Wie viel Schützenfest steckt noch in Berentzen, Oliver Schwegmann? (#840)
28 Sept 2025 · 73 min
In this OMR Podcast episode, host Philipp Westermeyer interviews Oliver Schwegmann, the CEO of the Berentzen Group, to explore the company's strategic position, product innovations, market challenges, and growth outlook. The conversation begins with a deep dive into Berentzen's flagship brand Mio Mio, highlighting an innovative under‑filled bottle design that lets consumers easily mix Mate with vodka, a concept that has become a strong branding tool in Berlin's club scene. They discuss the broader decline of club and nightlife culture, its impact on on‑trade sales, and how the company’s modest 15 % share of gastro revenue buffers it from the worst effects. The dialogue shifts to potential consolidation in the non‑alcoholic beverage sector, with Schwegmann noting a goal to significantly increase alcohol‑free sales over the next decade, possibly through joint ventures or acquisitions. He explains his personal stance on insider trading—avoiding personal stock purchases while holding performance‑linked bonuses tied to total shareholder return. The episode also covers the legal dispute with Paulaner over the Mio Mio Cola‑Orange design, which generated substantial media attention and brand awareness despite an unfavorable first‑instance ruling. Design philosophy, packaging innovation, and the limits of differentiation (e.g., Red Bull’s thin can) are examined. Schwegmann reflects on broader product innovation opportunities, even outside beverages, as he evaluates a potential investment in a niche Asian sauce brand, emphasizing market openness for differentiated products. The conversation touches on the role of private‑equity players like Katjes International and Aurelius, and the financial outlook for Berentzen, including market‑cap targets of €150‑200 million and the importance of liquidity, with a brief sponsor read for Sage Intacct. The episode concludes with a sponsor plug for OMR Education’s AI intensive course. Throughout, Schwegmann balances optimism about growth opportunities with a realistic view of market headwinds such as inflation, rising input costs, and shifting consumer habits.
Chapters
Der Oliver Schwegmann von Berendsen wäre wahrscheinlich hier im virtuellen Ranking der Podcast-Gäste mit dem kleinsten Market Cap, also börsennotierter Firmenwert, auf Platz 2. Weniger wertvoll war vor einigen Jahren nur 123 Fahrschule. Aber auch das war eine extrem spannende Geschichte. Und ich bin eigentlich Fan von Microstocks. Gar nicht jetzt als Anleger, aber so als Beobachter, um die Geschichte einer Firma wirklich pur zu sehen. Was treibt diese Firma gerade um? Man kann wirklich alles erkennen. Die Zahlen sind sehr offensichtlich. Das Geschäft ist meistens gar nicht so groß und deswegen kann man sehr, sehr klar und ehrlich über eine Firma sprechen. Und genauso war es bei Behrendsen. Was für Herausforderungen haben sie gerade? Thema: Menschen trinken weniger Alkohol. Thema: Etwas angestaubte Marke, wie verändert man das wieder? Wie wird man das neue Jägermeister? Ist es überhaupt möglich? Was macht ein Andreas Herb mit seinen ganzen Marken besser? Müsste nicht der Oliver Schwegmann auch noch mehr zur Personal-CEO-Brand werden? Haben wir darüber diskutiert. Also wirklich interessant. Wo liegen auch die Chancen natürlich für die Firma, für die Anleger entsprechend? Was kann man daraus machen, aus dem aktuell doch sehr kleinen Business mit aber relativ viel Umsatz? Deswegen glaube ich, für Wirtschaftsfreunde extrem viel mitzunehmen. Und apropos mitnehmen: Es gibt die Möglichkeit, bei uns aktuell im Early-Bird-Verfahren, in der Early-Bird-Phase Tickets fürs Festival am 5. und 6. Mai zu kaufen. So günstig wie jetzt im Early Bird werden sie nicht mehr. Dazu haben wir vor kurzem Speaker announced. Der Tom Brady wird da sein, bin ich recht stolz drauf, war viel Arbeit. Aber auch die Meredith Whitaker, Scott Galloway wie all die Jahre wird da sein. Also wir bauen gerade wieder einen bekannt großen spektakulären Lineup. Wer dabei sein will, Tickets gibt's jetzt. Aber jetzt erstmal rein ins Gespräch mit Oliver Schwegmann von Behrensen. Auf geht's! Let's go! Go go go! Herzlich willkommen beim OMR Podcast mit Philipp Westermeyer. Wer selbst gerade gründet oder eine kleinere Firma übernommen hat oder Ähnliches, der kennt möglicherweise das Problem. Ein klassisches Geschäftskonto heißt oft Filialtermine, Papierkram und lästige Wartezeiten. Dann gibt's im Arbeitsalltag meistens getrennte Tools für Banking, für Rechnungen und für Buchhaltung, und das alles kostet einfach sehr viel Zeit und ist meistens nicht optimal aufeinander abgestimmt. Und genau hier kommt unser heutiger Partner Qonto ins Spiel. Qonto mit Q am Anfang macht euch das Leben deutlich leichter. Ihr könnt ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN in nur 10 Minuten online eröffnen, und zwar komplett ohne jeden Papierkram, und den Einstieg gibt's bereits ab 0€. Außerdem und besonders praktisch: Das Banking, die Rechnungen, die Buchhaltung, das Ausgabenmanagement kann man dann in einer App machen, nämlich in der Qonto App. Es gibt außerdem Firmenkarten mit bis zu 360€ Cashback pro Jahr, einen persönlichen Kundenservice und über 2000 Integrationen, unter anderem für Lexware oder für DATEV. Das System von Qonto wächst dann einfach mit euch mit, vom Start für Selbstständige bis zum Team mit über 250 Mitarbeitern. Mitarbeitenden. Wer einmal wissen möchte, wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, der ist eingeladen, bei OMR Reviews unsere Bewertungen dazu durchzulesen. Die sind komplett neutral, würden unsere Bewertungen natürlich niemals anfassen, und dennoch wird, glaube ich, klar, dass Qonto einen sehr, sehr guten Job macht. Alle Infos zu Qonto unter qonto.de. Hallo Oliver!
