Vom Bundeskanzler zum Unicorn-Gründer: Sebastian Kurz (#838)
21 Sept 2025 · 62 min
In diesem OMR‑Podcast‑Interview spricht Philipp Westermeyer mit dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz über dessen ungewöhnlichen Werdegang: von einem jugendlichen Aufsteiger in der ÖVP, über die Rollen als Staatssekretär, Außenminister und Bundeskanzler, bis hin zum Ausstieg aus der Politik und dem Aufbau eines KI‑basierten Cyber‑Security‑Start‑ups namens Dream. Kurz erklärt, wie er nach drei Jahren Regierungszeit in die Wirtschaft wechselte, zunächst ein Beratungsunternehmen gründete, dann über Kontakte zu Peter Thiel und anderen Investoren (Los Angeles‑Group Eleven, Aleph, Bain Capital) Kapital für Dream einwarb und gemeinsam mit einem ehemaligen NSO‑Gründer ein Large‑Language‑Model zur Verteidigung kritischer Infrastruktur entwickelte. Das Unternehmen hat rund 200 Mitarbeitende, Hauptsitz in Tel‑Aviv, weitere Büros in Abu Dhabi und Wien, und bedient Staaten sowie große Unternehmen aus Energie, Finanzen und anderen Sektoren. Kurz reflektiert seine politischen Entscheidungen – insbesondere die restriktive Migrations‑ und Steuerpolitik, die Koalition mit der FPÖ, und die Reformen im Staatsapparat – und zieht Parallelen zu seiner heutigen Unternehmer‑Mentalität, insbesondere dem Kampf gegen Bürokratie und überregulierung. Er berichtet von Begegnungen mit internationalen Persönlichkeiten (Donald Trump, John Kerry, Mark Rutte, Wladimir Putin) und gibt Einblicke in seine persönliche Motivation, sein Netzwerk‑Talent und seine Sicht auf die Zukunft Europas und des Nahen Ostens. Der Podcast enthält zudem Sponsor‑Einblendungen für Qonto, Hiscox und Sage, die jedoch nicht zum Kerninhalt gehören.
Chapters
Ich habe kürzlich über den Eric Demuth, also den Gründer von Bitpanda, den Sebastian Kurz kennengelernt, den ehemaligen österreichischen Kanzler, und war ganz überrascht zu lernen, dass der nicht nur österreichischer Kanzler war, sondern mittlerweile auch Gründer eines Unicorns ist. Und das alles mit jetzt 39 Jahren. Und das hat mich wirklich neugierig gemacht. Wir haben uns dann verabredet zu einem Treffen in Wien, habe ich ihn da besucht. Dann waren wir erst essen und dann so ein bisschen durch die Straße gelaufen, rüber zu dem Raum, wo wir den Podcast aufnehmen wollten. Und das war dann ganz lustig zu sehen, weil alle Menschen natürlich ihn kennen und angucken und er immer höflich zurückgegrüßt hat. Hallo, hallo! Und ich fragte einmal, kennst du die auch? Nee, aber die kennen ja mich, hat er gesagt. Jedenfalls sind wir dann zum Podcaststudio und haben über seine Karriere gesprochen, also seine politische Karriere, aber auch seine wirtschaftliche Karriere, seine Pläne, seine Erfahrungen in der Arbeit, zum Beispiel mit Peter Thiel, mit vielen anderen bekannten Menschen, seine Treffen mit Trump und Putin. Es war wirklich verrückt viel dabei, echt krass, was der Sebastian mit 39 schon so alles erlebt hat und gemacht hat und wie er überhaupt an diese Firma gekommen ist, also eine Cybersecurity-Firma aus Israel, bei der ihm jetzt als Gründer noch 15% gehören. Wie konnte das passieren? All das jetzt im großen Sebastian Kurz Podcast. Auf geht's! Let's go! Go, go, go! Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer. Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt's im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram, und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem, und besonders praktisch, das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertung natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Herzlich willkommen, Sebastian Kurz. Hi Sebastian.
Hallo Philipp und ja, vielen Dank für die Einladung zum Gespräch.
Ja, also ich meine, ich habe dich ja viele Jahre aus der Ferne vor allen Dingen als politische Person wahrgenommen, müssen wir darüber reden. Aber was vielleicht allen noch gar nicht so klar ist, du bist mittlerweile nicht nur Unternehmer, sondern tatsächlich auch extrem erfolgreicher Unternehmer. Es gibt glaube ich gar nicht so viele Unicorns in Österreich. 2, 3 fallen mir ein: Bitpanda, GoStudent und sowas. Viel ist es nicht. Und auf einmal hast du jetzt eins gebaut.
Ich muss zugeben, nicht in Österreich. Aber es stimmt, ich habe vor dreieinhalb Jahren die Politik verlassen, habe dann mich entschieden, nachdem ich damit gehadert habe, weil ich es mir nicht ganz zugetraut habe. Also ich wollte zunächst einen Job annehmen in einem deutschen oder Schweizer oder amerikanischen Konzern. Und dann haben mir einige zugeraten: Werd doch Unternehmer. Eine Zeit lang gehadert, weil ich mir nicht genau ausdenken konnte, ob das was wird oder nicht. Und dann habe ich mich Gott sei Dank doch dazu hinreißen lassen und habe begonnen, unternehmerisch tätig zu sein. Habe zunächst mit einer Beratungsfirma gestartet und habe dann ein AI-Cybersicherheitsunternehmen mit zwei Partnern in Israel gegründet. Und wir haben sehr viel Glück gehabt und es entwickelt sich wirklich ganz gut.
Also da wirst du dann immer tiefer einsteigen. Aber vielleicht bevor wir das machen, einmal so die Sebastian Kurz Karriere, denn die ist ja auch schon faszinierend. Also du warst, glaube ich, mit Mitte 20 schon Außenminister in Österreich. Und allein das ist ja schon verrückt. Und da gab es ja immer so Scherze irgendwie, die Sitzungen müssen jetzt irgendwie vorgezogen werden haben, weil du noch ins Bett musst und solche Sprüche.
Ja.
Also warst du als Kind oder als Jugendlicher extrem politisch? War das dein Wunsch oder warst du so?
Nein, überhaupt nicht. Also ich würde sagen, ganz vieles war Zufall. Ich habe nie damit gerechnet und es gab auch keinen großen Plan in die Richtung. Ich komme aus einem ganz normalen Elternhaus, bin in die Schule gegangen, habe Sport gemacht, bin gerne ausgegangen und hatte aber schon, das stimmt, so mit 16 ein gewisses politisches Interesse. Und ich bin damals dann ab und zu zu Veranstaltungen von der Jungen ÖVP gegangen. Das ist eine politische Jugendorganisation in Österreich. Es hat mir Freude gemacht, ganz nebenbei. Also es war so eins von mehreren Hobbys, aber ich habe nie gedacht, mal Politiker zu werden. Und in der Studentenzeit habe ich mich dann mehr und mehr engagiert, bin irgendwann Obmann der Jungen Volkspartei geworden. In Deutschland wäre es sozusagen die Junge Union. Ja, und dann hat sich das ganz gut entwickelt. Die Organisation ist gewachsen und auf einmal ist mir vorgeschlagen worden, ich soll Staatssekretär werden für Integration. Und ich habe damals gemeint, Unmöglich. Ich bin noch nicht mit dem Studium fertig, bin 24. Es kann nicht funktionieren. Der damalige Parteichef hat gemeint: Ja, ist ja kein Problem. Nimm dir ein bisschen Zeit, geh in dich, überleg es dir. Wir müssen es ja nicht gleich entscheiden. Nach einer Viertelstunde ist er etwas zerknirscht wiedergekommen und hat gemeint: Ja, du weißt eh, wie das so ist in der Politik, wenn man mit ein paar Leuten spricht. Es bleibt nicht lange geheim. Es ist jetzt schon in allen Online-Medien, dass du es wirst. Also es gibt eh kein Zurück mehr. Und so bin ich, ohne jemals Ja zu sagen, auf einmal Regierungsmitglied War eine furchtbare Zeit, unendlicher medialer Widerstand. War ein furchtbares erstes Jahr.
Fürchterlich. Weil die Medien dich abgelehnt haben?
Ja, ich habe ja damals gesagt, ich kann das nicht machen. Ich bin 24, das kann nicht funktionieren. Und genauso war es dann auch. Ich habe einen irrsinnigen medialen Widerstand gehabt und es war wirklich ein fürchterlicher Start. Und wir haben dann einfach gearbeitet und gearbeitet und gearbeitet. Und ein Freund hat mir damals den Tipp gegeben: Du liest nicht, was in der Zeitung steht. Schau einfach, dass du das Beste draus machst. Und dann ist es Gott sei Dank irgendwann besser geworden. Aber der Einstieg war wirklich ein Stahlbad damals mit 24. Und ja, dann Außenminister, Bundeskanzler war im Vergleich dazu viel entspannter.
Okay, aber Außenminister, das war dann gar nicht so viel später.
Mit 27, also nach ein paar Jahren.
Okay, aber ich erinnere mich, dass es in Deutschland schon immer große Wellen geschlagen hat, dass ich dich sozusagen da wahrgenommen habe. Ja, ich war super Österreicher-Fan, aber ich habe gedacht, okay, Krass. Es war schon wegen des Alters nur, oder war das auch—
Na, also ich glaube, in Deutschland war sicherlich der Schritt zum Außenminister der medial beachtetere. Aber für mich persönlich der wirklich, wirklich fordernde Schritt, die harte Einstiegszeit, das Stahlbad war damals mit 24 als Staatssekretär. Also der Sprung in die Regierung war für mich wesentlich härter als dann die Rolle als Außenminister. Klingt dramatisch, aber Österreich ist ein Zehntel von der Größe Deutschlands, ist ein kleines, neutrales Land. Also Außenminister ist eine tolle Rolle, aber man kann auch nicht so viel falsch machen. Ich würde sagen, Staatssekretär war der härtere Einstieg als damals Außenminister.
