Vom Physiker zum Unicorn-Boss: IQM Quantum Computers-CEO Jan Goetz (#903)
6 May 2026 · 66 min
In diesem OMR‑Podcast interviewt Mario Götze den finnisch‑deutschen Physiker und Unternehmer Jan Goetz, Mitgründer und CEO von IQM Quantum Computers. Das Gespräch beginnt mit Goetz' persönlichem Werdegang – von seiner Kindheit in Neuss über das Physikstudium in München bis zum Post‑Doc an der Aalto‑Universität in Helsinki – und erklärt, warum er die Gründung eines europäischen Quanten‑Start‑ups verfolgte. Es wird detailliert auf die Technologie von IQM eingegangen: supraleitende, tieftemperaturbasierte Quantenchips, die in Rechenzentren als eigenständige Quantencomputer (Größe von Server‑Racks) verkauft oder über Cloud‑Dienste bereitgestellt werden. Die Gesprächspartner diskutieren das Geschäftsmodell, die ersten Finanzierungsrunden (11,5 Mio. € Seed 2019), die aktuelle Umsatz‑ und Backlog‑Entwicklung (2024 18 Mio. €, 2025 35 Mio. €, Backlog ≈ 100 Mio. €) und die geplante Börsennotierung (Bewertung 1,8 Mrd. $ via SPAC). Weiterhin werden Anwendungsfelder (Molekülsimulation, Optimierung, KI‑Integration, Material‑ und Zement‑Entwicklung, personalisierte Medizin) und die noch offenen „Killer‑Apps“ erörtert. Ein Schwerpunkt liegt auf den sicherheitspolitischen Risiken: Quantencomputer könnten aktuelle RSA‑basierte Verschlüsselungen (z. B. Bitcoin, End‑to‑End‑Messaging) brechen, weshalb Regierungen und Unternehmen an quantensicheren Algorithmen arbeiten. Die Diskussion umfasst zudem die Wettbewerbslandschaft (Google, IBM, Amazon, Fujitsu), Patente, die Herausforderung, europäische Unabhängigkeit im Deep‑Tech‑Sektor zu wahren, und die strategische Entscheidung für einen SPAC‑Börsengang. Abschließend gibt Goetz Einblicke in die Unternehmens‑ und Gründer‑Motivation, die Rolle von staatlichen Fonds und Family Offices sowie den zukünftigen Kapitalbedarf und die langfristige Vision, Europa als globalen Player im Quantencomputing zu etablieren.
Chapters
Wir haben hier im Podcast noch nie so richtig ausführlich über Quantencomputing gesprochen. Dabei ist das doch eines der ganz großen neuen Themen, vielleicht das ganz große Thema nach KI schon. Und jetzt habe ich jemanden gefunden, einen Deutschen gebürtig aus Neuss, der mittlerweile in Helsinki lebt und dort ein deutsch-finnisches Unicorn gebaut hat. Eine Firma namens IQM Quantum Computers, die derzeit 1,8 Milliarden Dollar wert ist. Und entsprechend gut konnte mir der Jan Götz, so heißt er, erklären, was in dem Bereich gerade passiert, welche konkreten Probleme sich möglicherweise lösen lassen. Auch natürlich die Frage, ob der Bitcoin durch Quantencomputing entschlüsselt werden könnte. Und ganz besonders die Frage, ob es möglich ist, in diesem Space eine Firma aus Europa heraus aufzubauen, die dann weltweit wettbewerbsfähig ist. Fun Fact zum Jan: Nach dem Podcast haben wir uns ein bisschen unterhalten und waren eine Runde spazieren. Und da hat er mir erzählt, dass er 90 Kilometer die Woche joggt und eine Marathon-Zielzeit hat von 2 Stunden 45. Und dann einige Tage nach der Aufnahme habe ich vom Jan via WhatsApp einen Screenshot bekommen, wo er meinte: Hey, hier Fact-Checking, bin den Marathon Düsseldorf gelaufen und zwar in 2 Stunden 49. Also wirklich krass. Läufer wissen, was das heißt. Ungefähr 49 Minuten über Weltrekord läuft er Marathon und baut daneben ein Quantencomputing-Unicorn auf. Also ziemlich einmaliger Typ, der Jan. Und damit rein ins Gespräch mit ihm.
Auf geht's!
Let's go! Go, go, go! Herzlich willkommen beim OMG!
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Hi Jan!
Hey, ja, super, freut mich hier zu sein.
Ist das übertrieben, wenn ich sage, du bist einer der ganz großen mittlerweile schon weltweiten Köpfe im Bereich Quantencomputing? Und eigentlich ja.
Also wenn man Quantenphysik studiert, dann ist man in der Regel nicht ganz auf den Kopf gefallen, sagen wir mal so. Also in dem Sinne gibt es natürlich sehr, sehr viele sehr schlaue Leute in dem Feld an sich. Ich glaube, was ich natürlich versuche, ist so ein bisschen das ganze Thema eine Ebene hochzuheben, so dass dass die Leute, die normalen Leute auf der Straße es auch verstehen und man eben keinen Doktortitel im Quantenbereich braucht. Insofern glaube ich, dass es wichtig ist natürlich, dass man die Verbindung weiterhin hat zu den echten Quantenphysikern, aber auf der anderen Seite es eben auch schafft, so ein Bild und einen Ausdruck zu vermitteln, was da eigentlich passiert.
Bevor wir jetzt voll einsteigen ins Thema Quantenphysik und eure Firma und den anstehenden Börsengang und all die Sachen, die da irgendwie so rum Wabern als spannende Themen. Angefangen hat es mal bei dir in Neuss, also so recht klassisch deutsch irgendwie in der Nähe von Düsseldorf ist Neuss, glaube ich. Und dein Vater war, habe ich gelesen, im Schützenverein. Du warst im Ruderverein. So ging es mal los.
Genau, ich bin auch, ich bin immer noch im Schützenverein. Also jedes Jahr letztes Augustwochenende ist Pflichttermin, zurück nach Neuss zu kommen. Genau, ich bin da groß geworden, ganz, ganz normales, sage ich mal, Leben geführt, aber habe mich natürlich immer schon für Mathe und Physik und so weiter interessiert. Komme auch aus einer sehr technisch begeisterten Familie. Meine Mutter war Mathelehrerin, mein Vater Ingenieur. Also irgendwie hatte man das immer so ein bisschen im Gefühl, dass es mal in diese Richtung geht.
Und du hast dein Abi gemacht am selben Gymnasium, habe ich recherchiert, wie der Gründer von Zalando, der Robert Gens.
Okay, das ist mir neu. Am Quirinusgymnasium habe ich Abi gemacht, aber das kann gut sein.
Also du bist '85 geboren, ne?
'85 geboren. Ich habe 2005 Abi gemacht.
Weiß nicht genau, wie reit der Robert ist, aber ich hätte jetzt auch getippt, so das müsste ungefähr die Kante sein. Aber ihr habt euch nie offensichtlich kennengelernt oder getroffen?
Nie in dem Sinne nie kennengelernt getroffen, nee.
Okay, also ich hoffe, die Recherche ist nicht falsch, aber zumindest also okay, daher kommend und dann hast du wahrscheinlich da dann so ein Bombenabi gemacht mit Physik und Mathe LK.
Also ich hatte Physik und Mathe LK, aber ich wusste es ja. Ich hatte ein sehr, sehr durchschnittliches Abi in der Regel. Ja, ist man dann ja in den anderen Fächern nicht so motiviert sozusagen. Das heißt, ich habe auch sehr viel Zeit im Café verbracht und mir über andere Dinge Gedanken gemacht und die Schule hatte nicht immer die höchste Priorität und das hat man vielleicht auch am Ende des Tages ein bisschen an den Noten gesehen. Also es war mehr die Faulheit.
Also wir reden jetzt von einem 2,5 oder sowas?
Ja, 2,4 war glaube ich der Schnitt am Ende des Tages.
Dann hast du aber Physik studiert?
Dann habe ich Physik studiert, genau. Wie gesagt, meine Mutter war Mathelehrerin, mein Vater Ingenieur und dann dachte ich, Physik liegt genau dazwischen, zwischen Mathe und Ingenieurswesen und habe mich dann entschieden, nach München zu gehen, weil München für mich immer irgendwie eine faszinierende, interessante Stadt war, auch relativ weit weg von zu Hause, und ich wollte einfach mal so ein bisschen sehen, was es hinterm Horizont noch so alles gibt.
Dann warst du da aber recht gut. Also ich meine, Physik ist ja schon per se nicht einfach, und dann da promovieren ist ja auch schon mal dann irgendwie— machen wahrscheinlich nur wenige.
Ja, also das ist das, was ich meine. Natürlich, ich war im Mathe- und Physik-LK immer sehr, sehr gut, aber wenn man dann zum Studium geht, merkt man, es gibt wahnsinnig viele andere Leute da draußen, die auch sehr, sehr schlau sind und auch alle Physik studieren. Das heißt, ich war gut im Physikstudium und ich bin da relativ gut durchgekommen, aber ich war jetzt keiner der richtigen Überflieger und habe mich dann auch dafür entschieden, sogenannte experimentelle Physik zu machen. Also man muss sich irgendwann entscheiden, ob man in die Theorie geht oder Experimentalphysiker wird. Das heißt, ich habe dann hinterher sehr viel auch wirklich im Labor gearbeitet, auch mit dem Lötkolben hantiert oder im Reinraum und so weiter und nicht so sehr Formeln entwickelt, wie das vielleicht die richtigen Überflieger tun.
Also vor kurzem war der Robert Fink hier. Der macht jetzt Helsing und hat vorher bei Palantir lange gearbeitet. Ein deutscher Typ, der auch aus dieser naturwissenschaftlichen Ecke in Deutschland kommt. Der sagt, er war dann sehr stark angezogen von diesen Eliteuniversitäten und dann später halt von amerikanischen Firmen wie jetzt halt Palantir, weil er sagt, da wurde dann die Qualität immer noch weiter besser. Man wurde noch mehr herausgefordert im Umfeld der Könner in den Naturwissenschaften. Dann wurde es dann halt immer dichter.
Genau, das ist das, was ich meine. Also es gibt glaube ich immer, man findet immer Leute, die noch schlauer sind und noch besser als man selber. Und man muss natürlich für sich selber rausfinden, Wo ist die eigentliche Superpower? Und bei mir ist das eben nicht so sehr wirklich dann die Formeln herleiten und wirklich die Mathematik und Physik aufs Äußerste zu treiben. Aber ich glaube, ich bin ein ganz guter Ding da drin, die Dinge im Großen und Ganzen zu verstehen, die Zusammenhänge zu verstehen und dann so zu vermitteln, dass zum Beispiel Investoren oder Politiker oder auch Geschäftspartner es verstehen.
Wir werden es ja gleich sehen. Also ich meine, du bist dann nach Finnland gegangen, um dort so einen Postdoc zu machen. Oder kann man das so sagen?
Genau. Also ich war 2016 mit der Promotion fertig und das war eine Zeit, als es in den USA eigentlich schon richtig losging. Also Firmen wie Google und IBM, aber auch börsennotierte Startups mittlerweile gab es da alles schon in den USA. Aber Europa ist immer so ein bisschen hinterher, was Deep Tech angeht. Und ich wollte in Europa bleiben und dann war die einzige Möglichkeit für mich eben, auf der wissenschaftlichen Seite zu bleiben. Und mein eigentliches Ziel war, Professor zu werden. Ich gebe auch immer noch Vorlesungen an der Uni in Finnland.
