OMR Classic mit Eventim-CEO Klaus-Peter Schulenberg
29 Nov 2024 · 47 min
Klaus-Peter Schulenberg founded CTS Eventim in 1989, now the second-largest ticketing company worldwide. The company sells 250 million tickets yearly across 23 European countries and Brazil, operating a two-pillar model of live-event promotion and ticketing technology. Schulenberg discusses how CTS Eventim competes with Live Nation and Ticketmaster while expanding beyond music into comedy and gaming.
Chapters
Die heutige OMR Classic Folge legt ein Gespräch neu auf, das bereits 2018 stattgefunden hat. Da war der Podcast bei der 159. Folge angekommen, also ganz am Anfang. Und es war jemand zu Gast, der bis heute, kann man das wirklich sagen, einer der erfolgreichsten deutschen Unternehmer, möglicherweise sogar aller Zeiten, sicherlich der letzten Jahrzehnte ist. Er hat mit Eventim eine Firma geschaffen, die aktuell an den Börsen fast 10 Milliarden wert ist, die im MDAX notiert ist, die europaweit im Bereich Events und Ticketing eine ganz, ganz große Rolle spielt und die ich als kleiner Disclaimer übrigens auch sehr genau kenne, denn ich bin seit drei Jahren fast dort als Aufsichtsrat mit dabei. Dachte mir trotzdem, wir machen das nochmal. Eigentlich wollte ich die Folge gar nicht mehr bringen, aber es ist so spektakulär, was der Klaus-Peter Schulenberg da entwickelt hat und er hält sich eigentlich immer sehr im Hintergrund. Deswegen jetzt nochmal der Ausflug in die Festival-Ticketing- und Eventwelt mit dem DK-Korn-Gründer kann man glaube ich sagen. Klaus-Peter Schulenberg, auf geht's!
Let's go! Go go!
Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Wester. Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem: Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt es im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram, und den Einstieg gibt es bereits ab 0 €. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360 € Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertung natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de.
Herzlich willkommen, Klaus-Peter Schulenberg.
Herzlichen Dank.
Erzähl mal kurz mit deinen eigenen Worten vielleicht CTS. Du sagst ja, das kennt jeder, das muss jeder kennen. Also ihr seid der größte Ticketing-Anbieter in Europa, mal mindestens.
Ja, in Europa der zweitgrößte in der Welt. Und Eventim kennt man natürlich. Jeder, der dem Leben zugetan ist, kennt Eventim. Gehe ich von aus.
Weil ihr seit Jahren Events veranstaltet, Events komplett durchführt. Aber beschreib mal ein bisschen die Firma und die Anfänge der Firma.
Naja, die Anfänge der Firma reichen zurück in das Jahr 1989. Dort wurde das Unternehmen gegründet von den 3 größten, damalig größten Konzertveranstaltern in Deutschland. Die haben es verstanden, die Probleme, die sie als Wettbewerber hatten, in das Unternehmen zu tragen. So konnte sich das Unternehmen nicht entwickeln. Ich habe das Unternehmen dann 1996 gekauft. Da machte das Unternehmen rund 6 Millionen D-Mark Umsatz und heute machen wir über eine Milliarde. Und insofern war die Unternehmensentwicklung doch erfreulich. Reasonable.
Und ganz kurz zu deinen Anfängen: Wo hattest du das Geld her für die Übernahme damals? Wie war deine persönliche— ich kenne die Legende, dass du mal angefangen hast, Schülerbands zu vermarkten und so.
Ja, das ist richtig. Während meiner Schulzeit habe ich selber Musik gemacht, und wenn ich mittags aus der Schule kam, dann habe ich nicht die Schultasche geöffnet, sondern bin ans Telefon gegangen und habe für die eigene Band Auftritte besorgt. Und wir spielten dreimal die Woche, und wir waren also durchschnittlich mediokre, ja. Und andere Bands kamen und sagten, Mensch, was seid ihr für eine schlechte Band und so viel Auftritte, und wie macht ihr das denn? Und willst du das nicht auch für uns machen? Dann habe ich ein bisschen überlegt, habe ich gesagt, ich mache das auch für euch. Und damit habe ich eigentlich sozusagen das Skalengeschäft begonnen, nämlich hatte sehr viele lokale Bands, die ich, heute würde man sagen, vielleicht gemanagt habe oder denen ich Jobs besorgt hatte. Und so begann alles. Und dann war ich eines Tages in Minden, ist ein Ort irgendwo an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, und dort spielte eine Band aus Mannheim und Sänger dieser Band war Bernd Klüver. Ich weiß, die wahrscheinlich die Gruppe heute wird ihn gar nicht mehr kennen. Er hatte einen super Song mal gemacht, der Junge mit der Mundharmonika, damals aber noch nicht. Aber ich habe sein Talent erkannt und habe ihn dann unter Vertrag genommen. Und das war ein sehr glücklicher Umstand, nämlich gleich die erste Single verkauft über zwei Millionen Exemplare. Ich war 19, hatte gerade Abitur gemacht. Mein Vater musste den Vertrag unterschreiben, weil ich selber noch gar nicht volljährig war. Damals war man es erst mit 21. Ja, und das war der Beginn.
Und dann hast du sozusagen angefangen als Musikpromoter, oder ja, kann man sagen, ne?
Ja, ich habe Konzerte veranstaltet, Künstler auch gemanagt und Tourneen, und so hat sich das weiterentwickelt. Dann habe ich aber schon rechtzeitig oder sehr früh begonnen zu diversifizieren. Ich habe mich eingekauft in Printmedien, im Tageszeitungsbereich, in Anzeigenblättern, bei Radiostationen, und so habe ich also sehr früh mit einer Diversifikationsstrategie begonnen.
Okay, und Das aber jetzt alles unter dem Dach der heutigen CTS Eventim?
Nein, das war unter dem Dach von KPS. So hieß die Unternehmensgruppe und heißt sie auch heute noch. Und CTS habe ich 1996 erworben und dann unter das Dach von KPS gebracht. Genau andersrum.
Ah, okay, okay, okay. Aber das heißt, die börsennotierte Firma heute heißt CTS?
Die heißt CTS Eventim. Wir haben dann einen Spin-off gemacht. Am 1. Februar im Jahr 2000 waren wir der erste Börsengang. Waren sofort 3000-fach überzeichnet. Kann man sich heute alles gar nicht mehr vorstellen. Neuer Markt, war sehr erfolgreich.
Aber man hat das Gefühl trotzdem, du hast über all die Jahre relativ zurückhaltendes Profil behalten eigentlich, oder? Naja, soweit es möglich ist.
Ich bin einfach bodenständig. Man muss sich selbst nicht so wichtig nehmen. Wir verkaufen Künstler, die sind wichtig, die stehen im Mittelpunkt und nicht die, die sozusagen hinter den Kulissen tätig sind.
Und heute hat das Unternehmen aber eigentlich zwei Säulen, wenn man drauf schaut. Das ist einmal das Inhaltegeschäft, das Contentgeschäft, sagst du ja selber, und dann ist es der Tech-Teil, nämlich das Ticketing.
So ist es richtig. Wir sind der größte Konzertveranstalter in Europa und haben, ich glaube, wir veranstalten so 7.000 oder 8.000 Konzerte im Jahr selbst und wir verkaufen Tickets für 100.000 Veranstaltungen. Ich weiß gar nicht genau, wie viel, über 100.000 und über unsere Systeme werden im Jahr 250 Millionen Eintrittskarten abgewickelt.
