Wie baut man ein Millionen-Vermögen auf, Erik Podzuweit? (#891)
25 Mar 2026 · 63 min
In dieser OMR‑Podcast‑Folge spricht Philipp Westermeyer mit Erik Podzuweit, Mitgründer und CEO von Scalable, dem deutschen Fintech‑Unicorn. Podzuweit gibt einen Überblick über die Entwicklung von Scalable von einem reinen ETF‑Online‑Vermögensverwalter zu einem vollwertigen Broker mit eigener Banklizenz, eigenen Kernbankensystemen und einer eigenen Depotverwahrung. Er berichtet von über 1,5 Millionen Kunden, 45 Mrd. € verwalteten Assets und einer jüngsten Bewertung von rund 2,5 Mrd. €, wobei ein Börsengang in den nächsten 3‑5 Jahren angestrebt wird. Das Gespräch berührt die Wettbewerbslandschaft (Trade Republic, tausende Banken), makroökonomische Treiber (Rückkehr von Tagesgeldzinsen, demografischer Wandel, Rückgang des staatlichen Rentensystems) und strukturelle Trends wie den Wechsel von „Asset‑Light“‑SaaS‑Modellen zu „Asset‑Heavy“‑Investitionen (HALO). Podzuweit erklärt das Konzept von Prediction Markets (Polymarket, Calci), deren regulatorischer Status und ihr Potenzial als „Truth Markets“, diskutiert geopolitische Risiken am Beispiel des Iran‑Kriegs und zieht Parallelen zu historischen Ölpreisschocks. Weiterhin spricht er über Marketing‑Strategien (Influencer‑ und Rap‑Kooperationen, Sport‑Sponsoring), regulatorische Reformen in Deutschland (ETF‑Sparplan‑Zuschüsse) und den Einsatz von KI‑basierten Sprachagenten (ElevenLabs). Ein besonderer Teil des Gesprächs widmet sich historischen Finanzgeschichten: die Kennedy‑Familie, ihr Aufstieg durch spekulative Börsenpraktiken, Insider‑Trading und die Gründung der SEC, sowie die Lehren daraus für heutige Regulierungen. Podzuweit teilt zudem seine persönlichen Lesegewohnheiten – aktuelle Biografie von John F. Kennedy, Bill Gurley’s "Running Down a Dream" und weitere Bücher – und betont, wie breit gefächerte Lektüre (Geschichte, Unternehmensführung, persönliche Entwicklung) seine Entscheidungsfindung beeinflusst. Der Podcast enthält mehrere gesponserte Segmente (Qonto, Hiscox, ElevenLabs, Nespresso) und endet mit einem kurzen Ausblick auf weitere Bücher und persönliche Lesegewohnheiten von Podzuweit.
Chapters
Ich bin wirklich stolz, dass es uns in den letzten Jahren gelungen ist, echt spannende Menschen aus verschiedensten Ecken hier als eine Art Stammgäste für diesen Podcast zu gewinnen. Vom Pip Klöckner über Frank Thelen, Jan Beckers und auch Eric Podszuweit. Und jedes Mal, wenn ich Eric Podszuweit erwähne, natürlich dazu der passende Gag: Pod zu weit, muss ja Stammgast sein. Aber die Wahrheit ist, er hat einfach wirklich viel zu erzählen. Er hat mal angefangen bei Goldman, ist also schon allein daher ausgewiesener Kapitalmarktexperte, aber hat natürlich auch dazu jetzt die operative Erfahrung des Aufbaus eines Unicorns, nämlich eben Scalable, in dem sehr, sehr aktiven, sehr dynamischen Finanzmarktumfeld einen der ganz großen Broker gerade gebaut. Und da gibt's einfach immer viel zu berichten. Ich glaube, in der jetzt kommenden Folge fand ich die spannendsten Minuten die, als er mir noch mal seine Sicht auf die Prediction Markets erklärt hat. Aber auch daneben haben wir gesprochen über Rapper als Markenbotschafter, über seine Buchtipps, über die Frage, warum er jetzt so einen krassen Kampf anfängt mit den Tagesgeldzinsen. Also so oder so, es ist sehr viel drin in der neuen Folge OMR Podcast mit Erik Potseweit von Scalable. Auf geht's! Let's go, go, go, go! Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer. Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem: Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt's im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram. Und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem und besonders praktisch: Das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto-App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitern. Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertungen natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Herzlich willkommen, Erik!
Hi Philipp!
Berichte mal ganz kurz vielleicht zum Start. Also Scalable, denke ich mal, kennen die meisten. Ihr seid die Meister der Außenwerbung und werbt für Depots Ihr werdet für Geldanlage, ihr habt gerade neue Zinsen angeboten, 2,5% glaube ich Tagesgeld.
Genau, Tagesgeld, richtig.
Und es läuft gut bei euch?
Du, läuft. Also wenn ich da so ein bisschen mal zusammenfasse.
Ganz knapp, weil wir wollen in die Börse.
Ja, genau, super kurz. Also genau, nee, Firma wächst schön. Wir machen das jetzt auch schon im 10. Jahr. Sind ja angefangen als so reines ETF-Online-Vermögensverwalter, haben dann Broker hinzugefügt, also das ganze Investieren-Thema abgedeckt. Jetzt haben wir das Thema Sparen ganz groß noch dazu und werden das, haben seit letztem Herbst eine Vollbanklizenz und werden immer weitere Features und Angebote bringen. Vielleicht sozusagen noch eine ganz kurze Story, weil bei uns war es so, die letzten 2, 3 Jahre waren wir firmenintern sehr, sehr busy, weil wir sehr viel Infrastrukturarbeit gemacht haben. Das haben die Kunden dann gar nicht so sehen können. Wir haben eine eigene Depotverwahrung aufgebaut, eine eigene Banklizenz, eigenes Kernbankensystem programmiert, eine eigene Börse hingestellt. Und das hat strategisch große Vorteile, das bringt dem Kunden auch Preisvorteile und alles. Aber das, du hast das nicht so richtig mitgekriegt als Kunde, als Endprodukt. Produkt. Und jetzt haben wir sozusagen das alles fertig und sind dann auch einfach von den Ressourcen her wieder komplett frei und können— also was ich eigentlich sagen will, ist, so in den nächsten Monaten und Jahren wirst du sehr, sehr viele Endprodukte, viel mehr Endprodukte von uns sehen.
Wie viele Kunden habt ihr aktuell?
Wir haben jetzt, erreichen jetzt bald irgendwann die 2 Millionen Kunden, also über anderthalb Millionen Kunden, über 45 Milliarden Kunden-Assets auf der Plattform und ja, sind in Deutschland und Europa tätig, also in dem nahegelegenen europäischen Ausland, Italien, Frankreich, Spanien.
Und ja, was sind wir wohl aktuell wert?
Also wir haben, wann war das? Die Zeit vergeht so schnell. Letztes Jahr haben wir eine Finanzierungsrunde gemacht. Das war, da war die Bewertung anderthalb Milliarden und mittlerweile ist das Business gut 50, 60% größer. Werden wir bestimmt später auch noch drüber sprechen. Überhaupt so, mal ist Fintech ja en vogue und mal wieder weniger. Jetzt gerade ist es sehr, sehr en vogue wieder. Also ich glaube, da gibt es Also zweieinhalb Milliarden könnte es werden. Ja, und vor allem, ich meine, man muss ja so, ich weiß, das hört sich an, als wenn man der Frage ausweicht, aber wir wollen die Firma jetzt halt dieses und nächstes Jahr ja nicht verkaufen, sondern unser Ziel ist, irgendwann an die Börse zu gehen. Jetzt nicht nächstes, übernächstes Jahr, aber vielleicht in 3, 4, 5 Jahren. Und wir haben das Potenzial, wenn wir den Weg weiter beschreiten, die richtigen Produkte bauen, die neuen Technologien, KI und dergleichen richtig einsetzen, haben wir die Möglichkeit, eine sehr, sehr wertvolle Firma zu bauen. Das lässt unser Businessmodell und der grundlegende Markt lässt das zu.
Euer wahrscheinlich wichtigster Wettbewerber Trade Republic?
Unter anderem. Also Trade Republic ist sozusagen der eine große von den Neuen, würde ich sagen. Ich nenne es Mitbewerber. Und die anderen Wettbewerber sind in Deutschland 1500 Banken, in Europa 5000 Banken. Also wir konkurrieren eigentlich mit super, super vielen. Auf der anderen Seite hört sich ein bisschen hochnäsig an, wenn ich das sage, aber dann auch wieder eigentlich mit gar nicht so vielen, weil wenn du schaust, Wer hat coole Preise? Wer hat eine super UX? Wer ist sehr, sehr schnell da drin, neue Features, neue Technologien zu entwickeln? Dann sind Banken da oftmals sehr langsam. Und ja, dass man auf der einen Seite sagen kann, wir haben super viel Wettbewerb, auf der anderen Seite eigentlich sehr, sehr wenig. Und in diesem Spektrum bewegen wir uns.
Aber ich meine, ich sage deswegen Trade Republic, also denen stehen wir auch irgendwie durchaus ein bisschen näher. Und die haben jetzt ja gerade eine fette, sagen wir mal, Announcement gehabt vor einigen Monaten. Da war dann die Bewertung deutlich über 10 Milliarden, also das wertvollste deutsche Startup kann man oder Corona oder wie immer seit langem und das ist ja dann für dich auch erstmal so ein bisschen indikativ zumindest okay wo die Reise hingeht.
