Mit KI zum Unicorn: Parloa-Gründer Malte Kosub (#846)
19 Oct 2025 · 61 min
In this OMR Podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Malte Kosub, co‑founder and CEO of Parloa, a German AI‑driven customer‑service platform. Kosub outlines the company’s strategy to operate globally, emphasizing a focus on the United States as the largest software market while expanding into Europe with a new London office covering the UK and Nordics. He reveals that Parloa’s biggest contracts in the US generate multi‑million‑euro annual revenues and discusses the company’s rapid growth—over 4.5× year‑over‑year—driving high valuation multiples that depend heavily on investor perception. Kosub hints at an upcoming financing round without speculating on future valuations. He describes the involvement of high‑profile investors such as Reid Hoffman, former football stars Mario Götze and Bastian Schweinsteiger, and explains how these relationships were initiated through introductions. The conversation touches on cultural differences between the US and European tech ecosystems, notably faster decision‑making and hiring in the US, and anticipates future regulatory constraints on AI in Europe. Kosub shares a personal anecdote about a secondary investment to help his mother buy a property, underscoring his focus on Parloa. He reflects on the ambition to build a German software champion comparable to SAP, acknowledging that such scale requires decades. Brief mentions of potential meetings with Sam Altman and the broader AI community round out the discussion. The episode concludes with sponsor messages.
Chapters
Heute der zweite Podcast, den ich aus meiner Spätsommerreise nach New York mitgebracht habe. Ich habe da nämlich den Malte Kosub getroffen, der eigentlich aus Hamburg stammt oder hier lange gelebt hat, aber mittlerweile nach New York übergesiedelt ist, um seine deutsche oder europäische Softwarefirma oder AI-Firma dort groß zu machen. Er sagt vollkommen logisch, wenn man in Europa eine Softwarefirma gründet und einigermaßen Traktion spürt, dann muss man möglichst schnell nach USA gehen, um auf dem größten Softwaremarkt der Welt präsent zu sein. Und das genau will er jetzt machen, denn er glaubt daran, in die Größenordnung und Wertkategorie von SAP oder ähnlichen Softwarefirmen möglicherweise vorstoßen zu können. Also wirklich ganz große Ziele. Und wenn man das so hört, dann ist es auf jeden Fall sehr kredibel, dass er das so sagt. Ganz viele Investoren glauben ihm auch. Die Firma ist mittlerweile als Unicorn bewertet. Und hier kommt's, sehr, sehr schmerzhaft für uns, denn genau bei dieser Firma hätten wir selber ganz früh investieren können. Wir haben es nicht gemacht und heute ist Paloa Milliarden wert. Getroffen habe ich Malte in New York in der Wohnung meines Freundes Magnus an der Bowery und er hat mir erzählt, wie es angefangen hat und was er mit der Firma Paloa jetzt so vorhat. Ich kann nur sagen, extrem unterhaltsam, weil wirklich groß gedacht. Und apropos groß gedacht, meine beiden Redaktionskollegen hier bei OMR, Roland Eisenbrand und Martin Gard, haben recherchiert, wie ganz viele Menschen auf Social Media gerade groß denken und eigene Serien produzieren und damit ihre Accounts sehr, sehr krass ans Wachsen bekommen. War mir so auch nicht klar, aber es gibt gerade einen Bewegung Bild-Serienboom in Social Media als Reichweitenhebel. Wer das näher verstehen möchte, lest bitte auf omr.com oder in unseren Shownotes, bitte Link klicken, also dort nachlesen, was Roland und Martin da im großen Hero Piece der Woche zusammengetragen haben. Let's go, go, go! Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
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Moin Philipp, freut mich hier zu sein.
Wahnsinnsjourney. Also die ersten Austausche, die wir hatten, liegen offensichtlich schon ein paar Jahre zurück. Soll auch nicht weiter Thema sein.
Tut mir eh weh, das verpasst zu haben.
Also danke noch mal fürs Angebot damals. Aber ich habe es ja nicht gemacht. Also insofern dumm von mir.
Bei dir trotzdem ging es schon früher los.
Du bist schon sehr unternehmerisch und immer drauf gewesen, irgendwelche Musikwettbewerbe gemacht in der Uni.
Genau, ich war tatsächlich nie angestellt. Ich habe mein erstes Unternehmen in der Schule noch gegründet, als ich 15, 16 war. Und dann ging das so von einem Unternehmen zum nächsten.
Was war das erste?
Das erste war tatsächlich dieser Musikwettbewerb. Das war dann irgendwann ein gemeinnütziger Verein, um Schulen zu helfen, professionelle Musikwettbewerbe zu organisieren. Wir haben das dann mit über 200 Schulen in ganz Deutschland gemacht und das war so der erste unternehmerische Start.
Und was kam danach?
Danach kamen kleine Projekte. Ich glaube, das Relevanteste war Wandnotiz. Das war ein E-Commerce-Store für Druckprodukte. Da haben wir Poster und Leinwände verkauft. Wir waren die Ersten, die in Deutschland die Rechte hatten von Universal und Sony, Lyrics auf Poster zu drucken. Haben das gemacht mit Crow, haben das gemacht mit den Fantastischen Vier und haben, das war so der Durchbruch, haben eine Liebeserklärung an Hamburg geschrieben.
Das war so eine riesige Facebook-Viralkampagne.
Ja genau, das hat tatsächlich extrem gut funktioniert. Damals war Facebook so die Plattform, da hatten wir 42.000 Teilungen, also irgendwie jeder Zweite in Hamburg hat dieses Video gesehen und das war der Start, da haben wir dann irgendwie, das war am 6. Dezember, haben wir das veröffentlicht und bis Weihnachten haben wir jeden Tag 12 Stunden Pakete gepackt, weil so viele Leute dieses Poster haben wollten.
Okay, und war das dann am Ende eine lukrative Firma für dich?
Das hat funktioniert, das hat auch skaliert, wir haben das dann mit ganz vielen Städten gemacht, wie gesagt mit Cro, mit Fanta 4. Das wurde dann aber nicht so groß und dann haben wir es am Ende verkauft an eine mittelständische Druckereikette.
Und war das noch während deiner Studienzeit?
Das war während der Studienzeit, genau.
Also ich meine, die Story ist ja so, habe ich mitbekommen, dass du eigentlich ohnehin gar nicht studieren wolltest, sondern eigentlich immer in Hamburg so als Kind vielleicht träumt, Schifffahrtskaufmann werden.
Ja, genau. Ich wollte studieren, das sollte ein duales Studium werden bei Hapag-Lloyd und ich wollte eigentlich Schifffahrtskaufmann werden und parallel studieren. Das war die Idee und ich wollte ein Jahr zwischen Abi und Start des Studiums wollte ich Talented so entwickeln, dass es weitergeht. Wollte mich aber einschreiben in der Uni, um Kindergeld zu bekommen und dann war ich so irgendwie ein paar Monate im Semester und am Ende war ich eingeschrieben, habe irgendwelche E-Mails bekommen, habe aber nichts gemacht und dann habe ich mir überlegt, vielleicht Probier ich mal, die Klausuren mitzuschreiben, und habe mich dann 3 Wochen in die Bib gesetzt und gelernt, und das hat ganz gut funktioniert. Dann habe ich das zweite Semester noch mal gemacht, dann hat es auch funktioniert, und dann dachte ich, jetzt sind wir ein Drittel des Studiums rum, und ich habe 7 Wochen investiert, vielleicht ist das eine ganz gute, ganz gut effiziente Weise, um zu studieren. Dann habe ich das 3 Jahre durchgezogen.
Und am Ende warst du aber auch in Harvard und so. Genau. Also ich meine, das ist halt so, mit 7 Wochen Deutschland, dann nach Harvard und MIT, klingt jetzt schon verrückt.
Ja, ich habe dann irgendwann gesagt, das war ein Traum schon in der 9. Klasse, irgendwann mal nach Harvard zu gehen, und dann dachte ich, wenn ich das jetzt mache, dann probiere doch auch noch mal nach Harvard zu gehen, und ich brauchte dann ein Schreiben des Präsidenten der Uni Hamburg, und das ist jetzt auch nicht so gang und gäbe, das heißt, war dann schon ein bisschen größeres Unterfangen, aber es hat geklappt.
Und dann warst du da am MIT, also das ist ja so dieses Institute of Technology, also auch so eine IT-Schmiede, da warst du auch noch eine Weile.
Genau, du kannst, wenn du in Harvard bist oder am MIT, kannst du dich cross-registraten. Das heißt, du kannst dann Kurse an beiden Unis machen, und das habe ich dann genutzt und habe an beiden Unis Kurse gemacht.
Und danach hast du aber einen deutschen Abschluss gemacht?
Genau.
Und dann nächste Firma?
Genau, das war dann, ich habe den Abschluss gemacht, wir waren schon im Verkaufsprozess von Wandnotiz, und dann wollte ich irgendwas Technischeres machen, weil E-Commerce ist dann viel Marketing und irgendwie musst du das richtige Produkt für deine Zielgruppe bauen, aber es ist nicht so richtig tief technisch. Und habe dann meinen Mitgründer in Berlin kennengelernt und das war im Jahr 2016, da ging AI Research durch die Decke. Man hat gemerkt, okay, mit Voice AI passiert so viel, dass sich die Art und Weise, wie Kunden mit Unternehmen reden, verändern wird. Und dann haben wir gesagt, lass uns in dem Bereich was gründen und das war dann Anfang 2017.