Ist ein Staatssekretär in Österreich so was wie in Deutschland Minister oder ist es auch wie in Deutschland Staatssekretär?
Ungefähr vergleichbar, aber nicht ganz. Es gibt in Österreich wesentlich weniger Staatssekretäre. Würde ich sagen, fast näher am Minister als am deutschen Staatssekretär.
Und gab es jemanden, der dich da gefördert hat oder der sozusagen immer wieder die nächsten Schritte dir auch ermöglicht hat? Oder war das am Ende dann deine gute Arbeit sozusagen oder dein Talent? Oder was hat dich da sozusagen dann so schnell durchgetragen?
Ich glaube, es ist immer viel Zufall dabei, ja, gerade bei der politischen Personalauswahl. Das muss oft sehr schnell gehen. Und ich glaube, der damalige Parteichef, der Michael Spindelegger, den ich sehr schätze, Der hat einfach versucht, ein gutes Team zu bauen, wollte einen Jüngeren dabei haben. Es ist damals ganz gut gelaufen in der Jugendorganisation und dadurch hat er sich das so ausgedacht. Die anderen Schritte waren dann schon, weil, glaube ich, mein ganzes Team einfach eine gute Arbeit geleistet hat und gut als Bundeskanzler, zumindest in unserem System, muss man gewählt werden. Also es waren dann zwei Wahlkämpfe, wo wir Gott sei Dank gewonnen haben und so hat sich das dann ergeben.
Ich meine, apropos Wahlkampf, es gibt auch so eine ganz lustige Anekdote. War das wahrscheinlich noch weit davor, dass du mal hier in Wien so einen schwarzen Hammer-Jeep gemietet hast?
Also das war mein erster Wahlkampf, der war nicht sonderlich erfolgreich.
Das geile Mobil und so, schwarz ist geil, und dann so rumgefahren bist und so. Das war so einfach wirklich wie so startupmäßig, klingt das.
Ja, es war startupmäßig, aber es war ein Startup, das sehr schnell wieder eingegangen ist. Also das war nicht sonderlich erfolgreich, der Wahlkampf. Das waren so die ersten Taten Werbegehversuche, die nicht ganz so gut funktioniert haben. Aber danach ist es dann Gott sei Dank besser gelaufen.
Und bei den anderen Wahlen ist es am Ende auch schon dein Talent zu reden, dein Talent, Leute zu überzeugen vor der Kamera? Oder was würdest du sagen?
Ich glaube, ich hatte immer das beste Team einfach. Also ich habe immer versucht in der politischen Arbeit, mein Leitgedanke war immer, dass jeder, der mitmachen möchte, hat einen Platz. Man muss nur den richtigen finden. Und unterschiedliche Leute haben unterschiedliche Talente. Aber grundsätzlich sollte für jeden, der sich engagieren möchte, auch Raum sein. Und dadurch haben wir die Partei einfach stark geöffnet zu einer Bewegung. Und wir haben unzählige Leute aus der Zivilgesellschaft, aus der Wirtschaft, aus den Universitäten gewonnen, die bereit waren mitzumachen. Es waren lauter Menschen, die früher nicht politisch aktiv waren und auf einmal gesagt haben: Gut, Jetzt können wir was verändern, jetzt machen wir mit. Und dadurch sind wir viel breiter gewesen, würde ich sagen, als alle anderen. Und zum Zweiten, glaube ich, hat dann sehr gut funktioniert, einfach auch in der Auswahl für die Top-Jobs die besten Leute an Bord zu holen. Mein Finanzminister damals war der Chef der größten Versicherung vorher. Unser Wissenschaftsminister war vorher Vizerektor der Universität Wien. Wirtschaftsministerin, vorher Chefin des größten Telekomunternehmens. Also ich habe versucht, viele Leute von außen reinzuholen, zu mischen mit Menschen mit politischer Erfahrung und so ein Stück weit die Politik aufzubrechen, soweit das halt möglich ist. Und das, glaube ich, hat ganz gut getan.
War das eigentlich für dich jemals so ein bisschen, ja, wie soll man sagen, so weird oder ungewöhnlich? Wahrscheinlich muss es ja gewesen sein, dass du da als recht junger Typ da jetzt Leute rausholst, die teilweise 10, 20 Jahre älter sind, ganz andere Karrieren schon auch gemacht haben. Wie du gerade beschreibst, oder war das für dich einfach selbstverständlich und normal und die wollten gerne einen coolen Job haben? Dann hast du sie sozusagen überzeugt. Aber man fühlt sich wahrscheinlich ein bisschen merkwürdig.
Am Ende dann nicht mehr, würde ich sagen. Also am Anfang hat es sich natürlich sehr schräg angefühlt. Also gerade weil ich selbst der Meinung war, ich bin zu jung, das kann nicht funktionieren, habe ich dann das ganze erste Jahr über das Gefühl gehabt, ich habe recht gehabt, aber es hat mir nicht viel gebracht. Es ist dann besser geworden. Es war dann als Außenminister natürlich am Anfang noch mal teilweise ein bisschen unwirklich, wenn man dann 27 ist und dann mit dem John Kerry und anderen zu tun hat. Ja, aber es hat interessanterweise, es hat das Alter, es war am Anfang medial ein großes Thema. Es war für mich ein Thema, aber es hat mir eigentlich, wenn ich zurückblicke, fast genützt. Österreich ist ein kleines Land und zum Beispiel als Außenminister gab es viele wie den John Kerry, den Boris Johnson, andere, die mich damals treffen wollten, die sonst jetzt vielleicht nicht so viel Interesse gehabt hätten am österreichischen Außenminister, aber die gesagt haben: Hey, der ist so jung, den will ich mir mal anschauen. Und insofern jetzt mit etwas Abstand betrachtet, muss ich zugeben, dass das Alter in einigen der Funktionen wahrscheinlich sogar ein Vorteil war.
Ach krass, okay. Was, wenn du jetzt zurückblickst auf diese politische Phase, was war das, wo du jetzt dem Land am meisten rückblickend jetzt wohl Wert geschaffen oder geholfen hast? Von all den, du hast ja verschiedenste Sachen angestoßen, wahrscheinlich guckt man ja schon drauf, so ein bisschen unternehmerisch und sagt, okay, gut, dass ich das damals gemacht habe, es war für unser Land super.
Also ich glaube, ich bin auf 3 Dinge am meisten stolz wahrscheinlich. Das Erste ist, dass ich glaube, dass wir damals in der Migrationsfrage vor 10 Jahren in der Flüchtlingskrise einfach richtig damit gelegen sind, gegen illegale Migration anzukämpfen und nicht die deutsche Willkommens- und offene-Grenzen-Politik zu unterstützen. Und damals hat Angela Merkel sich sehr massiv eingesetzt für Wir schaffen das und wer sich auf den Weg machen will, der soll kommen. Und ich war damals in einer kleinen Gruppe, die auch massiv bekämpft worden ist auf europäischer Ebene, wo wir einfach daran geglaubt haben, Migration muss gesteuert werden und es kann sich nicht jeder auf den Weg machen. Und die Schlepper sollten nicht die sein, die entscheiden, wer zu uns kommt, sondern das sollten schon die Staaten selbst entscheiden. Und ich würde sagen, in diesem Kampf gegen illegale Migration waren wir am Anfang eine totale Minderheit, sind sehr bekämpft worden, sind immer in ein rechtes Eck gestellt worden. Und es ist uns über Jahre gelungen, glaube ich, da die Denke nicht nur in Österreich, aber auch in ganz Europa ein Stück weit zu verändern. Und das halte ich für wichtig, weil meine erste Tätigkeit war in der Integration. Ich weiß einfach, der Erfolg der Integration hängt ab von der Zahl der zu Integrierenden, hängt ab von der Qualität der Menschen, vom Ausbildungslevel, die da kommen. Und wenn man zu viele falsche Menschen einlädt oder kommen lässt, zu sehr die Entscheidung den Schleppern überlässt, dann wirkt sich das negativ auf unsere Gesellschaften aus. Also ich glaube, in der Migration habe ich einen Beitrag geleistet, dass Dinge sich hoffentlich in die richtige Richtung bewegen.
Man muss halt wissen, ich habe das zumindest gelesen, dass eurer Familie, als du noch selber ein Kind warst oder Jugendlicher warst, auch Migranten aufgenommen hat.
Ja klar, ich habe auch viele Freunde mit Migrationshintergrund. Das ist ja überhaupt keine— manche Medien und Politiker haben immer versucht, das als rechts darzustellen oder rassistisch. Das ist ja alles Schwachsinn. Es ist einfach, glaube ich, eine Frage des Hausverstands, dass ein Land nur gewisse Kapazitäten hat. Dass man sich überlegen sollte, wen man aufnimmt, dass man die Entscheidung selbst treffen sollte, dass es nicht gut ist, wenn Menschen illegal kommen und viele im Mittelmeer ihr Leben verlieren. Also all das ist aus meiner Sicht nicht rechts oder rechtsradikal oder fremdenfeindlich, ist einfach richtig. Und ich habe immer eine persönliche Empathie mir bewahrt gegenüber jedem einzelnen Schicksal. Aber als Politiker mit Verantwortung dem ganzen Land gegenüber, habe ich trotzdem keine Lust darauf gehabt, falsche Entscheidungen zu treffen. Und unsere Linie war damals unpopulär. Aber ich glaube, sie war richtig. Und ich bin stolz darauf, dass wir damals auch, mein ganzes Team und ich, den Mut hatten, auch trotz enormem Gegenwind diese damals unpopuläre Linie zu vertreten.