Also es zeigt was möglich ist in dem Markt und ich meine du sprichst da einen ganz interessanten Punkt an weil Fintech an sich ja also B2C Fintech ist das gibt's ja schon also dieser Begriff kam so vor 10, 11, 12 Jahren das erste Mal eigentlich auf dass man sagt mit Technologie und Finanzen geht man jetzt in dem Bereich nicht nur E-Commerce, sondern macht auch bestimmte Teile. Also es war meistens so rausgekarft, ja, bestimmte Angebote, was Banken typischerweise anbieten, ob es im Zahlungsverkehr ist, ob es in der Kontoführung ist, ob es im Investieren ist, bieten jetzt so kleine Unternehmen mit Technologie online an. Und das ist so durch bestimmte Wellen gegangen. Das war mal ganz heiß, dann war es mal total abgekühlt. Also es gab eine Zeit 2022/23, da war B2C-Fintech überhaupt nicht mehr beliebt. Robinhood beispielsweise, die da für 30 Milliarden an die Börse gegangen sind, die sind, ist der große Vorreiter da, wenn du so willst, in USA, die sind abgestürzt auf unter 5 Milliarden und das war unter deren Cash-Level. Also die hatten 4, 5 Milliarden Cash auf dem Konto und die Firma wurde, also der Enterprise Value der Firma war komplett verpufft. Und jetzt sind die hochgeschossen. Letztes Jahr waren sie bei 120, 130 Milliarden, jetzt sind sie so 70, 80 Milliarden. Also Was ich sagen will, ist das Folgende eigentlich: B2C-Fintech ist aktuell, insbesondere in Europa, der absolute Startup-King. Also das Wertvollste, du hast ja gerade Deutsche angesprochen, das Wertvollste Fintech Europas ist Revolut, auch ein B2C-Fintech-Unternehmen. Also, und ich meine, wenn man so ein bisschen die letzten 10 Jahre sich anschaut, was hat es da alles für Businessmodelle gegeben? Ja, also Last Mile Delivery, Last Mile Mobility. Clubhouse und also die diese ganzen Sachen, was was Insurtechs ja eigentlich mehr oder minder alles verschwunden oder nicht mehr und bei B2C-Fintech jetzt spreche ich natürlich sozusagen ein bisschen selbstverliebt, weil wir selber ein B2C-Fintech-Unternehmen aufgebaut haben, aber das ist nicht eine Eintagsfliege. Wir haben da zehn jetzt schon über zehn Jahre grinden wir da Revolut genauso. Und das sind aktuell die Startup-Könige Europas. Und das ist für mich eine tolle Bestätigung.
Gehört dir noch ausreichend viel an der Firma? Ja. Also wir reden schon noch von so 10% oder so was?
Ja, ja, so um den Dreh, ökonomisch so um den Dreh. Genau richtig. Du kriegst dann wieder Optionen und dann hast du Common Shares und dergleichen. Aber ja, um den Dreh ist es. Und das ist eigentlich für die Länge der Firma ein ganz guter Anteil. Gibt natürlich immer andere Beispiele. Ich glaube, der Nick von Revolut, der hat glaube ich noch 20% an der Firma. Der war auch ein alleiniger Gründer.
Wir sind ja mit mit 3 Leuten gestartet.
Also ich habe nie 100 oder 50% an der Firma besessen, sondern bin überhaupt nur mit einem Drittel damals gestartet. Aber ja, nee.
Also wenn es dann mal 10 Milliarden wert ist, dann reicht es noch irgendwie für die Milliarde.
Möglich ist es ja. Aber jetzt kleinere Bötchen backen, da müssen wir, weil ich meine, jetzt habe ich natürlich total optimistisch gerade angefangen. Und ich bin auch optimistischer Typ. Nichtsdestotrotz, ich habe eine so eine Es gibt eine so eine Devise, die habe ich mal aufgeschnappt. Also A, habe ich so ein bisschen das selber gespürt und B, hat das mal jemand in Worte gefasst. Der Bill Gurley, so ein ganz bekannter Investor, Benchmark-Gründer.
Hat Uber groß gemacht.
Uber groß gemacht.
Trotzdem jetzt von Travis Kalanick, Uber-Gründer, gehasst. Also das ist ja—
Er hat ihn ja rausgeschmissen. Ja, richtig. Genau richtig. Aber schon ziemliche Legende im Silicon Valley. Die hat gesagt, der schwierige Job eines CEOs ist, dass er immer so gegenzyklisch, countercyclical sein muss. Wenn die Firma am Boden liegt und richtig auf dich eingehämmert wird, dann musst du der Sonnenschein sein. Dann musst du durch die Gänge laufen, die Leute motivieren und sagen: Hey, alles gar nicht so schlimm. Komm, Kopf nach oben, weiterschauen. Und wenn es richtig gut läuft, ja, und gerade läuft es bei uns, aber auch bei anderen Mitbewerbern sehr, sehr gut, da musst du eigentlich, die Leute müssen wieder runterbringen und sagen: Pass auf, Leute, nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Börse, ja, sprechen wir wahrscheinlich gleich auch noch kurz drum, die kann von einem zum anderen Tag, von einem zum anderen Monat sich komplett anders aussehen. Es können neue Wettbewerber kommen, neue Technologien, KI, das kann alles reinkommen. Lasst vorsichtig sein, lasst ein bisschen paranoid auch bleiben. Und so musst du dich immer verhalten. Also die aktuelle Stimmung der Zahlen, du musst eigentlich dein Verhalten sozusagen, das ist das Schwierige, weil es unnatürlich ist.
Was macht es denn gerade so attraktiv? Klar, es gibt wieder Zinsen, das hilft natürlich eurem Modell. Ihr bietet jetzt auch Zinsen an, haben wir gerade darüber gesprochen, dementsprechend. Aber was macht es noch so gut gerade für euch? Welche Rahmenbedingungen sind das?
Ja, also es gibt, ich gehe mal sozusagen vom ganz Großen und breche es dann sozusagen vom Makro aufs Mikrolevel noch weiter runter. Also die großen Treiber, die großen Rückenwinde für unser Business sind, die Leute wollen Geldanlage machen und müssen Geldanlage machen, ohne jetzt die ganze Altersvorsorge, ohne die ganze Litanei Neide jetzt wieder zu geben. Warum? Immer weniger Leute, die einzahlen, staatliche Rentensysteme Probleme. Die jungen Leute haben da auch Bock drauf, können sich viel leichter informieren heutzutage. Deswegen ist diese jüngere Kohorte, und jünger ist im Finanzbereich eigentlich unter 35, ja, das sind die Jungen, die wächst am stärksten, was, wenn es darum geht, Altersvorsorge eigentlich zu betreiben. Und das ist ein großer sozusagen Rückenwind. Das an der andere große Vorteil ist, dass wie gesagt die klassischen Banken sich brutal schwer tun, dort eine Offerte aufzulegen, die ja mit uns oder mit Angeboten von direkten Werbern von uns mithalten kann, was den Preis angeht, was die UX angeht, was die coole Vernetzung innerhalb dieser Fintech-Plattform, die wir gebaut haben, ja konkurrieren kann. Und dann, was gehört einfach auch zur Wahrheit dazu, wir hatten natürlich 3 phänomenale Börsenjahre jetzt. Also du hast '22, ging es mal nach unten wieder, Und dann 23, 24, 25 haben die Börsen zweistellige Renditen gemacht. Das Jahr dieses Jahr ist, wenn ich da mal sozusagen eintauchen soll.
Du bist ja jetzt also Unternehmer, aber du hast ja auch wirklich schon davor Finanzerfahrung. Du hast mal bei Goldman, glaube ich, angefangen, also schon bei einer Top-Adresse. Insofern deine Börsenexpertise ist jetzt hier doppelt geschätzt. Wie ist es da gerade so? Also Börse ist jetzt nicht so stark, sagst du. Ich meine, ich rede ja häufiger mit Börsenleuten, man kriegt immer so ein bisschen anderes Sentiment. Wie ist es deins gerade?
Also es ist komplex. Was meine ich damit? Es ist auf der einen Seite sehr stark, denn wir haben, und das kann man, muss man alles dann wieder ein bisschen runterbrechen, aber wir haben sehr starke Rückenwinde. Die Unternehmen haben sehr gute Ergebnisse, die Aufstellung und die Balance Sheet der großen Unternehmen ist sehr gut. Die neuen Businessmodelle, gerade im KI-Bereich, das sind echte Businessmodelle mit echten Umsetzen. Von daher, das ist sozusagen, und auch die Vorteile, die du im Produktivitätswachstum damit erzielen kannst, das auf der Positivseite. Nichtsdestotrotz hast du in diesem Jahr, wenn wir jetzt sozusagen seit Jahresanfang das mal analysieren, hast du zwei große Umbrüche gehabt. Der eine Umbruch ist die sogenannte Wanderung von Bits hin zu Atomen. Das kann ich gleich noch mal beschreiben, was damit gemeint ist. Also aus der Digitalwelt in die physische Welt hast du eine Kapital- und Interessensverlagerung. Und der andere große, das ist der offensichtliche, ist der Krieg im Iran. Und natürlich nicht nur Iran, sondern auch, was macht es geopolitisch mit der Situation?
Aber sag erstmal, was du meinst mit diesen Bits versus Atoms.
Bits versus Atoms. Also da gibt es so verschiedene, gibt es ja immer wieder so lustige Akronyme für. Das andere ist die SARS-Apokalypse.
Softwarefirmen werden alle von KI aufgefressen und deswegen gehen die Aktien alle runter.
Da hast du eigentlich super zusammengefasst. Also was ist damit gemeint? Gemeint ist damit, du hast SaaS an sich, also Software as a Service, ist ein ultra beliebtes Modell. Also wenn du eigentlich die letzten 20 Jahre zurückschaust, Softwareunternehmen, Software is eating the world, Software ersetzt physische Produkte. Ja, es gibt dieses klassische Bild vor 20, 30 Jahren, einer der großen Elektrohändler Amerikas, der Radio Shack heißen die, deren Top 20 verkaufte Produkte: Radio, Wecker, Filmkamera, alles ersetzt durch Apps auf deinem Smartphone, jetzt mal als Beispiel. Und natürlich auch im B2B-Kontext, Software-SaaS-Unternehmen, die dort einen Riesenerfolg haben. Und dieses Modell war ultra beliebt, weil vor allem es aus verschiedenen Gründen, das Wachstum war natürlich toll, aber der eine Grund für Investoren, warum es so attraktiv war, ist, es war Asset Light. Also diese Unternehmen historisch, um ein richtig großes Unternehmen aufzubauen, also die großen Unternehmen, die wir in Deutschland haben, Siemens, Mercedes-Benz, riesige Fabriken und so was, riesige Fabriken, also riesige Kapitalinvestitionen, diese CapEx-Investitionen, ja, in wirklich wirklich harte, in harte Sachen, eine Riesenarbeiterschaft, um das Ganze voranzutreiben, Materialien, die du kaufen musstest, Energie, die du beziehen musstest. Und diese neuen Unternehmen, die brauchten das alles nicht. Die konnten mit minimalster, die hatten gar keine, sehr, sehr, sehr wenig CapEx-Investitionen. Die hatten meistens noch nicht mal Server, das war in Cloud-Dienste ausgelagert. Und das andere war, du hattest eine sehr gute Prognostizierbarkeit ihrer Revenues. Da ist so ein Fachbegriff ist dafür die Net Revenue Retention. Also kann ein Unternehmen wie Salesforce, SAP, Personio, die gewinnen eine Customer-Kohorte und die nächstes Jahr ist der, die Umsätze, die sie aus dieser Customer-Kohorte beziehen, die ist über 100% und im nächsten Jahr schon wieder. Warum? Weil das Unternehmen bucht mehr Softwareplätze bei denen und du verkaufst denen extra Services noch, das neue Feature buchen die dazu. Und an einem bestimmten Punkt kommt auch ganz banal rein, wenn du das mal integriert hast, kommst du nicht mehr raus. Und dann gibt es einfach Preissteigerungen. Dann gibt es einfach Preise, dann wird einfach sozusagen, oh, die Lizenz kostet jetzt halt einfach, die kostet jetzt 20% mehr. Und das wäre für Venture-Capital-Investoren oder überhaupt auch an der Börse für Investoren, ist ein total schönes, diese Annuitäten, diese wachsenden Annuitäten.
