeiter Nummer 5 bei Foursquare. Und ich hatte ihn dann im Podcast gefragt, Holger, was war denn da dein Entscheidungsgrund zu sagen, okay, ich gehe jetzt halt irgendwie von Steve Jobs Verhandlungen in so ein kleines scrappy Startup mit 4, 5 Leuten? Und da hat er gesagt, weißt du, wenn du halt im Silicon Valley bist und du arbeitest in Konzernen, bist du nicht im Silicon Valley, dann kriegst du gar nichts mit und du musst irgendwann diesen Schritt machen. Und auch wenn das dir finanziell erstmal wehtut und du irgendwie denkst, das kann doch gar nicht sein, dass du jetzt dieses krasse Risiko eingehst. Du musst es machen, weil nur dann bist du halt in diesen ganzen krassen neuen Sachen drin. Du lernst die ganzen VCs kennen, du bist in dieser Zukunftsbubble sozusagen plötzlich verankert. Und das war für mich so der erste Moment, dass ich gesagt habe, ja, ich muss es wirklich machen. Und dann kam witzigerweise eine Woche später ein Anruf von einem sehr guten Freund von mir, dem René Reinsberg, Gründer von Celo, ist auch so eine Blockchain-Company. Und der meinte zu mir, Christian, ich gebe dir 100.000 Dollar, wenn du nur darüber nachdenkst, eine neue Firma zu gründen. Du musst auch gar nicht kündigen bei LinkedIn, du kannst ja einfach erstmal so ein bisschen wie dieses Peter-Thiel-Fellowship, so wenn du aus Harvard raustropfst, kriegst du 100.000 Dollar. Und ich habe dann sogar erst noch gesagt, boah, wir waren gerade mit dem zweiten Kind schwanger, das ist jetzt irgendwie nicht der richtige Moment. Und dann hat er gesagt, Christian, aber warum willst du denn Director of Product sein, wenn du der CEO von deiner eigenen Firma sein kannst? Und dieser Satz, der hat sich in mir so krass eingebrannt, dass ich im Prinzip in dem Augenblick in meinem Kopf gekündigt hatte. Und wir haben noch schnell das Kind sozusagen bekommen. Das ist ja Paternity noch so, also du bist ja dann lange bei so großen Tech-Firmen kriegst du dann noch Gehalt. Irgendwie über 4 Monate haben die dann voll bezahlt, während ich dann schon angefangen habe, die eigene Firma zu bauen. Genau, wir haben dann uns mit AI und Learning halt befasst. Also wir hatten noch so ein paar Umwege, aber das ist das, was wir heute machen. Wir haben halt einfach gesehen, dass Education und AI halt eine Riesen-Opportunity hat, weil am Ende, wenn es um Education geht, kann AI halt ja bestehenden Content sensationell zusammenfassen. Das war uns halt relativ früh bewusst. Wir haben schon bevor ChatGPT rauskam da angefangen zu experimentieren und wollten eigentlich erst so eine Consumer-App bauen, wo man alles lernen kann. Das war so ein bisschen die Idee, also learn.xyz heißt das. Und dann haben wir das erst gemacht, das ging auch ganz gut los, sind so auf 100.000 User gekommen in ein paar Wochen, und da konnten wir dann auch noch mal ein bisschen was an Geld raisen, weil das halt ganz gut funktioniert hatte. Und naja, und dann ist es irgendwie so eingebrochen, so ein bisschen die Retention war nicht da. Und dann kamen aber immer wieder Firmen, die gesagt haben, boah ey, das ist ja total geil, wie man hier lernt. Also wir haben praktisch so eine so ein bisschen wie Duolingo oder Babbel oder so, also so eine gamified Learning-App gebaut, die halt einfach Spaß gemacht hat, Content halt zu konsumieren. Und diese Firmen haben gesagt, das finden wir total klasse, wir haben ein Riesen-Engagement-Problem, die Leute machen einfach diese Learning-Sachen nicht, die wir ihnen aufgeben, und wir würden gerne euch dafür benutzen. Und wir haben erst gesagt, ja nee, wir bauen hier ein Consumer-Produkt, das ist nicht das, was wir wollen. Aber dann kam das immer wieder, und dann waren das echt so richtig große Namen auch, die angeklopft haben. Und dann haben wir letztes Jahr im Sommer dann gesagt, okay, was Da ist die Opportunity und haben dann die Consumer-App eingestellt und haben dann im November unser B2B-Produkt gelauncht und lösen im Prinzip 2 Probleme. Also einmal halt Content mit AI zu erstellen, also praktisch hast du irgendwie eine Knowledge Base, du hast irgendwie Notion oder dein Google Drive, irgendwelche langweiligen PDFs, PowerPoints, was auch immer du an so Learning Content halt bisher hast. Wie kannst du das halt irgendwie runterbrechen, dass das Mitarbeiter halt dann einfach verstehen? Und das zweite Problem ist halt das Engagement, dass die Leute es einfach nicht machen. Und wir lösen halt diese beiden Probleme, indem wir halt eine App und auch eine Desktop-Experience gebaut haben, die einfach so geil ist, dass die Leute immer wiederkommen und die Retention da witzigerweise echt richtig hoch ist. Und ich sag gerade, im März zum Beispiel hatten wir irgendwie im Durchschnitt 56 Lessons pro Mitarbeiter über alle unsere Kunden hinweg. Also 20 Kunden haben wir jetzt, die zahlen, genau. Und einige sind größer, andere sind kleiner. Und das ist jetzt die große Herausforderung, wie kommen wir jetzt halt von 20 auf 100, ne? Und da haben wir natürlich verschiedene Wege, wie wir das machen, aber Aber das ist immer noch alles sehr early. Ich sag mal, man steht immer mit einem Bein im Grab, bis man entweder die nächste Runde raced im Silicon Valley oder halt irgendwie profitabel wird.
Habt ihr schon eine größere Runde jetzt geraced?
Wir haben 4 Millionen geraced insgesamt. Also was heißt groß, das ist eine Seed-Runde bei uns.
Also generell, die Dimensionen haben sich ja ein bisschen verschoben. Also wenn du eigentlich irgendwas mit AI machst und irgendwie da tätig bist, dann geht es ja eigentlich schon mit einer Milliarde Bewertung erstmal los.
Ja, das ist ja ganz interessant. Meines Erachtens gibt es da so 2 Ansätze. Entweder heißt du halt Mira Murati oder so und hast vorher irgendwie als CTO bei OpenAI gearbeitet. Also wenn jetzt zum Beispiel der Nick Turley hingehen würde und sagen würde, ich würde jetzt meine neue AI-Company machen, dann wird der wahrscheinlich auch 2 Milliarden kriegen auf einer 10-Milliarden-Bewertung. So wie Mira oder hier der andere Co-Founder von OpenAI. Das sind halt die Ausnahmetalente. Die haben halt einfach einen Zugang zum anderen Wissen, zu anderen Arten von AI-Engineers. Die bauen irgendwelche Core-AI-Modelle. Das braucht man ja eigentlich nicht, weil das ist eine Commodity. Also der Durchschnittsgründer, auch der Stanford-MBA-Typ oder so, der geht halt hin und geht in YC oder in irgendeinen anderen Accelerator. Y Combinator ist so einer der wichtigsten. Accelerators und der oder die sammeln dann irgendwie sich zwischen ein und sechs, sieben Millionen Dollar ein wahrscheinlich. Aber auch witzigerweise gibt es da jetzt wieder so den Trend, dass die Deutsche versuchen möglichst wenig Geld eigentlich einzusammeln. Ich hatte jetzt gerade noch letzte Woche mit Flo Leibert von Four Six Eight gesprochen. Der meinte so die deutschen VC. Genau. Der also das sind sehr sehr cooler VC übrigens, die so eine Kombination zwischen USA und Deutschland machen. Die haben Büro in San Francisco. Im Haus auf AI und auch hier in Deutschland. Und der meinte halt auch zu mir, also die ganzen Early Stage VCs ist immer schwieriger bekommen, weil jetzt mittlerweile die Founder gar nicht mehr so viel Geld raisen müssen. Du brauchst halt eigentlich gar nicht mehr 5 Millionen, um eine Firma zu starten, weil du viel, viel weniger Leute brauchst. Du brauchst ja nur noch 2 Engineers eigentlich und dann brauchst du vielleicht noch einen Designer.
Den restlichen Code macht alles die AI.