Hallo Philipp, freue mich, hier zu sein.
Erzähl mal ganz kurz, du bist eigentlich Sportökonom und jetzt in der Spirituose gelandet.
Ja, das war wahrscheinlich falsch abgebogen irgendwann mal. In der Tat habe ich Sportökonomie studiert, damals in Bayreuth. Es war schon ein Wirtschaftsstudium, also Diplomökonomabschluss, aber damals mit der Idee, auch viele Sportelemente mit reinzubringen. Eventmanagement, Sportsponsoring, und viele meiner Kollegen heute sind auch in Fußballvereinen, bei der FIFA, bei der Deutschen Sporthilfe, und mein erster Arbeitgeber war Süßware Stork.
Okay, okay, okay. Und hast das ein paar Jahre gemacht, ne?
Stork war ich sieben Jahre. Es war sozusagen die erste berufliche Muttermilch ist mit mit dem Unternehmen Stork sozusagen aufgesogen.
Süßigkeit sozusagen.
Süßigkeiten genau. Das kennt man ja Merci, Toffifee, Knoppers, Nimzwei und so weiter.
Und dann zu loyal?
Nee, also es gab ein paar Schritte zwischendurch. Ich bin dann der Süßwarenbranche sozusagen treu geblieben, bin aber von einem ich sag mal ostwestfälischen deutschen Traditionsunternehmen Zu Maas, also ein großes Dickschiff, internationales Dickschiff, gewechselt, auch in der Süßware. Bin dann zu Hero. Hero ist so der Mutterkonzern der Schwarzhauer Werke, die kennt man wahrscheinlich in Deutschland eher, sitzt in der Schweiz. Und bin von Hero dann zu L'Oréal und von L'Oréal, von der äußeren Schönheit, dann wieder zurück zur inneren Schönheit, zu Behrendsen. Und so eine Reise macht man dann auch stark irgendwie mit Personalberatung, also irgendein Headhunter hat dich entdeckt und gesagt, Mensch, Ja, das ist ja in der Branche dann üblich, dass solche Mandate, sofern sie etwas höher im Management angesiedelt sind, dann tatsächlich klassisch über Personalberater laufen.
Okay. Und was hat dich gereizt, jetzt sozusagen dann von L'Oréal, das klingt jetzt erst mal so ein bisschen glamourös, mit, ich glaube damals in Genf war das oder so, dann aus Genf nach Haselünne, ist es glaube ich, also Friesland, Emsland, wo jetzt Behrensen sitzt, den Move zu machen?
Ja, also Genf und Haselünde würde man in einer Aufzählung wahrscheinlich nicht direkt hintereinander aufreißen.
Das sage ich auch so. New York, Genf, Haselünde.
Ja, also warum nicht? Nein, in der Tat ist es so, dass ich aus der Region komme. Ich war also, ich bin 20 Kilometer entfernt in einer kleinen Stadt geboren, die wie gesagt 20 Kilometer von Behrensen weg ist. Und nach 25 Jahren weg und in der Weltgeschichte bin ich sozusagen beruflich in heimische Gefilde gekommen. Und ja, was hat mich gereizt? Ich habe ja meine Karriere Immer gearbeitet im Mittelstand, familiengeführter Mittelstand, aber eben auch große Blue-Chip-Konzerne, börsennotierte Konzerne. Und Behrensen, das war ja so ein bisschen das Spezielle, war so ein bisschen das Beste, an manchen Tagen das Schlechteste aus beiden Welten. Traditionelles Familienunternehmen, Mittelstand, aber eben börsennotiert. Und die Aufgabe, sozusagen mal eine börsennotierte Aktiengesellschaft zu führen, hat mich doch sehr gereizt.
