OMR Classic mit Lanserhof-Gründer Christian Harisch
25 Jul 2025 · 54 min
In this OMR Classic episode, host Philipp Westermeyer interviews Christian Harisch, the founder of the Lanserhof group, about his family’s hospitality heritage, the evolution from traditional Alpine guesthouses to a portfolio of luxury wellness resorts. Harisch explains how the Lanserhof concept blends high‑end hospitality with preventive medicine, individualized nutrition, and minimalist luxury, charging €4,000‑€7,000 per week for a fully curated health program. He details the group’s expansion from Austria and Tirol to locations in Hamburg, Sylt, London, and plans for the Mediterranean, describing the massive €130 million investment in the Sylt property and the long‑term, generational mindset behind such projects. The conversation also covers financing (self‑funded by Harisch and three long‑term partners), staffing challenges (a 1:3 staff‑to‑guest ratio), sustainability efforts such as Europe’s largest thatch roof, and the decision to keep the brand open rather than a closed club. Harisch shares his optimistic view on the future of hospitality, the importance of attracting international talent, and his broader vision for a multicultural, service‑driven society. The episode includes sponsor reads for Qonto, Hiscox, and Sage, which are peripheral to the core interview.
Chapters
Wie jeden letzten Freitag im Monat kommt auch diesen Monat wieder eine OMR Classic Folge und in dem Falle Christian Harrisch. Und das passt ganz gut, weil mich in den letzten Wochen mal wieder Leute angesprochen haben und gesagt haben: Warst du schon mal im Lanzer Hof? Ich bin gerade im Lanzer Hof, ich möchte da gerne hin. Also dieser Ort, dieser Lanzer Hof, der zieht immer mehr Menschen. Zuletzt hat mir mein Kumpel Arne Greskowiak, der Fitnesskollege, der bei uns einen Podcast macht mit Moritz Wagner, hat mir davon erzählt, dass er da sogar NBA-Stars Bogdan Bogdanovic getroffen hat. Im Lanzer Hof in Deutschland halten die sich fit. Also eine wirklich krasse Sache, die der Christian Harrisch da gebaut hat. Aber ist ja bei ihm nicht alles. Ihm gehören ja nicht nur die verschiedenen Lanzahöfe, sondern ihm gehört ja auch noch halb Kitzbühel, zumindest die meisten Hotels dort. Und darüber haben wir gesprochen und damit auch direkt rein in die Folge mit Lanzahof-Gründer und Großhotelier Christian Harrisch. Auf geht's!
Let's go, go, go! Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
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Moin.
Guten Morgen. Also Hotelier ist, glaube ich, jetzt so ein bisschen eine Untertreibung. Du bist Unternehmer, aber Hotels sind dein Ding.
Ja, ich würde sagen, ich bin ein Gastwirt. Uns ist das Wichtigste, dass wir den Gast im Zentrum haben, in der Familie seit 125 Jahren. Und rund um den Gast bemühen wir uns, als Dienstleister tätig zu sein.
Und das müssen wir jetzt ein bisschen erkunden, weil das klingt so ein bisschen, ja, wir sind Gastwirte, aber du hast einige sehr, sehr große Projekte, die du gerade so betreibst. Es fing mal an, In Tirol oder in Kitzbühel. Du bist auch so ein bisschen der König von Kitzbühel, sagt man oder liest man über dich, weil du da de facto irgendwie 5 Hotels, 5 Restaurants, also so halb Kitzbühel gefühlt ist in eurem Besitz.
Ja, das ist natürlich völlig übertrieben, König von Kitzbühel. Also bei uns gibt es zum Glück keine Könige mehr, sondern wir haben einen Bürgermeister, der der Chef in Kitzbühel ist. Wir dürfen dort einige Gastronomiebetriebe betreiben und sind darüber sehr glücklich. Seit 125 Jahren, wie gesagt. Wir sind in den letzten Jahren in Kitzbühel auch stark gewachsen, weil wir einfach die Heimat für wesentlich ansehen. Sehen. Aber natürlich ist der Hauptfokus von uns die Gesundheit und die Entwicklung der Gesundheitszentren.
Bei dir war das jetzt aber zum Teil in die Wiege gelegt, aber zum Teil hast du es ja auch sehr stark entwickelt. Also du bist aufgewachsen in einem, also als Sohn von Gastwirten in Kitzbühel, aber es war noch da kein Imperium der heutigen Art, sondern das hast du dann nach Umwegen erstmal Jura studiert, eine Ausbildung gemacht irgendwie zum Kellner, Koch, also eine Küchenausbildung oder eine Gastwirtsausbildung gemacht, dann Jura, dann glaube ich Einkaufszentren entwickelt und dann angefangen, irgendwann in der Hotellerie richtig anzugreifen.
Ja, so ungefähr stimmt das, wobei man sagen muss, ich habe einen Partner seit über 25 Jahren, den Stefan Rutter, der für die ganzen Einkaufszentren zuständig ist, und wir machen die Dinge gemeinsam. Und man kann oft einmal sagen, dass 1 und 1 3 ist. Ich bin jemand, der sehr gerne Partnerschaften eingeht, und der erste und wichtigste Partner war für mich der Kommerzialrat Plötzer, der sehr früh Vertrauen entgegengebracht hat und mit dem der Lanzerhof und die Erfolgsgeschichte eigentlich begonnen hat. Wobei damals noch der Professor Wiese dabei war, der über Jahre den Lanzerhof ursprünglich aufgebaut hatte.
Also Lanzerhof, das ist ja aktuell das ganz große Thema, da kommen wir gleich nochmal ausführlich zu. Aber erstmal Einkaufszentren. Also das hast du gerade so mal eben nebenher gesagt. Ich habe recherchiert, 43 Stück habt ihr gebaut. Das ist ja auch nicht so wenig.
Ja, in Österreich halt. Also besser in New York als in Österreich. Aber für österreichische Verhältnisse sind wir eigentlich stolz drauf. Aber wir müssen ja immer das sehen, wir sind ja jetzt sehr viel in Deutschland unterwegs. Unterwegs und das Österreichische Thema einmal durchziehen.
Okay, aber trotzdem 43 Einkaufszentren. Dann habe ich mir einmal also rausgeschrieben, welche Hotels da alle in Kitzbühel dazu zu deiner Harres-Gruppe dazugehören. Der ein oder andere war ja vielleicht schon mal da. Also ist das Weiße Rössl, der Schwarze Adler, das Lisi Family Hotel, der Goldene Greif, glaube ich, euer Ursprungshotel, der Berggasthof Sonnenbühl, dann noch eine Reihe von Restaurants. Also schon eine große Liste. Welches war denn schon da, als du angefangen hast?
Der Schwarze Adler. Der Schwarze Adler war schon da und wir hatten so eine Partnerschaft, also die ich von meinem Vater übernommen habe, mit meinem Onkel. Da gab es das Goldene Greif als Familienhaus, die Maria Theresia und den Schwarzen Adler. Und 1998 war ein Schicksalsjahr, wenn man so will. Da hat der Lanzerhof begonnen und ich habe mich mit meinem Onkel im besten Einvernehmen getrennt und hatte dann in Anführungszeichen nur mehr den Schwarzen Adler. Und heute haben wir dann das eine oder andere dazubekommen und wir sind auch ganz glücklich, dass wir das Schlosshotel Lebenberg betreiben dürfen. Das ist eigentlich unser größtes Haus, das uns aber nicht gehört, wo wir nur der Betreiber sind.
Was hat dich an Hotellerie so angesprochen? Ich meine, wenn man Einkaufszentren macht, dann ist man ja sozusagen schon richtig im Immobiliengame drin. Warum bist du so auf Hotellerie? Also ist das wieder Familientradition oder ist das— es klingt für mich häufig gar nicht nach so einem guten Geschäft eigentlich von den Margen, von dem Aufwand, Personalbeschaffung. Ist ja auch ein schwieriges Geschäft.
Ja, ich würde wahnsinnig gern irgendwas Digitales machen. Aber als ich begonnen habe, war das noch kein Thema in den 80er Jahren. Und so war das damals ganz eine gute Geschichte, neben dem Studium oder neben der Schule als Kellner zu arbeiten. Und ich war ja schon ausgebildeter Kellner und da hat man natürlich sehr viel Geld verdient aus der damaligen Sicht. Also weil man hat Trinkgeld bekommen, man hat auch so was verdient. Und so konnte ich mir mit 18 Jahren schon aus dem Trinkgeld ein Auto kaufen und dann einen GTI kaufen. Das war damals so ein Jugendtraum und man hat gearbeitet und Ich sage, die Gastronomie ist deshalb faszinierend, weil du machst das Auftragswesen, nämlich indem du den Gast fragst, was er gerne essen oder trinken möchte. Dann machst du die ganze Logistikkette. Das heißt, du bestellst in der Produktion, in der Küche wird produziert, dann lieferst du und am Schluss machst du auch noch das Inkasso, weil du kassierst dann auch noch ein. Also du hast eigentlich praktisch ein ganzes Unternehmen und letztendlich geht es dort immer um das Thema Dienstleistung. Ob das jetzt bei Anwälten, bei Steuerberatern, bei Hoteliers, bei Gastwirten, bei Ärzten, bei Kliniken das Dienstleistungsthema und auch in den Einkaufszentren. Es geht um Convenience für den Kunden. Der Gast ist König und der Kunde ist auch König, wobei natürlich aus der heutigen Sicht ganz wesentlich für uns ist, dass wir uns auf Augenhöhe bewegen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter absolut auf Augenhöhe sind, ob das der Spüler ist oder der Hoteldirektor oder der Chefarzt. Für uns sind alle wichtige Menschen, die das Ganze möglich machen.
