Unternehmer-Legende Reinhold Würth (#795)
23 Apr 2025 · 61 min
In this OMR podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Reinhold Würth, the 90‑year‑old founder of the Würth Group, for a second time. Würth reflects on his personal history, from a post‑war apprenticeship dictated by his father to building a global company that now employs 80,000 people. He discusses the evolution of the Würth business model – the centrality of sales, the rise of e‑commerce, automation, and AI in logistics and communication. Würth shares his views on succession, noting that his grandchildren are now involved in the firm, and explains his strategic use of liquidity to stock inventory during downturns. He offers perspectives on macro‑economic and geopolitical issues, expressing concern over Russia’s aggression, skepticism about the United States’ democratic stability, and optimism for Germany’s short‑term outlook while warning of a potential war by 2029. Würth critiques the political discourse around billionaires, emphasizes the importance of taxation and ethical conduct, and stresses the societal contribution of large enterprises. He gives personal advice to younger professionals about avoiding job‑hopping, valuing long‑term commitment, and maintaining a stable family life. Health, gratitude, and faith are highlighted as personal pillars. The episode also contains sponsor reads for Qonto, Hiscox, eGym/Wellpass, Scalable Capital, and others, which are peripheral to the core interview. Overall, the conversation blends autobiographical anecdotes, business strategy, economic forecasting, and life‑lesson counsel, providing a rich source of insights into long‑term entrepreneurship and the broader economic‑political landscape.
Chapters
Von einem Stammgast zu sprechen ist möglicherweise etwas übertrieben, aber der Reinhold Würth ist zum zweiten Mal hier im Podcast dabei. Zum ersten Mal war er vor 3 Jahren, da war er noch 87, mittlerweile ist er 90 und nach wie vor nimmt er am Alltag in unserer Gesellschaft und auch in seiner Firma sehr aktiv teil und hat Meinungen, hat Einschätzungen und kann natürlich sehr viel Wissen teilen auf Basis von Erfahrungen, die kaum jemand so hat wie er. Und ich habe versucht, genau diese Erfahrungen so etwas freizulegen und davon etwas für mich und hoffentlich für euch alle nutzbar zu machen.
Und apropos großer Nutzen: Am 6. und 7.
Mai ist ja wieder OMR Festival hier in Hamburg. Ich habe es schon ganz häufig erzählt, aber mir ist es wichtig. Nur noch wenige Tage und wer Lust hat, hier dabei zu sein. Auch da versuchen wir natürlich Informationen, aber auch Erfahrungen und Kontakte zu vermitteln. Jetzt aber erst mal rein ins für mich wirklich große zweite Gespräch mit Reinhold Wirth.
Auf geht's! Let's go!
Go, go, go! Herzlich willkommen!
Willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer.
Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt's im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram. Und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360 € Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Kontist wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, wir würden unsere Bewertungen natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Kontist ein sehr, sehr gutes Job macht. Alle Infos zu Qonto unter Qonto.de.
Herr Würth, wann war es in Ihrem Leben am schönsten? Was war die schönste Zeit gefühlt Ihres Lebens?
Also das kann ich gar nicht definieren. Das hat in jedem Jahrzehnt schöne Zeiten gegeben und nicht so schöne Zeiten. Ich habe keine spezielle Zeit, wo es ganz besonders hübsch gewesen wäre. Meine eine Zeit war, wo ich hochverliebt war in meine heutige Frau, und das war die Zeit, die vielleicht am lebendigsten geblieben ist, aber Diese 90 Jahre waren gut gemischt, möchte ich mal sagen, mit guten Zeiten und schlechten Zeiten.
Würden Sie denn rückblickend etwas anders machen? Gibt es Sachen, die Sie bereuen?
Eigentlich nicht. Wissen Sie, in meiner Kindheit In den 1950er Jahren, 45er Jahren, gleich nach dem Zweiten Weltkrieg, war ich ja 10 Jahre alt und da hat der Vater halt bestimmt, was gemacht wird. Und ich wurde da gar nicht gefragt. Also ich war auf der Oberschule und wollte oder sollte die mittlere Reife machen, mindestens. Und dann hat der Vater gesagt, als ich meine Schulpflicht absolviert hatte nach 8 Jahren, du kommst zu mir in die Firma und machst eine Lehre und sitzt nicht auf der Schulbank rum. Der Vater hat's gesagt und ohne Widerrede habe ich das gemacht. Also ich war ja in der Richtung fremdbestimmt und Es war eine der weisesten Entscheidungen meines Vaters, weil er ist ja sehr früh verstorben und hatte dann für seine Nachfolge doch mich schon 5 Jahre lang trainieren können. Ich meine, wenn ich da noch angefangen hätte zu studieren oder so, wäre dieses Unternehmen nie entstanden.
Es gibt so eine Aussage von Ihnen, dass Sie vielleicht doch mehr Zeit mit Ihrer Familie hätten verbringen wollen, rückblickend, statt jeden Tag so viel zu arbeiten.
Ja, das kann man sowieso nicht mehr ändern. Heute habe ich mehr Zeit mit meiner lieben Frau und Natürlich muss man bereit sein, Kompromisse einzugehen im Leben. Wissen Sie, das hat ja auch schon eine gewisse, nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern schon volkswirtschaftliche Bedeutung, wenn da ein Unternehmen praktisch aus dem Nichts entsteht und 80.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Das ist ja dann auch ein Dienst am ganzen Land, an den Bürgern. Und ich glaube, das ist dann auch eine Genugtuung, möchte ich mal sagen, wenn man am Ende seines Lebens sagen kann, man hat nicht nur für sich und für vielleicht die engste Verwandtschaft gearbeitet, sondern hat auch viel für das Gemeinwesen dazu beitragen können, ohne dabei politisch zu werden.