Machen wir ja auch so. Wir sind mittlerweile nur noch 5 Leute, weil wir einfach mit eigentlich allen möglichen AI-Tools mehr oder weniger versuchen, alles so möglichst schlank zu halten. Und das ist halt ein Riesentrend. Da gibt es immer so diese große Frage: Wer baut das erste Unicorn als einzelne Person? Oder wie kannst du mit möglichst wenig Leuten irgendwie möglichst schnell auf mindestens 1 oder 10 Millionen ARR kommen? Und deswegen gibt es da echt einen großen Trend, dass die Leute eigentlich immer weniger Geld raisen oder auch gar keine Anschlussfinanzierung sich mehr holen, weil die einfach sagen: Weißt du was, ich bin hier profitabel. Nach kürzester Zeit, weil ich einfach solche guten Unit Economics habe und die Produkte explodieren. Und das ist schon spannend zu sehen. Ich würde aber auch sagen, das ist nicht nur im Silicon Valley so. Es gibt ja auch andere coole Firmen, zum Beispiel jetzt hier in Europa. Lovable ist ja so ein super Beispiel, dieser Coding-App-Ding, wo du einfach nur mit Worten beschreibst, wie deine App aussehen soll, und dann wird die App programmiert für dich. Die kommen glaube ich aus Stockholm oder so. Also da gibt es ja auch ein paar Beispiele. Das sage ich auch mal, nicht auch nur in San Francisco, wird auch nur mit Wasser gekocht, ne? Aber klar ist das Netzwerk natürlich da ein bisschen stärker.
Aber wollte ich dich gerade fragen, also lernt man es ja schnell kennen, wenn man so als deutscher Gründer da unterwegs ist. Du kennst mittlerweile jeden über den Podcast oder generell über Events. Wie läuft das?
Also ich meine, jeder hat da wahrscheinlich seine eigene Strategie, ne? Also klar, also wenn man Deutscher ist, dann kommt man vielleicht erstmal zu mir ins House of AI. Da haben wir noch gar nicht drüber gesprochen. Ich habe so einen kleinen Coworking Space gestartet, wo mittlerweile echt immer viele Deutsche hinkommen. Und dann gibt es natürlich verschiedene Eventmöglichkeiten. Also ich weiß nicht, ob ihr Luma hier in Deutschland auch mittlerweile benutzt. Das ist so eine Eventplattform, also lu.ma. Und da ist praktisch jeder Event gehostet. Also da siehst du halt, was alles stattfindet. Ich hatte mal geguckt jetzt hier im Vorfeld. Letzte Woche zum Beispiel gab es 30 Events nur um AI. Und das war jetzt keine Konferenzwoche oder irgendwas, sondern es gab einfach 30 Events, Networking-Möglichkeiten, wo du einfach hingehen kannst. Da lernst du andere Gründer kennen. Dann gibt's natürlich diese Accelerators, wo ja viele Leute reingehen. Das ist nicht nur Y Combinator, sondern da gibt's halt eine ganze Handvoll oder zwei Hände voll, wo dann Firmen gestartet werden. Genau, genau. Und darüber hast du dann krasse Netzwerkmöglichkeiten. Für mich persönlich, ich habe da noch so ein paar andere Wege, also natürlich eben mein Coworking Space, wo halt Early-Stage-Founders zusammenkommen. Dann habe ich so eine, so eine Papa-Gruppe mit Deutschen, da sind jetzt so 100 deutsche Papas drin, die halt auch alle irgendwie Also da sind alle die Namen, die ich gerade genannt habe, die sind da auch alle drin.
Ist es eigentlich wahr, dass die ganzen Silicon Valley Kinder, also jetzt vielleicht nicht unbedingt von der Papa-Gruppe, aber generell auch von den ganzen Topstars des Silicon Valleys, dass die alle von irgendwelchen Apps und Screens und so ferngehalten werden und auf irgendwelche Waldorfschulen gehen, während die normalen Menschen sozusagen in Hamburg oder sonst wo irgendwie schön alle Kinder nutzen YouTube und sonst was? Und ist das im Silicon Valley sehr restriktiv?
Da ist was dran, würde ich sagen. Ich weiß nicht, ob es so krass ist, dass die Kinder gar keinen Access bekommen, aber das ist auf jeden Fall ein ganz, ganz großes Thema. Also dass man sagt, bis zur 8. Klasse kein Handy mindestens, und dass einfach so ein Bewusstsein viel stärker eben so den Leuten beigebracht wird. Ob das jetzt über alle Leute hinweggeht oder nicht, aber das ist auf jeden Fall in meinem Freundeskreis ein ganz, ganz großes Thema, dass man halt versucht, die Leute möglichst viel in den Wald zu schicken und möglichst viel Outdoor und Camping und solche Sachen zu machen und eben nicht auf dem Handy Also kein Fernsehen gucken und solche Sachen.
Also Fernsehen gucken ist ja noch ein bisschen fast oldschool, aber ich meine, die ganzen Sticky Apps sind ja das Problem. Und die da dann entstehen, ist ja ein bisschen eigentlich so verrückt, dass dort die ganzen Sticky Apps gebaut werden und gleichzeitig die sagen, die dürfen hier nicht benutzt werden.
Ja, also ich habe da jetzt keine Daten, weiß nicht, ob das wirklich so ist, aber ich kenne halt auch viele, die da einfach, also ich würde sagen, ich kenne mehr Leute in den USA, also in San Francisco, wo die Eltern einfach da viel aktiver drüber nachdenken. Aber vielleicht ist es auch, weil sie es halt gesehen haben an sich selber. Wir wissen das ja alle, wie addictive halt irgendwie so YouTube Shorts oder TikTok-Stream ist. Wenn man die App einmal öffnet, dann hängt man ja ganz schnell da drin und dass man das einfach vielleicht anders reflektiert. Viele von den Freunden arbeiten witzigerweise auch genau bei den Firmen. Ich habe einen Kumpel, der arbeitet bei Instagram und ist für die ganze Jugend-App da verantwortlich. Es gibt ja so eine Instagram-Jugend-App so für ab 12 oder so und der ist praktisch dafür verantwortlich.
Und dessen Kinder dürfen nichts gucken?
Ja, die Kinder sind noch zu klein. Die sind irgendwie 1 und 3, so ein bisschen was hin.
Trinkt noch jemand Alkohol im Stream?
Das ist echt auch ein super interessantes Thema. Also Longevity ist generell gerade so seit diesem Jahr so krass explodiert. Ich war gestern Abend kurz in der Heimat auf dem Geburtstag von 3 von meinen Freunden.
Heimat ist bei dir in Deutschland?
Also ich bin in Hamburg geboren und in Vechta groß geworden, zwischen Bremen und Osnabrück. Und ich habe das Thema Longevity angesprochen und die haben alle: Long was? Also das war jetzt nicht geläufig und dann musste ich es erstmal erklären, was das ist. Also generell trinken ich würde sagen, viel mehr Leute keinen Alkohol, als dass sie Alkohol trinken. Und du musst dich mittlerweile dafür entschuldigen, dass du ein Bier in der Hand hältst, so ungefähr. Also richtig krass, wie das umgeschwenkt ist. Und das ist auch ein Riesenproblem, gerade im Silicon Valley, wo auch die Männerquote so hoch ist. Also ich meine, wenn du verheiratet bist und irgendwie dein Leben hast, oder wenn du in einer Partnerschaft bist, ist das ja okay. Aber wenn du jetzt irgendwie 18 oder 19 bist und aussagst, du trinkst keinen Alkohol und du kein Risiko mehr eingehst, so ein bisschen diese Scott-Galloway-Rede im Prinzip, Kann man sich auch super anhören. Ich glaube, letztes Jahr, als er auf dem Festival hier war bei uns, hat er das auch erzählt. Go out and do more stupid things. Also die Leute, die trinken nichts, sind noch schüchterner, sind sowieso nur unter Männern, dann lernen die überhaupt keine Frau mehr kennen oder einen Partner, je nachdem, was du halt so suchst. Und das führt halt dazu, dass es noch viel mehr Einsamkeit halt bei den Leuten gibt, dass sie zu Hause sind, die stehen morgens auf, gucken auf ihr Handy, dann gehen sie in ihr Homeoffice, tippen, bestellen sich ihr Essen.
Aber ist es wirklich so? Also spürst du das da?
Also ich meine, ich bin ja aus dem Datingleben jetzt seit 20 Jahren raus, aber das ist auf jeden Fall was. Also alleine dieses No-Alkohol ist auf jeden Fall was, was ich total auch bei meinen ganzen Freunden—
und Rauchen auch nicht.
