OMR Classic: 10 Jahre OMR Podcast – die erste Folge
21 Nov 2025 · 43 min
In dieser Sonderfolge zum 10‑jährigen Jubiläum des OMR‑Podcasts wird die allererste Episode von vor genau zehn Jahren erneut ausgestrahlt. Gastgeber Philipp Westermeyer führt ein langes Gespräch mit dem langjährigen Gast Sven Schmidt, das von den Anfängen des Podcasts über die Entwicklung von Online‑Marketing, AdTech und Venture‑Capital bis hin zu aktuellen Markt‑ und Branchen‑Insights reicht. Die beiden diskutieren die Schwierigkeiten, in Europa im AdTech‑Ökosystem zu investieren, analysieren Unternehmen wie Yieldify, Ströer, Adjust und Criteo und beleuchten die Unterschiede zwischen US‑ und EU‑Startup‑Umfeldern. Sie teilen operative Learnings aus dem Betrieb eines der größten deutschen Online‑Games (Penner‑Game), sprechen über die Rolle von Inkubatoren im Zeitalter von Mobile‑First, Media‑for‑Equity‑Modelle und die wachsende Bedeutung von Marken‑ und Sport‑Marketing (DFB‑Skandal, Lufthansa‑Siegerflieger). Zwischendurch gibt es mehrere Sponsor‑Read‑Segmente (Qonto, Hiscox, Nespresso, Sage, OMR Education). Abschließend reflektieren die Gäste, welche Themen im Podcast bislang nicht in der Presse behandelt wurden und welche zukünftigen Trends sie erwarten.
Chapters
Normalerweise erscheint eine Classic-Folge, also eine Aufnahme, die wir vor vielen Jahren gemacht haben, die wir immer noch für spannend halten, immer am letzten Freitag eines Monats. Diesmal ist es anders, denn in diesen Tagen feiern wir das 10-jährige Jubiläum des OMR-Podcasts. Vor genau 10 Jahren haben wir angefangen, und zwar mit genau der Folge, die wir jetzt gleich noch mal ausstrahlen wollen. Zu Gast war mein langjähriger Stammgast Sven Schmidt. Wir haben damals gesprochen über Werbetechnologien, über Vermarktung von Sportlern und Themen, die halt vor 10 Jahren in unserer Welt relevant waren. Die ganze Reise des OMR-Podcasts fing also mit dieser Folge vor 10 Jahren an. Seitdem ist viel passiert für die gesamte Podcast-Branche als natürlich auch für den OMR-Podcast und für mich. Dazu gehört auch, dass wir damals ganz anders aufgenommen haben. Ich war teilweise alleine mit meinem Mikrofon unterwegs, habe dann nachher selber Files hochgeladen. Mittlerweile eine ganz andere Operation. Wir haben verschiedenste Menschen, die als Audioproducer, als Videoproducer, als Redakteure, als Projektleiter für den Podcast arbeiten. Das hat sich alles entwickelt. Wenn ihr den Sound jetzt heute hört, werdet ihr wahrscheinlich umhinkommen zu realisieren, dass damals ein paar Dinge anders waren. Wir haben uns trotzdem bemüht, das meiste rauszuholen. So, und jetzt 10 Jahre zurück, Trip down Memory Lane mit Sven Schmidt. Auf geht's!
Der Online-Marketing-Rockstars-Podcast. Im Gespräch über digitales Marketing und manchmal, was sonst noch so los ist.
Der Online-Marketing-Rockstars-Podcast mit Philipp Westermeyer.
Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt's im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram. Und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertungen natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de.
Ich habe mir lange überlegt, wen lade ich ein, wen brauchen wir auf dem ersten Rockstars Podcast, damit die Leute, die ihn durchhören, nachher das Gefühl haben, Das hat sich gelohnt, das muss ich durchhören, da weiß ich echt viele neue Sachen, das kann ich in keinem Managermagazin lesen. Und ich glaube, so jemanden haben wir da. Ich erlebe das nämlich häufig mit meinem Freund Sven, der heute da ist, dass ich nach einem Treffen oder einem Telefonat oder so nach einem abendlichen Basketball gucke und denke, krass, was man so alles Neues erfährt. Sven Schmidt ist da. Ich habe Sven kennengelernt vor fast 10 Jahren oder so, als ich noch bei Gruner war und Sven mal da eine Gründung von ihm gepitcht hat. Hat er nachher nicht gemacht. Ich glaube, es war auch nicht so schlimm. Wir sind uns dann wieder begegnet, kurze Zeit später eigentlich, da haben wir Festplatzvermarktung gemacht und Sven hatte eine Riesenwebseite damals im Spielebereich und dann haben wir uns irgendwie über Basketball und Fernsehgucken und Sportgucken angefreundet. Aber vielleicht ganz kurz, Sven, erzähl doch mal selber, was machst du heute, wie bist du so in diese Venture-Szene und Digitalszene reingerutscht?
Erstmal vielen Dank für die Blumen und vielen Dank für die Einladung. Freut mich sehr, hier heute beim initialen Podcast dabei zu sein. Du hast ja schon ein paar Sachen gesagt, Aktuell mache ich weiterhin ICS. Das ist hier in Hamburg sozusagen eine kleine Onlinefirma, die sich um verschiedene Themen kümmert. Und wir haben auch ein paar verschiedene Investments gemacht, hatten halt auch mal die Mehrheit an dem Penner Game, was mal ein Riesen-Onlinespiel war. Ich selbst war 2 Jahre Venture Partner bei einer deutschen VC-Firma mit dem Namen Earlybird und war 4,5 Jahre Venture Partner bei Accel Partners in London im Büro. Sicherlich eine der größten und erfolgreichsten VC-Firmen weltweit. Und dementsprechend über ICS, aber auch privat auch einige Investments im Onlinebereich. Und aktuell gucke ich mir immer wieder neue Themen an und macht natürlich auch immer Spaß, mit dir dann auch solche Sachen wie AdTech-Themen zu bequatschen.
Ja, fangen wir mal an. Du bist, oder wir reden viel über Investments, über die Online-Marketing-Branche. Eigentlich am Rande ist ja gar nicht dein Kernthema. Du bist ja irgendwie von Hause aus, wie man sagen kann, VC, hast da viel gemacht. Sag mal ein paar Worte zum AdTech- und VC-Ökosystem.