Haben Sie das Gefühl, Unternehmerinnen und Unternehmer bekommen in Deutschland ausreichend Anerkennung für ihre Arbeit?
Das ist die Frage, des politischen Standpunkts jenes Bürgers, der die Bewertung abgibt. Ich meine, je linker die Einstellung ist, umso näher geht es dem Kommunismus. Und dort sollten ja alle Bürger gleich sein, was selbst heute der Herr Putin und der Herr Xi anerkennen, dass das nicht funktioniert hat. Die Oligarchen in den früheren Ostblockländern zeigen das. Und der Einfallsreichtum, möchte ich mal sagen, der Menschen, die Unternehmen groß gemacht haben. Das ist nicht nur auf Deutschland bezogen, das ist in der ganzen Welt so. Ob Sie Indien nehmen oder USA oder wo auch immer. Es sind eben Menschen, die eine große Kreativität mitbringen, die einen hohen Einfallsreichtum haben. Und die vor allem bereit sind, sich für ihre Idee, für ihre Vision, für ihr Produkt unbändig einzusetzen. Sie können dahinschauen, ob Mann oder Frau, egal welches Land, die Top-Unternehmer sind im Normalfall Menschen, die unbändig arbeiten. Und wissen Sie, diese Ansprache, es darf keine Milliardäre geben in Deutschland, finde ich einfach unschön, weil ich habe nicht nur ein Arbeitsleben, ich habe 2 oder 3 Arbeitsleben hinter mir. Ich habe letztes Jahr mein 75. Arbeitsjubiläum gefeiert. 75 Jahre Arbeit, aber nicht 35-Stunden-Woche. Das war in vielen Bereichen eine 6- oder gar 7-Tage-Woche und oft 12, 14 Stunden am Tag. Also gerade die Menschen, die die Milliardäre eliminieren wollen, sollten sich das mal überlegen, ob sie auch bereit wären, sich so einzusetzen. Das ist nicht der Fall. Und das ist der Unterschied. Zusätzlich hat das natürlich, wie ich vorhin schon sagte, einen großen Impact auch fürs Gemeinwesen. Wir sind gute Steuerzahler. Wir zahlen zweistellige Millionensummen an Steuern in die Staatssäcke, nicht nur in Deutschland, auch in den anderen Ländern, wo wir tätig sind. Das bedeutet, wir machen schon eine gute Kontribution zur Funktionalität der Gemeinwesen, egal in welcher Staatsform das nun ist, ob es eine lupenreine Demokratie ist oder ob es eine Demokratur ist oder ob es eine Autokratie ist oder so eine Halbdiktatur. Wir haben uns von der Politik immer ferngehalten und haben großen Wert darauf gelegt, uns an die Landesgesetzgebung strikt zu halten. Sind damit gut gefahren. Haben auch in Ländern, wo Briberys, also Bestechung, Geschenke, Bestechung eigentlich zum täglichen Normalgeschäft gehören, ferngehalten davon, haben lieber auf Aufträge verzichtet, sind damit gut gefahren und haben uns da auch einen gewissen Respekt erarbeitet.
Dennoch, für ganz viele Menschen Es ist ja unvorstellbar. Sie sind jetzt 90 und gehen jeden Tag arbeiten. Man kann, glaube ich, sagen, Ihr Haus ist abbezahlt. Das müsste nicht sein. Was treibt Sie an?
Also ich gehe nicht mehr jeden Tag arbeiten. Das ist übertrieben. Ich mache es heute schon ein bisschen gemütlicher. Ich habe ja gute Nachfolger und Ich betrachte heute meine Position schon mit Distanz zum Unternehmen. Ich schaue nur so von hinten mal drüber und mecker mal rein, wenn was anders läuft, wie ich mir das vorstelle. Aber im Großen und Ganzen habe ich meine Verantwortung abgegeben. Und habe die große Freude zu beobachten, wie vor allem meine beiden Enkel Benjamin, Sebastian und auch die Enkeltochter Maria, die ja die Kunstbereiche übernimmt, wie die in meinem Sinn das Unternehmen weiterführen und voranbringen. Ich bin also guter Dinge und guten Mutes, dass das Unternehmen eine schöne Zukunft vor sich hat und noch lange nicht am Ende ist, sondern immer noch auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten, und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten, also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Dennoch, ab und zu kann man von Ihnen hören und lesen, dass Sie sich Sorgen machen um die Weltlage. Nicht so sehr Ihre Firma, aber die Gesellschaft als solche?