Rauchen, da hat noch nie einer geraucht. Also früher war immer noch, haben wir alle gekifft. Also wenn du irgendwo über die Straße gegangen bist, hast du immer das Weed gerochen, aber geraucht hat da eigentlich noch nie irgendjemand, seitdem ich da lebe, also seit 12 Jahren.
Aber jetzt sind doch alle auf Ketamin oder so was, dachte ich.
Ja, da gibt es natürlich auch ein paar Leute, die sich solche Sachen dann noch—
Aber das ist kein großer Trend?
Also nicht mit den Leuten, mit denen ich mich umgebe, ja.
Und was ist sozusagen bei Longevity der große Trend? Also haben jetzt alle irgendwelche Tracker?
Ja, Tracker, klar, das Whoop oder den Oura Ring oder Garmin oder was auch immer, Apple Watch Ringe voll machen. Dann sind alle natürlich extrem aktiv, also sportlich einfach outdoor.
Und dann machen alle Nahrungsergänzungsmittel?
Dann Nahrungsergänzungsmittel natürlich, also hier AG1 und Co., grüne Drinks, alles halt also keine Seed Oils. Und ich höre auch dazu, muss ich sagen. Also wir gucken einfach sehr stark auf unsere Ernährung. Wie viel schläft man? Wie strukturiert man seinen Tag, um einfach da— also die Idee hinter Longevity, und das sagt ja Bryan Johnson auch immer, weil es gibt ja immer so die Leute, die so Hater sind, die sagen, Bryan Johnson, der Vampir, der das Blut von seinem Sohn trinkt und so ein Quatsch. Weil das ist so das, was bei den Leuten hängen bleibt. Aber wenn man das, glaube ich, Blutkonserven von seinem Sohn bei sich reinfüllen lässt, um Prinzipiell ist aber erstmal so, dass er gesagt hat, ich möchte der meistgemesserte Mensch der Welt sein, um herauszufinden. Ich, also er sagt sozusagen, ich finde für euch heraus, was funktioniert, was nicht funktioniert. Das hat eine der Sachen mit diesen Blutplasma-Geschichten, die auch ausprobiert haben. Einige Sachen funktionieren, andere funktionieren nicht. Und das, was gut funktioniert, gibt er halt weiter. So, und die Idee hinter diesem Don't Die, sagt er ja auch immer, was ja auch so total verrückt klingt, wenn man da so sagt, nicht sterben, warum soll ich denn nicht sterben? Ja, genau. Ist ja nicht, dass man nicht stirbt, sondern man sagt einfach, in den nächsten 20 Jahren durch AI wird wahrscheinlich fast jede schlimme Krankheit irgendwie gelöst werden. Alzheimer, Parkinsons oder diese ganzen Sachen, die so richtig ätzend sind. Und wenn du jetzt einen Menschen fragst und sagst, hey, möchtest du morgen, dass es dir genauso gut geht wie mir heute oder wie dir heute? Dann sagt ja eigentlich jeder Mensch, ja klar möchte ich, dass es morgen mir genauso gut geht wie jetzt. Und deswegen ist der ganze Longevity-Trend eigentlich nichts anderes, als zu sagen, wie kannst du diesen aktuellen das aktuelle Stadium deines Seins so lange rauszögern, dass du möglichst lange es dir so gut geht. Und da kannst du einfach ein paar Stellschrauben machen. Wie viel schläfst du? Wie viel Organic Food? Keine schlechten Produkte, Plastik, also Sachen, wo du halt einfach ein bisschen bewusster leben kannst. Und man muss ja nicht alles machen. Ich zum Beispiel, ich trinke schon ab und an auch ganz gerne ein Bier, aber wenn ich jetzt einfach nur auf irgendeinem Networking-Event bin, dann kann ich halt da auch einfach Mineralwasser trinken. Da muss ich nicht 3 Bier trinken. Und Und so kann man so ein bisschen bewusster leben und sich das so ein bisschen zusammensuchen. Und deswegen bin ich da echt ein Riesenfan. Und ich bin auch echt ehrlicherweise dieses Jahr ein echter großer Fan von Bryan Johnson geworden, weil ich mir wirklich einfach mal seine Talks angehört habe.
Einen der größten Longevity-Influencer.
Wenn man sich das einfach mal anguckt und diesen Typen mal richtig kennenlernt, dann wird man eigentlich automatisch converted, meines Erachtens.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazukaufen. Zum Start gibt es außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Wie ist es denn politisch? Also hat sich da viel getan in den letzten Monaten oder Jahren?
Ja, ich meine klar, also Ich habe ja jetzt schon das zweite Mal Herrn Trump miterleben dürfen. Also gerade im Valley muss ich allerdings sagen, wir leben ja in San Francisco und nicht in Amerika. Also wir haben noch glücklicherweise große Demokratie um uns irgendwie herum.
Also Kalifornien ist sehr demokratisch.
Absolut.
Und Kalifornien selber ist auch, glaube ich, die dritt- oder viertgrößte Volkswirtschaft der Welt.
Ja, ja, gerade hat es Japan überholt.
Also nur Kalifornien, da ist ja dann San Francisco ein großer Teil davon.
Genau, genau. Klar, also auch trotzdem sieht man dann halt Mark Zuckerberg und Co. irgendwie bei Trump bei der Inauguration da.
Aber Leute, die du kennst jetzt von Instagram oder von Meta, du hast ja gerade beschrieben, wen du da so alles kennst, sind die jetzt spürbar konservativer geworden?
Also ich sag mal so, es gab eine große Verdrossenheit mit der demokratischen Politik auf jeden Fall. Und jetzt haben wir die eine Frage: Wählst du dann deshalb Trump oder gehst du irgendwie hin und versuchst irgendwie selber aktiv zu werden? Und ich glaube einfach, dass die Demokraten da extrem viel Mist gemacht haben, dass sie einfach keine gute Alternative geboten haben. Haben sie halt in letzter Minute irgendwie da Kamala Harris gepusht, und es gab gar keine Möglichkeit überhaupt, noch mal drüber nachzudenken und zu reflektieren, okay, ist sie jetzt die perfekte Kandidatin? Und dann war das Programm auch nicht so besonders, dass man gesagt hat, okay, das passt jetzt. Und deswegen haben glaube ich einfach viele, selbst bei mir im Freundeskreis, glaube ich, darüber redet man ja nicht so viel, aber glaube ich schon, dass der ein oder andere dann vielleicht doch einfach Trump gewählt hat, weil man so ein bisschen gedacht hat, ja gut, so schlimm wird schon nicht. Und das war halt ein Fehler, ne? Also es ist leider jetzt doch noch viel schlimmer, als man dachte.
Das denken jetzt auch alle dort, das erkennen jetzt, ich meine, wir reden jetzt ja von den ersten 4, 5 Monaten erst im Amt.
Ja, 100 Tage gerade.
Aber da sind alle schon jetzt, ist ja schon eine große Ernüchterung.
Ja, es gab gerade so eine Analyse von der New York Times, wie happy die Amerikaner sind mit Trump. Und ich glaube, er hat die niedrigsten Approval Ratings aller Zeiten. Also irgendwie nur noch 38% aller Amerikaner supporten ihn jetzt aktuell noch, was halt super wenig ist. Und ich glaube, den meisten Leuten ist noch nicht so richtig bewusst, was da jetzt passiert. Also gerade mit den Tariffs, im Moment gibt es halt noch die Lager mit den Produkten, die man eingekauft hat, bevor diese Tariffs da waren. Und deswegen hat sich das jetzt im Preis beim Konsumenten noch nicht so richtig geäußert. Aber warte noch mal 2, 3 Monate ab, was dann passiert. Und das ist halt das Schöne wiederum auch an San Francisco, dass da halt Leute sind, die das halt schon ein bisschen früher verstehen. Da gibt es Demonstrationen. Geh mal für irgend so einen Tesla-Showroom am Wochenende, da sind mindestens 1000 Leute, die halt Anti-Elon-Schilder hochhalten.
Ist das wirklich immer da so?
Richtig.
Krass. Ja, also auch wie viele Leute jetzt ihren Tesla verkaufen in San Francisco oder auch in LA, haben die alle so Sticker. Ich weiß nicht, ob das hier in Deutschland auch so ist, aber die haben alle diesen Sticker auf dem Auto. I bought this before Elon Musk.