Vor allen Dingen wahrscheinlich auch gerade als Chef. Denn CEO zu sein ist schon was anderes als bei den vorherigen Stationen.
Genau, also ich sag mal, vorher ich bei L'Oréal gearbeitet habe, war es natürlich eine Aktiengesellschaft, aber als Landeschef kriegt man ja nur peripher was davon mit. Und jetzt in der vollen Funktion eines Vorstands einer Börsennotierung mit allen Themen, Haftungsthemen, Governance-Themen etc., das war noch mal ein großer Reiz für mich und da war die Lernkurve auch steil.
Berendsen, sag mal ganz kurz ein paar Eckdaten, als du da reinkamst oder heute auch. Wie groß ist die Firma?
Ja, also wir haben, also erstmal ist die Firma 266 Jahre alt, also man sieht, sie sehr starkes, traditionsreiches Unternehmen, war bis 2008 sozusagen auch noch in Familienhand mehrheitlich und auch in der Führung des Unternehmens in Familienhand. Wir sind seit Anfang der 90er börsennotiert. Wir machen einen Umsatz, das muss man bei Spirituosenunternehmen immer unterscheiden, wir machen einen Umsatz sozusagen von ungefähr 370 Millionen Euro, dann zahlen wir aber noch ungefähr 180 Millionen Alkoholsteuer. Das heißt, es bleiben am Ende, wenn ich jetzt mal auf das Jahr 2024 schaue, waren es 182 Millionen netto, Nettoumsatz.
Was ja wirklich krass ist, ich glaube, es ist auch vielen Leuten in der Form gar nicht so klar, dass also Firmen wie eure so viel Geld an Steuern weggeben, also als Alkoholsteuer am Ende.
Ja, also ich habe das mal spaßeshalber mal ausgewertet für 2023, da haben wir sozusagen Gesamtsteueraufwendungen von über 190 Millionen gehabt. Damit haben wir mehr Steuern in Deutschland gezahlt als Rheinmetall, Hugo Boss, Puma etc. Also wir sind als Steuerzahler sicherlich relevanter als reiner Umsatzträger.
Und ich meine, das ist jetzt ja schon seit langer Zeit so mit dieser Alkoholsteuer. Und die Idee dahinter ist, man verkauft den Leuten Alkohol, das ist nicht gut für die Leute, deswegen muss man eine Art Steuerstrafe zahlen. Oder wie kommt das?
Ja, also genau die Hintergründe kann ich dir nicht mal erzählen, warum das ist. Es ist natürlich eine relativ hohe Steuer. Wir zahlen also pro Liter Rohalkohol 13,03 €. Kann man sich ja ausrechnen, wenn man eine Flasche Whisky hat mit 40%, dann 13,03 € mal 0,7, so groß wie die Flasche ist, mal 0,4, dann kann man ausrechnen, dass da schon relativ viel Euros pro Flasche tatsächlich an Steuern rausgehen. Und die Steuern sind ja nichts Unbekanntes. Tabaksteuer ist ja noch mal viel höher, wissen wir. Also wenn der Bund sozusagen auf die Tabaksteuer in Deutschland verzichten müsste, dann wird er auch auf einen zweistelligen Milliardenbetrag sozusagen verzichten. Die Alkoholsteuer in Deutschland ist circa 2 Milliarden. Im Jahr erhält der Bund sozusagen durch die Alkoholsteuer.
Aber seid ihr ja schon ein relevanter Zahler dann, wenn du—
Ja, in der Tat. Also wenn man jetzt mal ganz grob sieht, wenn wir so irgendwas zwischen 180 und 200 Millionen Spirituosensteuer zahlen und der ganze Markt ist 2 Milliarden, kannst du ausrechnen, da sind wir schon mit einem Prozent ganz gut dabei.
Das heißt im Umkehrschluss, dann seid ihr sozusagen 10% der deutschen Alkoholsteuer kommt von euch. Seid ihr dann in den Top 10 der deutschen Spirituosen- oder Alkoholikerkonzerne?
Ja, also ich sag mal, es geht ja einmal um die Menge und es geht natürlich um den Portfoliomix, weil natürlich ein Likör mit 15% Alkohol versus eines Whiskys mit 40% Alkohol hat natürlich eine ganz andere Steuerbelastung. Aber in der Tat, wir sind ein großes Volumenunternehmen, wir sind ja auch im Handelsmarkengeschäft ein großvolumiges Unternehmen und damit sind wir sozusagen in der in den Steueraufwendungen sicherlich überproportional zu unserem Marktanteil.