Das ist, aber es war ja jetzt lange vor OpenAI und ChatGPT und so. Und jetzt ist ja genau das so der Knackpunkt, den glaube ich viele auch vielleicht selber kennen. Sie würden gerne was gründen und wie findet man so ein Thema und wie findet man dann gerade so ein Thema damals und wie findet man auch einen Mitgründer, der dann offensichtlich sowas kann? Also wie kam das?
Damals war das natürlich der Anfang und es war nicht der AI-Hype, den wir irgendwie heute sehen. Und wir haben im Jahr 2017, 2018 habe ich glaube ich 50 Keynotes pro Jahr gemacht. Und habe allen erzählt, Voice Assistants werden alles verändern und die werden verändern, wie Unternehmen mit Kunden reden. Es hat dann am Ende 6 Jahre länger gedauert, als wir eigentlich gedacht haben. Aber was du damals schon gesehen hast, wenn du dir Research anguckst, dass die Qualität von Modellen exponentiell besser wird. Also man hat das in der Spracherkennung beispielsweise gesehen, dass wir im Jahr 2015, 2016 das erste Mal menschliches Niveau erreicht haben. Die Übersetzung von einem Audiofall in Text, und das hat man damals schon gesehen, und das waren so die ersten Anzeichen, okay, da passiert was. Am Ende hat es dann länger gedauert, als wir eigentlich dachten, aber es war Glück, dass wir damals auf das richtige Thema gesetzt haben.
Und dann mit Gründern, wo hast du den gefunden, und wie hast du den gefunden?
Wir sind beide in der Stiftung der deutschen Wirtschaft, das ist so eine Förderung für Studenten, und damals auf einem Event kennengelernt.
Aber er ist der Tech-Guy?
Ja, genau.
Okay, okay. Und das war also die Zeit, wenn ich so versuche zu rekonstruieren, wo ihr auch so, wo Amazon gerade rauskam mit Alexa und so diese ganzen Sachen, ne?
Genau, wir haben dann angefangen mit großen Unternehmen, also wir haben angefangen, eine Agentur zu gründen, weil wir noch nicht genau wussten, welches Produkt oder welches Problem wollen wir lösen. Also lass uns anfangen, eine Agentur zu gründen und dann zu gucken, was bauen wir eigentlich daraus. Und haben dann großen Unternehmen geholfen, wie sie mit Alexa, mit Google Assistant und allgemein mit Voice AI umgehen können und haben dann gemerkt, eigentlich fehlt die Infrastruktur, um AI eigentlich in Produktion zu bringen, und so ist dann die Idee für Parloa geboren.
Also Parloa, das ist das Unternehmen, was dich heute sozusagen beschäftigt, und was macht ihr da? Also was ist Parloa? Man kennt es so aufgrund der Bewertung und so, aber was ist genau eure Lösung?
Wir helfen großen Unternehmen, AI-Agents für Kundenkommunikation einzuführen, also im Kundenservice oder auf der Homepage, in einer App. Das heißt, wenn du jetzt irgendwo anrufst, musst du jetzt wahrscheinlich 10, 20 Minuten in der Warteschleife hängen, um dann mit irgendjemandem zu sprechen, und das vielleicht sogar noch die falsche Person. Und wir helfen Unternehmen, dass AI-Agents rangehen und dir helfen, Probleme zu lösen. Und das Wichtige ist, sind nicht so alte Voicebots, die irgendwie nie funktioniert haben, die dich nicht verstehen, sondern das sind ja AI-Agents der neuen Generation, die dein Problem tatsächlich lösen können.
Sag mal einen Referenzkunden, wo ich jetzt anrufen könnte möglicherweise?
Booking.com, beispielsweise Allianz, IKEA.
Okay, also ich habe bei IKEA ein Problem mit dem Aufbau von einem Regal und dann rufe ich die Hotline an und dann bin ich bei euch.
Genau, ist gerade im Rollout, aber das ist die Idee.
Und dann können eure Bots dann sozusagen gefüttert mit IKEA-Informationen mir dann sagen, wie ich das Regal aufbauen muss oder keine Ahnung, wie ich meine Retoure durchführen kann oder warum ich jetzt keine Ahnung Enttäuscht bin.
Ja, genau, kommt ein bisschen drauf an, welche Use Cases. Erstmal, wir sagen gar nicht mehr Bots, sondern wir sagen AI Agents, weil Bots hat eine super negative Konnotation, weil Bots haben halt immer nicht so richtig funktioniert. Und das ist dann in Retail und E-Commerce, kann es sein, wo ist meine Bestellung, ich will eine Bestellung zurückschicken, ich habe generelle Fragen. In Versicherung kann es sein, ich will irgendwie einen Schaden melden. Bei Energieversorgung kann es sein, ich will irgendwie meinen Zählerstand melden. Es sind sehr vielseitige Themen, die da—
Man kann dann auch so wirklich komplett den ganzen Journey nur mit AI-Gents, also man hat dann niemals menschlichen Kontakt, also wenn das nicht sinnvoll ist.
Im Kundenservice geht man von Level 1, Level 2 und Level 3 Fragen, und je höher das Level, desto komplexer. Und gerade im Level 1, das sind so Fragen, wann kommt meine Bestellung, ich will meinen Zählerstand melden, das kann tatsächlich Ende zu Ende automatisiert werden, und da brauchst du keinen Menschen mehr.
Und sag mal eine andere Frage, wo dann noch ein Mensch dazu kommt, also wo ihr dann übergebt an den Menschen?
Das kommt sehr stark aufs Unternehmen an und es kommt sehr stark darauf an, wie viel Backend-Systeme überhaupt per API verfügbar sind und wie viel ein Unternehmen dann eigentlich schon automatisieren kann. Das heißt, es gibt Unternehmen, wo schon relativ viel, 30, 40, 50% automatisiert werden kann, und es gibt Unternehmen, da schafft, da funktioniert es nur mit 5%.
Weil ihr müsst ja sozusagen Daten irgendwo herziehen, um eure Agents zu füttern, ne?
Exakt, weil am Ende, wenn du irgendwas ändern möchtest mit einem E-Commerce-Store, aber gar keine Schnittstelle in die Systeme besteht, dann hast du ein schönes Gespräch mit dem AI-Agent, aber der kann gar nichts ändern.
Und was für Datensysteme braucht ihr denn meistens so? Also jetzt sagen wir mal bei irgendeinem Händler, dann geht ihr dann irgendwie an die Warenwirtschaftssysteme ran?
Genau, ans ERP, an das CRM, also all die Systeme, wo du halt die relevanten Kundendaten hast von der Bestellung vom Produkt Genau.
Okay, okay, und dann ist es irgendwie am Ende zahlt man dann bei euch für die Software so ein Software-Fee wie bei SAP auch so ungefähr?
Ja, ist ein bisschen anders, weil das Spannende ist ja, wir kommen aus dem klassischen Software-as-a-Service-Modell, wo du im Grunde Software pro Person meistens gechargt hast, und das verändert sich jetzt alles, weil AI-Agents liefern ja eine andere Art von Wert, und wir rechnen im Grunde ab, nach Consumption, also je mehr Minuten unsere Agenten mit Kunden interagieren, desto mehr rechnen wir ab, aber je mehr unsere AI-Chats mit Kunden reden, desto mehr Mehrwert liefern wir auch, also je mehr Mehrwert, je mehr Gespräche wir führen, desto mehr rechnen wir ab.
Okay, das heißt so ein Gespräch, wenn ich jetzt anrufe bei IKEA und dann so 5 Minuten an der Leitung hänge, was verdient ihr denn daran, so Größenordnung, also was, oder was muss man als Firma dann dafür bereithalten?
Ja, es kommt total drauf an, wie komplex so ein AI-Agent ist. Also es gibt dann Junior-, Mid-Level- und Senior-AI-Agents und je seniorer, desto größere Modelle werden genutzt, desto mehr Reasoning wird im Grunde genutzt und das kann dann von, es kommt sehr stark drauf an, 15 Cent bis 30 Cent die Minute, das ist so eine Range.
Okay, also es ist schon natürlich deutlich günstiger als jetzt wenn das jetzt von einem, man überlegt, was jetzt ein Callcenter-Agent für Stundenlohn hätte, dann ist es einfach günstiger, was ihr da anbietet. Aber am Ende ist das auch euer Wettbewerb, also wahrscheinlich ist das jetzt, ja, das, wogegen ihr antretet.
Ja, wenn du dir insbesondere Kundenservice anguckst, jetzt gar nicht, dass die auf der Homepage oder App helfen, aber im Kundenservice, das große Problem ist, dass Unternehmen keine Kundenservice-Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen mehr finden und es deswegen die Probleme gibt, dass man 10, 15, 20 Minuten in der Warteschleife hängt. Das heißt, erstmal geht's darum, die Kundenerfahrung zu verbessern, weil es wahnsinnig schwierig ist, die Leute überhaupt zu finden.
Okay, aber in zweiter Linie, wenn man jetzt keine AI zur Hand hätte, dann müsste man ja irgendwie ein Callcenter anmieten oder beschäftigen oder das irgendwie kontrahieren irgendwie. Und dann würde man dann da wahrscheinlich, weiß ich nicht, für denselben Service mehr bezahlen müssen, weil jede Person kostet mehr Geld.
Genau.
