Luxus-Entzug für Millionäre: The-Balance-Gründer Abdullah Boulad (#860)
7 Dec 2025 · 76 min
In diesem OMR‑Podcast interviewt Philipp Westermeyer den Unternehmer Abdullah Bulat, Gründer von The Balance, einer exklusiven Luxus‑Rehab‑ und Genesungs‑Klinik, die sich an das oberste 0,1 % der Weltbevölkerung richtet. Bulat erzählt von seiner Kindheit im Libanon, seiner Erziehung in der Schweiz, seiner frühen Karriere in Venture‑Capital, Investor‑Relations und Kommunikation, bis hin zu einer persönlichen Gesundheitskrise (Herzinfarkt, Burn‑out, schwere Erkrankung seines Kindes), die ihn zur Gründung einer eigenen Entzugsklinik führte. Er beschreibt den Aufbau der Klinik zunächst in Braunwald (Schweiz), das Scheitern dort, das Umziehen nach Mallorca, die Auswahl von Villen in Llucmajor, die Entwicklung von individualisierten Therapieprogrammen (4‑8 Wochen, 40.000‑150.000 € pro Woche), die Integration von Luxus‑Elementen (Yachten, private Köche, Security, persönliche Begleitung) und die Erweiterung auf Standorte in Zürich, London und Marbella. Bulat erklärt, dass das Geschäftsmodell komplett eigenfinanziert ist, keine externen Investoren nutzt und stark auf Content‑Marketing, Mund‑zu‑Mund‑Empfehlungen und ein Netzwerk von hochkarätigen Klienten (Prominente, CEOs, Royals) setzt. Er spricht über die Teamgröße (ca. 120 Mitarbeiter), die Notwendigkeit von lizenzierten Ärzten/Therapeuten, die Nachsorge und die langfristige Kundenbindung. Der Podcast enthält zudem Sponsor‑Einblendungen für Qonto, Hiscox, Instaffo und ElevenLabs.
Chapters
Die Wundertüte OMR Podcast versucht wieder zuzuschlagen, und zwar heute mit einem Gast, der etwas sehr, sehr Ungewöhnliches für sich als Geschäftsmodell entdeckt hat. Und zwar betreibt er auf Mallorca, aber auch an anderen Stellen auf der Welt Erholungs- und vor allen Dingen auch Genesungs-Entzugskliniken auf allerhöchstem Niveau und richtet sich damit an die absoluten Top 0,1% der Weltbevölkerung. Menschen, die aber auch große Probleme zum Teil haben, wie man jetzt gleich im Podcast lernen kann, die nur ganz andere Möglichkeiten haben, die zu behandeln.
Und der Abdullah, hilft dabei.
Wie er das macht, wie es dazu kam, ist auf verschiedensten Ebenen, fand ich echt interessant. Es wird auch nicht ganz so genau klar, wen er da alles heilt, aber einige Namen werdet ihr kennen. Und damit rein ins Gespräch mit Abdullah Bular von The Balance.
Auf geht's!
Let's go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt es im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram. Und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, wir würden unsere Bewertungen natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de.
Zu Gast ist Abdullah Bulat, aus Mallorca gekommen, aber vor vielen Jahren, ich glaube fast 50, nicht ganz. Wie viele Jahre sind es genau? 46, 47 Jahre im Libanon geboren.
Richtig. Ja, danke Philipp für die Einladung. Freut mich jetzt hier mit dir das Gespräch zu führen. Ja, vor 46 Jahren bin ich im Libanon geboren, in Beirut. Bin dann mit 7 Jahren, zwischen 7 und 8 Jahren in die Schweiz gereist.
Man hört so ein bisschen, den Schweizer hört man schon raus.
Ja, ich hoffe. Ich bin auch Schweizer.
Aber in Wahrheit jetzt ja schon irgendwie geschäftstätig auf Mallorca, ne?
Richtig. Ja, ich bin jetzt seit 6, 7 Jahren auf Mallorca. Nicht nur wegen der Sonne, sondern auch wegen meinem geschäftlichen Alltag. Weil ich gedacht habe, dass— und nicht nur ich, sondern auch die Kunden, die therapiert werden wollen— ein Umfeld sehr wichtig ist für eine Genesung.
Also wir kommen gleich mal dazu. Du betreibst eine Klinik, sagen wir, für sehr ausgewählte Gäste oder Patienten. Aber der Weg dahin war eigentlich einer, der dich hätte viel natürlicher hier zu uns führen müssen. Du hast, glaube ich, unter anderem Private Equity mal gemacht oder Venture Capital sozusagen, sogar mit eigenem Fonds. Erzähl mal so ein bisschen deinen Weg bis zur Selbstgründung.
Gut, es ist, wir haben jetzt hier nur eine Stunde Zeit, aber ich habe ja auch ein Buch geschrieben. In dem Buch kann man ein bisschen mehr über den Werdegang recherchieren und lesen. Ich bin in der Schweiz aufgewachsen, war dort schon immer ein bisschen der Unternehmer und wollte experimentieren. Ich erinnere mich auch an diese Zeiten, wo ich mit 14 am Commodore 128 alles gelöscht habe, wieder neu aufgebaut habe. Ich war immer der, der etwas Neues kreieren wollte. Irgendwo tief steckt in mir der Unternehmer. Das hat mich dann auch weitergeführt in verschiedene Studiengänge. Erst in Architektur, und dann in Wirtschaft. In Zürich, wo ich aufgewachsen bin, lebst du in der Finanzwelt. Da kommst du einfach in diese Welt rein. Aber mein Bereich war eher die Kommunikation. Wie bin ich mit Kunden? Marketing hat mich fasziniert. Wie konzipiert man etwas? Nicht direkt die Finanzen oder die Buchhaltung oder dergleichen.
Aber du hast trotzdem damit relativ erfolgreiche Sachen gemacht in dem Finanzbereich.
Richtig, ja. Aber immer aus der unternehmerischen Sicht. Nach kurzem Abstecher nach meinen Studiengängen in Grossunternehmen, UBS und dergleichen, habe ich mein eigenes Unternehmen aufgebaut. Dort habe ich eher Unternehmen dabei begleitet, Investor Relations, Kommunikationskampagnen zu führen, aber auch richtig Strukturen aufzubauen. Den meisten fehlte es an: Wie kommuniziere ich mein Produkt? Nicht nur den Kunden gegenüber, sondern auch Investoren gegenüber. Es ist das gesamte Paket Kommunikation, Führung der Dienstleistungen, was man heute vielleicht als Innovation oder Produktinnovation nennt. Die meisten waren Experten in ihren Bereichen, aber wussten nicht, wie sie das vermarkten. Ich habe dann die Finanzwelt mit der Kommunikation verbunden. Mit der Zeit dann auch selber mit investiert und versucht, da und dort mit dabei zu sein im Venture-Bereich bei diversen Unternehmen.
Okay, und dann bist du irgendwie über Umwege bei einer Klinik gelandet in Kusnacht, glaube ich, ne?
Ja, long way bis dorthin. Der Weg dorthin war ein langer. Es hat— ich war Erfolgreich. Wir hatten gerade ein schönes, grosses Haus gebaut in Zürich, irgendwo am See. Peak im Leben, Unternehmer, erfolgreich, wie man sich das so vorstellen könnte. Dann passiert das Leben. Das sage ich immer wieder: Man kann nicht voraussehen, was das Leben mit sich bringt. In dem Moment— Ja, es sind dann diverse Sachen in kurzer Zeit passiert. Zum einen war meine Frau schwanger mit unserem dritten Kind, im 7. Monat die Treppe runtergefallen im Haus. Sie war ohnmächtig, musste danach mehrere Operationen machen. Das hatte Einfluss auf unser Kind. Das Kind ist dann auch entsprechend nicht mehr gewachsen im Bauch. Als es dann auf die Welt kam, hatte es einen Virus und verbrachte mehrere Monate im Spital. Long story short, das Ganze, was so lange gedauert hat, mit dem ganzen Stress, was ich auch geschäftlich hatte zu dieser Zeit— ich hatte ein Unternehmen, ich hatte Mitarbeiter— hat dazu geführt, dass ich auch irgendwo in einen Burnout gekommen bin und mit einem Herzinfarkt im Spital gelandet bin.
Wow. Also das Kind angeschlagen oder krank und du selber dann auch mit Herzinfarkt ins Krankenhaus?
Richtig. Das sind dann so Lebensmomente, wo man sich fragt: Warum? Warum mache ich das, was ich mache? Warum ist mir das passiert? Dort habe ich angefangen, verstehen zu wollen, was mit mir passiert ist und wie man die Heilung von unserem Sohn fördern kann. Das hat dann auch die Neugier als Unternehmer, die ich immer hatte, mehr in der Medizin und im Gesundheitsbereich angewendet. Mehr aus Selbstinteresse, wie das immer so ist. Entsteht etwas, versuchen selber zu verstehen.
Und dann bist du also, um zu verstehen, was zu einer Klinik gewechselt hast, dort erst mitgearbeitet?
Genau, als ich in dieser Phase war, ich habe dann meine Firma verkauft, abgegeben.
War das denn life-changing? Also hättest du danach schon sagen können, okay, jetzt bin ich—
Absolut, ich wollte nicht mehr.
Wir reden von 10 Millionen plus oder so was, schon sehr viel Geld.
Also Ja, es ging natürlich um viel.
Also schon im Millionenbereich?
Im Millionenbereich, definitiv. Wir hatten diverse Firmen und es ging um einiges. Das Management hat das dann übernommen. Ich brauchte meine Zeit für mich und ich brauchte weniger Verpflichtungen. Als Unternehmer bist du immer, ich kann nicht nur mal einen Monat, 2, 3, weil du hast im Kopf die ganze Zeit, ich muss den Cut machen. Um zu sehen, wohin will ich in meinem Leben? Was will ich? Was sind die Werte, die ich vertreten möchte? Wie will ich mein zukünftiges Leben leben? Das hat dann dazu geführt— meine Frau hatte dann auch entschieden, sie wollte nicht mehr in diesem Haus leben. Es waren auch komische Gefühle, der Fall im Haus, alles, was wir dort drin erlebt haben. Dann haben wir das Haus zur Vermietung freigegeben. Der Mieter war dann der neue Eigentümer, der eine Klinik in Zürich gekauft hatte. Bei einem Mittagessen hat er dann gefragt, ob ich jemanden kenne, der die Geschäftsführung übernehmen könnte.
Einer Entzugsklinik?