Hat da mal Frau Merkel angerufen und gesagt irgendwie—
Es waren unzählige Auseinandersetzungen.
Mit Frau Merkel auch?
Ja, na klar. Jede Europäische Ratssitzung.
Ja. Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise, und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes. Dann sag mal die anderen Sachen, wo du auch noch sagst, da hast du—
Ja, zum Zweiten, wir haben damals uns dafür eingesetzt und das auch durchgebracht, dass die Steuerlast sinkt. Wir haben insbesondere für Familien, also für Leute, die Kinder haben und arbeiten gehen, die Steuern gesenkt. Wir haben gleichzeitig aber ein Nulldefizit zusammengebracht, also keine Schulden gemacht. Das ist auch etwas, auf das ich stolz bin. Und zum Dritten haben wir damals versucht, das ist nie einfach, in einigen Bereichen einfach notwendige Reformen durchzusetzen. Die Arbeitszeitflexibilisierung, Systeme zusammengelegt. Also wir haben Schritte gesetzt, um einfach den Staat ein Stück weit schlanker und moderner zu machen. Es ist ein harter Kampf immer in der Politik, aber etwas, wo ich glaube, dass wir am richtigen Weg waren.
Wenn du jetzt heute so das alles liest mit Bürokratieabbau und bis hin zur Kettensäge, wie guckst du da drauf?
Ja, also Kettensäge gibt es ja keine, oder sie wird zumindest nicht verwendet. Habe immer als Politiker das Gefühl gehabt, die Bürokratie ist ein Wahnsinn und man muss disruptiv dagegen ankämpfen. Und als Unternehmer fühle ich mich jetzt darin bestätigt, dass ich das immer so gedacht habe. Also ich glaube, ich bin ja den Großteil meiner Zeit nicht in Österreich und bin unternehmerisch vor allem eben in anderen Teilen der Welt tätig. Ich glaube, dass wir als Europa ein wirkliches Problem haben. Wir haben viel zu viel Regulierung für viel zu wenig Innovation. Und wenn wir da nicht bald massiv gegensteuern, wird es immer schlimmer werden.
Also Wirtschaftswachstum dann nicht mehr möglich, sozusagen.
Ja klar, und das wird abgewürgt. Und das Problem ist ja nicht, das Interessante ist ja, dass ja viele Politiker dem beipflichten würden. Also wir haben ja mittlerweile eine Situation, dass es bei vielen Politikern ein Verständnis dafür gibt, aber der Bürokratieapparat schon so groß ist, dass es selbst für Politiker, die gewählt sind, schwierig ist, dagegen anzukämpfen. Und insbesondere glaube ich, wenn ich mir die Brüsseler Bürokratie anschaue, glaube ich, dass da sehr, sehr viel und teilweise weltfremde Regulierungen geschaffen wird, die alles andere als standortfreundlich sind. Wir werden vielleicht nachher eh zum Thema künstliche Intelligenz sprechen. Also die Regelungen, die wir schaffen versus der Regelungen in den USA, Die führen einfach zu einem Wettbewerbsnachteil in der derzeit mit Abstand stärksten, disruptivsten Wachstumsbranche.
Vielleicht eine Sache aus der politischen Zeit noch, die ich interessant finde. Du hast jetzt gerade gesagt, du wurdest da in die rechte Ecke gestellt. Ein bisschen was an dieser rechten Ecke, zumindest kam es in Deutschland so an, liegt auch daran, dass du damals mit den Extremrechten eine Koalition gebildet hast. In Deutschland ist es ja eine Riesendiskussion, da gibt es die sogenannte Brandmauer, weißt du ja auch. Wie blickst du darauf? War das im Nachhinein notwendig oder richtig? Oder würdest du sagen, das kommt in Deutschland ohnehin eines Tages auch, verlasst euch drauf? Oder würdest du sagen, hätte ich im Nachhinein nicht gemacht?
Also in Österreich war es sehr richtig. Ich habe Koalitionen gehabt mit rechts, mit der Sozialdemokratie und mit den Grünen. Und die beste Koalition mit Abstand war die bürgerliche Mitte-Rechts-Koalition, also die Koalition zwischen uns, der Volkspartei und der Freiheitlichen Partei in Österreich. War damals unter der Bevölkerung mit Abstand die populärste Regierung. Es war sicherlich die erfolgreichste, die effizienteste. Wir haben am meisten weitergebracht. Also das war eine gute Zeit. Es war mit den Grünen wesentlich schwieriger, nicht vergleichbar. Und insofern habe ich mich in der Regierung sehr wohl gefühlt. Ist das eins zu eins mit Deutschland vergleichbar? Aus meiner Sicht nicht. Die FPÖ, also die Rechtspartei in Österreich, die hat eine viel längere Tradition, hat einen, glaube ich, wesentlich stärkeren Reinigungsprozess hinter sich als Partei, regiert in Österreich in 5 von 9 Bundesländern, stellt in einem von 9 Bundesländern den Landeshauptmann, war schon mehrfach in der Bundesregierung, mal mit der Sozialdemokratie, mal mit meiner Partei. Also das ist ein ganz anderer Status der Partei, als jetzt das bei der AfD der Fall ist. Und insofern würde ich sagen, es ist nicht eins zu eins vergleichbar. Aus meiner Sicht ist es das gute Recht der CDU oder anderer Parteien zu sagen, mit wem sie koalieren wollen und mit wem nicht. Natürlich hoffe ich darauf, dass irgendwann die AfD sich auch verändert und ja, Ich glaube sozusagen rechtsradikales Gedankengut oder irgendwelche Altnazi-Gedanken, die haben alle nichts verloren. Und dass es diesen Reinigungsprozess in der FPÖ gab, ist definitiv nicht nur gut gewesen für die FPÖ in Österreich, sondern hat sich auch positiv darauf ausgewirkt, dass wir zusammenarbeiten konnten und das sehr gut.
Für dich im Nachhinein, weil wir haben ein bisschen drüber gesprochen, sagst du, als, als Politiker ist es teilweise auch gar nicht so verkehrt, wenn man ein bisschen polarisiert? Also wenn man irgendwie, also wir reden jetzt über Politik und auch bisschen Marketing immer bei mir, dann, dann, dann war ich ganz überrascht, dass, na ja, wer zu wenig aneckt, der macht meistens keine lange Politkarriere.
Na, ich glaube, es gibt schon Leute, die, die nicht anecken und Politkarriere machen, aber ich finde, es geht ja nicht um Karriere, ja, oder es geht ja nicht um Was kommt am besten an? Sondern ich habe mich deshalb in der Politik engagiert, weil ich was beitragen wollte, weil ich was verändern wollte. Und ich finde es immer interessant, wenn Menschen in der Politik sind, die scheinbar keine Ecken und Kanten haben und scheinbar auch nichts wollen, weil ich mich dann immer frage, was tun die dann dort? Also es wird ja oft in unseren Medien so dargestellt, als wäre das gut, wenn es keinen Konflikt gäbe oder wenn alle einer Meinung wären. Nur ich denke mir, mein Grund, mich politisch zu engagieren, war ja immer, weil ich was bewegen wollte, weil ich an etwas geglaubt habe, weil ich gedacht habe, man muss das Land, die Gesellschaft in die eine oder andere Richtung verändern. Und natürlich, wenn man das tut, dann gibt es auch Gegenwind. Dann gibt es Leute, die das nicht wollen, die das bekämpfen, die das schlechtreden. Aber die Alternative ist nichts zu tun. Und das glaube ich, sollte, wenn dann anderswo stattfinden, aber nicht in der Politik.
Was hat denn dich eigentlich so initialisiert? Also was ist dein Hauptbeweggrund? Also Ali Agca, was hat dich so—
Ja, also ich wollte nie Berufspolitiker werden. Ich habe das nie angestrebt. Aber ich habe mich, wie vorhin schon gesagt, schon mit 16, 17 damals begonnen, für Politik zu interessieren, auf einer total grundsätzlichen Ebene. Und für mich waren einfach Grundwerte wie Freiheit, Leistung, Eigenverantwortung, Meinungsfreiheit, das hat mich einfach von jung auf geprägt. In gewisser Art und Weise auch die Auseinandersetzung damit hat mich interessiert. Und so bin ich da hineingeraten.
Am Ende war es dann trotzdem irgendwann vorbei. Und wahrscheinlich warst du nicht glücklich mit der Art des Abschieds oder wie es geendet ist, oder?
Ja klar. Also ich habe über 10 Jahre in der österreichischen Bundesregierung in unterschiedlichen Funktionen gearbeitet. Ich glaube, ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich habe damals dem grünen Koalitionspartner das Justizministerium überlassen. Die haben dort alle möglichen Personen mit anderen Meinungen oder anderem Background ausgetauscht. Und auf einmal, nachdem wir lang beschäftigt waren, also ich zumindest mit der Corona-Bewältigung, sind alle möglichen Vorwürfe hereingeflattert gegen mich und Mitglieder meiner Partei. Und alle möglichen Strafverfahren sind eröffnet worden. Mit der Konsequenz, dass das mir ein Stück weit die Freude an der Politik geraubt hat. Und ich habe dann zum gewissen Zeitpunkt einfach für mich definiert. Also ich war immer in der Politik, um was zu gestalten und was zu verändern, um hart zu arbeiten. Und ich habe es immer ausgehalten, kritisiert zu werden. Aber ich hatte wenig Lust darauf, mich den halben Tag verteidigen zu müssen gegen konstruierte Vorwürfe, die einfach nichts mit der Realität zu tun haben. Und darum habe ich damals entschieden, ich lasse das gut sein mit der Politik. War sicherlich auch, weil ich damals gerade zum ersten Mal Vater geworden bin und das Gefühl hatte, okay, nach 10 Jahren ist es ein guter Moment, auch mal was anderes zu machen. Und ich bereue die Entscheidung nicht. Aber ja, es ist eine gewisse Genugtuung für mich gewesen, dass jetzt nach 4 Jahren Verfahren, weil ich angeblich gelogen hätte im parlamentarischen U-Ausschuss, nach 4 Jahren Verfahren endlich bei Gericht entschieden worden ist, dass das alles Blödsinn war und ich endlich gewonnen habe und somit mal der erste Vorwurf, der erhoben wurde, jetzt einmal gewonnen wurde.