Du weißt ja, Philipp, dass trotz eures, ich glaube, ihr habt ja so ein Musterportfolio auf der Webseite, dass ich ja eher AdTech-Skeptiker bin und auch glaube, wenn überhaupt als VC, dass man das in den USA machen kann, weil man dann natürlich irgendwie viel näher an den relevanten Ökosystemen, ob es nun irgendwie im mobilen Bereich Google oder Apple sind oder Microsoft oder Facebook im Desktop-Browser. Es ist, glaube ich, sehr, sehr schwer, aus Europa so nah an das Ökosystem zu kommen und dann dort wirkliche Plattformen aufzubauen. Ich glaube, AdTech per se ist auch sehr, sehr schwierig zu investieren, weil es sozusagen alle 5 Jahre oder alle 3 Jahre wird eine neue Kuh durchs Dorf getrieben. Und da muss man wissen, wann man einsteigt, wann man aussteigt, wann ist das potenzielle IPO-Fenster offen. Viele Ad-Tech-Firmen in dem Online-Marketing-Bereich, die skalieren halt oftmals komparativ zu anderen Startups sehr schnell ihren Umsatz. Aber manchmal übersehen dann Investoren, dass der Umsatz vielleicht zu sehr an Personen hängt und gar nicht über das Netzwerk des Gründers skalierbar ist. Oder sie übersehen, dass der Umsatz sehr niedrigmargig ist. Oder sie übersehen halt, dass es, keine Ahnung, da wird ein Performance-Budget mal dahingeschoben. Und wenn dann eine Agentur damit gut umgeht, dann bleibt es da. Aber wenn dann der Kanal, den die Agentur bedient, wieder zugeht, ist es auch genauso schnell wieder weg. Das heißt, die ganzen Umsätze, die man da sieht, sind halt oftmals ja überhaupt nicht vergleichbar mit, sage ich jetzt mal, Software-as-a-Service-Umsätzen, wo man eigentlich sagen kann, die 1.000 €, die ich jetzt heute von dem Kunden im Monat bekomme, die kann ich 60 Monate fortschreiben mit einer Wertschöpfungstiefe von 98, 99%. Und wenn man jetzt sagt, okay, zum einen ist es in Europa sehr, sehr schwer, nah an das echte Ökosystem zu kommen. Zum Zweiten ist diese Industrie von unglaublichen Wellenbewegungen geprägt. Und drittens werden da oft irgendwelche Außenumsätze mit wirklichen Innenumsätzen verwechselt. Die 3 Sachen machen mich da sehr skeptisch.
Sprechen wir mal über die Konferenz. Da hatten wir in diesem Jahr eine Firma, wo du vorher zu mir meintest, als ich dir erzählt habe, wen wir da zeigen als Companies to Watch, Und dann meintest du, boah Philipp, die eine da, Yieldify, war das, die findest du richtig cool. Yieldify, ganz kurz, ist ja eine Firma, die sozusagen baut man im Shop ein und dann ermöglicht die halt dem Shopbetreiber, Kunden spontan noch andere Angebote anzubieten, oder wenn der Kunde gehen möchte, noch mal so eine Retention. Mehr oder weniger in Deutschland gestartet als Affiliate-Partner für viele Shops. Und wie gesagt, der Deutschlandgeschäftsführer war auf der Bühne, die waren damals so, ich glaube, 40 Leute, kamen aus UK oder waren auch in New York, sind so damals unterwegs gewesen, schon globaler, aber waren noch nicht so richtig fett und waren gerne mal auf der Bühne. Und du meintest damals, ich würde am liebsten da investieren, die finde ich richtig geil. Warum eigentlich?
Also letztendlich ist das ja, entweder nimmt man als Produktgeschäft oder man nimmt Software-as-a-Service-Geschäft. Also sie sind jetzt meines Erachtens eigentlich kein klassisches Ad-Tech-Geschäft, sondern die verkaufen ja eine Enterprise-Software, wenn du so willst. Haben natürlich einfach extrem hohe Margen, ja. Also in Deutschland würde man sagen DB-Marge, im Anglizismus wäre das Gross Margin. Das heißt, wenn die jetzt in einem E-Commerce-Shop ihr Produkt verkaufen, haben sie wahrscheinlich ein bisschen irgendwie Implementierungskosten initial und haben sie so ein bisschen Service- bzw. Supportkosten, aber eigentlich ist das ja 99% Margengeschäft. Und wenn man in so einem Bereich einmal eine Marke etabliert hat und einmal weiß, wie Vertrieb geht, ob ich dann das Produkt in einem Land oder global in 50 Märkten vertreibe, die Produktkosten steigen nicht. Und ich glaube, dass Yieldify da a) vorne mit dabei war, b) Vertrieb kann und das Ganze ja auch in Deutschland gut ausgerollt hat. Und die Kombination macht es dann natürlich irgendwie sehr, sehr interessant. Das ist dann ja auch sehr ähnlich, wenn ich mir angucke, ja, so eine SAP kauft E-Commerce-Software, so eine Oracle interessiert sich dafür. Und wenn man sich anschaut, was solche großen Firmen für strategische Akquisitionspreise zahlen, dann ist es nicht nur per se ein gutes Business, sondern es gibt auch hochattraktive Exit-Kanäle dafür. Und daher, ich kenne jetzt die Details nicht, was jetzt Google Ventures für eine Bewertung gezahlt hat, aber die haben dann ja an Yieldify, glaube ich, substanziell investiert. Und das halte ich für ein sehr gutes Investment von denen.
Sag mal, in Deutschland vielleicht dann noch mal die Story von Ströer. Wir haben da vor kurzem auch drüber geschrieben. 3,8 Milliarden Euro Marktkapitalisierung in den letzten Jahren aufgebaut, kaufen massiv zu. Und jetzt nach deiner Logik würde ich sagen, kontrollieren zumindest das eine Ende, nämlich viele Publisher, viele Werbeflächen. Außenwerbung natürlich, aber auch halt online besser?
Also ich glaube, bei Schröder muss man natürlich erstmal den Beteiligten gratulieren, wie stark da der Börsenkurs gestiegen ist. Das habe ich auch mit einem Auge mitbekommen. Ich glaube persönlich, ist es— ich habe euren Post gelesen dazu— ich würde das jetzt nicht alleine auf diese Akquisitionen im Ad- oder Ad-Tech-Bereich zurückführen, sondern ich würde sagen, sind da mehrere Effekte, die man eigentlich sauber auftrennen müsste. Durch das billige Geld, durch die Asset Price Inflation, die wir durchs billige Geld getrieben sehen im Markt, ist natürlich so, dass die sicheren Cashflows von Ströer aus ihrem klassischen Außenwerbegeschäft, die werden halt jetzt mit einem signifikant geringeren Zinssatz diskontiert und dadurch ist der Teil des Geschäftes einfach auch mehr wert geworden. Das ist parallel passiert zu diesen digitalen Akquisitionen. Aber ich glaube, es ist halt sozusagen, das sind zwei Treiber in der Aktie. Und dazu kommt auch noch, dass ich glaube, viele Anleger dachten, dass der Außenwerbungsmarkt vielleicht durch die Digitalisierung gefährdet ist. Ich glaube eher, dass die Digitalisierung noch ein Upside da ist, indem ich halt diese ganzen, nenn es irgendwie manuellen Kosten, dieser Auf- und Abrüstung von den Werbeflächen, wenn diese Werbeflächen komplett digital werden, kann ich diese 20%-Kosten, die gehen gleich null, und ich kann anfangen, Außenwerbefläche tagesweise zu verkaufen, anstatt irgendwie wochen- oder monatsweise. Und in dem Digitalbereich glaube ich, So eine Akquisition wie jetzt T-Online, wo man natürlich auch dann den Kundenzugang kauft, die hat natürlich eine gewisse Nachhaltigkeit. Und ich glaube halt, dass Ströer, eine Kernkompetenz von denen ist es, dass sie halt sehr gut Werbung verkaufen können, also ganz vertriebsstark. Und da können die natürlich ihre Kontakte, die sie jetzt im klassischen Außenwerbungsbereich haben, relativ gut nutzen, um dann dort digitale Produkte reinzuverkaufen. Das heißt, die haben Zugang zu den Mediaagenturen, die haben Zugang zu den großen Budgets und Werbetreibenden, und denen können die jetzt auch digitale Produkte verkaufen. Und diese Kombination aus allem hat, glaube ich, den Aktienkurs stark steigen lassen. Aber ich glaube, der Umsatz steigt dieses Jahr im hohen einstelligen Prozentbereich. Daran merkt man halt auch, es ist jetzt keine Story, wo du sagst, das ist jetzt eine Aktie, die jetzt mit 50% steigt, und deshalb ist der Aktienkurs so stark gestiegen. Sondern es ist eher, dass sozusagen die Börse jetzt anders auf Ströer und die freien Cashflows drauf guckt. Okay.
Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Ich bin mal gespannt, wie viele unserer Hörer das Asset Price Deflation Thema verstehen können.
Naja, ich glaube, das Asset Price Deflation, das ist vielleicht wieder immer die Gefahr, wenn man ja sozusagen im AdTech-Bereich oder im Internetbereich redet, dann ist das immer mit Anglizismen durchsetzt. Die lassen wir nachher noch alle rausschneiden. Das beste Beispiel sind ja irgendwie Immobilienpreise. Ja, wenn du die Immobilie mit 1, 2% finanzieren kannst, und irgendwie für irgendwelche Anlageobjekte statt früher irgendwie das Zehnfache der Mieteinnahmen auf einmal das Dreißigfache der Mieteinnahmen gezahlt wird. Das liegt ja nur daran, dass man die zukünftigen Mieteinnahmen, sagen wir in 5 Jahren, die werden nicht mehr mit 1,1 hoch 5 abgezinst, sondern mit 1,01 hoch 5. Und damit ist halt der Wert der zukünftigen Cashflows in der Gegenwart viel, viel höher. Und wenn du jetzt wie Ströer über Außenwerbeflächen sind im gewissen Rahmen wie Immobilien. Und ich glaube, Ströer hat eine Mischung aus Eigenbestand und teilweise auch im Endeffekt angemieteten Flächen. Und halt dieser Eigenbestand, der Wert von dem, der ist einfach mal richtig gut durch die Decke gegangen. Also anders ausgedrückt, ist genauso wie die öffentlich notierten Immobilienfirmen, deren Bestand einfach auch vom Markt neu bewertet worden ist.
Ja, war mir so nicht klar, finde ich einen super Insight. Haben wir in unserem Artikel natürlich nicht gesehen, aber der Artikel war auch vielleicht ein bisschen personengetrieben, ne. Ein anderes Thema, was wir beide schon häufig besprochen haben und wo du eine spannende Meinung zu hast, finde ich, ist Inkubatoren. Wir haben da viele gesehen. Inkubatoren sind ja in vielen Fällen auch, sagen wir mal, online marketinggetrieben, ne. Ist natürlich irgendwie jetzt keine Online-Marketing-Firma, aber für viele der Portfoliofirmen ist irgendwie Online-Marketing sozusagen Kernwertschöpfung, oder da arbeiten halt Leute, oder es wird halt Investoren verkauft, dass Inkubatoren im Online-Marketing gut sind. Und deswegen finde ich immer interessant, was wie du das siehst. Und insbesondere hattest du vor kurzem gesagt, die ja nun immer stärker kommende Shift zu Mobile macht es für Inkubatoren eigentlich komplett zu einem neuen Geschäft.
Zum neuen Geschäft ist irgendwie hübsch formuliert. Ich glaube, Inkubatoren, so wie wir sie in Deutschland verstanden haben, die rechtfertigen sich ja nur dadurch, dass sie halt im Endeffekt Wettbewerbsvorteile haben gegenüber sozusagen Einzelgründungen. Und die Wettbewerbsvorteile waren ja immer beschrieben dadurch, a) Wir können extrem schnell agieren, weil wir die Ressourcen vorrätig haben. Und zweitens, wir haben Erfahrungswerte. Und das waren immer so die Begründungen, ja. Und jetzt muss man sich anschauen, jetzt sind mehrere Effekte passiert. Das eine ist es, im mobilen Bereich gibt es schon mal für, sage ich mal, Inkubatoren 2 Nachteile. Das eine ist es, oder für Inkubatoren, die ihr Geschäftsmodell als das Klonen von Ideen verstehen in lokalen Märkten. Wenn ich jetzt ein amerikanisches Startup im mobilen Bereich bin, dann habe ich ja zwei Distributionsplattformen. Das eine ist Google Play Store, das andere ist Apples App Store. So, und dann brauche ich keine lokale Kompetenz mehr, um Apps zu distribuieren. Wohingegen früher im, ja, im, sage ich mal, im Desktop-Laptop-Browsergeschäft es natürlich immer wieder lokal eigene Kanäle gab. Ja, nach dem Motto: Ich bin im Jahre 2002 nach Deutschland gegangen, dann sollte ich, wollte, wie auch immer, ich mit T-Online einen Vertriebsdeal machen. Das brauche ich jetzt gar nicht mehr. Ich brauche keinen lokalen Partner, um das zu pushen. Das kann ich sozusagen alles aus dem Valley heraus machen. Das heißt, da ist sozusagen der Vorteil eines lokalen Inkubators nicht mehr existent, der ist zusammengeschmolzen. Der zweite Punkt ist es, dass früher, ja, ich sehe im Desktop mein Vorbild, nimmt eine Änderung vor an der Webseite, die konnte ich sofort umsetzen. Jetzt ist es so, es kommt ein neuer App-Release, Und dann muss ich das erstmal umsetzen und dann wieder einreichen im App Store. Das heißt, ich habe jetzt immer so eine Art Timelag. Sozusagen beim Kopieren ist es schwieriger und dann weder Apple noch Google promoten gerne Klone. Das heißt, die promoten lieber auf ihren globalen Plattformen die Originalanbieter. Und ohne den Push von Google und/oder Apple ist es natürlich signifikant schwieriger, in die Top 25 zu kommen oder überhaupt in den relevanten App Stores vorne zu sein. Die Kombination führt halt dazu, dass das im mobilen Bereich sehr, sehr schwierig ist. Und auch in dem klassischen Desktop-Laptop-Bereich ist es ja so, dass vielleicht vor 5 bis 10 Jahren war es noch eine Innovation zu sagen: Aha, mein Kundenwert ist irgendwie 100€. Über Kanal ABC kann ich für 50€ Kunden akquirieren. Und jetzt gebe ich einfach mal komplett Feuer frei. Und versuche alle Akquisitionen, die mir in dem Kanal möglich sind, budgetunabhängig zu erzielen. Damit hat sich ja Rocket dann teilweise am Markt differenziert gegenüber dem klassischen Budgetdenken. Aber ich glaube, dass dieses Wissen jetzt im Markt verbreitet ist und auch die Vorgehensweisen. Und parallel E-Commerce-Software ist jetzt weit verbreitet. Das heißt, der Vorteil, den ich als Inkubator habe, wenn ich jetzt sage, okay, früher hat irgendwie ein Rocket, wenn jetzt irgendwie der normale Shop auf 100 performt hat, hat Rocket vielleicht auf 140 performt. Und ich glaube, dieser Vorteil ist extrem zusammengeschmolzen durch die Standardisierung von Technologie und zweitens durch auch Konferenzen wie Online-Marketing-Rockstars.
Oh wow, wow, wow, wow. Noch mal zum Thema AdTech-Ökosystem. Du hast jetzt gerade gesagt, dass Firmen, die in USA, oder dass amerikanische Firmen bessere Chancen haben, weil die großen Ökosystem-Gatekeeper oder Besitzer Google, Facebook sitzen auch alle da. Was macht es eigentlich besser? Also was ist der Vorteil, da jetzt daran zu sein? Was kriegen die, was deutsche Firmen nicht kriegen?