Okay, das weltweit dann?
Das ist weltweit. Wir sind in 23 Ländern Europas plus Brasilien.
Kannst du mal so entlang von Künstlern sagen, jetzt hast du ja schon Bern Klüver gesagt, wer waren dann so die nächsten, dass man mal ein Gefühl dafür bekommt, wer waren große Wendepunkte oder große Milestones?
Das erste Konzert, das ich veranstaltet habe, sozusagen neben dem Management, war 1976 oder 77 die Rolling Stones in Okay, war ja ein guter Einstieg. Ja, es war ein guter Einstieg.
Und bis heute arbeitest du mit denen zusammen?
Wir haben ja kürzlich hier in Hamburg noch das Konzert im Stadtpark gemacht. Also wir haben die Deutschlandtournee gemacht, wir haben viele Stationen auf der Europatournee veranstaltet der Rolling Stones. Ja, wir arbeiten immer noch mit den Rolling Stones zusammen.
Das läuft dann so heutzutage, man kennt sich, du kennst deren Management und gehst so ran und machst denen ein Angebot, dann mit dir auf Tour zu gehen sozusagen?
Das Motto heißt: Don't call me, I call you. Also die sagen: Wir gehen auf Tournee und willst du ein Angebot machen? Das geht schon andersrum.
Und sag mal jetzt irgendwie, wir hatten im Vorgespräch Ed Sheeran und solche Künstler hast du auch. Was sind da so Summen, was man da irgendwie mal anbieten muss, dass so eine Rolling Stones oder Ed Sheeran mit dir auf Tour gehen?
Um präzise zu sein: Ich mache das nicht selbst, sondern wir haben das Veranstaltungsgeschäft in Tochterunternehmen organisiert und die machen die Angebote. Die großen Angebote sprechen sich schon mit mir ab, aber in aller Regel sind sie selber aktiv. Und du wirst sicher Verständnis haben, dass ich jetzt hier mit Summen nicht die Zuhörer erschrecken möchte.
Aber ich rate mal, ich schätze mal, so ein Ed Sheeran, da muss man, da geht's dann schon in den neunstelligen Bereich hinein, oder?
Für eine gesamte Tournee, für ein ganzes Jahr oder für einen Abend? Was meinst du?
Also für eine Tournee.
Nein, geht es nicht. Nein, aber es ist die Frage immer, wie lange ist die Tournee? Es ist schon siebenstellig für einen Abend. So wollen wir mal sagen.
Okay, okay, okay. Und das ist dann irgendwie ein Künstler und ihr habt ja mittlerweile ein ganzes Portfolio an Künstlern. Und dann überlegst du dir im Zweifel bei den teuren Geschichten auch nach wie vor selber, ist es das wert? Kriegen wir das wieder raus? Lohnt sich das?
Unsere Manager in unseren Tochterunternehmen, die können das viel besser als ich. Die fragen mich hin und wieder mal nach Rat, aber die Entscheidungen treffen sie schon selbst.
Wenn man so ein bisschen recherchiert und sich mit euch beschäftigt, dann ist auch klar, du hast das Wachstum auch sehr stark durch M&A entwickelt. Würdest du das auch so bestätigen, also M&A schon wichtiger Talent von dir ist, sozusagen Firmen zu kaufen?
Also wir wachsen organisch, wir wachsen sehr stark organisch und runden das natürlich mit M&As ab, mit Firmenübernahmen. Und wir betreiben ja ein reines Skalengeschäft, wir haben ja eine Infrastruktur, und ob eine Eintrittskarte in Hamburg-Winterhude verkauft wird oder in Rio de Janeiro, das ist Kosten auf der Kostenseite ziemlich unerheblich bei uns. Also von daher macht es Sinn, in Märkten, in denen wir sind, unser Portfolio zu ergänzen.
Das machst du ja seit Jahren auch. Ist ja kein Geheimnis, ne?
Nein, ist kein Geheimnis, natürlich.
Was war die größte Übernahme, die du gemacht hast?
Die größte Übernahme war TicketOnline in Deutschland.
Okay, das war dann aber eher auf der Technologieseite?
Das war auf der Technologieseite, ja.
Was würdest du denn sagen, ist von den beiden Säulen die wichtigere Säule fürs Business?
Das kann man so gar nicht sagen. Wir sind natürlich im Ticketingbereich sehr margenstark, sind da sehr gut unterwegs und da skaliert das Geschäft. Im Veranstaltungsbereich sind Skalen schwer zu erwirtschaften, weil der Künstler muss ja nun jeden Abend auf Tournee, es ist jeden Abend die gleiche Kostenstruktur mehr oder weniger. Und es ist nicht degressiv, wenn man so will.
Ist es denn für dich jetzt, sagen wir mal, wahrscheinlich sehr erfreulich, dass diese Entwicklung so gekommen ist, dass live auf einmal im gesamten Musikbusiness so eine Relevanz hat? Früher war das ja die Plattenverkäufe und da war live oder die Konzerte eher so ein Nebenschauplatz. Jetzt ist alles Konzert, da wird das Geld verdient. Das hast du ja auch nicht dir so ausgedacht, das ist so gekommen aufgrund der verschiedenen Entwicklungen, aber es hat euch schon sehr in die Karten gespielt, oder?
Ja, ich sage immer, Glück ist die Voraussetzung von Erfolg. Ja, das ist überhaupt keine Frage. Viele nennen das dann im Nachhinein Strategie. Ja, aber es ist natürlich so, früher haben die Künstler 75% ihrer Einnahmen generiert durch den Verkauf von Tonträgern, 25% waren Erlöse aus Auftritten, also aus Konzerten. Heute ist es so, es variiert zwischen 10 und 15%, sind noch tonträgerbezogen, aber 85 bis 90% resultieren aus Live-Konzerten. Was ja gut ist für dein Business am Ende.
Ja, es ist wunderbar. Wahr. Und du betreibst ja auch oder besitzt ja auch einige Venues oder Locations selber.
Ja, wir haben ein paar Venues in Köln, in London.
Also auch keine kleinen. Also es hört sich jetzt ein bisschen so an, als wenn das irgendwie so Hinterhöfe wären. Du hast jetzt irgendwie die größten Hallen in den jeweiligen Städten.
Die Lanxess Arena zählt zu den Top 3 in der Welt, ja, Besucher und Erfolg. Das ist sehr gut.
Tempodrom Berlin, glaube ich.
Tempodrom Berlin. Wir haben die Event im Apollo Arena in London.
Warum macht so ein, warum macht so ein, sagen wir mal, so ein klassisches Immobilien- oder Hallenbetreibergeschäft Sinn für dich?
Das hat nun gar keine Skaleffekte eigentlich.