Helsinki.
Also Aalto University heißt die in Helsinki. Genau. Das war das eigentliche Ziel, irgendwann mal vielleicht als Professor mit einem Lehrstuhl nach Deutschland zu kommen.
Bist du denn nicht auch von McKinsey und so angesprochen worden? Von irgendwelchen Investmentbanken, die dich versucht haben zu holen?
Ja, das war für mich irgendwie nie so reizvoll. Also es war wirklich schon so, dass ich von der Physik und von der Technologie fasziniert war und ich wollte in dem Feld bleiben. Das heißt, ich habe eigentlich nie so die Fühler ausgestreckt in diese McKinsey- oder Investmentbankenrichtung. Das ist natürlich immer eine Option, die man hat. Aber für mich war es irgendwie keine Option, sondern für mich war wirklich der Gedanke, diese Quantenphysik, das ist so faszinierend, diese Welt, die dahintersteckt, dass ich in dem Feld bleiben wollte.
Was ist denn eigentlich Quantenphysik?
Also das Wort Quantum bedeutet, dass man den Unterschied sieht, ob es ein Atom mehr oder weniger zum Beispiel gibt oder ein Lichtteilchen mehr oder weniger. Also wenn ich jetzt in eine normale Glühlampe schaue, dann sehe ich ja, dass es da hell ist und es kommen wahnsinnig viele Lichtteilchen aus der Glühlampe in mein Auge. Aber ich merke nicht den Unterschied, ob jetzt gerade eins mehr oder eins weniger kommt. Und Quantenphysik heißt, dass ich diese Effekte sehe, also einzelne Teilchen, einzelne Energiepakete zum Beispiel. Aber nicht nur, dass man das beobachten kann, sondern mittlerweile eben auch, dass man das kontrolliert nutzen kann, um Dinge damit zu tun, zum Beispiel Rechensysteme zu bauen, Computer zu bauen, aber wirklich auf einem atomaren Niveau oder eben auf einem Niveau, wo einzelne Teilchen, einzelne Lichtpakete sozusagen eine Rolle spielen.
Und das Ganze hat glaube ich auch mal ein Deutscher oder deutsche Wissenschaftler vor schon 100 Jahren erfunden oder entdeckt.
Also so die ursprünglichen Ideen, ja, das war Max Planck 1900, der gesagt hat, dass Strahlung quantisiert ist, also dass die Strahlung in einzelnen Paketen kommt. Natürlich auch berühmte Physiker wie Albert Einstein oder so haben wichtige Rollen da gespielt. 2025, also letztes Jahr, war das Jahr, in dem wir 100 Jahre Quantenmechanik gefeiert haben. Das war ein UNESCO-Jahr und insofern ist die Theorie nicht neu. Aber damals war es natürlich sehr umstritten. Also es gab da wirklich Schriftwechsel zwischen diesen Physikern, wo darüber diskutiert wurde, ob das Sinn macht oder nicht. Also dass wirklich infrage gestellt wurde die Quantenphysik. Mittlerweile wissen wir natürlich, dass es das Modell ist, was richtig ist und was funktioniert. Und wir können wie gesagt ganze Maschinen bauen, die Quantenphänomene hernehmen, um damit zu rechnen, aber auch um damit zu kommunizieren, um damit Sensoren zu bauen, zum Beispiel Gehirnströme zu messen und so weiter. Also es ist ein ganzes Feld der Quantenphysik, wo es mittlerweile echte Anwendungen gibt.
Wie muss man sich das vorstellen? Also wenn man da jetzt in dem Bereich arbeitet, dann rechnet man dann viel oder analysiert man jetzt, wenn du sagst Lichtstrahlen, was macht man eigentlich da so genau?
Ja, es kommt wirklich drauf an natürlich, in welche Richtung man geht. Also es gibt natürlich dann theoretische Physiker, die Formeln herleiten und versuchen Gesetzmäßigkeiten zu verstehen und so zu entwickeln, dass die Experimentalphysiker damit was anfangen können. Also Experimente aufbauen können und Maschinen aufbauen können. Und für mich war es so, ich bin dann spezialisiert in einen Bereich. Das nennt sich dann supraleitende oder Tieftemperaturphysik, wo wir Anlagen zu sehr tiefen Temperaturen runtergekühlt haben. Im Prinzip um das ganze Hintergrundrauschen auszukühlen, dass also nichts mehr da ist und man dann das eigentliche Experiment Instrument beobachten kann. Aber wie gesagt, ich habe dann auch viel mit dem Lötkolben im Labor gestanden und Kabel verbunden und Apparaturen aufgebaut.
Das klingt jetzt ein bisschen wie so Physik bei mir in der 9. Klasse, so mit Lötkolben und irgendwelche Kabel verbinden. Aber ich meine, irgendwann macht ihr ja so highly advanced Sachen, stelle ich mir vor.
Genau. Also die Instrumente, die dann dahinterstehen, also die Messinstrumente und die Genauigkeit und auch die Geschwindigkeit, mit der gemessen wurde, das ist eben natürlich was ganz anderes als das, was man jetzt in der Schule oder so gemacht hat. Also das sind wirklich Da geht man an die Grenze von dem, was möglich ist. Also da werden Signale gemessen, wie gesagt im Quantenbereich, die so gering sind, dass wir sie so in unserem normalen Umfeld nie sehen würden oder messen könnten. Das geht eben nur, indem man erstmal alles ganz weit runterkühlt, indem man ganz besondere Verstärker baut, die dann diese Signale wieder zu einem Niveau hochverstärken, dass man es überhaupt messen kann.
Und erstmal ein Beispiel: Also du hast ja dann am Lehrstuhl gearbeitet und am Ende war dann, glaube ich, dein Professor, der dann zu dir sagte: Wollen wir nicht gemeinsam was gründen? Also was habt ihr denn da so an dem Lehrstuhl gemacht? Also wenn du da hingekommen bist, dann bist du dann in so ein Labor gelaufen und hast gesagt: Mensch, jetzt kühlen wir hier mal was runter und dann setzt du mal Kopfhörer auf.
Also natürlich nicht ganz so einfach, aber im Prinzip schon. Es gibt halt Labore. In Helsinki haben wir auch mehrere Labore schon gehabt und ich habe auch selber Labore mit aufgebaut. Da arbeiten dann ja viele Doktoranden auch. Also es sind ja große Teams mittlerweile, die an solchen Experimenten arbeiten. Und man macht sich natürlich vorher Gedanken, was man eigentlich erforschen will. Dann schreibt man in der Regel Forschungsanträge, um das Geld dafür zu bekommen, und dann führt man das durch. Das heißt, man baut eine Apparatur auf, wo man dann das misst und das zeigt, was man vorher postuliert hat. Das ist so im Prinzip der typische Rhythmus einer wissenschaftlichen Karriere, dass man sich neue Experimente ausdenkt.
Sag mal ein Experiment so für mich jetzt zum Greifen, was du da so gemacht, durchgeführt hast.
Also relativ fundamentale Sachen. Also am Ende des Tages haben wir schon immer mit Chips und mit Schaltkreisen gearbeitet, die wir selber designt und hergestellt haben. Aber mit diesen Schaltkreisen haben dann fundamentale Physik simuliert. Also was passiert zum Beispiel, wenn einzelne Teilchen auf einzelne Atome treffen und dann in ganz bestimmten Regimen, die wir so in unserer normalen Umwelt nie sehen. Also wir sind wirklich in Welten eingetaucht, die wir so in unserer Natur nie beobachten könnten, weil einfach wir in einem anderen Parameterraum wohnen.
Also klingt immer noch nicht, dass man so— also Schaltkreis verstehe ich und dann was misst man dann in diesem Schaltkreis?
Also ja, man misst am Ende des Tages natürlich elektrische Signale. Also man schickt Signale rein und es kommen Signale raus und man schaut, ob das rauskommt, was man von der Theorie her erwartet hat. Aber im Prinzip kann man sich das so vorstellen, dass diese Schaltkreise auf dem Chip, die verhalten sich ganz ähnlich von der Physik her wie Atome. Und in Atomen gibt es ja zum Beispiel Elektronen, die da drumherum kreisen, und dann kann man Übergänge studieren zwischen Elektronen, man kann die Wechselwirkungen zwischen einzelnen Atomen studieren, und das haben wir alles auf dem Chip simuliert. Also wir haben im Prinzip analoge Atome sozusagen auf dem Chip gebaut.
Was da alles mit Lupen und so, weil das ist ja alles mini klein.
Ja, also optisch passiert da nicht viel. Das sind wirklich elektrische Schaltkreise, also wie bei einem Computer. Am Ende des Tages, was wir jetzt auch mit der Firma machen, ist, wir bauen ja Computer. Also das sind Schaltkreise, wo man was reinprogrammieren kann und dann kriegt man eine Antwort raus, wie bei einem normalen Computer auch.
Okay, okay, okay. Also einigermaßen grob, ganz grob zumindest, habe ich mir eine Vorstellung davon, was du da gemacht hast. Und dann war es ja so, dass der Professor zu dir sagte: Mensch, irgendwie bevor du jetzt hier weiterziehst, lass uns das selber gründen.
Genau. Also wir haben die Technologie dann zu einem Niveau gebracht, dass wir erste Prototypen hatten im Labor, die man Computer nennen konnte, also dass man was rein- und rauskriegt. Wir haben gleichzeitig gesehen, dass eben in den USA schon sehr, sehr viel Geld nicht mehr in wissenschaftliche Forschung gesteckt wurde, sondern eben in Start-ups oder Firmen wie Google, IBM, Amazon und so weiter. Dann haben wir gesagt: Okay, wenn wir da global mithalten wollen, und die Technologie war zu dem Zeitpunkt auch noch auf einem Niveau, dass es global ganz vorne mit dabei war, dann können wir das nicht mehr auf der Uniseite machen. Das funktioniert einfach nicht. Unis sind nicht dafür da, um Systeme hochzuskalieren, sondern eben um fundamentale Eigenschaften zu studieren. Dann haben wir gesagt: Wir machen eine Ausgründung, um eben die Technologie zu kommerzialisieren und so hochzuskalieren, dass man damit auch wirtschaftlich relevante Themen rechnen kann.
Das war 2000?
Also die Ausgründung angefangen haben wir 2018. Das ist natürlich immer dann ein gewisser Prozess, weil zum einen geht es darum, was passiert mit der IP, also mit dem ganzen Know-how und so weiter, was man auf Uniseite entwickelt hat. Wie kriegt man das in die Firma? Und auch was passiert mit den Leuten? Wir haben dann ja auch aus der Forschungsgruppe sehr, sehr viele Leute mit in die Firma genommen und das muss natürlich alles geregelt werden. Die erste Investmentrunde hatten wir dann im Frühjahr 2019. Zusammenarbeiten.
Also die Uni war da kooperativ und meinte, okay, macht mal, oder hält die Uni jetzt auch Anteile an der Firma?