Dieser Entzugsklinik. Es ging um eine M&A-Transaktion noch mit dabei. Es ging auch noch darum, neue Gebäude aufzustellen und alles zu konsolidieren. Da war ich Da war ich natürlich hellhörig, weil ich habe gesagt, ich kann dir dabei helfen und dann schauen wir, wie es weitergeht. So ist das entstanden.
Du hast es aber nur für ein Jahr oder so gemacht, ne?
Richtig, ja. Ich hatte das aus Eigenmotivation machen wollen, weil mich das Thema so sehr interessiert und ich gemerkt habe, dass mir jetzt das Therapeutische gefehlt hat bei den Ärzten, wo ich dann in Therapie war. Also, oder das Ganzheitliche, das Individualisierte, das fehlte komplett. Aber was ich dort bei dieser Klinik nicht gefunden habe, ist, ja, ich fühlte mich nicht wohl als Unternehmenskultur, von der Unternehmenskulturseite, sagen wir mal so.
Und dann hast du dir überlegt, jetzt gründe ich eine eigene Entzugsklinik.
Ja, so wie man als Unternehmer denkt und tickt, überlegt man sich, gut, was will ich machen? Meine Antwort war: Ja, das kann ich, und das kann ich besser.
Dann hast du dir überlegt: Wenn ich so was mache, wo am besten? Auf Mallorca?
Ja, ganz ehrlich gesagt nicht direkt. Weil ich habe in der Schweiz gelebt, ich habe Familie, 3 Kinder, Ehefrau. Dann ist es nicht so einfach, einfach alles zu packen und wegzureisen. Das kam dann später, aber der Wunsch war immer da, irgendwo näher an der Sonne zu sein.
Ihr habt es erst noch in der Schweiz getestet, oder einen Versuch gestartet in der Schweiz, der nicht geklappt hat. Habe ich irgendwo gelesen.
Richtig.
Weil das Personal, du hattest irgend so einen entfernten Winkel in der Schweiz dir für die Klinik ausgesucht. Wo war das?
Ja, das war in den Bergen, in einem Ort, das heisst Braunwald. Wunderschön, abgelegen, die Ruhe, die Natur.
Also wollte keiner arbeiten?
Es war, ja, ich hatte Mitarbeiter aus London und es war dann irgendwann mal zu isolierend dort oben. Und diesen Faktor hatte ich nicht, habe ich nicht vorher gemerkt. Aber das gehört auch dazu, dass man lernt, was nicht funktioniert. Aber von dem Zeitpunkt her habe ich dann Zürich weiter ausgebaut. Kurz darauf hat dann die Familie den Wunsch geäussert, nach Mallorca zu ziehen. Dort war mir dann natürlich klar: Mallorca ist ein idealer Standort auch für Europa, weil es Klein-Europa ist. Mit Klein-Europa meine ich, weil so viele Europäer aus verschiedenen Ländern dorthin gehen, Leben, über längere Zeit auch.
Und das kann dann jeder einfach eine Entzugsklinik eröffnen? Also ist das irgendwie, muss man da was, also klingt jetzt ein bisschen nach so einem Krankenhaus, wo man das Gefühl hat, da braucht es irgendwelche Genehmigungen, oder ist nicht das typische Gründerprojekt?
Nein, du brauchst natürlich das Wissen, die Erfahrung. Es hilft, wenn du selber eine Erfahrung hattest oder ein Medizinstudium oder Psychologiestudium.
Das hattest du nicht?
Hatte ich nicht. Ich habe das dann aber auch nachgeholt. Ich habe mich dann sehr stark in die Materie eingelebt. Aber rechtlich gesehen brauchst du auch einen Arzt oder Therapeuten, die registriert, lizenziert sind in den Ländern, wo du tätig bist. Das haben wir aufgebaut. Das kann ich ja nicht alleine machen. Ich bin kein Therapeut. Ich hatte nie die medizinische oder therapeutische Seite. Aber ich weiss, und ich habe sehr viel ausprobiert, ich habe so viele Therapiezentren weltweit besucht, weiß, wie man etwas zusammenstellen sollte, um erfolgreich zu sein. Das ganze Programm basiert auf meinen Grundgedanken und meiner Erfahrung.
Aber wir reden jetzt ja von einer Entzugsklinik, von einer sehr besonderen. Also ich meine, ich glaube, eine Woche Aufenthalt bei euch wird meistens privat bezahlt von den Patienten, nicht jetzt von der Krankenkasse oder so was, und kostet glaube ich ab 60.000, 70.000 Euro aufwärts.
Ja, es fängt im aktuellen Zeitpunkt an. Wir haben verschiedene Programme. Da kannst du anfangen in einer Villa mit 2, 3, 4 Leuten maximal. Oder du kannst auch eine eigene Villa, private Villa mit persönlichem Koch und persönlichem Berater. Das ganze Team kommt dann in die Residenz für die Therapie. Diese Intensität variiert aktuell zwischen etwa 40'000 und 150'000 pro Woche. Wenn es Aufenthalte sind auf 4 Wochen, 4 Wochen.
Das heißt, wenn man dann einmal bei dir Kunde wird, dann wird man mindestens mal Kunde im Bereich von 6-stelligen Zahlungen.
Ja, du, wenn du 200.000, 300.000, 400.000 oder mehr ausgibst in einem Monat, dann musst du auch etwas in der Tasche haben.
Und das, okay, aber du hast also sozusagen gesehen, da gibt es dieses Segment der, ja, Superreichen weltweit, aber viele von denen haben halt Auch Abhängigkeitsdrogenprobleme oder Süchte jeglicher Art. An die richtest du dich eigentlich, oder?
Wir sind ja keine reine Entzugsklinik in dem Sinn. Wenn wir von Entzug sprechen, geht es ja darum, ich verlasse die Sucht, den Konsum der Droge, Alkohol oder Medikamente, die verschrieben werden durch Ärzte heute. Wir sind viel mehr. Wir wollen zugrundeliegend arbeiten. Die ganze mentale Gesundheit oder Zugrundeliegen von Süchten ist immer auch was anderes. Wir haben nur etwa 40, 50%, die zu uns kommen, kommen mit Süchten. Die meisten haben auch Depressionen, Angststörungen, Traumata, was sehr stark ist. Oft wissen sie gar nicht, woher das kommt, und wir helfen ihnen dabei, das zu analysieren, zu verstehen, sich selber zu verstehen und auch neue Wege dann einzuleiten.
Das heißt, du hast dann irgendwie gesehen, am Ende muss es ja auch als Geschäft funktionieren. Du hast irgendwie dann, bist da reingerutscht sozusagen in der Schweiz, hast dann beobachtet, wie es funktioniert, dann gesagt, okay, das kann ich in Mallorca vielleicht nach ein paar Umwegen selber machen und auch besser machen und nach deinen eigenen Ideen machen. Hast dann da eine Psychologin, glaube ich, Psychologen aus Spanien dazugeholt, um dann eine Lizenz zu bekommen, das machen zu dürfen.
Eine Psychiaterin, die für mich gearbeitet hat in Zürich schon, Österreicherin, die dorthin gezogen ist. Das hat sich dann so—
Aber in Spanien, oder Spanien ist glaube ich auch ein Team, ne?
Wir haben heute, ist unser Team über 120, 125 Leute. Also in Spanien sitzen vielleicht 50, 60 Mitarbeiter und ganz viele Ärzte und Therapeuten.
Wie ging es denn los? Also du hast dann Mallorca, weil die Insel ist ja groß, gesagt, okay, erstmal braucht man jetzt wahrscheinlich entsprechende Räumlichkeiten, wenn jetzt jemand kommt und sagt, ich würde— weiß, ich gebe jetzt hier 100.000 aus und muss jetzt hier mal vielleicht auch ein paar Wochen bleiben. Menschen, stelle ich mir zumindest so vor, auf dem Niveau, die wollen dann ja nicht irgendwo, weiß nicht, in so einem Touristenbunker unterwegs sein. Also was hast du, wie hast du denn da was gefunden?
Ja, bevor ich, bevor ich nach Mallorca gezogen bin, hatten wir schon die Häuser, hatten wir schon die ersten Kunden. Also es hat, manchmal kommen die Sachen zusammen und am Anfang musst du learning by doing. Es war nicht alles perfekt dazu mal im Vergleich zu heute, denke ich. Aber Aber wir haben viel gelernt und ich denke, dass das ist, das ist was Wichtiges, aus den kleinen Details und den Feedbacks sich weiterentwickeln.
Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen. Und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business-Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Aber das heißt, du bist trotzdem in Mallorca immer mal rumgefahren und hast irgendwie geguckt, okay, wo kann ich jetzt hier so eine Klinik eröffnen?
Ja, ich habe damit angefangen, dass ich alle Therapeuten irgendwie kontaktiert habe, die auf der Insel waren, und mal analysiert habe, wer kommt infrage, wer kommt nicht infrage. Alle Häuser, die zur Vermietung standen, mal angegangen bin, angeschaut habe.
Also bist du dann tagelang über die Insel gefahren, hast geguckt, okay, was kann ich mir hier mieten?
Tagelang, wochenlang, monatelang.
Wirklich?
Ja.
Und dann hast du irgendwann gesehen, ich glaube, der nächstgrößte Ort ist Llucmajor, also so östlich von Palma, so 20 Minuten oder so was vielleicht mit dem Auto, ne?
Ja, 20, 25 Minuten.
Also Inselmitte, aber nicht zu weit vom Flughafen entfernt, aber nicht an der Küste, also ziemlich im Nirgendwo. Gab es dann schöne Bungalows oder Häuser?
Ja, es sind Villen, würde ich mal sagen. Wir haben mittlerweile mehrere Häuser. Die Haupthäuser sitzen auf 240.000 Quadratmeter Land. Das war natürlich— Du siehst keine anderen Häuser, Villen, Menschen, nur Natur. Und das fehlt natürlich in den Städten wie Zürich, Hamburg. Und so weiter in Europa. Wenn unsere Kunden aus London oder New York oder LA zu uns kommen, das sind Großstädte, die wissen gar nicht mehr, wie es ist, verbunden zu sein mit der Natur.
Okay, also das heißt, du hast das da gefunden, gesagt, okay, das könnte was werden, hast dann da aufwendig umgebaut oder war das dann einfach relativ schnell, dass man einziehen konnte?
Es war schon auf einem sehr guten Level. Das war wichtig am Anfang, natürlich auch kapitalmäßig nicht, nicht zu viel investieren. Ich hatte vorher die Finger verbrannt, auch in den Bergen. Dort hatte ich zu viel investiert gehabt, ideologisch. Aber das Ganze ist dann über die Zeit gewachsen.