Ja, ich glaube, 3 Punkte. Das eine ist, ich würde es jetzt mal so platt sagen, soziale Interaktion. So wie viele Startups heute in Berlin sind und dann trifft man sich beim Mittagessen und tauscht sich über Best Practices aus. Das Gleiche natürlich auch, wenn ich jetzt wissen möchte, was im neuen iOS-Update wie funktioniert, wenn ich den verantwortlichen Apple-Mitarbeiter in Palo Alto beim Kaffee treffe. Kriege ich halt Infos. Wenn ich jetzt hier mit dir um die Ecke in der Bullerei sitze, ist da kein Produktverantwortlicher von Apple, Facebook oder Google zu finden. Das Zweite ist es, wenn ich jetzt im Endeffekt Mitarbeiter abwerben will, der jetzt bei Apple arbeitet, und ich möchte ihn irgendwie für mein AdTech-Startup gewinnen, dass der jetzt aus dem Silicon Valley nach Hamburg, München oder Berlin umzieht, eher sehr unwahrscheinlich. Aber dass der sagt, ich habe jetzt Bock auf ein Startup, Und ich steige da jetzt mit als Gründer ein, im Valley schon eine relevante Wahrscheinlichkeit. Und alle guten Dinge sind drei. Viele der AdTech-Startups in den USA werden dann ja auch verkauft, so als Acqui-Hires. Und ich als VC muss ja auch gucken, dass, auch wenn jetzt ein Startup vielleicht nicht durch die Decke geht, dass ich trotzdem mein Geld wieder bekomme oder einen schönen Return habe. Und dann ist es natürlich ganz gut, wenn so eine Firma dann im Endeffekt so eine Art, der Anglizismus ist Soft Landing, bei Apple, Microsoft, Facebook, und Co. macht. Und das natürlich auch für ein Facebook viel einfacher, eine Firma zu kaufen, die um die Ecke sitzt. Denn ein Acquire heißt ja, ich will das Talent sozusagen zu mir reinziehen. Wenn das Talent aber irgendwie in Karlsruhe sitzt, wo es noch nicht mal den direkten Flieger gibt von Karlsruhe nach San Francisco, ja, wie soll das funktionieren?
Kennst du eigentlich Adjust, diese Berliner Firma, die jetzt gerade so ein bisschen als neuer Weltmarkt— also wir haben ja geschrieben Weltmarktführer im Tracking.
Korrekt. Also ich glaube, es war jetzt glaube ich eine sehr, sehr gute Runde, die die aufgenommen haben von Highland. Ich glaube auch sehr erfolgreich für Capnamic, Active Venture Partners und Target, die ja alle, die 3 deutschen VCs oder im Falle von Active deutsch-spanischer VC, die da alle vorher investiert sind. Auch da ist natürlich die Frage, das ist ja auch wieder ein sehr, sehr schönes Produkt. Ja, ich habe einmal in das Produkt investiert, habe einmal die Produktkosten und je öfter ich das verkaufe, ja, da steigen ja die Kosten nicht. Wieder das Gleiche wie Hedify, im Endeffekt gleiche Werttreiber. Und damit ein schönes Business. Und nach Hörensagen läuft es auch sehr, sehr gut.
Und das ist auch nicht schlimm, dass wir in Berlin sitzen. Also es wäre noch besser, wenn sie im Silicon Valley wären.
Aber ich würde jetzt bösartig sagen, würden die im Silicon Valley sitzen, dann— ich glaube, ihr habt so eine Analyse gemacht, wie viele der App 100 Firmen sind sozusagen bei Adjust versus bei den anderen Partnern— dann wäre Adjust noch erfolgreicher und würde dann noch eine größere Runde raisen.
Hast du dir mal so Firmen angeguckt, die gerade an der Börse sind? Eine Criteo zum Beispiel oder sowas?
Also, Criteo ist mir jetzt natürlich klar bekannt, ja, als Erfolgsstory, und hat ja glaube ich immer noch eine relevante Marktbewertung. Ich bin jetzt allerdings auch kein Börsen- oder Aktienexperte, um jetzt zu sagen, ist das jetzt irgendwie genau richtig bewertet, zu viel oder zu wenig. Die Frage ist ja, was halte ich sozusagen als Criteo fest in der Hand? Als Google und Apple kontrolliere ich nun mal die beiden mobilen Betriebssysteme, als Facebook kontrolliere ich den Kundenzugang. Und dann höre ich ja oftmals: Ja, die sind ja mit Werbung auch erfolgreich. Aber für diese ganzen Firmen ist eigentlich eher die Werbung der Weg, ihre Kundenbeziehung zu monetarisieren. Das heißt, ich würde sagen, Google ist primär eine Produktfirma rund um die Suche. Und Facebook ist halt ein Plattformgeschäft, wo die Kunden halt Inhalte austauschen untereinander. Und ja, auch Apple ist natürlich ja zum einen Hardwaregeschäft, ein Produktgeschäft, auch ein Plattformgeschäft. Und alle, zumindest Facebook und Google, nutzen halt die Werbung, um dann sozusagen die Einnahmen zu erzielen. Und ein Criteo, ja, da ist halt meine Angst, meine langfristige Angst immer, wäre da sehr groß. De facto sind die zwischen den Webseiten und den Werbetreibenden, sind dort halt Technologieanbieter. Aber eine Technologie, die halt unglaublichen Wandlungen unterliegt, ja. Ich sag mal, vom Retargeting zum Realtime Bidding, vom Desktop zu Mobile. Und dann ist halt die Frage, wie nachhaltig ist sozusagen diese Position, wo man jetzt keins der beiden Enden kontrolliert, sondern eigentlich nur in der Mitte ist. Und da muss man abwarten. Das ist dann, da muss man sich als Firma immer wieder neu erfinden. Und das ist natürlich signifikant schwieriger. Ich sag mal, so ein eBay in Deutschland, die waren die letzten 10 Jahre im Halbschlaf und haben immer noch einen Riesenmarktanteil.