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten, und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise, und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business-Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Grundsätzlich sind die Unis da kooperativ. Die Challenge, und das ist jetzt nichts in unserem Fall nichts Spezielles, die Challenge ist immer, dass du als Gründer, wenn du eine Ausgründung machst aus der Uni, dann hast du auf der einen Seite die Investoren, denen du erzählen willst, wie wertvoll das mal alles ist und wie viel Potenzial das alles hat. Du willst quasi die Geschichte so blumig wie möglich erzählen und der anderen Seite willst du natürlich der Uni jetzt nicht möglichst, also oder die Ownership der Uni relativ gering halten, um da nicht schon am Anfang zu sehr zu verwässern. Und das ist immer eine Herausforderung und das ist was, was insgesamt schwer auflösbar ist natürlich. Und das war auch in unserem Fall so, dass wir natürlich dann darüber diskutiert haben, die Patente, die wir jetzt aus der Uni rausgebracht haben, wie viel sind die wirklich wert? Und das ist einfach dann eine gewisse Verhandlung, die da laufen muss im Hintergrund. Also die Unis sind schon normalerweise sehr, sehr unterstützend.
Aber wie Prozent an der Firma gehört denn an die Uni jetzt?
Also was wir gemacht haben, einen Deal, wo gar keine Ownership in dem Sinne direkt an die Uni gegangen ist. Wir haben auch kein Cash bezahlt, sondern wir haben einen Option-Deal gemacht. Und das heißt zum Beispiel jetzt, wir reden jetzt auch über IPO, wenn dann mal so ein Exit stattfindet, dann kann die Uni natürlich ihre Optionen umwandeln und dann verkaufen.
Was heißt denn, die haben jetzt aber dann Optionswerte in Höhe von, weiß ich nicht, 10, 20% oder so was?
Nee, das ist weniger, weil das verbessert dann ja auch über die Zeit. Und wir haben ja dann im Nachhinein noch sehr, sehr viel Geld eingesammelt. Ich weiß jetzt gar nicht die genaue Zahl, aber es ist deutlich weniger als 10%.
Okay, also kommen wir gleich noch mal zu, wenn es um IPO geht. Erst mal dann die Reise weiter. Ihr habt das hinbekommen, das da rauszulösen, eigene Firma aufzubauen. Was hat der erste Investor da reingegeben?
Also die erste Investmentrunde 2019, das waren 11,5 Millionen Euro, 12 Millionen Dollar. Glaube ich ungefähr. Und das war damals die größte Seed-Investment-Runde in Finnland, die jemals stattgefunden hatte. Es war aber kein Einzelinvestor, sondern damals auch schon ein Syndikat, ein paar finnische Investoren und damals auch schon ein paar Münchner Investoren, die sich zusammengetan haben, um die Runde zu stemmen.
Weil das kein klassisches VC-Case war, sondern sagen wir mal, in Deutschland kennt man jetzt die Cherries, die Project A's, die Holzbrinks.
Das war es in Ja, also es ist natürlich Deep Tech und das heißt, zum einen hat man immer noch sehr, sehr hohes Technologierisiko. Man hat natürlich aber auch ein kommerzielles Risiko, weil es keine etablierten Geschäftsmodelle gibt. Wir bauen ja im Moment eine Industrie auf und einen Markt auf. Der existiert ja in dem Sinne noch nicht. Und das ist immer die Challenge von einem Venture-Capital-Aspekt her, dass in diesen Deep-Tech-Fällen jetzt auch bei uns wo Hardware entwickelt wird, relativ hohe Summen insgesamt benötigt werden, sehr, sehr viel auch in CapEx geht, also wirklich Equipment, Tools. Wir haben eine Fabrik gebaut in unserem Fall zum Beispiel und eine Fabrik bauen ist jetzt nicht unbedingt ein Venture-Capital-Case eigentlich.
Das waren dann eher so wohlhabende Unternehmer oder sowas?
Also es waren schon am Anfang auch VCs, die da mit reingegangen sind. Es waren auch von Anfang an auch immer schon Staatsfonds, die mit reingegangen sind, weil das auch eine sehr, sehr geopolitische Rolle hat, aber dann eben auch Family Offices.
Ja, und jetzt mittlerweile habt ihr aber ein Geschäftsmodell und ihr macht jetzt auch Umsatz und habt sozusagen auch Auftragseingang. Also ich habe irgendwie so Größenordnung mittlerweile Umsatz 50, 60 Millionen.
Also die Zahl für 2025 waren 35 Millionen, 2024 waren 18 Millionen und dann hat mir Anfang des Jahres noch ungefähr 100 Millionen Backlog. Also das ist so die Growth Trajectory, auf der wir gerade sind.
Also ihr wachst jetzt so in die 100 Millionen ungefähr rein dann. Und was kann man bei euch kaufen?
Computer, Quantencomputer.
Also wie sind das denn so? So groß wie ein Raum oder eher so ein Tisch oder?
Genau, also insgesamt reden wir hier nicht über Personal Computing. Also es geht nicht um Laptops oder Smartphones, sondern es geht um wirklich High-End Advanced Computing und das findet in der Regel in großen Rechenzentren statt. Und da stehen, also wenn man mal in so ein großes Rechenzentrum reingeht, das ist so groß wie ein kleineres Kaufhaus, komplett vollgestellt mit Serverracks, wo heutzutage natürlich viele GPUs und CPUs und so drin laufen. Und da verkaufen wir unsere Quantencomputer rein. Ein einzelner Quantencomputer hat auch die Größe von so ein paar Serverracks ungefähr. Also man bräuchte so einen Raum ungefähr so groß wie diesen hier, um den aufzustellen.
Nicht 15 Quadratmeter.
Genau, irgendwie sowas, um den da reinzustellen. Und dann werden eben Probleme damit gerechnet, die wirklich an der Grenze von dem sind, was man überhaupt rechnen kann. Und das können molekulare Simulationen sein, Optimierungsprobleme, natürlich jetzt auch viel künstliche Intelligenz und so weiter. Aber jetzt kein— es geht ja nicht um irgendwie Bearbeitung von Word-Dokumenten oder solchen Themen.
Und das heißt, eure Kunden sind dann Rechenzentrenbetreiber oder wer sind eure Kunden so?
Genau, also wir haben zwei Geschäftsmodelle. Entweder verkaufen wir die Computer an Rechenzentrumsbetreiber und die lassen die dann bei sich laufen und verteilen die Rechenpower weiter. Oder wir verkaufen Quantencomputing-Zeit über die Cloud. Also wir haben auch selber ein kleines Rechenzentrum in München gebaut und da stehen einige Quantencomputer, die entweder über AWS oder dann über unsere eigene Cloud vertrieben werden.
Okay. Und sag mal, kenne ich ein paar von den Firmen, die dann bei euch irgendwie Kunden sind?
Also wir haben zusammengearbeitet mit Firmen jetzt in Deutschland wie Siemens, Volkswagen, SAP und so weiter. Also es sind schon größere Firmen, die da reingehen. In der Regel, also um auch ganz ehrlich zu sein, es ist jetzt noch nicht so, dass man heutzutage Geld damit verdient, wenn man einen Quantencomputer benutzt. Aber warum die Firmen trotzdem reingehen, ist, weil sie sehen alle, dass das Thema kommt, relativ schnell kommt, und man muss sich eben darauf vorbereiten, ähnlich wie bei der künstlichen Intelligenz. Das heißt, man muss intern das Know-how aufbauen. Man muss schauen, wie integriert man das Ganze in seine laufenden Prozesse und welche Anwendungen sind überhaupt relevant und darum gehen die Firmen heutzutage schon darauf ein und bereiten sich vor.
Also stelle ich mir vor, so eine Art, ihr bietet denen so einen Probierlabor, so eine Kennenlernumgebung, so ein Onboarding im Quantencomputerbereich.
Genau und man kann dann im Prinzip Proof of Concepts, also wenn man jetzt mal ein Optimierungsproblem zum Beispiel nimmt und man sagt, man will den Fahrplan optimieren der Deutschen Bahn, dann kann man das schon tun, aber eben noch nicht für das Gesamtsystem. Das ist noch zu groß, aber für ein kleineres Subsystem. Das heißt, man kann dann anfangen zu zeigen: Okay, mit diesem kleinen Subsystem funktioniert das Ganze. Ich kriege die richtige Lösung raus und ich kann dann schon anfangen, das in meine Prozesse zu integrieren. Die Rechenleistung heute reicht aber eben noch nicht aus, um das auf einem großen System anzuwenden.
Das jetzt zum Beispiel klingt so ein bisschen genau nach dem, wo ich jetzt irgendwie als Laie denke: denke, das könnte doch KI. Also da ist ja die Grenze so verschwimmt. Also weil ich könnte mir das genau vorstellen, wie jetzt hier der Vorstand der Deutschen Bahn sitzt und sagt, also wir nutzen auch KI, wir lassen unsere Fahrpläne neu rechnen. Und dann würde ich sagen, ja gut, das klingt sinnvoll.
Genau. Der große Unterschied zwischen künstlicher Intelligenz und Quantencomputing ist, dass im Quantencomputing geht man wirklich von mehr analytischen Lösungen aus. Also wenn ich jetzt so ein Optimierungsproblem habe wie bei der Deutschen Bahn, Da kann ich dann wahrscheinlich eine KI draufschmeißen und die gibt mir irgendeine Lösung, die vielleicht sogar besser ist als das, was ich im Moment habe. Ich weiß aber nicht, ob das wirklich die beste Lösung ist. Und Quantencomputer, die gehen wirklich analytisch dran. Also da wird das Problem auf Formelbasis sozusagen einprogrammiert und dann kriege ich die beste Lösung raus. Und da ist es eben so: Es gibt viele Probleme, die wir gerne lösen würden. Da können wir aber mathematisch zeigen, die sind so komplex, Selbst mit den größten Computern, die wir je bauen würden, würden wir nie an die eigentliche Lösung kommen. Also da gibt es Beispiele, zum Beispiel wenn ich komplexere Moleküle simulieren will für die Pharmaentwicklung oder so, bräuchte ich Computer mit mehr Transistoren, als es Atome im Universum gibt. Also es ist wirklich physikalisch unmöglich, so ein Ding zu bauen. Und das ist das Versprechen von Quantencomputern, dass die mir Antworten auf diese Fragen geben, wo ich heute schon weiß, mit unseren herkömmlichen Computern werde ich da nie hinkommen. Darum fange ich gar nicht erst an, in diese Richtung zu rechnen.
Und ich meine, KI ist ja auch aktuell eher eine Softwarethematik. Also wenn ich es richtig verstehe, geht es ja da um diese Sprachmodelle und dann halt die entsprechenden Sachen, die auf diesen Sprachmodellen laufen. Bei euch ist es ja eine Hardwarethematik. Also es ist ja schon auch fundamental was anderes, ob man jetzt über Software oder so Sachen redet oder über Hardware.