Aber man liest ja dann immer viel, dass es sowas gibt, aber dann hat da immer jemand drüber geschrieben. In Wahrheit war es einmalig 300 Leute. Aber du sagst, das ist wirklich schon jetzt signifikant.
Also seit Wochen, also ich komme da jetzt nicht jeden Tag vorbei, aber immer wenn ich an diesem Showroom von Tesla in San Francisco vorbeifahre, Und jetzt wirklich über die letzten, also bestimmt 2 Monate, ist da immer eine Riesenmenschenhorde.
Also du sagst, bei dir war es im Freundeskreis so, dass vor einem Jahr oder anderthalb Jahren, also als die Wahl so langsam aufkam, da viele schon auch so ein bisschen dachten, Mensch, die Demokraten, die kriegen es nicht hin, müssen was anderes machen. Und dass es also schon noch so ein Movement ein bisschen spürbar war, auch im Silicon Valley. Und jetzt das aber sich gerade wieder dreht.
Ja, also das Problem ist, dass auch nach wie vor die Demokraten keine Antwort haben. Ich meine, die haben 4 Jahre lang eigentlich Zeit gehabt, irgendeinen Kandidaten oder Kandidatin irgendwie aufzubauen. Und das haben sie nicht gemacht. Und jetzt ist es ja auch so, dass sie einfach nur alle schreien, es ist alles schlimm, was er macht, oder was Trump halt macht. Und das ist ja auch alles irgendwie verrückt, was man— und jeden Tag wird man wieder neu überrascht, was noch jetzt als Nächstes Verrücktes passiert. Aber die Demokraten haben es immer noch nicht geschafft hinzugehen und zu sagen, okay, das ist jetzt, wie wir es halt machen. Die schreien einfach nur alle, oh, du, du, du, aber es gibt halt keine Alternative. Und ich hoffe halt darauf, dass sie jetzt irgendwie langsamer anfangen, sich darüber zu überlegen, wer überhaupt der Richtige oder die Richtige ist, die da überhaupt angreifen kann.
Öffentlich äußert sich auch von den Wirtschaftsleuten niemand. Jetzt zu der ganzen politischen Sache. Also ist ja schon irgendwie so, dass da jetzt, du hast über Mark Zuckerberg gesprochen, aber viele jetzt erstmal sich so mal mindestens neutral, wenn nicht Trump-freundlich positionieren.
Ist das, ist das, ich meine, du fragst ja in deinem Podcast häufig nach positiven Sachen, die irgendwie von Trump kommen. Ich kann, ich meine, ich bin kein Politikexperte und ich weiß auch nicht genau, wie das jetzt wirtschaftlich wirklich sich auswirken wird. Also ich meine, in diesem Moment des Reshuffles gibt es ja auch immer wieder Möglichkeiten, die sich irgendwie entwickeln. Und ich glaube, gerade im Silicon Valley haben die Leute generell eher so ein Mindset von, es wird schon alles irgendwie gut, und Augen zu und durch und so, wir schaffen das schon irgendwie. Und ich glaube, das ist im Moment immer noch der Zustand, wo die Leute so einfach denken, ja, das muss irgendwie funktionieren, das kann alles nicht so schlimm werden. Was ist denn wirklich der Einfluss, der da von der Politik halt irgendwie ausgeht? Aber es wird, ich meine, dass jetzt Leute abgeschoben werden, die, ich meine, vorher hieß es zum Beispiel immer, wir schieben alle kriminellen Leute ab, die hier illegal im Land sind. Kann man ja sagen, okay, wenn jetzt hier jemand einfach illegal reingekommen ist, ich meine, wie viele Freunde habe ich, die irgendwie 10, 15 Jahre auf ihr Visum gewartet haben und hier also aus Indien oder aus China versucht haben, in die USA zu gehen, und dann kommt halt einfach jemand über den Zaun gehüpft und kriegt halt dann irgendwie Support. Das ist natürlich klar, dass das nicht fair ist, ne. Und dahin zu gehen, okay, wenn jetzt einer über den Zaun hüpft und sich dann auch daneben benimmt, den halt wieder irgendwie abzuschieben, Da würde ich auch sagen, okay, das macht Sinn. Aber jetzt geht er halt hin und schiebt halt Leute ab, die halt irgendwie seit 15 Jahren zwar illegal im Land sind, aber vielleicht irgendwie ein Leben aufgebaut haben, Kinder bekommen haben, irgendwie eine Firma gegründet haben. Und das ist halt dieses Radikale, oder dass Leute abgeschoben werden und dann aus Fehler, und dann werden die trotzdem nicht zurückgeholt. Und da hat man dann so manchmal so ein bisschen so die Sorge oder die Angst, dass man in so einem Ja, in so ein totalitäres Regime plötzlich oder dass man da halt irgendwie plötzlich landet.
Gehen dann vieles zurück nach Europa? Also man hört es ja, dass angeblich auch das wieder so ein bisschen deutsche Medien.
Ja.
Ist jetzt unklar, ob das jetzt sagen wir mal einmalig so oder ob es wirklich ein Massentrend ist, aber man liest hier und da mal, dass angeblich jetzt Professoren oder auch Akademiker, Wissenschaftler sich oder zumindest darüber nachdenken, nach Europa zurückzukehren zum Teil und nach Asien zurückzukehren.
Ja, also ehrlicherweise weiß ich das nicht. Also ich glaube, das sind einzelne. Das ist genauso wie die deutschen Medien immer darüber schreiben, dass San Francisco ja so schrecklich ist und Die Stadt ist so dreckig und sind überall Obdachlose. Und das stimmt auch nicht. Das sind halt die Verzerrungen der Medien auf so einzelnen Datenpunkten. Hat dann ein High-Profile-Professor gesagt, er zieht jetzt zurück nach Europa und daraus wird dann so eine Riesenstory gemacht. Also das ist halt auch das große Problem, dass dann halt vielleicht auch diese Traditionsmedien nicht immer so ganz objektiv bleiben und dann solche Sachen halt dann ganz gerne mal reported werden.
Wie ist denn das? Also ich meine, dieses Obdachlosenproblem habe ich jetzt aber schon über Jahre echt oft gehört. Scheinbar also nicht die ganze Stadt befallen ist offensichtlich von diesem Problem, aber dass schon da wohl blöckeweise, straßenzügewise es durchaus gefährlich sein kann.
Ja, also ich meine, auch in Frankfurt am Hauptbahnhof möchte ich nachts nicht unbedingt rumlaufen.
Aber ist es so ein bisschen, also da sind es ja in Frankfurt, wenn ich das richtig sehe, 2, 3 Straßen am Hauptbahnhof.
Und so ist es bei uns auch. Ganz klar, während der Pandemie hatten wir ein Riesenproblem in San Francisco. Es gab einen Riesenausbruch von von Kriminalität. Auch bei mir in der Garage wurde eingebrochen, ich glaube 6-mal in meinem Auto während der Pandemie alleine. Und wir wohnen halt im Stadtgebiet. Also Mark Zuckerberg hatte sein Haus 3 Blöcke weiter, als er noch in San Francisco auch ein Haus hatte. Also wirklich eine nette Wohngegend, wo man so halt irgendwie auf dem Berg oben ist, so ein bisschen Aussicht, wo man so ganz nett leben kann. Und die kamen wirklich überall hin. Aber das hat sich extrem gewandelt wieder.
Warum war es damals so schlimm? Weil das wirtschaftlich so schlimm war?