Jetzt haben wir ziemlich viel über Investments und sagen wir jetzt schon über Affiliate oder spezielle Online-Marketing-Firmen gesprochen. Wenn wir uns so beim Mittagessen oder so unterhalten, dann geht es da immer auch ein bisschen, aber auch um ganz echte Sachen, die gerade durch die Medien gehen. Und ich fand eine Sache ziemlich krass, als wir uns unterhalten haben über den DFB-Skandal. Da meintest du, ja, ja, ist ja alles irgendwie gut und schön, aber der wahre Skandal ist doch irgendwie ganz woanders. Und aus Marketing-Gesichtspunkten ist mir dann sofort klar geworden, als du dann meintest, schau doch mal Lufthansa, den Siegerflieger an, der damals über die Fanmeile geflogen ist nach dem WM-Sieg. Und das hatte ich selbst, obwohl ich nun Marketing eigentlich jeden Tag denke, nicht so im Blick. Erzähl mal deine Story zum Siegerflieger. Das ist eigentlich echt abgefahren.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Wir haben uns darüber unterhalten und ich habe ja eigentlich gesagt, dass die 6,7 Millionen Euro eigentlich, wenn man in Deutschland Großevents haben will, ob es nun in Hamburg die Olympischen Spiele sind oder die WM 2026 oder hoffentlich immer noch die EM, 2024, da muss man eigentlich eher froh sein, wenn man das wirklich nur mit 6,7 Millionen Euro bewerkstelligen kann. Das ist komparativ zu anderen Ländern und anderen Sportevents sehr kosteneffizient. Daher eigentlich eher bedauernswert, dass der Herr Niersbach darüber den Hut nehmen musste, weil ich halt glaube, ich würde mich freuen über die EM 2024. Ich glaube generell, dass es nicht nur die 6,7 Millionen Euro sind, sondern Die sind wahrscheinlich vielleicht direkt geflossen und daher sehr anrüchig. Aber natürlich werden, glaube ich, solche Großveranstaltungen heutzutage, nenn es Barterdeals oder eine Hand wäscht die andere, teilweise halt im Grauzonenbereich vergeben. Und ich glaube, der DFB hat langfristige Partner, ob es jetzt irgendwie Mercedes-Benz ist oder ob es Adidas ist oder ob es auch die Lufthansa ist. Ich habe da jetzt kein spezielles Wissen, aber Naja, die Lufthansa, glaube ich, darf einmal irgendwie über Berlin in 300 Meter Höhe fliegen mit der deutschen Nationalmannschaft. Das natürlich irgendwie, das Ganze wird noch von ARD und ZDF live übertragen. Was das irgendwie normalerweise an Spots kosten würde, um so einen Markeneffekt zu haben, das wäre natürlich gigantisch.
Also ich hätte geschätzt, so 40 Millionen war der Siegerflieger, war die Aktion wert.
Ja, ich glaube auch, dass es in dem Bereich gewesen ist. Lass es irgendwie 30 oder 50 sein, das spielt ja auch keine Rolle. Ich habe keine Ahnung. Der Klinsmann ist ja mit Lufthansa ja auch immer First Class zwischen Frankfurt und, glaube ich, San Francisco hin und her geflogen oder LA, glaube ich, war es. Keine Ahnung, was der dafür gezahlt hat oder nicht gezahlt hat oder was der DFB gezahlt hat. Aber ich glaube ja, zum Thema Adidas gibt es ja auch damals die Diskussion, als dieser Vertrag verlängert wurde, hat ja angeblich Nike 50 bis 70 Millionen Euro pro Jahr geboten und Adidas hat den Vertrag für 20 Millionen bekommen. Ist damals begründet worden mit ein langjähriger deutscher Partner. Wenn man sich jetzt anguckt, wie der damalige, glaube ich, Großaktionär von Adidas in Dinge sozusagen involviert war, dann muss man natürlich ex post die Frage stellen, ob das sozusagen der einzige Grund war. Ich glaube auch irgendwie, Herr Rummenigge hat sich heute genötigt gefühlt zu sagen, dass die Freundschaftsspiele von den Bayern auf Malta natürlich zum marktgerechten Preis abgewickelt worden sind und es natürlich nur Zufall war, dass dann irgendwie die maltesische Stimme auch der deutschen WM-Bewerbung zugutegekommen ist. Also daher habe ich—
also du meinst, Marketing ist eigentlich ein ganz geiles Mittel, um ja, also, oder Barterdeals, was ja letztendlich eine Marketingmaßnahme ist, sind halt irgendwie ein Mittel, Vorteile zu gewähren oder Vorteile zu nehmen, ohne dass sie irgendwie in die Bücher kommen.
Ich würde sagen, die erfolgreiche Bewerbung für die WM 2006, ja, da gab es wahrscheinlich auch Maßnahmen, die halt jetzt nicht so eindeutig anrüchig sind wie die 6,7 Millionen Euro. Und da sind wahrscheinlich viele Sachen eleganter gelöst worden, die aber inhaltlich aufs Gleiche hinauslaufen.
Aber heißt das, Man merkt mal wieder, was für einer geilen Branche wir arbeiten. Marketing hat dazu beigetragen, möglicherweise uns Sportereignisse zu ins Land zu holen und macht Sachen möglich, die man gar nicht für möglich hält. Man muss noch nicht mal Geld in die Hand nehmen. Das kann nur das Marketing. Jetzt, wo wir gerade über Marketing sprechen, glauben ja nun auch viele Medienkonzerne, dass sie, wo Marketing so einen großen Wert hat, den man gar nicht so genau einschätzen kann häufig, davon auch profitieren wollen. Und es gibt diese Media-for-Equity-Fonds, die wir jetzt überall sehen. Und ProSieben macht das, glaube ich, ein Stück weit. Bruno und Jahr macht es gerade. Da hast du auch eine ganz interessante Meinung zu.
Ja, auch wenn ich dir jetzt auf die Füße trete, weil du ja sozusagen im Herzen immer noch Bruno und Jahr bei dir trägst, wo er, glaube ich, seine berufliche Laufbahn angefangen hat. Ich kenne in Deutschland zumindestens kein Startup, das mit Printwerbung groß geworden ist. Korrigiere mich, wenn dir eins einfällt. Nee, also aktuell ist ja auch So, und nur weil jetzt auf der Printwerbung Media for Equity draufsteht, was ändert das an der Effektivität oder Effizienz von Printwerbung?
Okay, da würde ich jetzt mal sagen, aus Gründersicht, naja, also wenn man es in der richtigen Nische macht, für das richtige Produkt, in die richtigen Nischen, die zum Beispiel Gründern gut bedienen kann, dann wäre es schon mal ein Vorteil.
Und meinst du, dass das bei 1000 Kindern so gut funktioniert hat?
Das weiß ich nicht, ich habe gehört, es hat nicht so gut funktioniert, aber Das ist jetzt ja nur ein Beispiel.
Die anderen erfolgreichen Gruner-Projekte, die mit Printwerbung groß geworden sind im Netz?
Die haben ja noch nicht so viel probiert. Aber sie haben ja noch Online-Sites.
Weil wir sind im Jahr 2001 und im Jahr 2015. Wieso hast du nicht so viel probiert? Oder ist es einfach so, dass die Leserschaft von den Gruner Jahr Magazinen in den letzten 14 Jahren sich dermaßen vergrößert hat?
Nee, das hat sie nicht, glaube ich. Aber ich merke schon, das ist mir zu heikel. Ich mag ja Gruner sehr gerne.