Ja, das war eigentlich gar keine Strategie, sondern Opportunismus. Das war eine gute Gelegenheit, es war günstig, und dann haben wir zugegriffen. Und es hat sich im Nachhinein, hatten wir natürlich auch so ein bisschen geplant, als gutes Geschäft erwiesen. Und das haben wir verfolgt und verfolgen wir auch weiter.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business-Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Jetzt hatten wir auch gerade schon im Vorgespräch ein bisschen drüber diskutiert. Du sagst, eure Ticketplattform CTS Eventim, das ist sozusagen ein Household Name, das müsste eigentlich jeder kennen. Ich war der Annahme, das sei eigentlich im Wesentlichen ein Marktplatz, so eine Plattform, zweiseitig logischerweise Ticketkäufer und Ticketverkäufer. Seid ja dann auch nicht ihr unbedingt, sondern der Künstler oder derjenige, der mit euch zusammenarbeitet, also Mannschaften oder halt Content-Anbieter. Und ich nahm an, ihr seid so ein bisschen von der Ausrichtung her eher in diesem Bereich ausgerichtet, dass das wichtiger ist für euch, also sozusagen Partnerschaften auf der Content-Seite. Aber du sagst, genauso wichtig ist der Endkunde.
Ja, der Endkunde ist natürlich wichtig. Es ist, du brauchst Veranstaltungen, um Eintrittskarten zu verkaufen, ja, und Publikum oder Kartenkäufer zu interessieren. Aber auf der anderen Seite, wenn du keine interessierten Kartenkäufer hast, kannst du auch keine Veranstaltung akquirieren. Es bedingt sich einfach.
Aber würdest du nicht sagen, dass der Sog entsteht über die Inhalte und dann, sagen wir, wenn du jetzt eine Rolling-Stones-Tournee machst, mal ganz simpel gesagt, da kauft der Mensch, der dann am Ende dahingeht, der überall das Ticket haben will, ist dem ja fast egal, auf welcher Plattform er das kaufen muss. Es wird ja angesaugt von dem Künstler.
Ja, natürlich, das Produkt muss attraktiv sein, aber wir haben jeden Tag mehr als eine Besucher auf unserer Website, die sich interessieren an oder für Angebote aus dem Live-Entertainment. Leider verkaufen wir nicht jeden Tag 1 Million Tickets, also wir sind auch ein starkes Informationsmedium und erfüllen da unterschiedliche Bedürfnisse.
Also das heißt, du würdest schon sagen, dass euer Pitch oder eure Besonderheit ist auch, ihr geht zu Bands hin oder Künstlern, die vielleicht alleine eine Halle nicht voll machen, aber mit eurer Hilfe wird dann die Halle doch voll?
Wir haben eine starke Reichweite und wir können zielgruppengerecht Werbung ausspielen.
Also indem ihr dann auch irgendwie sozusagen Leuten, die ihr im Verteiler habt, E-Mails schickt und sagt, Mensch, guck mal, wer heute Abend in der Stadt ist und so was. Ihr macht also schon auch sehr starkes CRM und so.
Ja, ja, sind wir sehr aktiv. Alles, was mit Online-Marketing zu tun hat. Wir haben 30 Wissenschaftler beschäftigt, die sich mit der Auswertung von den Daten beschäftigen.
Ja, und sich überlegen, sich fragen, wie kriege ich die Halle voll?
Wer ein Hardrockkonzert überlebt hat in Hamburg, der hat möglicherweise eine Chance auf ein weiteres. Da können wir zielgruppengerechtes Marketing machen.
Aber das ist auch schon wirklich, weil sagen wir mal so, ich denke immer, ihr stellt da eine wichtige Technologie zur Verfügung, die reibungslos klappen muss. Das ist irgendwie auch at scale nicht ganz so einfach. Aber diese Kunst, eine Halle voll zu machen, das muss am Ende schon der Künstler selber hinbekommen und der muss eine PR machen und der muss irgendwie attraktiv sein. Und ihr könnt dann auch nicht zaubern, Also wenn jetzt jemand auf dem absteigenden Ast ist, irgendeine Comedian oder sonst was, dann wird es auch für euch schwer, das hinzubekommen?
Ja, also der Künstler, wenn er attraktiv ist, umso besser. Aber nicht jeder Künstler ist natürlich so attraktiv, sondern es gibt ja unterschiedliche Nachfragelevels und da unterstützen wir schon. Und der Veranstalter macht Promotion mehr traditionell und wir decken doch in weiten Teilen den Onlinebereich ab.
Macht ihr da auch eigene Inhalte, dass du Redakteure hast, die wirklich schreiben über Musik oder Veranstaltungen?
Haben wir. Wir haben, ich glaube, 5 oder 6 Redakteure, die die Veranstaltungen beschreiben.
Überall und nur in Deutschland?
Überall. Okay. Also diese 6 Redakteure in Deutschland beschreiben jetzt nicht die Veranstaltungen in Italien.
Ja klar, klar, klar.
Aber das heißt, du bist auf der einen Seite irgendwo eine klassische Endkundenfirma, also mit Marketingfragen. Wie werbt ihr für euch? Also was sind so Marketingkanäle, auf denen du setzt? Also jetzt Online-Marketing hast du schon gesagt, aber macht ihr dann Werbung bei Facebook oder schaltest du auch Fernsehwerbung oder wie geht ihr vor?
Nein, machen wir alles gar nicht, haben wir nie gemacht. Das heißt, wir Wir haben es mal gemacht, als wir im Jahre 2000 an die Börse gegangen sind, haben wir ein Mediapaket aufgesetzt, 12 Millionen Euro. Und nachdem wir 2 Millionen ausgegeben hatten und wir hatten praktisch keine Resonanz auf unserer Website, haben wir das dann gestrichen und haben gesagt, wie können wir intelligenter werben? Und dann haben wir uns die Mehrheitsanteile bei den damals erfolgreichen deutschen Veranstaltern erworben oder gekauft und konnten somit die Marke Eventim direkt am Produkt platzieren. Und das war die wesentlich klügere Werbung.
Beschreib mal, welche Veranstalter ihr da so gekauft habt.
Ja, Marek-Lieberberg-Konzertagentur, Peter Rieger, Semmelkonzerts, FKP Scorpio hier Hamburg.
Hast du alle sozusagen nach und nach unter das Dach der CTS übernommen?
Praktisch in einem Jahr, innerhalb eines Jahres.
Okay, sind die nach wie vor am Start? Also, aber da gibt es ja noch den einen noch da.
Mit Marek Lieberberg verbindet mich nach wie vor eine Freundschaft, aber keine geschäftliche.
Okay, also weil ihr seid ja auch zum Teil wieder jetzt heutzutage im Wettbewerb, ne?
Ja, wir sind im Wettbewerb, klar.
Und er hat dann nach der Übernahme irgendwann ist er raus und jetzt macht er wieder was Eigenes.
Und genau, der ist jetzt bei Live Nation.
Okay, okay. Was ist, was das größte Live-Event, was ihr macht? Also was ist so die größte Veranstaltung? Von den Besucherzahlen her?
Rock am Ring, knapp 100.000 Besucher.
Und was steht da für ein Umsatzvolumen dahinter? Was kann man da sagen?
Naja, so knapp 20 Millionen an einem Abend, 18 Millionen, ja, sowas in dem Rahmen.
Und dann geht es aber 3 Tage oder so, ne?
Ja, das ist leider nicht mal 3, das ist auf ein Event bezogen, also an 3 Tagen natürlich.
Aber das ist dann der Ticketingumsatz, und dann gibt's ja noch da, weiß ich nicht, alles mit enthalten, das Ticketing Gastronomie, Sponsoring, alles was dazugehört. Und ist dieses Geschäft, ist das irgendwie in den letzten Jahren härter geworden oder hat es sich besser entwickelt? Weil ich meine, die Bands verlangen jetzt ja so viel Kohle und ich habe das Gefühl, es werden ständig neue Festivals irgendwo erfunden.