Ja, einfach die Leute haben alle ihre Jobs verloren. Dann gibt es ja in San Francisco diese verrückte Regel, dass Einbrüche unter 600 Euro oder so nicht geahndet werden. Das ist dann so eine Misdemeanor, also praktisch so eine, ja, so eine, wie sagt man denn in Deutsch, ja, so ein Fehlverhalten irgendwie. Das ist so, du, du, du, aber jetzt Hilfe. Genau, und da haben sich wirklich so Gangs gebildet, Jugendgangs, die sind dann irgendwie, was weiß ich, in den Apple Store rein und bei Prada und haben sich da einfach so wirklich so Raids gemacht. Und haben, das war wirklich eine schlimme Phase, aber das waren halt einfach ein, zwei Monate. Und dann dieses ganze Obdachlosenproblem zentriert sich, wie du schon sagst, halt auf so bestimmte Blöcke. Und das Problem ist, dass genau da auch die Touristen und auch gerne mal die, sagen wir mal, die deutschen Journalisten dann sind, weil die gehen halt da ins günstige Hotel am Union Square und dann denkt man so Union Square, das klingt ja gut und wenn du da dann einen Block falsch abbiegst, dann bist du halt genau in diesem Brennpunkt. Das ist aber gerade so auf die Vorbereitung der Wahl jetzt im letzten Herbst haben die extrem die Stadt aufgeräumt und jetzt jeder, der zu mir nach San Francisco kommt und selbst vor einem Jahr, ich weiß noch mein Schwiegervater zum Beispiel war in der Stadt und wir sind durch die Stadt gefahren natürlich, man macht ja dann so sein Sightseeing und der murmelte immer so in sein Bart und sagte immer so überhaupt nicht so schlimm, ist ja überhaupt nicht so schlimm. Ich sag, was meinst du denn damit? Ja, in Deutschland schreiben alle, dass es ganz dreckig ist und überall ist es ganz schlimm. Und er hätte noch keinen Obdachlosen gesehen. Und wir waren halt irgendwie eine Woche lang da ständig in der Stadt unterwegs. Also es hat sich deutlich, deutlich gedreht. Und wenn du heute jetzt—
Und wo sind die Menschen? Wie haben sie es gedreht? Also wo sind die Menschen alle?
Das weiß ich ehrlicherweise nicht.
Okay. Fahren denn da jetzt auch nur noch Waymos rum?
Das ist ja auch so ein Ding, den man überall hört.
Wenn ich jetzt mit Leuten spreche, die da zurückkommen, das Erste, was sie mir erzählen, ist: Krass, was da gerade mit diesen Waymos los ist.
Über 200.000 Fahrten pro Woche machen die mittlerweile.
Autonome Fahrten.
Autonome Robotaxis praktisch.
Das gibt's hier?
Ja, absolut. Seit Jahren schon.
Ich meine, das ist ja hier auch noch nicht so ganz mainstreammäßig angekommen, sondern da tatsächlich jetzt wirklich Taxi fahren kann ohne Fahrer.
Ja, genau. Du hast dann eine App, die sieht aus wie so eine Uber-App. Da sagst du halt: Ich möchte von hier nach da. Und dann wartest du 3 Minuten und dann kommt halt das Waymo. Und dann musst du auf der App auf diesen Knopf drücken, geht die Tür auf und dann macht er so: Bing, bing, herzlich willkommen Christian, wo möchtest du hinfahren? Oder weiß ja wo. Hier, bitte drücke auf Start, um den Ride zu starten. Und das erste Mal, wenn man da mitfährt, ist das schon sehr magical. Also da denkt man halt, das gibt es ja gar nicht. Das zweite Mal, dass du mitfährst, ist das so: Ja, natürlich fahre ich Robotaxi. Und das dritte Mal denkst du noch gar nicht mehr drüber nach.
Aber passiert auch nicht viel.
Also zu Google gehört das ja und die sind halt der Vorreiter und dann gibt es mehrere Firmen, die daran arbeiten. Die zweitinteressanteste oder vielleicht meines Erachtens sogar interessanteste Firma in dem Bereich ist Zoox. Die gehören zu Amazon. Die haben so ein Purpose-Built-Vehicle. Also die sieht aus wie so eine Gondel, Skigondel. Da sitzt du dir gegenüber und da kommt das halt dann an und dann gehen halt die beiden Türen wie so eine Skigondel auf. Dann steigst du ein und dann ist da so ein Sternenhimmel und die kannst du im Moment noch nicht öffentlich bestellen. Das geht jetzt in den nächsten Wochen los, aber ich habe da einige Freunde, die da arbeiten. Das heißt, ich konnte schon zweimal damit so Testfahrten machen. Das ist schon wirklich sehr beeindruckend, dass das jetzt einfach so funktioniert und dass das für uns halt einfach ganz normal mittlerweile ist.
Okay, aber man hört also trotzdem, finde ich, immer noch sehr wenig drüber. Weil hier wird ja davon ausgegangen, dass das autonome Fahren erst in 10 Jahren, also weißt du das?
Also da gibt es ja schon, also ja, ich meine, seit 2 Jahren ist das the way of transportation so. Also das ist wirklich ganz normal für jeden. Und es ist halt, ja, also wenn man, ich benutze es ehrlicherweise super wenig, weil ich immer mit dem Fahrrad fahre. Deswegen ist es für mich dann auch jedes Mal wieder noch so ein bisschen spannend. Aber die haben halt schon immer noch krass hohe Kosten. So ein Auto, so ein Waymo soll irgendwie eine halbe Million ungefähr kosten.
In der Produktion?
Genau, mit den ganzen Sensoren und so. Aber mittlerweile haben die auch in Tokio das gelauncht. Die haben in verschiedenen Städten in den USA das mittlerweile live. Also das ist schon.
Was gibt es denn noch so an zukünftigen Sachen jetzt neben den Waymos? Also Also ich bin immer bei diesem Thema KI, wo du ja auch tief drinsteckst, ein bisschen so underwhelmed, weil wenn ich dann nachfrage, was nutzt ihr denn alle für KI-Apps, dann kommt meistens immer ChatGPT und Perplexity und that's it. Was macht denn dein Netzwerk da in San Francisco? Was nutzen die so alles?
Ja, also ich meine, da gibt es schon deutlich mehr meines Erachtens, wo ich extrem excited bin. Also generell gibt es ja ganz viele Berufe, die durch AI halt mehr oder weniger erstmal echt hardcore angegriffen werden. Also für mich so ein Beispiel, Havie. Also du das kennst, das ist so der Anwalt sozusagen. Also du kannst ja heute auch einen Vertrag in ChatGPT reinladen und dann sagen, hey, was ist denn in diesem NDA irgendwie komisch, was sind die Red Flags, spuck mir das mal wieder aus. Und dann sagt halt ChatGPT, hey, hier musst du mal auf das und das achten, soll ich dir einen Vorschlag als Korrektur schicken? Und dann wird dir das zurückgesendet und dann kannst du den Vertrag wieder zurücksenden. Da muss man natürlich überlegen, ist das der sichere Weg? Und Havie ist dann praktisch die spezialisierte Firma da drauf, die dann halt wirklich dein Anwalt werden kann. Und so ist es halt über verschiedene—
Was nutzt du noch so regelmäßig?
Also ich benutze Harvey nicht, weil ich habe nicht so diese juristischen Use Cases, aber die wachsen halt unfassbar schnell, haben irgendwie mehrere 100 Millionen Euro Umsatz schon, also Riesenfirma. Dann hast du diese ganzen Entwickler, also die automatischen Programmierer sozusagen. Also Cursor first and foremost ist ja auch eine kleine Firma. Ich glaube, der Gründer ist irgendwie 22 und irgendwie global wahrscheinlich jeder Software Engineer benutzt sie jetzt.
Die Firma heißt Cursor, wie der Cursor.
Die Firma dahinter heißt noch ein bisschen anders, aber Cursor ist das Tool, was du dann benutzt. Ja, was gibt es sonst so? Ich meine, diese ganze Detection of Disease, das ist vielleicht was, was natürlich sehr langfristig ist. Da hörst du nicht jetzt morgen sofort die Lösung, weil das natürlich lange dauert. Aber dass eben extrem viele Firmen in dem Bereich eben gegründet werden und die Leute eben mit AI versuchen, irgendwelche Decisions halt zu lösen.
Gibt es welche, die du auf deinem Handy hast, die wirklich so, wo du sagst, da bin ich jetzt Daily- oder Monthly-User?
Die Push-up-App von Flo Schwan.
Aber die ist ja nicht KI.
Nee, die ist nicht KI. Die sollte ein bisschen mehr KI machen. Nee, also ehrlicherweise ist auch da ChatGPT, Perplexity. Das sind so die Apps, die ich auch dann täglich benutze, in der Tat.
Und ist das jetzt realistisch? Ich meine, es gibt ja so Zahlen, wie stark Markets, ChatGPT wächst, eine Frage, die man jetzt sicherlich irgendwie jede Woche stellen kann, aber gehst du davon aus, dass es irgendwie für, sagen wir mal, irgendwann so halb so groß wird wie Google oder so groß wird wie Google oder wo könnte es sein?