Verstanden. Und was jetzt?
Genau, und jetzt ist das Problem, du hast es eigentlich die beste Zusammenfassung gehabt, wird das alles durch ChatGPT ersetzt.
Aber ist das wirklich so?
Das ist die Frage. Das ist die Frage. Und da kann man stundenlang selber drüber, da kann man wahrscheinlich 10 einzelne Podcasts drüber machen.
Aber Julian Becker, den kennst du ja auch, ich glaube, ihr vertreibt auch seine—
Den gibt es bei uns, seinen Fonds.
Du bist Investor bei ihm, glaube ich, ne? Der war vor ein paar Wochen hier und der sagt, das ist schon real, was da passiert mit den Softwarefirmen. Also was mit KI da jetzt machbar ist demnächst. Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes.
Genau, also ich habe, ich glaube auch, dass es real ist. Ich weiß jetzt nicht, was er genau gesagt hat, aber meine Beobachtung ist der Folge: Ich glaube, die, also es gibt ja verschiedene Arten, wie man das betrachten kann. Die große Betrachtung, dass das SaaS-Modell tot ist, und ich treibe es jetzt mal auf die Spitze, dass ChatGPT jedes Software-Vertical ersetzen wird, die halte ich für maßlos übertrieben. Die ist maßlos übertrieben, das wird nicht kommen. Was aber passiert ist, dieses Diese Net Retention, die wird schon leiden, denn also ich sehe das ja bei uns selber, dieses nächste neue Feature, hey, wollt ihr nicht diese XY Cloud Feature bei uns jetzt auch noch nutzen? Da überlegst du dir jetzt jedes Mal, soll ich das wirklich und denen noch mehr Geld und die haben die Preissteigerung gemacht oder gibt es einen Anwendungsfall, wo ich tatsächlich das durch den LLM-Anbieter nutzen kann? Also ich glaube, die Prognostizierbarkeit dieser SaaS-Entwicklung, Und das ist ja gerade, es ist jetzt dann nicht mehr so schön in die Zukunft fortschreibbar. Das sozusagen kritisieren die Investoren. Das ist, und das ist real. Es gibt natürlich auch einzelne Anwendungen, die ultimativ im Feuer stehen. Also alles, was direkt auch mit Sprache zu tun hat. Also Übersetzungssoftware oder Programme, was weiß ich, Duolingo oder Grammarly. Also die helfen dir, englische Texte besser zu schreiben. Das ist natürlich der unmittelbarste Anwendungsfall. Dass solche Firmen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Aber was will denn die US-Dollar stattdessen? Also was wollen sie denn jetzt?
Sie gehen sehr stark in die Richtung, es gibt sogar da einen Begriff für, also der Finanzmarkt ist ja immer sehr schnell da drin, dann so Begriffe zu finden. Der jetzige Begriff ist HALO. Und HALO steht für High Assets, Low Obsolescence. High Assets sozusagen, also mit vielen wirtschaftlichen sozusagen Gütern und physischen Wirtschaftsgütern und dadurch dann sozusagen nicht so einfach durch KI ersetzbar und geht sozusagen in diesen Bereich. Das sind zum Teil Infrastrukturprojekte, Datenrechenzentrumsanbieter oder auch physische Infrastruktur. Und also meine Beobachtung ist, ich glaube, das ist auch nachvollziehbar. Ich muss trotzdem immer so ein bisschen so ein sarkastisches Kommentar machen, weil es eine 180-prozentige Umkehr des Investmentverhaltens und des ganzen Investment Research der letzten 20 Jahre war. Man ist also von dieser Low-Atom-World komplett in diese andere Welt.
Es gab ja damals den Begriff Asset Light, der doch so, wo dann so ein Flixbus und viele so, wow, wie geil ist das denn? Irgendwie die machen irgendwie Busfahren ohne Busse oder die machen irgendwie Urlaub ohne Hotels, also Airbnb und so. Da war das so die ganze Kategorie, die alle so Asset Light waren. Ah genau. Jetzt möchte man gerne wieder Assets haben.
Okay.
Genau.
Das heißt bei Assets haben wir größte Hotelanbieter der Welt war Airbnb ohne selber ein Hotel zu besitzen. Und das kehrt sich jetzt um in der Spitze halt, dass Analysten dich fragen, okay, also du hast jetzt nicht mehrere Milliarden oder Hunderte. In Amerika wird dieses Jahr 650 Milliarden. Wollen die allein die großen Five, ja, also Meta und Amazon und Microsoft und Oracle in physische Infrastruktur stecken. Also du hast nicht hunderte Milliarden und wie, du besitzt kein eigenes Mini-Atomkraftwerk, um die gleichzeitig noch zu powern? Okay, dann ist deine Firma ja nichts wert. Also das hat, es erreicht diese Art von Absurditäten. Ich glaube, die Wahrheit liegt oftmals in der Mitte.
Was mit dem Iran-Krieg, wie ist da? Also das ist jetzt noch relativ stabil dafür, dass da jetzt so ein Krieg ist und der Ölpreis jetzt sich schon bewegt.
Genau, und die Frage ist, ist es zu stabil? Also dieses große SARS-Thema haben wir gerade angesprochen oder durchgesprochen, das wird uns auch weiter beschäftigen. Es ist jetzt gerade in den Hintergrund gerückt und das tagespolitisch ganz große Thema jetzt seit 2, zweieinhalb Wochen ist der Konflikt oder der Krieg im Iran. Und eigentlich, ich will mich jetzt gar nicht sozusagen da zu sehr in geopolitische Diskussionen verstricken, weil da bin ich auch nicht der Experte für. Nur aus Börsensicht ist es ganz interessant, wenn man sich allein mal so Zahlen anschaut. Also es war eine Statistik, die habe ich, eine Auswertung, die habe ich gesehen von, ich glaube, von der UBS. Die haben ausgewertet kriegerische Konflikte oder größere Kriege seit dem Zweiten Weltkrieg. Da gibt es so 20, 25 von. Was für eine Auswirkung haben die auf den Kapitalmarkt gehabt? Und die Uraussage ist eigentlich gar keine. Also mit kurzfristig ja, aber wenn man allein 6 oder 12 Monate rausgeht, ist der Kapitalmarkt davon komplett unbeeindruckt. Der schaut weiter in die Zukunft und den interessiert das eigentlich nicht. Außer es gibt einen einzigen Konflikt, der wirklich weitreichende Folgen hatte. Und das war der sogenannte Oktoberkrieg 1973 oder Jom-Kippur-Krieg wird er auch genannt. Dort haben Ägypten und Syrien Israel angegriffen. Der Krieg war relativ kurz, der hat glaube ich nur 3 Wochen gedauert, also Ende Oktober war der schon wieder abgeschlossen. Er hat aber zu folgender Sache geführt, und das gibt jetzt Parallelen zum jetzigen Konflikt. Er hat zu einem Ölpreisschock geführt. Der Ölpreis hat sich in der damaligen Zeit in kürzester Zeit vervierfacht, und zwar ist er von 3 Dollar auf 12 Dollar gegangen. $12 damals ein Barrel. Jetzt kostet ein Barrel ja $100. Also eine Vervierfachung wäre dann sozusagen von jetzt, also er war ja bei 70, 80, auf 300, 400 Dollar in die Richtung gehend. Das hat zu ganz krasser Inflation geführt. Und diese Inflation hat dann zum einen alle sonstigen Preise auch erhöht, hat zu einer Rezession geführt. Und dann war Europa, aber auch Amerika in einer Situation, wo du Wirtschaftsschwäche hattest plus eine enorme Preissteigerung. Die Notenbanken haben dann relativ spät reagiert, aber haben die Zinsen enorm angezogen. Also das ging wirklich in der Spitze dann Ende der 70er, Anfang der 80er rein, dass in Amerika, du hattest 20% Zinsen, was natürlich weiter die Wirtschaft abgewürgt hat, die Kreditvergabe, dieser ganze Zyklus. Und die Welt hat wirklich, also der Aktienmarkt ist innerhalb von 12 Monaten um fast die Hälfte eingebrochen. Und bis die gesamte Weltwirtschaft aus dieser Situation sich wieder befreien konnte, hat fast 10 Jahre gedauert. 7, 8, 9 oder 10 Jahre. Also das war wirklich der einzige kritische Konflikt über diese Ölpreiskette, der zu einer massiven Verwertung geführt hat. Und ich will jetzt nicht Panik machen, dass das jetzt genauso kommen wird, weil ich glaube, die amerikanische Führung hat daran überhaupt gar kein Interesse. Man will, hat ja nicht genau erklärt, warum man den Konflikt jetzt gemacht hat, aber man hat bestimmte Ziele, die man erreichen will. Man ist schon sehr darauf erpicht, die Wirtschaft da nicht einbrechen zu lassen, aber es kann natürlich in so eine Situation weiter sich reinspiralen. Von daher, der Aktienmarkt hat bisher sehr gering reagiert. Also US-Märkte sind ein paar Prozent, 1, 2, 3 Prozent nur im Negativen. Aber in Anbetracht des Pulverfasses, auf dem wir sitzen, ist das eigentlich sehr, sehr wenig. So, was heißt es jetzt für Anleger? Mein, mein, mein bester Ratschlag ist: Konzentration ist dein größter Feind hier. Also stell dich breit auf, stell dich nicht nur in, stell dich nicht nur in Unternehmen auf, die sozusagen stark am Energiepreis hängen. Stell dich global breit auf, stell dich nicht nur in Amerika auf, investiere auch in Emerging Markets. Stell dich nicht nur im Softwarebereich auf, sondern investiere auch mehr in harte Assets. Füge auch Portfolioabsicherungen. Damit meine ich jetzt nicht Optionen, das ist für viele zu komplex, aber ein bestimmter Anteil in Gold. Das habe ich zumindest so gemacht in meinem Portfolio, ja, einen 10-prozentigen Goldanteil. Das ist zwar jetzt schon stark hochgelaufen, aber typischerweise historisch eine gute Inflationsabsicherung gewesen. Und stell dein Portfolio breit auf und harre der Dinge. Ja, meine Beobachtung ist nur, wie gesagt, also wenn man in die Vergangenheit geschaut hat, dann war dieser Zinsanstiege in eine energiepreisinduzierte Rezession, das kann zu sehr, sehr großen Problemen führen.