Okay, verstanden. Also das heißt, wenn man so guckt, gibt es Callcenter-Firmen an der Börse, ich hatte es mir nämlich vorher in der Vorbereitung angeschaut, da gibt es ja verschiedene auch börsennotierte Callcenter-Firmen, größere, die gehen gerade alle im Aktienkurs stark runter. Ist es schon aufgrund von so Firmen wie euch?
Ich glaube, der Trend ist stark beeinflusst durch AI und Firmen wie wir auf jeden Fall und ich glaube, das ist und das wir arbeiten viel mit mit BPOs, also diesen Callcenter-Anbietern. Wir arbeiten mit den zwei größten der Welt auch zusammen Teleperformance und Concentrix sind unsere Kunden und Partnerschaften mit denen.
Also die zweiten, die auch börsennotiert sind. Genau.
Und was passieren muss und das erzähle ich wir sprechen natürlich mit denen mit anderen Es gibt eigentlich zwei Wege. Der eine Weg: Diese Unternehmen machen so weiter wie jetzt gerade und dann wird es halt immer schwieriger. Oder sie transformieren sich signifikant und werden eigentlich zu AI-Unternehmen, die im Grunde Menschen und AI zusammenbringen. Das ist aber eine große Transformation und einige machen das schon extrem gut und einige sind da nicht so erfolgreich. Für die wird es schwierig in 5 Jahren.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifelsfall auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Lass uns mal zu der frühen Phase der Firma gehen. Also ihr habt dann sozusagen angefangen mit diesem neuen Thema damals, erzählt, wie ihr dazu gefunden habt zu dem Thema. Wie lange hat es gedauert, bis dann von, wir haben jetzt die Idee, was wir machen wollen, von dieser Beratungssituation bis zu, wir haben ein Tech-Produkt, und bis zum ersten richtigen Kunden live war auf dem Tech-Produkt?
Also wir haben relativ lange gebootstrapped, also wir haben 2017 die Agentur gegründet, dann haben wir in 2018 langsam angefangen, die Software zu entwickeln. Haben im Jahr 2020 entschieden, dass wir ein Produkt bauen wollen und die Agentur eigentlich nicht das ist, was wir langfristig machen wollen, und haben dann die Agentur verkauft, um uns nur noch auf das Produkt zu konzentrieren. Und dann ging es im Grunde 2 Jahre erstmal so weiter. Wir haben so eine kleine Friends-and-Family-Runde gemacht, aber nichts Großes. Und dann war Ende '21 eigentlich ein relativ wichtiger Entscheidungspunkt. Wir hatten ein Kaufangebot, auch ein nicht so kleines Kaufangebot für Paloa, und hatten parallel eine Finanzierungsrunde gestartet. Also hatten im Grunde so 2 Wege, die wir hätten jetzt verkauft und wir wären damals, hat uns natürlich ein Großteil dieser Firma gehört und wir wären am Ende für unser Alter wäre das krass gewesen.
Ja, genau. Wir reden von 10, 15 Millionen Euro oder sowas.
Ja, es waren irgendwie 7 Millionen. Oder wir gehen den Venture-Weg und bauen eine große Firma. Und ehrlich war, das eine relativ einfache Entscheidung. Und dann sind wir halt den Venture-Weg gegangen und haben unsere erste Runde Anfang 22 geraced.
Ihr habt ja auch relativ namhafte Investoren immer so reingenommen. Sag mal ein paar Namen von Investoren, die da investiert haben.
Altimeta, die haben in OpenAI investiert, in Snowflake, UiPath, MongoDB, General Catalyst, die haben in Airbnb investiert, Mistral, Durable, Henry Ellenbogen ist einer der erfolgreichsten US-Investoren, aber auch Equity Ventures.
Schon Topnamen so aus der Szene.
Ja, genau.
Und dann war klar, ihr müsstet dieses Produkt irgendwie weiter ausrollen, wobei es für mich auch bis heute klingt, als wenn ihr jetzt nicht die einzigen wärt, die sowas anbieten würden. Das muss wahnsinnig kompetitiv sein, der Markt, stelle ich mir so vor.
Ja, ist er. Man muss sich aber auch angucken, dass es einer der größten Softwaremärkte ist, die es wahrscheinlich jemals geben wird. Und wenn du große Märkte hast, hast du viel Konkurrenz, das ist ganz normal. Ich glaube, worauf es ankommt, dass du dich super stark fokussierst auf ein sehr bestimmtes Kundensegment und da dann hart arbeitest, um der Beste zu werden.
Was ist euer Kundensegment denn so?
Also wir arbeiten sehr stark mit großen Unternehmen, also großen globalen Enterprises, die sehr hohes B2C-Volumen haben in der Telefonie und schon bereit sind, den Agentic-Weg zu gehen. Also Agentic im Grunde, die tatsächlich mit AI in Realtime Kundeninteraktionen zu automatisieren.
Gibt es da welche, die nicht bereit sind, das zu machen?
Ja.
Okay, was ist denn deren Argumentation, das nicht zu machen?
Na, die haben große Compliance-Ängste und sagen, wir müssen eigentlich noch total regelbasiert Chatbots und Voicebots bauen. Und da ist noch ein bisschen mehr Angst vorhanden.
Okay, okay, also verstanden. Und dann, wer war der erste große Kunde, der mit euch— ich meine, wenn man jetzt so als Newcomer in diesen Markt rein will, okay, wir wollen gerne auf die großen Enterprises, sind ja wahrscheinlich wahnsinnig lange Zyklen, die zu gewinnen. Die rufst du, und da kannst du nicht mal irgendwie einen Buddy, der dann sagt, okay, komm, wir testen das mal, sondern das ist ja dann irgendwie wahrscheinlich immer ein Riesenangang.
Wahrscheinlich die— du hast ja immer so verschiedene Milestones, und die werden natürlich immer größer. Der erste Milestone war wahrscheinlich unser Sieg bei HSE, das ist QVC Europa, genau, Teleshopping, genau, genau, das war so unser erster sehr, sehr großer Deal. Der zweite große Deal wahrscheinlich E.ON, Strombereich, okay, genau, und das wird jetzt natürlich immer, immer größer.
Und ja, natürlich sind, aber ich meine, häufig sind ja so Firmen wie bei euch noch gar nicht so krasse Kundenbasis. Ich habe gesehen, ihr hattet ja auch jetzt zumindest das Letzte, was ich glaube ich sehen konnte, war 23 Umsatz, war jetzt auch noch nicht irgendwie so 100 Millionen. Also ich glaube, es ist irgendwie so schon signifikant siebenstellig, aber jetzt noch nicht so, da sah man zumindest noch nicht die Unicorn-Traction. Und generell ist ja auch so, dass die Kundenanzahl häufig gar nicht jetzt ist, irgendwie mal 1000 Kunden, wahrscheinlich erstmal so 10, 15 und dann Schritt für Schritt, oder?
Genau, natürlich am Anfang hat man, gerade weil es mit großen Unternehmen, hat man nicht viele Kunden. Also klar, wir haben mit 10, 15 angefangen, jetzt sind das schon signifikant mehr, also sind natürlich dreistellig, und auch das Umsatzwachstum ist natürlich auch, ja, also wir sind normalerweise, wächst ja absolut schneller und relativ aber langsamer. Wir wachsen sogar relativ schneller, weil der Rückenwind da ist und wir einige glücklicherweise richtige Entscheidungen getroffen habe, was wir bauen sollen.
Okay, und dann wahrscheinlich war dann auch für euch so dieser ChatGPT-Moment, als es dann rauskam und alle angefangen haben, okay, müssen wir auch mal drauf gucken, was könnte das für uns sein, der riesige Rückenwind im Vertrieb, die Türen aufzukriegen.
Genau, ich glaube, dass mit ChatGPT jeder verstanden hat, okay, jetzt ist AI relevant und gut genug, um Kundenerfahrungen zu bauen, die nicht nur Effizienz bringen, sondern einfach Kundenerfahrungen besser machen. Und wir haben, das war auch im Jahr 2022, das war noch vor ChatGPT, haben wir wahrscheinlich eine der größten Entscheidungen der Firmengeschichte getroffen, die auch sehr stark diskutiert wurde intern. Die alten Voicebots und Chatbots waren sehr regelbasiert, also du hast Entscheidungsbäume gebaut, aber wenn wir jetzt sprechen, unser Gespräch kannst du ja nicht in einen Entscheidungsbaum mappen, weil ein Gespräch kann unendliche Arten von Form annehmen. Aber so wurden Voicebots und Chatbots früher gebaut und deswegen haben die halt so oft einfach nicht funktioniert, weil es unmöglich ist, so ein Gespräch zu antizipieren. Und mein Mitgründer hat schon im Jahr 2019 und 2020 gesagt, Malte, das ist alles totaler Käse. Wir werden so nie im Leben Gespräche führen, die menschenähnliches Niveau haben. Und mit Large Language Models wurde das dann möglich und im Jahr 2022 haben wir gesagt, okay, wir bauen einfach unser gesamtes Produkt komplett from scratch neu. Und das war schon, da haben viele gesagt, Leute, wir haben ein Produkt, das macht Umsatz, super erfolgreich, ihr wollt das einfach alles von neu bauen? Und wir haben dann, bis auf, wir haben so eine Telefonanlage noch parallel gebaut, so eine Cloud-First-Telefonanlage, aber das Core-Produkt haben wir einfach von erster Zeile Code im Grunde neu geschrieben.