Einer ist noch offen.
Einer ist noch offen. Auf das freue ich mich schon, weil es wird genauso ausgehen. Ganz generell muss ich sagen, ich finde es schlecht, wenn die Justiz missbraucht wird, um Politik zu machen oder die Politik zu beeinflussen. Ich finde es aber gut, wenn am Ende sozusagen sichtbar wird, dass an den Dingen nichts dran war und dass der Versuch einfach ein sehr durchschaubarer ist.
Wer hat dich in diesen ganzen politischen Jahren, also du hast ja echt Krasse Leute getroffen und um die Welt bist du gereist und hast ja viele Termine bekommen, wie du gerade beschreibst, die man vielleicht sonst gar nicht bekommen hätte. Wer hat dich so am meisten beeindruckt?
Ganz viele. Also ich habe immer sehr beeindruckend gefunden Mark Rutte. Der war damals ein Premierministerkollege aus den Niederlanden. Toller Typ, sehr intelligent, sehr schnell, sehr charismatisch. Der ist mittlerweile NATO-Generalsekretär mit Zudem habe ich immer sehr aufgesehen. Ich habe es irrsinnig spannend gefunden, den Donald Trump zu treffen, weil der in manchen Bereichen genauso ist, wie er medial beschrieben wird und in anderen Bereichen ganz anders.
Hast du mit dem so ein One-on-One-Termin mal gehabt?
Ja klar. Und war irrsinnig interessant, weil über den liest man und hört man so viel und dann zu schauen, wo stimmt das mediale Bild und wo ist es einfach—
Sag mal, wo stimmt es und wo stimmt es nicht?
Also ich würde sagen, es stimmt in der Art und in der Weise, dass er ein völlig atypischer Politiker ist. Also er ist einfach nicht diplomatisch und gar nicht wie die meisten anderen Politiker. Aber so die Art und Weise, wie er da in vor allem deutschen und österreichischen Medien dargestellt wird, als wäre er sozusagen der dümmste Mensch der Welt und durch Zufall ist er da jetzt Präsident geworden. Das ist natürlich nicht die Realität. Natürlich kann der auch sehr gewinnend sein, ist einer, der ganz genau weiß, was er will, der interessanterweise immer dieselbe Taktik anwendet, treibt mal groß auf, gibt ein Ziel vor oder eine Verhandlungsposition, die bei 1000% liegt. Am Ende kriegt er 80% und ist froh darüber und denkt sich, mehr rausgeholt, als alle anderen je geschafft haben. Also ist ein spannender Typus Politiker, weil er einfach kein klassischer Politiker ist, sondern sein Leben lang in der Wirtschaft war, ein Unikat in einer gewissen Art und Weise.
Was hast du mit dem, also ich muss mir das vorstellen, gab es was zu verhandeln mit dem oder einfach nur ein Kennenlernen oder war das so?
Beides. Also natürlich ist ein erster Termin immer ein Kennenlernen. Und gleichzeitig war das damals auch schon die Zolldebatte zwischen Europa und Amerika. Und nachdem die USA für uns, auch wenn wir ein kleines Land sind, auch einer der wichtigsten Handelspartner ist, war das schon damals relevant. Also gewisse Themen wiederholen sich und man denkt sich, wenn man es jetzt im Fernsehen sieht, okay, kennt man. Aber das war sicherlich spannend. Dann würde ich sagen, war für mich immer interessant, Putin zu treffen, weil das einfach eine völlig andere Welt noch mal ist. Ich habe mich immer sehr für den Raum im Middle East Aber Putin, ihr habt doch auch so One-on-One-Treffen noch gehabt damals? Ja, ja, Putin und ich haben sicher 10-mal gesprochen in einer Phase, in der es noch gänzlich anders war, wo es noch keinen russischen Aggressionskrieg gegeben hat. Und ja, die Hoffnung eigentlich damals war, dass die ganze Welt immer stärker zusammenrückt. Ich habe Politik noch in einer Phase gemacht, wo zumindest ich dran geglaubt habe, dass die Globalisierung immer stärker voranschreiten wird und wir eher näher alle zusammenrücken und nicht am Ende in einer geteilten Welt aufwachen.
Hast du mit ihm dann auch Deutsch gesprochen?
Er spricht sehr gut Deutsch, ja.
Und man redet dann auf Deutsch und dann hat er, das ist ja noch mal eine andere Qualität. Man merkt dann ja noch mal vielleicht in der Muttersprache oder deiner zumindest so, wie ist jemand drauf?
Ja klar.
Und du hast nicht das Gefühl gehabt, dass der jetzt solche Sachen machen würde, wie jetzt passiert sind?
Na ja, es war natürlich damals mit den Geschehnissen am Maidan und der Übernahme der Krim war damals schon, würde ich sagen, in nicht der gleichen Brutalität wie jetzt. Aber das war natürlich schon ein Vorbote für das, was danach gekommen ist. Er hat in jedem Gespräch immer gesagt, dass er sich bedroht fühlt von der NATO und dass er das Gefühl hat, die Europäische Union rückt immer stärker an ihn heran und er hat ein Recht darauf mitzubestimmen in den Ex-Sowjetstaaten. Ich habe das damals nie richtig ernst genommen. Dieses Recht gibt es natürlich auch nicht. Aber ich glaube, dass das der Blick von ihm, der Blick vieler in seiner Umgebung ist und dass wir in einer Situation gelandet sind, die sehr schwer auflösbar ist jetzt.
Sag mal, Middle East, da warst du auch häufiger?
Ja, und ich finde es eine extrem interessante Region mit unendlichem Potenzial. Also wenn ich versuche, ein bisschen vorauszuschauen, dann würde ich sagen, das ist sicherlich eine Region, die immer relevanter werden wird.
Und das heißt, du warst auch damals mit den Königsfamilien in verschiedenen Emiraten und so warst du dann unterwegs?
Also unterwegs, also jetzt nicht so, wie wenn wir beide auf ein Bier gehen würden. Aber ja klar, als Außenminister und als Bundeskanzler ist man viel unterwegs und hat auch das Privileg, viele Menschen kennenlernen zu dürfen.
Okay, das heißt also, die großen Namen alle getroffen. Und Mark Rutte war aber am Ende der, der am meisten herausgeragt hat. Also von der—
Ich würde sagen, in der Europäischen Union habe ich ihn immer sehr bewundert und wir haben in vielen Fragen sehr ähnlich gedacht. Aber natürlich gab es viele andere Charaktere auch, von Merkel bis Orbán. Es waren schon viele dabei, die auf ihre Art und Weise sehr spannend waren.
Ich habe heute meine Kollegin Kaja, unsere Head of People, hier mit im Studio, und zwar aus folgendem Grund: Wir haben gerade zum dritten Mal über die Recruiting-Plattform Instaffo jemanden eingestellt, und zwar diesmal unsere Product Lead Johanna. Also man hört schon, Instaffo ist nicht nur Partner hier im Podcast, sondern die helfen uns beim Recruiting wirklich weiter, oder Kaya?
Absolut. Wir haben bei OMR ja eine recht starke Employer Brand. Trotzdem ist Instaffo eine riesige Hilfe im Recruiting, und da ist halt echt cool, dass wir vorab keine Kosten haben, schnell Stellen veröffentlichen und innerhalb weniger Tage mit super gut passenden Talenten Aber ihr hört es selbst, wenn ihr also gerade Stellen offen habt, macht es doch gerne so wie wir auch.
Bei Instaffo sehen nur Talente eure Stelle, die auch wirklich darauf passen, und ihr müsst erst bezahlen, wenn auch wirklich jemand eingestellt wird. Als OMR-Hörerin, Hörer spart man außerdem 500€ auf die erste Einstellung. Einfach auf instaffo.com/omr gehen, da gibt's noch eine kurze Demo und man kann sich registrieren. Also, instavo.com/OMR. Es gab ja eigentlich damals so eine Phase, wo sehr viele junge Politiker aufkamen, also in Neuseeland, in Finnland, glaube ich. Du warst dabei, aber es gab eine ganze Reihe. Mittlerweile ist das eher wieder zurück zu sehr vielen älteren Menschen.
Na, das stimmt nicht. Das würde ich so überhaupt nicht sehen, sondern ich glaube, es ist Da gibt es keine Logik. Und es war jetzt ein gewisser Zufall, dass damals die Sanna Marin in Finnland und ich relativ jung waren. Aber wenn ich mir das jetzt anschaue, die Premierministerin in Dänemark ist auch jung. Also es gibt viele Minister, die um die 30 sind. Also ich würde sagen, in Amerika ist es vielleicht ein bisschen anders, aber die europäische Politik ist altersmäßig sehr durchmischt. Also jung genauso wie älter, was ich gut finde. Sie wird Gott sei Dank ein bisschen weiblicher durchmischt. Also ich glaube, Politik sollte die Bevölkerung abbilden. Männlein, Weiblein, Ältere, Jüngere. Und mir kommt vor, dass das mehr und mehr eigentlich so wird.
