René Benko, Schumi-Schwindel und Co.: So baut Julia Becker Funke um (#916)
21 Jun 2026 · 78 min
In diesem OMR‑Podcast interviewt Philipp Westermeyer die Aufsichtsratsvorsitzende Julia Becker, die gemeinsam mit ihrer Familie die Funke Mediengruppe leitet – den zweitgrößten deutschen Medienkonzern. Becker schildert die Gründungsgeschichte der WAZ‑Gruppe 1948, die Entwicklung zu einem breit aufgestellten Unternehmen mit Regionalzeitungen, TV‑Programmzeitschriften, Frauen‑ und Lifestyle‑Magazinen sowie digitalen Plattformen wie Chefkoch und wetter.com. Sie erklärt, warum die Programm‑ und Frauenzeitschriften das finanzielle Rückgrat bilden, während die Regionalzeitungen wegen hoher Zustell‑ und Produktionskosten unter existenziellem Druck geraten. Becker diskutiert die strategischen Akquisitionen (Gala, Brigitte, Chefkoch, wetter.com), die Aufnahme eines 100 Mio. €‑Schuldscheins und die Notwendigkeit, das Unternehmen zu restrukturieren, um wirtschaftlich unabhängig zu bleiben und Qualitätsjournalismus zu sichern. Sie betont die gesellschaftliche Verantwortung der Medien für Demokratie, die Gefahr von parteiisch‑getarnten „Slime‑Pink‑Publikationen“ und die Notwendigkeit von Medienkompetenz. Becker schildert den intensiven persönlichen Wandel: die mentale Belastung, das Aufgeben von Schlaf, die Verantwortung als Familienoberhaupt und die besonderen Herausforderungen als Frau in einer von Männern dominierten Branche. Sie berichtet von ihrer Beziehung zu René Benko im Rahmen einer 49‑%‑Beteiligung an der österreichischen Krone/Kurier, dessen spätere Inhaftierung und die klare Trennung von geschäftlichen Entscheidungen. Weiterhin spricht sie über das Ziel von 500 000 digitalen Abonnenten bis 2027, die Messmethoden und den aktuellen Fortschritt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der lokalen Sportberichterstattung – insbesondere dem Reitsport und Para‑Reitsport in Balve – wo Becker ihr persönliches Netzwerk nutzt, um Sichtbarkeit für Randthemen zu schaffen und den Erfolg über Abrufzahlen und Community‑Engagement zu messen. Sponsor‑Einblendungen (z. B. ElevenLabs) werden erwähnt, zeigen aber eher die Werbe‑ und Monetarisierungsstrategie des Podcasts. Abschließend spricht Becker über die Nachfolge‑perspektive für ihre Töchter, die Transformation der Verlegerrolle und die langfristige Vision einer familiengeführten, digital ausgerichteten Mediengruppe, die Vertrauen und Vielfalt liefert.
Chapters
Station 2 meiner eigenen kleinen Medienkarriere war nach der Schülerzeitung die Funke Mediengruppe. Die hieß damals noch Watz-Gruppe und es gab Regionalzeitungen in Essen und bei denen war ich als Praktikant und freier Mitarbeiter tätig. Mittlerweile sind einige Jahrzehnte vergangen, aber die Watz sitzt immer noch in Essen, heißt nur mittlerweile Funke Mediengruppe und gehört ganzheitlich der Familie von Julia Becker. Damals gehörte ihnen schon die Hälfte, mittlerweile der ganze Medienkonzern. Der besteht aus ganz vielen Regionalzeitungen, vor allen Dingen aber auch Programmzeitschriften, weiteren Zeitschriften. Vor kurzem wurden Gala und Brigitte gekauft. Chefkoch gehört dazu, eine Beteiligung in Österreich gemeinsam mit René Benko. Also wirklich ein wildes Medienportfolio, das die Julia da geerbt hat und das sie logischerweise gerade versucht zu transformieren und in die Zukunft zu führen. Und wir haben schon vor einigen Jahren mal gemeinsam gesprochen, das ist gar nicht so einfach. Gerade im Bereich der Regionalzeitschriften kommen existenzielle Probleme auf sie zu, auf uns alle vielleicht sogar zu, auf unsere Demokratie zu, hat sie zumindest im Podcast erzählt, dass sie das befürchtet. Warum das so ist, erklärt sie, aber auch wie profitabel bis heute Programmzeitschriften sind, dass am Ende Programmzeitschriften das Rückgrat ihres Unternehmens derzeit sind. Eigentlich kaum zu glauben, aber sie sagt, das wird auch in Zukunft erstmal so bleiben. Dann hat sie mir natürlich erzählt von René Benko und verschiedenste andere spannende Anekdoten aus dem Leben einer Verlegerin, die parallel auch noch mit dem deutschen Bundestrainer im Reitsport verheiratet ist und die, wie sie sagt, nicht deswegen, aber auch zuletzt sehr stark auf Reitberichterstattung gesetzt hat. All das jetzt im großen Gespräch mit Julia Becker. Auf geht's!
Let's go!
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Hallo Julia.
Hi Philipp, ich freue mich wieder hier zu sein.
Ja, vielleicht für alle, die jetzt sich nicht erinnern, wir holen mal ganz kurz aus. Wir haben was gemeinsam, wir sind beide Essener, Essenerin, Essener, allerdings etwas anders dort groß geworden. Dein Großvater war der Gründer von Funke, dem heutigen Funke Medien, Jakob Funke. Und mein Großvater, spielt keine Rolle.
Doch, bitte.
Was hat dein Großvater gemacht?
Der war Flüchtling aus Ostpreußen.
Siehste? Aber was für eine wichtige Geschichte, weil unsere Großväter am Ende dann doch viel dazu beigetragen haben, dass wir heute wahrscheinlich auch über diese Themen sprechen.
Also jedenfalls sind wir auch unterschiedliche Wege gegangen, aber beide jetzt in der Medienwelt gelandet. Du bist jetzt Aufsichtsratsvorsitzender und deiner Familie gehört Funke Medien, also nach wie vor, ich glaube, der zweit- oder drittgrößte deutsche Medienkonzern.
Zweitgrößte.
Nach Umsatz.
Ja, also erstmal grundsätzlich bin ich froh, dass ich heute noch mal die Gelegenheit habe. Und ja, mein Großvater Jakob Funke hat die WAZ, die erste Zeitung quasi, den Grundstein für unser Medienunternehmen gelegt. Damals hieß es noch, weil eben nur eine Zeitung, hieß es die Watz-Gruppe. Und er hat das zusammen mit seinem Freund Erich Prost 1948 gegründet, um den Menschen im Ruhrgebiet quasi eine, eine verlässliche Informationsquelle in einfacher Sprache zu geben, damit alles, was im Nationalsozialismus an Gräueln und Morden und Entsetzlichkeiten passiert ist, nie wieder möglich ist durch die verlässliche Information. Und das war die Grundidee seines Start-ups. Ich habe auf meinem Handy, mein Hintergrund ist ein Bild Da sitzt er vor so einem zertrümmerten Haus an einem Tapetentisch, also so ein Klapptisch, und da produzieren sie halt die erste Ausgabe der WAZ mit so runtergeschriebenen Bleistiften auf Papier, was dann irgendwo jemand organisiert hat. Und so ging das los. Und heute sind meine Geschwister Nora Marx und Niklas Wilke und ich plus unsere Mutter, die hat noch 1%, alleiniger Eigentümer der Funke Mediengruppe. Und der Weg dahin war lang und steinig. Und das habe ich, glaube ich, in unserem ersten Gespräch mal beschrieben und dann selber festgestellt, wie mich das doch sehr beschäftigt und auch immer noch bewegt, was ich da so zu tragen habe.
Zu tragen habe im Sinne von auch sozusagen die Legacy, also das Erbe hochzuhalten und auch die Verantwortung zu tragen?
Ja, also zum einen die Verantwortung. Ich glaube, dieser Hashtag #NieWiederIstJetzt, der ist für uns alle aktueller denn je. Also wir erleben einfach Zeiten in einer Taktung, was Krisen, Unruhen, krasse Autokraten angeht, die da überall auf der Welt das Ruder an sich reißen wollen. Aber natürlich auch bei uns hier in Deutschland eine immer größer werdende Kluft in der Gesellschaft, was auch am Ende die größte Gefahr für den Erhalt unserer Demokratie ist. Also wie gespalten sind die Menschen? Wie offen reden wir noch miteinander? Wie verlässlich ist eigentlich diese gemeinsame Informationsbasis? Und auf welcher Ebene kommen die Menschen hier in Deutschland überhaupt noch in den Austausch, um sich eine Meinung zu bilden und am Ende auch dann die richtige Wahlentscheidung zu treffen?
Aber fühlst du dich da jetzt verantwortlich?
Also ist das sehr— also ich fühle mich deswegen verantwortlich, auch übrigens Teil dieser Krise, auch der Medienkrise deswegen zu sein, weil wir, oder ich in diesem Falle, die Verantwortung für eine Vielzahl von medialen Stimmen in Deutschland trage. Und wenn wir unseren Job nicht gut machen oder nicht in der Vergangenheit gut genug darauf aufgepasst haben, dass diese Marken, diese Reichweiten, aber vor allen Dingen auch das Vertrauen der Leserinnen und Leser, die jetzt auch natürlich Userinnen und User werden, wenn wir das verlieren und an vielen Stellen verloren haben, dann ist das unsere Schuld. Und ich glaube, nichts ist im Moment relevanter, als das Vertrauen in echte menschengemachte Nachrichten wiederherzustellen.
Und du könntest ja auch sagen, das ist jetzt am Ende so, da gab es einen Medienbruch oder einen krassen Wandel. Auch die Unternehmer im Medienbereich können nichts für Social Media, für Suchmaschinen, für technologische Entwicklungen. Fast nirgendwo auf der Welt ist es jetzt Verlagen gelungen, ihre alte Rolle aufrechtzuerhalten gegenüber der neuen digitalen Welt. Das hat sich sehr stark geändert. Und also das, ich würde da ein bisschen die Verantwortung nehmen. Es ist ja jetzt ja klar, es war früher wahrscheinlich wirtschaftlich lukrativer und man hatte mehr auch politische Relevanz als heute, aber es ist kaum zu verhindern gewesen.
Das stimmt. Und das ist auch nett, dass du da mein Päckchen ein bisschen mittragen oder leichter machen möchtest. Die Tatsache, weil du hast am Ende ja auch nach meiner Verantwortung und nach meiner also dieses Wo komme ich her gestellt. Und das hat schon etwas damit zu tun, dass da ein Gründer eine Idee hatte, die damals wie heute einfach systemrelevant ist. Also Menschen zu informieren und ihnen in ihren, auf ihren Kanälen und eben in einer eingängigen Weise zu vermitteln, was da draußen los ist in der Welt. Das ist demokratiestärkend. Und die sogenannte vierte Gewalt, die diese Medien, diese Aufgabe, die sie sich genommen über die sie übernommen haben, die ist einfach der Grundstein für alles, für ein freies Miteinander, für eine freie Gesellschaft. Und das jetzt von einer Großelterngeneration in quasi jetzt meine Generation hinübergereicht zu bekommen, das ist schon eben ein Erbe, eine Verantwortung und vor allen Dingen auch für mich die klare Mission. Ich habe das nicht— ich sehe dieses Unternehmen, die Funke Mediengruppe, nicht als etwas, an dem wir jetzt, meine Familie, meine Geschwister, uns irgendwie maximal bereichern sollten. Und genau das ist der Punkt. Ich glaube, dass die Generation vor mir das in Zeiten, wo 80er, 90er Jahre die Erlöse, Vermarktung und Vertrieb nur so sprudelten, sich ausschließlich irgendwann darauf konzentriert haben, das zu optimieren. Und da ist so vieles an Zukunftsvisionen, auch an technologischer Weiterentwicklung, mal Dinge vordenken, nicht passiert, weil man irgendwie in diesem sehr satten Selbstverständnis war: Läuft doch. Also man braucht eigentlich gar nicht morgens sich groß bewegen. Die Kunden, die Leser, alles kommt von ganz alleine und wir müssen uns nur noch darum kümmern: Was machen wir jetzt mit dem ganzen Geld?