Und dennoch, wer macht sowas noch? Also ich meine, gefühlt müssten doch jetzt viele große Softwarefirmen, die Oracles der Welt, die SAPs der Welt, auch in diesen dieses Feld rein?
Ja, die versuchen das alle und reden viel von AI Agents. Wenn du aber eine Ebene tiefer guckst und guckst, was ist überhaupt da, dann wird das sehr schnell relativ dünn.
Okay, aber so richtigen Marktbegleiter gibt es dann gar nicht?
Ja, also wir haben natürlich in den USA schon relevante Marktbegleiter, Sierra beispielsweise, die gibt es schon, Dafür ist der Markt zu relevant, aber wenn wir uns Agentic AI für Kundenkommunikation für große Unternehmen angucken, sind wir in Europa die einzigen.
Okay, okay, und wann habt ihr die letzte Runde gemacht? Letztes Jahr?
Das war, nee, das war dieses Jahr im April, das war unsere 120 Millionen Series C.
Und da war dann die Firmenbewertung über eine Milliarde?
Genau, eine Milliarde.
Und das war auch wichtig, um halt so diesen Unicorn-Moment zu haben?
Am Ende, das sage ich auch den Teams immer, wir machen das, um Weltmarktführer zu werden, und wir machen das, um zu zeigen, dass du aus Deutschland einen führenden Softwareanbieter wieder bauen kannst. Und da sind Finanzierungsrunden ein Teil der Journey, und natürlich hilft die Unicorn-Bewertung, das die Aufmerksamkeit irgendwie noch mal zu steigern. Wir haben das jetzt nicht gemacht, um Unicorn zu werden. Genau.
Und dennoch stelle ich mir vor, also 2 Knackpunkte: Du musst das System so bauen, dass es auch wirklich funktioniert. Und wie lange ist es von dem, man spricht einen Kunden an, bis die Lösung ist live?
Also ja, also man hatte so 2 Entscheidungspunkte. Einmal, wann sagt ein Unternehmen, ich will das mit euch machen, Paloa? Das dauert im Durchschnitt 3 Monate. Man merkt jetzt, dass das Sales Cycles, dass die wahnsinnig viel schneller werden. Wir haben jetzt einen über 10-Millionen-Dollar-Vertrag in 40 Tagen vom ersten Gespräch bis Signing unterschrieben, was wahnsinnig schnell ist. Da merkt man auch, was gerade in dieser Industrie passiert. Und wenn wir dann unterschrieben haben, bis zum Go-Live sind es im Durchschnitt 10 Wochen. Das ist so die—
und dann wird aber eure Technologie noch mal sehr stark angepasst auf den Kunden, logischerweise.
Genau, genauso, wenn du einen menschlichen Agent onboarden würdest, dann musst du ja auch trainieren, du musst Training für die Systeme machen, und genau das Gleiche musst du mit dem AI-Agent auch machen. Welche Systeme sind relevant, wie sind Prozesse für das bestimmte Unternehmen, all das musst du im Grunde auch machen.
Okay, und ihr habt es aber dann aktuell schon mehrere 100 Kunden live, sagst du?
Über 100 Kunden sind live, ja.
Und der Zielmarkt ist dann wahrscheinlich Tausende von Kunden, die man kriegen kann?
Ja, ja, genau. Also das ist ein Markt, der mehrere 100 Milliarden an potenziellem Umsatzpotenzial hat und damit einer der größten Softwaremärkte, die es gibt.
Das heißt, du bist ein bisschen so in der— noch bist du nicht irgendwie so wie, sagen wir mal, UiPath oder Celonis oder so, also die— oder Signavio waren auch mal so große europäische Softwarefirmen, die letzten Jahren so rauskamen, aber auf dem Sprung, das zu werden, und dann, wenn man das dann geworden ist, ist der nächste Sprung dann irgendwie SAP zu werden.
Exakt, das ist die Ambition.
Okay, aber ist natürlich schon auch dann gewaltig, ne? Ich meine, die sind ja schon jetzt wirklich Hunderte Milliarden wert, ne?
Ja, genau, aber das baust du natürlich auch nicht in 3 Jahren, sondern das dauert. Ich glaube aber, dass wir diese Ambition in Deutschland wieder brauchen. Ich glaube, dass eines der größten Probleme ist, dass wir leider oftmals viel zu klein denken. Warum können wir kein 500-Milliarden-Unternehmen aus Deutschland mal wieder bauen? Einer unserer Werte ist, dass du, und das versuche ich immer allen bei uns und auch Leuten im Interview zu sagen, wenn andere nicht sagen, dass die Ambitionen völlig crazy klingen, dann denkt ihr wahrscheinlich nicht groß genug. Und wie gesagt, es passiert nicht über Nacht.
Wer hat dir das beigebracht? Wie alt bist du jetzt?
Ich bin 32.
Also wer bringt dir sowas bei, so zu denken? Ist das deine eigene Einsicht, die du irgendwann jetzt lebst, oder wo hast du es abgeguckt?
Das ist eine sehr gute Frage. Ich glaube, das ging wahrscheinlich in meiner Schulzeit los, wo ich mir irgendwie große Ziele gesetzt hatte. Frag mich nicht warum. Und ich dann das Glück hatte, durch harte Arbeit einige dieser Ziele erfüllen zu können und das bestärkte dich darin, das weiterzumachen und immer wieder größere Ziele zu setzen und nur wenn du dir große Ziele setzt, kommst du irgendwie dahin und manchmal kommst du dann, manchmal nicht. Ich glaube, die Zeit in Harvard hat mich super inspiriert, weil du in einem Umfeld bist, wo alle wahnsinnig groß denken und wo du auch mit Leuten in Kontakt kommst, die Großes erreicht haben und die dir eigentlich, das sind auch nur Menschen, die halt sagen, du musst es nur wollen, du musst hart dafür arbeiten und dann ist alles möglich. Und ich glaube, das müssen wir noch viel mehr auch in die Köpfe in Deutschland bringen.
Und jetzt hast du da schon trotzdem relativ viel von der Firma weggeben müssen. Ich meine, wenn man so guckt, CapTable kann man ja auch sehen, Ist das einfach anders nicht möglich gewesen, so das Funding reinzubekommen? Wenn man die euch gehört, glaube ich, beide noch ungefähr 10%, ne?
Ungefähr, ja.
Also denkt man sich nicht, fuck, jetzt bin ich hier dabei, so ein Riesending, und oder motiviert dich das zu sagen, okay, dann brauche ich halt ein 100-Milliarden-Unternehmen, dann sind auch 10% 10 Milliarden?
Ja, genau. Ich habe lieber 5% an einem 500-Milliarden-Unternehmen als 50% an einem 100-Millionen-Unternehmen. Ich glaube, es ist Teil der Reise, und gerade wenn du so eine große Ambition hast und einen Markt hast, wo du viel Konkurrenz hast, dann musst du, dann gehört fremdes Kapital dazu, um schnell zu wachsen. Ich weiß nicht, ob du das Buch von Reid Hoffman Blitzscaling kennst. Reid Hoffman ist übrigens auch bei uns investiert, und in diesem Buch sagt er, es gibt Situationen in Märkten, wo Wachstum die ganz klar erste Priorität ist vor Effizienz, weil es halt, wenn du erstmal Kunden oder Märkte gewonnen hast, kommt die Effizienz oder kommen die Gewinne später. Und wir befinden uns in einem ähnlichen Moment gerade. Jetzt geht's um Wachstum und so viel von diesem Markt zu gewinnen, wie es nur irgendwie geht.
Das heißt, ihr habt jetzt ordentlich Burn, weil ihr jetzt irgendwie eine globale Organisation aufbaut, weil ihr die Marke vermarkten oder Kunden gewinnen müsst. Wahrscheinlich auch relativ hohe Kundenakquisekosten, stell ich mir vor. Also so einen großen Kunden zu gewinnen, das macht man jetzt nicht mit irgendwie Also nicht, wie man das so im B2C kennt, für 50 € konnte man irgendwie bei Zalando einen Kunden gewinnen oder sowas, früher für 30. Bei euch kostet wahrscheinlich 10.000 €, einen neuen Kunden zu gewinnen.
Genau, also signifikant teurer als im E-Commerce. Du musst dir natürlich am Ende immer die KPIs angucken und sind die nachhaltig? Und die sind wahnsinnig nachhaltig, sonst hätten wir diese Finanzierungsrunden nicht geraised. Aber natürlich ist es deutlich teurer.
Also wahrscheinlich sogar 10.000, wenn ich jetzt gerade so nachdenke, noch günstig. Das wäre wahrscheinlich sehr günstig.
Kunden, 10.000, die gebe ich dir. Ja, ja, es ist teurer.
Okay, okay, okay. Aber wer jetzt hier zuhört, wer muss sich angesprochen fühlen? Ab welcher Größe, du hast jetzt IKEA gesagt, so Riesenmonster, wie viel Umsatz oder irgendwie Mitarbeitern ist denn, oder, oder ja, Kundenzahl ist denn jetzt eine Firma vielleicht für relevant?
Ja, wir sagen mal, wenn du eine halbe Million Telefonate oder eine halbe Million Chats im Jahr hast, dann macht es Sinn, dass wir anfangen zu sprechen.
Okay.
Und eigentlich wissen die meisten Unternehmen, wie viel Leute anrufen im Jahr. Du musst schon relevantes B2C-Volumen haben.
Also Umsatz dann übersetzt irgendwie 100 Millionen Umsatz plus?