Okay, das heißt, du bist großer Fan von Dienstleistungen am Ende?
Am Ende könnte man sagen, bin ich ein Dienstleistungs-Junkie.
Okay, okay. Und dann, also nach dieser, nach dem Aufbau dieser Gruppe und der Episode in deinem Leben mit den Einkaufszentren, die ja weiter von deinem Partner auch betrieben werden, die dir auch noch gehören, also anteilig, gab es dann die Situation, dass du die Chance hattest, ein Hotel zu kaufen in Lanz. Das ist auch ein Ort im Inntal, glaube ich, ne, in Tirol. Und Da, darf man sagen Wellnesshotel, war das damals schon? Nein, es war einfach ein relativ normales Hotel.
Das war ursprünglich ein Ausflugshotel, das dann über eine lange Geschichte, das würde jetzt zu weit führen, zu einem Kurhotel wurde. Das hat 1984 begonnen als Kurhotel und so ging es dahin. Und 1998 sind wir dann eingestiegen.
Und du hast es aber entdeckt, ganz ungewöhnliche Geschichte, dem damals ganz jungen René Benkö quasi die Chance abgekauft, dieses Hotel zu kaufen. Der war damals irgendwie 20 und hatte schon eine Option auf dieses Hotel. Und dann hast du ihm die Option für viel Geld, damals viel Geld, abgekauft und wolltest unbedingt dieses Ding haben.
Warum? Also wenn man ehrlich ist, muss man sagen, entdeckt hat es eigentlich der Kommerzialrat Blätzer, der wiederum über den damaligen Bankdirektor der ortsansässigen Raiffeisenbank. Und ich war dabei als Berater ursprünglich. Und die beiden, der Bankdirektor und der Toni Blätzer, haben gesagt, oder der Bankdirektor sagte: Ich habe einen neuen Weinkeller und den wollte er dem Toni Pletzer zeigen. Mittag für eine Stunde oder eine halbe Stunde. Dann sind die dorthin gefahren, haben sich den Weinkeller angesehen, aber nicht mehr zurückgekommen. Und so kam ich dann dazu, dass ich das alles gemacht habe und zum Toni gesagt habe: Du Toni, ich komme ja aus der Hotellerie. Wollen wir das nicht gemeinsam machen? Weil ich hätte damals das Geld alleine niemals gehabt. Und der René Benko hatte diese Option als 20-Jähriger damals, als junger, junger Unternehmer. Und die habe ich ihm dann abgekauft und das ausverhandelt und damals schon gemerkt, dass das ein toller Unternehmer ist, aber ich habe es nicht ausreichend gut eingeschätzt, weil sonst würde ich heute mit dem René noch in Partnerschaft sein. Ich hätte das niemals für möglich gedacht, dass das möglich ist, dass der René so eine Karriere macht. Aber er hat sich damals mit Handschlag, haben wir das abgeschlossen, und das war dann auch so, wie es jetzt ist.
Was muss man denn für so ein Hotel bezahlen?
Ja, das, wenn man das heute in Euro rechnet, nichts aus der damaligen Sicht. Also das kann ich mal, das ist also, das waren, ich kann es ehrlich Wenn ich ganz ehrlich bin, es waren irgendwie 30 Millionen, aber nicht Euro, sondern Schilling. Also wenn man das jetzt in der Nacht, 1998 in Schilling in Österreich. Aber das Problem war, das Hotel hatte einen großen Investitionsstau. Das heißt, wir mussten dann über die Jahre investieren und die Marke weiter nach vorne bringen. Und so hat sich das Schritt für Schritt entwickelt. Aber der eigentliche Change war dann, als wir nach Hamburg gingen.
Also auch mit der Marke Lanzahof. Also du hast damals dieses diese Urquelle von Lanz oder in Lanz quasi, Lanzahof, dann gekauft. Und so fing die Markengeschichte bei dir an. Und dann hast du hier in Hamburg innerstädtisch eine Klinik eröffnet, also auch wieder mit diesem klinischen und medizinischen Gedanken im Hinterkopf. Und das ist ein gutes Geschäft offensichtlich.
Na ja, das war insofern, muss man sagen, was ich auch cool finde, dass der Toni Blätzer immer noch dabei ist. Und Hamburg war für uns so die Initialzündung, einen zweiten Standort zu haben. Und dann ging es ja dann an den Tegernsee und dann ging es nach London und dann ging es auf Sylt. Und jetzt sind wir gerade wieder dabei, dass wir dieses Hamburg wieder neu, in Anführungszeichen, neu erfinden und hier die bestehende Struktur noch einmal ändern wollen in eine private Klinik mit angeschlossener Reha. Das heißt, die postoperative Reha ist so unser Favorit jetzt in den Städten und wir hoffen sehr, dass wir das erste Projekt in diese Richtung hier in Hamburg realisieren können.
Beschreibt noch mal für alle, die es nicht kennen, was denn das Konzept heute von dem Lanzerhof ist. Also damals war es ein Kurhotel, aber das trifft es ja nicht so richtig. Ich meine, heute, wenn man sich im Lanzerhof einmietet, das ist jetzt ja gar nicht für jedermann. Also da zahlt man glaube ich 6.000 € oder 7.000 € für eine Woche oder noch mehr, also Minimalpaket, um bei euch zu sein für eine Woche. Das ist jetzt ja kein Preis, wo jeder sagt, okay, das mache ich jetzt auch mal. Also absolutes Topniveau Hotellerie, mit Anwendung, Kur. Beschreib mal das Konzept.
Also es gibt ein Einsteigerprojekt mit 4.000 €. Also da sind sicher einige Hörer heute dabei, die sagen, na ja, 4.000 €, 10 Jahre länger leben und so, das wäre schon nicht so schlecht. Der Nachteil ist nur, man muss es nur jedes Jahr machen und sich auch ein bisschen im gesamten Leben danach richten. Man kommt dort an, man hat schon vorher medizinischen Fragebogen, man hat Untersuchungen, man hat eine Kur, man hat einfach 10 Tage oder 2 Wochen, je nachdem wie lange man bleibt, konzentriert man sich auf sich selber. Das ist das Wesentliche. Wir leben ja alle in einer hektischen Gesellschaft mit 1000 Einflüssen und dort trifft man den und dort trifft man jenen und man konzentriert sich auf sich als Person. Wir haben einmal gesagt, das Vergiss mein nicht ist so unser Motto. Vergiss mein Ich nicht. Und das geht eigentlich, oder das ist mein Eindruck, immer mehr verloren in einer hektischen Welt. Aber dazu kommt dann Ernährung, Diagnostik, Untersuchungen. Also das kann man dann ausdehnen, wie man möchte. Und parallel dazu die Kur. Und die Kur wird individuell abgestimmt. Da gibt es Menschen, die wollen zunehmen, viele wollen abnehmen, viele wollen die Ernährung umstellen, wollen besser schlafen, wollen mehr Ruhe in ihr Leben bringen. Also es ist eine Art Korrektur. Wenn man es mit der Autowirtschaft vergleicht, ein großer Service. Und ich mache das selber jedes Jahr 14 Tage und das tut mir wahnsinnig gut und es ist auch wahnsinnig wichtig, weil gerade in der Vorsorgemedizin, und das ist die Zukunft der Medizin, dass man präventiv auf seine Gesundheit achtet und nicht dann, wenn es akut ist.
Also es ist kein Ort, wo man jetzt mit Kindern hinreist oder so was, oder wo jetzt Familien sind, sondern es ist wirklich, man fährt da tendenziell alleine hin. Und dann ist es auch der Klassiker, man bekommt da gar nicht viel zu essen, sondern das ist wirklich das Setup, ist, man fastet da auch in also wirklich perfektem Ambiente. Was man so lesen kann, das ist ja unfassbar hochwertig, aber man ist da sehr mit sich alleine und sozusagen ohne jetzt großer Speis und Trank und so, sondern sehr reduziert.