Das war ja damals auch aufgrund der Marktstrukturen, man kann fast argumentieren, es waren fast monopolistische Strukturen in den Regionalmedien. Da war es dann ja auch entsprechend einfach. Also ich meine, deine Generation davor oder eure Familie und auch viele andere Verlegerfamilien sind ja zu den reichsten Familien des Landes herangewachsen aufgrund der Struktur. Das hatte ja auch große Vorteile.
Ja, hat vor allen Dingen den Vorteil, dass du einfach sehr gerne von dem mehr nimmst und dich im Kern nicht mehr Das ist meine Überzeugung und das ist immer leicht, quasi jetzt so aus meiner Sicht auf die Generation so zurückzuschauen und zu sagen, das habt ihr alles falsch gemacht, weil das ist auch, glaube ich, in der heutigen Zeit jetzt nicht so förderlich. Aber in meinem Falle kann ich von unserem Unternehmen sagen, wir haben unfassbar viel, auch um das mal auszusprechen, an Ausschüttungen zugelassen, trotzdem meine Mutter als Jüngste von 4 Schwestern sich vehement und immer dagegen gestellt hat. Aber am Ende ist das, was dieses Unternehmen erwirtschaftet hat, eben nicht investiert worden oder in nur ganz geringen Teilen. Aber damals gab es natürlich auch schon in den USA Redaktionen, die anders und innovativer gearbeitet haben. Überall auf der Welt ist ja Gott sei Dank auch immer aus jeder Technologie ein Fortschritt und eine Weiterentwicklung entstanden. Und wir in Essen, wir sind einfach zu Hause geblieben und dann wurden diese Hunderte von Millionen ausgeschüttet und weiter ging es. Und man hat sich nie so wirklich außer wen könnte man quasi aus dem nächsten Umfeld übernehmen, um quasi noch größer zu werden. Aber es ging irgendwann, und das ist mein Punkt, es ging irgendwann nicht mehr um das Produkt und um den Auftrag des Journalismus, sondern es ging darum, aus dem, was so fast monopolistisch von alleine funktionierte, davon noch mehr zu machen. Und was auf der Strecke geblieben ist, ist in vielfacher Hinsicht der Anspruch an den, an an diesen Qualitätsjournalismus. Das Selbstverständnis auch aus den Redaktionen, dass ein Chefredakteur, eine Chefredakteurin, oder da gab es ja noch Männer, dann auch dachten, die hatten dann irgendwie so einen intellektuellen Quasi-Managerstatus. Die saßen sehr, sehr schön eingerichtet in ihren Redaktionen und für die wirklichen Themen, die die Leute da im Lokalen, auf der Straße interessiert haben, hat man dann idealerweise die Praktikantin losgeschickt.
Aber würdest du denn heute sagen, dass euch sozusagen publizistische Relevanz wichtiger ist als wirtschaftlicher Erfolg?
Also unabhängiger Journalismus, so wie wir den bei Funke als privat finanziertes Medienunternehmen verstehen, ist natürlich immer nur dann frei, wenn er wirtschaftlich unabhängig ist. Also ja, wir müssen gesund, wirtschaftlich gesund sein, um uns das alles leisten zu können, was meine Familie, was ich mir für diesen Anspruch an unser Claim Journalismus aus Leidenschaft, wie wir das hinbekommen, dass wir uns genau das leisten. Vielfalt in den Redaktionen, größere Redaktionen, andere redaktionelle Strukturen, die eben auch tief im Lokalen wieder sichtbar sind, weil wir uns davor aus Gründen der Kosteneinsparung vor Jahren zurückgezogen haben. Und der große Vorteil in meinem Fall ist, dass diese wirtschaftliche Unabhängigkeit viel damit zu tun hat, dass wir eben keine Mitgesellschafter mehr haben, dass diese Familie die Eigentümerfamilie Familie tatsächlich bis vor 2021 größer war und wir einen Familienvertrag hatten, in dem bis dato drin stand, 80% des Ergebnisses werden ausgeschüttet.
Weißt du, es ist ja auch eine Strategie, die man argumentieren könnte, sagen könnte, okay, das Geschäft, so wie es ist, hat eigentlich langfristig kaum eine Perspektive. Die Reichweiten werden woanders sein, die Vermarktung wird dann bei den großen US-Konzernen vielleicht liegen. Und dann sagt man, und das hat ja auch eine wirtschaftliche Logik, eine wirtschaftliche Logik zu sagen, na ja, wir haben jetzt noch 4, 5, 6, 10 Jahre, I don't know, lass uns doch in der Zeit das Bestmögliche abschöpfen aus den Möglichkeiten und dann werden wir irgendwann die Reste verkaufen oder einstellen und dann dafür was Neues irgendwo einkaufen und bauen. Also ganz andere Geschäftsmodelle. So was hat ja in Teilen zum Beispiel auch Springer gemacht. War das für euch nie eine Option?
Also für Teile meines Gremiums, dem Gesellschafterausschuss, war das genau die, nicht nur die Vision, sondern ich glaube der Traum.
Und dann wahrscheinlich, weil man will ja ein wachsendes Geschäft haben, aber wenn das nicht geht, dann nimmt man lieber das Geld raus.
Genau, nimmt man lieber das Geld raus. Genau, das ist der Punkt. Und ich habe das eingangs mit meinem Großvater erzählt. Ich bin groß geworden in einem Haushalt in Essen, der jetzt auch nicht, also Vielleicht das noch zur Ergänzung: Die WAZ oder auch grundsätzlich eine Zeitung im Ruhrgebiet zu haben, ist jetzt nicht vergleichbar mit Elbchausssee oder irgendwie also den großen reichen Verlegerdynastien. Wir kommen aus dem Ruhrpott und wir hatten mit dieser Zeitung natürlich eine geniale Idee.
Die hatte ja auch Radio- und Fernsehbeteiligung. Und ich meine, wir reden von einem Milliardenkonzern, auch damals schon.
Genau. Aber ich will auf einen anderen Punkt hinaus, und das ist die Art, wie wir als Familie mit diesem Unternehmen immer umgegangen sind, wenn wir eine Mutter hatten, die uns zu einer— bodenständig ist, glaube ich, nicht das richtige Wort, aber es hat einfach was damit zu tun, dass dieses Unternehmen uns quasi wie geliehen wurde und wir dafür sorgen sollen, das war immer unser Verständnis, was sie uns vermittelt hat, dass wir dafür sorgen sollen, dass es für die nächste Generation quasi bestmöglich behandelt und verbessert wird, damit auch die— also es ging immer um das Weitergeben an die nächste Generation für uns. Und deswegen ist dieser Aspekt, den, den, und das Thema lag dann irgendwann in diesem Gesellschafterkreis auf dem Tisch: Wollen wir jetzt quasi die paar Jahre noch mitnehmen und dann schauen wir uns nach was anderem um? Oder ist dieser verlegerische Auftrag und den Erhalt von Medienvielfalt nicht am Ende das Warum?
Meine Frage wäre dann schon so, dass du sagst, naja, wirtschaftliche Relevanz oder wirtschaftlich müssen wir uns irgendwie tragen können, aber eigentlich machen wir es aus politischen Gründen.
Im Regionalmedienbereich würde ich das genauso unterstreichen. Der große Vorteil mittlerweile von Funke ist, dass wir eben auf 3 Säulen stehen. Gott sei Dank hatte mein Stiefvater Günther Grothkamp irgendwann den Gong Verlag sehr günstig kaufen können und das war so sein erster oder für das Unternehmen der mit wichtigste Schritt, weil wir damit einen Fuß in das Zeitschriftensegment gesetzt hatten, also Programmzeitschriften. Er kam, weiß ich noch, mit einem Stapel, er nannte das immer die Heftchen, nach Hause und hat gesagt, so, das war günstig, das ist der Gong Verlag. Und den hat er dann aber gleich so an die Seite auf so ein Packen in der Küche gelegt. Das waren immer die gelesenen Dinge, die meine Mutter ihrer Hilfe Frau Loppi mitgegeben hat. Also das ist kein Journalismus, sondern das kann direkt zu Frau Loppi.
Aber zu TV-Zeitschriften waren ja nun businessmäßig eine riesige Maschine. Also da musste man jetzt nicht so viel Aufwand, da musste man das TV-Programm abdrucken und es wurde brutalst gekauft. Also ich erinnere mich noch an meine Anfänge bei Gruner Jahr. Da habe ich das immer gesehen. Die hatten TV-Zeitschriften in Frankreich. Allein damit hätte man Milliardär werden können.
Und das war ehrlicherweise eine wahnsinnig visionäre Idee. Gleichwohl, Günther Grothkamp war kein, also mein Stiefvater war kein Journalist, der war Anwalt und der hat das eben nicht aus publizistischer Überzeugung gekauft, sondern das war irgendwie so ein Schnapper. Und daraus entstand mit die wichtigste und auch ertragreichste Säule bisher bei Funke. Also diese Zeitschriften, die dann natürlich— dieses Segment ist gewachsen. Wir haben da viel zugekauft. Sicherlich der Springer-Deal entscheidend genau dafür noch mal im Bereich der Programmzeitschriften, aber auch im Regionalmedienbereich.
Bis heute ist es so? Ist bis heute Programmzeitschriften das wichtigste Segment für euch?
Unfassbar! Und die hört zu. Wir haben wirklich mit diesen Programmzeitschriften eine so sichere, zuverlässige Maschinerie da quasi im Keller stehen, die nach wie vor dafür sorgt, dass die Ertragskraft des Konzerns weiterhin stark bleibt. Es ist ein Phänomen, dass Menschen immer noch Fernsehzeitschriften mit großer Begeisterung kaufen, lesen und dabei gar kein Fernsehen mehr gucken. Also natürlich machen wir mittlerweile ja auch Beispiel Hör zu im Digitalen, aber auch in den Magazinen. Viel Einordnung, was Streaming und also diese Einordnung von Themenorientierung, all das funktioniert nach wie vor. Im Frauensegment ist es ähnlich, also auch verlässliche Informationen über Marken wie Brigitte und wirklich tolle uralte Medienmarken.
Darf ich da vielleicht mal kurz einhaken, weil das habt ihr ja auch vor kurzem gekauft. Also was mir nicht so klar war, was bis heute Programmzeitschriften so ein massives wirtschaftliches Rückgrat bilden können und auch scheinbar das in den nächsten Jahren stabil aussieht.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten, und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei Eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte Euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an Eurer Seite, verteidigt Eure Interessen und begleitet Euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten, also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Ja, weil es hat glaube ich mit einem ganz großen Markenvertrauen zu tun. Also diese Fernsehzeitschriften, die sind anders als die regionale Tageszeitung irgendwie in den Haushalten geblieben. Klar, weil sie mit einer Thematik belegt sind, wo die Leute sich informieren, unterhalten. Die HÖRZU ist ja mittlerweile viel mehr als eine Programmzeitschrift. Aber es hat was damit zu tun, und das belegen Studien und viel Marktforschung, die wir da betreiben, dass der erste Satz, warum lesen Sie eine Programmzeitschrift, oder in diesem Falle, weil es die bekannteste ist, ist immer, die lag schon bei meinen Großeltern immer auf dem Sofa.