Und als dann dein Ausstieg da war, dann Kind bekommen und dann hast du—
also nicht ich bekommen, aber wir haben ein Kind.
Dann habt ihr als Familie das Kind gehabt und dann hast du dich gefragt, okay, was mache ich jetzt eigentlich? Wie geht's jetzt wieder los? Was ist dein Leben? Da warst du 35, glaube ich.
35, ja.
Also manche sind da gerade mit der Promotion fertig, so ungefähr. Nein, hast du schon. Also wie muss man sich vorstellen? Hast du ein bisschen rumtelefoniert? Hast du versucht, irgendwie rauszufinden, was du jetzt machen möchtest? Was gab es für Angebote? Erzähl mal so ein bisschen.
Ja, also ich war natürlich darauf überhaupt nicht vorbereitet, weil ich habe immer gewusst, irgendwann werde ich was anderes machen als Politik. Habe ja rund um die Uhr gearbeitet. Also ich hätte nie jetzt Zeit gehabt, mir da groß drüber Gedanken zu machen, dass ich dann die Politik verlassen habe. Das läuft ja auch so ab, das kann man ja keinem groß erzählen vorher. Also ich habe meine Familie informiert, ich habe ein paar enge Wegbegleiter informiert. Aber sobald man das mehr als 5 Leuten sagt, steht es in der Zeitung. Das heißt, ich habe für mich entschieden, ich werde die Politik verlassen, habe eine Handvoll Leute informiert und habe es dann gleich 2 Tage später auch öffentlich gemacht und hatte keine Idee, was ich als Nächstes mache. Und ich habe an dem Tag dann meine Freundin und unseren Sohn aus dem Spital abgeholt, habe die heimgebracht und als die am Abend schlafen gegangen sind, habe ich mir gedacht: Was mache ich jetzt eigentlich? Und ich hatte dann Gott sei Dank, und das hat mir natürlich fürs Selbstbewusstsein sehr geholfen, die ersten Anrufe und Nachrichten, die geschrieben haben, Komm doch zu uns oder mach was mit uns. Und das waren eigentlich alles Vorstands- oder Managementangebote in deutschen, schweizer, amerikanischen Unternehmen.
Wenn man es mal so sagen kann.
Quer durch von Industrie bis Tech. Und ich habe eigentlich mir damals gedacht, ja logisch, das mache ich, weil ich habe immer in großen Strukturen gearbeitet. Als Minister oder Bundeskanzler hat man eine große Struktur, mit der man arbeitet, die man versucht, tagtäglich zu motivieren. Und insofern war für mich logisch: Gut, ich übernehme eine Managementfunktion in irgendeinem dieser Unternehmen. Und dann gab es einige Freunde, die auf mich eingeredet haben und gemeint haben: Du warst doch in der Politik auch immer eher wie ein Unternehmer. Und außerdem hast du deine ganze Politikzeit immer davon gesprochen, wie wichtig es ist, dass Leute mutig sind und Unternehmer werden und gründen und Jobs schaffen. Du musst was Unternehmerisches machen. Und ich habe mir damals gedacht, na gut, ich habe nie was anderes gemacht als Politik. Was soll ich jetzt Unternehmerisches machen? Ich habe herumüberlegt und war wirklich geneigt, einen dieser Jobs anzunehmen. Und ja, irgendwann, Gott sei Dank, habe ich mich dann überreden lassen und habe mir gedacht, okay, vielleicht ist es ja wirklich der richtige Weg. Ich traue mich drüber und überlege mal, was ich anderes machen könnte. Und dann ist es naheliegend, machen ja viele Ex-Politiker, ein Beratungsunternehmen zu gründen. Und insofern habe ich mal gestartet mit einem Beratungsunternehmen. Es gab dann einige, die Gott sei Dank gleich an mich herangetreten sind und gemeint haben, lass uns doch da zusammenarbeiten. Thiel Capital, also von Peter Thiel, war der erste Kunde.
Muss man aber aufklären, weil ich hätte auch häufiger gelesen, du hast da gearbeitet.
Nein, nein, nein. Ich hatte ein Beratungsunternehmen mit mehreren Kunden.
Also warst du nicht bei wem angestellt? Das klang manchmal so, als wenn du da—
Nein, nein, nein. Ich war nie angestellt. Ich habe mich gleich selbstständig gemacht, für Thiel Capital gearbeitet, habe in Abu Dhabi für Master begonnen, tätig zu sein und einige andere und habe so eigentlich eine ganz gute Transformationserfahrung gehabt, weil ich auf der einen Seite Gott sei Dank was beitragen konnte und auf der anderen Seite aber auch sehr schnell einen Einblick bekommen habe in die Unternehmenswelt. Und nach einiger Zeit habe ich mir gedacht, okay, aber ich möchte jetzt nicht mein ganzes Leben als Berater arbeiten. Ich möchte irgendwie selber auch noch mal was aufbauen oder was gründen oder was Größeres bauen. Und habe damals eben den Eindruck gehabt, dass die künstliche Intelligenz unsere Welt jetzt schon massiv verändert und dass das immer schneller und immer mehr werden wird. Und bin dann herumgereist und habe mir gedacht, ich suche nach einem Partner, um etwas in diesem Bereich künstliche Intelligenz zu starten und habe einige Freunde gebeten, in unterschiedlichen Ländern mir Leute vorzustellen, die potenzielle Partner wären, gerade gegründet haben oder einen technischen Background haben, mit denen ich was gemeinsam machen könnte. Miami und in New York und dann auch in Tel Aviv. Und als ich in Tel Aviv angekommen bin, hat mir der Freund von mir damals geschrieben: Tut mir leid, meine Frau ist im Spital, ich kann nicht kommen und es fällt aus. Und ich habe mir gedacht: Na großartig, kleines Kind zu Hause, genug Arbeit für meine Beratungstätigkeit und jetzt 2 Tage da umsonst in Tel Aviv. Dann hat er mir noch eine zweite Nachricht geschrieben: Aber ich habe wen geschickt, der dich vom Flughafen abholt. Und dann stand auf einmal neben mir jemand und schaut mich an und sagt, are you Sebastian? I said, yes. Und er sagt, okay, I'm here to babysit you for the next 2 days. Ich habe gedacht, na gut, bin zu ihm ins Auto eingestiegen, sind dann losgefahren Richtung Teneriff vom Flughafen. Ich mit der Erwartungshaltung, 2 verlorene Tage. Der mit der Erwartungshaltung, warum muss er da jetzt irgendjemanden, den er nicht kennt, herumführen? Und im ersten Termin bin ich dann draufgekommen, okay, alle dort sind so respektvoll ihm gegenüber. Jeder kennt ihn irgendwie. Dann habe ich gesagt, gut, erzähl mal du ein bisschen mehr. Was hast du denn bisher gemacht? Was machst du, wenn du mich nicht gerade herumführst? Und dann hat er gesagt, na, ach so, er hat gedacht, das weiß ich. Er ist der Gründer der NSO, einer der größten Cyberintelligence-, Cyberoffensive-Firmen der Welt. Sie haben die Spionagesoftware Pegasus erfunden. Und ich habe mir gedacht, okay, habe ihn dann gebeten, dass er mir auch das Unternehmen zeigt, eine Demo zeigt. Ich war fasziniert von der Technologie, einfach die Möglichkeit für Geheimdienste und für Justizverfolgungsbehörden, Polizei auf jedes Handy der Welt innerhalb von kürzester Zeit zugreifen zu können. Zero Click, nur indem man die Nummer kennt. Und dann habe ich gedacht, okay, unglaublich, was alles möglich ist technisch. Und wir haben uns dann in den 2 Tagen so schnell so gut verstanden, dass ich ihm am Ende der 2 Tage gesagt habe: Du, also alles war beeindruckend. Danke. Aber wenn ich was gründe, dann würde ich es eigentlich gerne mit dir machen.
Okay.
Und ich möchte aber nicht Cyber Intelligence oder Offensive Cyber machen, weil ich komme aus einem kleinen neutralen Land wie Österreich. Bei uns gibt es Gott sei Dank fast keinen Terrorismus und Kriege auch keine. Also bei uns hat keiner Verständnis für Spionagesoftware und für das Hacken von Telefonen. Also das ist nicht ganz meine Welt. Und dann hat er gelacht und hat gesagt: Ja, aber ich bin der Gründer und der CEO einer der größten Firmen in dem Bereich. Dann habe ich gesagt: Gut, ich war mal Bundeskanzler, jetzt bin ich es nicht mehr. Wenn es bei dir auch mal eine Veränderung gibt, dann ruf mich an. Und ich habe gar nicht dran geglaubt. Aber Monate später hat er seine Anteile verkauft, hat als CEO aufgehört und ich war wirklich der Erste, den er angerufen hat. Und hat gesagt, willst du noch immer was gemeinsam machen? Habe ich gesagt, ja klar. Haben uns getroffen und dann hat es wieder monatelang gedauert. Und danach haben wir dann gemeinsam die Idee gehabt und dann schlussendlich mit einem dritten Gründer die Idee gehabt, einfach sehr viel Talent aus dem Cyber Offensive Bereich, aus dem Cyber Intelligence Bereich anzuheuern und diesen Hackern unter Anführungszeichen die Möglichkeit zu geben, eine künstliche Intelligenz zu trainieren und ein Large Language Model zu bauen in diesem Bereich als Basis für eine Plattform, um Staaten und kritische Infrastruktur vor Cyberangriffen zu schützen. Und nachdem wir Leute geholt haben, die in dem Bereich die Besten der Welt sind, den Anspruch sogar zu haben, nicht nur gegen klassische Angriffe schützen zu können, sondern auch gegen sogenannte State Sponsored Attacks, also sozusagen Attacken, wo wirklich Staaten oder auch sehr gut finanziell ausgestattete Gruppen dahinterstehen. Ja, und das war der Beginn einer unternehmerischen Reise, die sich jetzt Gott sei Dank eigentlich relativ gut entwickelt hat.