Ja, aber KI ist natürlich auch stark eine Hardware-Sache. Also jeder redet über Nvidia und so weiter. Und Grafikkarten, wo kommen die eigentlich her? Und ich habe eben ein bisschen drüber geredet über diesen geopolitischen, geostrategischen Ansatz im Bereich Quantencomputing. Das ist genau die gleiche Fragestellung, dass eben heutzutage die Frage ist: Wo kommt in Zukunft die Technologie her und wie verhindern wir, dass wir in Abhängigkeiten geraten? Und das ist für Regierungen, jetzt die deutsche Bundesregierung, aber auch andere Regierungen natürlich schon ein essenzielles Thema, dass sie sagen: Okay, in der künstlichen Intelligenz sind wir einfach 100% abhängig von den Amerikanern. Alle Chips kommen aus den USA und wenn die uns den Hahn abdrehen, dann stehen wir erstmal doof da. Und dann ist die Frage: Wollen wir in Quantum in eine ähnliche Situation geraten oder schaffen wir es, da ein bisschen souveräner aufzutreten? Und das ist einer der Gründe, warum auch in Deutschland oder in Europa an sich sehr, sehr viel Geld und Unterstützung eben aus der Politik kommt für dieses Thema, um sicherzustellen, dass diese Abhängigkeit nicht passiert, weil Quantencomputing auch Anwendungen hat in sehr, sehr kritischen sicherheitsrelevanten Themen, also Codebreaking zum Beispiel, aber auch andere Defence- und Security-Anwendungen. Und da will man natürlich dann nicht in eine Situation geraten, wo zum Beispiel ein anderes Land alle Daten entschlüsseln kann, die ich selber habe, ich aber das nicht bei denen machen kann.
Und wäre da nicht der Supercocktail, man hätte sozusagen vorne die KI und hinten dann die Quantencomputing-Möglichkeiten?
Ja, es geht Hand in Hand und wir integrieren unsere Systeme, wenn wir in diese Rechenzentren verkaufen, was da wirklich de facto passiert ist, dass die integriert werden in die bestehenden Infrastrukturen, also in zum Beispiel die GPUs, die da schon laufen. Und das eigentliche Problem, was man lösen will, hat oft Anteile, die besser auf Grafikprozessoren zum Beispiel laufen. Andere Anteile laufen besser auf normalen CPUs und andere auf Quantencomputern. Das kann man mathematisch zeigen. Im Prinzip, wenn man viel parallel Daten verarbeiten will, dann sind Grafikprozessoren sehr gut. Das ist ja das, was bei diesen LLMs passiert. Da werden einfach Milliarden Milliarden oder Abermilliarden von Parametern durchgejagt. Quantencomputer sind eben gut bei den Problemen, die gar nicht so groß sind von der Problemgröße. Also dieses Deutsche-Bahn-Beispiel, was ich gebracht habe: So wahnsinnig viele Bahnhöfe gibt es ja gar nicht. Die kann man schon noch irgendwie zählen, aber die Komplexität mathematisch ist eben so groß. Da sieht man dann, wie dann KI und Quanten im Prinzip Hand in Hand arbeiten können, sodass die KI die einen Problemteile löst, die groß, aber nicht so schwierig sind, und Quanten löst die anderen Problemteile, die sehr, sehr schwierig, aber nicht so groß sind.
Okay, aber dann müsste ja auch ein OpenAI oder andere dann auch Kunde sein bei euch oder bei euren Wettbewerbern.
Ja, bei OpenAI kann ich jetzt nicht kommentieren, wo die überall Kunde sind, aber grundsätzlich ist es schon so, dass am Ende des Tages quasi diese Workloads oben quasi reinkommen in den Stack. Und was dann passieren muss, dann muss es eben eine Software geben oder einen Software-Layer, der dann anfängt zu segmentieren, und sagen, okay, ich schiebe jetzt den Teil auf die Grafikprozessoren und den Teil auf den Quantencomputer. Und das ist was, was aber im Moment noch entwickelt wird. Also da sind wir auch einfach noch nicht so weit, dass man sagen kann, das ist jetzt schon fully automated. Ich schiebe einfach mein Problem oben rein und unten ist so ein Orchester an Computern und jeder spielt, was er am besten kann. Aber das ist so ein bisschen die Vision, wo wir eigentlich hinwollen.
Und sag mal, wie viele Kunden habt ihr jetzt? Also eher so 20, 30, 40 oder eher schon auch so 100?
Also Systeme, die wir verkauft haben an Rechenzentren, ist glaube ich die Zahl im Moment 22 Rechenzentren, die unsere Systeme laufen haben. Sind aber teilweise wirklich die ganz großen Rechenzentren. Also es gibt so eine Liste, Top 500 heißt die, da kann man die 500 stärksten Computer der Welt aufgelistet sehen. Und wenn man sich da die Top 10 anschaut, dann sieht man, dass wir in 4 der Top-10-Supercomputer der Welt unsere Quantencomputer verkauft haben. Also wirklich schon in die besten Rechenzentren der Welt. In der Cloud ist es natürlich ein bisschen anders und da haben wir jetzt auch keine volle Visibilität, weil gerade über AWS, das kann im Prinzip jeder buchen. Das heißt, da ist jetzt schwer zu sagen, wie viele Kunden wir da genau haben.
Und könnte man das auch missbrauchen? Ich meine, ich höre immer die Geschichte, dass irgendwie der Bitcoin demnächst entschlüsselt werden kann, weil da halt dann Quantencomputing-Möglichkeiten entstehen und kann man den quasi doch ausrechnen oder durchrechnen oder wie auch immer, dann kann man die da sozusagen die Blockchain sprengen. Das ist ja, da müssten doch jetzt Leute draußen sitzen und warten, dass so jemand wie ihr kommt und sagt, okay, jetzt schalte ich das drauf und dann gehe ich hin und hebe das System aus.
Genau, das ist genau der Punkt. Bitcoin ist natürlich eine Sache, aber das, was ich eben meinte mit den Regierungen, also das eigentliche Problem ist, dass unsere derzeitige Kommunikation ist mit einem sogenannten RSA-Schlüssel verschlüsselt. Das heißt, wenn ich zum Beispiel WhatsApp schreibe an eine Person, ganz am Anfang steht da immer: Diese Nachricht ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Und der Schlüssel, der dahintersteckt, das ist dieser RSA-Schlüssel, und der lässt sich mit Quantencomputern, wenn sie groß genug sind, knacken. Das heißt, wenn ich mal einen Quantencomputer habe, der eben dementsprechend groß ist, kann ich eigentlich alle Daten dieser Welt entschlüsseln. Und das ist in dem Sinne erstmal kein fundamentales Problem. Man kann quantensichere Schlüssel bauen und das gibt es auch. Ich muss aber mein Verschlüsselungssystem komplett umstellen. Und das heißt, gerade wenn ich jetzt eine große Bank bin oder ein Versicherer oder auch eine Regierung, dann stelle ich mal nicht eben über Nacht meine ganzen IT-Systeme auf einen neuen Schlüssel um, sondern das dauert viele Jahre. In der Zeit, und was gerade schon passiert, ist, dass es einfach Dienste gibt oder andere Organisationen, die nichts tun, als alle Daten, die so rumfliegen, abzufangen und bei sich in den Keller zu legen auf die Server, um zu warten, dass der Quantencomputer mal stark genug ist, weil sie genau wissen: Wenn das passiert, dann sehe ich da immer noch so viele Dinge in diesen Daten, die ich nutzen kann. Das heißt, diese Bitcoin-Geschichte ist natürlich eine Sache, aber die wirklich kritische Geschichte ist, dass alle Daten, die wir zurzeit so verschicken, irgendwann mal von Quantencomputern entschlüsselt werden können. Und das ist der eigentliche Wettlauf gegen die Zeit.
Die gucken sich die Mails hoch 10 an.
Sozusagen, genau. Und die Krypto-Sache, die hängt da so ein bisschen dran. Also es gibt auch Vulnerabilitäten im Bereich Krypto und Bitcoin ist eine davon. Also was man eigentlich machen sollte, wenn man gerne in dieses Thema investiert, sollte man schauen, welche der Kryptowährungen mit quantensicheren Schlüsseln verschlüsselt sind.
Und ist der Bitcoin so einer?
Meiner Meinung nach nicht, nein.
Das heißt also, dann sagst du, den Bitcoin wird man irgendwie in den nächsten—
Es gibt da, vor ein paar Wochen kam es wieder ein Google Paper raus von einer Theoriegruppe von Google, die genau aufgeschrieben haben, wo die Vulnerabilitäten von Bitcoin zum Beispiel liegen.
Und wann wird er dann entschlüsselt sein?
Das ist eine schwierige Frage. Die Theorie entwickelt sich da auch immer weiter. Am Ende des Tages, was wir nutzen auf dem Chip, sind keine Transistoren, sondern die Quantenversion von Transistoren. Die nennen wir Qubits. Und im Prinzip ist die Frage, wie viele dieser Qubits braucht man, um zum Beispiel Bitcoin zu entschlüsseln. Ich glaube, derzeit liegt die Meinung, dass das irgendwo bei ungefähr 100.000 ist. Wo wir gerade sind, wir und andere Firmen, sind, sage ich mal, 100 ungefähr. Also es ist schon noch ein Schritt, bis wir bei 100.000 sind, aber es ist jetzt nicht so weit entfernt. Also wenn man sich die Roadmaps anguckt der Firmen, unsere oder andere Roadmaps, dann sieht man, dass man da eigentlich ungefähr 2030 oder so sein sollte.
Und dann ist dann der Bitcoin dann quasi dann tot, weil dann kann man ihn vervielfältigen oder verändern. Und dann ist quasi, ja, es gibt verschiedenste Vulnerabilitäten da, genau.
Aber zumindest glaube ich, in der Form, wie er jetzt funktioniert, funktioniert er dann nicht mehr so sicher.
Und absichern geht auch nicht, dass dann bis dahin dann jemand irgendwie kommt und das sozusagen—
ich bin jetzt kein Blockchain-Experte, aber man müsste halt ein komplett anderes Verschlüsselungssystem ansetzen. Und ich glaube, müsste wahrscheinlich dann komplett neu rechnen. Das wäre jetzt meine naive Vorstellung.
Okay, das heißt eher schlechte Nachrichten für die Bitcoin-Holder.
Ja, zumindest ein relativ großes Risiko.
Ja, okay.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen. Im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch.
Okay, weil mir war nur bewusst, so als Risiko, ich konnte das nie quantifizieren, ist es groß. Jetzt sagst du, immer jemand, der sich auskennt, ja, ist ein Risiko, das schon relevant ist. Weil es ist erstaunlich, dass der Kurs ja nach wie vor das eigentlich nicht reflektiert.
Gut, wie diese Kurse am Markt sich immer genau entwickeln, ist natürlich schwer vorherzusagen. Vorhersehbar. Wie gesagt, ist natürlich auch noch eine Zeit bis dahin, aber am Ende des Tages, ja, ist es auf jeden Fall ein fundamentales Risiko, was besteht.
Aber es ist ja auch, also vielleicht ein Edge Case, das ist ja nicht der Case, wegen dem du jetzt angefangen hast. Was ist denn noch? Also Pharma habe ich schon verstanden, Moleküle zu berechnen, Fahrpläne, also auch durchaus vergleichsweise kleine Probleme, aber sehr komplexe Probleme. Sag mal noch ein paar so Anwendungsfälle, Klar, Rechenzentren zu beschleunigen oder zu effektiver zu machen.