Das kommt sehr stark darauf an. Also wenn wir uns eine HSE angucken, die haben natürlich wahnsinnig viele Anrufe im Vergleich zu ihrem Umsatz. Wenn du dir B2B-Unternehmen anguckst, dann sind die Anrufe im Vergleich zum Umsatz viel, viel geringer. Deswegen ist es wahnsinnig schwierig zu sagen, was ist eine Umsatzschwelle. Es gibt Unternehmen, die 100 Millionen Umsatz haben, die so viele Calls haben. Es gibt aber Unternehmen mit einer Milliarde Umsatz, die nicht so viele Telefonate haben. Es kommt sehr stark einfach auf das Business an.
Und wie viele Leute habt ihr aktuell bei euch?
Über 300 Leute.
Im Kern in Berlin?
Wir haben viele in Berlin, also das ganze Engineering und Product sitzt in Berlin. Und da sind auch die meisten und der Rest ist in den USA.
Das heißt, ihr habt schon zu jetzt nach wie vor einer relativ frühen Phase, also die Firma ist jetzt so richtig relevant mit dem neuen Produkt, dann jetzt vielleicht 3, 4 Jahre erst alt, würde ich sagen. Ja, habt ihr schon entschieden, wir gehen jetzt auch nach USA und du bist jetzt ja auch selber nach New York gezogen und bist jetzt hier von hier aus tätig. Verliert man nicht den Fokus, muss man nicht erstmal Europa fertig machen oder sagst du, nee, das Thema ist so gewaltig und ich muss jetzt hier den Markt erobern, bevor er weg ist und andere diese ihre Claims eingeschlagen haben?
Ja, es ist immer sicherlich das Schwierigste, Fokus zu halten, aber gleichzeitig trotzdem die nächsten Schritte zu gehen. Und du bist natürlich in so einem schnell wachsenden Markt immer in dieser Herausforderung. Warum haben wir diesen Schritt gemacht? A, ist es als europäisches Unternehmen in den USA nicht einfach und du musst anfangen und es dauert Zeit, bis du im Grunde die ersten Erfolge feiern kannst. Und das irgendwie, je früher du das machst, desto besser. Insbesondere auch, wenn du amerikanische Investoren gewinnen möchtest, hilft es sehr stark, auch Traction in den USA zu haben. Und zweitens haben wir uns natürlich angeguckt, haben wir die richtigen Leute in Deutschland, denen wir vertrauen, dass sie das, auch wenn jetzt einige Dinge in den USA passieren, Deutschland erfolgreich machen können? Und das haben wir mit einem sehr klaren Ja beantwortet. Und keiner der Leute hat uns enttäuscht. Alle haben wahnsinnig Arbeit gemacht, Und deswegen war es die genau richtige Entscheidung.
Und dann bist du sozusagen, du hast mir erzählt, du saßt dann zu zweit hier, also in so einem kleinen WeWork, habt ihr in New York angefangen, hier den US-Rollout zu starten, und da war dann schon in Berlin richtig was los, da 100 Leute in Berlin, und der Chef sitzt hier.
Ja, also du musst, du fängst am Ende wieder so ein bisschen von null an, das ist wieder, dass du, das war so wie als wir 2017 irgendwie in unserem neuen Büro mit 3 Leuten saßen, so war das halt hier auch. Wir haben dann, sind dann zu dritt aus Deutschland rüber hatten dann eine Person schon geheuert in den USA und saßen dann in unserem WeWork da in einem Büro und dann fängst du an und musst dich beweisen.
Und hast du dann auch selber hier Kunden angerufen oder wie?
Wir haben dann, ja, wir haben Cold Calling gemacht, wir haben, du bist am Ende bei jedem Kundengespräch dabei am Anfang.
Aber Kundenakquise ist dann wirklich Cold Calling oder über LinkedIn Leuten anschreiben oder wie?
Wir machen, ja genau, wir machen Outbound über LinkedIn, Outbound über E-Mail, über Telefon, was übrigens immer noch am besten funktioniert. Wir kriegen Introductions von Investoren, also verschiedenste Arten und Weisen, wie wir an Kunden kommen. Und dann war das harte Arbeit, das hier in den USA.
Fliegst du quer durchs Land und triffst die Firmen und machst dann aber in der, versuchst sie zu überzeugen, da bei euch Genau, genau.
Das Spannende ist, dass auch da der Unterschied oft zwischen Deutschland oder Europa und den USA, amerikanische Firmen tendieren dazu, sehr laut zu sein über ihre Software, sind dann vielleicht ein bisschen hinterher in der Software, und wir tendieren dazu, nicht so laut über unsere Software zu sein, aber haben sehr viel Zeit da reingesteckt, dass Software auch wirklich funktioniert. Das heißt, keiner kannte uns, und dann musste man halt sehr stark über das Produkt argumentieren und zeigen, wie weit man eigentlich schon ist.
Habt ihr hier in den USA schon so amerikanische, so typische amerikanische Referenzkunden, die euch nutzen?
Ja, wir haben sehr, sehr große amerikanische Kunden. Wir können noch nicht über alle sprechen, aber haben gerade in den letzten 9 Monaten einige Fortune-200-Kunden gewonnen.
Okay, okay.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice. Also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine, kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt es außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Wie ist jetzt sozusagen die Roadmap? Macht man das jetzt bis zum IPO oder klopfen jetzt dann die anderen Firmen an und sagen, okay, was ihr macht, das passt ja super zu Oracle, oder Kohle ohne Ende. Also wenn du dir anguckst, jetzt vor kurzem Larry Ellison, der reichste Mann der Welt, irgendwie mit Oracle. Also kann man sich ja vorstellen, was diese Firmen alle für Bewertungen haben und für Balance Sheets zum Teil haben. Dann kommen die irgendwann und schnappen euch, oder, und dann sagst du, okay geil, jetzt kriege ich nicht 7 Millionen, sondern kriege ich halt irgendwie 7 Milliarden. Oder sagst du, ich ziehe es jetzt durch bis zum IPO?
Das ganz klare Ziel ist, Weltmarktführer zu werden, und da kann ein IPO ein relevanter Schritt sein. Wenn du dir Stripe oder Databricks anguckst, funktioniert das auch, wenn du dir aus dem Private-Market-Geld organisierst. Irgendwann werden die sicherlich auch ein IPO machen, aber das Ziel ist, mal wieder zu zeigen, wie große Softwareunternehmen wir bauen können.
Und ihr seid auch wirklich ausreichend Produkt und nicht nur Feature. Weil ich meine, man könnte ja auch sagen, das bauen halt— das Coole an euch ist ja aus meiner Wahrnehmung, ihr seid sehr tief integriert in den Kunden. Wenn er einmal mit euch arbeitet, dann habt ihr die Schnittstelle zu den ganzen internen Softwarelösungen, die da eingesetzt werden, und habt dann das abgestimmt. Und wenn man einmal einen Kunden hat, dann ist man da, wird man den so schnell dann nicht mehr los, sei denn, die Lösung performt gar nicht. Das ist schon ein großer Wert. Die Frage ist nur, ist das dann als Produkt auf Dauer ausreichend?
Ja, du sprichst ein richtiges Thema an. Man darf nicht so eine, man nennt es ja Point Solution, sondern muss eigentlich eine Plattform bauen. Und damit haben wir eigentlich vor anderthalb, 2 Jahren schon angefangen, dass im Grunde andere Unternehmen auf unserer Plattform aufbauen können beispielsweise, oder wir nennen es Composable Platform, das heißt große Enterprises können Teile von unserer Plattform nutzen, müssen aber nicht alles davon nutzen. Damit haben wir schon angefangen. Und das funktioniert auch extrem gut, aber du musst im Grunde eine Plattform bauen, um diese große Geschichte—
Was machen denn die anderen dann? Also was würde jemand machen, der auf eurer Plattform andockt?
Also wir haben beispielsweise E.ON, die haben auf unserer Plattform eine eigene Utility-Lösung gebaut, die sie an Utilities verkaufen. Also die arbeiten, E.ON an sich arbeitet mit uns, aber E.ON arbeitet auch mit uns als im Grunde ein Unternehmen, das auf unserer Plattform AI-Agent-Services für andere Energiedienstleister baut.
Und wenn du jetzt euch selber im Einsatz hörst, oder wenn ich jetzt, oder ein Hörer oder Hörerin da jetzt irgendwo anruft, wo ihr im Einsatz seid, ist es dann wirklich einfach schneller, dass man Antworten kriegt? Offensichtlich, das können wir vorstellen, aber wirklich jetzt besser, als wenn da jetzt ein kluger Mensch am Telefon wäre?
Das kommt sehr stark auf das Unternehmen an. Wir gehen davon aus, dass du in den nächsten 6 Monaten nicht mehr unterscheiden kannst, ob es ein AI-Agent ist oder ein Mensch. Also der Agent wird immer sagen, dass es eine AI ist, aber wenn du jetzt nur die Stimme und die natürliche Erfahrung dir anguckst, wirst du es nicht mehr unterscheiden können. Und was wir in den Zahlen sehen, ist, dass es effizienter wird, Kundenservice, und der Net Promoter Score oder der CSAT tatsächlich steigt.
Also die Menschen am Telefon sagen, das Telefon hat mir geholfen, hat mich jetzt weitergebracht.