Also ich glaube, 2 Dinge neben der einen Thematik zu sagen: Wenn die Medialeistung funktioniert, dann kann ich sie auch für Geld kaufen. Das heißt, der einzige Wert für Media for Equity ist die Preisdiskriminierung, indem ich halt Discounts gewähre in einer Art und Weise, wie meine normalen Werbekunden nicht danach fragen können. Wenn ich dir als Startup einen Media-for-Equity-Deal gebe und letztendlich gebe ich dir die Medialeistung für 15% vom Listenpreis, Wenn ich dir das so verkaufe, kann der nächste Kunde kommen und sagen, ich will es auch für 15%. Wenn ich das Ganze in einen Media-for-Equity-Deal verpacke, kann der nächste Kunde nicht sagen, ich möchte es genauso machen. Das ist Punkt 1. Aber letztendlich muss ich mich als Startup fragen, funktioniert das? Ansonsten, es hilft mir auch nicht, wenn Printwerbung nicht funktioniert, spielt es keine Rolle, ob ich 15, 20, 25% vom Listenpreis zahle. Der nächste Punkt ist, den ich mir stellen würde als Gründer, und ja, habe ich aktuell ein Business, wo ich Anzeigen verkaufe und wo ich Umsatz mache, nämlich sozusagen die Magazine verkaufe. Insbesondere das Anzeigengeschäft ist hochmargig, aber auch die Magazine verkaufen ist lukrativ. Und dann höre ich immer darauf, wir wollen jetzt digitale Umsätze machen, und dann ist das Nächste, was ich höre, irgendwie, wir machen irgendeine E-Commerce-Firma, wo wir letztendlich irgendwelche Pakete von links nach rechts schieben, mit im besten Falle eine Marge von irgendwie 5% nach variablen Kosten. Und das heißt, das ist alles nur, wo sich irgendwelche Vorstände selbst in die Tasche lügen, um dann irgendwie sagen zu können: Ich habe jetzt so und so viel digitalen Umsatz. E-Commerce-Umsatz ist für meines Erachtens, kann man nur zum Bruchteil als digitalen Umsatz bezeichnen. Das heißt, da werden dann in irgendwelchen GuV irgendwie Äpfel mit Birnen verglichen, um nach außen stehend digital da zu sein. Ich glaube, ein Junior und ja müsste sich fragen. Zum einen: Wie kann ich mein bestehendes Geschäft digital verlängern? Und zum anderen ist es natürlich klar, dass die halt ihre Kostenstruktur halbieren müssen. Das heißt, aus der Perspektive muss man sagen: Ich muss halt irgendwie statt 2 Milliarden Umsatz mache ich lieber 1 Milliarde Umsatz auf einer Kostenbasis von 700 und dann habe ich ein geiles Geschäft. Stattdessen wird da sehr stark, ja, von wegen: Ja, Größe 2 Milliarden müssen wir halten. Dann hofft man da jetzt mit so einem Media-for-Equity-Fonds, mit Media, die kein Startup braucht, so ein paar digitale Millionen Umsatz zu machen, um potenziell vielleicht den Gütersloh besser darzustellen. Aber da kannst du mir noch ein paar Insights zu geben.
Ja, ich schätze das ja wirklich sehr, was die machen, muss ich sagen, weil ich sehe, dass sie viele Sachen machen, die ich gut finde, zum Beispiel verschiedene neue Hefte, die jetzt rausgekommen sind, das ja Kerngeschäft ist, wo auch die Margen gut sind. Insofern ist ja der Fonds auch nur ein Teil dessen, was sie tun und vielleicht auch so ein bisschen aus Signaling-Gründen tun müssen. Aber ich finde eigentlich, was sie im Kern so machen, die Hefte, die sie da jetzt gelauncht haben, oder wie sie jetzt auch dann die Kostenbasis sehr angefasst haben, ist ja wirklich aller Ehren wert und absolut respektabel. Insofern habe ich da noch viel mehr Hoffnung und Fantasie als viele andere im Markt. Aber ich gebe dir vollkommen recht, wenn man so draußen auf den Fonds alleine guckt, dann kann man vielleicht ein bisschen skeptisch werden.
Ja, ich glaube, als große Firma muss man sich fragen, was ist für mich ein Werttreiber, und sich darauf fokussieren. Solche Feigenblattprojekte, die lenken nur ab. Und haben so einen temporären Pflastercharakter. Ich glaube halt, das sollte kein Fokus sein.
Na ja, also warten wir es ab, mal gucken, wie es sich entwickelt.
Ich würde mich sehr freuen und wie gesagt, ich glaube, dass die Leute, die das machen, das Thema mit E-Commerce-Umsatz und der niedrigen Profitabilität eigentlich im Jahr 2015 gesehen haben müssten und da bin ich mir ziemlich sicher, dass es so ist. Sagen wir mal was ganz Operatives. Du hast ja auch selber mal ein paar Jahre lang Projekte gemanagt oder besessen, die sehr viel Traffic hatten, also zum Teil jetzt keinen hochwertigen Traffic, aber so richtig viel Uniques, junge Leute, Games, Game-Traffic, sowas alles. Erzähl mal deine Top-3-Anekdoten oder deine Top-3-Einsichten, die du gemacht hast, als du operativ für eine Menge Traffic verantwortlich warst.
Ja, ICS, das mir immer noch irgendwie 50:50 mit meinem Mitgründer gehört, war ja mal Mehrheitsgesellschafter von dem Penner-Game, was erstmals Deutschlands größtes Onlinespiel war und da hatten wir glaube ich im Höhepunkt über 2 Milliarden Page Impressions. Dann kann man sich auf dem Papier eigentlich schon fast reich rechnen. Sagt man halt okay, ich habe irgendwie 3 Werbeeinheiten pro Page Impressions. Ich habe insgesamt 2 Millionen Einheiten mal 3, es sind dann also 6 Millionen Einheiten und dann verkaufe ich die irgendwie für 3 Euro die Einheit und auf einmal sozusagen habe ich mit Werbeeinnahmen irgendwie 18 Millionen brutto im Jahr. Im Monat, Entschuldigung. Ist natürlich nicht der Fall. Ich habe da irgendwie gelernt natürlich, dass solche Fragestellungen wie: Welche Kunden erreiche ich? Also wie viele? Mit welcher Frequenz erreiche ich die? Welche Intention haben die gerade, wenn sie auf meiner Webseite sind? Was ist das für ein Umfeld? Das macht dann schon sehr, sehr schwer, so ein Online-Spiel zu monetarisieren. Ja, ETKP damals, den ETKP, der war irgendwie, der war so weit von den eben, glaube ich, spaßhaft zitierten 3 Euro entfernt. Da konnte man irgendwie mehrere Firmen zwischenbauen. Also das war irgendwie Punkt 1. Punkt 2: Ich glaube, das hatte ich auch noch mal eingangs bei Ströer erwähnt, dass der Zugang zu Budgets, ob es nun irgendwie von Mediaagenturen ist oder von großen Werbetreibenden, dass es einen extremen Wert darstellt. Und da muss ja Transparenz sein, dass man, wenn man selbst als Startup an die Töpfe will, dann zwischen einem und den Töpfen noch mehrere Intermediäre stehen. Die alle auch ihre Strukturen finanzieren müssen. Das war glaube ich Lesson Learned Nummer 2.
Das heißt, damals hast du irgendwie mit Popunder-Dienstleistern, mit irgendwelchen Restplatzvermarktern, mit allem, was da draußen im Markt da ist, alle getestet, alles gearbeitet, und du hast gemerkt, dein Traffic und die Teil der Marge, die dabei erzielbar ist, geht direkt an irgendwelche anderen Intermediäre, die zwischen dir und Endkunden standen.
Korrekt. Also einfach zwischen, zwischen dem Werbetreibenden und einem Penner-Game standen dann irgendwie noch mal 5 Leute in der Kette. Und das macht es dann schon irgendwie sehr, sehr schmal, was hinten ankommt. Das zeigt ja auch den Wert, wenn du an den Töpfen direkt sitzt, was sicherlich die Firma Ströer über Jahrzehnte sehr gut aufgebaut hat. Punkt 3 war halt damals meine Lesson Learned, war sicherlich auch, wie schwer, mehr so die Perspektive des Werbetreibenden einnehmen, wie schwer Attribuierung ist. Also sprich, das war damals die Phase, wo natürlich viele Leute noch mit diesen Postview-Cookies gearbeitet haben.
Wow, das kenne ich auch ganz gut.
Ja, und das hat natürlich irgendwie, ich sag mal, Post-View-Cookies, das sind irgendwie wie Nebelbomben auf dem Attribuierungsmodell.