Es gibt keinen Alkohol, es gibt keine Zigaretten, es gibt keine Bar, es gibt keinen Roomservice. Man hat die Kalorien, die man zu sich nimmt, sind abhängig von der Kursstufe. Das kann zwischen 0 und 600 oder beim Sportler auch 1200 sein. Also wenn ein Spitzensportler zu uns kommt, der braucht natürlich mehr Kalorien, weil der schon einen Basisverbrauch hat, der ganz anders ist, als wie wenn eine junge Frau mit 48 Kilo zu uns kommt. Also man muss das, das Entscheidende ist, es ist individuell. Es gibt da kein generelles Angebot, wo man sagt, es ist für jeden gleich, sondern es kann durchaus sein, dass bei 60 Gästen 60 verschiedene Ernährungsformen angewendet werden, weil das, was für den einen gut ist, kann für den anderen schlecht sein. Und vor allem auch bei Frauen und Männern gibt es ja das Thema Kohlenhydrate und Fette, die ganz unterschiedlich zu betrachten sind. Also hier gibt es eine hohe Individualisierung. Es beginnt mit 16 Jahren. Also wir haben keine Kinder und auch keine Haustiere, weil wir eben auch eine Klinik sind, die aber die Atmosphäre eines 5-Sterne-Hotels hat.
Und ist das ein lukratives Business?
Ja, es ist, wenn man sich heute das digitale Geschäft anschaut und wenn man da liest von allen möglichen Startups, die dann milliardenwert sind, so gesehen ist es kein lukratives Geschäft. Es ist analog und es ist halt ein kleines Geschäft, aber unterm Strich überleben wir damit gut.
Also ein paar Zahlen mal zu nennen. Ich meine, ich habe natürlich mich ein bisschen umgeguckt und du hast jetzt ja gerade in Sylt eröffnet oder fertiggestellt, ein ganz großes Projekt, also einen Lanzahof auf Sylt. Da Da war dann die Rede von über 100 Millionen, die ihr da investiert habt. Also das ist ja für ein Hotel, das nachher, glaube ich, 64 Zimmer hat, also 100 Millionen zu investieren, klingt ja erst mal total verrückt. Wie soll man das jemals zurückverdienen? Aber es geht.
Ja, 100 Millionen, da wäre ich heute glücklich. Also es sind jetzt 130 geworden am Schluss. Aber wir denken ja langfristig. Also wir haben ja einen sehr langfristigen Ansatz, wie ich schon gesagt habe. Wir haben mit dem Goldenen Greif vor 125 Jahren in Kitzbühel begonnen. Und wir haben jetzt ja nicht ein Quartalsergebnis oder auf 3 oder 5 Jahren, wo sich das rechnen muss. Sylt ist einmal mindestens auf 50, wenn nicht 100 Jahre ausgelegt. Also wirklich?
Du denkst in 100-Jahren-Zyklen?
Ja, mal 50 sicher. Also 50 ganz sicher. Also wir rechnen das nicht kurzfristig. Also das muss man— wir denken in Generationen.
Okay, okay. Also nur dann macht das auch Sinn.
Ja, weil man muss, wenn man es jetzt langfristig betrachtet, dann muss man sehen, Nehmen wir mal Sylt in 30 Jahren her. Ich meine, das wird ja nicht mehr größer.
Wenn es das dann noch gibt?
Das gibt es ganz sicher. Also man muss jetzt einmal die Kirche im Dorf lassen. Im arabischen Raum werden ganze Inseln gebaut, die 10-mal so groß sind als Sylt. Also ich bin sicher, dass Deutschland in der Lage ist, diese Insel zu erhalten und den Sand aufzuschütten. Also das ist ja nicht so ein technisches Problem und das ist natürlich machbar und es gibt den Küstenschutz. Also wenn Deutschland das will, wird es Sylt immer geben und wenn Deutschland das nicht will, dann wird es das nicht mehr geben. Aber das gehe ich mal davon aus, dass man die Inseln in der Nordsee erhalten wird und das ist auch ökologisch absolut sinnvoll. Und da gibt es ja viele, viele Themen dazu und das Wattenmeer und so weiter. Aber wenn man in die Zukunft schaut, das ist ja einzigartig. Diese Insel ist einzigartig, die gibt es ja sonst nirgends. Wenn Sie das mit Long Island vergleichen, da ist ja Sylt viel spektakulärer und es wird nie größer und der Platz wird nicht mehr und man wird nie wieder so was bauen können. Nie mehr wieder. Wird jemand, und da bin ich wirklich sicher, so ein Gebäude auf dieser Insel errichten, weil einfach kein Platz mehr ist und auch keine Bereitschaft mehr wäre, so ein weiteres Projekt auf dieser Insel umzusetzen.
Es gibt ja irgendwie die Anekdote, dass es angeblich das größte Reetdachgebäude der Welt sei, was ihr da gebaut habt.
Ja, ob es der Welt ist, das traue ich mir nicht zu sagen, aber es ist sicherlich in Europa jedenfalls das größte. Es ist ja auch ein Stück weit Wahnsinn, so ein großes Reetdach zu bauen. Weil das Reet hat ja wahnsinnige Konsequenzen und Brandschutz. Dann kannst du auf dem Reet keine Photovoltaik machen, also in der Energienutzung des Daches. Dann hast du die Neigung, ist ja vorgegeben. Aber es ist auf der anderen Seite natürlich das ökologischste Dach. Es ist das natürlichste Dach, das es gibt und bringt viele, viele Probleme. Aber das ist spannend. Und wir sind ja in einer Welt, wo wir von Nachhaltigkeit reden und von Klimaaktivisten. Und wenn man dann nachhaltig baut, muss man auch gewisse Einschränkungen akzeptieren, wie zum Beispiel die Reetlaube. Die es halt dort gibt im Reetdach oder wie auch die enorme Dämmung, die so ein Reetdach hat. Das heißt, in den Duplexzimmern wird es dann im oberen Geschoss warm, was dazu führt, dass wir das erste Mal jetzt eine Klimaanlage in den Duplex Suiten eingebaut haben und wahrscheinlich noch nachträglich ein Fenster ins Dach schneiden müssen, weil einfach das Komfortbedürfnis der Menschen so hoch ist, dass es dann am Ende das ökologische Bedürfnis übersteigt.
Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes. Und du bist aber sozusagen auf der Reise natürlich immer da Top-Qualität anzubieten. Logischerweise musst du ja bei den Preisen. Das heißt, das ist auch dein Anspruch, das ist absolut High-End. Da kommen dann auch am Ende Stars aus aller Welt, die da dann ihre Kur antreten wollen sozusagen.
Das High-End ist hier nicht so offensichtlich, weil ein Reetdach auf einem Hotel in der Größe ist ja nicht etwas, was man sofort als Luxus wahrnimmt. Und die Architektur, die gebogenen Gänge, die nimmt man ja nicht im ersten Augenblick als Luxus wahr. Es ist ja nicht irgendwie goldene Armaturen, sondern es ist ja alles sehr zurückhaltend. Der Luxus ist ja eigentlich die Zurückhaltung. Und das muss man erkunden. Das heißt, jemand, der ein Gefühl dafür entwickelt, und wir spüren das, dass Menschen, die zu uns kommen, in den ersten 3 Tagen das gar nicht sehen. Aber durch das Fasten und durch die Behandlung und durch die Kur wird die Sensibilität in allen Richtungen, also der ganze Körper wird sensibler und nimmt Dinge wahr, die er vorher gar nicht gesehen hat. Unterschiedliche Schattierungen, Schattenfugen, Details in der Architektur, die er vielleicht bei der Ankunft gar nicht wahrnimmt. Also es ist nicht wie jetzt, sagen wir mal in Anführungszeichen, Las Vegas oder Dubai, wo man reingeht und sagt: Wow, da ist alles in Gold und riesige Luster. Bei uns ist es praktisch umgekehrt. Der Luxus ist die Reduktion.
Was ist denn so ein Hotel, so ein Lanza Hof, als Wirtschaftsobjekt? Wie muss man sich das vorstellen? Also was für Leute arbeiten da? Was für einen Umsatz schafft so ein Hotel?
Ja, wir werden jetzt, also das ist eine der großen Herausforderungen auf Sylt, dass wir überhaupt die Mitarbeiter bekommen. Wir brauchen so 150 bis 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Anführungszeichen maximal 70 Gäste. Also das Verhältnis ist so 1 zu 3.
Das ist ja auch schon intensiv.
Und das Schwierige ist natürlich hier, die Menschen einerseits zu begeistern und andererseits auf Sylt unterzubringen. Das ist ein Riesenthema und Und dann geht sich das ganz gut aus. Und wie gesagt, wir sind praktisch das Gegenmodell zum Startup, weil die Startups ja auf kurzfristig und die werden gegründet und dann werden sie wieder verkauft und so weiter. Und bei uns wird sich also auf Sylt, davon gehe ich jetzt mal aus, die nächsten 100 Jahre nichts Wesentliches, also zumindestens einmal die nächsten 50 Jahre nichts Wesentliches ändern. Und da haben wir auch ein bisschen Zeit und da sind wir gelassen, weil wenn ich an meine Großmutter denke und meinen Großvater, meinen Urgroßvater, Vater. Ich meine, die haben ein Hotel eröffnet und hatten dann den Ersten und den Zweiten Weltkrieg. Also die mussten das ja auch irgendwie überleben. Und so gesehen leben wir in einer ausgezeichneten Zeit, auch wenn es das Drama in der Ukraine gibt.