Okay, ich hatte, sagen wir mal, so ein bisschen generell beobachtet, was so an den Finanzmärkten passiert, und ein Thema haben wir hier im Podcast noch gar nicht so besprochen, ist auch in Deutschland vielleicht noch nicht so sichtbar, aber am Ende sind es ja auch Finanzmärkte, jetzt vielleicht weniger vom Ölpreis getrieben als von Wettspielern. Also du hast ja gerade auch gesagt, irgendwie keine Option, aber es gibt jetzt in den USA so Sachen, Polymarket, Calci heißen die. Das sind am Ende, ja, also ich glaube, so Prediction Markets ist der Fachbegriff. Aber am Ende kann man da Wetten abschließen auf alles Mögliche, also auch auf Kriegsmomente oder den Kriegsbeginn oder ganz konkret auf Sportergebnisse, auf politische Entwicklungen, auf ganz viele Dinge. Und das ist ja auch was, was sehr nah an euch dran ist eigentlich. Also das ist so eine Robin Hood, ist da glaube ich auch mit unterwegs, nicht der Household Name dafür. Was machst du damit? Also lässt du es einfach vorbeilaufen oder tut euch das weh oder ist das völlig egal?
Also du sprichst einen total interessanten Punkt an und der hat verschiedenste Facetten. Also vielleicht grundsätzlich mal. Prediction Markets, du hast beschrieben, was ist es? Du kannst eigentlich bei diesen Prediction Markets auf binär sozusagen auf das Ergebnis von irgendwelchen Events wetten. Das können Sportevents sein, das können politische Events sein.
Teilweise sogar Atomschläge und so was.
Atomschläge, Wahlen war—
Damit ist es ja groß geworden, wenn die Wahlen auf dich treffen.
Damit ist es groß geworden. Und das Interessante ist dabei, ist a, so ein bisschen in die Entstehungsgeschichte zu tauchen. Ich meine, du hast Robinhood angesprochen. Robinhood Fantastisches Unternehmen, sind ja letztes Jahr nach Europa gekommen und so ein bisschen vielleicht, wenn du so willst, jetzt auch unser Glück. Ich glaube, die sind durch diese Prediction Markets jetzt im positiven Sinne für sich abgelenkt, weil das ist eine auch eine sehr, sehr große Goldgrube für die da drüben einfach auch. Die haben Prediction Markets dann schnell eingeführt, arbeiten dort mit einem der großen Prediction Markets Anbieter, nämlich Calci zusammen. Also letztendlich nutzen die Calci als Anbieter für ihre Prediction Markets und Und es lohnt sich, da mal kurz reinzutauchen. Woher kommt denn das? Weil insbesondere dieser Sportwettbereich, den gab es ja immer schon. Und das ist eine große regulatorische Änderung, die Ende 2024 kam, nämlich durch die neue Trump-Administration. Das sind zwar Wetten, ja, und wir können gleich mal drüber sprechen, sind Wetten, dann haben die denn gesellschaftlichen Vorteil oder ist das einfach nur die Leute Freizeitbeschäftigung und die verpulvern da ihr Geld? Da sollten wir gleich noch mal drüber sprechen. Vor allem ist es so, sie bieten Wetten an, aber nicht als Wettanbieter, nicht als klassischer Bookie, der mit einer Glücksspiellizenz Wetten anbietet, sondern die große Änderung war, das sind Kontrakte. Sie sind eine Börse für diese Prediction Markets und sind reguliert von der sogenannten CFTC. Das ist die Commodities Future Trading Aufsicht. Die beaufsichtigt diese Kontrakte, historisch eigentlich eher diese Commodity-Kontrakte.
Eigentlich sind es auch Finanzmärkte, wenn man so möchte.
Es sind Finanzmärkte, genau. Es gibt Finanzmärkte zweierlei. Also es gibt die SEC in Amerika, das ist die Börsenaufsicht, die Aktien, ETFs handelt, das beaufsichtigt die, mal ganz einfach vereinfacht gesagt. Und diese CFTC, die beaufsichtigt, wenn du diese Kontrakte handelst. Und diese Kontrakte, deswegen heißt sie eigentlich Commodities Exchange, Kontrakte auf Öl. Also wenn du jetzt auf den steigenden oder einen fallenden Ölpreis wetten willst oder dich absichern willst, dann kaufst du da nicht eine Tonne Öl, sondern du gehst einen Kontrakt ein, wo du sagst, ich glaube oder möchte mich absichern gegen den Ölpreisanstieg über $100 für das nächste Jahr, für den nächsten Monat, wie auch immer. Und die Börsenaufsicht CFTC bewacht diese Kontrakte, dass da nicht Insiderhandel, nicht Marktmanipulation stattfindet, genauso wie die SEC Aktienhandel beaufsichtigt. Und der große Unterschied ist jetzt, dass diese Prediction Markets sind Kontrakte, die an diesen Börsen gehandelt werden und die offiziell unter der Haube schließt man Kontrakte, aber nach oben sieht es eher aus wie eine Wette für den Nutzer.
Aber unter der Haube wird es halt so umgesetzt, dass es irgendwie am Ende ein Finanzmarkt ist, der dann auch von der Finanzmarktaufsicht betrachtet wird.
Genau, und das ist der große Unterschied. Das ist halt vorher kannst du es, wenn du es angeboten hättest, wäre es illegal gewesen. Und das haben manche, also zum Beispiel Polymarkets.
Ist nach wie vor, glaube ich, illegal in den USA.
Nee, Calci halt nicht.
Calci ist reguliert. Aber Polymarkets, glaube ich, da musst du in den USA dich, wenn du das benutzen willst, musst du in so einen VPN-Tunnel reingehen.
Genau.
Calci nicht. Das ist in den USA.
Und die werden oft Da hast du genau die und den Unterschied, den richtigen gemacht. Die werden oft in einen Topf geworfen, was zumindest den Calci-Gründer total nervt. Die beiden Gründer sind enorm verfeinert, weil Polymarket, die sind keine Börse, die haben das einfach gelauncht. Die haben einfach gesagt, wir bieten das an, auch wenn es nicht erlaubt ist. Aber Calci, da war der große Unterschied, die sind halt wie gesagt offiziell reguliert, offiziell erlaubt und haben da sozusagen den Freifahrtschein gegeben, das bekommen von der Regierung. Und das wäre ohne die Trump-Regierung nicht möglich gewesen.
Aber da werden jetzt ja Millionen und Milliarden schon auch geplaced.
Das ist ein gigantischer Markt. Und Robinhood hat lustigerweise, es gibt eine interessante Entstehungsgeschichte. Robinhood hat eigentlich Ende 2024, wollten die so ein Future-Trading-Setup, da haben sie dran gearbeitet. Und dann kam die Trump-Regierung dran und hat das gestattet. Und dann haben sie in Windeseile umgesattelt und dieses Culture-Angebot gemacht. Und warum ist es interessant? Also es ist aus verschiedenen Gründen interessant. Für Robinhood ist natürlich interessant, weil es sind auch margenstarkes Geschäft. Also Robinhood verdient am Aktienhandel nur eins, zwei, maximal drei Basispunkte. Basispunkt ist ein Hundertstel Prozent. Also zwei Basispunkte würde bedeuten null Komma null zwei Prozent ist die Marge. Bei diesen Prediction Markets ist die Marge einhundert bis zweihundert Basispunkte, also ein bis zwei Prozent. Das ist das hat also die gleichen Margen wie Krypto-Bereich. Du hast Krypto ist interessant. Du hast auch sehr sehr viele, die vorher im Krypto-Bereich sich getummelt haben, jetzt in Prediction Markets.
Es gibt ja Leute, die sagen, der Bitcoin ist ganz Krypto-Zockerei ist deswegen so ein bisschen ins Erliegen gekommen gerade, oder auch der Bitcoin läuft nicht mehr, weil die ganzen Menschen, die ja da alle aktiv waren, die machen jetzt das.
Genau. Und Bitcoin, jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht zu viel sozusagen in alle Richtungen gehe, aber Bitcoin an sich hat immer noch eine starke Brand. Aber diese ganzen Nebencoins, das Trading-Volumen dort ist zu großen Teilen in die Prediction Markets abgewandert. Und jetzt die große Frage ist natürlich in dem Prediction-Market-Bereich, ist das einfach nur Gamblen? Und zu Gamblen kann man ja auch so oder so stehen, dass man sagt, ja, es ist halt eine Freizeitbeschäftigung, ja, Sportwetten ist, oder hat das einen gesellschaftlichen Mehrwert? Und meine Betrachtungsweise ist so, es ist schon ganz wichtig, das halt richtig zu bezeichnen. Es ist nicht Investieren. Warum nicht? Weil es ein Zero-Sum-Game ist oder eigentlich ein Negative-Sum-Game. Und Investieren ist halt kein Zero-Sum-Game. Was meine ich damit? Du investierst eine Aktie, ich investiere eine Aktie, und die Aktie an sich ist ein Unternehmen, die macht Innovationen, die bedient mehr Menschen, schafft mehr Produkte, der Gesamtkuchen wächst. Da muss nicht am Kapitalmarkt, ist es nicht so, dass einer verlieren muss, damit der andere gewinnen muss, sondern alle können gewinnen langfristig über die Zeit. Das ist in diesem Prediction Market nicht so. Du hast immer die Börse, die stellt die Quotierung, und der eine hat halt recht bei der Wette und der andere hat halt unrecht. Und liegt daneben und einer gewinnt, einer verliert und die Börse nimmt ihr einen bis 2-prozentigen Cut raus. Und deswegen ist es eigentlich keine Investmentstrategie. Nichtsdestotrotz, und das gehört in den Gamble-Bereich, nichtsdestotrotz kann man dem schon was Positives abgewinnen. Was ich interessant finde, ist ein anderer Begriff für diese Prediction Markets, ein sehr wohlwollender Begriff ist, diese seien die sogenannten Truth Markets.