Ja, und tatsächlich, es war besser als das, was ich vorher hatte. Und du musst dir einmal überlegen, wenn du den perfekten menschlichen Agenten hast, dann ist es ein wahnsinnig tolles Erlebnis. Das ist aber leider nicht die durchschnittliche Erfahrung, die die Leute im Kundenservice haben. Die durchschnittliche Erfahrung ist, dass sie lange in der Warteschleife hängen, dann werden sie mit der falschen Person verbunden, dann werden sie vielleicht mit einem Offshoring- oder Nearshoring-Agenten verbunden. Die Leute sind auch gerade für ein paar Wochen erst da, sind nicht richtig ausgebildet. Das heißt, die durchschnittliche Erfahrung ist einfach keine gute und da ist der durchschnittliche AI-Agent in den meisten Fällen einfach schon besser.
Und gehst du davon aus, dass in Zukunft dann AI-Agents, die ihr auf der Kundenseite baut, auch angerufen werden weiterhin von echten Menschen, oder haben wir dann irgendwann als Menschen auch irgendwie so eine Art Assistenz oder Copilots, die dann alle Arten von Anrufen, und dann das am Ende ich einfach nur sage, hier, klär das bitte mal für mich, und dann ruft mein Agent bei sozusagen deinem Kunden an?
Ja, ich glaube tatsächlich, dass beides passiert. Wir sagen zu unseren Kunden immer, ihr werdet mindestens mal 10-mal mehr Konversationen führen als heute. A, werden Homepages und Apps viel mehr conversational, das heißt, du musst nicht mehr durch irgendwie so ein kompliziertes Menü klicken, sondern du sprichst einfach mit der App oder mit der Homepage. Und zweitens werden die Leute nicht nur anrufen, sondern ein ChatGPT, ein Gemini, ein Siri wird für Kunden anrufen. Das heißt, du willst irgendwie, du ziehst um, willst deine Adresse ändern, musst du wirklich bei deinen 3 Versicherungen und E-Commerce-Läden und so anrufen oder sagst du einfach zu ChatGPT, hey, sprich mit diesen Unternehmen und dann führt ChatGPT eine Unterhaltung mit diesen Unternehmen und deswegen werden Konversationen signifikant ansteigen und das kann von Menschen alles gar nicht mehr abgefangen werden. Du brauchst einen AI-Agent, um all das abzufangen.
Was ich jetzt noch nicht genau bei euch verstanden habe, ist, Inwieweit ist alles von euch proprietär gebaut, sozusagen? Also euer eigenes LLM, eure eigenen Foundation Models heißt es, glaube ich. Und wo nutzt ihr jetzt noch sowas wie OpenAI-Technologie oder Microsoft oder sowas? Also da gibt's ja auch so immer die Wrapper sozusagen, die sich auf sowas draufsetzen und sagen, ich bin einfach gut im Vertrieb und habe eine tolle Idee, und dann bin ich so eine kleine Layer und darunter liegt aber am Ende OpenAI und man zieht sich so eine Zwischenmarge raus. Das finde ich auch ganz clever. Ist so die Frage, ob man da aus dieser Proposition heraus dann irgendwie einen Milliardenkonzern bauen kann.
Ja.
Wo seid ihr da?
Ja, wir nutzen OpenAI und externe Models. Wir bauen keine eigenen Modelle. Ich würde dir aber widersprechen, dass es nur ein kleiner Wrapper ist. Also ein kleiner Wrapper würde ja heißen, dass 90% der Value Creation von dem oder 80% vom Model kommt und der Rest im Grunde nur der Rapper macht. Das Modell sind aber am Ende nur 5 oder 10% der Wertschöpfung. Du musst gerade für große Enterprise-Unternehmen wahnsinnig viel um dieses Modell herumbauen. Das heißt, wie kann eine Business Unit überhaupt den AI-Agent briefen und das richtige Training machen? Wie wird dieser AI-Agent kontinuierlich besser? Wie simulierst du und evaluierst du diesen AI-Agent überhaupt? Wie integrierst du ihn in die ganzen Backend-Systeme? Wie deployst du ihn auf einer Homepage, in einer App, in der Telefonie, im Chat? Wie sicherst du, dass die Guardrails und die Compliance eingehalten wird? Wie deployst du das in verschiedenen Regionen und so weiter? Also es ist ganz viel, was du um dieses Modell herumbauen musst und das Modell am Ende ist nur ein kleiner Teil der Wertschöpfung.
Und aber da ist OpenAI jetzt, es gibt ja auch viel Diskussion darüber, was ist jetzt gerade das beste Modell, und gefühlt irgendwie jede Woche ist wieder ein neues, der bessere Scores hat und so. Aber guckst du dir das an oder sagst du, nee, wir haben uns jetzt einmal für OpenAI entschieden und das ist unser Partner?
Wir haben eine super starke Partnerschaft mit OpenAI. Am Ende ist es aber die Entscheidung unserer Kunden, welches Modell sie nutzen.
Also ihr könnt auch irgendwie—
genau, wir können auch, wir orchestrieren im Grunde die Modelle. Wir glauben auch, dass AI-Agents in Zukunft verschiedene Modelle nutzen für verschiedene Use Cases. Das können Modelle von verschiedenen Anbietern sein, das können aber auch verschiedene Größen von Modellen sein, weil du für ein einfaches Thema nutzt du ein kleines Modell, für ein sehr schwieriges Thema nutzt du ein großes Modell.
Das heißt sozusagen, unter eurem Gehäuse ist dann irgendwie ein OpenAI, aber auch dann noch irgendwie ein Tropic oder wie die alle heißen, könnte das auch sein, oder vielleicht parallel oder so. Genau. Und ist das auch eure Hauptkostenposition, diese Modelle zu bezahlen, oder ist es am Ende Marketingkosten und Personalkosten teurer?
Also wenn du dir die Softwarekosten anguckst, die irgendwo monatlich für uns anstehen, dann ist es tatsächlich, sind es die Modelkosten, die Tokenkosten für die Large Language Models, die die größten sind.
Ja, wenn man jetzt so liest, OpenAI macht das, weiß ich nicht, demnächst irgendwie 10 Milliarden Umsatz oder glaube ich ist schon mehr als das, dann kommen Teile davon von euch.
Das ist korrekt, ja. Ein Teil kommt von uns.
Und wie ist deine generelle Prognose auf AI? Offensichtlich bist du da super bullish, also wo verlaufen denn da in Zukunft dann die Grenzen? Also was machen dann noch Menschen, was nicht?
Das ist eine sehr gute Frage. Ich glaube, das ist, da könnte man jetzt 4 Stunden drüber philosophieren, weil ich glaube schon, dass sich die Arbeitswelt signifikant verändern wird in Unternehmen, weil AI immer mehr der Wertschöpfung übernehmen kann. Ich glaube immer noch, dass wir ganz am Anfang sind von dieser Entwicklung, aber wir sehen es Tag für Tag, wie viel Effizienz geschaffen werden kann durch AI. Und klar, ich bin sehr bullish, ja, sehe aber Tag für Tag, was tatsächlich möglich ist.
Aber also, wenn jetzt ihr bei Firmen pitcht, sagt ihr auch ganz konkret, ey, wir können eure Callcenter-Kosten oder eure Kommunikationskosten oder Personalkosten da irgendwie um, weiß nicht, Faktor 10 reduzieren oder sowas?
Es kommt da auch wieder sehr stark aufs Unternehmen an. Gibt es einen Mangel von Kundenservice-Mitarbeitern? Und in den meisten Fällen ist es der Fall. Das heißt, der Business Case, der sieht bei jedem Unternehmen irgendwie anders aus. Aber was—
ihr macht die Leute schon heiß, wenn ich hier so zuhöre, dann würde ich ja schon denken, Interessant, mal mit denen sprechen. Wenn die mir jetzt Millionen einsparen können, dann sollen sie mal kommen.
Genau, ja, sollen alle kommen. Ja, am Ende kann natürlich jedes Unternehmen sich effizienter machen und damit viel Geld sparen.
Ja, okay. Und Zukunft, sind dann viele Menschen arbeitslos, glaubst du, wegen AI übernimmt alles, oder sagst du, nee, war schon immer so? Es kamen neue Technologien und es gab da trotzdem mehr zu tun als vorher.
Ja, ich glaube, wenn wir uns Kundenservice angucken, dann müssen wir der Realität ins Auge blicken, dass es anders aussehen wird und dass die Anzahl an Kundenservice-Mitarbeitern, die insbesondere Level-1- und Level-2-Kundenservice-Anfragen gemacht haben, nicht mehr so benötigt werden, dafür aber andere Rollen relevant werden. Also es wird Supervisor geben, die im Grunde AI-Agents supervisen. Dann hast du halt eine Person, die 50 AI-Agents superviset. Und wir haben gerade gesagt, es gibt 10-mal mehr Konversationen mit Unternehmen. Das heißt, du wirst eine Menge AI-Agents brauchen. Es wird Leute brauchen, die AI-Agents trainieren und prompten. Das heißt, ich glaube, dass sich die Arbeitswelt verändern wird, aber wir müssen auf jeden Fall der Realität ins Auge schauen, dass sich die Arbeitswelt verändern wird.