Du hast auch die Häuser dann, glaube ich, mieten können. Musst du erstmal Glück haben, also nicht sofort kaufen, sondern erstmal so eine Miete, flexibel. Das klingt ja eigentlich wie ein sehr, sehr entspannter Einstieg ins, ins, ins Gründerleben oder in dieses Business nach dem Motto, ich miete mir ein paar Häuser, stelle mir einen Psychologen ein, dann fange ich mit einer Klinik an. Also jetzt mal ganz basic formuliert.
Ja, das ist sehr basic formuliert, weil viele versuchen, uns heute so zu kopieren, dass sie denken, das ist ja einfach und schnell aufgebaut. Aber es gehört viel mehr dazu. Du brauchst ein tiefes Verständnis dafür, wie ein Therapieprogramm zusammengestellt wird. Oder wie die individuellen Therapeuten aufeinander und auf den Kunden abgestimmt sind. Nicht vergessen: Wir haben mit Menschen zu tun, die mentale Probleme haben oder Traumata. Das ist sehr sensibel. Unsere Leute müssen darauf geschult sein. Wir machen sehr viel intern. Nebst der Kommunikation machen wir intern Supervisionen, Schulungen. Erfahrungswerte austauschen als Weiterbildungskonzept für unser ganzes Team. Dass wir überhaupt als Team heute zusammenstehen und zusammenarbeiten können. Ich vergleiche das immer: Du kannst natürlich jetzt wie beim Koch individuell die Gemüse und die Zutaten zusammenkaufen. Mein Gericht schmeckt nicht so gut wie das vom Koch. Du musst wissen, wie du das Gericht kochst. Dasselbe ist auch bei uns. Es sind die Finessen der Qualität der einzelnen Therapeuten. Es sind nicht nur Sessions, die einfach geplant werden für den Kunden, sondern die müssen Sinn machen zu diesem Zeitpunkt. Dann passt man das anlaufend an. Das ist die Individualisierung auf diesen Kunden spezifisch.
Ist das denn jetzt mal so realistisch, dass wenn man jetzt 4 Wochen zu euch kommt, dass man dann, wenn man alkoholabhängig ist oder sagen wir mal, man ist kokainabhängig, dass man das in den 4 Wochen bei euch geklärt kriegt?
Absolut, absolut, ja. Also 4 Wochen ist die Zeit, wo sich ein Mensch verändern kann. Deswegen ist das auch die 4 Wochen Minimum. Wenn jemand nur für eine Woche oder 2 kommen möchte und nur für den Entzug, machen wir nicht, weil das ist unzufrieden für uns, das ist unzufrieden schlussendlich für den Kunden oder Patienten. Wir wollen etwas Nachhaltiges haben. Wenn die zu uns für einen Monat kommen, dann passiert etwas. Dann wissen sie, es geht auch anders. Die haben auch genug Zeit und Erfahrungswerte gemacht, wie es anders sein kann. Dann fahren wir weiter. Wir bleiben mit denen über Monate in Kontakt als Nachsorge. Es sind nicht nur die 4 Wochen, sondern auch Es gehört die Nachsorge dazu. Wie kommt jemand wieder zurück in sein Umfeld?
Ja, also es kommt, aber es klingt ja dennoch fast zu schön, um wahr zu sein. Also wenn man jetzt alkoholabhängig ist, gibt es ja ganz viele Geschichten, wie das dann Menschen ruiniert und jahrelang oder jahrzehntelang beschäftigt und dann 4 Wochen zu euch und danach ist gut. Ich vermute, es wird auch Leute geben, die das kritisieren und die das anzweifeln.
Ja, das mag gut sein, aber was wir anbieten, ist: Sprich mit einem ehemaligen Kunden. Niemand kann dir so gut darüber erzählen, wie gut wir sind, besser als jemand, der das selber erlebt hat. Komm vorbei, triff die Menschen. Mach keine Entscheidung, bevor du nicht die Leute getroffen hast, mit denen du nachher arbeiten möchtest. Wenn jemand in einem Entzug drin ist oder in einer Sucht und einem mentalen Problem, Burnout, man sieht keinen Ausweg. Deswegen braucht man ja Hilfe. Und ich habe jetzt gerade auch kurz vor dem Wochenende Gespräche geführt mit jemandem, der aus Hamburg jetzt gerade bei uns ist. Und es geht auch um mehrere Sachen: Alkohol und Kokain und sonstige familiäre Themen und so weiter. Diese Person ist auch sehr zurückhaltend gewesen. Da muss man auch mit Empathie hingehen, Vertrauen aufbauen. Man kann nicht einfach sagen, ja, das ist es. Es ist manchmal auch ein Prozess über viele Gespräche, viele Wochen, viele Monate, teilweise Jahre, bis jemand bereit ist, auch den Schritt zu machen.
Die spannende Frage ist natürlich, wie kommst du an diese Menschen? Wie hören die von dir? Und was sind das für Leute? Also ich meine offensichtlich sehr reiche Leute. Es gibt ja auch ein paar Namen, die so öffentlich kursieren. Also ich habe ein Video gesehen von Samra, einem deutschen Rapper, der davon erzählt hat, dass er bei euch war. Also insofern, das ist öffentlich. Es gibt ja Gerüchte, Kanye West sei bei euch gewesen. Erzähl mal selber so ein bisschen.
Du kannst dir vorstellen, so diskret wie wir sind, wir sprechen grundsätzlich nicht über Kunden, die bei uns waren.
Aber die beiden Damen, die du nanntest, sind dir schon mal begegnet?
Die beiden Namen haben sich selber geäussert, und das ist ihr Recht. Sie können darüber sprechen. Es ist für mich jetzt nicht unbedingt angebracht, über ihren Verlauf oder ihre Präsenz zu sprechen. Sie waren bei uns, ja. Aber ich denke, weitere Details— Muss man sie fragen, wahrscheinlich.
Aber wie, also ich meine, gerade so Kanye ist ja schon so eine globale Figur. Weißt du im Nachhinein, wie der von euch gehört hat? Oder wie finden Amerikaner zum Beispiel zu dir nach Mallorca?
Über Mund zu Mund mittlerweile kennt man uns. Wir haben sehr viele Amerikaner. Also Amerikaner sind die Nummer 1, die zu uns kommen. Unser größter Markt. Vor Europa und man kennt uns dort, also in den Kreisen bei den High Net Worths.
Wie hast du es gemacht?
Ich meine, das ist ja der Traum vieler, also jetzt auch mit anderen Lösungen und Dienstleistungen, aber wie war es? Gab es einen zentralen Kunden, Kundin, die dann euch überall weitererzählt hat oder hast du da Anzeigen geschaltet oder wie ist es gelaufen?
Ich glaube nicht an diesen One Big Wonder. Es ist harte Arbeit jeden Tag. Jeden Tag 1% besser werden in der Dienstleistung. Die Leute sprechen darüber, die vermitteln weitere Freunde. Wenn du mal drin bist, dann kennt man dich. In Hollywood über Hollywoodstars, über Tech-CEOs, die eben nicht gut wäre, wenn das öffentlich ist, dass sie Probleme haben. Aber das Management weiß es und die sind froh, wenn es denen besser geht.
Und was euch dann differenziert, warum die dann nach Mallorca kommen? Ich meine, man sollte ja meinen, es gäbe dann auch für Amerikaner irgendwo in Colorado oder irgendwo in Idaho auch eine coole Klinik. Aber ist euer Ansatz und auch wahrscheinlich eure Situation, dass das sehr diskret ist. Man sieht da keine anderen Gäste oder Patienten, sondern man ist da sozusagen alleine in seiner Villa. Man kann da sehr, sehr anonym sein und weit weg von zu Hause ungefähr. Und es ist wahrscheinlich auf höchstem Level.
Selbstverständlich. Ich denke, heute haben wir uns einen Namen gemacht weltweit als eine der besten Kliniken in dem Bereich. Die Amerikaner haben einen anderen Ansatz, auch therapeutisch gesehen. Da gibt es auch diese Gruppentherapien. Die meisten Kliniken bieten Gruppentherapien an. Da kann man sich vorstellen, dass oder der Prinz oder Prinzessin aus Saudi-Arabien, von denen wir ja auch öfters haben, nicht zwingend in diesem Umfeld reinpasst.
Das kann ich mir vorstellen.
Oder ein Kanye West kann schlecht jetzt in dieser Runde stehen. Du musst spezifisch auf die therapeutischen Programme abstimmen. Du musst mit den Gegebenheiten arbeiten. Wenn ich einen Kunden besuche und der hat gerade weiss ich wie viele Leute eingeladen, Das sind dann Überraschungen, die nicht zu meinem Gefallen sind. Aber sein ganzes Produktionsteam, um Musik zu produzieren bei uns im Haus, seine neuen Lieder, das sind spezielle Momente. Wie gehst du auch darauf ein? Oder wenn denen ihre Sicherheit so wichtig ist, dass nachher irgendwo 20 bewaffnete Leute um das Haus herumstehen. Das sind dann spezielle Momente. Man muss mit denen auf auf einem anderen Niveau umgehen können. Und das, das, ich denke, das braucht diese Finesse auch und nicht, ja, ja, alles, alles ist gut. Was es braucht auf diesem Level, ist auch Nein und Grenzen setzen zu können. Und ich denke, das können wir gut. Also wir sind nicht abhängig, wir sind komplett unabhängig, wir sind auch nicht abhängig von einem Kunden, einmal auch einem Großen Namen zu sagen, nein, das jetzt nicht. Da muss man auch entsprechend ein gutes Bewusstsein haben.
Mittlerweile gibt es Angebote ja sogar auf Yachten, glaube ich. Also ihr habt auch eine Yacht, wo ihr dann sozusagen die Therapie durchführt.
Ja, ich liebe das Meer, ich liebe die Offenheit, ich liebe die Ruhe, das Blaue. Auf Mallorca kann man so schön der Küste entlang. Und das ist das, was ich einbringen wollte in das Therapeutische. Also wir haben damit angefangen, dass unsere Kunden Tagesausflüge gemacht haben auf den Yachten und wir so Programme angeboten haben. Und dann hat sich das weiterentwickelt, dass wir auch längere Zeit, wochenweise oder ganze Programme jetzt dort auch anbieten.
Also es klingt trotzdem, wenn man das so hört, natürlich auch also sehr luxuriös und auch fast ein bisschen so ganz, also fast ganz angenehm nach dem Motto, Mensch, du warst so auf Mallorca da in so einem, auf einer Yacht da bisschen rumzufahren. Aber es ist schon auch am Ende eine Entzugskur, auf der man ist. Also sind schon, das ist schon, ich stelle mir das ja auch wie schmerzhaft vor oder anstrengend, wie man das macht.