Aber die haben dir damals geholfen.
Die haben im Endeffekt dazu geführt, dass nicht monetarisierbarer Traffic im gewissen Rahmen noch monetarisiert werden konnte. Mir oder uns oder der Firma haben die partiell geholfen. Ich glaube, den 5 Leuten in der Kette vor uns haben die noch in einem wesentlich größeren Umfang.
Darüber wollen wir heute nicht reden, das machen wir mal in einer nächsten Ausgabe.
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Eine Sache habe ich noch vergessen. Wir hatten über Inkubatoren gesprochen und irgendwas hattest du mir noch Spannendes erzählt.
Ich glaube, wir hatten ja darüber gesprochen, dass der Wettbewerbsvorteil von Inkubatoren sozusagen geringer geworden ist. Und dadurch die Inkubatoren entweder ihr Modell geändert haben, eine Rocket, die jetzt auch sehr stark investieren, eine Team Europe, die eigentlich dann gesagt haben, wir fokussieren uns sehr erfolgreich auf Delivery Hero, also auf den Werttreiber im Portfolio. Oder glaube ich, ein Project A, wo ich jetzt aus Berlin höre, sie machen jetzt so eine Art Andreessen Horowitz Positionierung, indem sie sagen, wir investieren zusammen mit anderen großen VCs und wir bringen dann im Endeffekt operative Unterstützung ein. Kann man ja auch eigentlich fast sagen, sozusagen statt Media for Equity kann man das Ganze sozusagen nennen, das ist wie eine Webagentur mit angeschlossenem Kapitalpool und dann können die halt Leistungen for Equity erbringen. Das heißt, wir sehen eigentlich das große Inkubatorensterben auf der einen Seite. Auf der anderen Seite, was man aktuell sehen kann, nennt Felix Jahn, einer der Home24-Gründer, der zusammen mit den, glaube ich, mit den Auto1, also Wer kauft dein Auto-Gründern, Themen angeht. Und wo Gründer sagen, ich kenne mich mit Geschäftsmodellen aus, meine ersten Firmen sind so groß, dass ich da auch auf der zweiten Ebene extremes Talent habe, und die dann Kapital, vertikale Kompetenz und Zugang zu Gründern haben und sozusagen dann aus Firmen oder aus Netzwerken neue Firmen gründen. Was ich jetzt im Endeffekt als ein Inkubatorenmodell, sozusagen ein Asset-Light-Inkubatorenmodell, also ohne einen Overhead zu haben von 80 Leuten oder mehr, können die ähnliche Stärken vereinen. Und das ist natürlich eine geile Kombination, wenn ich die hohe Kostenbasis nicht habe, die ich sozusagen eigentlich immer wieder meinen Startups berechnen muss, um es einigermaßen finanziell sinnvoll zu gestalten, aber dann in dem Vertical sogar noch mehr Kompetenz habe. Und das siehst du jetzt, glaube ich, auf der einen Seite die Quandoo-Gründer Philipp Mangin und Ronny Lange, dann siehst du das halt die Auto1-Jungs zusammen mit Felix Jahn. Dann siehst du was natürlich hier in Hamburg, Dreamlines, Home2go, was sozusagen auch alles, glaube ich, Nils Rege, glaube ich, Casacanda war Tourismus Classifieds, und jetzt gibt es, glaube ich, einen billiger Mietwagen-Klon. Es gibt diese Kreuzfahrtsgeschichte Dreamlines, es gibt Home2go, was eine Art, platt gesagt, Trivago für den Airbnb-Markt ist. Der da halt sagt, ich habe diese vertikale Kompetenz Tourismus, ich habe über meine Firmen einen breiten Talentpool von Leuten, die das machen können und die natürlich über ihren bisherigen Erfolg entweder selbst Kapital haben oder Zugang zu Kapital. Und das würde ich von den Leistungen sehr stark in der Nähe eines Inkubators sehen, aber ohne den Overhead, also das Asset-Light-Inkubatorenmodell.
Krass, okay, habe ich schon Noch nie so gesehen, noch nie so gelesen. Ich kannte auch die Firmen bislang nur in Hamburg ein paar, aber ich wusste gar nicht, was jetzt aus Home24 für neue Firmen hervorgegangen sind, also sozusagen, oder aus dem Gründerteam.
Du musst ja sein, dass jetzt, ihr habt glaube ich auch über die Auto1 GmbH mal geschrieben. Ich habe jetzt irgendwas von dem 3 Milliarden Secondary gehört. 3 Milliarden, das ist wahrscheinlich das unbekannteste Unicorn, was es so gibt in der Welt. Und einer der Gründer, also die beiden Gründer von der Auto1 GmbH, der eine war vorher bei Home24. Und der andere war vorher bei Groupon.
Ah, okay, okay, so ist es, glaube ich. Das heißt, Auto1 sozusagen, ah, Spin-off, wie man sagt.
Korrekt, also Auto1 sozusagen ist dann gegründet worden von einem Ex-Home24-Mitarbeiter und einem Ex-Groupon-Mitarbeiter. Da sieht man halt auch, dass das deutsche Ökosystem jetzt in diese Phase reinkommt, wo so selbstverstärkende Effekte auftreten. Und da glaube ich natürlich auch wieder, auch wenn wir hier in Hamburg sitzen, ich Hamburg wunderschön finde, ich selbst irgendwie heute aus Düsseldorf hierhin gereist bin. Düsseldorf finde ich auch wunderschön, aber in Düsseldorf ist eigentlich außer Augsmani und Trivago gar nichts. In Hamburg ist noch ein bisschen Online-Gaming und natürlich die Online-Marketing-Rockstars.
Allerdings.
Aber das große Cluster in Deutschland, das ist halt Berlin. Und da sieht man auch, wie sich da verschiedene Effekte gegenseitig befruchten.
Reden wir noch ein bisschen über Journalismus. Sind beide große Journalismusfans. Und was man so sieht, es gibt in den USA jetzt so richtig erfolgreiche Solo-Brands. Ich bin ja auch, deswegen machen wir einen Podcast, richtig großer Fan von Bill Simmons. Es gibt aber auch irgendwie so Matt Drudge oder verschiedene andere. Siehst du sowas als Geschäftsmodell für Journalismus auch in Deutschland, so richtig große Solo-Brands?
Ich glaube, der Markt in Deutschland ist signifikant kleiner. A, durch die deutsche Sprache. B, durch den kleineren Heimatmarkt, also 80 Millionen Einwohner versus 330 in den USA. Und drittens auch teilweise durch geringere TKPs. Und das sind ja alles multiplikative Effekte. Angelsächsischer Content kann natürlich von, ich weiß gar nicht, wie viele Leute jetzt irgendwie Englisch sprechen, aber 2 bis 3 Milliarden konsumiert werden. Dann der große starke Heimatmarkt und dann nochmal dieser Faktor des höheren TKPs. Das führt natürlich dazu, dass jetzt ein rein auf Deutschland angelegtes Projekt nie jetzt analoge Größen annehmen kann wie jetzt Business Insider oder Huffington Post oder halt die von dir genannten Podcast-Themen. Daher glaube ich, dass sich das in Deutschland sozusagen immer in einem gewissen Rahmen bewegen kann. Aber wenn du es richtig, richtig, richtig groß machen willst, musst du wahrscheinlich irgendwann auch ein Produkt in englischer Sprache anbieten.