Und zu den meisten eurer Kunden gehören dann aber auch Staaten.
Genau, es sind entweder Staaten oder sehr große Unternehmen, die über wichtige kritische Infrastruktur verfügen, wie Öl- und Gasunternehmen oder Banken. Und die wollen sich verteidigen oder schützen? Die wollen sich davor schützen, dass jemand großen Schaden anrichtet, indem er die Systeme lahmlegt.
Und die Firma heißt Dream.
Dream.
Genau. Wie viele Leute arbeiten da jetzt?
Also wir wachsen ständig. Wir sind jetzt bei rund 200 Mitarbeitern.
Und das sitzt in Tel Aviv?
Also das Headquarter ist in Tel Aviv und wir sind in Tel Aviv gestartet, haben ein Büro dann in Abu Dhabi und jetzt in Wien aufgemacht. Folgen natürlich auch unseren Kunden. Und insofern, ja, sind wir dahinter, jetzt mit Jahreswechsel in Amerika und Südamerika einzusteigen. Sind in Asien jetzt mittlerweile. Also es entwickelt sich ganz gut.
Und ihr habt also Finanzierungsrunden, hat es schon jetzt glaube ich mehrere gegeben, zumindest eine große, wo dann auch diese berühmte Unicorn-Schwelle geknackt wurde. Also die Firma ist jetzt, ich glaube, man hat es ja schon wieder ein bisschen mehr gemacht seit der letzten Runde. Mehrere Milliarden dürfte sie jetzt wert sein.
Nein, also wir sind jetzt, da sind wir noch nicht, aber, oder ist immer Auffassungssache. Aber die letzte Runde war bei einer Milliarde. Unser größter Investor in der letzten Runde war Bain Capital. Also unsere Reise hat so begonnen, dass wir am Anfang 20 Millionen geraised haben, um zu starten. Wie immer dauert alles viel länger und kostet viel mehr, als man am Anfang glaubt. Wir haben dann relativ schnell noch einmal 35 Millionen geraised und jetzt zuletzt dann 100 Millionen von Bain Capital, die die letzte Runde geleitet haben und ja, haben mittlerweile ein relativ solides LLM gebaut und eine Plattform entwickelt, die in zahlreichen Staaten jetzt in Asien, Middle East und Europa im Einsatz ist und wollen natürlich weiter wachsen.
Also am Ende geht es um den Schutz von kritischer Infrastruktur.
Genau, es geht einfach darum, dass Unsere These ist, und ich glaube, dass die leider Gottes richtig ist, dass gerade die Spannungen, die wir heute erleben in dieser geteilten Welt, dazu führen werden, dass es immer mehr Angriffe geben wird. Und die Angriffe werden im Regelfall nicht eine Rakete sein, die abgefeuert wird, weil man bei einer Rakete relativ genau weiß, wo sie herkommt, wo sie einschlägt. Es gibt Tote, sie führt zu einer militärischen Auseinandersetzung oder einem massiven Konflikt. Also das wird sich Gott sei Dank auf wenige Staaten beschränken, diese Form der Auseinandersetzung. Aber was sicherlich mehr und mehr werden wird, ist einfach der Versuch, mit Cyberangriffen ganz gezielt anderswo Informationen zu stehlen oder auch massiven Schaden anzurichten, indem Elektrizitätsversorgung zerstört wird oder in die Wasserversorgung eingegriffen wird. Banken, Öl- und Gasunternehmen sind für diese Ziele.
Du bist ja aktuell in einem Segment unterwegs, da war jetzt ja nicht so komplette Greenfield, das noch nie jemand gegeben hat, sondern sag mal so ein paar andere Namen, die man vielleicht kennt, die auch so in so einem Feld unterwegs sind.
Riesenunternehmen wie Palo Alto und viele andere, die in diesem Feld tätig sind. Und wir sind bei Gott nicht die einzigen, klarerweise. Aber es ist in Summe ein natürlich sehr stark wachsender Bereich, weil je mehr in unserer Welt digitalisiert ist, desto mehr Risiko natürlich auch, dass da was passiert. Also in Summe ist der Markt ein wachsender und wir haben uns halt auf gewisse Bereiche, es wird dann glaube ich zu technisch, aber auf gewisse Bereiche spezialisiert, insbesondere Bedürfnisse von Staaten, die teilweise eben nicht auf normalen Serveranlagen sind, sondern Produkte brauchen, die Air-Gapped sind, die auf ihren eigenen Serveranlagen funktionieren und das alles eben unterstützt mit künstlicher Intelligenz.
Wie viel Prozent deiner Zeit machst du das aktuell?
Also am Anfang war der Großteil meiner Tätigkeit die Beratungstätigkeit, als ich die Politik verlassen habe. Und jetzt habe ich die Beratungstätigkeit sehr reduziert und habe mich sehr in das Unternehmen gestürzt.
Und war Thiel oder Thiel Capital auch einer der ersten Investoren in der frühen Phase?
Nein.
Also es war eine amerikanische Investoren wahrscheinlich jemand von?
Wir haben einen bunten Mix aus Investoren, aber die ersten Investoren waren vor allem ein Fonds Los Angeles Group Eleven und ein Fonds Israel Aleph und zuletzt dann und dann noch mehrere kleinere Investoren und zuletzt eben Bain Capital.
Sag mal ein paar Worte zu Thiel, also weil das ist ja gerade in Deutschland so eine fast mythische Person, auch kritisch gesehen. Wie hast du ihn eigentlich kennengelernt? Also noch als Bundeskanzler oder kam der auf dich zu, nachdem du da raus warst?
Nein, wir haben uns durch Zufall wesentlich früher kennengelernt. Ich glaube, als ich Staatssekretär oder Außenminister war. Ich habe ihn immer als sehr spannend empfunden und war natürlich froh, als er mich dann angesprochen hat, nachdem ich die Politik verlassen habe.
Also war das zum ersten Mal, dass er dich dann zum ersten Mal persönlich—
Nein, nein, nein. Wir haben uns immer wieder getroffen. Ich kannte ihn in meiner Zeit als Staatssekretär, Außenminister, als Bundeskanzler.
Und irgendwann gab es ja mal den ersten Kontakt. Also hast du den mal angeschrieben? Hat er dich mal angeschrieben? Mensch, du bist ja so ein Shootingstar, ich will dich mal kennenlernen. Oder?
Also ich könnte mich nicht daran erinnern, wann der erste Termin war. Aber wie soll ich sagen, als Bundeskanzler und als Außenminister ist man viel unterwegs. Man trifft generell viele Personen aus Politik, Wirtschaft, Medien. Also ich könnte jetzt nicht mehr sagen, wo es war. Ich glaube, es war bei der Münchner Sicherheitskonferenz oder irgendwo, wo wir uns kennengelernt haben. Und ich halte ihn für einen wirklich beeindruckenden Unternehmer und Investor. Ich kann nicht ganz nachvollziehen das mediale Bild, das da immer wieder über ihn gezeichnet wird, vor allem in Deutschland. Meistens würde ich mal sagen von Personen, die noch nicht eine Silbe mit ihm gesprochen haben, den wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben gesehen haben. Also aus meiner Sicht ist er jemand, der einen unglaublichen Riecher dafür hat, wo sich die Welt hinentwickelt. Der ein unglaubliches Gefühl dafür hat, was technologisch stattfindet und was die nächsten disruptiven Veränderungen sind. Und politisch ist er aus meiner Sicht einfach ein sehr intellektueller, hat Philosophie studiert, ein sehr intellektueller, interessierter Geist, der einfach eine recht libertäre Einstellung hat. Einen schlanken, schlanken Staat als das richtige Modell empfindet. Jetzt etwas, was man sich in unseren Breitengraden da nicht unbedingt in Westeuropa vorstellen kann, aber ein legitimer Ansatz.
Liquidität ist der Treibstoff für alles Wachstum. Aber lange Zahlungszyklen binden häufig wertvolle Liquidität oder wertvolles Kapital. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Sage ins Spiel. Sage beschleunigt mit Sage Intacct den gesamten Prozess von der Leistung bis zum Zahlungseingang. Die Fakten sprechen für sich: Die Zeit bis zum Zahlungseingang sinkt von etwa 120 auf unter 70 Tage. Eure Rechnungszyklen werden über 50% kürzer. Der Monatsabschluss ist bis zu 73% schneller fertig. Ihr trefft Entscheidungen endlich auf einer aktuellen Datenbasis. Das heißt weniger Kapitalbindung und mehr Liquidität für Investitionen. Und mit dem KI-gestützten Finanzmanagement habt ihr den ganzen Cashflow jederzeit im Blick. Über 2 Millionen Kunden weltweit vertrauen auf die Cloud-Lösung von Sage. Extra für OMR-Hörer gibt's außerdem jetzt ein exklusives Angebot: Ihr bekommt 20% Rabatt auf die ersten 12 Monate. Das Angebot gilt für Sage Intacct inklusive dem Sage Copilot bis 31.12.2026. Sagte er auch sozusagen Freiheit und Demokratie passen nicht gut zueinander oder so was?