Ja, okay. Und ich habe gesehen, dass meine eure Zahlen sind ja auch öffentlich. Ihr habt letztes Jahr glaube ich so ungefähr vier Prozent Marge oder Rendite oder Marge geschafft. Ne, nicht ganz.
Ne, ne, ne mehr. Also wir haben letztes Jahr hatten wir eine EBIT-Marge von fünf Komma acht Prozent.
Okay. Also diese eins Komma Prozent, das ist viel Geld.
Das ist für uns wirklich entscheidend und viel Geld, weil natürlich klar letztes Jahr haben wir haben wir zehn Komma sechs Millionen EBIT gehabt. Das waren so fünf Komma acht Prozent EBIT-Marge. Was ein gutes Jahr für uns war in dem Marktkontext. Aber wie gesagt, dass so ein Unternehmen wie wir, und das ist auch unser Ziel, wir sind ja kein reines Spirituosenunternehmen, da kommen wir sicherlich gleich noch zu. Unsere Zielgröße ist schon, dass wir so auf 8 Euro EBIT-Rendite kommen. Da müssen wir eigentlich hin und dann sind wir ganz gut kompetitiv.
Müssen wir gleich nochmal drüber sprechen, weil es gibt ja auch viele andere börsennotierte Spirituosenfirmen, auch aus dem Ausland, Diageo heißt glaube ich eins, da habe ich gesehen 20%. Also man kann scheinbar noch mal da effizienter sein, aber müssen wir darüber sprechen. Bevor wir das machen, vielleicht einmal ganz kurz: Ihr verkauft also Beerensen, dieses Getränk, mir bekannt, weil ich es früher als Tankwart so rausgereicht habe.
Nie selbst getrunken natürlich.
Aber ihr verkauft auch mittlerweile relativ erfolgreich ein Mate-Getränk. Und ihr habt auch noch so ein Saftpressegeschäft. Genau. Also sag mal ein paar Worte vielleicht zu eurem Portfolio-Mix und womit ihr am Ende Geld verdient und was dieses Berensen ist ein Likör, ne?
Das ist ein Likör, genau. Gibt's auch noch als Korn, klassisches deutsches Spritosen-Segment. Also natürlich kennt jeder von uns aufgrund von Berensen, das ist die bekannteste Marke, die wir haben und das Unternehmen heißt so und die Familie sozusagen, die dahinter steckt, heißt so. Deswegen sind alle sehr verwundert, wenn man wenn man ihnen erzählt, was alles unter Berensen ist. Bärensen ist eine Marke, die macht noch gut 20 Millionen Umsatz von den 182. Damit siehst du, dass wir aus mehr bestehen als nur aus den Bärensen Likören. Wir machen in der Tat 35% der Umsätze alkoholfrei schon. Dazu gehören, wie gesagt, wie du Mio Mio Mate oder die Mio Mio Limonaden Range. Wir haben regionale Mineralwässer, aber eben auch ein Unternehmen, was wir 2014 gekauft haben. Das ist ein österreichisches Unternehmen, das heißt Citrocasa. Vielleicht warst du auch schon mal im Handel, wo man sich so einen frisch gepressten O-Saft zapfen kann. Dann gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Saftpresse, wo oben sozusagen die Orangen drin liegen, dass diese Saftpresse aus unserem Hause kommt. Und wir bieten auch den Händlern dann an, sozusagen auch den Supply von den Orangen und den PET-Flaschen, wo es reingefüllt wird.
Also ein bisschen das Nespresso-Modell.
Ja, so ein bisschen das Drucker-Tinte-Modell. Einmal die Hardware gekauft und im besten Fall natürlich wiederholende Umsätze, weil die Maschinen sind natürlich super, die halten 8 bis 10 Jahre. Und das ist natürlich gut, wenn man zwischendurch noch in Umsatzbeziehung zum Kunden bleibt.
Und ist das auch für euch mittlerweile schon ein großer Teil des Portfolios?
Ja, es macht so gut 20 Millionen. Das hat tatsächlich seit Corona echt ein Stück gelitten, weil die Investitionen stark zurückgegangen sind. Das ist das eine, also die Investitionszurückhaltung. Und das zweite ganz große Thema in Deutschland, aber insgesamt in Westeuropa ist, dass der Handel sich wahnsinnig über Personalmangel beklagt. Wir sehen ja heute schon in einigen Lebensmittelhändlern, die sogar noch begrenzte Öffnungszeiten für ihre Frischetheke haben. Ja, also da wird die Fleischtheke bleibt nicht sozusagen offen bis Ladenschluss, weil sie haben einfach wahnsinnig Personalmangel. Und natürlich, wenn ich so eine Saftpresse sehr ökonomisch betreiben will, man muss sie zwischendurch reinigen, man muss sie auch mal entleeren und viele scheuen sich tatsächlich da reinzugehen aufgrund des Personalmangels, obwohl wir mit dieser Maschine zu den, ich würde mal sagen, Top 5 profitabelsten Quadratmetern in einem Lebensmittelhandel. Wollte ich gerade sagen.