Aber die Zeitung ja auch eigentlich.
Genau, aber Zeitung hat, und da kommen wir ja wahrscheinlich nachher noch darauf zu sprechen, in ihrer Inhaltlichkeit oder in ihrem in ihrer Zuständigkeit, was die Leute von uns da, von einer Lokalzeitung erwarten, glaube ich, tatsächlich ihren Job nicht gut genug gemacht in den letzten Jahren. Und Programmzeitschriften, Frauenmagazine, da ist so viel Verlässlichkeit in das, was man— nimm mal Rezepte in der Bild der Frau. Also da kaufen Millionen Menschen eine Zeitschrift, weil sie erwarten, dass nach Karneval immer diese Kohlsuppendiät mit dem Rezept versehen wird. Und wehe, du lässt das weg. Weil ich natürlich oft gedacht habe, ist nicht mal vielleicht eine andere Suppe nach Karneval? Nein, das ist einfach die Erwartung und dann das sichere Befriedigtwerden mit dem, was ich mir von diesem Titel verspreche.
Aber sag mal, reden wir da von wirklich auch zukünftigen, mehr als jetzt 3, 4, 5 Jahre Prognosen? Weil mir kommt es doch so vor, als wenn viele der genannten Titel Hört zu oder Bild der Frau oder auch Brigitte, dass das alles Zielgruppen sind, so sagen wir mal, die schon älter sind als wir beide.
Ja, aber wir beide, also ich weiß nicht, ob wir beide, aber es gibt Menschen, die Gott sei Dank wegen dieser Markenbindung, die über Generationen funktioniert, die diese Titel weiter konsumieren, sicherlich auch auf mittlerweile anderen Kanälen. Aber was ein Phänomen, glaube ich, oder eine Besonderheit auch der deutschen Medienlandschaft ist, ist, dass wir es gut hinbekommen, übrigens auch dann in der Vermarktung nach wie vor gut hinbekommen, dass wir mit diesem Segment oder diesem Mix Programm, Frauen, unterhaltende Titel, aber auch Special Interest wie Landliebe doch so ein Portfolio zusammen haben, von dem ich sicher weiß, das wird einige viele Jahre noch sehr gut gehen.
Okay, kannst du ein bisschen über den Verlag, weil die Eckdaten sagen, es ist öffentlich, Das Letzte, was man sehen konnte, ist ungefähr eine Milliarde Umsatz über alles hinweg. Das sind dann halt die Regionalmedien, das sind die Zeitschriften, von denen wir gerade sprachen, und elektronische Medien. Also dann vor allem die Online-Ableger, die Abos. Ihr habt einen Chefkoch und all so was, was dazugehört. Dann verdienen die Regionalmedien überhaupt noch in sich Geld? Ist es dann noch in sich ein profitables Gesamtunternehmen?
Also auf jeden Fall. Sonst müsste man sich irgendwann natürlich die Frage stellen, Ist das jetzt eine Art Liebhaberei? Und ich muss es ja am Ende auch in meiner Verantwortung vor dem ganzen Konzern und am Ende auch vor dem, was wir uns da an unternehmerischen Zielen gesetzt haben, rechtfertigen. Also eine Quersubventionierung der Regionalmedien durch den Magazinbereich oder durch das Digitalgeschäft steht so nicht an.
Aber trotzdem ist es so, dass Regionalzeitungen deutlich weniger profitabel sind, habe ich jetzt verstanden, als TV-Zeitschriften. Da ist am Ende, es ist einfach die einfache Logik, die Menschen zahlen halt, weiß nicht, 2, 3 Euro für so eine Zeitschrift, die in der Herstellung, jetzt kann man sich leicht vorstellen, da wird das TV-Programm abgedruckt plus ein bisschen drumherum. So, das ist halt nach wie vor ein super Business aufgrund der Printerlöse am Ende auch, ne?
Ja, also ein Riesenthema bei den regionalen Medien ist natürlich die Zustellungsthematik. Also sich das noch zu leisten, wenn die Zustellung mittlerweile einer Zeitung das Doppelte kostet, was die redaktionelle Produktion braucht, dann sind wir in so einer Disbalance, weil natürlich jede Zeitung, die irgendwie noch in die ländlichen Bereiche hineingetragen wird von Zustellern, die im Mindestlohn sind, von einer Bundesregierung, die irgendwie findet, das können die Verlage schon alles noch selber leisten und müssen sie auch selber leisten, wenn auch in fast ganz Europa der Staat dafür mitsorgt, dass die Produkte bei den Menschen ankommen. Wir finden die Menschen nicht mehr, die wirklich diese Art von Job machen, also die auch verlässlich sagen, sitze ich um 3 im Auto und fahre durchs Land und liefere dann die Zeitung aus. Wenn auch wir akquirieren, also diese Art von Personal wirklich aus Bereichen akquirieren, die sonst nirgendwo, würde ich mal sagen, in Deutschland irgendwie einen Job finden. Also auch aus Gefängnissen Menschen, die resozialisiert werden, die haben natürlich hier die Möglichkeit, nach ihrer abgesessenen Strafe irgendwie zurück in die Realität zu kommen.
Also das heißt irgendwie, der Vertrieb ist ja neben Inhalten ganz entscheidend für den Erfolg von Medien, egal ob digital oder offline. Aber bei Zeitschriften ist es deutlich einfacher, weil die werden dann zu den Bahnhöfen und Kiosken und Supermärkten gebracht oder mit der Post verschickt. Aber die Zeitungen, die müssen ja morgens dann zugestellt werden und das ist sozusagen eine der ganz großen Problem des Geschäftsmodells, dass das schon einfach so viel Geld kostet, da das rauszufahren, und man findet am Ende jetzt in Teilen dann nur noch Leute aus dem Gefängnis, die das dann machen.
Ich will jetzt nicht sagen, dass alle, aber mir ist nur wichtig, dass die Menschen, die also aus Gründen es wahnsinnig schwer haben, überhaupt einen Job zu finden, die aber arbeiten wollen und auch arbeiten sollen, das ist genau unser— also genau da wollen wir auch unterstützen, bewusst, weil diese Art von Tätigkeit nachts Zeitungen zuzustellen, für einen Großteil in unserer Gesellschaft von Menschen, die Arbeit suchen, nicht mehr attraktiv ist.
Aber ist denn das dann jetzt nur noch ein Verteidigungskrieg, der irgendwann in den nächsten 2, 3, 5 Jahren ohnehin vorbei ist, weil das System nicht mehr aufrechtzuerhalten ist mit dem Vertrieb?
Also ja, es ist wirklich eine existenzielle Diskussion, die man da führen muss. Können wir uns diese Art der Zustellung noch leisten? Ich kann mal ein Beispiel nennen. Wir haben vor 3 Jahren eine Region in Thüringen, in Greiz. Da haben wir 300 Abonnenten und Abonnentinnen, also Printabonnenten, und da ist es tatsächlich quasi, es war unsere Proberegion, so gewesen, dass wir da mit viel Inventar, vielen Mitarbeitenden, Infobussen, die da auf den Marktplätzen standen, hingefahren sind, um den Leuten quasi persönlich den Vorschlag zu machen, wie wäre es mit einem Digitalabo? Dann bekommt man das obligatorische iPad dazu, eine Schulung, um um genau dieses Problem der Zustellung, die so nicht mehr darstellbar ist, zu lösen. Die traurige Nachricht ist, dass trotz des direkten Gesprächs 47% der Leute nicht bereit waren, auf ein digitales Abo umzuswitchen.
Welche Zeitung war das da?
Also die Thüringer Allgemeine, OTZ, Thüringer Allgemeine, Thüringer Landeszeitung, das sind unsere Titel in Thüringen. Und die gute Nachricht war aber, dass durch dieses persönliche Gespräch viele Menschen auch mal quasi direkt erklärt bekommen haben, warum diese Zustellung Punkt 6 Uhr muss sie im Briefkasten liegen. Und das ist für Menschen in Deutschland wirklich das Maß aller Dinge. Also es gibt viele Rentner, die zu Recht morgens erst mal zum Briefkasten rennen, um zu gucken, ist sie da oder ist sie nicht da? Weil die Erfahrung, sie ist nicht da, natürlich dazu führt: Ich bin hier Abonnent, ich zahle viel Geld dafür und werde nicht beliefert. Das hat natürlich schon, dann entsteht schon mal der erste Frust. Und diese Gespräche haben geholfen, auch um das kurz zu machen, dafür zu werben, können wir über eine späte, also wenn die Zeitung später und damit mit der Post käme, wäre das ein lösbarer Weg, um zum Beispiel das Printprodukt zu halten.
Und was sagen die Leute?
Es gibt, ich glaube, 15% haben gesagt, ja gut, dann bringen Sie es mir mit der Post oder kommt später, damit wir einfach in andere Strukturen der Zustellung kommen. Das Krasse ist aber, dass vielfach auch eine Antwort kam, ja, es ist quasi gar nicht mehr nötig, dass diese Zustellung unserer Titel erfolgt, weil sie informieren sich tatsächlich auch gratis und es gäbe wunderbare Alternativprodukte. Und das Krasse an dieser Befragung war, dass es viele Menschen gerade in Thüringen gibt, in diesen Regionen, wo Regionalmedien nicht mehr sichtbar oder nicht mehr zugestellt werden. Da entsteht eine Lücke, und diese Lücke führt Menschen dann dazu, dass sie sich anders informieren, und zwar in Form von den sogenannten Amtsblättern. Das ist das eine. Und dann gibt es, und das ist wirklich ein, das halte ich für eine echte Gefahr. Es gibt diese sogenannten Slime-Pink-Publikationen. Das sind journalistische Publikationen, die sehen so ein bisschen aus wie früher das Anzeigenblatt, trägt dann auch noch so einen Titel, der irgendwie erinnert an eine Zeitung. Da wird auch gerne dann mal ein Titel wieder aufgenommen, der von einer Zeitung, die es früher mal gab. Und da ist Werbung enthalten, regional, überregional, und eben auch ein Nachrichtenteil. Und wenn man sich das wirklich mal genauer anschaut, und das haben Kulturwissenschaftler, Medienwissenschaftler getan, dann ist sehr schnell erkennbar, dass da eine klare ideologische Haltung dahinter steht. Das ist häufig, eigentlich in allen Fällen, die AfD, die sich quasi mit einer Quasi-Zeitung Zeitung quasi, mit einer Quasi-Zeitung, die so tut, als ob das jetzt ein regionales Medium wäre, und die eben keinen Hinweis darauf gibt, dass der Herausgeber oder vor allen Dingen die, die redaktionell Verantwortlichen in Wirklichkeit parallel, und das ist ja dann auch überprüfbar, Positionen in der Partei haben.
Und das könnte ja eine andere Partei auch machen. Also ich meine, das ist ja eine—
und warum machen es andere Parteien nicht? Weil es ehrlicherweise ein, ein Ja, ich würde schon sagen, ein Betrügen dessen ist, was wie eine Zeitung aussieht, aber inhaltlich wirklich eine klare politische Haltung hat. Und das musst du schlicht und einfach kennzeichnen. Und ja, das könnten andere Parteien auch machen, aber mir ist es, oder es fällt tatsächlich auf, dass die AfD sich hier, und das muss man schon sagen, wahnsinnig klug für einen Kommunikationsexperten.