Und aber ich habe immer so den leisen Verdacht am Ende, wenn man immer so diese AI auch gerade im Voice-Bereich hört, dadurch ist man auch schon so oft enttäuscht worden, also von den damaligen Bot-Generationen und dann auch von Alexa. Das war ja am Ende auch ja fast eine enttäuschende Experience, wenn man überlegt, dass Amazon das da so hochgepitcht hat. Dann gab es ja auch so Alexa-Agenturen, wie ich hatte auch mal bei meinem Kumpel André mit investiert und so. Es war dann wahnsinnig schwer, dachte man schon, jetzt kommt eine neue Welt mit neuen Applikationen dafür, kam alles nicht. Stattdessen kamen so Erfahrungen wie, weiß ich nicht, man redet mit irgendwem und denkt sich, ey, das gibt's doch jetzt gar nicht, jetzt lege ich frustriert auf. Das ist so, aber du sagst, das ist so nicht, es ist wirklich seamless. Und wenn man bei euch quasi anruft oder bei euren Kunden, dann empfindet man das als cool.
Ja, tatsächlich glaube ich, dass das einfach Es ist eine neue Welt und es ist nicht— man hat ja in Technologie manchmal so 20% Evolutionsschritt, das wird ein bisschen besser. Das, was die letzten 2 Jahre passiert ist, ist halt 10x besser und deswegen ja, die Erfahrungen sind auf einem ganz anderen Level und ich glaube, das ist da, wo wir uns hin entwickeln in der Kundenkommunikation.
Liquidität ist der Treibstoff für alles Wachstum, aber lange Zahlungszyklen binden häufig wertvolle Liquidität oder wertvolles Kapital. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Sage ins Spiel. Sage beschleunigt mit Sage Intacct den gesamten Prozess von der Leistung bis zum Zahlungseingang. Die Fakten sprechen für sich: Die Zeit bis zum Zahlungseingang sinkt von etwa 120 auf unter 70 Tage. Eure Rechnungszyklen werden über 50% kürzer. Der Monatsabschluss ist bis zu 73% schneller fertig. Ihr trefft Entscheidungen endlich auf einer aktuellen Datenbasis. Das heißt weniger Kapitalbindung und mehr Liquidität für Investitionen. Und mit dem KI-gestützten Finanzmanagement habt ihr den ganzen Cashflow jederzeit im Blick. Über 2 Millionen Kunden weltweit vertrauen auf die Cloud-Lösung von Sage. Extra für OMR-Hörer gibt es außerdem jetzt ein exklusives Angebot. Ihr bekommt 20% Rabatt auf die ersten 12 Monate. Das Angebot gilt für Sage Intact inklusive dem Sage Copilot bis 31.12.2026.
Aber am Ende bist du auch ein Beispiel dafür, dass es jetzt möglicherweise doch gelingt, aus Deutschland heraus eine große Milliarden oder demnächst vielleicht dann mehrere Milliarden Softwarefirma zu bauen. Das hat es ja seit Celonis und Signavio eigentlich nicht mehr gegeben, oder fällt dir was ein?
Ja, es gibt ein paar Firmen, aber jetzt nicht auf der Größenordnung von Celonis. Es gibt noch Contentful aus Berlin beispielsweise, es gibt Personio, aber ja, es gibt nicht sehr viele Beispiele auf jeden Fall.
Und woran liegt's? Ich meine, es klingt jetzt so, als wenn es relativ reibungslos für euch klappt.
Woran liegt das? Ich glaube, a) die Ambition, dass wir in Deutschland, glaube ich, größer denken müssen. Du hast natürlich eine andere Möglichkeit, Kapital einzusammeln, wenn du die Ambition hast und auch schnell in die USA gehst.
Aber also es ist euch auch gelungen, das Kapital zu bekommen. Ich glaube, das Das kriegt man hin, absolut.
Ich glaube, es kommt da viel zusammen. Du brauchst die Ambitionen, du brauchst natürlich irgendwie ein Team, das super hart arbeitet. Gerade wenn es um Software geht, musst du relativ schnell den Schritt in die USA wagen. Da muss sich das Team auch zu committen und auch Celonis Alex und Basti sind auch super schnell und super früh in die USA gegangen. Das sind alles Dinge, die du machen musst, und wenn du nicht so groß denkst, wenn du nicht in die USA gehst, dann wirst du es schwieriger haben, von amerikanischen Investoren Geld einzusammeln, dann wird es halt schwieriger.
Aber es ist schon erstaunlich, wenn man guckt, wie es jetzt bei dir klappt, also ich meine, du sitzt ja selber drin und weißt jetzt, wie schwierig es war und wie glücklich es war oder nicht, aber wir reden ja von so einer Softwarewelt schon seit jetzt 10 Jahren oder 20 Jahren. Und dann kommen wir auf 3, 4, 5 Firmen. Also Contentful hatte ich nicht im Blick, stimmt, Personio. Dann ist es im Milliardenbereich, sind es dann gar nicht mehr so viele, ne?
Nee, und das, du hast natürlich auch in den USA ein anderes Netzwerk von anderen erfolgreichen Softwarefirmen, die dann wieder, wo viele Leute dann aus diesen Softwarefirmen kommen und neue gründen und dann Investitionen bekommen von den Gründern der anderen Firmen. Und du hast natürlich ein ganz anderes Ökosystem, wenn du jetzt irgendwie irgendwie im Valley oder auch in New York bist, als du es in Europa hast. Und das hilft natürlich. Und da müssen wir, glaube ich, in Deutschland viel mehr machen, dieses Ökosystem viel mehr aufzubauen und jungen Gründerinnen und Gründern zu helfen, zu zeigen, wo es hingehen kann, was ist der richtige Weg dorthin, wie sammelst du die richtigen, wie holst du die richtigen Investoren an Bord, was sind die richtigen Schritte in die USA, weil am Ende Die meisten Gründer machen es das erste Mal und es gibt ja nicht das eine perfekte Playbook und da ist das Ökosystem in Deutschland sicherlich noch deutlich, deutlich zurück im Vergleich zu dem, was in den USA drin ist.
Müsst ihr nach eurem Businessplan in den nächsten Jahren noch mal neu raisen?
Das ist also, müssten wir raisen? Nee, wir könnten das Ganze auch profitabel machen. Sollten wir raisen, wenn wir wirklich Market Leader in diesem Markt werden möchten, dann ja. Weil dafür ist es zu kompetitiv und dafür, wenn deine Konkurrenten Geld einsammeln, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du auch Geld ansammeln musst, weil du natürlich ebenfalls schnell wachsen möchtest in weitere Länder und so weiter. Und wenn du in weitere Länder gehst, sind die Länder initial erstmal nicht profitabel. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Finanzierungsrunden kommen, ist relativ hoch.
Okay, also seid ihr gerade schon wahrscheinlich dabei? Gespräche führen?
Also natürlich spreche ich regelmäßig mit Investoren. Wir versuchen aber das Ganze sehr, sehr fokussiert zu machen. Also letzte Finanzierungsrunde Series C, die ging 15 Werktage, also tatsächlich 3 Wochen von erstes Gespräch bis Termsheet Closing.
Und dann kamen da über 100 Millionen rein innerhalb von 3 Wochen.
Genau, genau, weil wir glauben, am Ende brauchst du einen Fokus. Und wenn ich jetzt die ganze Zeit irgendwie so ein bisschen Fundraising machen würde, dann würde ich halt andere Dinge nicht machen oder auch die Leute im Team, die sich ums Fundraising kümmern. Das heißt, gerade sind wir nicht im Fundraising, gerade sind wir dabei, das Unternehmen weiter groß aufzubauen.
Eure sozusagen Vertriebstruppe hier in den USA, das sind alles Amerikaner, die ihr dann selber abgeworben habt von Salesforce, von anderen großen Softwarefirmen?
Genau, in den USA haben wir sehr viele Amerikaner.
Primär, oder Leute aus den USA geholt, die Erfahrung ja logischerweise schon haben, die vielleicht schon Kunden mitbringen und Netzwerk mitbringen und sowas, die holt man dann rein.
Genau, das ist auch ein spannender Unterschied zwischen Deutschland und den USA. Du hast in den USA sehr viel Talent, das aus sehr erfolgreichen Softwarefirmen kommt. Klar, wenn du in Deutschland weniger erfolgreiche Softwarefirmen hast, hast du natürlich weniger Leute, die diesen Weg schon mal gesehen haben und schon mal gemacht haben.
Und warum New York und nicht West Coast oder Silicon Valley?
Wir haben super viele Kunden auch an der Ostküste und die 6 Stunden Zeitverschiebung ist natürlich signifikant einfacher als 9 Stunden, deswegen haben wir uns für New York entschieden und ich glaube, es war auch richtig so.
Und dann planst du jetzt so die nächsten 2, 3 Jahre hier zu sein, bis es hier läuft und dann wieder zurück?
Das Ziel ist, die nächsten Jahre auf jeden Fall viel Zeit hier zu verbringen und das ist natürlich immer auch hin und her. Ich bin auch viel in Berlin und Das ist immer ein Hin und Her, aber ja, der Fokus ist weiterhin global zu agieren und nicht nur Europa.
Okay, das heißt aber jetzt USA, Europa, und dann in Europa seid ihr schon in anderen Märkten außer Deutschland? Also ist dann schon irgendwie Frankreich und so überall unterwegs?
Ja, wir haben vereinzelt schon Kunden in Europa und wir machen es jetzt deutlich strukturierter, werden jetzt ein Office in London eröffnen, das London und den Nordics, also UK und Nordics macht. Und das wird jetzt Schritt für Schritt weiter ausgebaut.