Ja gut, wenn Sie 90 Jahre alt sind, haben Sie natürlich einen guten Überblick über ein Zentennium. Ich kenne den Bundestag, seit er existiert, beispielsweise hier in Deutschland, war bei jeder Wahl dabei, habe manche Krise miterlebt. Zum Beispiel hatte ich große Sorgen bei der Kubakrise damals, als Chruschtschow mit seinen Atomraketen nach Kuba wollte. Da habe ich mir große Sorgen gemacht, ähnlich wie heute. Gott sei Dank wurde es damals abgewendet. Dass es zum großen Crash kam. Wie das heute weitergeht, wissen wir nicht. Ich muss Ihnen sagen, ich hatte eigentlich den Herrn Putin verehrt. Meine liebe Frau und ich, wir sind eigentlich geradezu Russlandfans. Vom Land her. Wir haben das Land bereist, von Petropawlowsk in Kamtschatka, wo mehr Bären wohnen wie Menschen, bis hin nach Valaam an der finnischen Grenze. Wir waren in Irkutsk und in Tomsk und wer weiß nicht wo. Überall haben wir diese russischen Menschen kennengelernt, wie freundlich die sind. Sind so liebe Menschen, haben eine tolle Kultur von der Musik, der Literatur, sind uns ja sehr ähnlich in ihrem kulturellen Leben. Und habe ja miterlebt, wie Putin Standing Ovations bekommen hat bei seiner Rede im Bundestag. Man hatte das Gefühl, er führt Russland an die Europäische Union heran und wir werden da in Frieden eine ganz große Sache gemeinsam aufbauen. Und nun, dass der sich dass der Mann sich so gewandelt hat. Das ist eigentlich eine meiner größten Enttäuschungen im Leben überhaupt. Gerade weil wir eigentlich wissen, dass die Russen zum einen ein ganz liebes Volk sind und zum anderen, dass das Land ein traumhaft schönes Land ist. Also wenn Sie nur die Schifffahrt machen von Moskau nach Sankt Petersburg über die Wolga und durch die Seen, Onegasee, Ladogasee. Das ist wie das Paradies. Unberührte Landschaften, riesige Wälder. Also überwältigend und man versteht schwierig, dass das so ein Bild gibt in der Öffentlichkeit jetzt mit diesem Überfall auf die Ukraine. Ich meine, Die Ukraine hat ja wirklich alles getan, um friedlich leben zu können. Vor allem, sie haben ihre ganzen Atomwaffen abgegeben, sind also heute keine Atommacht. Und das ist doch so respektabel, dass man die Ukrainer hätte wirklich in Ruhe lassen können. Und die ihr Zeug machen lassen können. Da wäre keine Gefahr entstanden, meiner Ansicht nach, für Russland. Aber ich bin kein Politiker und will mich da auch nicht einmischen.
Machen Sie sich Sorgen vor allen Dingen über Russland? Ist das so der stärkste?
Also für uns in Europa ist natürlich Russland die große Sorge. Wenn ich mich in Putins Lage versetze, wäre natürlich schön, wenn Russland bis nach Lissabon reichen würde. Also man kann da gleich ganz Europa kassieren und Napoleons Idee umkehren, dass nicht Russland europäisch wird, sondern dass Europa russisch wird. Und wir haben natürlich in der Tat großen Nachholbedarf, um die Russen davon abzuhalten, in Westeuropa einzufallen. Nicht ganz mit Unrecht hat ja Herr Putin gesagt, Deutschland, da braucht er nicht mal seine Armee, sondern die nimmt er mit der Feuerwehr ein. Also Das war höchste Zeit, dass diese Entscheidung noch vom alten Bundestag gefällt wurde, dieses Billionenkreditpaket im Grundgesetz zu verankern, um uns zu schützen. Weil in der Tat sehe ich das schon, je stärker wir sind, insgesamt im Westen umso unwahrscheinlicher wird, dass wir angegriffen werden. Ob das so sein wird, weiß ich nicht. In der Presse geistert die Aussage, 2029 wäre Putin so weit aufgerüstet, dass er anfangen wird, in Westeuropa einzufallen. Hoffen wir, dass die Vernunft siegt und dass am Ende der Spruch Wirklichkeit wird: Wie wär's, es ist Krieg und niemand geht hin? Bei den Deutschen würde er da offene Scheunentore einrennen. Die Jugend will nicht kämpfen. Aber das ist eines der größten Probleme, die Verteidigungsunlust im Land. Wir wollen nichts mehr mit Krieg zu tun haben. Werden aber gar nicht gefragt, ob uns jemand angreifen will oder nicht. Wir müssen, ob wir wollen oder nicht, verteidigungsfähig sein. Ich muss sagen, ich bewundere diesen Verteidigungsminister, Herrn Pistorius. Das ist der richtige Mann am richtigen Platz. Platz und schauen wir mal.
Jetzt haben wir gerade ein bisschen über Russland gesprochen. Ein anderes Land, das Sie viel bereist haben und wo Sie auch sehr aktiv sind, sind die USA. Sagen Sie mal ein paar Worte zu den USA aktuell.
Ja gut, USA ist in der Tat auf dem Weg zu einer Demokratie. Also wenn die Exekutive vollkommen uninteressiert daran ist, was die Justiz vorschreibt, dann ist es nicht mehr weit zur Diktatur. Und wenn man mit einem kleinen Schmunzeln das sieht, könnte man ja so formulieren: Herr Musk ist der König von Amerika und Herr Trump ist der Kanzler. So ungefähr. Ich meine, das ist jetzt mit einem Schmunzeln zu verstehen. Ich meine, die amerikanische Demokratie ist so alt und Bis das Volk richtig begreift, was läuft, werden die Zustimmungswerte für den Präsident Trump weiter absinken, was sie ja jetzt schon tun. Man sieht ja an den verschiedensten Indikatoren, wie negativ das Ganze ist. Der Tourismus nimmt deutlich ab. Und die Zustimmungswerte sind auch auf dem Rückzug. Schauen wir mal, wie das weitergeht. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass über die ganze vierjährige Legislaturperiode Herr Musk und Herr Trump gute Freunde bleiben werden. Das kann ich mir gar nicht vorstellen.
Es gibt ein Interview, wo Sie gesagt haben, Sie sehen die amerikanische Demokratie als sehr stark und machen sich nicht so viele Sorgen.
Ja, so ist es ja auch. Ich meine, die amerikanische Demokratie aus den Angeln zu heben, wird sehr, sehr schwer sein, weil wir haben ja in 2 Jahren dann die Zwischenwahlen für diese Senatoren. Ich gehe davon aus, dass da die Republikaner manche Sitze verlieren werden und dass es dann neue Mehrheitsverhältnisse im Senat und im Kongress gibt. Und dadurch dann vordergründig die Macht des Präsidenten beschnitten wird.