Ja, meine Mutter benutzt sogar ChatGPT fast jeden Tag und wenn das irgendwie in Vechta angekommen ist bei meiner Mutter und ich meine klar, die ist natürlich durch mich so ein bisschen beeinflusst, aber ich habe ihr das nie gesagt, dass sie das machen sollte. Also ich kann mir ein Leben ohne ChatGPT nicht mehr vorstellen und ich benutze Google mehr oder weniger gar nicht mehr. Also klar, für Google Maps und solche Sachen natürlich und Google Mail, Google Calendar und deswegen glaube ich auch immer noch an Google und ich habe auch immer noch eigentlich die Hoffnung, dass Google es auch mal auf die Reihe kriegen sollte, dass deren AI halt besser wird. Aber ich kann immer noch, wenn ich heute, wenn ich in der Küche auf meinem Home-Device sage, please set a timer for 12 minutes und mein, ich habe einen deutschen Akzent, aber dann versteht er mich zu 50% der Use Cases nicht und macht dann irgendwie den Wecker auf 17 Uhr am nächsten Tag. Und Google ist wirklich so weit hinterher immer noch. Dass es einfach so viel Frustration gibt, dass ich schon glaube, dass da ja OpenAI immer mehr übernimmt. Und du siehst ja auch, was die für krasse Features launchen. Letzte Woche haben sie jetzt so einen Shopping, Google-Shopping-Konkurrenten praktisch gelauncht. Und ich habe gerade ein Interview gelesen mit Sam Altman, der gesagt hat, dass sie auch irgendwie sich über tasteful Ads Gedanken machen. Das ist so ein Ad-System halt dann auch gibt, wenn du so ein Produkt halt, oder wenn du so diese Produktfragen zum Beispiel stelle ich ständig. Was ist das beste Produkt für Und das sind dann irgendwie Software, also OMR Reviews kommt ja dann auch mal, wenn du das in Deutsch suchst, dann damit direkt drauf. Aber dann ist der Traffic halt bei ChatGPT und du musst halt überlegen, wie du da reinkommst. Da gibt es ja mittlerweile so verschiedene SEO-Tools auch. Haben wir auch einer von diesen SEO-Tools bei uns im Haus auf AI. Das ist schon sehr, sehr spannend, da so dicht dran zu sein.
Aber haben sich denn generell in den letzten Jahren, seit du da bist, eigentlich neue große Firmen entwickelt? Also ich meine, die Firmen, die jetzt nach wie vor die Silicon Valley gefühlt dominieren außerhalb OpenAI und vielleicht ein bisschen Nvidia. Sind ja alles Firmen, die jetzt schon seit 10 Jahren da sind, also oder noch länger. Also jetzt eben Google oder Amazon, Meta, LinkedIn, Microsoft, das ist ja alles jetzt, sagen wir mal, so richtig neu sind eigentlich eher OpenAI und gar nicht so viel mehr, oder?
Ja, ich meine, da gibt es noch xAI, dann gibt es ScaleAI, dann Perplexity haben wir schon genannt, Anthropic. Also ich meine, jede irgendwie große Firma, die irgendwas mit AI zu tun hat, oder hier diese Roboterfirma, wie heißen sie nochmal? Fällt mir gerade der Name nicht ein. Die haben mit BMW, haben die doch irgendwie so eine große Kooperation, wo die jetzt so Roboter gebaut haben, die da so dann irgendwelche Autoteile zusammensetzen. Klar, vor 10 Jahren gab es halt diese krasse Phase, wo eben Pinterest und Airbnb und Twitter und so, die sind alle vom, also es gibt ja so verschiedene Phasen. Früher war alles im Silicon Valley, also im Süden von San Francisco, und dann waren so Twitter und Airbnb so die ersten, erfolgreichen Companies, die gesagt haben, wir machen jetzt unser Office in San Francisco auf. Und das sind halt die großen Namen, die dann lange halt aktiv waren. Und dann kam die Pandemie und irgendwie Elon-Style haben alle Leute ihre ganzen Mitarbeiter gefeuert und gesagt, wir können jetzt irgendwie mit 20% der Belegschaft. Und dann gab es plötzlich die ganzen Startups, die aufpoppten durch AI. Und deswegen gibt es jetzt halt Hunderte oder Tausende von neuen Firmen. Und da gibt es halt auch super Stats, die das so backen. Also ich glaube, vorletztes Jahr wurden 37% vom gesamten US-Venture-Capital nur in San Francisco investiert. Letztes Jahr waren es schon 57%. Und klar, da ist jetzt noch nicht die nächste riesengroße Firma, außer eben OpenAI und ein paar anderen, aber das dauert ja auch ein bisschen, ne? So eine Firma aufzubauen, das dauert halt 4, 5 Jahre, bis das halt wirklich groß explodiert. Aber die Grundlage wird halt da gelegt.
Bekannter Partner bei uns, eGym Wellpass. In ganz vielen Gesprächen hier im OMR Podcast bekomme ich das Gefühl, dass sich sehr viele Firmen Gedanken machen, wie sie gute Leute finden. Aber was ja genauso wichtig ist: Wie hält man die guten Leute eigentlich? Und da spielt mittlerweile Gesundheit eine wirklich große, große Rolle. Ich habe eine Zahl gesehen, die hängen geblieben ist, und zwar 88% der Angestellten sorgen sich, dass ihre aktuellen Arbeitsbedingungen langfristig ihre Gesundheit beeinflussen. Viele Firmen kommen dann mit einem One-Fits-All-Fitnessangebot um die Ecke. Aber das reicht natürlich nicht, um alle Angestellten sinnvoll anzusprechen. Denn die Bedürfnisse sind häufig sehr, sehr unterschiedlich. Die einen gehen lieber ins Gym, die anderen wollen Yoga machen, andere wollen lieber schwimmen, klettern oder einfach einen Ausgleich zum Arbeitsalltag haben. Und genau hier kommt unser Partner Wellpass ins Spiel. Das Firmenfitness-Angebot von eGym ermöglicht den Zugang zu verschiedensten Bewegungsformen, egal ob Paddel, Yoga, Massagen oder, oder, oder. Das zeigt mir auch gleichzeitig schon, dass betriebliches Gesundheitsmanagement dann am besten funktioniert, wenn es strategisch gedacht wird, wird und nicht einfach mit dem Gießkannenprinzip. Wie so ein moderner BGM-Ansatz, also betrieblicher Gesundheitsmanagement-Ansatz, aussehen könnte und wie Unternehmen dabei sinnvoll Wellpass integrieren könnten, damit es wirklich Wirkung erzeugt, das zeigt das neue Paper BGM Matchplan 2026. Und genau das kann man kostenlos, ihr habt es schon geahnt, runterladen. Den Link dazu gibt's bei uns im Linktree in den Shownotes.
Gibt es eigentlich in der VC-Community, also bei den Geldgebern, auch eine Menge Deutsche?
Ja, also ich weiß nicht, ob das jetzt prozentmäßig irgendwie einen Ausschlag gibt. Also bei Andreessen Horowitz gibt es meines Erachtens 2 Deutsche. Margit Wennemakers heißt die eine und der andere ist der Guido Appenzeller, auch bei mir schon mal im Podcast gewesen. Dann gibt es Scale Ventures, G2 Ventures, wo ich weiß, dass da Deutsche sitzen. Dann gibt es aber, was ich eigentlich super spannend finde, sind die Deutschen, hatte ich ja vorhin schon angesprochen, wie 468, die halt einfach so ein zweigleisiges Ding fahren, dass sie halt einfach sagen, okay, wir wollen da auch mit dabei sein. Die sind bei uns auch da Tenant im House of AI. Und dann kommt da immer nach dem YC Demo Day, kommt da dann ein YC Startup nach dem anderen bei uns und klingelt und pitchen dann bei uns da unten. Also da gibt es schon auch einige Deutsche. Ob das jetzt prozentual irgendwie sich auswirkt? Wahrscheinlich nicht. Es gibt wahrscheinlich viel mehr Inder und viel mehr Chinesen und Aber einfach, weil es von denen auch viel mehr gibt und auch da die Education anders stattfindet und der Fokus auf Silicon Valley viel stärker, viel früher schon gesetzt wurde. Da gibt es ja auch immer so diese Stats, dass irgendwie 1% aller Tech-Worker sind irgendwie Inder, aber 10% aller CEOs sind Inder.
Warum ist das eigentlich so?