Interessant ist also im E-Commerce, da fängt man ja an Deutschland und dann macht man als Nächstes mal vielleicht Polen und Frankreich. So im Softwarebereich macht man das nicht, da macht man, wenn man merkt, in Deutschland es läuft einigermaßen, dann geht man sofort USA, weil man den Markt im Griff haben muss und dann kann man immer noch zurückgehen quasi.
Exakt, Amerika ist mit Abstand der größte Softwaremarkt der Welt und das siehst du auch, die Größenordnung an Verträgen, die man hier in den USA schließt.
Euer größter Kunde, müsst nicht sagen wer, Was für Vertragsvolumina reden wir da?
Da geht es dann schon über mehrere Millionen pro Jahr, die die zahlen.
Okay, okay, beeindruckend, krass. Also ja, finde ich ja wirklich, mit 32 jetzt so ein Ding hingestellt zu haben und ja noch mitten dabei zu sein. Nächste Finanzierungsrunde, was erhoffst du dir? Also schafft man dann schon den Sprung auf 5, 6 Milliarden Bewertung?
Wir versuchen immer nicht über Bewertungen zu sprechen, die in der Zukunft liegen, versuchen hart zu arbeiten, dann werden wir sehen, wo wir landen. Aber eine nächste Finanzierungsrunde wird sicherlich kommen.
Ich meine, ihr habt jetzt ja geraced in der Zeit, muss man noch mal zur Sicherheit klarstellen, wo die Multiples nicht mehr so waren wie jetzt vor, noch weiß ich nicht, während der Pandemie. Dann hattest du, weiß ich nicht, 1 Million Umsatz und dann war sofort Faktor 100 drauf teilweise. Oder gab ja auch bei vielen Firmen dann so Faktor 50 auf den Umsatz und sowas. Das war jetzt ja vor Anfang des Jahres noch nicht mehr so. Das heißt, eure Multiples waren ja da schon deutlich, deutlich runtergekommen. Und wenn du jetzt in die Zukunft schaust, dann wirst du wahrscheinlich auch wieder mit etwas niedrigeren Multiples denken müssen, wahrscheinlich, ne?
Ja, es kommt total darauf an. Ich glaube, das Multiple, das gezahlt wird, hängt sehr stark davon ab, was Investoren in dir sehen. Und wir sind natürlich noch in einem Umfeld, in einer Situation, wo wir so starke Wachstumsraten haben, dass jetzt nicht das normale Multiple, dass du irgendwie bei Growth-Stage-Softwarefirmen annimmst, die 20, 30% wachsen, sondern wir wachsen, also wir haben jetzt hier über 4,5x sind wir gewachsen. Bei so starken Wachstumszahlen geht es vielmehr darum, was glauben Unternehmen, kann das Unternehmen in 2, 3 Jahren.
Okay, also Umsatz mal 4 bis 5 pro Jahr.
Genau, also ja, Jahr über Jahr, also von August zu August.
Wie bist du eigentlich an Reid Hoffmann gekommen, weil du gerade meintest, dass der bei euch investiert ist?
Einer unserer Investoren hat aus dem Intro gemacht und dann habe ich mit Reid gesprochen und der fand das spannend und dann hat er gesagt, da bin ich dabei.
Hast du eigentlich andere Promis dieser Art bei dir am CapTable?
Wir haben Mario Götze und Bastian Schweinsteiger dabei.
Wie kam das? Mario ist ja bekannt, der macht ja viel sozusagen.
Ja, Mario macht viel. Auch da habe ich ein Intro bekommen und dann fand Mario das cool und dann hat er gesagt, macht er. Bastian ebenfalls, war sein erstes Startup-Investment tatsächlich.
Wirklich? Ja, der ist jetzt total verwirrt und denkt sich, wie geil ist das denn?
Genau, genau.
Aber also mit denen hat man jetzt nicht regelmäßig Kontakt oder so, das ist ja, da haben wir dir mal das Geld überwiesen und das ist, oder, oder können irgendwie helfen?
Ja, Mario ist schon sehr engaged, also der ist schon, der, der beschäftigt sich schon sehr stark mit, mit dem, was er da macht, und ja, mit dem spricht man regelmäßig mal, was, was er so sieht und Der macht dann dank dir mit auf sein Geld, auf sein Investment.
Ich weiß ja nicht, wie viel es gewesen ist. Wahrscheinlich werden es 50.000, 100.000 Euro gewesen sein. Macht er dann irgendwie so 10, 15, 20 Mal seinen Return, ne?
Im Moment sieht das auf jeden Fall ganz gut aus für ihn.
Also im Moment sieht es wahrscheinlich so aus, oder? So würde ich jetzt tippen.
Er war relativ früh dabei. Ich glaube, in der Series A ist Mario dazugekommen und darauf gibt es einen guten Return auf jeden Fall.
Also jetzt gut heißt dann schon 10 oder so, ne?
Ja, über 10.
Gut, ja, da muss er schon ein Jahr für Fußball spielen oder zwei.
Wenn man richtig investiert, dann funktioniert das, aber man guckt sich dann natürlich auch nur die an, die funktioniert haben. Es gibt natürlich sicherlich auch einige, die nicht funktioniert haben. Am Ende musst du den Durchschnitt nehmen.
Und ansonsten, der erste Eindruck von USA, ist das hier so, die ganze Tech-Szene sehr anders als in Deutschland?
Also das Ökosystem ist schon größer natürlich. Ich glaube, der große Unterschied in den USA ist, dass die Mein Gefühl, die Entscheidungsgeschwindigkeit ist deutlich schneller und dadurch werden schneller Dinge entschieden und umgesetzt. Das geht los beim Hiring. Wenn du in den USA jemanden heuerst, dann geht das relativ schnell, dass die Person in 2 bis 4 Wochen anfängt. In Deutschland dauert das 3 bis 4 Monate und das hast du, das ist schon Unterschied in der Kultur, wie schnell du Entscheidungen treibst.
Und gerade so im AI-Bereich ist das Thema, also ist es denn ja auch hier unregulierter und also jetzt positiv formuliert freier und es hilft euch das oder ist es, also da gibt es ja auch zumindest dem Lesen und Hören nach große Unterschiede.
Jein, also im Day-to-Day siehst du keinen großen Unterschied. Du hast schon schnellere Entscheidungen in den USA, in unserem bestimmten Bereich gibt es jetzt noch keine Einschränkung, was Anwendungsfälle angeht, im Vergleich USA zu Europa. Wir gehen davon aus, dass es in Zukunft mehr reguliert wird in Europa, wo wir uns schon drauf einstellen können, wo amerikanische Unternehmen, die nach Europa kommen, sich erstmal drauf einstellen müssen. Also es kann auch, kannst du auch als Chance sehen für europäische Unternehmen, aber jetzt im Day-to-Day ist kein großer Unterschied.
Hast du schon selber ein bisschen was vom Tisch genommen und sozusagen Spielgeld zum Investieren?
Ich habe beispielsweise einmal Secondary gemacht, um meiner Mutter eine Wohnung zu kaufen. Ich mache aber nicht viel Investments, weil ich mich fokussiere auf die Firma.
Okay, krass. Da kommt so eine ganze neue Generation von Leuten, die da jetzt Sachen aufbauen. Ich erinnere mich an so einen Christian Hacker oder Erik, also die im Fintech-Bereich ja auch große Sachen machen, muss man wirklich sagen. Mit Trade oder Scalable oder so. Jetzt bei dir, es gibt sie da auf jeden Fall, die jetzt Generation, die jetzt krass Sachen baut, auch nach Rocketta.
Auf jeden Fall, die gibt es, und ich glaube, da werden auch viele weitere folgen, und wir müssen alle weitermachen und groß denken, und am Ende ist es eine Journey, um das nächste SAP zu bauen oder eine Firma in der Größe von SAP, Das brauchst du nicht in 5 Jahren, sondern es dauert 10, 15, 20 Jahre.
Hast du denn den Sam Altman mal kennengelernt?
Nee, ich hätte ihn nächste Woche tatsächlich treffen können, aber wir haben eine eigene Konferenz, deswegen funktioniert das alles nicht.
Aber auf einer Konferenz oder auf einer Veranstaltung?
Es gibt so ein kleines Treffen von Kunden und Partnern eingeladen.
Ach, von OpenAI sozusagen? Klar, als großer Kunde wird man dann ab und zu— okay, verstanden. Na gut, okay, also wir bleiben da gerne dran. Ich finde es total interessant zu sehen. Wir haben gerade einen Podcast gemacht über die SAP-Journey, die geht jetzt ja über seit 70er Jahren, also jetzt fast 50 Jahre, und bis heute weiß man noch nicht so genau, jeder in Deutschland, was die eigentlich so ganz genau machen, aber dass sie krass erfolgreich sind und dass dann den Gründern heute irgendwelche Fußballvereine, Ähnliches gehören. Jetzt gucken wir mal, jetzt sind wir bei deinem Journey oder eurem Journey jetzt ein bisschen früher mit dabei als bei SAP, versuchen das mal jetzt von jetzt ein bisschen zu begleiten. Mal gucken, wann du dann irgendwie anfängst mit Fußballverein oder wie weit es da trägt, ob du irgendwie auch irgendwann so America's Cup segelst, so wie die SAP-Kollegen. Also ich würde mich freuen, weil das hieße ja, dass dann wirklich gelungen ist, da was Geiles zu bauen. Vielen, vielen Dank, dass du hier mal in New York hier reingestolpert bist.
Gerne, Philipp, danke für deine Einladung.
Alles klar, ciao, ciao. Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt's jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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