Sind Sie denn beeindruckt von dem, was Elon Musk aufgebaut hat, oder sehen Sie ihn ausschließlich kritisch?
Der Musk ist schon ein begnadeter Unternehmer. Wenn Sie nur ganz klein hier nach Grünheide schauen, eine Autofabrik da aus dem Nichts zu stampfen im fremden Land, und die funktioniert und es kommen tolle Autos raus. Also da muss man schon sagen, Hut ab, das ist eine tolle Leistung. Auf der anderen Seite weiß man nicht, ob der Mann sein Genie nicht übertreibt. Also das weiß man ja, Genie und Wahnsinn sind sehr eng beieinander. Und Er hat ja den Wunsch, auf dem Mars zu sterben. Ob ihm das gelingt? Ich weiß es nicht.
Sie haben sich kürzlich auch deutlich positioniert in der deutschen Politik. Wie kam das?
Ja gut, ich bin ja, wie ich vorhin schon sagte, Wähler, praktisch seit es den Bundestag überhaupt gibt, und war immer wieder erstaunt, wie am Ende der Souverän, also die Bürger, doch kluge politische Entscheidungen gefällt haben. Was an Regierung, was an Politik herauskam, war zur jeweils gegebenen Zeit durchaus mindestens akzeptabel, manches Mal sehr gut. Und wissen Sie, man darf sich da nicht verrückt machen lassen. Wenn ich zurückdenke, als Willy Brandt das erste Mal Kanzler wurde, da war das ja was Neues, dass nicht die CDU die Regierung stellen könnte. Und der Wahlkampf ging damals so: Wenn die SPD ans Ruder kommt, dann wird alles verstaatlicht, dann wird alles kommunistisch, dann wird alles kaputt gemacht. So in die Richtung. Als Willy Brandt dann gewählt war, zeigte sich, dass er sich ganz schön ans Grundgesetz gehalten hat und dass überhaupt nichts passiert ist. Also man muss auf dem Boden bleiben und darf sich nicht im Übermaß aufheizen oder verrückt machen lassen. Das Ganze regelt sich schon. Ich meine, wir hatten mal eine NPD als Partei, die ist heute verschwunden, nicht mehr da. Und die Frau Wagenknecht hat sich auch mehr versprochen gehabt. Ich meine, das ist ja auch ein Treppenwitz der Geschichte, dass ihr gerade 10.000 Stimmen oder so gefehlt haben, um in den Bundestag einzuziehen. Aber ich finde es gut, dass wir jetzt eigentlich geregelte Verhältnisse haben, und vor allem finde ich gut, dass dieses Kreditpaket noch vom alten Bundestag verabschiedet wurde und ins Grundgesetz hineinkommt oder hineingekommen ist. Denn das Land wäre voll Bach abgegangen, wenn dieses Kreditpaket nicht noch im alten Bundestag genehmigt worden wäre. Im neuen Bundestag hätte man diese Kredite gar nicht mehr durchbringen können. Dann wäre die Stimmung noch negativer geworden und es wäre eine nicht aufhaltbare Abwärtsspirale geworden. Ich habe immer wieder erlebt, bei Krisen der verschiedensten Art, Es gibt dann Perioden, wo eine Negativstimmung im Volk innerhalb von 2, 3 Wochen ganz plötzlich und sanft sich um 180 Grad wendet. Plötzlich kommt ein klein bisschen Hoffnung auf, ein bisschen Optimismus. Beispiel jetzt die Aussage, dass die Bauindustrie mit einem schönen Auftragsbestand ins neue Land, ins neue Jahr gegangen ist, ist so ein kleines Pflänzlein. Da werden jetzt noch viele andere dazukommen, und ich glaube schon, dass wir im zweiten Halbjahr einen Turnaround erreichen, dass wieder Optimismus einkehrt und auch Vernunft. Ich meine, es ist einfach wirr, immer höhere Löhne zu verlangen in einem Ausmaß, was zum Beispiel für die öffentliche Hand jetzt in diesen Tagen fast gar nicht bezahlbar ist. Und auf der anderen Seite zu erwarten, dass die Sozialsysteme weiter ausgebaut werden und dabei die Arbeitszeit verkürzt wird, 2, 3 Urlaubstage mehr, das kann nicht funktionieren. Das ist so die Quadratur des Kreises. Wir müssen, und ich kann das sagen mit 75 Arbeitsjahren, wir müssen daran denken, mehr zu arbeiten wie seither. Und ich meine, bei VW meines Wissens war die Belegschaft ja sogar bereit, 10% Gehaltsrückgang in Kauf zu nehmen, um dafür die Arbeitsplätze zu retten. Ich meine, das sind Vorgänge, mit denen wir es zu tun haben, weil wir müssen einfach daran denken, Deutschland ist nicht alleine. Wir sind umgeben von anderen Ländern. Und jeder Kaufmann will verhindern, dass sein Unternehmen pleitegeht. Folglich, wenn ein Produkt hier in Deutschland aufgrund der hohen Energiekosten und der hohen Lohnkosten 100 in der Produktion kostet Und ich kann genau das gleiche Produkt bei gleicher Qualität zu 70 Cent irgendwo anders herstellen, in Osteuropa. Da kann niemand einem Vorstand, einem Unternehmen böse sein, wenn man sagt, wir müssen um zu überleben, diese Produktion nach Rumänien, nach Bulgarien, in die Slowakei oder sonst wohin geben. Also das kann nicht sein, dass die Gewerkschaften praktisch die Wirtschaft aus dem Land treiben, damit vordergründig dann aus den Unternehmen noch mehr Geld herauspressen, Und als Resultat, als Ergebnis dieser Aktion erleben, dass die Unternehmen entweder zugemacht werden müssen oder eben Teile ihrer Produktion in Niedriglohnländer verlagern.