Oder natürlich künstliche Intelligenz, was heute in jeder Munde ist. Also Quantum Machine Learning heißt das Thema, dass man Quantencomputing auf Machine Learning und so weiter draufwirft. Aber ich glaube, der eigentliche Punkt ist ein anderer. Wie gesagt, Quantencomputer können Probleme lösen, wo wir jetzt schon wissen, die werden wir nie lösen können. Das sind Türen, die haben wir bis jetzt noch nie geöffnet und die können wir nur mit Quantencomputern öffnen. Und das ist so ein bisschen die Analogie vielleicht, wenn man sich anschaut andere große Breakthrough Technologies wie das Internet zum Beispiel. Als das Internet damals erfunden wurde sozusagen, war die eigentliche Idee, dass Wissenschaftler ihre wissenschaftlichen Ergebnisse dezentral miteinander teilen können. Das war der Use Case fürs Internet. Mittlerweile sitzen wir und haben Videokonferenzen und machen Mobile Banking und all solche Themen. Da hat damals ja niemand so richtig dran gedacht. Und ich glaube, das ist auch die Art und Weise, wie es im Quantum Computing sein wird. Wir haben natürlich im Moment die Anwendungen, die wir so im Kopf haben, wo wir denken, da werden Quantencomputer wirklich eine Rolle spielen. Aber ich glaube, viele der eigentlichen Killer-Apps, die wissen wir einfach noch gar nicht, weil einfach die Technologie sich entwickeln muss. Und dann werden die Leute rausfinden, was man damit eigentlich noch so alles anstellen kann.
Also das heißt, du hast jetzt gar nicht so die Use Cases im Moment. Früher gab es ja beim Internet auch zumindest Leute, die haben schon in der Frühphase ein paar so wilde Visionen gehabt. Viele Visionen kamen dann 20 Jahre oder 30 Jahre erst später. Aber hast du dann auch ein paar Visionen, wo du sagst: Okay, also ich könnte mir vorstellen, es gibt dann sowas oder es gibt dann sowas, was jetzt vielleicht heute noch wild klingt?
Ja, also Quantencomputing ist dann ja eine Enabling Technology. Und natürlich gibt es schöne Visionen. Also wenn wir jetzt zum Beispiel diesen Pharmafall nehmen, wenn wir es wirklich mal schaffen würden, personalisierte Medizin zu entwickeln, dass wirklich ein Wirkstoff auf die einzelne Person abgestimmt ist, nicht nur von der Stärke des Wirkstoffs, sondern genau via wirkt. Aber dann natürlich kann man auch, wenn man sich das ganze Thema Materialentwicklung anschaut, wenn man es schafft, neuartige Materialien mit Quantencomputern zu entwickeln, die neue Funktionalitäten haben, dann werden daraus sicherlich wieder Produkte gebaut, die wir heutzutage gar nicht im Kopf haben, weil sie so viel leichter sind oder energieeffizienter oder sonst irgendwas. Also ich glaube, das ist der eigentliche Kern, dass Quantencomputer eine Plattform bilden, um darauf eben Entwicklungen zu ermöglichen, die dann total transformativ sein werden.
Also eine neue Art von Zement oder von sowas?
Zum Beispiel Zement ist ein ganz konkretes Beispiel. Zement ist ja wahnsinnig kritisch, aber auch ein wahnsinnig hoher Erzeuger von CO2 zum Beispiel. Also wenn wir es schaffen könnten, Zement oder die Zementherstellung deutlich effizienter zu machen, dann hätten wir zum einen natürlich den schönen Vorteil, dass vielleicht Häuser besser gebaut werden oder andere Gebäude, aber man hätte auch direkten Impact auf die CO2-Bilanz. Und das ist bei vielen dieser Probleme so. Ein weiteres Problem ist die Versorgung der Menschheit mit Nahrungsmitteln. Passiert heutzutage hauptsächlich, weil wir Düngemittel haben. Ohne Düngemittel würden wir nie in der Lage sein, so viele Nahrungsmittel zu erzeugen, wie wir es heute tun. Und die Herstellung von Düngemitteln, die folgt immer noch dem sogenannten Haber-Bosch-Prozess. Ist ein Prozess, der vor über 100 Jahren entwickelt wurde, arbeitet bei hohen Drücken und Temperaturen, wahnsinnig energiefressend und auch ein hoher Erzeuger von CO2. Wir verstehen einfach nicht fundamental, wie die Chemie dahinter ist, und darum können wir keine effizienteren Düngemittel herstellen. Wenn der Quantencomputer es schaffen würde, solche Simulationen dann zu ermöglichen, habe ich wieder zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich sichere die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit und ich reduziere den CO2-Ausstoß der derzeitigen Düngemittelindustrie. Und da gibt es viele dieser Fälle, wo einfach dieses Potenzial von Quantencomputern, neue Lösungen zu schaffen, am Ende des Tages glaube ich wirklich disruptiv, aber im positiven Sinne disruptiv für die Menschheit sein wird.
Und klingt das alles nur nach so Problemen, an denen auch jetzt so Google oder Amazon oder so auch arbeiten würden, weil es halt viel Cash bedarf, weil es halt genauso deren so Tech- und life-changing Themen sind? Wer sind denn eure Wettbewerber?
Am Ende die großen Tech-Giganten. Also ich habe ja schon Namen genannt wie Google oder IBM.
Okay, das heißt, die sind da auch alle dran?
Genau, die sind auch alle dran. Das für uns, wir nehmen natürlich eh gerne den Wettbewerb an und es ist für uns natürlich in dem Sinne auch, es zeigt die Stärke der Technologie. Es gibt ja immer mal wieder neue Technologien, wo infrage gestellt wird, ob das überhaupt sinnvoll ist und ob das überhaupt mal funktioniert. Und ich glaube, so große Firmen wie eben Google, IBM, Amazon, Fujitsu und andere auch alle reingehen, zeigt, dass da ein wirkliches Potenzial ist und dass es eine klare Roadmap gibt. Weil die würden ja nicht reingehen, wenn das alles noch wirklich, sage ich mal, verrückte Wissenschaft ist, sondern es gibt ganz klare Roadmaps. Aber es ist natürlich für uns auch eine Herausforderung, weil klar, diese Namen, die haben große finanzielle Mittel und da müssen wir es eben schaffen, durch effizienteres, risikoreicheres, innovativeres Arbeiten unseren eigenen Weg zu gehen und unsere eigenen Produkte so zu entwickeln, dass sie eben wettbewerbsfähig sind. Aber wir sind die Firma, die weltweit die meisten Quantencomputer verkauft hat in Rechenzentren. Also das zeigt ganz klar, dass unsere Technologie wettbewerbsfähig ist. Aber wir müssen natürlich auch nach vorne raus dann es schaffen, es weiterhin zu skalieren.
Habt ihr Patente oder sowas?
Ja, ja, wir haben ganz, ganz viele Patente natürlich. Im Computing ist es nicht so wie vielleicht in der Pharmaindustrie, dass es ein Killerpatent gibt, was den ganzen Wirkstoff irgendwie abdeckt, sondern es ist eher wie so eine Art Mosaik. Und man versucht mit seinen Patenten so mosaikartig das ganze Produkt abzudecken. Das heißt, wir haben viele Patente. Andere haben natürlich auch Patente. Aber dadurch, dass es auch eine ingenieursgetriebene Technologie ist, kann man auch, wenn man merkt, dass man sich vielleicht irgendwo in die Quere kommen könnte, kann man schon seine Technologie so entwickeln, dass man sicherstellt, dass man einen Freedom to Operate hat.
Könnte man ja meinen, so eine Firma wie eure, die wird dann schnell gekauft von irgendwem, der die ganzen Know-how-Leute wie euch gerne so ein Acqui-Hire, sagen wir mal, auf etwas teurerer Ebene. Aber das ist nicht der Fall, sondern ihr wollt unabhängig sein und wolltet sogar an die Börse gehen.
Genau, also die Vision ist es wirklich, hier ein global starkes Tech-Unternehmen aus Europa raus aufzubauen. Das ist auch so ein bisschen mein persönlicher Treiber zu zeigen, dass man eben wieder Tech aus Europa hinkriegt und nicht alle Googles und Amazons dieser Welt in den USA landen. Das heißt, wir haben schon die Ambition, ein wachsendes, profitables Unternehmen aufzubauen. Wir haben bis jetzt einiges an Kapital eingesammelt auf der privaten Seiteebene, aber mittlerweile sind wir auch, sage ich mal, zu einer Größe und in eine Situation geraten, wo es gewisse Vorteile hat, wenn man eben den Börsengang wählt. Das ist natürlich zum einen der Zugang zu anderem Kapital, auch dann US-Kapitalmärkten beispielsweise. Es ist natürlich eine gewisse Visibilität, die man dadurch bekommt. Es ist aber auch ein gewisses Qualitätsmerkmal. Also wir verkaufen ja, wenn wir an diese Rechenzentren verkaufen oder auch an Regierungen verkaufen, dann geht es darum, dass wir ein langfristiger Partner sind, ein vertrauensvoller Partner für die sind. Und wenn man so einen Börsengang macht, dann kriegt man natürlich eine ganz andere Sorgfalt hinter seine Finanzplanung und so weiter. Das ist auch ein gewisser Qualitätsstempel, den man da bekommt, der uns in unserem Geschäftsmodell am Ende des Tages auch hilft.
Und was ist jetzt die Firma aktuell so in eurem Kopf wert? Was plant ihr?
Also im Rahmen des Börsengangs haben wir eine Bewertung bekannt gegeben, die liegt bei 1,8 Milliarden Dollar in dem Fall. Das ist eine Bewertung, wenn man sich das anschaut, es gibt ja andere Firmen, die sind schon börsengelistet. Die ist noch nicht ganz da wie jetzt bei anderen Firmen, die schon börsengelistet sind, aber ich glaube, aus Europa heraus eine Firma mit dem Wert an die Börse zu bringen, ist glaube ich schon ein sehr, sehr guter Start.
Wobei, also ganz großen Respekt natürlich, ich habe das noch nie geschafft, 1,8 Milliarden oder so, es ist ja Wahnsinn. Dennoch, wenn man so auf die Weltkarte guckt, dann sieht man so eine Anthropic oder jetzt auch eine OpenAI, Die reden jetzt über einen Börsengang so langsam, aber da ist jetzt eher nicht von 1,8, sondern von 800 Milliarden die Rede oder sowas. Also ist das dann nicht doch viel zu klein und könnte man nicht doch irgendwie so ein bisschen eher deren Weg gehen? Ist das nicht gerade der moderne Weg, auch gerade mit so frühen Geschäftsmodellen, noch lange private zu bleiben und nicht irgendwelchen Investoren dann da was reporten zu müssen jedes Quartal?
Ja klar, beide Wege sind sicherlich möglich. Wir haben das natürlich auch intensiv und lange intern diskutiert, was der bessere Weg ist, haben uns am Ende für den Börsengang entschieden. Wie gesagt, wir glauben, dass wir dadurch flexibler sind, auch was zum Beispiel Konsolidierung angeht. Es gibt gerade in Europa sehr, sehr viele kleinere Start-ups, und wenn man dann die Public Currency sozusagen hat, um Konsolidierung voranzutreiben, das ist ein anderer Weg. Insofern war das für uns zumindest am Ende der richtige Schritt. Man weiß immer erst hinterher natürlich, was das Beste gewesen ist.