Ja, okay.
So, was ist damit gemeint? Ist also bei Wahlen ist es ganz interessant, ne? Du kannst Wahlumfragen machen, ja, und das sozusagen gibt verschiedene Mechanismen, und Leute, die in der Wahlumfragenbranche arbeiten, wissen, wie man das besser oder schlechter macht. Aber die beste Umfrage meiner Meinung nach ist immer noch, wenn du put your money where your mouth is, sagen die Amerikaner. Also wenn du nicht einfach nur gefragt wirst, hey Philipp, was würdest du jetzt wählen, und steht dein Buddy neben dir und dann willst du halt, dann willst du dem halt nicht sagen, was du willst. Dann sagst du vielleicht das, was Mainstream gewählt wird, und dann kommt vielleicht gar nicht die richtige, deine richtige Intention raus. Wenn du aber da sitzt und musst deine eigene Kohle dahinter packen, oh, jetzt mal 100 Euro, und vielleicht, also vielleicht hinkt das Beispiel sogar ein bisschen, was ich gerade gesagt habe, aber du hast, also was sie schon gezeigt haben, ist, sie scheinen bestimmte Events Wahlergebnisse, politische Events, was ich jetzt waren Oscar-Ergebnisse wurden glaube ich zu 80 oder 90 Prozent richtig geschätzt. Die scheinen durch diesen sozusagen monetären Aspekt scheinen die wirklich eine gute Prognose Power zu haben.
Wobei es natürlich immer wieder Leute gibt, die sozusagen Insiderhandel dann machen und einfach irgendwie vorab wissen vielleicht wer Oscar gewinnt oder wissen, dass da jetzt Militärschlag kommt, weil sie Teil irgendwie des militärischen Apparats sind und dann sagen ah das nutze ich jetzt mal und gebe hier meine Kohle.
Also das hast du genau. Es gibt also zwei Komponenten. Das sind die positive Komponente und das siehst du auch. Also seriöse Medien, ja, weiß ich die New York Times, wenn die zu irgendeinem Thema schreibt, kommt es nicht selten vor, dass die auf dass die mit einfügt. Übrigens auf Culture Prediction Market wird das so und so gerade die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt. Also die nutzen das tatsächlich als Informationsquelle, um bestimmte Ereignisse besser einschätzen zu können. Das ist das Positive. Das Negative ist natürlich, es hat ein ganzes Fass an unlauteren Verhalten natürlich aufgemacht. Also Insider-Traden oder dass du dieses Ergebnis unter Umständen selber beeinflussen kannst, dahinter steckst, das ist ein Riesenproblem. Weil sie reguliert sind, ist dafür für die Nachverfolgung von solchen, das ist eine Straftat, ja, für die Nachverfolgung von solchen Straftaten natürlich der Regulator verantwortlich. Ich weiß aber gar nicht, ob der da hinterherkommt. Das sind ja tausende Sachen. Und es hat lustigerweise teilweise, ich meine, würdet ihr sowas machen?
Also würdet ihr jetzt auch so einen Prediction Market in Deutschland irgendwie, also hier geht es ja noch gar nicht regulär, Es ist hier verboten.
Also warum? Weil die, also es gibt eine deutsche Regulatorik, eine EU sozusagen Gesetze dafür. Also hier sind diese Wetten halt noch nicht als, da müsste es tatsächlich eine Änderung im Gesetz oder auch des regulatorischen Herangehens geben. Die sind rein im Glücksspielbereich. Du darfst im Glücksspielbereich eh nur Sportwetten anbieten. Du darfst gar nicht auf politische Events wetten. Das ist verboten. Es ist wie gesagt kein reguliertes Instrument. Dazu kommt noch, das sind ja sogenannte binäre Wetten. Also du hast entweder recht mit deiner Wette Unrecht. Ja, und diese binären Optionskontrakte, die gab es lustigerweise im Finanzbereich, gab es die. Du konntest vor ein paar Jahren noch darauf wetten, steigt Tesla über 100.000 Euro, ja oder nein? Dann gab es eine feste Auszahlung. Die sind von der EU-Kommission verboten worden 2018.
Um es mal klarzumachen, ich finde es ganz abgefahren, weil ich glaube, bei Polymarkt oder auch bei Kalksch ist es so, du kannst darauf wetten, wie der Bitcoin sich in den nächsten 10 Minuten entwickelt. Also next 10 minutes. Genau. Wo du sagen kannst, okay, das ist jetzt wirklich der inhärente Wert dieser Transaktion, ist jetzt sehr gering. Also ich meine, das ist ja nun reines Zocken. Folgendes Problem kennen sicherlich die meisten: Der Zug fällt spontan aus. Frust, verlorene Zeit und vor allem endlose Warteschleifen. Umso erfreulicher, dass unser Partner ElevenLabs da eine hervorragende Lösung bietet. Mit ihrer Agents-Plattform und den menschlich klingenden KI-Agenten haben sie Kundenservice komplett neu gedacht und ich durfte das mal testen. Eleven von ElevenLabs hier. Wie kann ich dir helfen? Warum sollte ich mit dir sprechen, statt auf einen echten Menschen zu warten?
Weil ich kein stumpfer Bot bin. Ich bin ein autonomer Sprachagent, der komplexe Probleme löst und proaktiv handelt.
Was heißt proaktiv zum Beispiel bei einem Zugausfall? Also statt den Fahrgast ratlos stehen zu lassen, ruft mein System ihn persönlich an.
Hey, dein Zug fällt leider aus.
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Dein Ticket ist bereits in der App aktualisiert.
Und klingt das nicht wieder nach Roboter, sobald es richtig kompliziert wird?
Nee, ganz im Gegenteil.
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Das treffendste Beispiel fand ich eigentlich, Sportwetten. Also bei Sportwetten ist ja wohl, da kannst du auch sagen, ja, das ist ein Sport-Prediction-Market, ist ja ein schönerer Begriff. Der Super Bowl war ein großes Event für Robinhood. Ja, so, und da kannst du jetzt drauf wetten auf das Ergebnis des Super Bowls und dann deine Einschätzung machen, wie ist der Quarterback heute drauf, wie sieht der Arm von dem aus. Und dann konnten die Leute aber auch auf Events während des Quarterbacks, des Super Bowls wetten. Und ein Event ist ja ganz am Anfang, wird ja eine Münze geworfen, welche Seite den Kickoff hat. Und dann haben die auf den Münzwurf gewettet. Jetzt könnte man sich ja auch fragen, und da war das mit am meisten Trading-Volumen, war auf diesen Münzwurf. Jetzt könnte man sich auch fragen, na, wenn ihr auf Münzwurf während des Super Bowls wettet, warum wird nicht permanent ein Münzwurf? Warum bietet Robinhood nicht alle 5 Minuten einen Münzwurf an? Und da wundern sie sich auch noch. Und dann haben sie tatsächlich den CEO in dem Podcast dazu befragt, und da ist er ins Stocken geraten, weil er dann halt, da hat er gemerkt, oh oh, jetzt aufpassen, jetzt wird ganz offensichtlich, dass er es reinkriegt. Zufallsevents sind. Da hat er dann so ein bisschen gestoppt und ich glaube, die Wahrheit liegt in der Mitte. Also ist es in Europa geht das nicht, sollte es das geben? Ich glaube, man sollte sich das schon anschauen, denn es gibt negative Aspekte, die haben wir gerade beleuchtet, aber es gibt auch positive Aspekte und die positiven Aspekte ist tatsächlich diese Prognosekraft, gerade weil man Skin in the Game hat für solche Events, die haben den Aussagegehalt, die haben mehr Aussagegehalt, als wenn man die Leute einfach, als wenn man die Leute einfach Also ich muss sagen, eine Sache, die mir im Supermarkt an— wie stehst du dazu?
Ja, also ich kann das jetzt gar nicht fachlich besser einschätzen als du. Also was mir bei neuen Themen dann immer ins Auge vielleicht noch mehr fällt, ist, wie werden die so schnell groß? Wie machen die Marketing? Wie wachsen die? Das ist ja so meine Herangehensweise an die Dinge. Und da muss man sagen, sind die wirklich abgefahren drauf. Es gibt jetzt so Supermärkte oder so supermarktartige Sachen in New York, Die geben die Lebensmittel kostenlos weg als Marketing-Stunt für diese Märkte. Also das heißt, du kannst dann da einfach so, ja, am Ende ist es sowieso, hier geh bei mir umsonst shoppen und dann machst du dir einen Account. Also direkter geht es gar nicht. Die haben schon mal riesige Kundenwerte und verschenken einfach Sachen, also die wirklich jeder braucht, live in New York in Läden. Und das sind halt so Stunts, wo man denkt, okay, Das ist jetzt mal Marketing im Jahr 2026. Simpler geht es nicht. Natürlich mit einer wahnsinnig viralen Verbreitung nach dem Motto: Ich gehe jetzt hierhin und greife mir den Kram sonst. Also ich finde wieder, man kann da im Marketing was lernen, weil wenn der Kundenwert nur groß genug ist, und scheinbar haben sie da Riesenkundenwerte, ihr ja auch auf eine andere Art oder eine ähnliche Art, dann kann man dann im Marketing auch verrückte Sachen machen. Und das machen die da gerade. Plus natürlich, dass es diese virale Komponente gibt, und das habe ich beobachtet, dachte mir, okay, ja, so einfach kann es sein, dass man sagt, okay, wir verschenken jetzt einfach Lebensmittel.
Obwohl das natürlich sozusagen, ich weiß jetzt nicht wo, in welchem Stadtteil die es gemacht haben, ein erster Impuls natürlich so, Heidewitzka, weil unter Umständen, wer geht dahin, um sich da sozusagen kostenlos dann Lebensmittel zu holen?