Also das hört sich jetzt luxuriös an für jemanden, der keinen Luxus hat, aber für die Menschen, das ist Im Alltag, das ist normal, das können sie jeden Tag haben. Also es ist nichts Spezielles. Was wir denen anbieten, ist ja nichts Spezielles vom Umfeld her.
Für die jetzt nicht.
Für die nicht. Es geht darum, dass sie ein familiäres, ein Umfeld bekommen, welches erlaubt, sich zu öffnen und an ihren Sachen zu arbeiten. Und das ist Dass es definitiv nicht möglich ist oder schwieriger ist für diese Art Menschen, sich irgendwo in einem Spital in einem kleinen Raum mit schlechter Betreuung und schlechtem Essen längerfristig auf eine Therapie einzulassen. Das kann man nachvollziehen.
Wie viele Patienten habt ihr in einem Jahr?
Wir sind im Hundertterbereich. Wir sind sehr exklusiv. Eine Riesenmenge Patienten, die wir gleichzeitig betreuen, und das wollen wir auch exklusiv halten.
Es ist ja, also ich wäre jetzt überrascht gewesen, wenn es jetzt Tausende wären, weil ich meine, aber selbst Hunderte machen ja ein attraktives Geschäft vielleicht, ne. Bei, sagen wir mal, ich unterstelle jetzt mal im Schnitt 200.000 €, weil das schon mal, wären dann schon mal 20 Millionen € Umsatz mal mindestens. Und wahrscheinlich, wenn es dann jetzt nicht nur 100 sind, sondern 200, sind auf einmal schon 40 Millionen Umsatz. Also ist ja schon irgendwie, dann hat man schon eine ein kleines oder mittelständisches Unternehmen gebaut.
Ja, es geht uns gut. Wir können wachsen. Wir haben auch mehrere Standorte. Wir sind nebst Mallorca in Zürich, in London und Marbella.
Ah, okay. Also London habt ihr auch jetzt irgendwie in der Stadt dann doch irgendwie was gebaut oder außerhalb von London?
In London in der Stadt haben wir auch ein Team und Therapeuten, Ärzte. Wir haben dort Kunden.
Zur Nachsorge oder auch zur—
Wir haben mit Nachsorge angefangen, haben aber mittlerweile auch stationäre Therapieprogramme.
Aber dann anderer Ansatz, weil ich meine, es ist ja dann nicht das grosse, weite, natürliche von Mallorca.
Ist so, ja. Wir müssen aber als unternehmerische Überlegung die Bedürfnisse der Kunden auch abdecken. Und es gibt Kunden, zum Beispiel aus dem Mittleren Osten, die wollen eher an die Kälte. Es ist jetzt der Nordeuropäer, der würde nicht nach London gehen wollen. Will ich auch nicht. Aber der Saudi, der möchte Regen, der möchte etwas frische Luft. Und historisch ist die Connection zu London sehr groß.
Weil es auch wahrscheinlich die wohlhabendste Stadt Europas mindestens ist.
Ja, und London ist natürlich der Hub der Dritten Welt, muss man schon auch noch sagen. Alles aus Afrika, Asien. Wenn die nach Europa Therapie suchen, dann ist London Nummer 1. Die, die therapeutisch etwas mehr wollen, wir sind ja auch in Zürich tätig, dann das Medizinische. Und Marbella ist wieder ein anderes Thema, ähnlich wie Mallorca.
Okay, okay. Aber jetzt auch, sagen wir mal, dritte Welt oder sagen wir mal, Da gibt es ja auch wohlhabende Menschen, also die Oberschicht, die das dann sich leisten kann, die dann hoffentlich sehr reich sind. Aber wie finden die auch? Ist auch alles dann Mund zu Mund oder hast du da irgendwie eine große Anzeige in der, weiß nicht, auf irgendeiner Website oder wie macht man das?
Es ist vielschichtig. Es ist vielschichtig. Ich glaube, in dem Segment, in dem wir uns bewegen, glaube ich nicht wirklich an Ein klassisches Marketing, würde ich sagen. Das Wort Marketing an sich impliziert ein bisschen Verkauf. Ich will etwas an jemanden anbringen. Unser Ansatz ist mehr: Wir wollen einen Wert schaffen für die Leute, die zuhören. Wir haben einen eigenen Podcast, wo wir die Spezialisten über verschiedene Themen sprechen lassen. Wir haben gerade auch eine App entwickelt, umsonst jedem zur Verfügung stellen, mit Therapien, die wir gefilmt haben, unsere Klinik und Studios zur Verfügung stellen Leuten. Also wir geben Mehrwerte. Ich bin jetzt auch an einem zweiten Buch dran, das ich schreibe. Wir wollen Werte generieren, online präsent sein.
Was machst du für Instagram?
Instagram ist, sind wir natürlich aktiv auf allen sozialen Medien. Ich würde aber jetzt nicht sagen, dass es unsere Hauptkanäle sind, wo wir größere Wege machen.
Habt ihr einen größeren Account? Also wir reden jetzt 20.000, 30.000 Follower oder mehr?
Nein, haben wir nicht. Haben wir nicht.
Auch bei LinkedIn nicht?
Nein, ich denke aktuell ist mehr YouTube unser Hauptkanal mit dem Podcast.
Okay, das Videopodcast sozusagen.
Videopodcast, ja.
Und den gucken dann schon mal 20.000, 30.000 Leute oder so was?
Ja, wir sind im oberen 10.000-stelligen Bereich.
Okay, dann machst du die Gespräche selber?
Ich mache die Gespräche selber.
Auf Englisch natürlich?
Auf Englisch, ja.
Okay, also das ist schon mal ein, ja, das ist ein Kanal.
Aber das ist erst seit diesem Jahr entstanden. Und wir haben aber über die letzten Jahre auch sehr online, wir sind präsent online.
Seid ihr denn mit den lokalen Krankenhäusern oder Psychiatern vor Ort vernetzt?
Ja, aber nur zu einem kleinen Teil. Ich habe immer, wenn ich die Client Journey, wie ein Kunde zu uns findet, mir überlege— Auch Ärzte gehen online suchen. Wir sind online präsent. Wir haben über 20 verschiedene Websites in 12 verschiedenen Sprachen. Wir schreiben Artikel, wir präsentieren das auf verschiedene Themen.
Also eher Content-Marketing, würde man sagen.
Absolut. Content, also Werte schaffen, die dem Nutzer etwas bringen. Dadurch baut man Kredibilität für die Dienstleistung, die man selber erbringt, auf. Einfach eine Anzeige schalten, die dann nachher nicht konvertiert, das bringt nichts.
Eine megaspitze Zielgruppe. Aber könntet ihr mit irgendwelchen Weiß ich nicht, den Luxusautohändlern vor Ort eine Partnerschaft machen, wahrscheinlich auch nicht so einfach, weil eine Entzugsklinik und irgendwie jetzt im Porsche Store in Dubai auch nicht so einfach. Aber ich stelle es mir nicht, also es ist ja schon eine große, große Kunst, so diese Klientel, die wollen ja alle ran, alle wollen von denen irgendwie ein Investment oder die wollen denen was verkaufen und du hast dich da scheinbar so ganz stillschweigend reingemogelt.
Ja, gemogelt ist so eine Sache.
Klar, wer ist das? Reingeschoben, ohne dass man das— ich habe es jetzt vor ein paar Wochen zum ersten Mal wahrgenommen, was ihr da macht. Ich bin jetzt auch nicht Teil dieser Zielgruppe offensichtlich, aber trotzdem ist das jetzt nicht so, dass man sofort sagen kann, ah ja klar, der ist ja der Millionen-LinkedIn-Kommunikator oder der knallt die großen Leinwände rein oder der hat einen Familiennamen, den kennt jeder. Das ist ja Du hast dich ja so langsam rein entwickelt.
Ja, ich denke, es geht schlussendlich auch, es geht um Kommunikation, ja, aber auch authentisch zu sein. Wir wollen nicht verkäuferisch sein. Wir sagen auch mal nein. Ich spreche selber auch noch mit den, mit den, mit Anfragen, mit Kundenanfragen, mit den Patienten, die zu uns kommen wollen. Ich will wissen, wer ist das, können wir überhaupt helfen? Das ist mir wichtig. Ich gehe sie selber besuchen. Also es ist so Hands-on zu sein, ist mir extrem wichtig. Jedes Detail zu begleiten im ganzen Prozess, informiert zu sein. Ich gebe das nicht ab. Ich denke, diese Detailorientiertheit ist wichtig. Die Menschen spüren und fühlen das. Das will ich vermitteln. Authentisch zu sein, mitfühlsam zu sein, über die ganze Organisationsstufe hinweg. Erstens einmal gegenüber den Mitarbeitern. Bin ich empathisch genug? Haben sie Probleme? Kann ich denen helfen? Ich verstehe mich oft als Unternehmer und als Therapeuten der Organisation. Wenn ich da bin für meine Leute, sind die nachher auch da für ihre Kunden und für unsere Kunden. Der ganze Output Outcome ist viel erfolgreicher und besser.
Ist es denn so, wenn jemand bei euch jetzt war, sagen wir mal 4 oder 5 oder 6 Wochen, danach ist der Kontakt dann vorbei oder hält man noch Kontakt und hat noch irgendwie mit dem zu tun?
Wir halten Kontakt, aber dieser Kontakt passiert wiederum authentisch und natürlich, weil die wollen ja irgendwo den Bezug behalten dafür, was ihnen geholfen hat. Und ich kriege jetzt noch Nachrichten an speziellen Ereignissen, Bilder. Da ist jemand irgendwo am Strand oder Lebensereignisse. Das ist natürlich schön, wenn ich immer wieder sehe. Das ist schlussendlich auch eine Erfüllung, die man bekommt dadurch.
Ich habe heute meine Kollegin Kaja, unsere Head of People, hier mit im Studio, und zwar aus folgendem Grund: Wir haben gerade zum dritten Mal über die Recruiting-Plattform Instaffo jemanden eingestellt, und zwar diesmal unsere Product Lead Johanna. Also man hört schon, Instaffo ist nicht nur Partner hier im Podcast, sondern die helfen uns beim Recruiting wirklich weiter, oder Kaya?
Absolut.
Wir haben bei OMR ja eine recht starke Employer Brand. Trotzdem ist Instaffo eine riesige Hilfe im Recruiting und da ist halt echt cool, dass wir vorab keine Kosten haben, schnell Stellen veröffentlichen und innerhalb weniger Tage mit super gut passenden Talenten sprechen können.