Sag mal, wenn die das hinbekommen, was jetzt Profiverlage nicht so hinbekommen. Ich meine, ich verstehe schon, dass man sich da eine Kennzeichnung wünscht, würde ich mir auch wünschen. Aber jetzt unabhängig davon ist da ja scheinbar ein Geschäftsmodell entstanden, das funktioniert.
Man muss ja genauso sagen, auch die ganze Social-Media-Strategie der AfD hat einfach eine wahnsinnig kluge Strategie dahinter, eine Effizienz und auch irgendwie ein viel besseres Verstehen von, wie produzieren wir eigentlich Inhalte. Und deswegen, ich möchte jetzt nicht zu lange über die AfD sprechen, aber das sind genau die Dinge, wo wir ehrlicherweise, wir Medienhäuser, aber auch in dem Falle genau dann der richtige Punkt, auch andere Parteien den Hintern hochkriegen sollten, um hier entsprechend gegenzuhalten.
Okay, aber das heißt, da siehst du sozusagen ein Thema, was andere besser können, wo aber Regionalmedien bei euch auch sich schwer tun. Wir sprachen ja gerade über Publikumszeitschriften. Da ist es noch viel angenehmer für euch, auch lukrativ. Da ist auch kein Wettbewerb von Parteien oder so, sondern ganz im Gegenteil. Ihr habt ja sogar noch vor kurzem zugekauft. Also eine Brigitte hast du schon erwähnt, eine Gala habt ihr von Ronald Jarl übernommen. Ihr habt glaube ich sogar noch mal dafür oder mehr oder weniger auch dafür 100 Millionen an Schulden aufgenommen. Also habe ich zumindest so interpretiert, dass das damit zu tun hat, um das alles machen zu können. Können.
Also kleine Richtigstellung an der Stelle: Ja, wir haben im vergangenen Jahr tatsächlich viel eingekauft. Chefkoch ist noch zu erwähnen und Ende vergangenen Jahres wetter.com, weil genau dafür wir, finde ich, in den letzten Jahren gut beraten waren, erstmal unsere internen Strukturhausaufgaben zu bereinigen. Stichwort Ausschüttung. Dann haben wir sicherlich auch im Bereich der interessanten Akquisitionen auch im Bereich der Regionalmedien uns zurückgehalten, weil es tatsächlich— also meine Überzeugung ist, man sollte sich nicht da noch einen Stein ans Bein binden, an das Bein, auf dem man eh schon ein bisschen humpelt. Aber im Magazinbereich haben wir deswegen natürlich uns jetzt breiter aufgestellt, weil auch hier die Expertise, die wir von den Gruner-Titeln im Digitalen übernommen haben, also Menschen, die da wirklich wahnsinnig viel Innovationen. Die Gala ist eine tolle Marke, die im Digitalen funktioniert, und das gilt, das haben wir uns schon sehr genau angeschaut, das gilt für alle diese Titel. Und den Schuldschein, den du ansprichst von 100 Millionen, den haben wir tatsächlich auch dafür bekommen, dass wir wahrscheinlich in den vergangenen Jahren, was die Verbindlichkeiten und die Zusammenarbeit mit unserem Bankenkonsortium angeht, schon geliefert haben und dem quasi auch entsprochen haben, was Banken sich von uns wünschen. Und da hilft natürlich das Thema, dass nicht mehr ausgeschüttet wird und die Kraft, die wirtschaftliche Kraft, die Liquidität im Unternehmen bleibt. Allerdings muss auch noch ergänzt werden, dass für diesen Grüner Deal es fast parallel einen Verkauf gab, indem wir unser sogenanntes Yellow Portfolio veräußert Und insofern—
also die ganz viele, so die Aktuelle und solche Zeitschriften. Warum habt ihr das verkauft?
Da bin ich tatsächlich davon überzeugt, dass diese Zielgruppe von Lesern, Leserinnen ein bisschen anders positioniert ist als zum Beispiel bei den Programmzeitschriften. Also die Yellows, die Klatschblätter, das ist eine Zielgruppe von deutlich älteren Menschen, die wir nicht irgendwie mit digitalen Produkten versorgen können, sondern die Aktuelle liest du beim Friseur oder im Wartezimmer. Verlegerisch hatte ich zunehmend Probleme, gleichwohl wir mit diesen Titeln wirklich wunderbar Geld verdient haben und auch die Redaktionen mit bestem Anspruch an Beitragen zum Gesamtwachstum, Wachsen des Konzerns wirklich einen super Job gemacht haben. Aber in Zeiten von Desinformation, Fake und vor allen Dingen auch KI gerätst du dann als Verlegerin schon zunehmend auch in so einen inneren Konflikt. Ich kann schwer auf der Bühne dafür werben, dass wir uns wirklich darauf fokussieren müssen, den verlässlichen Journalismus, unterhaltend und informierend, aber eben den wahren Journalismus den Menschen zu verkaufen. Wenn wir auf der anderen Seite mit diesem Segment natürlich das Mutmaßen über dieses Spekulieren von bis hin zu massiven und auch in dem Falle immer erfolgreichen Klagen von Medienanwälten Es waren dann so Titel, wo dann nach dem Motto Michael Schumacher noch am Leben oder er spricht wieder.
Er spricht wieder.
Das habt ihr auch jahrelang gemacht und da hast du dann irgendwann gesagt, das passt nicht mehr zu uns.
Ja, weil ich glaube, wir auch da erkennen mussten, diese Schlacht am Edeka-Regal, welcher dieser Titel, die sind ja unter den Verlagen kopiert, dann jeder vom anderen. Also was bei uns gut funktioniert, heißt dann bei Bauer fast so ähnlich und die Titel sind ähnlich. Also da wird ja bewusst wahnsinnig viel Aufwand betrieben, damit Verwirrung der Kundin maximal gesteigert wird. So, und das führt, um diese Schlacht dann im Regal zu gewinnen, brauchst du natürlich, und das verstehe ich auch, unter welchem Druck da Chefredakteure, Chefredakteurinnen stehen, brauchst du natürlich die maximal triggernde Überschrift. Und das ging in unserem Falle, du hast es angesprochen, bis hin zu einer Überschrift: Er spricht wieder, Michael Schumacher. Und irgendwo im im Heft war dann sehr klein der Hinweis KI-generiert. Also, es sollte ein Versuch sein, wie die KI mit Michael Schumacher ein Interview führt. Und spätestens da war klar, wir kommen hier auch intern in eine Diskussion von: Wie gehen wir auch mit KI um? Und wenn da nicht klare Werte, Richtlinien irgendwo gegeben sind, was ist zulässig, was ist nicht? Also, kannst du dir vorstellen, dass Frau Schumacher keine 24 Stunden brauchte, um darauf zu reagieren. Und ab da habe ich gesagt, ich möchte auch aus meinem, unserem Verständnis, was den Schutz von Persönlichkeitsrechten angeht, sagen: Stopp! Auch verstanden, aber wir müssen uns strategisch hier Gedanken machen.
Aber trotzdem noch Millionenerlöse, also Gewinne erzielt?
Also ja, dieses Segment ist nach wie vor wahnsinnig erfolgreich. Ich, wie gesagt, habe da verlegerische Themen. Für uns war das dann irgendwann der Punkt, dass wir uns entschieden haben, haben. Also lieber Gala, Brigitte und Chefkoch als die Yellows. Und so konnte man das schön miteinander verbinden.
Aber okay, und dann trotzdem 100 Millionen aufzunehmen. Ich meine, der Verlag hat ja schon ein größeres Schuldenpaket aufgenommen vor einigen Jahren, um Zeitschriften oder auch Zeitungen von Springer zu übernehmen, Hamburger Abendblatt und Ähnliches. Ich stelle mir jetzt vor, ihr habt ein Unternehmen einer Milliarde Umsatz und jetzt schon starken Bereichen, aber auch Bereichen, die schwächeln, und dann hat man da jetzt mehrere 100 Millionen Schulden. Schläft man trotzdem ruhig?
Also klar schläft man ruhig, weil das ist mein Auftrag. Also Schulden, mein Großvater hätte im ganzen Leben keine Schulden gemacht, weil sich das einfach nicht gehört, und heute wärest du wahrscheinlich oder wäre ich nicht die richtige Verlegerin, wenn wir nicht genau mit diesen Mitteln, die man sich leiht, Zukunft gestalten. Aber ganz klar ist, Schulden macht man, um sie zurückzubezahlen. Der Springer-Deal, da kann ich dich beruhigen, der ist dann finanziert, also abgestottert.
Wie viel, sagen wir mal jetzt, wo ihr nichts entnehmt und so, was ist denn für eine Größenordnung bei einer Milliarde jetzt in diesem medialen Mischkonzern? Was bleibt denn da in der Größenordnung übrig? Also früher war das so, ich habe das ja bei Merkur erlebt, da war so Medien 20% Rendite war eigentlich Pflicht so ungefähr. Das heißt, das wären dann 200 Millionen im Jahr. Sind es die noch? Wahrscheinlich nicht mehr, oder?
Doch. Also wir bewegen uns schon in genau diesen Dimensionen, weil wir vieles, glaube ich, auch in den vergangenen Jahren richtig gemacht haben, was Maßnahmen, Restrukturierungsmaßnahmen außerhalb der Redaktion anging, um gerade vielleicht auch dafür zu sorgen, dass Strukturen, die so nicht gesund sind, verschlankt werden, effizienter sind. Also, du kannst heutzutage auch ein großes Medienunternehmen unternehmerisch schon wesentlich effizienter, schneller und auch besser führen. Im Controllingbereich zum Beispiel setzen wir wahnsinnig viel KI ein und da gibt es jährlich Kosteneffekte, die genau dazu führen, dass das, was aus den Produkten kommt, plus das, was wir uns nicht mehr leisten müssen, dazu führt, dass wir ein sehr gutes, gesundes Konzernergebnis haben.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B- Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen, testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes, und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Aber was ist denn das Zielbild? Also jetzt sagst du Regionalmedien, das ist eine Abwehrschlacht, die noch ein paar Jahre laufen kann. Das mit den Zeitschriften, das ist jetzt aktuell schon deutlich profitabler, habe ich jetzt so rausgehört, und die werden da viel beitragen zu eurem Ergebnis. Aber ich habe trotzdem das Gefühl, naja, man kann jetzt nicht eine Firma darauf bauen, dass in 10 Jahren noch Programmzeitschriften im Maße gekauft werden. Du hast mir vor 3 Jahren gesagt, ihr strebt so 500.000 Online-Abonnenten an. Ist das ein Ziel oder was ist sozusagen ein Zielbild?