Aber wenn man in die 20er, also in den ersten von 14, 15, 16, 17 des letzten Jahrhunderts und dann an den Zweiten Weltkrieg denkt, dann leben wir ja in einem unvorstellbaren Luxus und glücklichen Also ich habe mal, gibt es ja auch Zahlen im Netz, also dass die gesamte Gruppe angeblich, das war dann so Zahlen aus noch ohne Sylt, da wurde gesagt, so ihr macht so 50, 60 Millionen Umsatz. Ist das ungefähr zutreffend?
Ein bisschen mehr schon, also ein bisschen mehr machen wir schon. Also ganz so schlimm ist es nicht. Aber es ist so, ich habe mal ein Kiezbild, sag mal, das was mir in Österreich als junger Unternehmer, dachte ich mir, ich möchte mal eine Milliarde Umsatz machen. Das waren aber Schilling in Österreich. Und jetzt hätte ich das Ziel erreicht, wenn nicht der Euro gekommen wäre. In Kitzbühel. Das war in Tirol so ein Ziel. Also in Tirol hätten wir das jetzt geschafft dieses Jahr.
Was sind eine Milliarde Schilling? Wie viel ist das in Euro?
Das sind jetzt irgendwie 72 Millionen Euro. Also 13.7603, wenn es jemand genau nachrechnen möchte. Also mit der Milliarde wird es nichts mehr, weil von 70 auf eine Milliarde, das geht sich nicht mehr aus. Also hätten wir den Euro nicht wird man in Kitzbühel eine Milliarde oder in Tirol eine Milliarde Schilling Umsatz machen und in Deutschland ein bisschen mehr.
Ist es denn nicht auch schwierig, Investoren zu finden der Größenordnung für so langfristige Projekte? Ich meine, das ist ja nicht jetzt nur dein eigenes Geld. Also du sagst jetzt jemandem, Mensch, hier, ich baue ein Hotel, das kostet jetzt aber 130 Millionen und es hat aber nur 64 Zimmer. Und dann musst du ja sozusagen Fundraising machen, Geldgeber finden. Sagen die nicht, Mensch, Christian, du spinnst, lass es doch sein, und ob das jetzt in 60 Jahren Geld bringt, das ist mir eigentlich egal, weil dann bin ich tot. Also Also wie macht man das?
Du kommst ja immer aus einer ganz anderen Zeit. Ich komme mir echt schon vor wie so ein Alien aus einem anderen Planeten. Wir haben keine Investoren. Der Blitzer Toni, Stefan Rutter und ich, das sind die Investoren.
Und der Johannes Beckerner, habe ich gelesen.
Ja, der war mit einem kleinen Teil entschuldet dabei, aber in der Landshofgruppe sind nur diese 3 Leute.
Das heißt, ihr finanziert das dann selber?
Bis jetzt schon.
Also habt ihr in den letzten Jahren auch schon eine ganz gute Kapitalfreisetzung gehabt, um das finanzieren zu können?
Ja, aber du, heute der Podcast, ich habe schon gehört, Mein CMO, der Nils Behrens, der seit Anfang der Expansion dabei ist, der hat mir schon gesagt, dass das so ein toller Podcast ist und dass so viele Leute hören. Also wenn jetzt jemand kommt und sagt, ich möchte jetzt unbedingt Geld investieren für weitere Projekte. Also wir werden die weitere Expansion, die wir planen, die können wir nicht mehr alleine stemmen. Das heißt, für die weiteren Projekte werde ich mich dann mit diesen Fragen beschäftigen müssen. Bis jetzt musste ich das noch nicht, weil bis jetzt sind wir unter uns drei geblieben.
Okay, aber stimmt es denn wirklich, dass so Victoria Beckham und andere da jetzt schon aus und eingehen bei euch?
Ja, aus und eingehen, es kommen Gäste über das ganze Jahr. Wir machen da kein großes Aufsehen. Es sind auch viele dabei, die ich gar nicht kenne, die aber total bekannt sind.
Dann sage ich mal so, der Tim Mälzer, der sein Restaurant bei uns nebenan hat, der hat mir vor einer Zeit erzählt, dass er bei euch zu Gast war, das mal ausprobieren wollte und total beeindruckt war und sagte, das ist außerdem so krass, wen er da alles getroffen hat. Also Tim Mälzer hat das mir so o-Ton erzählt, der war glaube ich am Tegernsee in dem Lanzerhof. Und da muss wohl ein richtiges so auch Aufkommen sein.
Was das Spannende ist, also eine kleine Geschichte aus Sylt. Ich gehe in ein Geschäft in Sylt, wo ich die Verkäuferin kenne, und die sagt: Hallo Christian oder Herr Harisch, heute war ein Gast vom Lanzerhof bei uns einkaufen. Dann sage ich: Woher weißt du das, dass der vom Lanzerhof war? Hat er was gesagt? Nein, gesagt hat er nichts. Dann sage ich: Woher weißt du das? Ja, der hat Englisch gesprochen. Also das heißt, wir haben mit ihm englischsprachige Gäste werden sofort assoziiert mit Lanzo, weil man muss ja wissen, dass 98% der Gäste auf Sylt Deutsch sprechen und aus dem deutschsprachigen Raum kommen. 98%. Und bei uns kommen aber 40% jetzt bereits aus nicht deutschsprachigen Ländern.
Ach, generell ist es so bei euch, auch am Tegernsee und so?
Zieht sich mehr oder weniger so durch, ja. Und man trifft halt auch sehr internationale Menschen.
Woher erfahren die von euch? Also wie holst du, wie machst du du das? Also es ist ja ein sehr ungewöhnliches Projekt, das man so erst mal verstehen muss, was ihr da macht. Und wie erfährt jetzt Victoria Beckham, also das kann ich mir bei der noch vorstellen, aber wie erfährt das jetzt der normale Mensch aus Amerika oder aus Frankreich oder Spanien? Wie erfährt er von euch?
Na ja, wir haben eine große Gruppe an Stammgästen in New York oder gerade an der Ostküste, aber auch an der Westküste, im Mittelteil Amerikas weniger. Das heißt, wir haben da einfach Mundpropaganda über viele, viele Jahre und wir haben jetzt Gäste eingeladen in Long Island zum Beispiel, Wir waren in den Hamptons, wir haben in New York Dinners gemacht mit 50, 60 Gästen von uns. Und so erzählt der eine das dem anderen und das möchte man gar nicht glauben. Da bin ich selbst wirklich überrascht. Also wenn ich jetzt nach London fahre und in ein Restaurant gehe oder wenn ich in New York bin, selbst in Los Angeles, muss ich sagen, treffe ich immer wieder Gäste von uns und der eine erzählt es dem anderen und so geht es dahin. Und es ist wirklich wichtig, dass man eines sehen muss, Wir haben auch sehr viele junge Gäste. Jetzt habe ich noch einmal zu diesen 4.000 € und wir überlegen uns ja, ich möchte unbedingt die Jugend dazu bringen. Also Jugend unter Anführungszeichen. Was ich unter Jugend verstehe, beginnt irgendwie bei 20, 25, 27, 30. Das ist absolutes Zielpublikum von uns, weil je früher du beginnst, auf deine Gesundheit zu schauen und je früher du zumindest 2 Wochen im Jahr dich einmal für dich zurückbesinnst, mit der Kur beginnst und das regelmäßig machst, umso mehr profitierst du im Alter.
Okay, okay.
Das ist ein bisschen wie mit der Pensionseinzahlung bei der Vorsorge. Wenn man sich schon mit der Vorsorge beschäftigt, wenn man jung ist, hat man dann natürlich im Alter mehr davon, als wenn man mit 60 beginnt.
Wo wollten ihr als Nächstes hin expandieren? Also jetzt hast du gerade schon gehört, dass ihr auch in den USA sehr präsent seid schon. Also jetzt noch ohne Einrichtung, aber zumindest da sozusagen Veranstaltungen macht. Ist denn USA oder Arabien oder was sind so Orte, könnte ich mir vorstellen, wo es geht?
Also eines ist jetzt klar, wir haben also den Süden von Deutschland mit dem Tegernsee, haben den Norden von Deutschland mit Sylt und List, ist ja die nördlichste Gemeinde Deutschlands. Also jetzt zieht es uns in den Süden und es geht ja nicht von heute auf morgen, aber wir wollen jetzt ans Mittelmeer, das ist ganz klar. Also wir wollen den nächsten Lanzahof im Mittelmeer eröffnen und ganz großes Ziel.
Also im Mittelmeer, das klingt jetzt nach Mallorca oder so?