Frisch gepresster Orangensaft, da kostet er also richtig Kohle. Ja, und ich hätte jetzt gedacht, dass gerade weil du meinst Investitionszurückhaltung, wer, also in Corona haben doch Lebensmittelhändler sehr gutes Geld verdient.
Also ja, also das haben sie. Bei reinen Lebensmittelhändlern war es auch tatsächlich eher das Personalthema, aber wir liefern natürlich auch viele Maschinen in dem Bereich Gastro, Hotellerie etc., und da war es dann spürbar, oder Bäckereien, da war spürbar, dass die Investitionszurückhaltung hoch war.
Okay, und wenn ich so ein Ding im Büro haben wollte, was muss ich bezahlen?
Also ich weiß ja nicht, wie viele Mitarbeiter du mittlerweile hast. Das wächst ja jedes Jahr wahrscheinlich rasant. Davon abhängig haben wir natürlich unterschiedliche Größen. Das fängt wahrscheinlich so bei 4.500 € an und geht bis 10.000 € hoch, diese Maschinen.
Okay, okay. Also das sind so die, die Pushkin Wodka habe ich gelesen, auch noch bei euch. Ja, also kennt man ja auch so, zumindest kenne ich das noch so als Alkoholbrand in Deutschland.
Genau, Pushkin ist ja auch ein, das sind ja viele klassische Spirituosen aus den 90er Jahren, die wir hier haben. Also Pushkin ist ja da eine starke Marke, auch bekannt. Wir waren ja die Ersten, die auch sozusagen aus dem Wodka einen Likör gemacht haben, und haben sozusagen auch da viel Umsätze aus dem sehr kompetitiven Wodka-Markt sozusagen in den Likörbereich rübergeholt. Und das ist sozusagen unsere zweite bekannte und starke Marke im Portfolio.
Und ist Likör deutlich weniger kompetitiv als Wodka, sagst du?
Nee, ist nicht kompetitiv, aber Likör ist ein stärker regionaler Markt. Das heißt, man hat eher sozusagen mit Wettbewerb aus den heimischen Gefilden zu tun, während so ein Wodka, sind natürlich sofort die großen internationalen Marken, gehen da rein oftmals. Und Likör ist mit Abstand die größte Kategorie in den Spirituosen, ist natürlich auch der vielseitigste. Wir reden über Kräuterliköre, Bitterliköre, Fruchtliköre.
Wer ist euer wichtigster Wettbewerber? Sag mal ein, zwei andere Namen, dass man so ein paar Namen hört aus der Kategorie.
Aus der Kategorie Liköre?
Ja, genau.
Ja, ich sag mal bei Berendsen, wir sind ja hier bei jungen Erwachsenen, Partyshots, da kennt man Kleinen Feigling zum Beispiel, da kennt man Berliner Luft zum Beispiel. Also das, was man heute auch als Likör-Shot kennt. Jägermeister gehört sicherlich dazu, im entferntesten Sinne. Ist zwar Kräuter, aber letztendlich—
Underberg auch?
Ja, Underberg ist ja Magenbitter. Da würde ich sagen, das ist eher nicht dieses Partygetränk. Weiß nicht, ob Underberg das so bestätigen würde, aber das ist ja eher so ein Digestif und letztendlich Magenbitter. Ich würde sagen, Magenbitter ist in der Kategorie verankert, aber ob das direkt der Wettbewerber ist—
Die Frau Underberg hat mir mal im Podcast erklärt, das sei Medizin.
Ja, da soll das Fachpersonal darüber entscheiden, also das Fachpersonal aus dem medizinischen Bereich, ob das Medizin ist. An manchen Tagen hilft es vielleicht. Ich weiß nicht, ob es mentale Medizin oder körperliche ist, aber abhängig von der Lebenssituation kann es ja vielleicht helfen.
Okay, und was ich interessant finde, ist relativ bekannte, international oder aus Deutschland kommende, aber glaube ich europaweit aktive Productivity-Firma Aurelius, auch mit verschiedensten Deals, durchaus auch kontroverse Deals gemacht. Die haben sozusagen die Firma, bevor du kamst, der Eigentümerfamilie abgekauft, waren dann damit aber glaube ich nicht so sehr richtig erfolgreich. Die wollten glaube ich so diesen Weg gehen wie Jägermeister, also so eine globale Party-Brand zu werden oder so eine Lifestyle-Brand, und das ist nicht so richtig geklappt. Und dann kam sozusagen der Not- Sag ich jetzt mal so, Börsengang, und dann kamst du.