Ja, also das ist die mediale Verkürzung dessen. In Wahrheit hat er viele Aufsätze und Bücher zu diesem Thema geschrieben. Und die Grundthese ist einfach, dass er, glaube ich, relativ gut aufgezeigt hat, wo die Schwächen und Grenzen unserer Demokratie sind. Was in anderen Systemen gut und was in anderen Systemen schlecht funktioniert. Also wenn man mit ihm spricht, wenn man sich ausführlich mit ihm darüber unterhält.
Spricht er Deutsch oder Englisch?
Er spricht relativ gut auch Deutsch, aber meistens dann eher Englisch bei diesen Themen. Und wenn man sich einmal eine halbe Stunde mit ihm unterhält, dann weiß man, dass er kein Feind der Demokratie ist, sondern dass er einfach ein jemand ist, der Interesse am Diskurs hat, manchmal provokante Thesen einwirft, um den Diskurs ein bisschen zu beflügeln. Und ja, er ist sicher kein Linker und er ist sicher ein eher libertärer Geist. Aber das ist ja nichts Verbotenes. Was ich ein bisschen schade finde, ist, dass ich manchmal in Österreich, Deutschland bei uns halt das Gefühl habe, es gibt überhaupt keinen Raum mehr für Diskurs. Es gibt überhaupt kein Bewusstsein mehr dafür, dass unterschiedliche Meinungen eigentlich was Positives sind. Also alles, was nicht dem Mainstream entspricht, wird sofort als rechts, böse, verwerflich oder sonst was dargestellt. Und das finde ich einfach schade. Also es gibt vieles, was ich jetzt inhaltlich mit ihm teilen würde. Es gibt vieles, wo ich inhaltlich unterschiedlicher Meinung bin. Aber ich finde das ja eigentlich erfrischend, dass es gescheite Leute gibt, die was im Kopf haben. Die eine Meinung haben und wo man drüber diskutieren kann.
Und wie kann man sich so eine Beratung dann vorstellen? Also wo kannst du dem helfen? Über Kontakte eher oder über?
Nein, er kann jeden Menschen treffen, den er möchte. Ich habe damals im Bereich Geopolitik ein bisschen mitwirken können. Also in der Frage, wo geht die Welt hin? Wie entwickeln sich gewisse Teile dieser Welt?
Man macht eine Studie für den und sitzt dann zusammen und berät sich und tauscht sich aus.
Es war eher ein Gespräch und ein Austauschen und ein Versuchen, Informationen und Meinungen einzuholen.
Ich habe jetzt einen ganz Fun Fact.
Und für mich, was sehr interessant war, war einfach diese Investmentwelt kennenzulernen, die für mich einfach eine völlig neue war und auch erstmals sozusagen mitzuerleben, wie sehr geopolitische Entscheidungen oder geopolitische Veränderungen einfach massive Auswirkungen auf Börsekurse, Unternehmensstrategien, haben können.
Ich fand ganz interessant, Fun Fact, mir hat vor ein paar Tagen jemand erzählt, dass wohl diese deutsche Peter-Thiel-Story, also der Podcast, den es da gibt, der geht ja gerade seit Monaten durch die Charts und scheint ganz viele Leute in Deutschland sehr zu interessieren, dass der jetzt wohl auch bei ihm angekommen ist, also bei Thiel selber, weil seine Mutter ihm den geschickt habe. Die ist irgendwie deutschsprachig und hat ihm das wohl geschickt und gesagt, was denn, was ist das? Also verrückte Geschichte.
Also ich habe den Podcast jetzt nicht verfolgt, aber Ich bin immer grundsätzlich der Meinung gewesen, es ist dann sinnvoll, über jemanden zu berichten oder ein Bild von jemandem zu zeichnen, ein öffentliches Bild, wenn man sich mit jemandem nicht nur beschäftigt hat, sondern wenn man mit wem gesprochen hat, wenn man versucht hat, mit dem zu diskutieren, wenn man sozusagen wirklich was beisteuern kann. Und ich habe das Gefühl, dass gerade Peter Thiel jemand ist, den ja, wo die Mehrzahl derer, die über ihn schreiben, noch nie mit ihm gesprochen hat.
Ich habe in dem Podcast gehört, der hat sogar in Wien geheiratet. Also derzeit ist er glaube ich ein Mann, also sein Partner. War das in Wien hier?
Also ich war nicht dabei, aber es war in Wien, ja.
Krass.
Also der, aber es ist schon glaube ich relativ lange her.
Aber du warst ja schon auf, auf generell auf verrückten Hochzeiten, wo wir gerade Hochzeiten sprechen, weil eine Sache habe ich auch gelesen, du warst irgendwie auf der Hochzeit nicht, aber dafür auf der vielleicht größten Hochzeit der letzten Jahre in Indien. Bei den Ambanis, das ist ja so die wichtigste Familie da in der Wirtschaftswelt in Indien. Also auch da bist du dann mal so eben unterwegs.
Also ich bin nicht oft in Indien, aber im Schnitt einmal im Jahr wahrscheinlich oder ein-, zweimal im Jahr. Spannendes Land. Beeindruckende Familie, die Ambanis. Und abgefahrene Hochzeit. Also es war wirklich ein Erlebnis, weil unendlich bunt war, ganz anders, als wir das kennen und natürlich von den Dimensionen sehr verrückt.
Und es waren ja auch dann, glaube ich, Mark Zuckerberg oder Cook von Apple und so, Tim Cook. Es gab so Bilder, dass die auch alle da waren.
Also es waren viele Menschen in Summe dort. Es waren auch unter den internationalen Gästen viele, die ich gekannt habe. Ich werde nicht vergessen, dass am Ende vor mir auf der Bühne Boris Johnson mit seinem kleinen Kind auf den Schultern tanzend gestanden ist. Also es ist ein Bild, das ich seither nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Nein, es war ein lustiger Abend und definitiv ein Erlebnis. Ja, weil ich war schon auf vielen Hochzeiten. Ich war sogar schon auf einer indischen Hochzeit zuvor. Allerdings wesentlich kleiner, wesentlich weniger schrill und prunkvoll. Und insofern war es ein ganz spannendes Erlebnis.
Wie gerät's? Ich meine, du hast ja wirklich schon auch ein Talent für Networking, offensichtlich. Also wenn man es gerade auch sieht, internationales Networking, wenn man das so hört, wie du überall vernetzt bist. Klar, das ist natürlich als Außenminister und Ex-Kanzler dann auch ein bisschen einfacher als für andere, diese Leute mal irgendwann kennengelernt zu haben. Aber du musst ja auch dann doch connecten, also irgendwie muss was bleiben. Und dass dann die jetzt jemanden aus Österreich zu ihrer Hochzeit einladen, ist ja auch nicht selbstverständlich.
Ich glaube nicht, dass das ein Talent ist. Ich mag einfach Menschen. Ich mag es, mit Menschen Zeit zu verbringen. Ich glaube, es gibt unterschiedliche Typen. Es gibt Typen, die, glaube ich, sehr gut daran sind, im Selbststudium zu sitzen, zu lesen, zu lernen. Das war ich vom Typus her so nie. Ich war immer ein kommunikativer Typ. Ich habe immer eher in Teams arbeiten können, in einer Gemeinschaft etwas erlernen oder erarbeiten können. Und ja, ich bin halt, ja, bin noch immer jung, aber ist auch nicht mehr der Jüngste mit 39 und war schon 20 Jahre lang jetzt auf dieser Welt unterwegs in den unterschiedlichsten Ländern und habe Leute kennengelernt.
Wie war das für einen am Bahnhof? Nur aus Neugier, weil ich bin ja auch jetzt durch den Podcast hier und da mal unterwegs und frage mich dann trotzdem, wie kommt man, wie hält man denn den Draht? Wie begegnet man solchen Leuten?
Also nachdem du jemand bist, der 70.000 Menschen zu seinem Event bewegt, Komme ich mir jetzt ein bisschen komisch vor, wenn du mich fragst, wie behält man den Draht?
Also, am Banis waren wir wieder nicht, leider.
Ja, na ja, wenn du sie einlädst, werden sie auch kommen.
Okay, aber das heißt, das war noch aus der Zeit als Kanzler dann oder so?
Nein, ich habe den Vater des Bräutigams, also den Herrn Amanis Senior, habe ich danach kennengelernt im Rahmen meiner unternehmerischen Tätigkeit. Ja, sehe ihn ab und zu bei Veranstaltungen oder Events.
Wenn du jetzt sozusagen diese ganzen, also von Middle East, wo du ja, haben wir schon drüber gesprochen, viel bist und auch ja Mandate hattest und die gut kennst, dort die verschiedenen Repräsentanten der, der, der Königshäuser, Indien, USA, machst du dir Sorgen um Europa? Wie blicken wir auf Europa? Was ist da so dein Takeaway?