Ja, weil die einfach in Indien, gibt es halt einen ganz krassen Fokus langfristig eben auf so eine Education, die halt darauf auszielt, irgendwie technisch zu sein, also Computer Science, und dann im Silicon Valley gibt es diesen Weg, diese Brücke, die da geschlagen wurde irgendwie, dass einfach ganz klar ist, okay, wenn ich erfolgreich bin, dann will ich nach San Francisco oder nach Palo Alto oder so. Und in Deutschland gab es das halt so nie, weil Deutschland selber cool ist und man hier genügend gute Jobs finden konnte. Deswegen gibt es halt nicht diesen krassen Drang, dass es einfach so einen ganz klaren Weg gibt. Ich studiere da und dann gehe ich auf jeden Fall ins Silicon Valley, weil da die mega Opportunity ist und Und hast du halt eine Milliarde Inder, davon gibt es halt ein paar sehr, sehr smarte, und die kommen dann auch noch alle nach San Francisco, weil da eben die große Opportunity ist und das halt auf den Studiengang so gut passt.
Wird eigentlich Deutschland mittlerweile negativer betrachtet als vor 10 Jahren oder so?
Weiß ich gar nicht. Also was ich sehe, ist schon, dass die Deutschen von den deutschen Autos enttäuscht sind mittlerweile. Ich weiß noch, vor 10 Jahren hat jeder einen Audi Q5 gefahren zum Beispiel. Und mittlerweile ist Audi im Stadtbild gar nicht mehr vertreten und die Leute fahren, dann gab es erst Tesla und jetzt fahren die Leute halt Rivian. Und das sieht man zum Beispiel total, wenn die Leute irgendwie, wenn die Deutschen kommen und einen kritisieren und sagen, ja hier Trump und Pipapo, dann ist dann die Response, ja guck mal in dein eigenes Land, was da abgeht mit den Parteien, ist auch nicht viel besser. Aber ich meine, ich habe ja auch ehrlicherweise gar nicht so viel Kontakt jetzt mit Amerikanern. Mein Netzwerk ist sehr, sehr deutsch, sehr, sehr europäisch, international geprägt. Deswegen kann ich da eigentlich gar keine Aussage treffen.
Okay, aber es ist wirklich so, dass man sich nach so vielen Jahren nicht so richtig dann amerikanisch integriert.
Ja, du lebst halt nicht in den USA, ne? Du lebst in so einem Multikulti-Pott. Ich weiß ja, am Anfang, meine Frau ist ja mit mir zusammen darüber gegangen und die hat sich dann in so einer Meetup-Gruppe angemeldet, International Women in Town hieß die. Und da waren halt irgendwie Koreaner und Franzosen und Polen und Singapurianer. Und darüber ist so unser erster Freundeskreis eigentlich entstanden. Das waren dann die ganzen Frauen, deren Männer halt irgendwelche Tech-Jobs hatten. Und deswegen ist unser eines Netzwerk halt total international. Und das zweite Netzwerk ist dann irgendwie über die Schule entstanden. Und weil meine Kinder auf die deutsche Schule gehen, hast du dann eben die ganzen deutschen Väter halt meistens auch, auch wieder die Techworker, die halt dahin sich irgendwie haben versetzen lassen, oder Gründer, die gesagt haben, ich sehe halt die Opportunity im Silicon Valley. Und da gibt es dann zwar amerikanische Frauen dazu, aber man ist trotzdem eben ja eher so der Außenseiter und das fühlt sich auch total cool an. Ich weiß immer noch, als ich damals anfing bei Adobe und ich war halt irgendwie der einzige Deutsche und um mich herum waren irgendwie 80% Chinesen und Inder. Das tut total gut, mal nicht in der Mehrheit zu sein, auch kulturell. Es gibt da ein wunderbares Gespräch, meine ich, von Markus Lanz, der mal irgendwo im Podcast erzählt hat, dass der in Berkeley war an der Uni mit irgend so einem Professor und da hat der Professor gesagt zum Markus Lanz: Hier komm, ich zeig dir mal die Zukunft. Dann sind die in die Mensa gegangen und da waren sie die einzigen beiden Weißen und da waren nur Chinesen und Inder um sie herum. Das ist halt schon was, was das Silicon Valley einfach prägt, dass da ganz viele Leute von diesen Ländern dahinkommen und die Amerikaner finden da irgendwie gar nicht so richtig statt, habe ich das Gefühl. Also ich kenne irgendwie 2 Leute, die aus dem Silicon Valley kommen, Amerikaner sind und da aufgewachsen sind. Das ist halt wirklich so ein Ort, wo einfach ganz, ganz viele Leute hinziehen, weil es sie so anzieht.
Wie ist denn der Blick auf China? Ich meine, da gibt es ja nun auch jetzt mit Trump Spannung, gab es aber auch schon vorher mit Biden viele Spannung.
Absolut, ja. Also einmal gibt es ja diese Konkurrenz mit China auch auf der AI-Seite, ne, als DeepSeek da gelauncht hat, da ging glaube ich so ein großer Rauchner durch Silicon Valley und da war man glaube ich sehr, sehr überrascht. Ich glaube, es ist immer noch generell viel Überraschung, genau wie die Deutschen gefühlt auch irgendwie noch nicht sehen, dass die Chinesen mittlerweile bessere Autos bauen, so ungefähr. Ja, also ich glaube, ich weiß ehrlicherweise nicht, ob man jetzt da so viel Angst haben muss oder ob man einfach sich fokussiert und weiter Gas gibt. Dieser Streit, der hilft natürlich nicht. Ich habe jetzt gerade auf dem Flug hierher so ein paar Zahlen gesehen, wie die Häfen mittlerweile fast leer sind jetzt schon. Also in L.A., ja genau, also dass jetzt innerhalb von wenigen Wochen einfach keine Schiffe mehr ankommen und und dann jetzt warte noch mal 6 Wochen, dann gibt es halt auch keine Produkte mehr in den Regalen teilweise, die man halt vorher aus China halt bezogen hat. Und gerade die Amis, die ja mehr oder weniger alles in China produziert haben, und da gibt es halt auch diese bescheuerte Vorstellung, dass man diese Jobs zurückholt. Das macht ja überhaupt gar keinen Sinn. Ist ja nicht so, dass sich jetzt dieser typische, stereotypisch dicke Amerikaner jetzt hinsetzt und irgendwie so eine Jeans zusammennäht oder so, oder irgendein Elektroteil. Und dann gibt es ja jetzt diese Memes, dass demnächst ein iPhone 9000 Dollar kostet, wenn es dann in den USA hergestellt wird. Das wird ja keiner kaufen.
Gibt es da diesen Comedian, habe ich gesehen, irgendwie so den Clip, wo er dann so sagt, irgendwie, was hat Trump nicht verstanden?
Wir wollen die Turnschuhe tragen und nicht kleben.
Genau, genau. Und deswegen, das funktioniert einfach nicht. Wir haben einfach diese Entscheidung getroffen und die Deutschen genauso, dass wir in sogenannten Billiglohnländern halt produzieren. Und diese Entscheidung kann man nicht reversen. Und diese Jobs kannst du so nicht zurückbringen. Das funktioniert einfach nicht, weil das Skill nicht da ist. Die haben ja auch das Ausbildungssystem überhaupt nicht. Und dann selbst wenn sie sagen, okay, wir produzieren das jetzt hier, dann müssen sie erstmal die Maschine haben. Und wo werden diese Maschinen hergestellt? Auch in China. Also wir sind so abhängig von diesem Land und auch den anderen Ländern. Und dann viele Firmen haben ja dann auch ihre Produktion irgendwie nach Indien oder nach Thailand oder sonst wo ausgelagert. Wir können einfach nicht ohne dieses Globale als Menschheit mehr, und gerade nicht als Amerikaner. Also diese Vorstellung, dass dadurch jetzt alle Jobs zurückkommen, ist einfach sowas von absurd. Deswegen, das ist eigentlich das Verrückte an der ganzen Sache.
Okay, aber für dich Thema eines Tages, vielleicht mal wieder nach Europa oder Deutschland zurückzukommen?