Vielleicht ärmere Bevölkerungsschichten, die man dann gerade in dieses Das ist also, ich habe es bei uns intern in die, in unsere Gruppe, wo wir so Sachen natürlich alle hier gemeinsam mit unserer Redaktion, und da habe ich es in unsere Gruppe gepostet, guck mal hier, müssen wir es in unserer Keynote-Präsentation mal zeigen, so wo wir immer einmal im Jahr, weißt ja, bei OMR da die großen Trends vorstellen, die so passieren gerade. Ist das ein Beispiel, was wir brauchen? Und dann hat auch mein Kollege, der Roland Eisenbrand, unser Chefredakteur, gesagt, also ich finde es pervers, bleibt mir weg mit so einem Scheiß. Also so nach dem, und ich zeige dir noch, was ist, aber war dann auch eine kleine Diskussion dabei. Uns. Insofern, es ist sicherlich ungewöhnlich, aber naja, wir haben ja schon häufiger mal über Marketing gesprochen und eigentlich war ich jetzt ganz happy, dass ich hier einen guten Segway habe, einen guten Überleiter, denn ich habe dir was mitgebracht aus einem Podcast, den wir gemacht haben vor anderthalb Jahren. Und zwar haben wir da uns unterhalten und ich hatte auch schon versucht, dir irgendwas über Marketing zu verkaufen. Pass mal auf, ich spiele es jetzt mal ein. Du hast wahrscheinlich dann in der Phase zwischen 18 und 35 die besten Chancen überhaupt, dass sie zu euch kommen. Genau. Und da habe ich das Gefühl, ist ja sehr viel auch Influencer-getrieben. Also wenn wir uns gerade überlegt haben, wer kann da jetzt irgendwie richtig Leute beeinflussen, dann ist es vielleicht am Ende eher Shirin David oder so. Oder so Gangsterrapper. Hättest du da Angst vor, dass dann irgendwie so jemand kommt, so weiß ich nicht, Gzuz oder Bones MC von einer Straßenbande? Was dir sagen?
Ja, ein bisschen hätte ich da, ohne jetzt die einzelnen Namen da, die du genannt hast, zu kommentieren, aber da so ein bisschen, deshalb vielleicht fällt es dann zu sehr in dieses Get Rich or Die Trying sozusagen Image rein. Das heißt, wir würden dann schon klar, man muss ein bisschen attraktiv natürlich machen, dass die Leute, dass du den Leuten auch auffällst, aber wir können es nicht ins Unseriöse gleiten. Das heißt, man müsste da genau aufpassen, mit wem man dann arbeitet.
Aber eigentlich glaube ich, liegt da wahrscheinlich nicht. Aber eigentlich, die haben am meisten Kraft, die haben riesige Reichweiten, und ich beobachte immer, dass das so ist und dass trotzdem viele— also du weißt, was ich meine. Damals habe ich dir davon berichtet, Erik, und dann war es so, du wolltest es nicht machen, und dann glaube 4 Wochen später kamen die News raus, ging auch bei uns in der Gruppe rum. Trade Republic hat glaube ich eine Kooperation gemacht mit Luciano, also auch einem Ich weiß nicht, ob Gangster, aber zumindest ein Rapper, ein Groß-Influencer-Star im Musikbereich und noch mit ein paar anderen Influencern, Bruce Darnell und so, da ist einiges abgegangen. Und bei euch nicht. Warum? Was war los?
Also lustigerweise, als die sozusagen damit rauskamen, musste ich genau an unser Interview denken und dachte auch, okay, ich erzähle dem Philipp halt immer, was das für bescheuerte Ideen sind und jemand anders macht es dann und hat damit anscheinend großen Erfolg. Ich habe bloß eine kleine Nebenanekdote noch. Also muss jeder für sich selber entscheiden, was ich, und ich will auch sozusagen, die machen ja ihr eigenes Ding. Grundsätzlich, ich finde es immer cool, wenn jemand mutig ist und mal einfach Sachen ganz anders macht als das so, die hätte ja eine normale Bank niemals sowas gemacht, und von daher Chapeau. Zu uns bin ich immer noch der Meinung, passt es nicht, wir haben eine andere Brand, sind anders positioniert, aber nichtsdestotrotz, als das rauskam, hatte ich, manchmal hat man ja mal so, ich habe manchmal so ein bisschen spinnerte Ideen, und unser Marketingchef, der Max, der fängt mich dann immer so ein bisschen ein, und zwar als mit dem Gangsterrapper kam, hatte ich gedacht, jetzt gar nicht um gegenzustinken, sondern einfach so ein bisschen als Gag. Wäre es nicht geil, wenn wir Haftbefehl holen? Weil Haftbefehl hatte so, der hatte ja, weißt ja noch, vor ein paar Monaten kam diese Haftbefehl-Video raus. Und die hat ja den Sprung dann so auf LinkedIn gemacht, wo auf einmal Leute, die überhaupt nicht wussten, wer Haftbefehl ist, auf einmal Haftbefehl-Experten waren. Also diese LinkedIn-Community. Na ja, habt ihr das gesehen? Haftbefehl, das hat mir Folgendes gezeigt im Leben. Man kann auch mal was auf die Nase kriegen und trotzdem wieder aufstehen. Auf jeden Fall, da waren sozusagen die ganzen Haftbefehl-Experten und das hat diese Business-Community erreicht. Und das dachte ich mir, geil, das ist das perfekte Zusammenspiel. Wir machen in Frankfurt ein riesengroßes Plakat mit Haftbefehl drauf, er mit unserer App und dann als großer Spruch hatte ich mir überlegt, Chabos wissen, wer der Broker ist. Weißt du, von seinem Songtext.
Ja, ja, ja.
Genau. Da haben wir versucht, da Menschen—
Der heißt ja, wer der Babo ist. Ja, ja, ja.
Sie sind der Broker.
Ja, ja, ja, okay. I get it, I get it, I get it.
Auf jeden Fall, ja, wir haben das Management angeschrieben, die haben nicht geantwortet. Nee, aber das wäre nur so ein One-off-Gag gewesen. Aber nee, ja, Chapeau, dass man sich so was traut. Aber genau, nee, zu uns passt es trotzdem nicht. Aber ich meine, vielleicht wird da ja ein Spiel draus. Du gibst mir immer Tipps, ich sage, was das für ein Blödsinn ist, und dann machen wir es dann doch ein paar Jahre später.
Wir haben ja auch ongoing Sachen. Wir haben ja schon mal irgendwie über ob man nicht nach der berühmten Dirk-Lowitzki-Finanzwerbung, die es ja gegeben hat, auch mal wieder andere Basketballer nehmen könnte. Da hatten wir mal drüber gesprochen, vielleicht kommt da eines Tages was bei raus, weiß ich irgendwie. Gibt ja viele Sachen, die wir mal gemeinsam so überlegt haben, da bin ich stolz drauf. Mal gucken, was ihr so vorhabt. Also grundsätzlich, weil Sportwerbung habe ich gehört, da bist du zumindest wieder ein bisschen offener für geworden.
Ja, also ich kann ja Folgendes beschreiben. Ich glaube, manchmal sind ja, oder oftmals im Leben sind 2 Dinge gleichzeitig wahr. Es gibt auch immer eine bestimmte Zeit, zu der bestimmte Sachen gelten. Wir entwickeln uns jetzt von unserer Brand, von der Kundengröße, aber auch vom Produktangebot sind wir halt, also früher hatten wir nur Robo-Advice und dann Broker und jetzt haben wir, jetzt haben wir gesagt, jetzt haben wir aktuell, haben wir das meiner Meinung nach beste Tagesgeldangebot in Deutschland. Das betrifft jeden, ja. Und dann kannst du auch mehr in noch mehr Massenmedien gehen, weil du eigentlich keine Streuverluste mehr hast, ja. Tagesgeldkonto aufmachen bei Scalable, das ist das kann ja jeden erreichen. Und zum anderen gehen wir natürlich mit größeren Budgets und größerer Bekanntheit, gehst du mehr in den Branding-Bereich rein. Ganz am Anfang die etwas fokussierteren Budgets, die gehen voll in Performance. Ich meine, muss ich dir ja nicht erklären, das ist dein Handwerk.
Aber das wirst du schon sehen. Sportwerbung könnte jetzt kommen irgendwo, Sponsoring.
Genau das. Ich meine, du wirst mehr und mehr davon sehen.
Ich würde es jetzt nicht zu laut sagen, sonst rufen die ganzen Kollegen von Sport5 und hast du die Leitung voll. Aber bisschen was ist schon denkbar.
Doch, da ist mehr denkbar. Wie gesagt, ich bin so ein bisschen einfach so als Unternehmerkultur-Typ so, ich will mir nie 5-Jahres-Deals an die Backe haften. Warum? Weil wir schon im Geschäft sind. Ich habe beschrieben, jetzt läuft super, aber das Börsengeschäft kann sich auch mal schnell ändern. Das geht danach immer wieder nach oben, aber es kann auch mal sein, dass du ein Jahr mal überwintern musst.
Du hast ja gesehen, Bitpanda zum Beispiel, Also auch im erweiterten Kreis, die kommen sicherlich aus der Krypto-Ecke. Erik war ja auch mal vor einer Weile hier. Die machen jetzt wirklich große Partnerschaften. Ich glaube Arsenal London, Bayern München, Mailand. Also das sind so die, alles mit Sportvereinen. Also auch das ist ein Playbook.
Ja klar, das ist eine große Branding-Strahlkraft. Und also du wirst da mehr von uns sehen.
Genau, ob wir jetzt—
Bei welchem Verein?
Bei welchem Spieler?
Ja, mag ich jetzt, wir sprechen das vorher noch. Also, du bist ja ganz gut vernetzt und hast auch ein gutes Feeling. Ja, da müssen wir dann Sven Schmidt nochmal anrufen.
Der Beste ist wahrscheinlich Sven jetzt, der unser ehemaliger Leiter gewesen ist.
Den muss ich dann als Berater einstellen.
Niemand kauft Hertha Sport.
Ja, genau.
Placementseinheit Sven befüllen wir schon wieder.
Bevor wir das, die großen Vereine da machen. Genau, aber wir haben ja, also jetzt hier muss ich jetzt unbedingt an der Stelle sagen, wir sind ja Titelsponsor von Viktoria Berlin. Frauen, ja, also coolste Frauenfußballverein, absolut an der Speerspitze, gehen das auch, haben ja als eigenen Slogan auch Gamechanger, gehen das ja ganz anders an. Da sind wir auf dem Trikot vorne drauf, also das sind wir und das ist für uns eine Brandpartnerschaft und natürlich auch so, wenn du so willst, natürlich nicht ohne Eigennutz, aber auch eine gesellschaftliche Aufgabe, dieses Thema Female Finance nach vorne zu treiben und das ist ein super Partner für uns, haben auch eine super Online-Community, Ja, mit Verena und ihren Businesspartnerinnen und Partnern, die das supporten. Da war ich ja schon im Stadion. Geile Stimmung beim Frauenfußball.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen. Im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunschkaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch. Okay, also mal gucken. Ansonsten wird im Zweifel Sven fragen, der Maschinensucher, der macht ja viel Handball und früher Darts, aber der kennt sich mit Sportsponsoren wirklich gut aus und kauft da immer sehr aggressiv ein. Ich glaube, wenn der irgendwo anruft, dann haben die schon alle ein bisschen Sind schon wach am Telefon. Ja, aber dann, ich meine, der macht ja Deals, so ist er nicht. Aber der kann wahrscheinlich unterstützen.