Nee, das ist jetzt zeitlich ein bisschen durcheinandergeraten. Also der Börsengang hat ja die Familie Anfang der 90er entschieden. Wir sind ja seit 94 an der Börse, und damals muss man verstehen, was war Anfang der 90er los? Wir hatten eine— der ganze Spirituosenmarkt war noch nicht so internationalisiert, also die großen internationalen Marken waren noch wenig vertreten auf dem deutschen Markt. Der Markt wurde noch beherrscht durch klassische, traditionelle deutsche Spirituosenunternehmen. Und in der Zeit sind zwei Dinge passiert. Das eine ist, es gab einen hohen Konsolidierungsdrang. Also auch Behrendsen hat ja unterschiedliche Unternehmen in der Zeit übernommen. Und das zweite war, Anfang der 90er war Behrendsen auch wirklich ein starker Erfolgsschlager im Ausland. Das heißt, mit dem Börsengang hatte man sicherlich vor, auch Geld einzusammeln für Konsolidierung, aber auch für Internationalisierung.
Da war die Aktie ungefähr 10-mal so viel wert wie heute?
Das kann ich jetzt gar nicht aus dem Kopf sagen, wie viel sie wert war.
Aber in Größenordnung, deutlich mehr wert.
Ja, also ich sage mal, Der Umsatz war schon mal deutlich über 300 Millionen. Aurelius kam ja dann rein 2008 und da war das Unternehmen in eine Schieflage geraten. Und dann hat Aurelius sozusagen die Familie da rausgekauft. Und der Plan von Aurelius, also der Behrensen-Kauf von Aurelius, war damals deren größter Deal. Heute ist das nicht mehr so, sind ja deutlich auch größer geworden und gewachsen. Aber damals war das so der größte Deal. Und meines Erachtens sogar der erste Deal, wo sie einen positiven Kaufpreis bezahlt haben. Sie haben vorher einige Projekte gehabt, wo sie mit negativem Kaufpreis reingegangen sind, weil sie damals positioniert waren als harte Restrukturierer. Das haben sie bei uns auch gemacht 2008, also haben so in 12 bis 18 Monaten mit sehr harten Einschnitten das Unternehmen wieder auf beide Beine gestellt. Das war sicherlich auch notwendig zu der Zeit, weil es dem Unternehmen nicht gut ging. Ja, und dann ist es ja so, dass wenn man mit so einer Philosophie da reingeht, dann will man hart restrukturieren, wieder auf gesunde Beine stellen und dann eigentlich den Exit planen. Und das hat für Aurelius sozusagen vermutlich in deren Voraussetzungen so nicht geklappt, wie sie es wollten. Und letztendlich ist Aurelius dann erst im Herbst 2016 raus. Das heißt eine Haltezeit von 8 Jahren, was natürlich für so einen Ursprung, so einen Stil sicherlich für sie hätte besser laufen können, um das mal vorsichtig zu sagen. Und auch für ein Unternehmen, wie wir es sind, ist das natürlich nicht gut, wenn man einen Eigentümer hat, der eigentlich auf Exit aus ist. Das kann man mal eine Zeit lang machen, wo es notwendig ist, Klammer auf, die Braut hübsch halten, Klammer zu. Aber wenn das ein Dauerzustand ist und das tägliche Leben eines Unternehmens ist über 8 Jahre lang, dann kann man sich vorstellen, dass das für beide Seiten irgendwann nicht mehr so gut war wie am Anfang.
Und dann sind sie aber raus und haben dann ihre Anteile an der Börse sozusagen weggegeben, ne?
Genau, also in der Tat ist es so, seitdem die raus sind, sind wir sehr Free-Float-lastig. Das heißt, circa 70% unserer Aktionäre ist wirklich Free Float. Free Float sagen wir sozusagen alle Aktionäre unter der Meldeschwelle, das heißt unter 3%, und die Institutionellen sind sozusagen ja irgendwas zwischen 25 und 30%, die dann sozusagen über der Meldeschwelle sind. Der größte Aktionär hat 9,9%. Der zweite irgendwas bei 7%, aber wir haben nicht den einen Ankeraktionär. Das heißt, die Hauptversammlungen sind natürlich anstrengend, weil man nicht mit einem strategischen Partner wichtige Entscheidungen vorbesprechen kann, die dann sozusagen auf der Hauptversammlung so ein lockerer Beschluss ist, sage ich mal, sondern wir müssen schon auch vor den Hauptversammlungen für Beschlüsse kämpfen und dafür werben und relativ breite Ansprache betreiben.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten, und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes. Was sehr krass ist heute, ich meine, der Market Cap ist glaube ich so um die 30 Millionen, ne?