Einer dieser Regionen, wir sind da noch nicht so weit, dass man das wirklich sagen kann, das kommt verlässlich, weil da gibt es ja Genehmigungen, Genehmigungen und das ist ein langer Prozess. Aber wir wollen auch ein großes Projekt in Hamburg machen. Also Hamburg ist schon für uns, also auch unsere Firmenzentrale ist in Hamburg, wir zahlen die Steuern in Hamburg, wir sind ein deutsches Unternehmen, das darf man nicht ganz vergessen, auch wenn unsere Heimat ein Land ist, so ist die Hauptverwaltung hier in Hamburg und hier hoffen wir sehr, dass wir dieses postoperative Rehakonzept in der Stadt umsetzen können. Da finden ja auch schon über einige Zeit Gespräche statt. Ich hoffe, dass wir das auch realisieren dürfen.
Das macht ihr in London auch, oder?
London ist es stärker diagnostisch orientiert. Also in Hamburg wollen wir wirklich ein postoperatives Rehakonzept in Verbindung mit operativen Eingriffen bauen, also schon eine richtige Klinik, weil wir natürlich sehr viele Gäste haben, wo wir feststellen, der hat dieses Problem, der hat jenes Problem, dass man in der Naturheilkunde stößt ja irgendwann an die Grenzen. Also du kannst natürlich jetzt eine Herzklappe, wenn sie getauscht werden muss, dann musst du sie tauschen. Also das kannst du auch dann, du kannst zwar weil die so präventiv so leben, dass du es nie tauschen musst. Aber wenn es halt so weit ist, dann ist es halt so.
Also eine Verlängerung der Wertschöpfungskette.
Das ist ein weiteres Angebot, also Serviceerweiterung würde ich es nennen. Und in London gehen wir sehr stark in die Diagnostik. Also da haben wir ein MRT, das ist sehr, sehr stark in die Diagnostik, weil London ist eine Stadt, wo du dort in 1, 2 Tagen deine gesamte Diagnostik abwickelst. Da bleibt ja niemand 14 Tage bei uns. Sondern das ist ja ein tages-, ein ambulantes Geschäft.
Und wie kommst du auf die Projekte? Also jetzt sagen wir mal, es ist ja schon auch was anderes, so einen Landser Hof auf Sylt zu bauen, ist ja schon was anderes, als jetzt in London so eine Tageseinrichtung zu bauen, jetzt in Hamburg das zu erweitern. Also wie entstehen dir die Projekte?
Na ja, wir wollen halt eines machen: Die städtischen Projekte sind unsere größte Herausforderung, weil die lassen sich grundsätzlich viel einfacher realisieren als die Ressorts. Und wir brauchen natürlich junge Ärztinnen und Ärzte und die finden wir natürlich mehr in den Städten. Das heißt, wir wollen ein System schaffen, wo wir aus den Städten heraus attraktiv sein wollen für junge Medizinerinnen und Mediziner, dass die zu uns kommen und dann von der Stadt aus für eine bestimmte Zeit ins Resort gehen.
Ah, okay, also so ist es gedacht.
Auch so ist es gedacht.
Das heißt, am Ende bist du sozusagen gebürtiger Gastwirt, mittlerweile aber auch Medizinunternehmer, kann man sagen?
Man kann es so sagen. Es ist ja ähnlich, es geht wieder um die Dienstleistung, aber jetzt beschäftigen wir uns halt sehr, sehr stark damit, damit mit Aus- und Fortbildung. Wir haben eine eigene Landserhof Academy und Hamburg wäre dafür eigentlich gedacht, dass das nicht nur unser größter Standort wird für die städtische Medizin, also das heißt Intervention, also Operation, interventionelle Eingriffe plus postoperative Reha plus Academy, Ausbildung junger Landserhof-Mediziner und Medizinerinnen, weil wenn jemand Arzt ist, braucht er für uns noch Zusatzausbildung, die er bei uns bekommt für Naturheilkunde, für Ernährung. Also das ist schon ein großes Projekt und am Ende wird der oder die erfolgreich sein, die die Menschen für sich begeistert, weil ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist alles nichts.
Aber ich meine, du bist jetzt ja auch jemand, der sozusagen wirtschaftlich denkt, ganz offensichtlich. Kommst aus der Hotellerie. Hätte man nicht vor 20 Jahren eigentlich sagen müssen, bevor ich jetzt in diesen ganzen Wahnsinn des Upper Class reingehe, gründe ich mal einfach so was wie Motel One? Das ist doch irgendwie ein berechenbares, wirtschaftliches Ding. Das scheint mir ja super zu laufen. Da kann man, also ist ja klassische Hotellerie. Wäre nicht so was eigentlich der naheliegendere Schritt gewesen für dich?
Ja, sicher. Der Dieter Müller ist ein guter Freund von mir und der Philipp, der heißt auch Philipp, der die Idee mit Motel One hatte. Ich habe mir das damals auch angeschaut und der Dieter hatte damals gerade seine Astron Hotelgruppe verkauft. Der war super liquide und konnte das realisieren. Mir hätte damals das Geld gefehlt einerseits. Und man muss eines sagen, Die Familie Müller hat das ja auch unfassbar gut gemacht. Und mir hat einmal der Dieter gesagt beim Termin im Landshof, für das Geld könnte er, ich weiß gar nicht, 3000 Zimmer bauen und nicht 70. Aber man kann ja nicht alles machen. Und wir sind halt ein Luxusunternehmen, wenn man so will.
Das muss man sich mal klarmachen. Also der könnte damit 3000 Zimmer bauen und nicht 70.
Habe ich jetzt einmal überspitzt formuliert. Aber es wird nicht weit fehlen. Und wir sind halt in einem Unternehmensbereich tätig, der sich spezialisiert auf Individualisierung. Das heißt ja nicht, dass die anderen schlecht sind, aber es gibt halt verschiedene Marken, verschiedene Angebote. Und mir wäre es halt ein großes Anliegen, dass wir auch junge Menschen erreichen, die, sagen wir mal, 4.000€ als Beispiel jetzt nur für eine Woche das kann man auch mal woanders ausgeben. Also Reise nach Dubai oder keine Ahnung. Ich glaube schon, dass es mehr Menschen gibt, die sich das leisten können, aber sich noch nicht so richtig vorstellen können. Und es würde mich natürlich wahnsinnig freuen, wenn mehr junge Leute dann aus— die vielleicht— und da sind wir auch bereit zu unterstützen und zu fördern, weil das sind unsere Gäste der Zukunft.
Also ich meine, ihr macht ja auch jetzt Aktionen, Da wollte ich dich fragen, ist das wirklich notwendig oder macht ihr das auch, um so ein bisschen eine Geschichte zu schreiben? Also zum Beispiel bei der oder vor der Eröffnung von dem Lanzerhof in Sylt gibt es so die Anekdote, dass ganz viele tibetanische Mönche eingeflogen wurden nach Sylt, also aus Tibet, die dann da sozusagen die Zimmer ausgeräuchert haben, um die sozusagen vorzubereiten für die Gäste, also mit so einer offensichtlichen Zeremonie. Und dass es dann auch noch Probleme gab, denen den Visa zu beschaffen, dass die überhaupt ihre Räucherzeremonie machen durften auf Sylt. Aber so was machst du dann? Dafür gibst du dein Geld aus?
Na ja, wir hatten ein großes Unternehmen, ein großes bekanntes deutsches Unternehmen, mit dem wir das gemeinsam gemacht hatten oder hätten. Die haben ein Bürohaus auch gebaut, riesiges, riesige Anlage. Und das wollen wir weiterhin tun. Also wir haben ja Schamanen im Unternehmen, also wir räuchern, also wir räuchern. Das ist also nicht jetzt etwas Neues, sondern wir räuchern. Schon seit vielen Jahren und möchte unbedingt diese tibetanischen Mönche unbedingt nach Deutschland bringen. Ich weiß nur noch nicht genau wie.
Die waren noch gar nicht da.
Die waren noch nicht da.
Aber du versuchst es schon länger.
Wir versuchen es schon länger, aber das ist brutal schwer, weil du musst das Visum bekommen und dann ging es um das Außenministerium dort, dass man dann sagt, die müssten da warten. Also das Projekt ist nicht, also das ist nicht vom Tisch, sondern das sollte eine dieser— ich hätte gerne das erste, aber jetzt haben wir halt ohne die Mönche geräuchert. Wir haben auch noch andere Schamanen, aber diese tibetischen Mönche, das hoffe ich sehr.
Aber wie kommst du darauf? Also bist du dann selber jemand, der das— also wenn ich jetzt mir vorstelle, ich fange mit sowas an, irgendwann schlägt dir sowas jemand vor und sagt, Mensch, hier, du brauchst eigentlich jetzt tibetanische Mönche, die das Haus ausräuchern, das ist nur dann, geht es vernünftig?