Also das Zielbild ist, glaube ich, ganz klar, so viele Menschen auf so vielen Kanälen wie möglich mit verlässlichen Informationen zu erreichen. Das hört sich jetzt sehr pathetisch an, aber Aber ich habe einfach— ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das, was wir machen, möglicherweise in den kommenden Jahren andere Ergebnisse zur Folge haben wird. Aber ich glaube zum Beispiel, dass auch Printzeitungen, Hamburger Abendblatt, Berliner Morgenpost, die WAZ, die wird es immer geben. Wir werden uns nur auch in der Ausrichtung dessen, was wir an Renditen und auch an Auflagenentwicklung in den einzelnen Segmenten erwarten werden, wir uns anders positionieren. Was ja nicht heißt, dass wir deswegen die Zeitung einstellen müssen, weil die Berliner Morgenpost vielleicht in 10 Jahren eine Printauflage hat, die sich so nicht mehr rentiert. Die Idee dahinter ist ja tatsächlich, die digitalen Abonnenten und das, was wir über so viel mehr Kanäle nutzen, um Abos zu generieren, also Podcasts, Veranstaltungen, klar auch im Lokalen sich wieder um das zu kümmern, was eigentlich immer unser Auftrag war, dahin zu gehen, wo die Leute ehrlicherweise sagen, jetzt ist sogar noch die Zeitung weg. Mein ganzes Dorf stirbt aus, der Einzelhandel, überall ist Leerstand und die Zeitung hat sich auch verabschiedet. Und ich glaube, genau das ist die Riesenchance, die viele gerade Regionalmedienhäuser so nicht sehen, dass wir eigentlich jetzt umdrehen müssen, zurückgehen, wieder dahin, wo wir herkommen, und von Grund auf unseren Job da wieder so machen müssen, wie Lokaljournalismus wahrscheinlich von meinem Opa damals Aber es wird dann natürlich nicht mehr so profitabel sein und da wird man nicht dann diese Art von Geld mit verdienen können. Ja, aber das mit dem Geldverdienen, und da schließt sich so ein bisschen der Kreis, ich führe dieses Unternehmen einfach, um Marken zu erhalten, um Medienvielfalt zu erhalten, um wirtschaftlich deswegen unternehmerisch zu sein, damit wir uns diesen Journalismus leisten können.
Aber sag mal, jetzt hast du ja, du empfindest auch, dass du ein Päckchen zu tragen hast. Und wenn man dich so trifft, wir kennen uns ja seit vielen Jahren, Jahren. Man merkt auch, dass das, das sagst du nicht nur so, sondern du strahlst auch aus, dass da ist eine Last oder auch eine Verantwortung, und die du da, mit der du dich beschäftigst. Willst denn du das dann auch an deine Kinder so übergeben? Also tut man den Kindern damit am Ende einen Gefallen? Also wollen die das überhaupt, oder verpflichtet man die dazu? Oder wie ist das? Ja, am Ende, ja, sagst du selber, du leidest.
Das will man ja für seine Kinder eigentlich Hast du den Eindruck, dass ich leide? Also hast du den Eindruck, dass hier Last— also ich versuche ehrlicherweise genau dem— nicht weil ich mir das nicht anmerken lassen möchte, aber also unternehmerisch ist es eine Last, klar, weil das Produkt, was ich zu verkaufen habe, das reißen die mir jetzt nicht so aus den Händen. Aber die Chance, etwas besser zu machen, neu zu denken, anders auch zu zu inszenieren über diese wahnsinnige Markenvielfalt. Also dieses Portfolio von Funkel, da bin ich schon wahnsinnig stolz drauf, weil man so viel mehr auch inhaltlich an Synergien nutzen kann, was wir noch gar nicht richtig machen. Also es gibt einen Newsletter vom Eat Club, das ist ein Teil unseres Food-Segments, in den regionalen Medien. Das ist das Einzige. Wir könnten so viel mehr natürliche Inhaltlichkeit in Regionalabos bringen im Digitalen, weil wir da Bewegtbild haben, weil du übers E-Paper so viel mehr machen kannst. Ehrlicherweise würde ich mir wünschen, dass du sagst, dass ich eine der wenigen Verlegerinnen bin, die noch sagen: Lass mal machen. Also lass einfach jetzt nicht ewig darüber diskutieren.
Also keine Angst, das deinen Kindern auch da reinzunehmen? Die wollen auch kommen. Das wird demnächst irgendwann passieren.
Also ich habe einfach das Gefühl, dass wir eine Riesenchance gerade haben, uns quasi neu zu erfinden. Die Verlässlichkeit und die Wertschätzung des Journalismus Journalismus durch unser eigenes Zutun. Das finde ich übrigens auch mal eine wichtige Message. Also das ganze Thema Selbst— nicht Verwirklichung, sondern selbstbestimmtes Ins-Tun-Kommen. Das gerade braucht dieser Journalismus in Deutschland. Auch dieses Vermitteln von, warum das wichtig ist, Nachrichten zu konsumieren, warum jeder von uns sich echt die Mühe— Demokratie ist total anstrengend und Zeitungslesen war und ist jetzt auch nicht jeden Tag nur unterhaltsam und irgendein Skandal oder irgendeine nackte Brust, sondern Nachrichtenkonsum ist das, finde ich, was jeder mündige, demokratisch denkende Mensch sich jeden Tag auf mehreren Kanälen, eben nicht nur die eine Quelle, zumuten sollte. Das haben wir irgendwo eingestellt. Und wenn ich so auf meine— also auch dieses, sich entsprechend die Mühe zu machen, informiert zu bleiben, weil es so viel mehr Kanäle gibt, dann kommt immer die Antwort: Ja, aber da fehlt mir jetzt die Einordnung, was es echt, wenn du doch grundsätzlich weißt, dass du auf Social Media, dass da niemand in der Verantwortung hinten drin im Technikraum sitzt und drauf schaut, dass da Dinge, die einfach Fake, Hasspropaganda, Desinformation bis hin zu Wahlmanipulation. Wenn wir wissen, Social Media ist dieser Kanal, dann müsste ich ja jetzt mindestens schon mal den Anspruch an mich selber haben, okay, dann brauche ich aber 1, 2, 3 Quellen, auf auf die ich vertraue, über die ich mich informiere. Auch übrigens dieses—
es kann ja eine ganz langfristige Wette sein, dass du sagst, okay, also ich höre das jetzt so ein bisschen vielleicht sogar raus, oder vielleicht bilde ich es mir auch nur ein, dass du sagst, na ja, ich glaube halt langfristig nicht an Social Media aufgrund der Struktur, wie das da gerade so ist, und da wird es irgendwann eine Renaissance geben für, sagen wir mal, Absendermarken, wie ihr sie habt. Bei Springer ist es ja auch so ein bisschen so, die kaufen jetzt gerade den Telegraph in London, also eine große Zeitung. Also die Verantwortlichen dort scheinen ja auch sozusagen langfristig von Medienmarken überzeugt zu sein. Das muss man nicht teilen, aber es ist ja zumindest eine Vision, die man haben kann.
Ich habe diese Vision absolut, dass wir gut beraten sind, uns auf die Verbesserung unserer Produkte zu konzentrieren, und zwar auf allen Kanälen. Also Steve Bannon hat in der ersten Amtszeit von Trump schon die Parole ausgerufen: Flood the zone with shit. Und da ist Social Media natürlich, wie wir alle wissen, für gemacht. Und darum diese ganze Diskussion, warum diese Plattformen nicht reguliert werden in Deutschland, weil man dann Sorge hat, dass wir damit quasi dann gleich die Autozollkeule zurückbekommen. Am Ende geht Also am Ende wird es immer darum gehen, wie viel Platz lassen wir Medien in einer einzigartigen Medienlandschaft in Deutschland diesen Kanälen. Meine Überzeugung ist, wir müssen genau natürlich auch auf diesen Kanälen stattfinden und das, was eben nicht Shit ist, sondern Qualitäts- oder mindestens ein echter, ein verlässlicher Post, möglicherweise auch Initiativen wie jungen Leuten. Wir machen viel eben auch zum Thema Medienkompetenz. 75% der Menschen, und wahrscheinlich sind es schon nicht mehr 75% in Deutschland, wünschen sich diese freiheitliche demokratische Gesellschaft. Und wenn wir das erhalten wollen, dann muss jeder irgendwie auch in der Mitte mitmachen, damit wir den Laden nicht den linken und rechten Rändern überlassen. Und es fängt damit an, dass man auch in seinem eigenen Social-Media-Konsum mal überlegen sollte, dieses passiv sich das alles so durchlaufen lassen, ist das eine. Aber dem etwas entgegenzusetzen und zu sagen, weiß ich nicht, eine Idee wie, wir machen viele auch Projekte in Schulen, junge Leute mal zu motivieren und zu sagen, lass mal wirklich so eine Kampagne machen, Fake News aufzudecken. Also jeder von uns und erst recht unsere Kinder werden damit konfrontiert, erkennen vieles, was nicht echt ist und was falsch ist. Skandale, die so nie passiert sind. Fußballspiel, 3. Liga irgendwo im Sauerland, wo jemand einen ausländischen Fußballspieler zusammengeschlagen haben soll. Passiert so gar nicht, stimmt gar nicht. Und da brauche ich die Gegenbewegung von Leuten, die sagen, Journalismus ist das eine. Der Reporter berichtet, ist hoffentlich dann auch wieder genau dann vor Ort und macht es nicht irgendwo aus einer zentralen Unit. Aber dieses Selbstwirksame mitzugestalten und zu sagen, Ich möchte mal meinen Teil dazu beitragen, dass echte Informationen auch auf Social Media eine Relevanz haben.
Man kann sich das ja wünschen, aber gleichzeitig, sag mal, wenn jetzt ihr nicht diesen starken, stabilen Programmzeitschriften-Part hättet, dann wärst du wahrscheinlich auch schon viel mehr unter Druck und würdest dich wahrscheinlich fragen, können wir das durchhalten überhaupt, bis diese Renaissance eines Tages vielleicht kommt? Also ich meine, das Es ist ja schon auch sehr, sehr mutig, an so Visionen dranzubleiben und auch jetzt im Zeitalter von KI, wo wahrscheinlich auch eher Traffic einbricht und wo ja eigentlich wenig dafür spricht, so dass deine Vision jetzt in den nächsten Jahren eintritt.
Aber menschengemachter, echter Journalismus, und da bleibe ich einfach dabei, das ist der Unterschied. Also sich das zu leisten und ja, ohne einen sehr gesunden Magazinbereich, ohne Digitalakquisitionen, die natürlich auch in Zukunft einen immer größer werdenden Beitrag zum Konzernergebnis liefern werden, wäre das schwieriger. Und es gibt viele Verlage, die haben eben eine Zeitung, und dann hast du es schon richtig beschrieben, da muss man Synergien finden, da muss man auch über Kooperationen im Überregionalen nachdenken. Also, es gibt schon technisch viele Dinge, die völlig außerhalb der Redaktion weil nicht emotional und eben auch nicht die redaktionelle Freiheit betreffen, möglich sind. Und trotzdem habe ich in Deutschland das Gefühl, also wenn wir es jetzt nicht hinkriegen, uns mal committed auf den Plan Medienvielfalt erhalten konzentrieren und dann auch mal loslegen, in 5 Jahren wird es zu spät sein.
Auch wegen KI. Du hast jetzt ja vor kurzem einen großen Gastbeitrag geschrieben beim Focus, glaube ich, und dich da über KI am Ende, sagen wir mal, beschwert.
Ja, mir geht es um die Tatsache, dass wir natürlich hier mit in so einem Markt uns tummeln mit KI-Anbietern, den Tech-Konzernen, öffentlich-rechtlich, also wenn ich jetzt vom Markt der Werbefinanzierung spreche, öffentlich-rechtlich mittlerweile mit 10 Milliarden Gebühren finanziert und dann kommen wir und müssen im Grunde genommen uns alles irgendwie verdienen, um diese Produkte weiterhin am Leben zu erhalten. Und da erwarte ich natürlich von unserer Bundesregierung, dass wir hier mal bitte über eine Besteuerung— also alleine auch, nimm mal das Thema, nimm das ganze Thema der Besteuerung. Wir alle zahlen hier in Deutschland Hunderte von Millionen an Sozialabgaben etc. Alles, was wir kreieren, was wir herstellen, was dem Urheberrecht unterliegt, wird einfach Und die einzige Antwort, warum Regulierung so wahnsinnig schwierig ist, ja nicht, dass Donald Trump dann die Autozölle hochfährt, wo ja sogar, das ist jetzt ein paar Wochen her, aber ich hatte eine Diskussion dazu mit Wolfram Weimar, der das dann immer ankündigt, es sei jetzt auch alles schon im Koalitionsvertrag.