Es gibt ja auch in Europa so Figuren, Strukturen. Der Daniel Ek zum Beispiel, der Spotify-Gründer, ist da zumindest jetzt nicht Finn, aber Schwede, und hat jetzt ja bei Helsing, so eine deutsche Defense-Firma, auch maßgeblich mit investiert und hat ja auch die Mittel, glaube ich, sich da über Spotify, dass so jemand sich das mal anguckt und sagt, okay Jungs, bevor ihr jetzt hier an die Börse geht, und ich glaube, ihr habt ja noch als SPAC, müssen wir noch mal drüber reden, den Börsengang vor, gehe ich da mal selber hin und sprecht ihr mit solchen Schwergewichten auch, oder wer berät euch da?
Ja, wir sind natürlich stark vernetzt, auch gerade auf Technologieebene, auch mit Technologiegründern. Ja auch viele Family Offices, wo dann ja Unternehmer irgendwie dahinter stehen, die auch oft sehr, sehr erfolgreich schon waren in ihrem Umfeld.
Also so kleine Eckmesser.
Genau, also er jetzt selber bei uns nicht, aber ähnliche Kaliber. Dann gibt es natürlich auch die diversen Banken und so weiter, die da auch mit reinschauen. Es gibt natürlich, wir haben ja auch bei uns im CapTable verankert Regierungsfonds. Das heißt, das ist natürlich auch immer ein gewisses politisches Thema. Wie können wir sicherstellen, dass eine gewisse Unabhängigkeit gewahrt bleibt nach vorne raus. Das heißt, es gibt viele Meinungen, die man da natürlich von rechts und links bekommt, und man muss dann versuchen halt als Gründer für sich den besten Weg daraus zu machen und versuchen, die einzelnen Meinungen gegeneinander abzuwägen. Manche sind natürlich mehr exitgetrieben, gerade wenn man jetzt, sage ich mal, sich anschaut, was VCs oder so dann von ihren LPs und so hören. Andere Andere sind natürlich langfristiger getrieben, andere sind wertegetrieben und so weiter. Also da gibt es immer verschiedene Ansätze und man muss dann natürlich als Gründer und als Führungsteam schauen, was der richtige oder unserer Meinung nach zumindest der richtige Weg da ist.
Wie viel Cash meinst du denn, braucht ihr noch in den nächsten Jahren, bis das Ding von alleine fliegen kann?
Also jetzt im Rahmen des Börsengangs, wenn das alles so funktioniert, wie wir das uns vorgestellt haben, werden wir nach Closing, das wird irgendwann im Juli wahrscheinlich sein, so um die 500 Millionen Dollar Cash haben. Damit kommen wir erstmal extrem weit. Wie das dann genau weitergeht, das, da kann man sich verschiedene Szenarien bauen. Wie gesagt, wir haben ja eine eigene Chipfabrik aufgestellt, wir haben eine sogenannte Assembly Line, wo wir die Computer produzieren, wir haben Rechenzentren. Und es ist immer so eine Abwägung, wie viel investiert man selber in seine eigene Infrastruktur, um dann das Know-how und IP bei sich zu behalten, gegenüber wie viel kann ich outsourcen und andere machen lassen. Und das sind einfach verschiedene Strategien, die am Ende des Tages einen unterschiedlichen Kapitalbedarf haben, aber natürlich auch am Ende des Tages eine unterschiedliche IP-Strategie dann bewirken. Und bis jetzt sind wir so gefahren, dass wir gerade auf Chip-Ebene die Dinge bei uns intern alles laufen lassen haben. Also wir haben unsere eigenen Chip-Design-Tools, wir haben unsere Chipsimulatoren, wir haben dann die eigene Chipfabrik und halten das alles intern. Das heißt, wir besitzen die gesamte IP drumherum und sind dadurch auch sehr, sehr stark da aufgestellt. Aber das erfordert natürlich Investitionen und das heißt, man hat noch voraus immer die Möglichkeit zu sagen, wir wählen da eine andere Strategie und brauchen weniger zum Beispiel Investitionen in Insofern gibt es jetzt nicht diese Antwort, dass ich sagen könnte, wir haben noch sieben Jahre Runway oder so was.
Ja, verstanden. Und wie viel gehören dir noch selber? Wie Prozent?
Gute Frage. Irgendwie. Ich weiß gar nicht, was genau die Prozentzahl ist.
Aber so grobe Größenordnung, also zehn Prozent, acht Prozent.
So was ja.
Acht bis zehn Prozent so.
Es kommt auch drauf an, wie jetzt genau der Börsengang verstanden geht.
Ja, okay. Ich meine, es ist ja schon mal auch Wenn man jetzt überlegt, 1,8 Milliarden, 10%, wenn man, also du könntest nicht sofort liquidieren, das ist ja erstmal Paper Money, aber es ist ja schon wert.
Ja, ich meine, als Wissenschaftler war es ja nie die Motivation, das zu machen, um irgendwie reich damit zu werden, sondern ich bin auch immer noch persönlich davon getrieben, eine Maschine zu bauen, die noch nie jemand vorher so gebaut hat. Also das ist quasi meine intrinsische Motivation. Natürlich ist es schön zu sehen, dass sich der Wert erhöht, aber das Das war jetzt für mich irgendwie nie der Haupttreiber. Insofern komme ich auch immer so ein bisschen ins Stocken, wenn diese Fragen kommen, weil ich mich da eigentlich gar nicht so sehr mit beschäftige.
Und warum jetzt ausgerechnet mit einem SPAC? Also ich meine, das ist so ein Instrument, das ist glaube ich so während der Coronazeit 2021 recht populär geworden, auch berühmt geworden, der Börsengang sozusagen, indem man in eine schon bestehende börsennotierte Firma rein verschmilzt. Also man geht so ein bisschen so über die Hintertür an die Börse. Man macht keinen IPO und gibt neue Aktien aus oder so was, man ja lässt sich kaufen von einer jetzt schon börsennotierten Firma. Das war damals groß, hat in ganz vielen Fällen nicht funktioniert, und die meisten Firmen, die damals so an die Börse gegangen sind, es gibt wenige Ausnahmen, sind heute deutlich weniger wert als damals. Und es gibt auch so die, also die haben einfach, die sind schlecht beleumundet, deswegen ja auch nachvollziehbarerweise viele Investoren sind enttäuscht und sagen, Mensch, da wurden nämlich Geschichten erzählt, dann habe ich da mitgemacht, das auch gekauft, am Ende wurden da Geschäftsmodelle an die Börse gebracht, die hätten da nie sollt.
Ja, nee, und das ist absolut richtig. SPACs haben nicht unbedingt immer den besten Ruf. Es ist so, wenn man sich anschaut, was im Quantenbereich passiert ist, alle Firmen bis jetzt, die im Quantenbereich an die Börse gegangen sind, sind über einen SPAC an die Börse gegangen. Ich glaube, wir sind vielleicht jetzt Nummer 6 oder so gefühlt. Und der Ausgabepreis bei so einem SPAC ist ja normalerweise $10. Und interessanterweise sind die ganzen Quantum-SPACs noch über $10. Also das ist so ein bisschen die Ausnahme zur Regel. Der Grund ist, dass man natürlich gewisse Dinge anders machen kann als bei einem traditionellen Börsengang. Und jetzt gerade auch bei uns, wir haben uns das natürlich auch gut überlegt, machen wir den traditionellen Börsengang, gehen wir über einen SPAC an die Börse. Und es gab dann natürlich verschiedene Blickwinkel wieder. Eine Sache ist, es gibt eine größere Sicherheit dadurch, dass man eben einen Merger ja macht mit einer Hülle, in der Geld liegt, ist es eigentlich ein M&A-Deal, den man da macht. Und das heißt, den kann man so durchexekutieren. Man kann auch dann nochmal auf privater Seite Geld reinraisen, was wir jetzt auch gemacht haben. Das nennt sich dann Pipe. Momentan haben wir ungefähr 150 Millionen Euro auf privater Seite reingelegt, ist dadurch ein bisschen unabhängiger von den Public-Investoren erstmal, für die Quantum schon immer noch schwer verdaubar ist. Also das ist so einer der Gründe. Man macht dann ja so ein bisschen diese Testing-the-Waters-Meetings am Anfang und redet mit den Investoren und man merkt schon, da muss noch sehr, sehr viel Education passieren auf Investorenseite. Und das ist natürlich was, wo ich gerade auch sehr viel Zeit reinstecke. Also es ist einfach, es gab sehr, sehr viel mehr Sicherheit für uns, das auf diese Art und Weise zu machen. Im Bereich Quantum war es auch irgendwie der etablierte Weg und alle wussten, wie es geht. Und für uns als europäische Firma, wir haben ja ein Dual Listing angekündigt, also sowohl New York als als auch Helsinki. Der New York Teil ist aber natürlich extrem wichtig für uns, aber wir sind jetzt in den USA noch nicht so stark vertreten. Und bei dem SPAC in der Hülle gibt es ja schon dann schon noch ein Management-Team, was selber stark vernetzt sind. Das sind ja oft ehemalige Investoren oder Banker.
Das Team, das das macht, also häufig, genau, gibt es ja, es gab ja auch diesen berühmten amerikanischen Investor, den Chamath Palihapitiya, den der eine oder andere vielleicht kennt, auch einen großen Podcast macht und so, der da auch mit zahlreichen SPACs unterwegs gewesen ist und auch da viele Verluste Leuten zugefügt hat. Wer ist euer Team?
Liquidität ist der Treibstoff für alles Wachstum, aber lange Zahlungszyklen binden häufig wertvolle Liquidität oder wertvolles Kapital. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Sage ins Spiel. Sage beschleunigt mit Sage Intacct den gesamten Prozess von der Leistung bis zum Zahlungseingang. Die Fakten sprechen für sich: die Zeit bis zum Zahlungseingang sinkt von etwa 120 auf unter 70 Tage. Eure Rechnungszyklen werden über 50% kürzer. Der Monatsabschluss ist bis zu 73% schneller fertig. Ihr trefft Entscheidungen endlich auf einer aktuellen Datenbasis. Das heißt weniger Kapitalbindung und mehr Liquidität für Investitionen. Und mit dem KI-gestützten Finanzmanagement habt ihr den ganzen Cashflow jederzeit im Blick. Blick. Über 2 Millionen Kunden weltweit vertrauen auf die Cloud-Lösung von Sage. Extra für OMR-Hörer gibt es außerdem jetzt ein exklusives Angebot. Ihr bekommt 20% Rabatt auf die ersten 12 Monate. Das Angebot gilt für Sage Intacct inklusive dem Sage Copilot bis 31.12.2026.
Genau, also wir haben uns natürlich dann auch viele Specs angeschaut und überlegt, welches das Richtige für uns ist. Und wir haben uns dann für ein SPAC entschieden, das einzige, was wir so richtig identifizieren konnten, was Ahnung von der Technologie hat. Also das Team dahinter, die haben zum einen einen Venture-Capital-Fund, Cambium heißt der. Die machen nur Investments in Advanced Computing und auch Quantum Computing. Das heißt, die haben schon in einige Quantenfirmen investiert über ihren VC-Fonds. Und die lassen auch oder die managen auch einen reinen Quantum-Fund. 55 North heißt der, ist ein dänischer Fund, der ist von Novo Nordisk unterstützt, der nur in Quantum Computing investiert. Also da stecken Investoren hinter jetzt in unserem Fall in dem SPAC, die sich wirklich mit der Technologie und mit der Materie auskennen, aber auch eben dann in der amerikanischen Finanzwelt stark vernetzt sind. Und das war für uns so ein bisschen der ausschlaggebende Faktor, dass wir sagen: Okay, wir kriegen dann im Prinzip das Team in New York mit dazu, die dann quasi auch da vor Ort uns unterstützen können und ihre Netzwerke öffnen können, aber eben mit einer gewissen Kredibilität, weil sie aus dem Bereich kommen und weil sie die Geschichte glaubhaft erzählen können.