Ja, es gibt eine Inflation an Festivals. Dann muss man sehen, natürlich steigen die Gagen der Künstler, ja, die Nachfrage wird stärker weltweit, Festivals sind im Trend und was wir eben auch sehen, ist, dass die Aufwendungen für Sicherheit exorbitant ansteigen. Die Folge ist höhere Eintrittspreise, und das mögen wir eigentlich gar nicht, aber wir sind praktisch dazu gezwungen, die Eintrittspreise zu erhöhen, um diese steigenden Kosten zu decken. Und das wird natürlich in der Folge dazu führen, dass viele oder einige Festivals aus dem Markt ausscheiden werden.
Was sind denn so aktuell die Künstler, wo du sagst, die haben am meisten Sog? Also wenn du dir jetzt einen aussuchen könntest, der mal umsonst vorbeikäme, wen würdest du dann wählen?
Ich würde Ed Sheeran wählen und den würde ich auch hoch bezahlen. Der müsste gar nicht kostenlos auftreten, weil er einfach der Künstler ist, der am meisten Eintrittskarten im Moment weltweit verkauft.
Wirklich?
Auch mehr als eine, weiß ich nicht, wen haben wir denn da jetzt irgendwie, Drake oder Kanye West oder so, die alle nicht so stark sind?
Alle gleich.
Ich habe gehört, Eminem soll auch mega stark ziehen.
Eminem war einer, war ein Konzert in diesem Jahr, war sofort ausverkauft. Aber Ed Sheeran waren eben hier in Deutschland 4 Konzerte, die innerhalb von Minuten ausverkauft waren. Also wir haben innerhalb von Minuten, glaube ich, an die 400.000 Tickets verkauft, und das ist schon enorm.
Und das Schöne bei dem ist ja, man muss nicht viel machen, der setzt sich dann im Hocker hin und spielt ein bisschen Gitarre, ne?
Naja, der Aufwand ist schon groß, aber nicht wie Rammstein Naja, nicht wie Rammstein, hat eben einen anderen USP.
Aber für euch als Veranstalter ist es doch ein bisschen einfacher, stelle ich mir so vor. Wenn ich selber zu Konzerten gehe, dann gibt es Leute, die bauen da riesige Bühnenlandschaften auf.
Hat er auch. Die Ed Sheeran-Produktion ist eine sehr große Produktion. Ich glaube fast 40 Trucks. Es ist nur, dass er alleine auf der Bühne steht, aber ansonsten ist das schon großes Kino, würde ich sagen.
Wie bleibst denn du sozusagen da jetzt à jour mit diesen ganzen Entwicklungen? Und wenn ich jetzt sage Kanye West oder Adele oder so was, das sind ja noch große Namen, aber du musst ja wahrscheinlich noch eine Ebene tiefer selber reingucken. Und jetzt bist du ja vielleicht nicht mehr so, dass du jetzt jede neue Musik seit Jahrzehnten mitgehst. Also wie macht man das? Oder siehst du es einfach—
Ich muss mich auf die Erfahrung unserer Konzertveranstalter verlassen und über die Informationen, die wir darüber hinaus erhalten. Erheben. Ja, wir gucken ja schon sehr genau, was hat der Künstler in der Vergangenheit verkauft, in welchen Regionen, in welcher Geschwindigkeit, in welchen Preiskategorien. Da haben wir schon ganz klare KPIs. Und wie ist er jetzt angesagt, was hat er für Nennungen im Internet. Es gibt viele Faktoren, oder Spiel, Abspiel, wie sagt man, Plays auf Spotify etc. Also es gibt viele Faktoren, die diese Themen absichern, aber dennoch trifft man auch Fehlentscheidungen, keine Frage.
Und wenn ich mal fragen darf, was war die größte Fehlentscheidung da? Wo hast du mal daneben gelegen?
Das kann ich jetzt gar nicht mehr so viele, ich kann die gar nicht im Detail erinnern.
Okay, aber das muss man sich ja vorstellen, auf der einen Seite bist du sozusagen jetzt sehr tief mit Künstlern und Inhalten beschäftigt und musst dich da überlegen, was mache ich? Und auf der anderen Seite ist es ja auch schon eine Technologiefirma. Ihr müsst ja dann wirklich eine Technikplattform, die global eingesetzt wird, weiterentwickeln. Das ist ja Also ich kenne es ja nur noch aus meinen kleinen Welten, nicht ganz so trivial. Also da musst du ja dann auch relativ tief in die Technik rein und dich darauf verlassen, dass da ein Technikprodukt entsteht. Ist das auch, also macht es dir jetzt ähnlich viel Spaß oder wie löst du das?
Auch da haben wir natürlich Spezialisten, die diese Themen betreuen, und darauf muss ich mich verlassen. Aber ich verlasse mich auch auf den gesunden Menschenverstand und gucke, was ist wirklich logisch und was ist nicht so logisch. Und wir sind eben als einziges Unternehmen weltweit in der Lage, 3 Millionen Kunden zeitgleich zu bedienen. Wir haben die Olympischen Spiele gemacht in Sotschi und auch in Rio, und da gab es kein Kollabieren von Webseiten im Vergleich zu den Veranstaltungen, die vorher stattgefunden hatten, in Peking oder London, wo man wochenlang keine Eintrittskarten kaufen kann. Also wir sind Technologen, wir sind nicht nur Marktführer, wir sind auch mit weitem Abstand Technologieführer.
Und keine Angst, dass vielleicht mal größere amerikanische Plattformen oder auch so eine Spotify vielleicht oder so sich diesen Markt anschauen und sagen, das ist für uns natürliches Wachstumsfeld?
Wir haben schon so viel Wettbewerber kommen und gehen sehen. Ja, wir achten natürlich darauf, aber wir konzentrieren uns auf unsere Stärken. Und es ist natürlich immer am Ende des Tages noch ein Nischengeschäft. Man braucht die Verbindungen zu den Veranstaltern, die sind gewachsen über viele Jahrzehnte. Und von daher glauben wir schon, dass wir uns durchsetzen können.
Aber es ist doch E-Commerce, am Ende ist es doch E-Commerce, ne?
Wenn man das mal auf den Punkt bringt, sind wir eines der ganz wenigen deutschen Unternehmen, die international operieren und gegen große amerikanische Unternehmen immer noch wachsen.
Okay, aber da machst du dir wirklich keine Angst, dass irgendwie eine Amazon, die hat ja alles, die haben ja auch alle Kundeninformationen, die haben die Technikkompetenz, am Ende verkaufen die jetzt mir eh alles schon, warum sich auch noch ein Ticket.
Ja, aber die haben ja schon 2 Anläufe gemacht, einen in England, einen in USA, und haben dieses Jahr eingestellt.
Okay, und woran würdest du sagen, sind die gescheitert?
Na, weil es doch ein, ist doch ein weiterer Teil People's Business, ja, und man muss einfach diese Verbindung haben. Wir haben mehrere tausend Veranstaltungen, Veranstalter in Europa unter Vertrag, und da bestehen Verbindungen zwischen den einzelnen Unternehmen, die wir haben, also den Mitarbeitern und den Veranstaltern, und wir wissen was wichtig ist für einen Veranstalter, braucht man schon ziemlich viel Know-how.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso Milchkaffee Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Wer ist denn überhaupt Wettbewerber von euch? Würdest du sagen, wen schaust du dir an?