Habe ich Sie richtig verstanden, dass Ihr Ausblick für Deutschland dennoch optimistisch ist?
Also für die nächsten 2 bis 3 Jahre sehe ich wirklich, dass wir mit einem sehr gedämpften Optimismus in die Zukunft gehen können. Aber wie ich vorhin schon sagte, eben nach diesem Jahr 2029 sehe ich eben die große internationale Kriegsgefahr, die über allem schwebt. Und da können wir nur gegensteuern, indem wir aufrüsten, so schnell wie irgend möglich, und uns wehrtüchtig machen. Um uns zu verteidigen und für einen Angreifer die Überlegung aufzubringen: Lohnt es sich überhaupt anzugreifen? Werden unsere Ressourcen nicht zu stark geschädigt durch solch einen Angriff? Also lassen wir es lieber. Ich glaube, wenn uns das gelingt, die NATO, selbst wenn sie bloß noch ohne USA existiert, stark zu machen, wenn die Europäische Union zusammenrückt und außer dem Herrn Orbán, der ja nie mitmacht, eben die gutwilligen Länder zusammenstehen. Könnte ich mir vorstellen, dass wir eine Kriegsgefahr abwenden könnten. Aber das erfordert viel, viel Geld und unglaublich engagiertes Führungspersonal. Wir sollten also 100 Pistoriusse haben, möchte ich mal sagen. Um die Dinge voranzubringen in unserem Sinn.
Bekannter Partner bei uns: eGym Wellpass. In ganz vielen Gesprächen hier im OMR Podcast bekomme ich das Gefühl, dass sich sehr viele Firmen Gedanken machen, wie sie gute Leute finden. Aber was ja genauso wichtig ist: Wie hält man die guten Leute eigentlich? Und da spielt mittlerweile Gesundheit eine wirklich große, große Rolle. Ich habe eine Zahl gesehen, die hängen geblieben ist, und zwar 88% der Angestellten sorgen sich, dass ihre aktuellen Arbeitsbedingungen langfristig ihre Gesundheit beeinflussen. Viele Firmen kommen dann mit einem One-Fits-All-Fitnessangebot um die Ecke, aber das reicht natürlich nicht, um alle Angestellten sinnvoll anzusprechen, denn die Bedürfnisse sind häufig sehr, sehr unterschiedlich. Die einen gehen lieber ins Gym, die anderen wollen Yoga machen, andere wollen lieber schwimmen, klettern oder einfach einen Ausgleich zum Arbeitsalltag haben. Und genau hier kommt unser Partner Wellpass ins Spiel. Das Firmenfitnessangebot von eGym ermöglicht den Zugang zu verschiedensten Bewegungsformen, egal ob Paddel, Yoga, Massagen oder, oder, oder. Das zeigt mir auch gleichzeitig schon, dass betriebliches Gesundheitsmanagement dann am besten funktioniert, wenn es strategisch gedacht wird und nicht einfach mit dem Gießkannenprinzip. Wie so ein moderner BGM-Ansatz, also betrieblicher Gesundheitsmanagement-Ansatz, aussehen könnte und wie Unternehmen dabei sinnvoll Wellpass integrieren könnten, damit es wirklich Wirkung erzeugt, Das zeigt das neue Paper BGM Matchplan 2026. Und genau das kann man kostenlos, ihr habt es schon geahnt, runterladen. Den Link dazu gibt es bei uns im Linktree in den Shownotes.
Jetzt haben wir über das Wachstum des Landes gesprochen. Da sagen sie, das kann wieder vorangehen. Bei Firmen sagen sie, eine Firma, die nicht mit 10% wächst pro Jahr, die ist eigentlich krank. Was meinen Sie damit?
Ja gut, ich meine, das ist natürlich auch eine Aussage, die man limitiert sehen muss. Jeder Mathematiker wird Ihnen sagen, das ist eine unsinnige Aussage, weil das kann gar nicht funktionieren. Wenn Sie das fortsetzen würden, würde Ihnen zum einen die ganze Welt gehören am Ende. Und auch uns wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Also wir hatten in diesen 80 Jahren Firmengeschichte immerhin auch 2 Jahre schon in der Vergangenheit, wo wir Umsatzrückgang hatten. Eines war die Ölkrise damals. Wo wir einen Rückgang hatten, bevor es dann wieder aufwärts ging. Und ich möchte also diese Aussage schon ein bisschen einschränken. Bei der heutigen Dimension, die wir haben, ist es genauso. Die Mitarbeiter müssen ja mindestens ähnlich mitwachsen. Und da, wie gesagt, kommen wir irgendwo auch an Limite, wo es nur noch eben dann mit 3 oder mit 4% aufwärts geht.
Aber 3 oder 4% Wachstum muss eine Firma auf jeden Fall haben?
Das streben wir an im Moment. Also letztes Jahr 2024 haben wir ja fast mit auf den Euro gleichen Umsatz abgeschlossen wie 2023. Dieses Jahr wissen wir noch nicht, wie es weiterläuft. Also wir sind immer noch konstant. Also wir wachsen nicht im Moment. Im Ausland schon, nur nicht in Deutschland. Ich hoffe, dass das in den nächsten Monaten anzieht und dass wir übers Jahr gesehen doch mit wenigstens 2, 3% Wachstum abschließen können.
Ist eigentlich die Firma Würth Ihr Geschäft dafür geeignet, vorherzusehen, wie es der Wirtschaft geht? Weil Sie verkaufen ja die Dinge, die man braucht, um zu wachsen.