Ja, wir sind heute zwischen 40 und 50 Millionen. Also der aktuelle Börsenkurs ist so rund um 4 Euro und wir haben 9,6 Millionen Aktien, also ich sag mal circa 40 Millionen. Natürlich haben Microcaps und vor allen Dingen Spirituosenunternehmen wahnsinnig gelitten in der Marktkapitalisierung. Auch die Großen, die du eben nanntest, Pernod Ricard, Diageo, die haben ja seit Jahresanfang alle 40, 45% Market Cap verloren, weil natürlich gerade der Spirituosenmarkt durchaus unter Druck ist. Und bei uns ist es so, also mit 40 Millionen, jetzt will ich mal ganz bescheiden sagen, wir haben eine Marke wie Mio Mio, die wächst seit Jahren zweistellig, macht 20 Millionen Umsatz. Wenn man mal so ein Multiple auf dem Umsatz nimmt, wenn man so eine Marke verkauft, dann kann man heute schon fast davon ausgehen, dass die 40 Millionen eigentlich schon mit so einer Marke wie Mio Mio alleine abgedeckt ist. Und dann reden wir noch nicht über Assets, über andere Marken.
Ja, ich meine, und am Ende, so ein Jamal Musiala kann mit 2 Jahren Fußball spielen, eure Firma kaufen, zum Beispiel.
Was natürlich nicht geht, weil der Kurs, das wirst du sehen, wenn du heute, lieber Philipp, 1000 Aktien kaufst, dann schießt der Kurs nach oben. Wir sind natürlich nicht eine sehr liquide Aktie, das heißt, wir haben durchschnittliches Handelsvolumen von zwischen 4.000 und 5.000 Aktien. Das heißt, wenn du dich heute entscheidest, mal eben schnell 1.000 Aktien zu kaufen, dann wirst du die nicht für 4 € kriegen, weil die knallen sofort nach oben. Das heißt, die sind natürlich wahnsinnig volatil an der Stelle. Ich sag mal, da jeder, der reingeht und sagt, oh, wenn ich die für 4 € kriegen könnte ohne Probleme, dann hätten wir wahrscheinlich einige, die in der Schlange stehen würden. Aber weil es eben hoch reagibel ist, wenn man anfängt zu kaufen, Dann schießt der Kurs nach oben. Plus wir haben natürlich einen wahnsinnigen Tailend an Retail-Aktionären. Es ist natürlich dann aufwendig, sozusagen jemand von der Börse zu nehmen.
Okay, okay. Aber dennoch ist es einfach schon überraschend wenig jetzt in anderen Dimensionen. Man guckt, was irgendwie ein Fußballer kostet oder so was verdient. Aber also ich meine, kostet, müssen wir nicht drüber reden. Nick Voltemade dreimal eure Firma.
Also auf dem Papier absolut richtig.
Das ist ja verrückt. Und bei dem Umsatz, bei der alleine wenn sich die Steuergesetzgebung ein bisschen ändern würde, dann würde das wahrscheinlich ja schon euch relativ helfen.
Ja, ich sag mal, wie gesagt, wir haben im Jahr 2024 182 Millionen gemacht. Wir haben 10,6 Millionen EBIT gemacht, knapp 6%. Wir haben natürlich ein Riesenportfolio an Marken. Klammer auf natürlich auch traditionellere Marken, die heute wahrscheinlich also eher Tailend und eher Cashkows sind. Also ich sag mal die Zeiten von Aquavit, von Weinbrand etc., die sind natürlich heute Heute eher Tailendgeschäft, aber trotzdem, wenn man das Konstrukt sieht mit den Marken, mit dem Umsatz, mit dem EBIT, ist 40 Millionen.
Und ihr habt eine eigene Fertigung?
Genau, wir haben einen Mineralbrunnen am Heimatstandort, da wo wir auch Mio Mio abfüllen. Wir haben letztes Jahr einen Mineralbrunnenstandort verkauft. Wir hatten im Berliner Raum noch Mineralbrunnen und wir haben die große Spirituosenfertigung in Minden.
Mit wie vielen Leuten arbeiten wir bei euch?
Wir sind jetzt ungefähr 470 Leute, weil wir gerade sozusagen einen Standort mit knapp 80 Leuten letztes Jahr verkauft haben. Und da war also, wo wir sozusagen einen Mineralbrunnen hatten, wo auch Mio Mio gefüllt war, den haben wir an Refresco verkauft letztes Jahr. Refresco ist heute unser Lohnfüller für Mio Mio, weil wir produzieren natürlich Mio Mio nicht alleine an unserem Standort in Haselinde, sondern mit 3 Lohnfüllern auch noch zusammen.