Na, du brauchst Schamanen. Also du musst ja keine tibetischen Mönche haben, du brauchst Schamanen. Also du brauchst Du brauchst, was weiß ich, wenn du sagst, du machst ein Unternehmen, ein Internetunternehmen, brauchst Programmierer und wir brauchen halt Schamanen. Und Schamanen, das ist jetzt nicht etwas, wo man sagt, man inseriert, suche 3 Schamanen, sondern das sind ja Menschen, die haben kein, zum Beispiel, wir haben bei uns Mitarbeiter, die haben weder Handy noch E-Mail. Also wenn du zum Beispiel sagst, du schreibst an alle Mitarbeiter E-Mail, dann kriegen die gar keine E-Mail, weil die gar keine E-Mail-Adresse haben beispielsweise. Das gibt es also. Und ich liebe das. Also ich finde es toll. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen weder Handy noch E-Mail hätten. Es wäre ja cool eigentlich, wenn jemand sagt, ich habe ganz andere Werte, ich bewege mich ganz anders. Ich muss in der Gesellschaft nicht so wie alle anderen konsumorientiert leben. Ich sage, ich bin völlig frei von dem. Und ich habe in meiner naiven Vorstellung mir gedacht, dass diese tibetanischen Mönche auch so denken. Das ist meine Erwartung. Also ich erwarte, wenn die kommen, dass die nicht irgendwie mit einem Laptop und 3 iPads und 2 Handys auftauchen und bei Sixt ein Auto mieten, sondern ich hoffe, dass die dann auch diesen Spirit mitbringen. Sonst bringt es ja nichts. Der Schamane bringt dir ja nur etwas, wenn er das in sich hat. Also es gibt ja auch Heiler. Das darf man nicht ganz vergessen. Es gibt Heiler und so Menschen sind ganz große Persönlichkeiten, die jenseits von der klassischen Schulmedizin unheimlich viel tun können.
Aber ihr vereint also sozusagen klassische Schulmedizin auf der einen Seite und halt sozusagen natürliche Medizin oder Naturheilkunde. Also sozusagen eine Kombination von beidem, was bei euch passiert.
Von beiden, ja.
Du bist ja offensichtlich jemand, der extrem zukunftsoptimistisch ist, also denkst langfristig, hast du auch gerade beschrieben, dass du sagst, Mensch, jetzt mit Sylt, da siehst du keine Probleme. Und bisher auch in Tirol aktiv, sehr auch sozusagen verantwortlich für die Region als als für das Marketing der Region, für die Betriebe in der Region, im Verband dort. Bist du da auch so positiv für Tourismus in den Bergen? Weil Klimawandel und so ist ja schon eine Thematik, die auch dort ankommt.
Ja, jetzt passt es zwar nicht ganz dazu, aber ich muss noch einen Satz zu dieser Naturheilkunde, wenn ich darf, sagen, weil es ein Thema ist, das ja viele betrifft. Zum Beispiel, wenn man jetzt eine Untersuchung macht, eine Magenuntersuchung macht, dann gibt es den Helicobacter. Das ist ein Bakterium, der sehr häufig im Magen auftritt. Auftritt. Der wird diagnostiziert, sagst du hast dann Helicobacter, musst also was dagegen tun. Dann sagt dir jeder, oder nicht jeder, aber 90% der Ärzte, wo du hingehst, sagst nimmst Antibiotikum eine Woche, kein Alkohol, ein Antibiotikum eine Woche, da ist der Helicobacter weg. Du kannst das aber auch versuchen, ohne Antibiotikum zu machen. Dann dauert es aber 2 bis 3 Monate, aber ist eigentlich besser. Und das müssen wir uns einmal überlegen, wenn ich Milch trinke und die ist sauer, dann muss ich sagen, danke Wirt, dass ich eine saure Milch trinke. Das heißt, er hat eine natürliche Milch, die natürlich sauer wird, weil wir trinken ja alle Milch, die haltbar ist, ohne dass sie gekühlt wird. Da muss doch eigentlich normal jeden Menschen, müsste sich doch denken, wie gibt es das, dass eine Milch, die in 3 Tagen sauer ist, seit 3 Monaten bei mir in der Wärme steht und immer noch nicht sauer ist. Also nur diese einfachen Dinge. Wir sind verchemisiert, versalzen und verzuckert alle. Also ich will jetzt nur, das Bewusstsein ist noch weit entfernt davon. Also sich an der Straße festkleben, ist eine Sache, sich in der ökologischen Entwicklung im Alltag zu denken, ist es richtig, dass ich ein Shampoo 2 Jahre haltbar habe, dass ich die Milch haltbar habe, dass ich so viele Produkte habe, die konserviert sind, ist das richtig? Aber das wollte ich nur noch zum Thema Naturheilkunde sagen.
Aber das ist ja eine gute Überleitung sozusagen, Nachhaltigkeit in der Natur.
So, alpiner Raum, also da bin ich total optimistisch, also an den Bergen und im alpinen Raum, wenn man keine schweren Fehler macht, ist natürlich natürlich die Zukunftsdestination schlechthin, weil—
Auch ohne Schnee?
Na ja, ohne Schnee stimmt ja nicht, weil die nächsten 50 Jahre wird es Schnee geben, weil ja die Temperaturen, das ist natürlich jetzt im Thema der Nachhaltigkeit ein ganz schlechtes Argument, aber die Beschneiung ist so professionalisiert inzwischen, dass man ausreichend Schnee produzieren kann, der übrigens aus reinem Trinkwasser in Tirol produziert wird. Also alles, was auf der Piste liegt, ist reines Trinkwasser. Also die Äpfel, die in Südtirol bewässert werden, weil sonst würde es dort keine Äpfel mehr geben, und die Weingärten, die bewässert werden, brauchen nicht mit Trinkwasser bewässert werden. Also letztendlich ist es auch nur eine Form von Bewässerung. Der Unterschied ist nur, dass das Wasser gekühlt wird und damit wird Schnee daraus. Also Skifahren wird sicherlich weiter möglich sein, das sehe ich ganz optimistisch. Aber unabhängig davon, ob das Skifahren möglich ist in 50 Jahren oder oder nicht, wird ja die Klimaerwärmung dazu führen, dass die südlichen Regionen so heiß werden, dass der Erholungswert ja sinkt. Wenn da 40, 50 Grad Temperaturen sind, dann sehnt man sich ja nach den Bergen und wo man sagt, im Sommer ist es in den Bergen zu kalt und das Wetter zu schlecht. Also wenn es wirklich so wäre, dass dann das wärmer wird, dann sitzt man auf der Alm bei angenehmen 25 Grad, trinkt eine Milch, die die Kuh daneben gerade produziert hat, sozusagen, also die echte. Und darum bin ich ja auch gegen diese ganze Plastikverpackung. Also ich würde ja die gesamte Plastikverpackung von Lebensmitteln verbieten. Also gerade diese kleinen Milchpackungen, wenn man sich das erinnert, wenn man irgendwo einen Kaffee trinkt und man bekommt so ein kleines Kännchen, wo dann 2 Milliliter Milch drinnen sind. Also da ist viel zu tun. Also wir haben gerade vor kurzem einen Termin bei einer Bank gehabt und die Bank hat gesagt, seid ihr ökologisch und Taxonomieverordnung und Klima und so weiter. Und ob ich einen Kaffee trinken will. Sag ich, gern trinke ich einen Kaffee. Dann kommt der Kaffee und bei dem Kaffee ist so ein Plastikmilchbecher dabei und der Zucker ist eingepackt. Dann sage ich, wo ist denn eure Ökologie? Ihr bringt mir eine Milch, die eingepackt ist, und einen Zucker, der eingepackt ist. Jetzt könnt ihr mir doch den Zucker in ein Porzellan bringen und die Milch in einer Kanne und nicht eine Halbarmilch, sondern bringt mir doch eine frische. Warum macht ihr das nicht? Wo ist denn dort die Ökologie? Dort fängt es nämlich an. Es fängt beim Kleinen an und das wird für meine Begriffe völlig, tritt völlig in den Hintergrund, weil man immer nur so plakativ das Große sieht.
Ich habe heute meine Kollegin Kaja, unsere Head of People, hier mit im Studio und zwar aus folgendem Grund: Wir haben gerade zum dritten Mal über die Recruiting-Plattform Instaffo jemanden eingestellt und zwar diesmal unsere Product Lead Johanna. Also man hört schon, Instaffo ist nicht nur Partner hier im Podcast, sondern sondern die helfen uns beim Recruiting wirklich weiter, oder Kaya?
Absolut. Wir haben bei OMR ja eine recht starke Employer Brand. Trotzdem ist Instaffo eine riesige Hilfe im Recruiting. Und da ist halt echt cool, dass wir vorab keine Kosten haben, schnell Stellen veröffentlichen und innerhalb weniger Tage mit super gut passenden Talenten sprechen können.
Aber ihr hört es selbst. Wenn ihr also gerade Stellen offen habt, macht es doch gerne so wie wir auch. Bei Instaffo sehen nur Talente eure Stelle, die auch wirklich draufpassen. Und ihr müsst erst bezahlen, wenn auch wirklich jemand eingestellt wird. Als OMR-Hörerin, Hörer spart man außerdem 500€ auf die erste Einstellung. Einfach auf instaffo.com/OMR gehen, da gibt's noch eine kurze Demo und man kann sich registrieren. Also instaffo.com/OMR. Am Ende trotzdem, du hast also einen ganz großen Zukunftsoptimismus. Das ist ja also erfreulich, dass in der Welt, wo ja viele jetzt Schwierigkeiten sehen, auch Schwierigkeiten erleben, hoffe ich natürlich auch, dass du da einfach sagst: Nein, ich baue jetzt hier weiter an großen Projekten, investiere für 50 Jahre, ich bin auch für die Berge total zuversichtlich. Das ist ja nicht mehr normal.