Wir haben einige Produktreihen, die in Tochtergesellschaften verkauft werden. Die nennen wir die sogenannten Frühzykliker. Das entwickelt sich vor allem im Bereich der Elektronik ab. Also die Würth Elektronik berichtet, dass sie vor allem von Asien her einen gewissen, eine gewisse Verstetigung und Erhöhung des Auftragseingangs beobachtet. Nach früher Erfahrung war das immer ein Frühindikator dafür, was sich weiterentwickelt, auch in den anderen Branchen. Und so bin ich schon hoffnungsvoll, dass in den nächsten Monaten so peu à peu das Ganze sich positiv drehen wird. Vor allem auch jetzt durch die neue Regierung. Also ich glaube schon, dass die neue Regierung auch Förderprogramme und so weiter einrichten wird, dass die Betriebe mit einem gewissen Optimismus ausgestattet werden. Und das schlägt dann natürlich auch auf die Mitarbeiter durch, über die Mitarbeiter auf deren Familien und auf die ganze Bevölkerung.
Sie sind ja auch insofern optimistisch, dass Sie sogar in Krisenzeiten weiter produzieren, fürs Lager, haben Sie gesagt, aufs Lager sich die Ware legen, um dann, wenn es wieder gut läuft, sofort lieferfähig zu sein. Dazu muss man ja auch sehr mutig sein.
Ja, relativ mutig. Ich meine, das ist nur eine Frage der Liquidität. Wir haben zurzeit mehr als 1,5 Milliarden Euro liquide Mittel. Und da ist es dann eigentlich eher unwichtig, ob sie noch 100 oder 200 Millionen Euro Ware aufs Lager legen, in der Hoffnung, dass uns das später Vorteile bringt. Hat es in der Vergangenheit oft getan, weil Wissen Sie, wenn es dann umschlägt, dann sind wir in einer Situation, dass eigentlich die ganze Wirtschaft, sowohl unsere Kunden als überall die Läger niedergehalten wurden in dieser Zeit der schlechten Wirtschaftslage, weil man ja wusste, dass man, was man tatsächlich braucht, morgen schnell beschafft hat. Wenn aber dann die Situation umdreht und eine Belebung kommt, dann entsteht die Notwendigkeit, die Läger wieder auf Normal Bedarf Normalbestand zu bringen. Das wird dann schwierig zu tun, weil der Lieferant auch auf niederstem Bestandsniveau war, schnell ausverkauft ist. Und dann haben wir oft die Situation, dass die Firmen doppelt so viel bestellen, wie sie eigentlich brauchen. Also da gibt's dann einen richtigen Boom. Wenn sie den befriedigen können, gehen sie gestärkt aus der Krise hervor.
Um zu wachsen oder um auch als Land oder als Unternehmen voranzukommen, braucht man ja am Ende häufig eine Innovation, etwas Neues, etwas, das vielleicht die Welt verändert, Interesse schafft. Und ein großes Thema der letzten Jahre war die künstliche Intelligenz. Haben Sie das verfolgt?
Nehmen Sie das wahr? Interessiert Sie das?
Also, wenn ein Unternehmen sich mit der künstlichen Intelligenz beschäftigt, dann sind wir es. Also wir beschäftigen ja 1500 IT-Fachleute und beschäftigen uns sehr stark mit der Roboterisierung, Automatisierung zum Beispiel der ganzen Warenkommissionierung. Also wir sind heute in manchen Betrieben schon so weit, dass man 75%, 80% Prozent automatische Kommissionierung hat. Das sind natürlich Kostenvorteile, die wir erst ausspielen können richtig, wenn dann das Geschäft wieder gut läuft. Aber dann haben wir natürlich einen riesigen Kostenvorteil. Auch auf anderen Gebieten, wenn ich daran denke, Wenn ich beispielsweise oder eines der Geschäftsleitungsmitglieder eine Ansprache, eine Adresse, eine Rede halten, die für den Gesamtkonzern Gültigkeit hat, dann haben wir heute ein KI-Programm, dass diese Rede in 13 unterschiedliche Sprachen übersetzt und verrückterweise die Formung der Lippen der Sprache anpasst, in der gesprochen wird. Also das sind so wahnsinnige Fortschritte. Wenn Sie eine Ansprache von mir auf Chinesisch sehen, dann meinen sie, ich spreche Chinesisch, weil die Lippen sich so formen, wie die Vokalität das erforderlich macht. Das ist schon unglaublich, was da alles läuft. Und das ist nur ein kleines Beispiel. Das geht dann bis hinein in die Forschung und Entwicklung. Und also wir sind da schon Vorreiter und sind auch immer dabei, feste Patente anzumelden. Wir haben ja hier in Künzelsau unser Forschungs- und Entwicklungszentrum Curio und wir sind ganz eng mit den Hochschulen verbandelt. Um bei unseren Fortschritten, die immer in Kombination zwischen Mechanik, Elektronik und Informatik laufen, den letzten Stand der Technik zu erhalten und zu realisieren.
Haben Sie beobachtet, Was der Herr Schwarz von Lidl aufbaut, ist ja gar nicht weit weg von hier, baut der ja auch ein großes KI-Cluster, ein großes KI-Umfeld auf und ganz viele Softwarefirmen neben Lidl. Haben Sie da mal zu gesprochen?
Kennen Sie sich?
Ja, natürlich kenne ich den Herrn Schwarz. Und wir sind auch in seinem KI-Center mittätig. Also wir haben auch dort eine Dependance, um mitzuarbeiten und zu beobachten, was dort in der großen Welt mit der KI passiert. Also die Verbindungen sind kollegial und ich meine, Lidl ist der große Partner, wir sind der Junior, muss man sozusagen.
Aber hat er Sie gefragt oder hat er Sie informiert über sein Vorhaben?
Nee, so weit sind wir da nicht. Das machen die Informatiker da. Das ist nicht auf der Ebene von Herrn Schwarz und mir, das ist auf der Ebene der Informatiker, läuft die ganze Zusammenarbeit.