Ich meine, das ist jetzt ja am Ende erst der Anfang einer Reise. Wenn du sagst, was in den nächsten Jahren noch alles passieren muss, damit ihr dann wirklich hochskaliert. Also was glaubst du jetzt, sagen wir mal 2030, so als Umsatz?
Was ist da mal Schwer Umsatzzahlen jetzt nach vorne raus zu sagen. Aber wenn man sich—
Ihr werdet ja einen Prospekt gemacht haben, wo das sogar drinstehen muss wahrscheinlich, oder? Man kann ja beim Börsengang, muss man ja so ein bisschen auch so eine—
Ja, aber keine Forward-Looking Statements, wie die Anwälte dann immer sagen. Dann werde ich wieder gekniffen. Aber was man natürlich machen kann, ist, wenn man sich die Geschäftsmodelle anschaut. Also wir verkaufen in Rechenzentren, ist eins der beiden Beine. Wir haben jetzt bis jetzt 22 Computer verkauft in Rechenzentren. Es gibt aber Hunderte Rechenzentren natürlich auf der Welt. Das heißt, da sieht man einfach noch ein sehr, sehr starkes Wachstumspotenzial, einfach wenn man so eine Bottom-up-Analyse macht. Und das andere Modell ist eben die Cloud. Und da ist es so, dass wenn man sich insgesamt auch anschaut, wie viel Umsätze in Quantum im Moment über die Cloud gemacht werden gegenüber was insgesamt in der Cloud passiert, da sind wir bei einem ganz, ganz kleinen Bruchteil. Also ich glaube insgesamt, ohne jetzt eine genaue Zahl zu sagen, gibt es noch ein sehr, sehr starkes Potenzial für Wachstum. Und die Investoren wollen natürlich immer diese sogenannten Hockeysticks sehen. Und dieser Bereich meiner Meinung nach wird halt dann erst richtig losgehen, wenn wirklich die kommerziellen Use Cases dann auch ermöglicht werden.
Das könnte dann so, kommerzielle Use Cases, dann irgendwann 29, 30, 31 vielleicht der Fall sein?
Ja, auf jeden Fall. Es kommt immer wieder darauf an, auch wen man fragt. Es gibt da ein bisschen ambitioniertere Gründer, die sagen vielleicht schon nächstes Jahr oder in 2 Jahren. Es gibt sehr konservative Professoren, die würden sagen, es dauert noch 10 Jahre oder so. Wir selber gehen aber auch eher so von 29, 30 oder so aus.
Also die absoluten Zukunftsdeuter, so Elon Musk und so, halten die sich aus dem Bereich eigentlich raus oder ist der da auch unterwegs? Weil ich meine, der ist doch eigentlich auf allen Zukunftstechnologien immer mit drauf.
Also zumindest kommentiert er ab und zu über seine Tweets und Posts, was so passiert. Ich wüsste jetzt nicht, ob er persönlich irgendwelche Investments oder so gemacht hat. Aber was man schon sieht, ist, dass mittlerweile alle großen Tech-CEOs auch Quantum kommunizieren. Sei es der Google-CEO, Microsoft-CEO, IBM sowieso. Das heißt, es ist schon auch ganz oben in den Führungsetagen dieser großen Konzerne angekommen. Und eben auch, wenn man jetzt wieder ein bisschen lokaler schaut, auch die großen DAX-Konzerne. Viele der großen DAX-Konzerne haben mittlerweile eine Quantum-Strategie und einen Ansatz, wie sie da reingehen wollen.
Du triffst sie doch manchmal oder redest mit denen oder so?
Ab und zu natürlich trifft man sich. Ich bin ja auch viel unterwegs auf Veranstaltungen und so weiter. Und es gibt natürlich immer die, die so ein bisschen technologieaffiner sind und dran glauben, und dann andere, die ein bisschen skeptischer sind. Aber gerade die, die irgendwie viel von Technologie halten und so, mit denen kommt man schon gut klar.
Auch Jensen Huang, der ist ja sozusagen auch im Space dann ja auch wahrscheinlich relevant.
Ja, Nvidia, hat eine ganz ausgeprägte Quantenstrategie und Jensen Huang kommentiert auch selber Quantum. Wir arbeiten auch selber als Firma, arbeiten wir auch stark mit Nvidia zusammen, also haben eine enge Partnerschaft.
Wenn du sagst, der kommentiert, dann heißt das, der postet, also bei Twitter ist er dann aktiv und schreibt irgendwas zu den Forschungsergebnissen oder so?
Ja, und dann Nvidia hat ja auch ihre, zum Beispiel gibt es dieses GTC-Event immer, wo die sind, und dann gibt es eigentlich immer Quantum Stream, wo er auch sitzt auf dem Panel und das dann diskutiert und so weiter. Also was auch immer dann der Kommunikationskanal ist, aber er ist da schon aktiv.
Und gibt es noch andere in Europa neben euch?
Es gibt natürlich in Europa viele Startups, habe ich ja eben schon erwähnt. Die meisten sind aber relativ klein jetzt im Vergleich zu uns. Also um ein paar Zahlen zu nennen, wir sind ungefähr 400 Mitarbeiter insgesamt und das ist ja so eine Herausforderungen in Europa, dass die meisten Start-ups es irgendwie nicht schaffen hochzuskalieren. Es gibt so ein, zwei andere noch. In Paris gibt es ein Start-up, Pascal heißen die. Die machen eine ganz andere Technologie, aber auch Quantencomputing. In England gibt es ein paar. Aber wir sind glaube ich schon so in Europa sowohl Mitarbeiter als auch Umsatz oder technologiemäßig die Nummer 1.
Und in den USA gibt es welche, die sind also jetzt unabhängig von den Großen und IBM und so, gibt es denn da also auch auch neue Newcomer in dem Space, so wie euch wahrscheinlich auch.
Genau, es gibt natürlich einige Firmen, hatte ich auch schon erwähnt, die auch schon den Börsengang gemacht haben, hauptsächlich eben in dieser 21er-Spec-Welle damals. Firmen wie IonQ und Rigetti. Aber auch da das Interessante ist, wenn man sich jetzt unsere Kennzahlen anschaut, also umsatzmäßig, aber auch technologiemäßig, Patentzahlen und so weiter, dann können wir da durchaus mithalten. Also wir sind da ganz, ganz vorne mit dabei und insofern bin ich da eigentlich auch sehr, sehr positiv, dass es möglich ist, aus Europa wirklich so ein global führendes Unternehmen zu bauen.
Aber müsste man nicht, wenn man so eine neue Technologie macht, noch mehr, du bist ja ein sehr sachlicher, sehr vernünftiger Typ, hat man das Gefühl, auch so zurückhaltend eigentlich, müsste man nicht noch mehr so richtig ins Storytelling gehen? Und ich meine, wie die AI-Leute haben ja auch damals, als es losging, hatten die ihren ChatGPT-Moment, dann ging es sofort los, wie jetzt demnächst Weltuntergang vor der Tür steht wegen AI, und dann wurde allen Angst gemacht, da gab es die Storyline, dann gab es andere Storylines, dass wir alle arbeitslos werden würden wegen AI. Und was da nicht alles an Visionen, an Horrorvisionen. Hauptsache, man wird gehört und Hauptsache, man ist derjenige, der da irgendwie die größte Vision verkauft und macht damit natürlich seine Firma auch bekannt und hilft sozusagen mit seinem Marketing und seinem Vertrieb und auch bei Investorensuche vielleicht. Also wenn ich jetzt den Podcast reflektiere, dann hast du jetzt hier nichts rausgehauen. Okay, ich crack den Bitcoin, ich sorge für unendliches Leben. Gibt es da nicht so Sachen?
Ja gut, ich bin natürlich tief in mir drin, bin ich noch Wissenschaftler und es ist glaube ich schwer, Aussagen aus mir rauszukitzeln, wo ich nicht wirklich weiß, dass das irgendwie möglich ist oder passieren kann oder so. Jeder hat natürlich auch seinen eigenen Stil oder seine eigene Herangehensweise. Wie gesagt, wir machen ja unsere Hauptgeschäfte auch mit Partnern oder Kunden, die wirklich langfristig an uns glauben und glauben wollen. Und da will man natürlich nicht in eine Situation geraten, wo man Versprechungen macht, die man hinterher nicht halten kann. Das ist schon einer unserer Kernwerte in der Firma, dass wir die Firma sind, die wirklich liefert. Also in einigen Rechenzentren sind wir reingekommen in den Deal, weil die andere Firma nicht in der Lage war zu liefern. Dann haben die uns angerufen und gesagt: Hey, wir haben das Geld. Wir haben den politischen Druck auch, dass wir eine Maschine brauchen. Könnt ihr uns helfen? Also das ist so ein bisschen unsere Firmenphilosophie auch, dass wir in einer Industrie unterwegs sind, wo auch sehr, sehr viel Regierungsgeschäft eben passieren. Und da will man natürlich als vertrauensvoller Partner dastehen.
Und das macht ja Entropic und so mit der amerikanischen Regierung und so was da alles auch noch.
Machen die vielleicht auch, ja. Ich sage ja, jeder hat seinen eigenen Stil. Ich sage auch nicht, dass wir alles richtig machen. Und natürlich sind die Amerikaner, was Marketing angeht, wahrscheinlich den Europäern meilenweit voraus. Finnland ist jetzt auch nochmal von der Kultur nochmal ein bisschen weiter, sage ich mal, weg. Also die Finnen, die sind jetzt nicht das redseligste Volk überhaupt. Insofern sicherlich könnten wir da noch deutlich mehr machen. Es ist immer dann wirklich ein enger Grat, auf dem man dann geht, weil auch meine persönliche Ambition ist, dass was auch immer ich jetzt in so einem Podcast erzähle oder sonst irgendwo erzähle, ich will mich dann umdrehen zu meinen eigenen Leuten und unseren eigenen Wissenschaftlern und im Prinzip denen die gleiche Geschichte erzählen, ohne dass die mir den Vogel zeigen und sagen, du bist verrückt oder das ist alles Bullshit oder nur Hype. Und das ist meine persönliche Ambition, dass ich eben die Geschichten so erzähle, dass ich glaubhaft bleibe, auch gegenüber meinen eigenen Leuten oder der Community. Natürlich macht man damit dann nicht den größten Wind und kriegt vielleicht nicht die größte Bildschlagzeile.
Also für unsere YouTube-Strategie wäre es hilfreich, wenn du sagen würdest, hier in die Kamera, ich crack den Bitcoin, 2030 seid ihr alle platt. Aber okay, du hast es ja ein bisschen moderater formuliert.