Wettbewerber von uns ist Live Nation mit Ticketmaster.
Das ist sozusagen die größte Hausnummer.
Genau.
Die haben ja Ticketmaster auch vor einiger Zeit erst übernommen, ne?
Das ist schon ein bisschen länger her, so 10 Jahre würde ich sagen.
Und sag mal, wie ist deine Sicht generell auf diese amerikanischen Plattformen? Bist du da tief drin? Schaust du dir an, was Facebook macht? Ich meine, als Marketingkanal ist gar nicht wichtig für euch, aber diese ganze Plattformökonomie, wie verfolgst du das?
Ja, ich lasse mich aufdatieren, ich gucke auch selbst mal, das ist keine Frage. Und wir verfolgen natürlich sehr genau, welche Reaktionen haben wir auf Werbung bei Facebook, und auf unsere Marketingmaßnahmen bei Facebook. Und was wir sehen, ist das Informationsmedium, aber es ist kein Verkaufsmedium.
Und sagen wir aber generell, hast du da Sorge, dass am Ende seid ihr ja auch jetzt im besten Sinne ein deutscher, sehr erfolgreicher Mittelständler, den du da gebaut hast? Und da gibt es ja immer die Sorge, dass die jetzt alle verdrängt werden von diesen Plattformen. Also du hast gerade schon beschrieben, vor Amazon fürchtest du dich nicht so sehr, Facebook ist jetzt gar nicht so relevant für euch, also diese Plattformökonomie geht an euch ganz gut vorbei?
Wir haben selber unsere eigene Plattformökonomie, ja, wir haben sehr große Skalen, wir wachsen, wir sind weiter sowohl organisch im Wachstum als auch weitere M&A, die wir planen. Also von daher sind wir eigentlich ganz selbstbewusst.
Und das Wachstum muss man sich so, also das organische Wachstum muss man sich so vorstellen, dass ihr dann einfach neue Tourneen macht, dass ihr neue Veranstalter findet, die eure Ticketing-Software einsetzen? Oder was sind sozusagen, was gibt den größten Wachstumsimpuls?
Der größte Wachstumsimpuls ist die Migration von offline, den Erwerb von Eintrittskarten offline zu online.
Okay, der, dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, und den, der kommt ja natürlich, den müsst ihr ja gar nicht jetzt anfeuern, der ist ja eh da.
Genau.
Und dann, dann statt irgendwie zum Ticketbüro zu gehen oder irgendwo vor Ort zu kaufen, kommen dann die Leute auf eure Webseite und kaufen direkt da.
Genau.
Okay, okay. Sag mal, was ist sozusagen dein Blick auf diese ganzen Musikplattformen Spotify, SoundCloud? Wie siehst du die? Spielen die eine Rolle für dich?
Die sind wichtig für die Kommunikation von Musik, ja, ist ja keine Frage. Und es verändert sich ja sehr viel in der Musik. Bin gespannt, wann Künstler so weit sind, dass sie ihre Produkte direkt zu Spotify geben. Unter Umgehung der Tonträgerindustrie.
Glaubst du, es kommt so?
Ich könnte mir das gut vorstellen.
Das heißt, die Labels siehst du eher so auf einem schwierigen Weg?
Ich würde sagen, es ist schwierig.
Und das heißt, Spotify macht sozusagen die Verlängerung der Wertschöpfungskette? Ja. Okay.
Also wenn ich das zum Beispiel bei uns sehe, eine Million jeden Tag auf der Website, die wir identifizieren können, deren Musikgeschmack wir kennen, also mit dem Vermuten natürlich über das, was sie sich anschauen und was sie erwerben, denen könnten wir natürlich auch entsprechende Angebote, Musikangebote machen.
Ja, okay, also das heißt, du siehst da irgendwie eine Wertschöpfungsstufe, die so ein bisschen durch Spotify oder so durch euch ersetzt werden könnte?
Also wenn es nicht mehr der digitalen oder der physischen Tonträgerdistribution bedarf, Dann spätestens, glaube ich, sind die meisten Tonträgerfirmen obsolet.
Sind wir kurz davor.
Ja.
Und jetzt war ja, ist ja Spotify vor kurzem an die Börse gegangen. Hast du gezeichnet oder würdest du zeichnen? Würdest du mir empfehlen, Spotify zu kaufen?
Ich halte mich da raus. Ja, da gebe ich keine Empfehlung, was Aktiengeschäft angeht.
Aber hat ja eine verrückte Bewertung.
Ich meine, verrückte Bewertung, ja, aber Okay, also ich kann nicht viel dazu sagen. Ich möchte da keine Empfehlungen geben. Ich habe das im Übrigen nicht gezeichnet.
Okay, okay, okay. Tun denn diese Plattformen oder diese massive Transparenz, tut das aus deiner Sicht dem Musikbusiness gut, dass jetzt, also sorgt es für mehr Vielfalt, so ein Spotify und SoundCloud oder diese ganze Entwicklung, oder reduziert es die Vielfalt? Ich bin mir manchmal nicht so sicher, ob das irgendwie, manche sagen, das ist Long Tail, am Ende gibt es mehr Künstler und jeder kann sich selbst vermarkten und es kommen permanent neue Geschichten auf den Markt, so ein Ed Sheeran aus nichts? Oder ist das halt irgendwie so, dass du sagst, naja, am Ende fokussiert sich alles noch weiter auf die Topplayer, alle hören jetzt nur noch amerikanische Musik, alle wollen jetzt irgendwie—
Ja, das ist eine interessante Frage. Hat Musik noch einen Wert? In der Vergangenheit, vor vielen Jahren, musste man sich oder kaufte man sich ein Album. Es war dann ein Konzeptalbum, 12 Songs. Heute ist es Rosinenpicken, Ja, ob es nun im iTunes Store ist, ist ja auch schon fast überholt. Ja, man zahlt 10 Euro im Monat und kann sich aussuchen, was man will. Hat Musik dann noch einen Wert? Das ist die Frage, die ich mir stelle. Und man steigt schnell ein, man steigt schnell aus in den einzelnen Stücken, und wohin das führt, ist mir nicht so ganz klar.
Aber es ist schon erstaunlich, dass eigentlich die die Labels, also im Sinne von Bandlabels, Bandbrands, Marken, die es seit Jahrzehnten gibt, immer noch die größten fast sind. Also jetzt, wenn ich jetzt suche nach großen Namen, dann klar, dann gibt es Adele und Rihanna und so ein paar neuere, Taylor Swift oder so, aber eigentlich die ganz großen Bringer sind nach wie vor Bruce Springsteen und irgendwie Rolling Stones, wo man sagt, das gibt es doch schon seit 40 Jahren, wie kann das eigentlich sein?
Im Livegeschäft, nicht im Tonträgergeschäft. Beides hätte ich Glaube ich nicht. Ich meine, ich wüsste nicht. Ja, es gab ein gutes Album von den Rolling Stones, Live in Kuba, oder glaube, so hieß das. Ja, okay, aber ansonsten, Tonträger verkauft ja keiner mehr richtig.
Das ist ja, wenn dann die Frage nach Streams oder so, ne?
Aber ich glaube, dass Ed Sheeran sehr viele Tonträger verkauft hat. Ich glaube, dass Adele wahnsinnig viel Tonträger verkauft hat. Ich glaube, dass Coldplay sehr viel Tonträger verkaufen. Also es gibt auch eine Vielzahl neuer Künstler, aber natürlich, wenn man zurückblickt, ist das— die Menge ist ja erheblich größer, und die einzelnen Stars aus 40 Jahren sind— da müssen natürlich mehr sein als die Stars aus den letzten 3 oder 4 Jahren.