Ja klar mache ich mir Sorgen um Europa und Ich glaube, ich mache mir deshalb Sorgen, weil wenn die Frage ist, wie blicken die auf Europa, würde ich sagen, die blicken nicht viel auf Europa. Also das ist das Problem, glaube ich. Ich glaube, wir in Europa haben immer den Eindruck, wir sind der Nabel der Welt. Und ich habe den Eindruck, alle anderen sehen das nicht so. Und ich glaube, das ist das Problem. Europa hat einfach sehr stark an Relevanz verloren. Ich glaube, Europa hat leider auch sehr stark an Anziehungskraft verloren. Ich kann mich noch erinnern, wie ich ein Kind oder ein Jugendlicher war, war irgendwie klar, Europa ist der lebenswerteste Ort und es ist bei uns am allersichersten und die medizinische Versorgung ist bei uns am sichersten. Das war alles so klar. Und wenn ich es mir jetzt anschaue, dann würde ich sagen, ja, wir haben noch immer die schönsten Städte und es ist alles noch wahnsinnig lebenswert und die Natur ist toll, aber Wenn man sich jetzt die wirtschaftliche Performance anschaut, wenn man sich anschaut, wo tut sich etwas, wo finden große Konferenzen, Events statt, wo wird gegründet, dann habe ich den Eindruck, das spielt sich immer weniger. Ich glaube, ihr seid eine ganz beeindruckende Ausnahme, aber das spielt sich immer weniger in Europa ab. Und das ist was, was mir Sorge macht. Und wenn man sich anschaut, wo lebt man sicher, ist doch Irgendwie weiß ich nicht. Also ich freue mich für die Vereinigten Arabischen Emirate und es ist eine tolle Leistung. Aber dass das der sicherste Ort der Welt ist, um zu leben und nicht irgendwie bei uns jetzt in Deutschland oder sonst wo in Europa, das ist schon eine Entwicklung, die uns, glaube ich, zu denken geben sollte.
Wo ist denn der beste Ort? Also wenn du jetzt sagen könntest oder deinen Kindern empfehlen würdest zum Studieren oder zum Leben, wo würdest du denn sagen, Wo ist denn gerade am meisten Dynamik? Also die beste Mischung?
Also es ist immer schwierig zu sagen, weil ich bin sehr behütet in Österreich mit unglaublich liebevollen Eltern aufgewachsen und ich fühle mich einfach nach wie vor da sehr verwurzelt und wohl. Darum zahle ich all meine Steuern da und bin nach wie vor hier. Die meiste Dynamik. Erlebe ich an anderen Orten. Ich erlebe das sehr stark in Middle East. Also ich glaube, dass bei uns in den Medien immer sozusagen der Krieg im Mittelpunkt steht und viele haben das Gefühl, na kann man dort überhaupt hinreisen und ist das sicher? Ja, die Realität schaut natürlich ganz anders aus. Also das ist eine Region, die unendlich wächst, wo es sehr viel Kapital gibt, wo das Kapital sehr zukunftsträchtig investiert wird. Durch das stärkere Zusammenrücken jetzt auch der arabischen Welt, also von Ländern wie den UAE oder vielleicht in Zukunft auch Saudi mit Ländern wie Israel, sozusagen wächst dann auch Kapital und Innovation und Innovationskraft noch stärker zusammen. Also ich glaube sehr stark an diese Region.
Aber es gibt ja Studien, die sagen, dass am Ende die höchste Produktivität und Wachstumsrate historisch gesehen in Demokratien stattgefunden hat. Das sind das ja nicht. Also die Länder, ich teile viele deiner Einsichten, aber am Ende, das würde dagegen sprechen.
Also würde man sagen, erstens einmal, ich bin ein sehr überzeugter Demokrat, weil wäre ich nicht in einer Demokratie aufgewachsen, hätte ich nie die Möglichkeit gehabt, mit 31 Bundeskanzler zu werden und eine Wahl zu gewinnen. Aber ich glaube, es geht jetzt nicht um die Frage Demokratie oder nicht, sondern ich glaube, Vieles davon könnten wir uns abschauen, ohne unsere Demokratien aufgeben zu müssen. Und das sollte auch nicht eine Option sein. Also darum geht es ja gar nicht. Ich rede nicht von der Staatsform, sondern ich glaube einfach, wenn man sich weltweit umschaut, dann erlebt man noch immer in den USA eine irrsinnige Wirtschaftskraft und man erlebt die Golfregion und man sieht dann auch, dass es einzelne kleine Staaten wahnsinnig toll hinbekommen, wie Singapur zum Beispiel. Also aus meiner Sicht habe ich das Gefühl, es verlagert sich gerade vieles und nicht unbedingt in unsere Richtung.
Wo ist am Ende mehr Talent aus deiner Sicht? In der Politik oder in der Wirtschaft? Was heißt, wo hast du die talentiertesten Menschen erlebt?
Also es ist schwer zu sagen. Ich habe in beiden Bereichen extrem viel Talent erlebt. Ich würde sagen, dass vielleicht wahrscheinlich die Wirtschaft noch mal mehr Talent anzieht als die Politik. Ich habe aber dafür in der Politik sehr viele Menschen erlebt, die das mit irrsinnig viel Herzblut und Leidenschaft machen. Also als ich damals Bundeskanzler geworden bin, ich habe versucht, die besten Teams zu bauen. Ich habe damals in meinem unmittelbaren Umfeld Leute eingestellt, die haben auf Jobs verzichtet, wo sie 3-, 4-mal so viel verdient haben und haben das aufgegeben, um politischer Mitarbeiter zu werden, weil sie einfach was für Österreich beitragen wollten. Also ich würde sagen, wahrscheinlich kompetitiver und mehr Talent in der Wirtschaft, viel Überzeugung, Leidenschaft in der Politik.
Und wie ist jetzt deine Perspektive? Ist für dich Politik noch mal Ein Thema eines Tages vielleicht?
Also Politik ist immer ein Thema im Sinne von, dass ich ein politischer Mensch bleiben werde mein Leben lang und auch eine klare Meinung zu den meisten Fragen habe. Aber ich habe 10 Jahre in der österreichischen Bundesregierung gearbeitet. Also wenn es jetzt um die Frage geht, ein politisches Amt zu übernehmen, dann kann ich nur sagen, ich glaube, ich habe meinen Beitrag geleistet und fühle mich eigentlich mit dem, was ich jetzt tue, sehr wohl.
Aber jetzt kommt irgendwann der IPO. Von Dream möglicherweise?
Möglicherweise.
Also in den nächsten Jahren denkbar, oder?
Jetzt haben wir es einmal nicht am Plan. Jetzt wollen wir mal weiter unsere Kunden zufriedenstellen, unser Produkt ständig ausbauen und einfach einen Beitrag dazu leisten, die Welt in diesem Bereich ein kleines Stück sicherer zu machen.
Ich glaube, 15% noch.
Bitte?
15% der Firma hast du noch. Also das heißt, wenn das jetzt Sagen wir mal 2 Milliarden an die Börse gingen eines Tages, dann wären das 300 Millionen. Das wäre schon ganz gut.
Wenn ja, wäre alles gut. Aber wie gesagt, im Moment sind wir ganz woanders unterwegs, haben weder einen IPO noch einen Exit im Blick, sondern wollen einfach unsere Arbeit möglichst gut machen. Und da gibt es jeden Tag, das wirst du ja aus deiner eigenen Welt wissen, mehr als genug zu tun, mehr als genug auch Hürden immer wieder im Weg.
Wie viele Reisetage hast du im Jahr aktuell?
Ja, ich reise schon den Großteil meiner Zeit.
Also 200 Stück oder so was?
Ich zähle nicht nach, aber wahrscheinlich kommt das ganz gut hin.
Und machst du irgendwas, um fit zu bleiben? Oder bist du so Läufer, Fitness, Krafttraining, irgendwas?
Also von allem ein bisschen. Ja, also ich ernähre mich leider wahnsinnig ungesund und glaube ich, das kriege ich auch nie besser hin. Aber ich versuche, so gut es geht, immer wenn Zeit ist, Sport zu machen.
Und dann gehst du laufen?
Also gehe ich ins Fitnesscenter, laufen am Berg, was auch immer sich gerade anbietet. Und das mache ich so zumindest jeden zweiten Tag oder ein bisschen mehr.
Okay, ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Man hört, es gibt sogar weitere unternehmerische Projekte, also über das Dream-Engagement oder die Tätigkeit hinaus, dass du noch andere Sachen vorbereitest oder Investments arbeitest. Passt heute nicht mehr rein. Eines Tages dann vielleicht irgendwie in der nächsten Runde. Also ich bin auf jeden Fall sehr beeindruckt von der Karriere und von dem, was du da so gesehen hast. Also ich habe ja selber ein ähnliches Hobby, Leute treffen, aber du machst es einfach noch mal 2 Ligen drüber. Das stimmt nicht. Glückwunsch dazu und Glückwunsch generell zu dem ganzen Werdegang. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Vielen Dank.
Danke fürs Gespräch.
Alles klar. Ciao, ciao! Jede Woche hören hier sehr, sehr viele Menschen zu und wir alle im Team, ich ganz besonders, sind dafür natürlich sehr dankbar. Und jetzt möchten wir euch mal wieder etwas besser kennenlernen. Wer sind eigentlich unsere Hörer? Was beschäftigt unsere Hörer? Welche Themen interessieren euch? Was können wir noch besser machen? Und deswegen kommen wir mal wieder mit einer Umfrage um die Ecke. Mit euren Antworten helft ihr logischerweise uns, diesen Podcast noch besser zu machen oder zumindest zu versuchen, ihn noch besser zu machen. Wir wollen ja wirklich wissen, was sind Wünsche, Interessen, Bedürfnisse, was können wir tun? Die ganze Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 5 Minuten, also im Vergleich zum Podcast hören extrem wenig. Und natürlich gibt es auch was zu gewinnen. Unter allen, die mitmachen, verlosen wir Preise wie zum Beispiel 2 Tickets fürs OMR Festival nächstes Jahr, einmal AirPods Pro oder einen OMR Report eurer Wahl. Und es gibt zusätzlich die Chance auf eine Übernachtung im Hotel Vier Jahreszeiten für 2 Personen hier in Hamburg. Also diese fünf Minuten könnten sich sehr lohnen und wie gesagt vor allen Dingen für euch, wenn dann das Zuhören nach hinten raus noch besser wird. Deswegen sucht bitte den Link in unseren Shownotes im Linktree und gebt hier eure Meinung, eure Antworten ab. Vielen, vielen Dank vorab. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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