Man sagt, Würth seid auch deswegen sehr erfolgreich, oder Ihr Lebensweg auch geprägt von tollem Vertrieb, von sehr starkem Vertrieb. Würden Sie sagen, dass Vertrieb das Entscheidende am Ende war für den Erfolg? Ist das die größte Wertschöpfung Bei Würth, ist das ein guter Vertrieb?
Ja, natürlich, der Vertrieb hat heute noch seine große Bedeutung, hat aber doch etwas an Importanz abgenommen durch den Internetshop. Also der E-Shop wächst nach wie vor deutlich, weil die Kunden einfach immer mehr dazu übergehen, ihren Bedarf übers Internet zu decken. Das ist halt für den Kunden bequem. Er kann das am Wochenende machen, er kann das am Abend machen. Gerade im Bereich der Handwerkerschaft hat das große Vorteile, weil unsere Außendienstler arbeiten natürlich während der Arbeitszeit. Das sind dann die Handwerksmeister, oft auf der Baustelle, sind gar nicht da. Und insofern hat die Wichtigkeit des Außendienstes ein bisschen abgenommen gegenüber der Zeit vor 40 Jahren.
Ist es denn immer noch so, dass Sie ab und zu mal einigen Leuten Briefe schreiben? Es gibt die Legende, dass Sie, wenn Sie mit Vertriebsleistungen oder generell nicht so zufrieden sind, auch mal persönliche Briefe verschicken?
Ja, das gibt es auch heute noch. Aber wenn es da mal einen Brief gibt, lasse ich mir den zuerst genehmigen vom zuständigen Vorgesetzten, ob die so einverstanden sind, und schicke den nur los, Wenn der Geschäftsführer einverstanden ist. Und das ist doch sehr hilfreich, weil die Leute schätzen schon meine Erfahrung und wissen, was ich von mir gebe. Das hat Hand und Fuß.
Aber das ist auch durchaus manchmal kritisch.
Ah ja, schon. Wenn es sein muss, auch mal kritisch, klar.
Wer schon früh an später denkt und dafür Rücklagen aufbaut, hat dann den Kopf frei, um in seinem Geschäft voll durchzustarten.
Und genau dafür gibt es unseren Partner Scalable Capital. Mit dem staatlich geförderten Altersvorsorgedepot kann man kostengünstig ab 2027 zum Beispiel in ETFs investieren, die euch eine maximale Grundzulage von 540 € pro Jahr plus Steuervorteilen plus Kinderzulage oder plus Berufseinsteigerbonus sichern. Bei Scalable könnt ihr euch dafür jetzt schon voranmelden und dann auch noch gleichzeitig etwas gewinnen. Ihr habt jetzt nämlich die Chance auf eine Bonuszahlung von wieder 540 €, und zwar jedes Jahr bis zum Renteneintritt. Was man dafür tun muss, ist Folgendes, nämlich sich einfach nur anmelden für das Altersvorsorgedepot von Scalable. Man ist dann automatisch mit im Lostopf mit dabei. Das gilt für Neu- als auch für Bestandskunden. Und bis Dezember gibt es jeden Monat einen neuen Lostopf. Das heißt, wer sich noch im September voranmeldet für dieses Altersvorsorgedepot, nimmt an allen verbleibenden Ziehungen teil und hat damit dann gleich 4 Gewinnchancen, nämlich jeden kommenden Monat bis Jahresende. Alle Gewinner werden dann im Januar 2027 gezogen. Infos zur Anmeldung und allem Weiteren unter scalable.capital/altersvorsorgedepot, ein Wort. Es gelten natürlich Teilnahmebedingungen und Kapitalanlagen bergen immer Risiken. Alle Infos auch noch mal bei uns hinter dem Link in den Shownotes.
Wurden Sie oder können Sie sich erinnern, dass Sie über all die Jahre auch mal enttäuscht wurden von Leuten?
Also ich muss sagen, ich bin wenig enttäuscht worden im Leben. Es gibt zwar immer wieder mal einen Fall, das lässt sich bei 75 Berufsjahren gar nicht vermeiden. Das waren dann oft Fälle, wo durchaus fähige, tüchtige Führungskräfte zwar fachlich gut waren, toll ausgebildet, teilweise sogar universitär, die aber nicht den Anschluss an die Wirtkultur gefunden haben. Also diese Führungstechniker fühlen sich einfach dort, wo die Führungskultur so stark ausgeprägt ist wie bei uns, nicht immer wohl. Das führt dann zu Divergenz und am Ende zu Trennung ohne Schaden, ohne Hader. Aber man stellt fest, man passt einfach nicht zusammen. Ich meine, das gibt es ja auch bei Liebesverhältnissen, Beispiel dass man sich verlobt, aber dann merkt, das reicht doch nicht für eine Ehe und geht wieder auseinander. Oder viele Ehen gehen ja nach, ich habe jetzt mal gelesen, viele gehen nach 16 Jahren so was in die Brüche. Das sind solche Sachen, wo man einfach feststellt, Die Interessen entwickeln sich zu stark auseinander, sind nicht mehr konvergent, sind nicht mehr zusammenführbar. Und dann ist das Beste, man geht in Frieden auseinander.
Ich bin jetzt 46 Jahre alt. Habe also noch eine zweite Lebenshälfte vor mir, mit Blick auf Partnerschaft gerne auch, aber auch insgesamt. Was würden Sie mir raten? Worauf soll ich achten in dieser zweiten Lebenshälfte? Sie haben jetzt ja einige Jahrzehnte Vorsprung. Wenn Sie jetzt gucken, damals als Sie vielleicht 46 waren oder in dem ungefähr, was würden Sie mir als Tipp mitgeben?