Aber ihr hört es selbst. Wenn ihr also gerade Stellen offen habt, macht es doch gerne so wie wir auch. Bei Instafo sehen nur Talente eure Stelle, die auch wirklich darauf passen, und ihr müsst erst bezahlen, wenn auch wirklich jemand eingestellt wird. Als OMR-Hörerin, Hörer spart man außerdem 500 Euro auf die erste Einstellung. Einfach auf instafo.com/omr gehen. Da gibt's auch eine kurze Demo und man kann sich registrieren. Also instafo.com/omr.
OMR.
Der, der in dem, in dem Samra-Video, also von dem Rapper, da hat er unter anderem erzählt, dass er auch, dass sein Blut gereinigt worden sei. Also sowas macht er auch.
Gut, das ist, ich weiß nicht, was er jetzt genau anspricht, aber wahrscheinlich denkt er von Infusionen. Wir erstellen individualisiert gemischte Infusionen basierend auf Blutwerten und biochemischen Ansatz. Aber das ist nicht in dem Sinn blutgereinigt. Das gibt es in anderen Ansätzen vielleicht, aber es sind mehr spezifische Mineralien und Vitamine und speziell hochdosierte Infusionen, die man direkt reinbringt.
Was sind denn nach den Amerikanern die nächstgrößten Kundenkreise? Sind es Arabien oder ist es eher—
Mittlerer Osten ist sicherlich ein großer Markt. Nordeuropa, UK ist ein wichtiger Markt. Deutschland, Schweiz kommen danach und die restlichen europäischen Länder.
Ich meine, du bist wahrscheinlich, ich überlege gerade, der Gast hier im Podcast nach jetzt fast 10 Jahren mit dem größten, nein, nicht Warenkorb, so würde man in der Online-Sprache sagen, Warenkorb, ne, weil Zalando sind dann irgendwie die 40, 50 €, die man da dann kauft. Es gibt natürlich auch hier schon mal Makler gewesen, die dann irgendwie Inseln verkaufen oder Fincas verkaufen oder sowas, aber bei dir ist jetzt ja nicht eine Provision, um die es dir geht, sondern du verkaufst wirklich ein Produkt im Wert von mehreren 100.000 Euro. Ist ein Produkt, ist eine Dienstleistung.
Ist so, ja. Und wenn jemand eine Million in die Hand nimmt, um irgendwo eineinhalb, 2 Monate bei dir Therapie zu machen, ist schon wichtig und signifikant.
Ist auch normal. Also das heißt, der normale Aufenthalt ist jetzt nicht 4 Wochen. Das heißt, die machen gerade das Minimum, sondern die meisten machen eher mehr?
Die meisten machen mehr, ja. 4 bis 8 Wochen ist zu empfehlen. Das Minimum sind diese 4 Wochen, aber wir hatten auch schon jemand für 10 Monate.
Ja, also es ist für 10 Monate, ja, ist ein spezieller Fall.
Wir passen das dann jeweils an, aber das sind individuelle Bedürfnisse, die anders dann aussehen.
Ja, und, und was sind die häufigsten Probleme? Also haben die meisten Alkoholprobleme, oder was haben die für Probleme?
Gut, ich habe ja gesprochen, Süchte sind auf der, ist etwas vordergründig. Also warum geht jemand in die Sucht rein. Es geht immer darum, ein anderes Problem zu besänftigen, zu beruhigen. Bei Kokain, man will mehr Leistung. Bei Schlaftabletten, man will eher Ruhe. Alkohol auch eher die Entspannung finden. Aber wenn man auf die zugrunde liegenden Themen achtet, sind es So viele Menschen haben Angststörungen, auch wenn sie in einer Topposition sind. Geschäftsführer, CEOs, Vorstandsvorsitzende. Der Druck, leisten zu müssen, in der Öffentlichkeit zu stehen, keine Fehler zuzulassen, von Quartal zu Quartal, das ist etwas Grosses. Oder wenn jemand eine Celebrity ist, eine bekannte Person, die immer in der Öffentlichkeit steht. Oder auch Auch wenn jemand als Unternehmer bist du du arbeitest wie viele Stunden arbeitest du am Tag ich na ja gut schon viel weil man ja immer mit WhatsApp und so zugange ist aber jetzt vielleicht zehn elf oder so ja das ist mehr als der Durchschnitt also du arbeitest nicht von acht bis fünf und dann gehst du nach Hause und du hast dann Feierabend also das ist ja auch etwas es begleitet uns die ganze Zeit und und es und das Wichtige ist das abzuschalten oder den Ausgleich zu finden. Viele Menschen können das und viele können das eben nicht. Und die emotionale Regulation in diesem Bereich, anstatt auf natürliche Möglichkeiten zurückzugreifen, greifen die dann eben auf Substanzen hin. Und so fängt das an. Und am Anfang hilft das. Ein Medikament hilft am Anfang. Wie bei einem Man kann auch in eine Sucht reinkommen, ohne dass man jetzt Angst hat. Es kann auch ein Schmerz sein, chronische Schmerzen. In den USA hat man einen Riesenmarkt mit Opioiden. Riesenskandal. Es gibt heute so viele Opioidsüchtige in den USA wie ganz Texas, muss man sich vorstellen. Es sterben über 100.000 jedes Jahr allein an Medikamenten, die Ärzte verschrieben haben. Verschreiben. Man kann in diese Süchte reinrutschen, aber da ist immer auch Scham mit im Spiel. Am Anfang helfen diese Medikamente, aber dann gewöhnt sich der Körper daran und man braucht dann immer mehr. Speziell ist das bei Schlafmedikamenten zum Beispiel. Nach kurzer Zeit braucht man wieder mehr. Dann erhöht man die Dosis und erhöht die Dosis. Am Schluss geht es nicht nur darum, den Schlaf zu sondern die Sucht zu befriedigen. Und sobald— und wann sprechen wir von Sucht? Vielleicht auch noch mal darauf einzusprechen: Sucht ist, wenn ein Medikament, ein Alkohol oder die Substanz, die man einnimmt— kann auch eine Sucht zu Krypto oder eine Sucht—
Spielsucht oder Aktien zocken ist ja auch eine Art von Spiel vielleicht.
Absolut.
Das hast du auch.
Das haben wir auch. Sind alles Begleiterscheinungen der heutigen Gesellschaft und die werden immer mehr leider.
Okay, aber man kriegt das trotzdem alles in den Griff. Also du sagst, das kann man.
Jetzt muss man sich eine Sache überlegen. Wenn jemand jetzt mit 50, 60-jährig zu uns kommt wegen Problemen, die er Jahrzehnte hatte schon, muss man immer so realistisch davon, was will man erreichen. Wir können jemanden auf eine Schiene bringen, aber es braucht dann weitere Arbeit. Aber ja, man kann die verschiedenen Themen gleichzeitig ansprechen. Man muss aber auch priorisieren, kommt darauf an. Wir hatten auch schon Patienten bei uns, die mit einer Riesenliste an Medikamenten und Medikamente, ja, aber also Medikamentssucht quasi, Medikamentssucht. Und da muss man priorisieren, was geht man an. Man kann jetzt nicht alles gleichzeitig aufhören, aber die meisten kriegen das hin.
Dennoch ist Alkohol das Stärkste.
Alkohol und Kokain in unserem Bereich ist natürlich auch immer eine starke Begleitthematik. Schlaftabletten, bei Frauen, bei Alkohol auch. Wir müssen auch differenzieren. Unsere Kundengruppe sind ja nicht nur die Älteren. Die meisten sind zwischen 40 und 60, 65, würde ich mal sagen. Oder deren Kinder. Die Kinder, die dann 18, 20, 25 sind, die dann auch leiden. Die Kinder der reichen Familien, die mit Essstörungen sehr stark, sehr viel und immer mehr, weil man halt über soziale Medien und dergleichen auch sich mehr vergleicht. Und ja, oder dann auch Drogen.
Was sagst du, das ist am Ende, bildet nur die Gesellschaft ab und es ist einfach jetzt ein Angebot für die, die es sich leisten können. Aber wenn es sich mehr Leute leisten könnten, es gäbe halt natürlich in allen gesellschaftlichen Schichten genau dieselben Probleme, auch in derselben selben Anteil? Oder sagst du, naja, was man dann gelernt hat über die Jahre, ist schon sehr wohlhabend zu sein oder sehr reich zu sein, also am Ende sich überhaupt bei euch einkaufen zu können, hat schon seine Schattenseiten und hat noch mal deutlich größere Schattenseiten als vielleicht— vielleicht ist es ja für deine eigenen Kinder eher wünschenswert, so irgendwie in der Mittelschicht zu sein. Man hat ein gutes Leben, aber man hat all diesen Druck und diese Zwänge und dann auch das Risiko, in solche Situationen reinzurutschen. Hat man vielleicht ein bisschen weniger. Oder ist es nicht so?
Das ist ein sehr guter Punkt, den du da anbringst. Viele denken ja, ich möchte vermögend sein, oder die Inspiration, ein Unternehmen aufzubauen, ist, reich zu werden. Für mich, bei all den Menschen, die ich gesehen habe, und ich habe, denke ich, überdurchschnittlich wohlhabende Menschen kennengelernt und Milliardäre am selben Tisch gehabt, Bei allen, denke ich, hat Geld eine negative Rolle gespielt, weil man eher den Zugang hat zu den Drogen, weil man sich nicht abgrenzen kann vor dem Umfeld, immer präsent ist. Geld schafft Druck. Geld in einer reichen Familie, wenn ein Kind in einer reichen Familie aufwächst oder einen erfolgreichen Vater hat, das ist Druck für die Kinder. Wie gehen sie damit um? Die wollen auch erreichen. Selbstwertgefühle, Mangel in dem System. Was ich meinen Kindern sage: Ich sage denen, ich vererbe euch nichts. Ihr müsst euch selber erarbeiten. Ich wünsche das eigentlich jedem Kind. Die erfolgreichsten Leute und Unternehmen sind die, die mit harter Arbeit arbeiten, weil sie eine spezielle Situation heranbringen wollen. Die Kinder, die reich geboren sind, können selten das erreichen, was ihre Eltern oder Familien vor ihnen aufgebaut haben, weiterführen. Die Belastung ist so gross.
Okay, das heißt, am Ende kriegt man so ein bisschen fast raus, es sind jetzt ja auch nicht alle wohlhabenden Menschen irgendwie Patienten bei dir oder bedürfen Hilfe, aber es scheint schon ein sehr großer Teil zu sein.