Ja, das kann er.
Ansonsten, wie blickst du gerade so auf das Voranschreiten der Politik in Deutschland? Das ist ja für euch auch ein wichtiges Thema oder für uns alle. Also Stichwort Rentenabsicherung der nächsten Generation. Das ist ja aus meiner Sicht eine Zeitbombe für unsere Demokratie, wenn die Leute merken, die haben keine Kohle mehr, das Umlagesystem hier funktioniert dann gibt es ein Problem irgendwann und irgendwie schieben wir so ein bisschen vor uns her. Habe ich schon häufiger mit Leuten diskutiert. Wird es besser?
Ja, doch. Also es gibt das ganz große Thema, will ich mich jetzt nicht verlieren drin, aber sozusagen generelle Reformen für, um die großen Technology Trends abzugreifen, um die Energiekosten, die du im KI-Bereich, die ultra wichtig sind. Ja, ist ja nicht nur Asset Heavy, sondern Energie Heavy auch. Da wird gar nichts oder viel zu wenig gemacht oder generell sozusagen tiefgreifende Wirtschaftsreformen überhaupt, um Wirtschaftsunternehmen und Startups anzusiedeln. Das ist noch bislang noch sehr enttäuschend. Wo sie einen guten Job machen und echt jetzt kurz vor— hoffentlich geht es jetzt durch— von einer echten Verbesserung stehen, ist im Bereich private Altersvorsorge. Da soll das sogenannte Altersvorsorgedepot kommen. Und das müssen wir ein bisschen länger erklären. Die ganz kurze Variante ist, du investierst da Geld in ein Wertpapierdepot, ja, ohne groß eigentlich was Kompliziertes. Du kannst da ETFs reinkaufen, kannst auch Venture Capital, Private Equity Investments reinkaufen. Aber es geht vor allem um das Thema ETF, ETF-Depot. Und dieses ETF-Depot wird bezuschusst vom Staat. Ja, du kriegst 20 bis 30% noch mal on top bis zu einer Maximalgrenze. Also die ganz platte Aussage ist, die ersten 1.800 Euro, die du sozusagen pro Jahr zum Investieren hast, die sollten eigentlich in das Produkt gehen, weil da gibt der Staat dir 500 bis 1.000 Euro geschenktes Geld als Zulage on top. Ja, also wenn du jetzt mal 2 Kinder hast, ja, dann kriegst du noch mal, dann bist du also bei 1000. Wenn du keine Kinder hast, dann bist du bei 400, 500 Euro. Und dass die Voraussetzung ist, dass du das Geld anlegst, bis du 65 bist, und dann kannst du es auszahlen lassen. Und bis dahin wird es noch nicht besteuert, und bei der Auszahlung wird es dann besteuert mit deinem, mit dem Steuersatz Einkommensteuer, den du dann hast. Aber, und das hat wirklich eine Chance, breit in die Masse getragen zu werden. Das ist für uns natürlich auch eine tolle Chance, weil die letzte große Reform im Altersvorsorgebereich, Da haben sehr stark die Versicherer von profitiert. Und diese Reformen, die jetzt so durchgehen, dann wird das die großen Profiteure, weil es einfach das beste Produkt ist, ist das Wertpapierdepot mit dem ETF-Sparplan mit dieser staatlichen Bezuschussung. Und wer hat das, wer kann das anbieten? Wir, oder auch natürlich Mitbewerber von uns. Diese, ich glaube, die Neobroker werden die ganz, ganz großen Gewinner und damit auch die Kunden, weil es halt super günstig, super einfaches Produkt ist. Ist von dieser Reform. Das ist jetzt gerade im politischen sozusagen Diskussionsprozess. CDU und SPD haben sich verständigt, dass sie das durchbringen wollen. Deswegen, wenn es da keine Abweichler gibt, dann geht das auch durch. Und das soll dann starten am 1.1. Aber es ist ja nicht nur sinnvoll, weil es für euch sinnvoll ist.
Also für euch, ihr seid ja schon auch dann Profiteure, aber es ist auch generell, glaube ich, eine sinnvolle Sache.
Es ist total sinnvoll, weil wenn es günstig, wenn du es günstig nimmst mit einem schön breit diversifizierten ETF-Depot, ja, dann, weil dann hast du günstige Konditionen, du legst lange an das Depot, wenn du so willst, schützt dich eigentlich auch vor Fehlern, jetzt in der Krise irgendwie schnell das Geld immer wieder so rauszuziehen. Genau. Und du kriegst, wie gesagt, der Staat bezuschusst das. Ja, du machst da 1000 oder 2000 Euro rein und du kriegst 500 bis 1000 Euro noch mal on top vom Staat. Ja, es hat etwas mehr Details dazu, aber das ist mal ganz platt erklärt. Und das kann wirklich die Aktionärsquote in Deutschland signifikant anheben.
Was total sinnvoll wäre, also Also da glauben wir beide wirklich dran, dass das richtig ist. Denn wie gesagt, irgendwie müssen wir ja in Zukunft davon leben. Also vom Umlagesystem, also auch unsere dann irgendwann demnächst verrentete Generation. Wir sind noch 20 Jahre von der Rente weg, wir beide. Dann muss ja irgendwer sehen, dass das Geld verdient wird oder dass wir bezahlt werden. Wenn dein Exit klappt, dann vielleicht nicht. Aber ansonsten wäre es ganz gut, wenn irgendwelche Leute, und wenn es dann immer weniger werden, ist es einfach schwierig. Das alte Lied. Dennoch, ich habe vor kurzem so einen Quote gehört von dem Alex Karp, dem Palantir-Gründer. Und der hat gesagt, und ich glaube, er meinte es nicht positiv für Deutschland, aber er hat gesagt, es sei ein besseres Leben gewesen, als er als Student, der hat ja bei Herrn Habermas, der vor kurzem verstorben ist, bei Herrn Habermas promoviert, auf Deutsch, Wahnsinn, der Palantir-Gründer, Philosophie. Also ein besseres Leben gewesen, arm in Deutschland zu leben, als jetzt heute reich in USA. Wenn du das hörst, was denkst du dann?
Also der Alex Karp, der ist ja sehr umtriebig, gibt viele Interviews. Ich habe den auch einmal persönlich getroffen, erst nicht in einem One-on-One-Setup, aber das war ein Event, so ein Pressejournalisten-Event, da war er. Und der will natürlich auch ein bisschen, will natürlich auch draufhauen und auch diese News kreieren. Ich glaube, wenn man ihm so genau zuhört, Weil er ist dann auch teilweise deutschlandkritisch. Aber ich glaube, er ist Deutschland, er hat wirklich Narren an Deutschland gefressen. Er hat wirklich Narren an Deutschland gefressen. Und was mich mal sehr beeindruckt hat, als er hat mal so gesagt, Deutschland, er spricht ja fließend Deutsch auch. Der hat ja, wie gesagt, promoviert da in Frankfurt, ne?
Ich glaube, also ich hatte den auch mal im kleineren Kreis sogar persönlich getroffen. Dann kam raus, dass er sehr viel Wintersport macht, also Langlauf, und das auch in den Also insofern, der ist sehr zivil.
Und er hat eine sehr, sehr, er sagt ja selber, Deutschland war eigentlich seine schönste Erinnerung damals. Ja, wie gesagt, da als armer Student und Philosophie und irgendwie ganz toll gelebt und so. Und was, er hat mal was da, was ganz Prägnantes damals gesagt. Er hat gesagt, Deutschland hat eine brutale Chance eigentlich, an der Spitze von der technologischen Entwicklung zu sein. Da kommen wir auch her. Also es gab mal eine Zeit, wo vereinfacht gesagt mehr oder minder alle technologischen Entwicklungen der Welt oder die meisten aus Deutschland kamen. Das war so vor 100 Jahren ungefähr der Fall. Und dann diese ganzen Umstürze und es hat sich verändert. Und er sagte, Deutschland hat aber die Chance. Er erlebt auch, dass die Deutschen im Silicon Valley sind außergewöhnlich erfolgreich. Er sagte, ihr habt das Potenzial, ihr habt das Potenzial mehr als manch andere Nation. Und ich meine, guck dir aktuelle Beispiele an. Die heißeste Firma der Welt aktuell, OpenAI. Da gibt es zwei Typen, Nick und Peter. Die quatschen morgens da auf Deutsch. Der Peter ist zwar Österreicher, der Steinberger von OpenClaw, aber der Nick Turley, die quatschen auf Deutsch.
Die kommen auch beide zum URF-Festival übrigens.
Der Typ kommt aus, du kennst den ja, der kommt aus Itzehoe. Das ist, wenn du hier nach Sankt Peter-Ording fährst, fährst du da in dieses Dorf.
Der war letztes Jahr schon bei uns und der kommt jetzt wieder.
Was für eine geile Story.
Mit seinem neuen Kollegen.
Ja, genau so. Und das müssen wir eigentlich, und das ist so, das ist das Ärgerliche, wenn ich sagte, Altersvorsorge wird es jetzt angegangen, die Reform, aber die generellen Reformen, Deutschland hat so eine tolle Chance. Und gerade durch KI haben wir eigentlich in zweifacher Hinsicht eine Chance. Wenn KI mit unserer industriellen Stärke vernetzt wird, also mit den Produkten, die wir bauen, wir bauen ja nicht nur Autos, sondern wir sind auch im Manufacturing Robotik eine der führenden Nationen. Wenn KI in diese, in diese Maschinen, diese physische Welt springt, gibt es ungeahnte Möglichkeiten für uns. Und die zweite Chance ist, wie gesagt, das Humankapital, was wir haben. Und das muss jetzt halt mal gehebelt werden. Und wir haben dann auch noch die Chance, wir können jetzt Leapfrogen, weißt du. Deutschland, industrielle Revolution toll gemacht, Internet komplett verpennt. Aber du brauchst diese starken, also du musst nicht ein Amazon sein, um im KI jetzt erfolgreich zu sein. Natürlich helfen die Hyperscaler in Amerika, aber du musst das nicht unbedingt sein. Und das siehst du an Firmen wie Anthropic. Und deswegen haben wir jetzt eigentlich eine Chance, die verpasste Internetrevolution, technologische Revolution, die wir verpasst haben, eigentlich da wieder voll einzusteigen. Aber das ist meiner Meinung nach EU und auch in Deutschland ist der Groschen ein bisschen gefallen, aber der ist noch nicht richtig gefallen. Und vielleicht, das ist ein bisschen ein bittersweet Kommentar von mir, Vielleicht braucht es tatsächlich so eine größere Krise, wie sie jetzt sozusagen unter Umständen geopolitisch induziert wiederkommt, um uns dann noch mal stärker wachzurütteln. Aber die Chance haben wir, deswegen bleibe ich da weiter optimistisch.