Okay, also du sagst, das ändert sich auch nicht, es kommen nach wie vor neue Brands, die dieselbe Größe erreichen können wie die alten Brands, temporär die gleiche Größe erreichen.
Wie langfristig das ist, ist dann noch eine andere Frage.
Welche Musiker würdest du sagen, haben ihre Marke besonders gut über die Jahre sozusagen gemanagt? Du schaust dir das auch an. Ist das die Rolling Stones oder wer macht das richtig gut so aus Marketingunternehmer-Sicht? Wow, die sind aber nicht nur gute Künstler, sondern auch tolle Unternehmer.
Mit weitem Abstand die Rolling Stones haben die Marke also brillant gemanagt, ihre Marke. Also ich meine, sieht man ja auch im Merchandise-Bereich, wie viel Merchandise sie verkaufen. Verkaufen. Es ist unglaublich. Also, und eben auch diese Zunge, das ist doch ein Brand über Jahrzehnte. Ich meine, wer kann, wer ist da zu vergleichen? Mir würde nichts einfallen.
Und Jüngere, du sagst, sie gehen da so in die Richtung, wo das da, das ist zumindest gut gemacht.
Naja, ich meine, so Singer-Songwriter wie Ed Sheeran, die haben eben auch das künstlerische Potenzial. Ja, man muss beides haben. Und ich glaube, das ist immer dann am Ende des Tages für eine Langfristkarriere die Voraussetzung von Und wenn du kennst ja wahrscheinlich das Management von all den Künstlern und auch die Künstler zum Teil persönlich.
Sind es dann die Künstler oder sind die einfach gut gemanagt und gut beraten?
Es kommt, es muss vom Künstler selbst ausgehen. Ja, also die Kreativität muss beim Künstler sein und dann die nächste Stufe ist die Frage der Beratung. Ja, und er muss auch beratungswillig und fähig sein. Das ist natürlich auch eine wichtige Komponente. Und wenn man Superstar ist, dann gehört eine große Persönlichkeit dazu, dass man sich auch beraten lässt.
Okay, erzähl mal deine Lieblings-Superstar-Anekdote, wo du sagst, das hättest du—
Ich habe keine Lieblings—
Aber du begegnest also schon auch den spannendsten Menschen sozusagen unserer Zeit im Sinne im Kunstbereich, häufig persönlich, oder hast mit denen wirtschaftlich zu tun. Das macht ja schon Spaß, oder erlebt man ja schon kuriose Sachen.
Natürlich, man erlebt viel, und auch man geht dann möglicherweise zum Essen, und man hat immer eindeutige Themen, nämlich es geht in aller Regel um den Künstler.
Okay, aber sag mal so, gibt's da Leute, wo du sagst, hättest du dir nie vorstellen können, wie die nachher so als Person sind? Dass du, wenn du sagst, Mensch, da habe ich jetzt jemand kennengelernt, da hätte ich ganz anders erwartet.
Ja, es gibt einige, die normal geblieben sind, ja, und die freundlich sind und die kommunikativ sind und die eben bodenständig sind. Aber nicht viele.
Und jetzt in Deutschland, wie der größte deutsche Künstler aktuell, oder die Künstlerin ist wahrscheinlich tatsächlich aktuell Helene Fischer, rein kommerziell betrachtet, ne?
Helene Fischer, ja, absolut, mit weitem Abstand überragt ist. Aber es gibt eben nicht nur Helene Fischer, sondern es gibt auch eine Langzeitkarriere wie Herbert Grönemeyer zum Beispiel.
Wer hat Helene Fischer gemacht? Hast du da irgendwie das verfolgt, oder seid ihr enger dran?
Wir veranstalten Helene Fischer, also unser Tochterunternehmen Semmelkonzerts veranstaltet Helene Fischer und hat sicher auch einen Anteil an dem sehr erfolgreichen Live-Projekt Helene Okay, okay.
Wenn man jetzt sozusagen sich überlegt, wie könnte man CTS weiterentwickeln, dann ist ja, ihr seht euch selbst, seht eure Firma als eine Plattform. Was wäre sozusagen das nächste Wachstumsfeld, dass diese Plattform reingehen könnte? Jetzt haben wir schon so ein bisschen besprochen, was andere versucht haben, bei euch reinzukommen, ist schwierig. Was, dass du sagst, Labels, das macht sicherlich keinen Sinn mehr für euch. Aber was dann?
Naja, wir sind eigentlich ein Informations- Kommunikationsmedium für Freizeitaktivitäten. Und das spannt den Bogen ja sehr viel weiter, und daran müssen wir arbeiten, was wir in dem Bereich noch für Produkte anbieten können, wie wir unseren Kunden noch zu besseren Lifestyle-Erlebnissen verhelfen.
Also auch außerhalb der Musik ruhig?
Auch außerhalb der Musik.
Das heißt, du würdest dir auch irgendwie jetzt andere Sachen, die man in der Freizeit machen kann, also im Zweifel auch, weiß ich nicht, wenn man Bundesliga-Vereine kaufen könnte, würdest du auch einen Fußballverein kaufen?
Also das könnte ich mir weniger vorstellen. Also ich glaube nicht, dass das so das richtige Geschäftsmodell, jedenfalls für mich, ist.
Okay, okay. Aber so konkreter willst du nicht werden?
Das kann ich leider nicht, weil wir ja ein börsennotiertes Unternehmen sind, und dann müsste ich morgen vielleicht, oder gleich im Anschluss an dieses Gespräch, eine Ad-hoc-Meldung nachschieben. Das wäre ja nicht so erfreulich.
Aber siehst du denn das immer außerhalb von Musik auch auf einmal andere Arten von Inhalten große Hallen füllen können. Also sagen wir Comedians, ist ja auch relativ neu, dass die jetzt Barclaycard Arena voll machen. Oder Hundetrainer habe ich jetzt gesehen in Hamburg in der Barclaycard Arena, also der größten Arena in Hamburg, Barclaycard. Da ist ein Hundetrainer, der da auftritt. Oder Lesungen, die auf einmal wie ein Popkonzert daherkommen. Also es gibt ja schon mittlerweile Sachen, irgendwelche Shows, wo man sagt, okay, die hat man so in der Masse noch nicht auf dem Schirm seit langer Zeit. Sein?
Wir haben vor einigen Tagen Luke Mockridge in den Vorverkauf gegeben, den Comedian, und haben am ersten Tag 140.000 Eintrittskarten verkauft.
Okay, das heißt, da seid ihr schon mehr oder weniger Nachfrage, sehr interessant.
Und es ist eben kein musikalischer Inhalt, sondern es ist eben Entertainment, Unterhaltung.
Aber soll man, sag mal noch mal ein paar andere Sachen, die dir auffallen als Comedians? Ich habe jetzt ja schon Hundetrainer, weil es absurd ist, da gibt's ja, aber was gibt's Noch so?
Warum ist das absurd?