Ich denke, in jeder reichen Familie gibt es Probleme. Reichtum bringt auch negative Seiten von gewissen Menschen zum Vordergrund. Ego, Narzissmus, was wieder Einfluss hat auf Familien. Aus meiner Sicht muss man an sich selber arbeiten, auch wenn man gut Geld verdient oder erst gerade dann.
Und okay, also auch für die Kinder. Ich habe das schon ein paar Mal gedacht, dass es nicht einfach ist, so ein viel erbt und oder generell dann auch nicht mehr arbeiten muss oder die Eltern sehr erfolgreich waren und so. Okay, warum geht man nicht auch nach USA? Ist es der nächste Schritt für dich, eine Klinik in USA aufzumachen?
Sag niemals nie. Wir sind, wir wollen, wir haben unseren Ethos, aber irgendwo von der Größe her würde ich mich verlieren, würde ich behaupten. Im Moment schauen wir so, dass wir unsere Individualisierung anbieten können. Ob das in ein paar Jahren anders aussieht, weiß ich nicht. Europa kann ich selber noch gut erreichen. Ich kann meine Zeit leveragen mit dem ganzen Team. Ich habe tolle Leute.
Du hast keine Investoren, ne?
Keine Investoren, nein.
Also alles selber gebaut?
Ja.
Mit Banken wahrscheinlich, Finanzierung von Banken?
Nichts.
Auch nicht?
Nichts, nein.
Also aus dem Cashflow gewachsen sozusagen?
Ich habe aus— wir haben ja gesprochen, ich habe auch Startups begleitet und Ventures. Bei allen Investments, die ich immer je gemacht habe, kam mir immer dieser eine Satz in den Sinn: Eine gute Business-Idee braucht kein externes Kapital.
Wirklich? Meinst du das wirklich?
Ich bin der Meinung, dass man selber ein Know-how aufbauen kann. Du brauchst gute Leute. Und wenn du eine Finanzierung haben willst für gute Leute, aber das kannst du organisch aufbauen. Also ich bin so jetzt in den letzten Jahren gefahren, dass ich je länger, je mehr überzeugt bin, eine erfolgreiche Geschäftsidee, weil es wird, wie viele sind erfolgreich im Venture-Bereich? Wie viele Investments?
Ja, der übliche kleine Prozentsatz, also weiß ich nicht, 5% oder so was vielleicht.
Und wenn du dann genau hinschaust, was erfolgreich war, Sind es die Leute gewesen und die Strategie? Also schlussendlich, eine gute Businessstrategie braucht nicht unbedingt viel Geld. Vielleicht brauchst du etwas Geld, aber du brauchst nicht so viel Geld, wie du denkst.
Aber gibt es denn viele Wettbewerber bei dir?
Die gibt es. Und viele versuchen zu kopieren. Aber das ist okay.
Also sagen wir mal so weltweit, wie viele auf eurem Niveau, wo du sagst, na ja, das ist schon preislich von den Leistungen, die da versprochen werden, ähnlich? Wie viele gibt es da?
Vielleicht gibt es 10 bis 20 Anbieter.
Okay, okay, das schon. Ich habe ein bisschen auch natürlich geguckt, was gibt es da so. Also es gibt ja in den USA zum Beispiel, ich gucke mal gerade, The Diamond oder so was. In Thailand ist das, glaube ich, ne? Kennst du? Wahrscheinlich erkläre ich es ja.
Kleiner, kleiner, ja, die sind in Thailand, aber das ist auch kaum zu vergleichen mit dem, was wir in Europa anbieten. In Thailand brauchst du nicht diese Kliniklizenzen und therapeutische Paracelsus Recovery habe ich gefunden. Das ist eine der Kliniken in Zürich.
In der Schweiz kennen wir Passages in Malibu.
Passages ist eine der ältesten Rehabs in Kalifornien und haben sich da über Jahrzehnte jetzt auch Namen gemacht, weil sie auch in Movies aufgekommen sind und viele Celebrities bei denen waren. Aber es ist ein Gruppenprogramm, Gruppentherapie.
Ich meine, das berühmteste eigentlich ist ja die Betty Ford Klinik. Das kennt man so aus Liedern und so über Jahrzehnte schon weg, aber das ist was anderes.
Ja, Betty Ford ist—
Da gibt es da eine?
Die gibt es noch. Es gibt ja mehrere Betty Ford. Es gibt ja nicht nur die Betty Ford.
Okay.
Und wie— Die haben gutes Marketing gemacht, würde ich behaupten, in den letzten Jahrzehnten. Die waren viel, die Amerikaner machen viel über so Fernseh-Brand-Placements und das haben die auch gemacht und offensichtlich erfolgreich. Deswegen kennst du es heute auch.
Ja, kennt man ja aus der Popkultur fast schon.
Aber schau dir mal die Website an, schau dir mal, wie sieht das Ganze aus. Die mögen therapeutisch vielleicht einen guten Ansatz haben, aber das Umfeld, keiner unserer Kunden würde je dorthin Fuß reinsetzen, weil es halt vom Preissegment her ein bisschen niedriger ist. Ja, da ist was, das was anderes.
Du sagst es immer sehr so vorsichtig, und ich meine, wenn man mal so ein bisschen guckt, ich habe versucht zu verstehen, was ihr so anbietet irgendwie. Ihr macht ja auch also Viele Patienten fliegt ihr ein, also im Jet, also Privatjet-Transport zu euch, dann holt ihr die logischerweise ab. Dann gibt es Bootsausflüge, Pferdetherapie habe ich gesehen und auch tatsächlich sehr viel Security.
Braucht es natürlich, ja. Wir haben jetzt gerade, morgen kommt einer aus Senegal an mit seinem Hund oder mit einem Privatjet. Aus Deutschland im Rollstuhl mit dem Arzt, der auch noch einfliegen möchte. Und es ist so, wir versuchen auf die individuellen Bedürfnisse entsprechend einzugehen und das ist wichtig.
Wie viele Patienten könnte man denn haben? Also wenn du sagst, ich hätte jetzt noch mehr Räumlichkeiten und Personal, könntest du 1000 Leute im Jahr, also nicht mehr selber dann alle, aber könntest du 1000 noch abdecken?
Wollen wir nicht.
Aber gäbe es die? Also gäbe es so viele Zielgruppe?
Ich erkläre das so: Das Angebot generiert auch die Nachfrage. Vor 20 Jahren wusste niemand von einem Luxury-Rehab-Center. Heute kennt man es. Heute weiss man, was man dazu erwarten hat. Je mehr Angebot besteht, desto mehr kommen Leute darauf: Ah, das könnte ich ja machen. Nicht nur darauf zu vertrauen, was es lokal gibt oder die lokalen Kliniken oder Spitäler.
Folgendes Problem kennen sicherlich die meisten: Der Zug fällt spontan aus. Frust, verlorene Zeit und vor allem endlose Warteschleifen. Umso erfreulicher, dass unser Partner ElevenLabs da eine hervorragende Lösung bietet. Mit ihrer Agents-Plattform und den menschlich klingenden KI-Agenten haben sie Kundenservice komplett neu gedacht und ich durfte das mal testen.
Eleven von ElevenLabs hier, wie kann ich dir helfen?
Warum sollte ich mit dir sprechen, statt auf einen echten Menschen zu warten?
Weil ich kein stumpfer Bot bin. Ich bin ein autonomer Sprachagent, der komplexe Probleme löst und proaktiv handelt.
Was heißt proaktiv zum Beispiel bei einem Zugausfall?
Also statt den Fahrgast ratlos stehen zu lassen, ruft mein System ihn persönlich an. Hey, dein Zug fällt leider aus. Ich habe dich auf die nächste Verbindung umgebucht und einen Sitzplatz reserviert. Dein Ticket ist bereits in der App aktualisiert.
Und klingt das nicht wieder nach Roboter, sobald es richtig kompliziert wird?
Nee, ganz im Gegenteil. Wir entwickeln die weltweit besten Stimmen, wir verstehen Emotionen und reagieren ohne Verzögerung in einem natürlichen Gespräch, bei dem du mich jederzeit unterbrechen kannst. Bei uns gibt es keine Warteschleife, wir lösen das lieber direkt.
Wenn du deinen Kundenservice auch von reaktiv auf proaktiv umstellen willst, teste die 11Labs Agents einfach selbst. Kunden wie die Deutsche Telekom, Bertelsmann, Klarna oder Revolut vertrauen bereits auf ElevenLabs. Hol dir deine Demo auf elevenlabs.io/omr. Und ja, auch meine Stimme wurde mit ElevenLabs erstellt.
Erzähl doch mal so ein bisschen so Anekdoten. Ich meine, du musst ja nicht patientenscharf erzählen, sondern einfach so anonym. Aber ich habe irgendwas irgendwie gelesen von nur bei Vollmond geschöpftem Wasser dann irgendwie ein Gast, der irgendwie erstmal seinen Ferrari bei euch geschrottet hat, irgendwie einen Unfall gehabt, dann irgendwie stelle ich mir auch vor, wenn da Leute jetzt als Alkoholiker ankommen, dann passieren ja auch eine Menge irritierende Dinge, gerade in der Klientel mit dem Thema. Also wer erlebt jetzt die verrücktesten Sachen, wenn nicht du?
Ja, aber es sind am Schluss, sind es wahre Lebensgeschichten, die die Menschen betreffen. Ich möchte mich nicht lustig machen darüber oder irgendwie belustigen. Es sind ernste Themen für die und es ist lebensbedrohlich in vielen Fällen. Das ist das, was mich antreibt. Anekdoten im Sinne, klar, eben wie gesagt, ein Musikstudio von einem Tag auf den anderen aufgebaut, in unserem Wohnzimmer und da wird Musik produziert. Oder wir hatten eben einmal den einen Kunden, der, du hattest da den Ferrari erwähnt, der hat irgendwo in Monaco seinen Ferrari zerschrottet, weil er zum x-ten Mal alkoholisiert Auto gefahren ist. Und er kam dann ins Gefängnis. Und im Gefängnis Dann konnte er nur raus, das könnte für sich selber schon ein Geschäftsmodell sein, weil er gesagt hat, er geht in Therapie. Also war er nicht voll mit dabei mit der Entscheidung, in Therapie zu gehen. Aber er ist dann zu uns geflogen, konnte da aus dem Gefängnis raus, ist zu uns und mit seinem Trupp. Er hatte seine Mitarbeiter, seine Leute, die ihn begleitet haben, Arzt aus Russland noch eingeflogen und allem Möglichen. Wir sind dann dort im Haus gewesen mit seinen Leuten und er hat seine Louis-Vuitton-Koffer, kam raus aus dem Auto gestolpert, musste ihn auffangen. Kurz darauf hat er gesagt, ja, ich gehe wieder. Das Auto war schon weg und er ist dann mit seinen Louis-Vuitton-Koffern irgendwie unser 240.000 Quadratmeter großes Grundstück entlang. Bei Hitze, schwitzend, schon fast alkoholisiert, am Herauslaufen gewesen, weil er sich im Flugzeug schon voll betrunken hat. Die können ja auch nicht mehr regulär fliegen. Die dürfen ja nicht mehr, weil sie so stark alkoholisiert sind. Dann hat er ein Auto angehalten, ist mit dem Auto zum Flughafen. Wir waren so: Sollen wir ihn anhalten? Dann haben wir gesagt, nein, nein, nein, wir haben sein Pass und seine Portemonnaie. Der kommt wieder. Und es war effektiv so. Der ist dann von alleine wieder zurückgekommen.