Also eine Regulierung der Medienplattformen oder der Tech-Plattformen sei eben—
Genau, eine Digitalabgabe, die einfach den Inhaltekreateuren, also uns zugutekommt, aber auch eine faire faire Besteuerung. Wenn man als Plattform hier in Deutschland unfassbare Werbeerlöse und Umsätze macht, dann finde ich das eigentlich logischerweise auch fair, dass da entsprechend dann auch Steuern gezahlt werden müssen und nicht irgendwo in Irland oder sonst wo.
Okay, aber du sagst irgendwie, am Ende ist es jetzt für euch KI netto-netto ein Problem oder eher eine Hilfe?
Es ist eine wahnsinnige Hilfe, was was das Sparing, das kreative Sparing in den Redaktionen angeht, so wie du und ich wahrscheinlich auch Chatbots nutzen, einfach um diese Denkprozesse zu optimieren. Im Redaktionellen ganz klar muss alles, was KI generiert, gekennzeichnet werden. Aber viel wichtiger: Die letzte Entscheidung liegt immer bei den Menschen. Und die Journalistinnen und Journalisten haben enorm viel Erleichterung, was das Ganze, was das Recherchieren, das das Anlegen von Themen angeht, die wirklich viel Zeit kosten. Du hast es selber ja gelernt und weißt, wie wahnsinnig mühsam oder wie viel Zeit am Ende das ganze Drumherum der Produktion in Anspruch nimmt, wenn das eigentliche Sprechen, Schreiben, Denken über, was den Inhalt angeht, quasi der 10%-Anteil sind. Und das kann man jetzt ändern. Man kann so vieles einfacher, schneller, und auch besser machen. Und da liegt im gleichen Moment auch die große Gefahr, sich nicht zu verlassen, dass die Quelle wirklich eine seriöse ist. Aber dafür ist der Mensch halt da.
Und machst du selber privat viel KI? Was nutzt du so?
Ich glaube, ganz klassisch ChatGPT. Ich hatte Silvester ein super Erlebnis, weil wir auf Juist in der Nordsee, kleine Insel, Silvester mit der ganzen Familie verbracht haben. Die Heizung, über 50 Jahre alt, kaputt, so ein alter Boiler. Und dann sitzt du da und denkst, Scheiße, wird jetzt einfach— kommt ja keiner, der das jetzt repariert. Und dann kommt meine Tochter, die sehr viel mit ChatGPT redet, so dass ich schon denke, das ist eigentlich auch wieder ein neues Thema, also diese Nähe von und Verlässlichkeit. Und ich frage mal eben ChatGPT. Ja, dann kam die mit ChatGPT in den Keller und dann hat sie ein Foto von diesem Boiler gemacht und 5 Sekunden später hat er so eine Liste, welcher Knopf jetzt resettet, inklusive Hinweis: Achtung, da nicht anfassen, ist heiß. Und der Boiler lief wieder. Und das sind so Erfahrungen, wenn das einmal funktioniert hat, also wenn Menschen wie ich, und ich kenne eine Verlegerin, die deutlich älter ist als ich, die sich ihre Präsentationen, Unterlagen, alles, was du so liest und bekommst und verstehen musst, in einen Podcast gibt, also erstellen lässt, daraus einen Podcast machen lässt, dann hast du natürlich einen unfassbaren Mehrwert, was a) das Verstehen, das komprimierte Verstehen, dann hast du einen anderen Kanal der Aufnahme, nämlich Ohr, nicht immer Lesen. Also ich glaube schon, dass wir in vielen Bereichen besser werden, was das Konsumieren und das irgendwie auch Verarbeiten großer, komplexer Themen geht. Plus, siehe Heizung-Thema, wo ich gar keinen, also gar keinen Plan hätte. Und dieser Mehrwert, wenn du das dann in der Sekunde verstehst, was KI kann, ist es ein Segen. Und zu wissen, dass er dir aber— ich habe eine Doku im ZDF gesehen, also wenn das deinen Partner ersetzt, weil sich Menschen ihrem Chatbot näher und auch sich dort besser verstanden fühlen, dann zeigt das die große Diskrepanz zwischen Nutzen und Gefahr.
Aber das heißt, deine Tochter, die du gerade noch mal erwähnt hast, das heißt, das ist dann schon auch vielleicht jemand, der dann die Firma eines Tages machen könnte?
Also ich habe 3 wundervolle Töchter und alle 3 sind jetzt im Studium und ich glaube, dass jede für sich entschieden hat, dass dieses Unternehmen, was wir nun mal besitzen als Familie, was anderes ist als eine Schraubenfabrik. Die sind sehr interessiert an dem, wie wir es machen, wie ich es vielleicht auch anders mache. Die kriegen natürlich genauso mit, wenn ich wenn ich da Diskussionen in der Branche initiiere und auch weiterführe, weil ich davon überzeugt bin, das können wir besser. Und gerade weil es Mädchen sind, glaube ich, dass sie diese meine verlegerische Mission mindestens verstanden haben, bis hin zu ein Stück weit auch in sich aufgenommen haben. Und wenn dem so wäre, dass sie sich, oder eine von ihnen oder alle drei, wie auch immer, irgendwann dafür entscheiden, sich bei Funke mehr einzubringen, fände ich das wunderbar. Ich möchte aber, dass sie alle drei, und auch meine Schwester hat zwei Kinder, ein Unternehmen dann vorfinden, was aufgeräumt und vor allen Dingen auch umstrukturiert wurde. Wir haben den ganzen Konzern in einen Spartenkonzern transformiert, also dieses ganze Schiff so händelbar zu machen, dass du aus einer idealerweise, wenn gewünscht, Sicht von oben dich um das Unternehmen kümmerst. Es muss hoffentlich niemand mehr meinen Job machen. Also eine Verlegerin von Funke zu werden, würde ich meinen Kindern eher—
Aber was heißt dein Job Verlegerin von Funke? Ich dachte, das ist das, was sie wollen dann?
Ich glaube, es wird bei Funke nie wieder die diese Position geben müssen. Also ein Gesicht vor dem Vorhang, eine Verlegerin, und man steht da quasi in auch noch so einer alten— ich erlebe halt, dass viele Menschen mit dem Begriff der Verlegerin gleich so eine Kiste aufmachen, dass ich da irgendwie in so einem Puderkostümchen mit der Limousine vorgefahren komme. Und das bringt so viel Schwung da raus, wenn man erstmal immer in so einer, in in so einer Rolle verankert wird. Und ich kann mir vorstellen, dass unsere Kinder das später anders machen und es braucht nicht die Verlegerin, weil das ist so ein bisschen hierarchisch aus einer Zeit kommend.
Wie stark bist du im Alltagsgeschäft? Also würdest du sagen, du arbeitest 100%?
Ich bin nicht operativ tätig. Das muss ich mir auch selber immer wieder sagen. Also meine Rolle ist eine strategische, aber natürlich in Zeiten wie wie diesen und mit der bewegten Familiengeschichte, die wir haben, und weil ich so gemacht bin. Ich kann nicht zu Hause sitzen und alle 4 Wochen mal in den Verlag kommen. Ich bin schon 24/7 mit allem, was ich bin, bei meinem Unternehmen.
Folgendes Problem kennen sicherlich die meisten: Der Zug fällt spontan aus. Frust, verlorene Zeit und vor allem endlose Warteschleifen. Umso erfreulicher, dass unser Partner 11Labs da eine hervorragende Lösung bietet mit ihrer Agents-Plattform und den menschlich klingenden KI-Agenten haben sie Kundenservice komplett neu gedacht und ich durfte das mal testen.
Eleven von ElevenLabs hier, wie kann ich dir helfen?
Warum sollte ich mit dir sprechen, statt auf einen echten Menschen zu warten?
Weil ich kein stumpfer Bot bin. Ich bin ein autonomer Sprachagent, der komplexe Probleme löst und proaktiv handelt.
Was heißt proaktiv, zum Beispiel bei einem Zugausfall?
Also statt den Fahrgast ratlos stehen zu lassen, ruft mein System ihn persönlich an. Hey, dein Zug fällt leider aus. Ich habe dich auf die nächste Verbindung umgebucht und einen Sitzplatz reserviert. Dein Ticket ist bereits in der App aktualisiert.
Und klingt das nicht wieder nach Roboter, sobald es richtig kompliziert wird?
Nee, ganz im Gegenteil. Wir entwickeln die weltweit besten Stimmen, wir verstehen Emotionen und reagieren ohne Verzögerung in einem natürlichen Gespräch, bei dem du mich jederzeit unterbrechen kannst. Bei uns gibt es keine Warteschleife, wir lösen das lieber direkt.
Wenn du deinen Kundenservice auch von reaktiv auf proaktiv umstellen willst, teste Teste die ElevenLabs Agents einfach selbst. Kunden wie die Deutsche Telekom, Bertelsmann, Klarna oder Revolut vertrauen bereits auf ElevenLabs. Hol dir deine Demo auf elevenlabs.io/omr. Und ja, auch meine Stimme wurde mit ElevenLabs erstellt. Aber bist du jetzt angekommen, würdest du sagen, da bist du jetzt?
Also hast du jetzt sozusagen diese Branche jetzt durchdrungen, würdest du dir selber sagen? Branchenexpertin 10 von 10, also würdest du sagen, muss ich gar nicht sein, weil ich habe eine strategische Rolle? Also wie würdest du da jetzt, wo würdest du einsortieren?
Ich würde sagen, dass ich durch eine wahnsinnig harte, also wirklich durch den sogenannten Scheuersack gegangen bin seit 2018, dass ich Jahre damit verbracht habe, mich genau in diesem Punkt zu bewaffnen, also was mein eigenes Mental Setting angeht, mich in Themen hineinzubringen, in die ich so nicht gelangt wäre, wenn ich mir nicht selber vorgenommen hätte, ich muss es selber schaffen. Ich muss vor allen Dingen, um diesen Laden, also meinen, zu verstehen, muss ich im Keller anfangen, muss ich in jeder Ecke gewesen sein, muss ich alles, weil ich eine wahnsinnige Bandbreite von irgendwie Fragen der Zustellung von Printzeitungen in Thüringen bis hin zu Vermarktungsfragen im Digitalbereich von Chefkoch wie— Aber die schlimmste Erfahrung an der Stelle ist, dass wenn du niemanden hast, den du verlässlich fragen kannst, und ehrlicherweise ist das ja die Parallelität zu dem, was wir verkaufen. Wir verkaufen verlässliche Informationen, denen du vertraust, und wenn du deiner Marke vertraust, dann fühlst du dich damit gut begleitet und dann kannst du irgendwie idealerweise mitreden. Und ich konnte das genau im Kern nicht. Ich konnte weder mitreden, ich hatte weder Vertrauen. Ich habe das Gefühl gehabt, an allen Ecken und Enden versucht die Mehrzahl der Menschen, immer meine Familie ausgenommen, der Rest versucht, dieses Unternehmen zu übernehmen, bis hin, dieses Unternehmen ausbluten zu lassen.