Ich bin total optimistisch. Ich meine, wir haben Menschen, die immer besser ausgebildet werden. Wir haben zum Glück eine freie Gesellschaft in Europa und ich sehe auch die Entwicklung von den anderen Ländern. Also wenn man heute nach Afrika reist oder vor 20 Jahren nach Afrika reist oder wenn man nach Riyadh fliegt. Ich war vor kurzem in Riad. Also wenn man sich dort die Entwicklung anschaut, da habe ich gerade eine Frau getroffen, wo wir ein Projekt angesehen haben und da steigt eine sehr elegante Frau aus dem Helikopter aus und dann sage ich, sorry, also was machen Sie da? Dann sagt sie, sie fliegt den Helikopter. Dann sage ich, von wo kommen Sie? Sagt sie, aus Riad, Saudi. Dann sage ich, ich dachte, ihr dürft erst seit Kurzem Auto fahren, seit 5 Jahren. Sagt sie, ja, wir dürfen seit 5 Jahren Auto fahren und seitdem dürfen wir auch Helikopter fliegen. Also da ist eine richtige Entwicklung und ich spüre, wie dort junge Menschen jetzt plötzlich diesen Aufbruch spüren. Gleichstellung Mann-Frau, was wir als selbstverständlich ansehen, aber das kommt jetzt auch gerade aus Saudi-Arabien, aus anderen Ländern. Ich weiß schon, dass da viele Menschenrechtsthemen noch sind, aber man muss auch diese Schritte sehen. Die Gesellschaften modernisieren sich, auch wenn es schwere Rückschläge gibt mit diesen Taliban und den ganzen Themen. Aber insgesamt, glaube ich, entwickelt sich die Welt in eine wesentlich besser ausgebildete. Immer mehr Menschen haben durch Internet Zugang zu Bildung und Bildung ist die Grundlage für jede Entwicklung aus meiner Sicht. Und ich freue mich schon darauf, wenn viele Inder, Afrikaner nach Europa kommen und hier unser Leben bereichern.
Was ist denn deine Vision für das Unternehmen? Also wo steht denn die die Harrisch-Gruppe oder der Landshuter Hof in 20 Jahren? Da gibt es dann davon 15, 20 Stück. Also was stellst du dir da vor?
Ja, das kann durchaus sein, aber vor allem freue ich mich darauf, dass hoffentlich unsere großen Probleme, die wir haben, ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bekommen, dadurch gelöst wird, indem mehr Menschen noch zuwandern, viel mehr zuwandern, dass wir die Gesellschaft noch viel mehr öffnen, dass wir den Begriff Ausländer aus unserem Sprachschatz eliminieren. Und dass wir eine multikulturelle Gesellschaft entwickeln, in der einerseits der Schamane und andererseits der Techniker und der Künstler und der Wissenschaftler, dass die alle gut Platz haben und miteinander auf Augenhöhe umgehen. Das wäre so mein Traum, also der gesellschaftliche Traum der gesellschaftlichen Entwicklung.
Noch mal zurück zu einer harten wirtschaftlichen Frage: Kannst du dir vorstellen, dass man, wenn du sagst, für die kommenden Projekte brauchst du auch eine externe Finanzierung, dass man so eine Lanzer Hof Gruppe oder die gesamten Aktivitäten, dass man die an die Börse bringen kann?
Ja, das kann man jetzt. Es ist noch ein Thema, mit dem ich mich aktuell nicht beschäftige. Aber natürlich muss man das, wenn man größer wachsen will, international wachsen will, muss man schauen, wie die Bedingungen sein werden. Aktuell sind wir in einer Zeit der Inflation und der steigenden Zinsen. Aber ich bin jetzt seit 30 Jahren als Unternehmer tätig und das gab es ja alles schon. Schon. Also als ich gestartet bin, waren die Zinsen bei 12%, jetzt sind wir bei 3, 4% oder vielleicht dann bei 5% und das ist eine Entwicklung, die natürlich auch eine gewisse Auswirkung hat auf die Expansion, aber in Summe glaube ich, dass man jede Option für Entwicklungen und Finanzierungen genauso offen betrachten muss, wie man insgesamt das Unternehmertum, das in einem ständigen Wandel unterwegs liegt, offen gestalten muss. Man macht sicher einen Fehler, wenn man sagt, man schließt etwas aus, weil niemand kann in die Zukunft schauen und die Zukunft gibt große Chancen, große Herausforderungen und wichtig ist, dass man sich immer wieder neu erfindet und anpasst, weil eines ist klar, die Zukunft passt sich nicht an unser Unternehmen an, sondern wir müssen uns an die Zukunft anpassen.
Eines der spannendsten, finde ich, Hotellerie-, Gastronomieprojekte, das auch börsennotiert ist und das ich gerne verfolge, ist die Soho House Gruppe. Soho House kennst du sicherlich auch. Beobachtest du das auch, was die da machen, also wie die das expandieren? Das hat ja dann irgendwo, na ja, Ähnlichkeit ist jetzt vielleicht übertrieben, aber schon ein bisschen hat es mich daran erinnert.
Großartiges Unternehmen, also Soho House ist fantastisch, also kann man nur sagen, also wo immer man hinkommt, ob es in Amerika ist, ob es in Europa ist, es ist ein tolles Unternehmen. Also ganz großes Vorbild. Auch Motel One ist übrigens ein Vorbild, müsste ich dazu sagen. Aber mein größtes Vorbild, das muss ich noch loswerden, weil er wird mich dann nachher wieder schimpfen, aber mein absolut größtes Vorbild ist der Herbert Zegler von der Sansibar. Nämlich in der Beziehung Gast-Gastbeziehung, Gastwirtschaft, Mitarbeiter, wie Mitarbeiter behandelt werden und Mitarbeiterinnen. Also Herbert ist schon ein ganz großer Gastronom.
Aber nur mit einem Standort. Also ich meine, er ist ja selber präsent, er hat auch nur am Ende einen Standort. Und ich meine, wir reden jetzt von Soho House oder von euch mit dann schon ja wirklich multiplen Standorten.
Naja, er hat einen Standort, aber das ist die Sansevier, nicht? Klar, also ich meine, der Standort, ja, absolut.
Also ich meine, er war ja hier zu Gast und ich habe das ja auch da gefeiert, was er da so erzählt hat und wie er da so—
aber es ist halt, ja, er hat eine große Textilgruppe, er hat seine Produkte überall in ganz Deutschland bei Breuninger etc. Also der Herbert ist schon noch ein unfassbar erfolgreicher Unternehmer. Aber mir geht es ja oft darum, wie eine Unternehmerpersönlichkeit mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit den Gästen, wie der damit umgeht, wie der sein Leben gestaltet und vor allem die Nachhaltigkeit, also die lange Zeit, wo das gemacht wird und die Qualität, die über so viele Jahre gehalten wird. Aber um zurückzukommen auf so was, ganz tolles Unternehmen, natürlich der Mitgliederclub-Gedanke, super Konzept, großartig, dass es das gibt.
Wäre nicht auch so was für euch, so einen Club-Gedanken zu machen?
Nein, das ist für uns, wir sind offen, ich habe gerade zuerst gesagt, also Jeder und jede, die heute zuhört, bitte kommt zu uns. Wir öffnen die Türen.
Wo soll man anfangen?
Es gibt Einstiegspakete. Also wir wollen kein geschlossener Club sein. Also ich bin schon jemand, der zuerst sagt: Offene Gesellschaft, offene Türen. Es soll niemand ausgeschlossen sein. So, du bist Mitglied, du bist keins. Mir kommt die Philosophie: Everybody is welcome.
Okay, okay. Noch mal ganz kurz zu Soaz, weil ich das jetzt auch irgendwie aus Neugier immer verfolge und immer auch mal überlegt habe, ob ich die Aktie kaufen sollte. Aber Das Problem, was ich damit habe, also ich finde das Produkt auch beeindruckend geschmackvoll und immer sozusagen eine gleichbleibende Qualität, egal ob man da jetzt in LA in so einem Haus mal drin ist oder in Berlin oder in London. Aber die verdienen nie Geld.
Ja, es gibt ja einige Unternehmen, die auch über Jahre, Stichwort Tesla. Und natürlich ist es cool, weil wenn du sagst LA, da denkst du vielleicht an Malibu. Dass daneben das Nobu-Restaurant, daneben ist das Soho House. Ist schon cool, wenn man dorthin kommt und sagt, da bin ich Mitglied, da kann ich reingehen. Also ich war dort, ich bin kein Mitglied, ich konnte nicht reingehen. Zum Glück habe ich einen Platz im Nobu gekriegt.