Und am Ende konntet ihr ihm helfen?
Und am Ende konnten wir ihm helfen.
Wirklich?
Ja. Und er war super dankbar. Das ist auch das Schöne, wenn man diese Leute in diesen schwierigen Momenten trifft. Man weiß, man wünschte sich manchmal, denen zeigen zu können, wie das Lebens sein kann ohne oder danach. Es ist so.
Hast du selber schon mal Drogen genommen?
Ich habe keine Drogen genommen, nur aus Versehen.
Aber also nicht in irgendwelchen relevanten.
Nein, ich bin.
Aber trinkst Alkohol?
Nicht wirklich. Ist nicht so mein mein mein Ding. Bei bei Drogen meine als ich meine Frau mal kennengelernt habe, hatten wir In der Schweiz gibt es diese Street Parade, länger her, eine große Party. Wir waren an dieser Party, es war heiß, es war am Nachmittag. Dann sind wir zurück in die Wohnung. Sie hat zusammen mit anderen Personen gelebt zu diesem Zeitpunkt. Dann hatte sie einen Teller mit Brownies. Da stand Itash Brownies. Ich liebe Brownies. Wer liebt nicht Brownies? Die sind süß. Lecker, nussig. Und wir kamen hungrig zurück und ich hatte, ich glaube, den ganzen Teller aufgegessen. Und das waren schlussendlich Hasch. Das IT war ein Haar.
Okay, das ist ja noch nicht jetzt irgendwie Hardcore.
Aber das war nicht Hardcore im Vergleich zu unseren Patienten. Aber das war für mich in diesem Moment ohne Vorerfahrung und spätere Erfahrung eine der größeren.
Hilft es dir, dass du, also du sprichst ja auch glaube ich Arabisch, ne? Ja. Also weil Herkunft aus dem Jemen, und dann sprichst du Deutsch, Englisch, noch andere Sprachen?
Ein bisschen Französisch und mittlerweile ein bisschen Spanisch.
Also schon auch ein Skill, da in allen Sprachen da irgendwie so ein bisschen navigieren zu können.
Ja, absolut. Ich denke auch, und das ist das, was wir unseren Kindern auch mitgeben auf dem Weg: Lernt Sprachen, lernt, mit Leuten umzugehen, versteht euch selber. Sprachen sind dazu— In meinem Buch, das ich gerade schreibe, schreibe ich auch darüber, wie Kommunikation auch disconnectet, wenn du in einem anderen Land bist. Wie in Spanien, als wir dorthin gezogen sind. Das verhindert die Connection, die Verbindung zu anderen Menschen. Du fühlst dich dann auch als anderer. Mensch in einer anderen Sprache. Also ich bin mir jetzt gewohnt, zum Beispiel Interviews oder Podcasts zu machen, hauptsächlich auf Englisch. Auf Deutsch mache ich weniger. Wir sind eher international unterwegs. Also man muss sich immer anpassen, sprachlich auch. Aber was ich meinen Kindern mitgebe, ist: Lernt Sprachen. Meine Kinder heute sprechen Deutsch, die gehen in eine englische Schule, sprechen perfekt Spanisch.
Da sind auch alle gesund. Das Kind, was damals wieder—
Die sind heute Sie sind gesund.
Also hatte der Sturz damals keine Langfristkonsequenzen?
Er musste noch für einige Jahre inhalieren und therapeutisch begleitet werden. Aber was heisst gesund? Wir wissen heute, dass Traumata auch sehr oft in der Kindheit entstehen. Sowohl auch ich bin durch gewisse Traumata im Krieg aufgewachsen. Ich hatte vor Kurzem einen Podcast geführt mit einem Neuroscientist aus Irland. Der wurde als Baby ohne Anästhesie operiert, weil man dazumal, vor Jahrzehnten, gedacht hat, dass Babys keine Schmerzen spüren. Stell dir das mal vor. Erst später kam er dann in eine Sucht rein, Heroin und wirklich stark. Aber das Trauma führt auch dazu, was nachher ist. Wir können lange darüber sprechen. Zurück zu dem Punkt, zu meinem Sohn. Es war traumatisch für ihn, dieses Erlebnis, nackt für Wochen oder auf einem Liegebett intubiert zu sein, der Körper, sein ganzes Nervensystem, das hat Einfluss auf ihn heute noch. Ich sehe das in gewissen kleinen Elementen. Wir arbeiten daran, wir versuchen, für ihn da zu sein, weil wir auch psychologisch verstehen, was es braucht für Kinder, um eine gesunde Entwicklung zu haben, wenn man auch schlechtere Erfahrungen gemacht hat als Baby und als Kind.
Hast du die Haftbefehl-Doku gesehen?
Nein.
Ist gerade in Deutschland ein großes Thema. Netflix, Haftbefehl, der Rapper, der Film. Da ist dann, ich habe den Begriff Mononase zum ersten Mal gehört. Weißt du, was eine Mononase ist? Ja, genau. Wenn man da sozusagen extrem viel Kokain Das ist wahrscheinlich ein Film, der kommt dir bekannt vor.
Ja, ich habe darüber gelesen, aber ich habe den Film selber nicht gesehen.
Aber die Situation und das Problem kennst du?
Die Situation, Kokain im Leben durchzugehen, das kenne ich genügend.
Wo kriegen eigentlich dann, sagen wir mal, wenn man in so bestimmten reichen Kreisen aufwächst, bei Haftbefehle, der kommt ja sozusagen aus auch schwierigen Verhältnissen in Teilen, Das Umfeld war sicherlich so, dass man, da kann ich mir vorstellen, aber wenn ich jetzt überlege, also DAX-CEOs, wo kriegen die eigentlich ihr Kokain her?
Überall.
Ja?
Überall. Also da gibt es Netzwerke, wenn du, sobald du willst, kriegst du das. Die machen Home Delivery. Also es ist nicht nur Uber Eats, sondern auch, gibt es denn viele Gäste, wo du überrascht warst, als sie kam?
Also du musst jetzt ja keinen Namen sagen, aber so ein bisschen wieder, okay, innerlich zumindest für dich gedacht hast, hätte ich jetzt nicht erwartet, oder hätte ich jetzt, das ist ja schon verrückt, dass diese Person hier ist?
Ja, schon, die gibt es. Es gibt einige, wo man denkt, ja, die Person ist jetzt so in der Öffentlichkeit und die spielt so perfekt und das ist ein Vorbild für so viele Menschen. Aber im Hintergrund weisst du, das ist auch nur ein Mensch. Das ist das, was wir, die breite Masse, idealisieren, diese grossen Namen. Diese Idealisierung führt auch dazu, dass sie immer perfekt sein wollen.
Auch Sportler und so was?
Absolut. Ich meine, Sportler, Fussballer, die entweder Schmerzmittel- und Medikamentsucht oder Kokain Leistungssteigernd hatten wir bei uns.
Aber nach der Karriere, da gibt es eigentlich Dopingtests. Das heißt, während der Karriere können die eigentlich nicht entdeckt werden.
Ja, und was natürlich nachher passiert bei denen, die bei uns waren, wir arbeiten sehr eng dann mit Clubs und mit Ärzten von Clubs zusammen. Und es muss natürlich dann, dann ist es offiziell irgendwo eine Knieverletzung und dann ist jemand in Rehabilitation und Therapeutik.
Okay, krass. Das hast du auch irgendwie permanent?
Ich würde jetzt nicht sagen permanent, aber hatten wir auch.
Okay, okay. Also bei Hunderten von Gästen im Jahr oder Patienten im Jahr, da hast du ja, die meisten triffst du schon noch persönlich, ne?
Ja, ja, das mache ich.
Kommt man da nicht auch schon mal auf die Idee, also du musst ja auch ein mega Adressbuch haben, also was damit ja alles möglich ist.
Ja, aber so denke ich nicht. So denken wir nicht. Also wir wollen— mir geht's gut. Ich versuche, ein gesundes Leben zu führen. Ich müsste nicht arbeiten, theoretisch. Aber wie langweilig wäre doch das Leben, wenn ich keine Erfüllung habe. Ich kann doch nicht den ganzen Tag irgendwo am Pool herumliegen auf Mallorca. Das wäre todlangweilig. Das ist, was sehr oft passiert mit den Hausfrauen oder mit den Unternehmen aus Deutschland, die dann denken, ja, ich verkaufe jetzt mein Unternehmen und ziehe jetzt irgendwo nach Mallorca. Weisst du wie? Bei denen, die siehst du nachher irgendwo am Meer um 10 Uhr am Morgen irgendwo schon mit der ersten Weißweinflasche.
Und dann kommen sie irgendwann ein paar Monate später zu dir.
Ja, also es wiederholt sich. Und das ist die Problematik, weil sie keine Erfüllung haben. Für mich ist es wichtig, mir gibt das sehr viel, wenn die Patienten, wenn die Kunden merken: Das war jetzt lebensverändernd. Das hat ihr Leben auch gerettet in vielen Fällen. Das ist eine Erfüllung, die mich beflügelt und mich antreibt.
Was glaubst du, ist in so 10 Jahren? Machst du es noch weiter? Machst du das Ganze irgendwie weiter wachsen lassen? Oder was ist so der, was du dieses Game der nächsten 10, 20 Jahre, ich meine, du bist jetzt ja also Mitte, Ende 40, das ist ja noch viel, viel Lebenszeit vor dir hoffentlich. Was kommt da noch?
Ich hatte in den letzten, also ich kriege alle paar Wochen irgendwo eine E-Mail, willst du nicht da noch irgendwo was aufbauen? Willst du nicht da noch, bist du offen für Investments? Ich hatte auch von Private Equity schon diverse Angebote. Aber ich stelle mir immer die Frage: Und was dann? Was mache ich? Was würde ich anders machen? Ich komme immer wieder zurück: Ich mache eigentlich das, was mir Spass macht. Ich habe mit interessanten Leuten zu tun. Ich kann mich an einen Tisch setzen und spannende Gespräche führen. Das sind hochintelligente Menschen, mit denen ich zu tun habe. Viele Selfmade und hochspannend. Ich liebe das. Das fördert mein Denken, mein Gehirn, meine Kreativität. Ich denke mehr daran, wie wir besser werden können, wie wir mehr Leuten helfen können. So denke ich aktuell.