Für die eigenen Zwecke zu nutzen.
Und ich glaube, was mich massiv— weil du hast mich eingangs gefragt, ob ich noch gut schlafe— ich habe wahrscheinlich dann jahrelang gar nicht mehr geschlafen, weil ich gemerkt habe, ich bin jetzt hier in der Position, da kann ich auch nicht sagen, gib mir noch mal ein halbes Jahr, ich komme wieder. Meine Mutter, wie gesagt, hat ihr Amt an mich übertragen, weil unser Stiefvater an Demenz erkrankt war. Und dann hast du einfach diese Familienverantwortung von emotionaler Verantwortung. Meine Mutter hat gesagt, es ist jetzt Zeit, nicht erst in 5 Jahren. Das ist eine Entwicklung, die war dann auf einmal da. Aber zu verstehen, du stehst da vorne und alle schauen dich an, oder anderes Bild, jemand schmeißt dich quasi ins Wasser und alle gucken, diese gesamte Branche guckt so ein bisschen, wie macht sie es denn? Da kommt keiner und sagt, kann ich dir helfen? Und wenn du dann nicht verlässliche Menschen, Partner— ich hatte nie einen Berater, ich hatte nie Juristen. Ich habe mein Gremium, meine Geschwister, einen tollen Anwalt, Dr. Urban, der meine Familie seit Jahren begleitet, aber das war's. Und dann musst du wirklich— das war meine Entscheidung—
Du hast ja auch eine Menge spektakulärer Leute getroffen. Also ich meine, entlang des Weges ist jetzt zum Beispiel— habt ihr auch eine Beteiligung in Österreich an der Krone. Da saß auf einmal René Benko mit am Tisch.
Ja, und wie gesagt, wenn du einmal für dich klargemacht hast, wie sieht meine Rüstung aus und die zimmer ich mir ganz alleine, was ist meine Art, mit Dingen und Menschen umzugehen, dann würde ich heute sagen, ich persönlich fühle mich bei einer 10 von 10, auch was René ist jetzt vielleicht ein Sonderfall, aber was so die Branchenthemen angeht, weil ich mich immer wieder einbringen wollte in Themen. Wir können Matthias Döpfner, BDZV-Präsidentschaft, es gibt so viele Themen, Julian Reichelt, wo ich das Gefühl hatte, ich spreche für tausende Mitarbeitende und Mitarbeiter von Funke und wir können jetzt ernsthaft nicht nichts sagen. Wir müssen doch jetzt mal irgendwie hier in einen Austausch und auch in so eine nachvollziehbare Debatte geraten. Und damals wie heute hatte ich immer das Gefühl, wenn es von mir kommt. Mein Stiefvater hatte an seiner Tür zum Arbeitszimmer so einen kleinen Ausschnitt, der ist vor 3 Jahren verstorben, da stand, das war so eine chinesische oder japanische Kampfsportweisheit: Erst lachen sie über dich, dann beschimpfen sie dich und dann hast du gewonnen. Ich bin sicherlich immer noch in dem Beschimpfen-Modus, bin aber, finde ich, in manchen Teilen auch schon echt einen Schritt weitergekommen, weil mein Anspruch war immer: Für Menschen, die bei Funke arbeiten, die das genau verkaufen sollen, Verlässlichkeit, Vertrauen, Information, dann muss das von innen heraus gelebt werden. Und wenn ich selber gespürt habe, wem ich alles und vielleicht auch mir selber nicht ausreichend gut vertrauen kann, dann muss ich mich kümmern. Dann muss ich mich um mich selber kümmern, weil sonst bin ich die Falsche für Funke. Und das alles hat mich heute zu dem gemacht, was ich bin, dass ich sicher jeden Abend in den Spiegel schauen kann und sage, ich weiß genau, warum ich das mache. Ich weiß, dass ich morgen früh wieder um 6 losfitche und versuche für Funke. Und da geht's Gott sei Dank, und hat vielleicht auch was mit der Ausschüttungsthematik zu tun, es hat nichts, also es ist kein monetärer Gegenwert, den ich dann am Ende des Monats auf meinem Konto sehe.
Aber man muss sich trotzdem keine Sorgen machen.
Ihr habt irgendwie über die Jahre familiär schon was aufgebaut, das hängt jetzt nicht Naja, aber es ist halt, nein, wir hängen nicht an der Firma und zwar bewusst nicht.
Und du brauchst ja auch keine Sorgen machen.
Sonst wäre es ehrlicherweise ja auch für meine Familie, für meine Mädchen, also wenn ich jetzt quasi alles, was ich habe, in die Zeitung gebe. Ja, es gibt ein Familienvermögen, sagen wir das mal so, aber auch da bitte kein Kopfkino, was Dimensionen angeht, sondern hier geht es um eine Überzeugung, die ich habe, und es geht um eine Entwicklung, eine persönliche Entwicklung, die ich durchgemacht habe, von der ich sagen kann, weil ich es mir irgendwie alles selbst erkämpft habe, und es ist immer noch ein Kampf als Frau in dieser Branche. Du wirst da nicht gleich behandelt. Es geht immer darum, dass man erstmal denkt, oder ich werde in Runden eingeladen, wo es klar darum geht, mich so ein bisschen als die Dekokirsche dahinzusetzen, und wenn ich merke, und Soweit, Gott sei Dank, bin ich jetzt mit 54, fast 54 Jahren, das durchschaue ich sehr, sehr schnell. Und wer mich dann einlädt und denkt, jetzt haben wir doch Frau Becker hier extra noch am Start, dann kann ich nur sagen, sie kann halt auch sprechen. Und manchmal kommen da sehr interessante Diskussionen zustande, die so wichtig sind.
Wie war es denn mit dem René? Das will ich noch einmal kurz hören, weil das ist ja schon, den nehmen wir mal aus, also Familienvermögen hat er schon ernst genommen scheinbar. Der war ja auf Leute aus, die ausreichende Mittel hatten.
Wir haben nichts investiert in René Benko, wenn du die Sorge hast.
Aber ihr habt euch gut verstanden als Co-Gesellschafter?
Genau, er hat tatsächlich einen Teil unserer Kronenbeteiligung. Wir haben eine Beteiligung in Österreich an Krone und Kurier. Krone ist verkauft, Kurier ist dabei, und René hatte halt 49%, das ist ja auch öffentlich nachlesbar, unserer Beteiligung übernommen.
War das ein normales Koexistieren oder war er damals schon für dich ein ungewöhnlicher Typ?
Also es war vor allen Dingen, ich habe ihn ein paar Mal getroffen wegen dieser gemeinsamen Beteiligung in Österreich, sicherlich jemand, dem man so nicht jeden Tag begegnet. Trotzdem kannst du halt mit 49% auch nicht auf dem Fahrersitz sitzen und Und dann war das für ihn, glaube ich, schwierig.
Also du hast mal schon ein paar Ansagen dann so gemacht?
Na ja, wir müssen halt am Ende auch geschäftliche Entscheidungen treffen und Österreich ist wirklich ein ganz anderer Film als das, was ich hier in Deutschland zu tun habe. Und der Grund, warum das in Österreich, glaube ich, an so vielen Ecken und Enden auch Gott sei Dank nicht mehr funktioniert wie vor 30 Jahren, ist dieses Selbstverständnis von Medien und Politik. Manchmal auf Empfängen, was ich dann auch schnell wieder eingestellt habe, unterwegs war und mir denke, wie sich da alle Minister, Bundespräsident, alle, der Kanzler, alle sind so richtig dicke Buddies. Dann bin ich froh, dass wir das in Deutschland besser machen. Und vor allen Dingen auch noch mal für mich wichtig, klar zu verstehen, das, was uns immer vorgeworfen wird als die Mainstream- Medien dieses Selbstverständnis. Ich werde manchmal gefragt, ob wir morgens so ein Briefing aus dem Bundeskanzleramt bekommen, wie wir jetzt berichten sollen. Nein, genau so ist es nicht gemeint. Ich finde, wir sitzen einander gegenüber. In Österreich sitzen ja einfach alle auf einer Bank und haken sich unter und schunkeln noch in der Zeit, in der René sich das halt so ausdenkt.
Aber ihr habt da ab und zu Kontakt, so ein bisschen?
Ja, jetzt ist ja gerade schwierig mit Kontakt.
Also weil er im Gefängnis ist.
Genau.
Aber es gibt eine Basis, oder ihr habt euch gemocht so ein bisschen?
Ja, ich würde überhaupt nicht sagen, dass das ein unsympathischer Mensch ist. Und das wiederum hat er, glaube ich, maximal und professionell dazu genutzt, um Menschen mit deutlich größeren und lukrativeren Privatvermögen dazu zu bewegen, in ihn und seine seine Firma zu investieren.
Okay, aber das heißt, eines Tages trifft man sich immer wieder oder so?
Wann auch immer eines Tages ist, das hängt ja jetzt— also ich glaube, sein Leben hat sich einfach komplett, also nicht nur verändert. Ich würde mal sagen, wann auch immer das sein wird, dass er wieder in seine Familie zurückkehrt, wird es nie mehr so sein wie vorher. Und ehrlicherweise wissen wir alle, dass diese Art von Geschäften, die vielen Menschen, Tausenden von Menschen Arbeitsplätze gekostet haben, Existenzen ruiniert haben. Man kann so ein bisschen lachen über— oder auch das ist ja so ein bisschen die Magie an dieser Geschichte René Benko, dass so was in der heutigen Zeit immer noch möglich ist, dass also wahnsinnig große, mächtige Menschen ihm so auf den Leim gegangen sind. Und das hat sicherlich mit seiner Persönlichkeit zu tun. Aber ich bin gottfroh, dass ich mit ihm weder, also außer dieser Österreich-Beteiligung, keine Geschäfte gemacht habe.
Okay, okay. So, letzte Frage jetzt, sagen wir, wir haben ja über diese 500.000 Abonnenten gesprochen, die du haben wolltest bislang. Sind sie dann ungefähr da oder kommen sie noch?
Wir sind richtig gut unterwegs. Das ist immer eine Frage natürlich, welche Deadlines man sich so setzt. Ich glaube, vor 3 Jahren habe ich dann nicht 2026 sind wir so weit gesagt?
2027 hast du gesagt.
Genau, ja doch, das würde ich noch mal so unterstreichen.
Also 500.000 Abonnenten. Also Digitalabonnenten.