Ja, ich sage immer niemals nie, ne, sag niemals nie, aber wir leben einfach da mittlerweile. Das ist unsere Heimat geworden. Wir sind jetzt ja auch beide Amerikaner geworden, einfach beides. Ja, genau, einfach so ein bisschen auch aus Sicherheit, ehrlicherweise, ne, dass man nicht, wenn man mal irgendwas Negatives sagt hier im Podcast, dass man dann nicht mehr an der Grenze reingelassen wird. Aber einfach auch, um da aktiver mit am Geschehen teilzunehmen, dass man auch wählen kann, dass man einfach einen Einfluss haben kann irgendwie in gewisser Gibt keinen Plan zurückzukommen und wir fühlen uns einfach so wohl. Ich kann auch immer jedem nur empfehlen, da einfach mal hinzukommen, das mal aufzusaugen. Diese Trips, die es da gibt in Silicon Valley, sind einfach so viel wert und einfach diese Energie, also wie die Leute alleine arbeiten. Das ist einfach ein super Thema, die Arbeitswilligkeit der Leute. Wir sprechen ja mittlerweile in San Francisco von 996, Ich weiß nicht, ob dir das was sagt, aber das ist ja dieses von 9 bis 9 zu arbeiten, 6 Tage die Woche. Das wurde ja in China so ein bisschen geprägt und gerade so die Founder, die Early-Stage-Startups, die arbeiten mindestens 996. Ich mache eher so 6-6 und dann am Wochenende irgendwo ein paar Stunden dazwischen, weil ich halt auch irgendwie mit meiner Familie noch Zeit verbringen möchte. Aber das ist eher so mein Arbeitsablauf, dass ich halt morgens um 5:30 Uhr aufstehe und dann halt ab 6 Uhr am Rechner sitze, wenn ich Frühstück für die Kinder gemacht habe. Und da ist halt keiner, der irgendwie sagt, ich will jetzt aber Homeoffice machen oder ich möchte irgendwie nur 34 Stunden die Woche arbeiten. Also den Leuten ist das schon sehr bewusst und nicht nur in den Startups, auch in den großen Firmen. Nach dieser Riesenentlassungswelle, also meine Freunde, die irgendwie bei Facebook und auch selbst bei LinkedIn und so arbeiten, die hängen sich unheimlich rein, weil sie alle merken, okay, hier rollt halt durch AI sowas Krasses auf uns zu. Wir müssen einfach richtig, richtig Gas geben, um weiterhin irgendwie relevant zu haben. Und das steckt ja auch an, wenn alle um dich herum mega Gas geben. Also mich steckt das sehr, sehr positiv an. Und da ist halt wirklich nie diese Diskussion, dass Leute irgendwie weniger arbeiten wollen. Also es gibt sogar so Startups, die dann irgendwie 7 Tage die Woche ins Büro kommen, wo ich dann auch die Gründer frage: Wie macht ihr das? Weil das würde mein Team auch nicht mitmachen. Das würde ich auch gar nicht wollen. Man lebt ja auch in San Francisco, weil die Umgebung so schön ist und die Landschaft und man irgendwie sportliche Sachen auch machen kann. Aber das ist schon auch ein Riesenunterschied, glaube ich, zu Deutschland.
Also die Arbeitszeiten am Ende?
Ja, einfach diese Motivation Gas zu geben, weil wenn du halt hinguckst, wie teuer das Leben da ist, du kannst halt nicht dahin kommen und sagen, ja, ich setze mich hier mal ins Café und düdel mal ein bisschen rum, sondern wenn du da diese Entscheidung triffst, in San Francisco zu sein, dann musst du halt einfach mega viel Gas geben und Und das zieht halt ganz viele Leute an, die alle genauso denken und alle halt Gas geben wollen. Und das kreiert halt dieses Ökosystem an äußerst motivierten Leuten. Und das ist halt einer der Hauptgründe für mich, warum ich da so gerne lebe.
Aber ist das nicht manchmal bei den größeren Konzernen zumindest auch gar nicht so produktiv, dass die dann so eher so auch Politik und dann nur so ein bisschen FaceTime, also sich dann da aufhalten, um halt zu zeigen, ich bin da, aber der Output ist relativ schwach und dass dann da alle so ein bisschen eher so an irgendwelchen internen Themen arbeiten und gar nicht jetzt was Neues auf die Straße bekommen. Manchmal ein bisschen auch die deutsche Argumentation, hey, lieber weniger arbeiten, dafür dann aber hochkonzentriert und Vollgas und dann auch mal Pause machen. Also das siehst du nicht so.
Also ich meine, einer der Hauptgründe, warum ich wahrscheinlich auch einen großen Konzern verlassen habe, die Geschwindigkeit. Ich meine, wir im Startup, kennst du ja auch, du hast irgendwie am Freitagabend eine Idee, am Montag hast du schon die Designs, am Dienstag zeigst du das dem Kunden, am Donnerstag wird das geschippt. So einen Flow kriegst du ja in so einem Konzern niemals hin, weil es einfach so viele Abhängigkeiten gibt und irgendwie verschiedene Prioritäten und dann shippt der eine ein Feature, das beeinträchtigt dann die Zahlen vom anderen, dann wird das wieder gekillt und so. Da drehen die sich dann auch teilweise sehr auf der Stelle und deswegen hat man glaube ich auch so ein bisschen das Gefühl, dass gerade bei diesen großen Firmen gar nicht so viel passiert, weil einfach das viel, viel langsamer vorangeht. Aber trotzdem haben die halt alle den Druck. Die haben alle viel, viel weniger Mitarbeiter zur Verfügung. Die Arbeit ist trotzdem da. Die können jetzt AI nicht einfach so schnell einsetzen, weil es dann auch irgendwelche Richtlinien gibt wie so ein Startup. Super Beispiel: Als diese ganzen Entlassungswellen kamen, da hatten wir gerade unsere Runde geraised und wir haben halt gedacht, ach super, die ganzen großen Firmen schmeißen ihre Leute raus. Die schmeißen ja nicht nur raus, weil sie schlecht sind, sondern einfach, weil sie ihre Leute rausschmeißen. Da stellen wir jetzt einfach Leute von an. Muss ja mega viel Talent geben. Und die Leute, ich meine, das ist jetzt vor 2 Jahren gewesen oder anderthalb Jahren, die wussten noch nicht mal, was ChatGPT ist ungefähr. Das waren Software Engineers bei irgendwie großen Tech-Firmen, die halt so in ihrer Welt da gelebt haben und das nicht mitbekommen haben, was da draußen in der Welt passiert. Und deswegen, ja, also die, deswegen, also so Konzerne, die sind schon ein bisschen langsamer, aber die Leute geben trotzdem Gas. Also aus meinem Freundeskreis sehe ich das jedenfalls.
Okay, gut.
Also soweit also die Lage im Silicon Valley. Ja, ist eigentlich alles ganz gut. Also wir fühlen uns wohl.
Ja, aber ist doch schön zu hören.
Die Sonne scheint ja auch immer.
Das ist schön zu hören. Und ich glaube, es gäbe jetzt noch viele weitere Themen. Also wir können jetzt noch über, weiß ich nicht, der Blick auf Nachhaltigkeit und all die Sachen haben wir jetzt nicht gemacht. Machen wir demnächst mal. Wir gucken, wollen wir mal testen, wie das funktioniert, sozusagen dich hier als Korrespondenten im Herzen der globalen Tech-Welt hier zu Wort kommen zu lassen. Aber ich glaube, es war sehr offen, sehr vielseitig und auf jeden Fall mal alles firsthand.
Vielen Dank.
Ja, danke, dass ich dabei sein durfte.
Alles klar und ciao ciao. Jede Woche hören hier sehr sehr viele Menschen zu und wir alle im Team, ich ganz besonders, sind dafür natürlich sehr dankbar. Und jetzt möchten wir euch mal wieder etwas besser kennenlernen. Wer sind eigentlich unsere Hörer? Was beschäftigt unsere Hörer? Welche Themen interessieren euch? Was können wir noch besser machen? Und deswegen kommen wir mal wieder mit einer Umfrage um die Ecke. Mit euren Antworten helft ihr logischerweise. Uns, diesen Podcast noch besser zu machen, oder zumindest zu versuchen, ihn noch besser zu machen. Wir wollen ja wirklich wissen, was sind Wünsche, Interessen, Bedürfnisse, was können wir tun. Die ganze Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 5 Minuten, also im Vergleich zum Podcast hören extrem wenig. Und natürlich gibt es auch was zu gewinnen. Unter allen, die mitmachen, verlosen wir Preise wie zum Beispiel 2 Tickets fürs OMR Festival nächstes Jahr, einmal AirPods Pro oder ein OMR Report eurer Wahl. Und es gibt zusätzlich die Chance, auf eine Übernachtung im Hotel Vier Jahreszeiten für 2 Personen hier in Hamburg. Also diese 5 Minuten könnten sich sehr lohnen und wie gesagt vor allen Dingen für euch, wenn dann das Zuhören nach hinten raus noch besser wird. Deswegen sucht bitte den Link in unseren Shownotes im Linktree und gebt hier eure Meinung, eure Antworten ab. Vielen, vielen Dank vorab.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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