Du könntest vielleicht 10 Plätze im Jahr vergeben an Leute, die es sich eigentlich nicht leisten können, um denen zu helfen? Solche Sachen.
Wir machen gewisse Ausnahmen bei gewissen Patienten, oder wir kooperieren mit anderen Kliniken. Jeder kann uns kontaktieren, und wir vermitteln auch an richtige Plätze. Das ist unser Anspruch. Oder was wir jetzt eben auch tun, was ich vorhin gesagt habe: Wir kreieren Content, um vielen zu helfen, die sich eben nichts leisten können, oder von überall darauf zugreifen können. Ich sage mir jetzt, wenn ich investiere, wir investieren viel in Entwicklungen, Content Creation, ja. Wenn jetzt daraus ein Kunde pro Jahr regulär kommt und zahlt, dann ist das finanziert. Aber weißt du, wie viele andere Menschen ich dabei geholfen habe? Das ist so die Sichtweise.
Am Ende, ich meine, du kennst ja meine Art, ein sehr lukratives Geschäft. Also ich meine, ich verstehe schon, dass du helfen willst, jetzt, also habe ich mir überschlagen, du machst 20, 30, lass mal sagen 40 Millionen Euro Umsatz. Das ist schwer zu schätzen für mich, weil ich die genaue Patientenzahl erkennen müsste und die Aufenthaltslänge. Da bist du ja so ein bisschen zurückhaltend. Aber wenn man sowas macht, jetzt bei euch oder anderen Bereichen, du sagst Private Equity guckt sich das an. Das heißt, wir reden jetzt nicht von 10% Marge, sondern schon von mehr.
Die Marge ist sicherlich interessant, ja. Aber wir brauchen auch die Marge, um investieren zu können. Also wir haben komplette Flexibilität, ob jetzt die Therapiestunde 1, 2, 3 Stunden geht, das ist uns egal. Sind jetzt mehr Therapien, weniger Therapien, das ist mir egal. Wir haben immer die neuesten Technologien, immer recherchieren, immer reisen.
Was sind denn deine größten Kostenpositionen? Ist ja am Ende Personal und Miete. Ja, oder gibt's was anderes?
Nein, Personal und Miete. Wir haben keine großen Investitionen. Unsere Immobilien, aber die sind ja gemietet, das heißt, die, die mittlerweile auch im Besitz, das ist nicht nur gemietet.
Und dann hast du da deine 180, 120 Leute, 120 Leute, Therapeuten gesamthaft.
Und wir sind sehr international aufgestellt, das ist mir wichtig. Es ist Flexibilität als Unternehmensphilosophie.
Kann man so was an die Börse bringen?
Warum nicht?
Aber also eines Tages vielleicht.
Ich denke, nochmals, ich hatte auch mit der Börse zu tun gehabt in der Vergangenheit, und aus dir spricht im Moment ein reiner Unternehmer, wie kann ich mehr und mehr? Und ich sehe das aber für die Hörer, ja. Und ich will auch den Hörenden sagen, ich habe immer so diese zweischneidige Überlegung, dass das Zweischneidige in mir— auf der einen Seite bin ich selber persönlich super ambitioniert und ich greife nach den Sternen, such das, sei motiviert, weil das gibt dir Sinn im Leben. Aber auf der anderen Seite sei auch humble. Also sei zufrieden mit dem, was du hast. Das ist das, was die meisten verlieren. Sonst verliert man sich selber auch auf dem Weg dorthin. Wie viele dieser Unternehmen sind denn so erfolgreich, so Unicorns? Das sind eben die wenigsten. Dann kommen sie in eine Krise, und dann haben wir die Mitleidkreis-Thematik usw.
Aber eines Tages wirst du wahrscheinlich trotzdem, dass die Firma dann irgendwie wieder einen Anteil weil sonst würden sie deine Kinder erben. Da sagst du, das willst du eigentlich nicht für die Kinder. Das ist ja auch, habe ich auch jetzt in dem Podcast gelernt, das ist ja schon interessant. Ab und zu höre ich das mal, dass Menschen, die was aufgebaut haben, wie du jetzt auch, sagen, naja, es ist für die Kinder eigentlich gar nicht so gut. Die meisten, klar, die wollen es ihren Kindern vererben. Ich auch, weil ich mir denke, das ist doch irgendwie schön für die. Aber du sagst, du willst es nicht, und dann muss man es ja auch dann im Zweifel spenden oder verschenken oder so.
Wenn ich meine Kinder heute fragen würde, Soll ich verkaufen? Nein, nein, sie wollen selber führen.
Okay, okay, also Nachfolge.
Aber meine Kinder sind noch zu jung, sind 12, 14 und 16. Also dann müsste ich noch eine Weile selber führen.
Hast du das Gefühl, dass du mit sehr viel Druck zu tun hast mittlerweile? Also wo das Next Level jetzt angezogen hat?
Ich denke, ich kann mich gut regulieren. Ich habe auch meinen Tagesablauf, meinen Rhythmus sehr gut im Griff. Ich mache am Morgen meinen Sport. Dann habe ich ein gewisses Zeitfenster, wo ich dann für meine Mitarbeiter und Team und Kunden zur Verfügung stehe. Nachmittag, Abend bin ich für die Familie da oder Freunde. Diesen Rhythmus halte ich eigentlich auch sehr strikt ein. Ich reise nicht viel. Gemeinsam neue Orte zu entdecken, etwas Reiz. Aber ich lebe auch irgendwo, wo ich mich wohlfühle, in einem Umfeld. Wir haben auf dem Land mit Tieren, wir haben Pferde, wir haben Hühner.
Wie viel Sport machst du so in der Woche?
Oh, also wenn ich kann, fast jeden Tag.
Laufen und so was?
Laufen, Gym, Tennis, Yoga.
Okay.
Und demnächst kommt ein neues Buch raus?
Nächstes Jahr wahrscheinlich.
Über Balance. Also das erste war ja auch schon über Balance.
Das erste Buch war über ein Leben in der Balance. Und das zweite Buch wird spezifisch über Kommunikation sein. Kommunikation, weil alles, was wir tun, hat mit Kommunikation zu tun. Ob das jetzt im familiären Umfeld mit deinen Kindern, mit deiner Frau, mit deinen Kunden, mit Patienten, mit deinen Zuhörern— alles ist Kommunikation. Marketing ist Kommunikation, und Kommunikation, die menschliche Kommunikation. Und ich baue das so auf und erzähle auch, wir sprechen in der Therapie auch von traumainformierter Kommunikation, und das ist etwas, Da muss man sich selber verstehen. Wie ticke ich? Was ist meine Vergangenheit? Wie kannst du dich selber verstehen? Das ist das, was ich jedem versuche mitzugeben. Wenn du etwas tun möchtest, erfolgreich sein möchtest im Leben, lerne über dich als Erstes, als ersten Grundstein kennen. Dann lerne auch über andere psychologisch. Wichtig ist es für uns, uns selber zu regulieren. Das ist die erste die erste Grundlage. Und wenn ich mich regulieren kann, jetzt mit dir hier jetzt am Tisch, ich kann bewusst dir zuhören, in die Augen schauen, meine Körpersprache spricht mit dir, ich signalisiere dir die Ruhe, dass du hier nicht gerade von einem Säbelzahntiger gejagt wirst. Du bist hier, du bist sicher, und Das ist, was wir sagen, Co-Regulation. Ich versuche, dich über meine Präsenz, meine Ruhe, meine Stimme entsprechend auf ein ruhiges Niveau runterzubringen. Kommunikation ist weit mehr als nur: Was sage ich? Viele denken jetzt auch, der Zuhörer als Unternehmer oder als Marketier: Wie kann ich jemanden anstecken? Wie kann ich was verkaufen? Wie kann ich besser werden im Verkauf? Kommunikation ist aus meiner Sicht mir Vertrauen aufbauen und Sicherheit.
Ich merke es mir mal. Ich habe ja auch mit Kommunikation zu tun, vielleicht kann ich es gebrauchen. Mal gucken. Abdullah, vielen Dank, dass du es mal so erzählt hast. Und irgendwie die paar Einblicke, die man bekommen konnte, ist, finde ich, schon interessanter Blick in, also Schlüsselloch vielleicht, und ein paar Lebenserkenntnisse, die man sich jetzt hier ableiten kann auf die eine oder andere Art und Weise. Also vielen Dank, dass du extra aus Mallorca gekommen bist.
Vielen Dank. Sehr gern geschehen. Danke.
In eigener Sache, und zwar werde ich doch seit Jahren wirklich häufig gefragt, ob mir für eine offene Stelle irgendwo jemand einfällt, und zwar als Arbeitnehmer, als Mitarbeiter an einem spannenden Projekt, in einem größeren Unternehmen, wie auch immer. Vom High-Profile-Job bis zum ganz normalen Profil ist alles dabei. Und häufig ist mir wirklich schon mal jemand eingefallen und ich habe Intros gemacht, Leute zusammengebracht. Dann kam häufig Monate später eine WhatsApp mit Danke, heute ist mein erster Arbeitstag, oder Danke, passt perfekt, wie auch immer. Meistens hatte ich schon längst vergessen, dass ich da zwei Seiten zusammengebracht hatte. Und genau das möchte ich jetzt etwas professioneller aufziehen. Deshalb haben wir nach einiger Zeit des Testens jetzt ein eigenes Produkt erschaffen innerhalb von OMR, und zwar OMR Executive Search. Haben dafür extra einen neuen Kollegen an Bord geholt, und zwar den Sebastian Herrgott. Also ja, wirklich Herrgott, Er ist seit ganz vielen Jahren in der Branche und bringt genau solche Leute aus der Branche zusammen und hilft mir dabei. Wer also jetzt hier zuhört und gerade jemanden sucht auf Leadership-Ebene oder auch einen drunter im Marketing, in Digital, in Sales, in KI, dann schreibt uns bitte an ahead@omr.com. A-H-E-A-D ahead@omr.com. Das erste Gespräch mit Sebastian oder mit mir kostet gar nichts. Wir hören einfach zu, was oder wen ihr sucht, und dann wird der Sebastian oder auch ich für euch aktiv werden. Also meldet euch bitte, auf geht's!
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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