Ansonsten, ich weiß, du versuchst doch ab und zu mal so bewusst aus der Alltagswelt rauszugehen und irgendwie Bücher zu lesen, so aus dem stressigen Gründerleben Berlin weg. Was tut sich da so? Was irgendwelche Hinweise? Was was hast du da gerade auf dem Tisch?
Ja, die Bücher, das habe ich ja so ein bisschen wiederentdeckt. Ja, und zwar man hat früher so Bücher gelesen.
Bookclubs sind jetzt überall. Wo ist der Erik Potsdam?
Ja, du bist doch Battlesman, du warst da früher. Du bist doch wahrscheinlich.
Nein, ich meine ja auch, da gab es auch einen Bookclub.
Aber ich meine doch abgefahren die die die Haustür.
Da war ich nicht, aber Bookclubs weißt du doch. Das heißt die die die Booktalk und so ist es doch jetzt gerade wieder ein großes Ding. Ja genau. Ich müsste mal den Scalable Bookclub machen.
Genau, und es kommt es kommt ja alles. Es kommt alles wieder auf jeden Fall. Genau, dann aber irgendwie mit der Arbeit und der Firmengründung eigentlich, um ehrlich zu sein, jahrelang gar keine Bücher mehr gelesen, oder wenn 2 Seiten und dann eingepennt im Bett. Jetzt habe ich es mir ganz bewusst vorgenommen wieder. Meine, also wie ich mir generell Informationen besorge, ist, ich höre, das sage ich jetzt nicht, um dir hier sozusagen da hier Speichel zu lecken, aber ich höre deine oder ähnliche Formate, Podcasts mit Leuten aus der operativen Welt, wo die tief sozusagen eintauchen und wo man nicht nur Pressestatements hört wie von, weiß ich, irgendwelchen CEOs, wo du eigentlich nur Pressetexte hörst, sondern die tief eintauchen und Insights sharen. Dann habe ich natürlich sozusagen tagespolitische, weiß ich, Börsen-Newsletter oder so, das gehört zu meinem Business. Und dann lese ich ganz bewusst Bücher, manchmal sogar aus anderen Subjekten und manchmal, die deutlich älter sind. Und das ist sozusagen, wenn du so willst, diese beide, das bildet dich ab. Ja, das, oder jetzt aktuell lese ich zum Beispiel Das passt jetzt sehr gut. Jetzt lese ich aktuell eine sehr gute, hat mir ein Freund von mir geschenkt, eine Biografie über John F. Kennedy. Und zwar die, da fragt man sich ja so ein bisschen, ja okay, die Story kennt man ja, der war Präsident, dann wurde er erschossen.
Nee, nee, ich glaube, der Vater war so ein Alkohol, wie heißt das damals in dieser Zeit? Die Prohibition. Genau, hat er so mit Alkohol da illegale Geschäfte gemacht. Dabei kommt glaube ich ein Teil des Kennedy-Gelds.
Genau, und die interessante Story, und das macht jetzt so ein bisschen so einen Kreis zu dem, was wir eigentlich jetzt hier diskutiert haben. Ist, die Familie, die kam so 1850 aus Irland, wo diese Hungersnot war, kam der Urgroßvater oder Großvater nach Amerika und dann hat er angefangen, genau, eine Kneipe zu führen und der Vater an sich, der Vater von John F. Kennedy, Joe Kennedy, der hat das große Vermögen gemacht und zwar ein fantastisches Vermögen. Der hatte damals so 1930 200 Millionen US-Dollar. Das ist heutzutage so 5 bis 8 Milliarden, einfach inflationsbereinigt. Also die waren, das war eine der reichsten Familien Amerikas. Und nicht, der kam nicht aus einer industriellen Familie wie die Rockefellers oder so, sondern der hat das Geld als, also die Alkohollizenz war das eine, aber das große Geld hat er als Börsenspekulant gemacht. Und zwar Börsenspekulant mit einem Geschmäckle. Und er hat damals Insider-Trading und diese Pump-and-Dump-Schemes, eine Aktie kaufen, hochhypen und dann verkaufen, wenn sie jemand anderes gekauft hat. Da gehst du heutzutage, ist verboten, da gehst du heutzutage ins Gefängnis für. Das war damals nicht verboten. Und da hat er sein großes Geld gemacht. Und dann war er ein sehr guter Investor und hatte neue Technologien investiert. Die große Technologie, in die er investiert hat, war Hollywood, Filme, Stummfilme. Und dann später, da hat er so Firmen besessen und hat da die Kohle gemacht. Und jetzt kommt sozusagen eine kleine Ironie der Geschichte. Der ist dann später auch Botschafter in England und so gewesen. Aber er war dann vor allem, er war der erste Chairman einer neu gegründeten regulatorischen Einheit, und zwar der SEC, der Börsenaufsicht Amerikas.
Also man hat sozusagen den Bock zum Gärtner gemacht.
Und zwar die SEC wurde gegründet, um genau diese Spekulanten, dieses spekulative Treiben einzudämmen. Und er wurde als erster Vorsitzender. Das gab auch einen großen Aufschrei, aber Roosevelt, der Präsident, hat gesagt, er hat es genauso beschrieben, wie du es beschrieben hast. It takes a thief to catch a thief. Und hat ihn deshalb da zum Vorsitzenden gemacht.
Das ist also der Vater von dem erschossenen Präsidenten.
Das ist der Vater, genau, eine Riesenfamilie, hat 9 Kinder gehabt und so. Und der hat sozusagen dieses große Geld, hat den politischen Einfluss und hat dann sozusagen die politische Karriere auch geebnet. Und das war, das ist ein bisschen der Zirkel zu dieser ganzen Börsenwelt. Genau, aber der hat das große Vermögen.
Mein Instagram-Feed ist immer voll von dem Sohn, also von dem John F. Kennedy Jr. aktuell. Da gibt es doch so eine neue, ich glaube bei Disney, Disney Plus Serie über dessen Leben mit seiner Frau. Der ist ja bei so einem Flugzeugabsturz verstorben.
Ja, vor kurzem erst. Oder vor ein paar Jahren?
Verstorben? Nee, der ist verstorben 2001 oder so. Okay, ja, okay. Aber der war damals so alt wie wir jetzt oder noch jünger und ist dann selber geflogen. Und ich war zu der Zeit in New York, habe das verfolgt. Der war da in New York so der Typ schlechthin. Also er hatte sein eigenes Magazin und sah gut aus, hatte eine hübsche Frau und crazy. Und dann war dann halt Kennedy und ist dann da halt verunglückt.
Nein, die ganze Familie, die Brüder, Bruder wurde ja auch erschossen.
Also der eine entfernte Cousin ist jetzt ja Gesundheitsminister.
Ja, ja, na ja, also das ist schon eine richtige Dynastie, tragisch auch, aber ja, hochinteressant. Und vom, ja genau, das lese ich mir gerade durch. Und das andere Buch, was ich als Nächstes auf dem Plan habe, da habe ich jetzt sozusagen nur Snippets vorweg gehört, ist das von Bill Gurley wieder, den wir vorhin angesprochen haben, Running Down a Dream. Also das ist eigentlich eher für Leute, die so eine Karriere suchen, und er gibt so Tipps, wie findest du eigentlich das, was dich im Leben glücklich macht, wie Weil zum Leben gehört vieles dazu und Gesundheit und das Ganze und alles. Aber eine ganz wichtige Sache ist, du verbringst einfach so viel Zeit bei der Arbeit und einen Job zu haben, in dem du nicht happy bist, ist ein großer Faktor, ob du erfülltes Leben hast oder nicht. Und er gibt Tipps, wie man da, wie man sich da zurechtfindet. Und das ist sozusagen das Nächste. Das ist so auch so ein Herzensprojekt von ihm gewesen. Running down a dream.
Das habe ich ein paar Mal gesehen. Er macht jetzt sehr viel Promo dafür. Genau. Ich habe es noch nicht geholt, aber jetzt, man braucht ja immer so mehrere Anstöße, um was dann was zu machen, also wie Marketing. Jetzt glaube ich, hole ich es mir auch mal, guck es mir mal an. Also ich ehrlicherweise empfinde schon einen Dream, dass ich hier so einen Job haben kann, aber ich finde es trotzdem interessant.
Ja, ich auch, bin da, also wir haben es ja teilweise, also muss immer auch ein bisschen humble bleiben, Glück gehört auch dazu, aber wir haben es natürlich auch selber in die Wege geleitet, aber ich bin sehr viel Glück gehabt. Ja, also naja gut, du mehr als ich. Ich habe es wirklich schon durch harte Arbeit geschafft.
Ja, das stimmt. Ja, wahrscheinlich. Wahrscheinlich. Das kann so sein. Who knows? Ich will das gar nicht abstreiten. Na ja, also jedenfalls drücke ich dir die Daumen, dass du auch weiterhin Glück hast und nicht nur harte Arbeit oder beides. Und dann werden wir wahrscheinlich wieder Ende des Jahres oder nächstes Jahr oder so mal wieder hören, wie es so läuft und ob du dann irgendwie jetzt im Sportbusiness groß drin bist oder welche super in Berlin Lebensmittel verteilst. Ja, genau. So die ersten Scalable Markets da schon in Berlin, wo dann mal so irgendwie Weiß ich nicht, gegen einen Account kriegt man dann irgendwas zu essen.
Muss ich ja jetzt fast machen, wenn du mir das so aufschreibst.
Du musst dir mal angucken, was die da machen, also die Kalschi und Polymarkt-Leute. Okay, also vielen Dank. Danke. Jo, ciao, ciao. Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt es jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI- Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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