Du wärst nicht reingekommen, nehme ich mal an.
Das ist natürlich am Schluss so, das ist ja eine tolle Marke und wir haben ja keine Investoren aktuell. Also wir müssen Geld verdienen und wir wollen auch Geld verdienen. Aber das muss man vielleicht anders sehen. Da kenne ich mich zu wenig aus. Ich komme eben aus einer analogen Welt. Welt, also einer Welt, wo man immer darauf angewiesen ist, dass man letztendlich mehr einnimmt, als man ausgibt.
Inwieweit ist denn, sagen wir mal, Top-Gastronomie oder auch Top-Hotellerie überhaupt skalierbar? Weil ich meine, auch wenn wir über den Herbert Seckler sprechen, der ist ja also auch sehr beeindruckend, weil er das auch da sozusagen macht. Er ist da halt jeden Tag, man kann sich darauf verlassen, er kennt die Gäste, er prägt diesen Ort. Aber er könnte jetzt ja nicht alleine einen weiteren Ort prägen oder schon gar nicht 10. Und das ist ja eigentlich überall so. Also auch irgendwie am Ende hat man das Gefühl, so super Köche oder Gastronomen haben dann ein starkes Restaurant und die Expansion, es gibt kaum Beispiele dafür. Bei euch, du versuchst es jetzt ja mit den Lanzerhofen, das sozusagen zu machen. Braucht man da nicht auch irgendwie ein Gesicht oder eine Person, die das so trägt? Und ist die nicht dann doch nicht skalierbar?
Die Skalierbarkeit von Spitzenqualität ist immer schwierig. Das ist natürlich immer schwierig. Aber es gibt Beispiele. Nobu zum Beispiel als Restaurant. Oder Cipriani als Restaurant, italienische Restaurantkette. Also das gibt es schon und im Landeshof ist es so, dass natürlich das Entscheidende ist unsere Landeshofakademie, die Ausbildung der Ärzte. Das heißt, wenn wir jetzt neue Häuser bauen, ist es keine so schnelle Expansion. Also wir expandieren ja nicht, dass ich sage, jetzt bauen wir 10 neue Häuser. Wir reden jetzt über 1, maximal 2 neue Häuser und da ist es ganz wichtig, dass wir, wenn wir so ein Projekt angehen, dann reden wir heute darüber, aber die Eröffnung ist vielleicht in 4 oder 5 Und wir beginnen dann aber jetzt schon mit der Planung, welche Ärzte, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann in diesem Haus sein können oder wer da hin will. Und da komme ich wieder zurück auf Hamburg, wo wir zuerst darüber gesprochen haben, dass wir diese Ausbildung brauchen, die Landshofer Academy, und dass wir in die Städte müssen, weil hier sind natürlich die Menschen und hier sind die Talente und die müssen wir für uns gewinnen. Also es ist ganz, ganz wichtig, dass wir einerseits nicht nur junge Gäste zu uns auch bekommen, sondern dass wir vor vor allem Medizinerinnen und Mediziner, die an Naturheilkunde, an neuen präventiven Formen der Medizin interessiert sind, dass wir die für uns gewinnen.
Sag nochmal zum Abschluss, ich meine, du weißt, ich weiß, dass du viel durch die Welt fährst und Sachen anguckst und selber nach Inspiration suchst, und weil sonst kommt man ja auch nicht auf die verschiedenen Ideen. Jetzt unabhängig vom Lanzer Hof oder von deinen ganzen Betrieben in Kitzbühel, was hat dich denn jetzt so im Bereich Gastronomie, Hotellerie weltweit zuletzt am meisten angesprochen, wo du dachtest, okay, das ist krass? Und jetzt nehme ich die Sansibar, weil das ist ja ein Sonderfall, Aber was hast du zuletzt gesehen, was okay, was die da machen? Gibt es Projekte, wo du beeindruckt bist?
Ja, ich meine, ich muss jetzt, es gibt jetzt zwei Antworten. Die eine ist die für mich sympathischere und bessere, wenn ich jetzt sage, also das Shanti Ananda im Himalaya oder in Koh Samui haben mich so begeistert. Das würde aber nicht ganz zutreffen, wenn ich ganz ehrlich bin. Sind tolle Häuser, gar keine Frage.
Wie heißt Wie heißt die?
Shanti Ananda. Da gibt es eins, also gibt es eins nicht mehr, leider, eins in Mauritius. Und dann gibt es noch ein sehr schönes Resort in Koh Samui. Aber wenn ich jetzt nachdenke und sage, was mich jetzt beeindruckt hat, sehr beeindruckt hat, und das ist aber totale Platitude, und da wird jeder sagen, das ist ja blöd, also wenn man überhaupt den Begriff Dubai erwähnt. Aber was mich jetzt bei der letzten Reise, wo ich in Dubai war, beeindruckt hat, ist die durchgängige Qualität, die dort hergestellt wird, und wie die das schaffen in so vielen Betrieben. Also jetzt unabhängig von der baulichen, da kann man sagen Wahnsinn oder nicht Wahnsinn, oder, aber es gibt dort so viele Restaurants und Hotels mit einer enorm hohen gastronomischen Qualität. Und zuletzt war ich in einem sehr, sehr bekannten oder einem der bekanntesten Hotels in Dubai, und die haben so tolle Mitarbeiter gehabt, alle aus Portugal. Dann sage ich, aus Portugal, sage ich, denke immer, warum sind die jetzt nicht in Deutschland? Warum gehen die nach Dubai? Und da muss man ja nachdenken, dass man die besten Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter sollen bei uns sein. Und da muss man Zugänge, natürlich auch das Problem der Entlohnung, weil du musst als Gastronom halt arbeiten, wenn andere frei haben. Und in Dubai gibt es steuerfrei, aber wir müssen heute damit konkurrieren, weil weil dieser 5-, 6-Stunden-Flug ökologisch hin, ökologisch her, weil so viele Menschen reisen dorthin. Aber die schaffen es wirklich, eine großartige Qualität in einer ganz großen Breite herzustellen. Und das hat mich enorm beeindruckt.
Krass. Okay, also Dubai, ich habe da natürlich schon viel von gehört und da gibt es ja auch einige berühmte Projekte. Aber die Breite ist das Argument?
Die breite Qualität, dass man in einer Destination in so vielen Restaurants und in so vielen Hotels, wenn man essen geht, unterschiedlich so große Qualität und so internationale Mitarbeiter auch trifft. Also ich habe noch eine Mitarbeiterin getroffen dort aus China und sage, wie kommst denn du nach Dubai? Sagt sie, sie kommt irgendwo, irgendwo in China und sie ist dann in Shanghai, gab es ein Inserat in irgendwo und die hatte gar nichts zu tun mit der Gastronomie und dann ist sie nach Shanghai und dann haben die gesagt, es gibt die Chance, nach Dubai zu gehen, für 2 Jahre befristet. Und dann hat er die Ausbildung gemacht und kam dann von keine Ahnung wo in China nach Dubai. Und das wäre so cool, wenn wir es schaffen, weil letztendlich sind ja wir die Heimat der Qualitätsgastronomie. Die Schweiz, Österreich, zunehmend Deutschland, aber sagen wir Italien, Frankreich natürlich. Und wir müssen schauen, dass wir diese jungen Menschen aus der Welt zu uns bringen. Also die Türen aufmachen, Ausländerfeindlichkeit abbauen, den Begriff Ausländer aus dem Sprachschatz streichen. Menschen aus anderen Ländern sind keine Gefahr für unsere Bevölkerung, sondern eine riesige Bereicherung. Also auf die Türen!
Okay, also mehr kann man ja zum Schluss nicht verlangen. Also was denn, was ein Schlussstatement. Vielen Dank, Christian.
Vielen Dank.
Alles klar, ciao ciao. Liquidität ist der Treibstoff für alles Wachstum. Aber lange Zahlungszyklen binden häufig wertvolle Liquidität oder wertvolles Kapital. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Sage ins Spiel. Sage beschleunigt mit Sage Intacct den gesamten Prozess von der Leistung bis zum Zahlungseingang. Die Fakten sprechen für sich: Die Zeit bis zum Zahlungseingang sinkt von etwa 120 auf unter 70 Tage. Eure Rechnungszyklen werden über 50% kürzer. Der Monatsabschluss ist bis zu 73% schneller fertig. Ihr trefft Entscheidungen endlich auf einer aktuellen Datenbasis. Das heißt weniger Kapitalbindung und mehr Liquidität für Investitionen. Und mit dem KI-gestützten Finanzmanagement habt ihr den ganzen Cashflow jederzeit im Blick. Über 2 Millionen Kunden weltweit vertrauen auf die Cloud-Lösung von Sage. Extra für OMR-Hörer gibt's außerdem jetzt ein exklusives Angebot. Ihr bekommt bekommt 20% Rabatt auf die ersten 12 Monate. Das Angebot gilt für Sage Intact inklusive dem Sage Copilot bis 31.12.2026. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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