Naja, weil man klassisch jetzt nicht erwarten würde, dass jemand, der Hunde trainiert, damit, mit diesem Angebot 15.000, 18.000 Leute in der Halle reinziehen kann. Das hätte man eher als YouTube-Video, verstehe ich noch, oder als Buch oder so, aber als Live-Show ist schon—
Aber ich glaube, da kann man seinen eigenen Hund sogar mitbringen, nicht? Und der Trainer geht mit dem Hund um und er hat was zu bieten inhaltlich und er kann es gut kommunizieren. Kommunizieren und die Leute gehen nach zweieinhalb oder drei Stunden nach Hause und sind gut unterhalten. Unterhaltung kann ja vielfältig sein, muss nicht Musik sein, muss keine Vorlesung sein, ist mal ein anderer Weg. Und von daher würde ich den nicht in eine Rangfolge bringen.
Stell dir vor, du kommst nach der Arbeit nach Hause und dein Keller steht unter Wasser. Die Nerven liegen blank, du bist gestresst und brauchst dringend Hilfe. Das Letzte, was du jetzt willst, ist eine blecherne Computerstimme, die dir sagt: Für Schadensmeldungen drücken Sie die 1. Aber mit ElevenLabs kann das auch so ablaufen: Hallo, hier ist Eleven.
Was kann ich für Sie tun?
Hey, ich habe ein Problem. Mein Keller steht unter Wasser.
Oh nein, das tut mir leid. Machen Sie sich keine Sorgen. Unser Ziel als Versicherung ist es, Ihnen das Leben in dieser stressigen Situation leichter zu machen. Und nicht noch zu erschweren. Ich nehme den Schaden für Ihren Keller sofort auf.
Aber wie kann das sein, dass KI so menschlich klingt?
Das ist der neue Expressive Mode von ElevenLabs. Ich erkenne den Stress in deiner Stimme und passe meine Tonalität an. Ich höre nicht nur Wörter, ich verstehe die Emotion dahinter. Ich kann seufzen, lachen oder wie jetzt einfach eine beruhigende Stütze sein, während ich parallel den Gutachter für dich buche.
Also echte Empathie skaliert durch KI. Große Player wie die Deutsche Telekom, Klarna und Revolut nutzen diesen Service bereits, um Kunden wirklich abzuholen. Es ist nicht mehr Mensch gegen Maschine, sondern Maschine für den Menschen. Erlebe die Zukunft der Kundeninteraktion auf elevenlabs.io/omn. Und ja, auch meine Stimme wurde mit ElevenLabs erstellt.
Also was mir aufgefallen ist vor kurzem, die Drei Fragezeichen, auch so ein Kinderbuch, da gibt es dann Leute, die lesen, oder die Originalstimmen, die lesen daraus vor und machen auch große Hallen voll.
Ja, aber schon seit 10 Jahren. Okay, habe ich dann ein bisschen später mitbekommen.
Aber es ist ja auch ein unfassbares Geschäft.
Ja, absolut.
Und ihr seid aber jemand, diejenigen, die in der Wertschöpfung dann auch mit dabei sind. Also wenn man so eine Story dann sieht, wenn man da reingeht, Dann seid ihr sozusagen mit in der Wertschöpfung häufig integriert und das ist euer Ziel, sozusagen da nicht unbedingt den Inhalt logischerweise stellen, aber halt die Ermöglichung des Ganzen.
Absolut, sind wir Teil der Wertschöpfungskette, ein wesentlicher Teil.
Lass mich noch ein bisschen spekulieren, was gibt's denn noch so an spannenden Inhalten, die man machen könnte? Also Hundetrainer habe ich gesagt, Comedians, Musiker, Gaming zum Beispiel, korrekt. Also wenn ich jetzt sehe, dass da wird ja ganz viel darüber gesprochen, unserer Branche Gaming soll ja das ganz große Ding sein.
Ja, genau.
Siehst du auch so?
Das weiß ich nicht. Ich, also ich würde mich nicht dafür interessieren können. Ja, also ich würde ja nicht in eine Halle gehen und sozusagen passives Mitglied zu werden, wie andere sich im Spiel unterhalten. Also was daran so schön sein soll. Aber hat sich mir noch nicht erschlossen.
Vor ein paar Monaten war zu Gast hier bei uns im Podcast der Inhaber der ESL oder Gründer, also dieser European Gaming League, und der macht tatsächlich auch Hallen voll. Der war in Hamburg hier auf einem Event, Barclaycard voll, 2 Tage lang Gamer. Ist das, also sagst du, weil du selber nicht erlebst, ignorierst du das, oder nimmst du es ernst, oder guckt euch das schon an?
Natürlich müssen wir das ernst nehmen, und wir gucken uns das auch an. Und es ist eben die Frage, ist das ein Trend, ist das nachhaltig oder nicht.
Und wie ist deine Prognose?
Ich würde sagen, es ist eher nicht so nachhaltig.
Ja, meinst du nicht?
Nee, glaube ich nicht. Das ist ja eine Ansicht, die so ein bisschen nachhaltig heißt, länger als 5 Jahre, sag ich mal.
Okay, aber aktuell laufen ja Leute durch den Markt und wir kriegen ja auch jeden Tag irgendwelche Presseagenturen, die was schicken, und da hat man das Gefühl, das Ding überrollt jetzt alles. Also Gaming kommt jetzt und Mercedes-Benz gibt da große Sponsoring-Budgets rein und was man also alles hört.
Gut, aber ich befasse mich gerne mit den Fakten, und wenn ich sehe, wie viele Tickets verkauft man im Gaming-Bereich und wie viele Tickets verkauft man woanders, dann habe ich schon eine klare Marktaussage.
Okay, die Botschaft ist angekommen. Hast du eigentlich manchmal ein bisschen Sorgen, dass Künstler selber auch sich, also gerade die großen Brands, mit denen du viel Umsatz machen kannst, sich irgendwann fragen, Wozu brauche ich diese ganzen Mittelsmänner eigentlich alle? Ich bin doch jetzt, ich könnte aber meinen Instagram-Account, könnte ich da auch hingehen und Tickets verkaufen. Absolut. Und wozu brauche ich jetzt dann Ticketing-System wie eures? Und also eine Adele, die kriegt die Halle auch ohne jeden anderen voll, die braucht nur die Halle mieten.
Ist richtig, aber sie braucht eben auch die Technologie, die Millionen von Anfragen verarbeiten kann. Sie muss in der Lage sein, unterschiedliche Systeme vorzuhalten, weil in jedem Land gibt es andere Steuersätze, andere Usancen, wie Eintrittskarten verkauft werden etc. pp. Und von daher kann ich mir gut vorstellen, dass es den Eintritt gibt, gibt es ja auch heute schon auf Künstlerseiten, aber hinter den Seiten stehen dann doch so Unternehmen wie wir.
Okay, also das heißt, das ist eine Theorie von Leuten, die aus der Ferne auf so einen Markt drauf gucken und denken, das könnte man alles irgendwie mal schnell rausnehmen, aber in Wahrheit, wenn man tiefer reinschaut, merkt man, das Das geht doch nicht.
Und Adele bräuchte das alle 5 Jahre mal oder alle 4 Jahre. Von daher weiß ich nicht, ob das besonders viel Sinn macht, so etwas vorzuhalten.
Okay, also das ist dann sozusagen die ganz klassische White-Label-Positionierung. Genau.
Was ist deine Vision?
Also wo ist denn jetzt CTS? Wir haben schon ein bisschen gesprochen, du willst noch neue Freizeitangebote vermarkten, aber gibt es für den Technikbereich vielleicht auch noch eine Vision, wo du sagst, okay, Das Ticketing muss sich entwickeln in folgende Richtung?