Mal gucken, ob wir das als Clip verwenden können. Noch mal was ganz anderes vielleicht zum Abschluss. Diese, sagen wir mal, sehr, sehr advanced Physik, vielleicht ist es dann aber nicht so die angewandte Physik, für die du ja stehst, hast du erklärt, sondern eher die theoretische Physik, ist ja dann irgendwann auch so, trifft ja irgendwann auch Philosophie oder auch die Frage, was ist das Leben und was kommt nach dem Leben? Und da beschäftigen sich ja Physiker auch mit. Ist das ein Weg, wo du auch unterwegs warst?
Also es ist schon so, dass die Physik, in die wir hier reingehen, das ist Physik, die wir in unserem normalen Leben ja nicht beobachten. Also Quantenphysik beobachten wir mit unseren eigenen Augen nicht, und darum fällt es uns schwer, so ein bisschen daran zu glauben. Das klingt jetzt wie in der Kirche mit dem Daran-Glauben, aber das ist ja auch so ein bisschen so. Also Schwerkraft zum Beispiel verstehen wir, weil wenn ich den Ball loslasse, dann fällt er auf den Boden, und das ist für mich Schwerkraft. Aber wenn ich jetzt auf die Straße gehe und die Leute frage: Könnt ihr mir Schwerkraft erklären? Wieso? Wie funktioniert das mit der Raumkrümmung? Also Schwerkraft passiert ja durch Raumkrümmung. Also da geht es schon los, würde jeder aussteigen. Aber wir glauben dran, weil wir es jeden Tag sehen. Der Ball fällt jeden Tag wieder runter. Quantenphysik sehen wir nie. Das heißt, die Phänomene da, da fällt es uns schwer dran zu glauben. Das sind ja Phänomene wie: Teilchen können an 2 Orten gleichzeitig sein. Also wenn ich so einen Ball nehme, der würde nie an 2 Orten gleichzeitig sein, im Hamburg-Tor und im Dortmund-Tor oder so. Der ist immer nur an einem Ort und da glauben wir dran. In der Quantenphysik ist das anders. Da gibt es viele solche Phänomene, die für uns nicht erklärbar sind, und da kommt man natürlich dann ins Philosophische. Da gibt es dann ein großes Thema, das sind diese sogenannten Paralleluniversen. Die Physik auch, die bei uns auf den Chips läuft, die kann man im Prinzip durch Paralleluniversen erklären. Aber das ist jetzt wieder eine Sache, die für uns als Mensch wahnsinnig schwerfällt im Prinzip in jedem Augenblick entwickeln sich weitere Paralleluniversen. Also ich könnte jetzt meinen Arm nach rechts bewegen oder nach links bewegen, aber eigentlich in der Quantenphysik bewege ich ihn gleichzeitig nach rechts und nach links und dann sind da zwei Paralleluniversen, in denen quasi diese beiden Welten weiterleben. Das geht natürlich sehr schnell dann ins Philosophische. Man kann das mathematisch aber alles herleiten. Also es gibt immer ein mathematisches Grundgerüst dahinter, aber das zu erklären und selber— das fällt uns einfach so wahnsinnig schwierig, weil wir es einfach nie sehen. Und darum glauben wir in dem Sinne auch nicht dran.
Und was glaubst du denn? Also ich meine jetzt sozusagen zum Beispiel die, also wenn man die großen Fragen aufzumachen, ist ja der Abschluss hier. Keine Sorge, ich werde es nicht ganz lang machen. Aber vor kurzem sagte jemand zu mir, also die Wahrscheinlichkeit, dass das menschliche Leben so durch Zufall entstanden ist, über viele Millionen Jahre irgendwie aus dem Wasser Schritt für Schritt. Das ist ungefähr so wahrscheinlich, wie wenn über einem Schrottplatz ein Wirbelsturm aufzieht und dann nachher steht da ein Ferrari. Das ist einfach, da gibt es eher Glauben an übersinnliche Sachen oder an höhere Kräfte, als weil er sagt, das kann so nicht sein. Und das hätten ihm Physiker oder Wissenschaftler so auch erklärt und von der Wahrscheinlichkeit her.
Also die Wahrscheinlichkeit ist sicherlich nicht sehr groß, dass es ein System wie die Erde gibt, Aber es gibt einfach wahnsinnig viele Sterne und Planeten in unserem Universum. Das heißt, ich glaube, das ist Wahrscheinlichkeitstheorie. Man kann dann einfach, wenn man eine ganz kleine Wahrscheinlichkeit mit einer ganz großen Zahl multipliziert, weil wir einfach so wahnsinnig viele Planeten haben, gibt es schon eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwo anders noch einen Planeten Erde sozusagen gibt, wo es auch Leben gibt. Ob das Leben da genauso aussieht wie hier, dass Menschen da sind, die sich in Podcasts unterhalten, ist wiederum noch mal eine andere Frage. Aber grundsätzlich glaube ich, ich bin Wissenschaftler, das heißt, ich glaube an die Naturgesetze und es lässt sich ja alles über Naturgesetze erklären. Unsere Welt lebt eben in einem gewissen Parameterraum, was Temperatur, Druck, Licht und so weiter angeht, wo unser Leben möglich ist. Es gibt aber auch sehr, sehr viele Systeme draußen im Universum, wo glaube ich ähnliche Parameter herrschen. Das heißt, es gibt eine endliche Wahrscheinlichkeit, dass da nochmal Leben irgendwo draußen ist.
Wenn man tot ist, ist man tot. Dann gibt es doch kein Leben danach irgendwie.
Also zumindest ich persönlich glaube jetzt nicht an irgendwas Übersinnliches oder Engel im Himmel, sondern genau, also wenn ein Organismus nicht mehr lebt, lebt ein Organismus nicht mehr.
Und dann ist er auch sowohl körperlich als auch geistig tot. Mal gucken, wie der Organismus deiner Firma so in den nächsten Jahren sich weiterentwickelt und welches Leben da so in die neue Hülle dann so da rein einzieht.
Wann ist IPO?
Wann ist der Börsengang?
Also wir sind gerade in diesem sogenannten Filing-Prozess und wir wissen nicht, wie lange es dauert, weil das sind dann ja Kommentare vom SEC in den USA. Die haben gerade noch einen ziemlich langen Backlog, weil die Government Shutdown hatten letzten Jahres und wir wissen halt nicht genau, wie lange es dauert, aber wir gehen davon aus, irgendwann im Sommer sollte es soweit sein.
Aber du wirst dann keinen Anteil verkaufen, bist dann weiterhin Ich plane im Moment nicht, irgendwas zu verkaufen. Du könntest ja mit diesem Spax-Service.
Ja, es gibt ja mal auch wahrscheinlich irgendwelche Lockups und so weiter. Aber wie gesagt, ich bin getrieben davon, die Firma zu entwickeln, die Technologie zu entwickeln und nicht irgendwie meine persönliche Situation zu verändern.
Und lebst du in Helsinki?
Ich lebe mit meiner Familie in Helsinki, genau.
Deine Frau ist auch Deutsche, ne?
Meine Frau ist Deutsche, genau. Wir haben ein kleines Kind, aber wir leben im Moment alle in Helsinki.
Das bleibt auch dann dort?
So? Das muss ich zeigen.
Es ist immer schwierig natürlich zu sagen, wie groß München und Berlin, glaube ich, auch, ne?
Genau, wir haben in München ungefähr 100 Mitarbeiter, ein paar in Berlin. Ich bin ja auch sehr, sehr viel in Deutschland und sonst wo unterwegs. Also man muss sich natürlich immer ein bisschen danach richten, auch was die Firma braucht, und dementsprechend wird sich auch unser Leben weiterentwickeln.
Okay, kannst du ein bisschen Finnisch?
Außer ein Bier bestellen kann ich nicht viel.
Alles klar, Jan, viel Erfolg. Ich bin gespannt, was daraus wird. Also ich glaube, das ist ja im Best Case wahrscheinlich die deutsche oder europäische Nvidia.
Da arbeiten wir dran.
Ich hatte auch einen Podcast mit dem Jonas Androulis, kennst du wahrscheinlich auch, von Aleph Alpha. Auch fand ich es total smart und richtig, was er gesagt hat, und glaubwürdig im Moment auch. Und bis heute ist es wahrscheinlich so. Trotzdem ist jetzt Aleph Alpha Ja gut, jede Firma hat seine eigene Geschichte.
Kann es auch nicht kommentieren, was da genau passiert ist, aber ist ja nicht so groß geworden, wie man das immer mal erhofft hat. Klar, man hat es nicht immer in der eigenen Hand und auch jetzt bei uns, wenn man sich unsere Geschichte anguckt, gab es auch immer Situationen, wo es ein bisschen auf der Kippe stand. Das ist glaube ich in jedem Startup so, dass es nicht immer alles rosig ist. Was man hier so im Podcast erzählt, ist natürlich immer alles rosig, aber wenn man hinter die Kulissen guckt, da wird natürlich schon geackert Und manchmal steht es auch hart auf der Kippe und dann hat man das auch manchmal nicht mehr in seiner Hand.
Aber aktuell steht nichts auf der Kippe. Natürlich nicht.
Sieht super aus.
Vielen, vielen Dank und viel Spaß dann Ende August wieder beim Schlützelfest in Neuss. Ciao, ciao.
So, wem diese Folge gefallen hat, dem empfehle ich dringend und musste häufig sogar dran denken, die Folge mit Robert Fink von Helsing. Vor einigen Wochen erst aufgenommen. Helsing, das große deutsche Defense-Startup. Der Robert Fink war vorher vorher bei Palantir tätig. Wirklich ein ähnlicher Typ wie der Jan, ähnliche Themen im etwas anderen Kontext, aber auf jeden Fall Hörempfehlung: Robert Fink von Helsing.
Bisschen runterscrollen.
Jede Woche hören hier sehr, sehr viele Menschen zu und wir alle im Team, ich ganz besonders, sind dafür natürlich sehr dankbar. Und jetzt möchten wir euch mal wieder etwas besser kennenlernen. Wer sind eigentlich unsere Hörer? Was beschäftigt unsere Hörer? Welche Themen interessieren Was können wir noch besser machen? Und deswegen kommen wir mal wieder mit einer Umfrage um die Ecke. Mit euren Antworten helft ihr logischerweise uns, diesen Podcast noch besser zu machen, oder zumindest zu versuchen, ihn noch besser zu machen. Wir wollen ja wirklich wissen, was sind Wünsche, Interessen, Bedürfnisse, was können wir tun? Die ganze Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 5 Minuten, also im Vergleich zum Podcast hören extrem wenig. Und natürlich gibt es auch was zu gewinnen. Unter allen, die mitmachen, verlosen wir Preise wie zum Beispiel 2 Tickets Tickets fürs OMR Festival nächstes Jahr, einmal AirPods Pro oder ein OMR Report eurer Wahl, und es gibt zusätzlich die Chance auf eine Übernachtung im Hotel Vier Jahreszeiten für 2 Personen hier in Hamburg. Also diese 5 Minuten könnten sich sehr lohnen, und wie gesagt, vor allen Dingen für euch, wenn dann das Zuhören nach hinten raus noch besser wird. Deswegen sucht bitte den Link in unseren Shownotes im Linktree und gebt hier eure Meinung, eure Antworten ab. Vielen, vielen Dank vorab!
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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