Man muss ja immer auch ein bisschen, also die einen rechnen ja quasi alles mit rein, was reinzurechnen ist. E-Paper, Digitalabo und so. Aber grundsätzlich bin ich einfach vielleicht auch eine der wenigen, und ich hoffe, das konnte ich dir heute ein bisschen auch erklären. Ich bin maximal zuversichtlich, was die Zukunft unserer Branche angeht, weil wir so viele Dinge nicht gut genug gemacht haben. Wir als regionales Medienhaus im Bereich der Tageszeitung, das Lokale jetzt aufzugeben im Sinne von, das lohnt sich da nicht mehr, irgendwo in Balve in der hinterletzten Ecke Sauerland mit einer großen Offensive im Lokalsport präsent zu sein. Das haben wir genau am letzten Wochenende, waren deutsche Meisterschaften im Reiten, aber vor allen Dingen auch im Parasport im Sauerland in diesem kleinen Dörfchen in Balbe. Und ich wollte einfach mal beweisen, dass wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen, der WDR, sich nach 30 Jahren aus dieser Veranstaltung aus Kostengründen zurückzieht, und da sind Menschen mit einer Behinderung, die hatten ihre Qualifikation für die Weltreiterspiele im August, und sowas zeigt das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht mehr mit der Begründung, das schauen nicht genug Leute an. Und ich denke ja, aber ihr müsst nicht damit Geld verdienen, was dann idealerweise übers Reichweite und so an Werbeerlösen kommt, sondern genau das ist euer Auftrag. Das sind Menschen, die wählen, die Gebühren zahlen, die ehrlicherweise genau das, was wir uns vornehmen unter dem Stichwort Diversität, jetzt dann auch mal idealerweise von uns geliefert bekommen sollen. Also habe ich mich selbst dafür entschieden zu sagen, dann lass mal ein regionales Medienhaus zeigen, was wir tatsächlich im Lokalen können, wenn wir das mit einer geballten, also auch vor allen Dingen mit so einer abgestimmten Strategie— Balve ist dann an diesem Wochenende mit dieser Sportart unser Thema und wir haben unfassbare Geschichten am Rande dieser Tage aufgenommen, die dann wieder mal beweisen, wie viel Lust auch Redakteure und Redakteurinnen haben, mal zu sagen—
Du hast den ganzen Verlag ausgerichtet auf: Jetzt gehen wir auf Pferdesport. Und zwar in Balve und auf Para-Pferdesport. Okay, ich meine, man muss dazu wissen, du hast einen Reithintergrund. Dein Mann ist der deutsche Reitsport-Bundestrainer. Genau, also auch Goldmedaillengewinner im Reiten. Also das heißt, du wohnst irgendwie in einer Reitblase und hast aber dann deinem Verlagskollegen gesagt, wir kümmern uns jetzt nur um Reiten.
Das stelle ich mir vor, da werden schon einige sein, die sagen, jetzt hat sie sie wieder nicht mehr alle.
Aber weißt du warum?
Jetzt dreht sie wieder ihre eigenen Träume hier durch.
Weil ich natürlich, und da hast du vollkommen recht, mein Vorteil war, dass ich diesen Sport und auch die Sportberichterstattung wirklich gut kenne. Und ich weiß, dass verlässlich an diesen Wochenenden, an diesen 3 Tagen im Sauerland über 30.000 Menschen aus dem ganzen Land, aber Schwerpunkt natürlich aus der Region, als Zuschauer zu diesem Turnier gehen. Und ich weiß, dass es immer noch eine große Zuschauerschaft gibt, die sich Reiten gerne angucken. Ich weiß, dass viele Diskussionen auch in den sozialen Netzwerken genau um diese Art von Sport stattfinden und auch da mal als seriöses, verlässliches Medium so einen Punkt zu setzen. Uns geht es vor allen Dingen auch um die Geschichten drumherum und der Parasport ist etwas natürlich.
Kann man das wirklich machen?
Kann man gegen das, was der, also vielleicht wollen es die Leute auch wirklich auch sehen und hören. Vielleicht ist das Interesse doch so groß, aber gefühlt ist es jetzt, wäre es jetzt überraschend, Und wenn das jetzt so ein großes Thema wäre, weil es das über die Jahrzehnte noch nie war, und dann richtet ihr da auf deinen Wunsch den Verlag hinaus.
Also es ist eben genau nicht der Anspruch gewesen, ich klinge mich jetzt in die redaktionelle Freiheit, die ich sehr ernst nehme, ein und sage, was ihr zu schreiben habt. Ich bin auch nicht diejenige, die sagt, schreibt die FDP hoch, sondern es ging um meinen Anspruch an Geschichten zu erzählen von Menschen, die tatsächlich diese Sichtbarkeit in unseren Medien überhaupt nicht mehr bekommen. Behindertensport ist etwas, und natürlich haben wir uns das vorher sehr genau angeschaut, wo Vorbehalte immer dann sind, das sind nur kleine Zielgruppen. Es ging um ein Experiment, um zu beweisen, dass die Relevanz von einer Lokalzeitung genau das ist, sich an den Rand zu stellen und sich anzuschauen und vor allen Dingen erklären zu lassen mit Menschen.
Woran hast du das Erfolg gemessen? Also woran misst du jetzt, ob das erfolgreich war?
An den Abrufzahlen. Natürlich der Artikel, die wir veröffentlicht haben, an dem viel mehr auch an Austausch— wir betreiben großen Aufwand auch, um unsere Kommentarspalten verlässlich zu managen. Also, da gucken natürlich Redakteure drauf, wie sind die Reaktionen. Und was wir einhellig erlebt haben, sind, wie froh und auch ehrlicherweise erleichtert viele Menschen sind, dass mal wieder in diesem Fall der Behindertensport eine Sichtbarkeit bekommen hat, dass Menschen selber, die diesen Sport betreiben, persönliche Schicksalsgeschichten erzählen können und nicht dieses über sie schreiben, sondern tatsächlich mit ihnen sprechen. Und noch mal an der Stelle: Ich lasse es so nicht stehen, dass die Verlegerin, die pferdeverrückt ist, sagt: Jetzt mal alle Mann ab nach Balve! Sondern mir geht es um ein Demonstrieren von was Lokaljournalismus in der Tiefe und ehrlicherweise auch in seinem Auftrag tun sollte. Nämlich da sein, wo die Menschen sind, und erst recht da sein, wo öffentlich-rechtliches Fernsehen beschließt. Und das ist ja schon der Anfang der Diskussion: Wer entscheidet eigentlich, dass Parasport nicht sehens- oder zeigenswert ist? Und warum ist das nicht genau für uns— also warum ist nicht die Frage, sondern das ist genau der Ansatz, wo wir verstehen müssen, die Menschen, die für unsere Produkte Geld bezahlen, die haben zu Recht die Erwartung, dass wir dann auch bitteschön vor Ort sind und uns kümmern.
Man kann nicht überall sein.
Aber da, wo sonst keiner mehr ist, und das fängt bei der Zustellung an und das hört mit Themen dieser Art auf, diesen Anspruch mindestens ernst zu nehmen, neu zu denken und möglich zu machen, das habe ich mir schon als Verlegerin auf die Fahne geschrieben. Und da hat es nichts damit zu tun, dass ich so meine persönlichen Themenchen da irgendwie platziert sehen möchte, sondern ich möchte den Menschen das Gefühl geben, die Zeitung, die Lokalzeitung ist da und kümmert sich und deckt Missstände auf und spricht mit denen, die wirklich etwas zu erzählen haben. Weil das Bundespolitische wissen wir alle, das kommt in unserem Fall aus Berlin, aus der Zentralredaktion. Aber genau da, wo man— und Lokalsport ist für mich, und dann bin ich auch fertig mit meiner Antwort, aber du merkst, das ist mir schon wichtig, einmal klarzurücken— Lokalsport ist ehrlicherweise das emotionalste und damit auch das bindendste Thema für für die Tageszeitung. Und das sichtbar zu machen, wenn Leute in der 3. Liga Handball, im Jugendsport, wo auch immer, immer noch dankbar dafür sind, dass die Zeitung das begleitet hat. Es geht tatsächlich dann auf einmal wieder um: Wir hatten ein Foto in der Zeitung. Viele Vereine machen das mittlerweile auf ihren eigenen Kanälen. Aber auch da: Unser Job ist, kritisch draufzuschauen, neutral zu überlegen, wie ist das Spiel gelaufen und eben nicht nur quasi als Ergebnisbringer zu sagen, eins zu eins, sondern die Geschichte dahinter, die manchmal so unerwartet überraschend dazu führen, dass Leute denken: Krass, dass ihr da so einen Punkt getroffen habt. Und das führt idealerweise zu Digitalabschlüssen, weil wir eine große Hausaufgabe zu erledigen haben, wenn es darum geht, den Menschen wieder vor Ort verlässlich die Begleitung, die Einordnung und am Ende auch die verlässliche Informationsquelle zu sein.
Also jetzt sehr, sehr auch ambitioniert. Das ist wahnsinnig cool zu sehen, dass du da auch so viel Aufgabe für dich siehst und auch annimmst oder auch interpretierst. Gleichzeitig ist natürlich auch ein echt schmaler Grat zwischen wirtschaftlicher Stabilität und Profitabilität, die ja nötig ist, und all den publizistischen Idealen und Zielen. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie das in den nächsten Jahren so sich weiterentwickelt. Ich freue mich, wenn wir vielleicht in 2, 3 Jahren mal wieder ein Update machen könnten, wo ihr dann steht, ob die 500.000 Abonnenten dann erreicht sind, ob es den Programmzeitschriften weiterhin so gut geht, was die regionalen Medien machen oder auch nicht mehr machen vielleicht bis dahin. Wir werden es sehen, wie groß dann die Berichterstattung aus Balve ist, beim Pferdesport, was dann bis dahin René Benko macht. Also in 3 Jahren hören wir uns hoffentlich wieder. Vielen Dank, Julia.
Ich danke dir.
Alles klar, ciao, ciao. So, wem es bis hierher gefallen hat, dem könnte vielleicht auch mein Gespräch mit einem anderen wichtigen Protagonisten der deutschen Medienbranche gefallen, und zwar mit dem ZEIT-Chefredakteur, dem Jochen Wegner. Der Jochen ist, was viele glaube ich gar nicht wissen, auch und zwar wirklich ausgewiesener AI-Experte. Wer das Gespräch hören möchte, einfach googeln: Jochen Wegner OMR Podcast. Oder ganz andere Richtung, wer mir beim Thema Reitsport hängen geblieben ist, ich habe da ein Gespräch gemacht Anfang des Jahres mit der mehrfachen Olympiasiegerin und dieser Reitikone Isabel Werth, war bei ihr auf dem Hof und habe mir das Millionen-Business Pferdesport erklären lassen. Also wer das hören möchte, einfach googeln: Isabel Werth OMR Podcast. In eigener Sache, und zwar werde ich doch seit Jahren wirklich häufig gefragt, ob mir für eine offene Stelle irgendwo jemand einfällt, und zwar als Arbeitnehmer, als Mitarbeiter an einem spannenden Projekt, in einem größeren Unternehmen, wie auch immer. Vom High-Profile-Job bis zum ganz normalen Profil ist alles dabei, und häufig ist mir wirklich schon mal jemand eingefallen, und ich habe Intros gemacht, Leute zusammengebracht. Dann kam häufig Monate später eine WhatsApp mit: Danke, heute ist mein erster Arbeitstag. Oder Danke, passt perfekt! Wie auch immer, meistens hatte ich schon längst vergessen, dass ich da zwei Seiten zusammengebracht hatte. Und genau das möchte ich jetzt etwas professioneller aufziehen. Deshalb haben wir nach einiger Zeit des Testens jetzt ein eigenes Produkt erschaffen innerhalb von OMR, und zwar OMR Executive Search. Haben dafür extra einen neuen Kollegen an Bord geholt, und zwar den Sebastian Herrgott. Also ja, wirklich Herrgott. Er ist seit ganz vielen Jahren in der Branche und bringt genau solche Leute aus der Branche zusammen und hilft mir dabei. Wer also jetzt hier zuhört und gerade jemanden sucht auf Leadership-Ebene oder auch einen drunter im Marketing, in Digital, in Sales, in KI, dann schreibt uns bitte an ahead@omr.com. A-H-E-A-D, ahead@omr.com. Das erste Gespräch mit Sebastian oder mit mir kostet gar nichts. Wir hören einfach zu, was oder wen ihr sucht, und dann wird der Sebastian oder auch ich für euch einen aktiv werden. Also meldet euch bitte, auf geht's!
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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