Insofern ist ja der Business Insider Deal dann vielleicht richtig gewesen von Springer, oder?
Ich kenne jetzt die Zahlen jetzt nicht hundertprozentig. Also ich weiß es nicht, was für eine Bewertung Axel Springer da jetzt wirklich gezahlt hat im Sinne von wie viel Unique sind da wirklich die, die wirklich direkt Business Insider eingeben und nicht über Google auf Business Insider kommen.
Macht das einen großen Unterschied in der Bewertung für dich? Also ob der Nutzer direkt als Type-in kommt oder ob er aus dem SEO-Bereich kommt?
Absolut. Ich glaube, wenn der Nutzer halt über ein Type-in kommt, dann ist er an die Marke gebunden. Dann ist auch im Endeffekt, wenn entweder es Suchmaschinenupdates gibt bei Google oder wenn Facebook auf einmal sagt, dass die Fans noch weniger wert sind als bisher, also man noch mehr zahlen muss für die Distribution, Wenn die Fans oder wenn meine Leser direkt zu mir kommen, habe ich ja weniger Kundenakquisitionskosten oder ich habe ein geringeres Risiko auf der zukünftigen Erwartung des Traffics. Und das macht es schon attraktiver. Und die Zahlen kenne ich jetzt bei Business Insider nicht. Ich glaube, wenn ich als Axel Springer sage, ich will in solche journalistischen Produkte investieren und global tätig sein, glaube ich, ist Business Insider per se eine gute Plattform. Wenn ich mich jetzt frage, was ist vielleicht noch lukrativer, ist vielleicht das Classifieds-Geschäft, in was Springer ja noch früher und intensiver investiert hat, fährt das bessere Investment.
Okay, ja, es ist immer so schon jetzt Big Business. Lass uns noch ein bisschen unsere Fun-Themen besprechen. Marketing, und wie gesagt, wir sind beide große Sportfans. Ich bin ja immer so ein bisschen, also rein kommerziell überrascht, was so Typen wie so Toni Kroos zum Beispiel an Kohle liegen lassen, ne. Die sind ja eigentlich jetzt, spielt bei Real Madrid, vorher bei Bayern München als Weltmeister und so, aber baut einfach keine Brand auf. Und andere, die weniger können, bauen halt monströs eine Brand auf und verdienen damit richtig Geld. A, siehst du es genauso? Und B, wenn du jetzt sagst, oder wenn ich dich frage, du dürftest irgendein Sportler sein, irgendein Athlet, aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten, wer würdest du sein?
Also die erste Frage, ich glaube, ist natürlich auch mal typgetrieben. Wahrscheinlich liegt das Toni Kroos nicht. Der wird sicherlich bei Real Madrid irgendwie zweistellig im Jahr verdienen. Und vielleicht ist es für ihn einfach eine Abwägung zu sagen, entweder ich komme mit dem Geld, kann ich gut leben, was möglich sein sollte, und das ist mir dann lieber, als mich jetzt irgendwie medial über Instagram, Twitter, Facebook, Snapchat öffentlich zu zeigen.
Aber nochmal um die Dimensionen zu zeigen, ich meine, wir haben jetzt ja gesehen, in den USA gibt es den ersten Sportler, James Harden, Basketballspieler von Houston Rockets, der zum ersten Mal mehr von seinem Ausrüster bekommt, weil er halt so eine geile Brand ist, als von seinem Verein. Ich glaube, der kriegt von seinem Verein so über 5 Jahre 100 Millionen oder sowas Größenordnung. Das heißt, der Ausstoß zahlt ihm glaube ich Adidas mit Vertrag über 10 Jahre über 200 Millionen, ne. Also wo ich sagen würde, alter Schwede, das ist jetzt ja nicht Kleingeld, dafür würde ich vielleicht schon ein paar Sachen preisgeben.
Ja, also ich glaube, das Gleiche gilt auch für Kevin Durant und gilt erst recht für Michael Jordan, gilt auch für Tiger Woods, die genannten, die glaube ich alle mit Nike entsprechende Verträge haben. Aber es ist wirklich auch eine Charakterfrage. Ich glaube, der Vergleich Toni Kroos müsste dann ja eher sein zu anderen Fußballern. Ich glaube, in den USA ist der Markt da schon weiter, was die individuelle Vermarktung von Leuten angeht oder die Monetarisierung dessen. Du siehst ja das Gegenbeispiel in Deutschland, der das glaube ich sehr, sehr gut macht. Also das Gegenbeispiel zu Toni Kroos ist ein Thomas Müller, der glaube ich sehr viele Werbeverträge hat, der sich auch in Social Media sehr gut darstellt. Der das schon gut macht und glaube ich auch entsprechende Werbeeinnahmen hat. Wer würde ich jetzt sein wollen? Ich glaube, ich bin ja großer Tennisfan und ich glaube, ein Roger Federer hat natürlich eine gigantische Marke aufgebaut über die letzten 10, 15 Jahre, die glaube ich auch sehr, sehr nachhaltig ist und glaube ich sehr, sehr genau seine Werbepartner ausgesucht und ich glaube, dass der in der Lage sein wird, genauso wie Michael Jordan, obwohl er nicht diese globale Bekanntheit hat, weil Tennis jetzt nicht diese Reichweite jeden Tag hat wie Basketball, glaube ich, dass ein Roger Federer auch die nächsten 15, 20 Jahre von der Marke extrem stark profitieren wird. Und ansonsten Sportler würde ich ja immer sagen, so ein Golfer, so ein Bernhard Langer, der jetzt immer noch mit Mitte 50 sehr, sehr erfolgreich zum einen auf der Champions Tour für Golfer über 50 agiert, der immer noch sehr viele Werbetermine hat, und der drittens, glaube ich, mit seinem Bruder sehr erfolgreich ist im Golfplatzbau. Da sieht man halt, dass man im Golf eine Karriere von 20 bis 60 haben kann, und zwar auf dem Golfplatz und daneben über Werbung und Markenaufbau im Golfplatzbranding noch sehr viele Einnahmequellen hat. Und das Ganze, glaube ich, bei Weitem nicht so kompetitiv wie jetzt, wenn ich Tennisspieler werden will, wo ich irgendwie nur 7, 8 gute Jahre habe, oder wenn ich Fußballer werden will, wo ich gegen Millionen von Leuten antrete, oder keine Ahnung, wenn ich jetzt American Footballer werden will, wo ich eine Karriere von 5 Jahren habe und wo ich potenziell für mein Leben lang sozusagen Folgeschäden habe gesundheitlich, da ist glaube ich Golf eine sehr klare Wahl.
Alles klar, hat mir mega Bock gemacht. Ich glaube, da waren super viele Sachen dabei, die mir zumindest so immer noch so Eye-Opener liefern. Ein paar hatten wir schon vorab besprochen, ich wollte einfach mal einen Podcast haben, aber auch jetzt noch mal ein paar Sachen, wo ich denke, okay, warum steht das in keiner Zeitung oder in keinem Magazin oder keiner Webseite, auf die ich so komme, was du dir so in deinem Kopf denkst. Das war geil. Ich hoffe, es erreicht viele Leute und wir kriegen das jetzt hin, einen vernünftigen Podcast aufzubauen. Danke dir und bis zum nächsten Mal.
Sehr gerne, vielen Dank.
Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt's jetzt von meinen Kollegen von UMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldungen dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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