Ja, nur in erster Linie nicht Jobhopping zu betreiben, auch als Selbstständiger beim Muster zu bleiben, wo man begonnen hat, das weiterzuentwickeln, aber nicht dann wieder was ganz Neues anzufangen. Mit der These, das ist viel besser. Und also ich habe von meiner Seite die Erfahrung gemacht, Menschen, die zu uns kommen wollen und in der Bewerbung im Alter von 30 Jahren schon 5 Arbeitgeber hatten, lade ich schon gar nicht zum Vorstellungsgespräch ein, weil diese Jobhopper auch bei uns einen Haar in der Suppe finden und bald wieder weg sind. Also ein gewisses Kontinuum in der Berufsentwicklung im Lebensweg ist einfach beeindruckend und zeigt Beständigkeit, zeigt, dass man nicht gleich bei jedem kleinen Problem davonrennt.
Auch bezogen auf das private Leben vielleicht?
Ja, das sowieso. Ich meine, wissen Sie, es gibt ja da viele Sachverhalte. Ich meine, manche waren ja 3-, 4-mal verheiratet. Auch der Herr Schröder, ich glaube zum 5. Mal verheiratet. Und ich meine, das ist eben beim zweiten Mal genauso wie beim ersten Mal. Nach 3 oder 5 Jahren ist es halt wieder das Alte und beim nächsten Mal ist es wieder so. Also deswegen ist meine These gewesen, mit meiner Frau zusammenzubleiben. Und ich glaube, das hat sich unglaublich gelohnt. Ich meine, wir haben uns heute Morgen mit einem Kuss verabschiedet. Jeder hat gesagt, ich liebe dich. Und das nach 68 Jahren. Wir können uns nicht vorstellen, getrennt zu sein voneinander.
Haben Sie noch Ziele oder Wünsche an die nächsten Jahre?
Eigentlich muss ich sagen, ich bin heute sehr dankbar, möchte ich mal sagen, dass ich 90 Jahre leben konnte, ohne große gesundheitliche Beeinträchtigung. Ich meine, ich habe auch ein paar Operationen hinter mir und habe zum Beispiel keine Milz mehr. Die hat man mir rausoperiert. Aber ich würde mir gerne wünschen, vielleicht noch 2, 3, 4 Jahre so in diesem Gesundheitszustand ohne Schmerzen, ohne Probleme weiterleben zu dürfen, zusammen mit meiner Frau. Und ich habe an sich ein gutes Leben. Ich schwimme jeden Tag eine halbe Stunde.
Und machen Sie sich Gedanken, Oder vielleicht Sorgen, Ängste über das, was irgendwann kommt nach dem Leben?
Ach, da mache ich mir nicht viele Gedanken. Ich meine, wir haben unseren Glauben und erwarten ja, dass wir weiterleben mit der Seele nach dem Tod. Ändern können wir es sowieso nicht. Warten wir es mal ab, was passiert. Also in der Kirche bekommen wir unsere Sünden vergeben, sodass eigentlich nicht viel passieren kann.
Ein Interview von Ihnen, wo Sie gesagt haben, Sie freuen sich auch möglicherweise, Leute wiederzusehen.
Ja, das auf jeden Fall. Ich meine, wer würde nicht gerne seine Eltern wiedersehen beispielsweise? Oder auch Freunde, die mit denen man sehr eng war. Aber das lassen wir alles mal auf uns zukommen. Also ich meine, das ist eines der Dinge, die Milliarden Menschen schon erlebt haben. Und das ist eigentlich auch das Schöne. Das ist die Gerechtigkeit, möchte ich mal sagen. Ob arm oder reich, ob groß oder klein, ob schwarz oder blond. Jeder wird sein Ende finden. Und ja, dann wird man sehen, wie es weitergeht.
Vielen Dank, dass ich da sein durfte. Ich wünsche Ihnen noch lange Gesundheit. Und dass Sie Ihre nächsten Jahre so gesund erleben können, wie Sie das sich erhoffen. Und freue mich, dass Sie noch mal ein paar Gedanken mit uns geteilt haben.
Ja, dankeschön. Sehr gerne. Vielen Dank.
Jede Woche hören hier sehr, sehr viele Menschen zu und wir alle im Team, ich ganz besonders, sind dafür natürlich sehr dankbar. Und jetzt möchten wir euch mal wieder etwas besser kennenlernen. Wer sind eigentlich unsere Hörer? Was beschäftigt unsere Hörer? Welche Themen interessieren euch? Was können wir noch besser machen? Und deswegen kommen wir mal wieder mit einer Umfrage um die Ecke. Mit euren Antworten helft ihr logischerweise uns, diesen Podcast noch besser zu machen, oder zumindest zu versuchen, ihn noch besser zu machen. Wir wollen ja wirklich wissen, was sind Wünsche, Interessen, Bedürfnisse? Was können wir tun? Die ganze Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 5 Minuten, also im Vergleich zum Podcast hören extrem wenig. Und natürlich gibt's auch was zu gewinnen unter allen, die mitmachen. Verlosen wir Preise wie zum Beispiel 2 Tickets fürs OMR Festival nächstes Jahr, einmal AirPods Pro oder ein OMR Report eurer Wahl. Und es gibt zusätzlich die Chance auf eine Übernachtung im Hotel Vier Jahreszeiten für 2 Personen hier in Hamburg. Also diese 5 Minuten könnten sich sehr lohnen und wie gesagt, vor allen Dingen für euch, wenn dann das Zuhören nach hinten raus noch besser wird. Deswegen sucht bitte den Link in unseren Shownotes im Linktree und gebt hier eure Meinung, eure Antworten ab. Vielen, vielen Dank vorab.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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