Naja, wir wachsen weiter in anderen Ländern, die jetzt im Moment noch nicht auf der öffentlichen Agenda stehen, aber an denen wir arbeiten. Und wir haben natürlich Inspiration aus der ganzen Welt, wie Ticketing funktioniert. Wir müssen unsere Systeme darauf einstellen und wir wachsen dadurch auch technologisch. Wir haben Untersuchungen zum Beispiel, Wann geht man zu einem Konzert? Also viele Leute lassen sich von Freunden, Bekannten etc. inspirieren. Die suchen gar nicht selbst aus, weil sie jemanden suchen, der ihre Freizeit organisiert. Ja, und wenn zum Beispiel dieser Organisator auf unsere Website geht und sich interessiert für eine Veranstaltung und 2 Tickets kauft, dann geben wir ihm in Zukunft die Möglichkeit, für seine Freunde zu reservieren, und wir schicken seinen Freunden dann auch unmittelbar durch ihn initiiert Informationen, und sie können ihren eigenen Zahlungsprozess machen etc. pp. Auch da glauben wir, dass wir zusätzlich wachsen und dass das innovativ ist.
Also sozusagen Entwicklung des Tech-Produkts in neue Features, was du gerade beschreibst, dass Käufer untereinander Preise dealen können und so weiter.
Genau.
Okay, das ist da irgendwie Mobile für euch ein großes Thema gewesen, oder?
Ja, Mobile, wir sind sehr stark im Mobile. Aber Mobile ist im Moment immer noch Information, und dann gehen die Leute an den Desktop und kaufen über den Desktop.
Okay, okay. Sag mal, du bist jetzt einer, der sehr angenehm hier wenig selbstständig die aktuellsten Buzzwords ausspricht, deswegen nenne ich noch mal eins: Künstliche Intelligenz. Ist sowas auch ein Thema, wo du sagst, okay, ich muss erahnen, was der Künstler, welcher Künstler wem gefallen könnte? So, also arbeiten, brauche ich Leute, die sich ein bisschen mit sowas beschäftigen?
Ja, wir müssen uns einfach damit auseinandersetzen. Was die Zukunft bringt und dass wir darauf eingestellt sind und nicht eines Morgens aufwachen und haben eine komplette neue Technologie verschlafen. Jetzt also für alle, die alles, ja, was dann mit den Zahlen, ja, ich gucke mir das also peripher an, an der Oberfläche. Ich kann da natürlich nicht ins Detail gehen, aber ich orientiere mich schon.
Also ich meine, also du hast ja noch schon ein sehr, sehr reichhaltiges, erfolgreiches Berufsleben sozusagen erlebt. Insofern bist du jetzt ja nicht mehr die typische Startup-Generation. Wie machst du das? Also wie bleibst du sozusagen jetzt mit ein bisschen mehr Erfahrung sozusagen aktuell? Also liest du dann irgendwelche, also redest du mit deinen Mitarbeitern oder liest du irgendwelche Blogs oder Magazine? Ich weiß nicht, wie geht's?
Ich rede mit meinen Mitarbeitern, ich nehme die Umwelt wahr, ja, und dann ergibt sich einfach eine Informationslage. Ich Und sozusagen ein junger Geist und die Erfahrung der vielen Lebensjahre, ich glaube, ist ganz großer Vorteil.
Okay, okay. Erzähl doch noch mal ein bisschen sozusagen von deinem Alltag, wo wir gerade darüber gesprochen haben, wie du dich informierst oder wie du sagst, junger Geist und dann das richtige Umfeld. Wie muss man sich das denn vorstellen, wenn du morgens zur Arbeit gehst? Du hast jetzt eine Reihe von Tochterfirmen, übernommenen Firmen, 2 verschiedene Unternehmenssäulen. Beschreib mal so den Arbeitstag, so einen typischen.
Ich gehe entspannt morgens ins Büro zwischen 9 und 10.
In Hamburg oder in Bremen?
In Hamburg. Also ich würde sagen 90% in Hamburg. Ich bin natürlich viel unterwegs und beschäftige mich mit dem, was in der Nacht reingekommen ist an E-Mails, lese die E-Mails, informiere mich, kommuniziere mit Mitarbeitern, Wir haben Jour fixe.
Du machst keinerlei Fortbildungsgeschichten logischerweise, sondern du hast irgendwie so dein Umfeld und das begleitet dich jetzt seit jetzt. Oder holst du dir ab und zu frische Leute rein? Also ich hole mal jemanden von Live Nation oder gerade von Amazon, heu ich mal jemanden an, den mir hilft.
Wir hatten gerade neulich eine Führungskräftetagung, da haben wir einen Zukunftsforscher, hat ein Referent, ein wie sagt man, einen Vortrag gehalten. Also wir haben schon Anregungen von außen.
Und dann holst du dir auch, hast du schon mal Leute eingestellt von diesen ganzen amerikanischen Plattformen oder von klassischen Technologiefirmen oder sowas?
Leider noch nicht. Echt nicht?
Nein. Aber es wäre vielleicht auch mal eine Maßnahme.
Ja, aber wir haben schon Beratungen gehabt von Architekten aus USA, Softwarearchitekten und so weiter. Also wir sind schon offen für Neue Ideen.
Okay, okay.
Aber man darf natürlich— wir sind jetzt nicht irgendein Internetunternehmen, ja, und hat neue Anwendungen an der Oberfläche, sondern wir haben eine Buchungsmaschine, die unter allem liegt, und das ist schon Hochtechnologie. Ja, wir haben eine höhere Zuverlässigkeit als Lufthansa mit ihrem Reservierungssystem.
Okay, und das macht ihr alles inhouse? Ihr habt keine Agenturen oder sowas?
Machen wir alles inhouse.
Und die Technologie Unit sitzt dann hier in Hamburg? Sitzt in Bremen.
Wir haben 300 Mitarbeiter im Bereich Softwareentwicklung. Und ja, okay.
Und also, ich meine, das ist ja nun schon für euch das entscheidende Asset. Ja, absolut. Deswegen, also muss man ja schon auch eng dran sein, also habe ich das Gefühl. Habt ihr so einen klassischen CTO mittlerweile?
Einen klassischen CTO haben wir nicht. Wir haben einen Geschäftsführer in dem Bereich, der das steuert. Und wir sind damit zufrieden.
Okay, okay, okay, okay, okay, alles klar. Okay, also es ist irgendwie für mich eine faszinierende Geschichte, weil du halt Sachen machst, die findest du glaube ich gar nicht so klar, diese Mischung aus Technologie, Content. Und ich glaube, alle, die OMR verfolgen, können sich vorstellen, wir machen auch Events, wir berichten über Tech, wir haben selber irgendwo eine Tech-Plattform. Also insofern fand ich das, oder finde ich es sehr begeisternd, dir zuzuhören, dass du auch jetzt noch aus Deutschland kommst, du das hier in Hamburg aufgebaut hast, in Hamburg und Bremen. Macht mir viel Spaß, das sozusagen hier zu hören und so ein bisschen zu sehen aus der Ferne. Ich hoffe, den Hörern ging es genauso. Danke dir für deine Zeit, für deine Auskünfte.
Herzlichen Dank für die Einladung. Vielen Dank.
Dankeschön.
Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, könnt, gibt's jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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