Okay, also einer der Gründe, oder sagen wir trotzdem, wenn man mal guckt, warum ist es jetzt so, also warum ist diese Wertsituation so? In den letzten Jahren ist natürlich auch wahnsinnig viel Ärger oder Shit über euch als Branche oder bei euch ganz konkret hineingebrochen. Also Glas zu produzieren ist mit Energiekosten hochgegangen, Alkoholiker generell gehen im Abverkauf von Bier angefangen, überall aktuell zurück, seit Jahren schon. Dann die ganzen Schließungen zu Corona-Zeiten haben euch auch nicht geholfen. Also es ist Gastro unter Druck. Also viele der Sachen, die man braucht, oder den Rückenwind, den habt ihr gerade sozusagen eigentlich gar nicht, ne?
Also letztendlich ist so, gerade die letzten 5 Jahre waren wirklich eine Rollercoasterfahrt, weil mit Corona klar, wir haben auch Getränke Es haben ja auch welche in Corona profitiert. Also wenn man sich zu Hause gemütlich ein Glas Wein einschenkt, ist ja in Ordnung. Aber also den Partyshot trinke ich alleine vorm Fernseher zu Hause natürlich nicht zu Corona. Das heißt, wir haben in den Jahren 2020/2021 wirklich über 20 Millionen Umsatz verloren. Wir haben eine Rohertragsquote von ungefähr 45%. Also da fehlen dir erst mal knapp 10 Millionen Euro Rohertrag. Das ist für so ein mittelständisches Unternehmen erst mal ein echter Schluck aus der Pulle, muss man sagen. Das heißt, das war natürlich eine Krisenzeit. Allerdings, dann kamen ja, dann haben sich sozusagen in 2022 sozusagen die gesellschaftlichen Schleusen wieder geöffnet und dann hatten wir ein brutal starkes Jahr und die ganze Branche. Also wir sind, wir sind in 2022 knapp 20% gewachsen und von den 20% waren wirklich 16% Volumenwachstum. Also ist das, hatten wir in 2022 ein deutlich höheres Volumen als 2019 vor Corona, ja. Und alle dachten, oh, die Menschen lieben die Geselligkeit, jetzt wollen sie wieder raus, das Leben genießen. Und dann kam natürlich der Ukrainekrieg, mit dem, mit denen, die uns hart getroffen haben, weil Weizendestillat, ja, Ukraine gehört zu den Brotkammern der Welt, sage ich mal. Weizen, genau. Glas, Hochenergie, Aluminiumverschlüsse, Hochenergie. Wir haben sozusagen in 2 Jahren von 21 bis 23 haben sich unsere Materialeinsatzkosten um 40% erhöht.
Also okay, da sind dann sozusagen externe Effekte, externe Schocks, für die man auch nichts kann. Auf der anderen Seite, wenn man jetzt guckt, es hat ja Jahre gegeben, so ich hätte jetzt auch gesagt so 18, 19, 20 und dann bis vor kurzem eigentlich, wo so Lebensmittel, Food Brands im erweiterten Sinne wahnsinnig geboomt haben. Du konntest aus nichts irgendwie eine neue Foodmarke erzeugen. Also verschiedenste Marken, die sozusagen diese ganze auch Instagram-Phase vielleicht genutzt haben, weil diese neue Food-Optik, dieses Fenster. Muss man sich ein bisschen ankreiden, dass man, dass ihr dieses Fenster ein bisschen verpasst habt?
Na, ich würde es nicht so bezeichnen, weil Mio Mio ist ja ein klassisches Beispiel. Das kommt komplett aus unserem Hause, ist eine Marke, die wir sozusagen in einem hochkompetitiven Erfrischungsgetränkemarkt, Klammer auf Limonadenmarkt, sozusagen als mittelständische Firma in den Markt gebracht haben. Seit Anbeginn der Zeit mit zweistelligem Wachstum, heute ein echt guter Player. Das heißt, da haben wir schon, da haben wir natürlich schon auch gut geleistet und auch gut innoviert. Was in den letzten Jahren stark dazu kam, ist natürlich die Frequenz an Innovationen und wie sie gelauncht wurden. Wir alle erinnern uns an die ganzen Rapper-Produkte oder Instagram-Produkte. Das heißt also, 90% dieser Produkte haben ja einen Produktlebenszyklus von keine 2 Jahre, würde ich mal sagen. Ja, also such heute noch mal ein Bratty da draußen oder ein Dirty oder so. Aber das sind natürlich alles so Influencer- Produkte und Marken in der Fülle, wie sie da reinkommen in den Markt, nehmen sie eigentlich dem Markt immer so 10, 15% Marktanteil raus. Die verschwinden dann zwar wieder nach 18 oder 24 Monaten, aber da kommen die nächsten. Das heißt, der Markt ist jetzt sozusagen durch die digitalen Medien, durch Instagrammer und durch viele, die sozusagen mit ihrem Namen und mit ihrer Reichweite in den Markt drängen, da kenne ich glaube ich, ja, ich kenne eigentlich keinen, der nachhaltigen Erfolg hat. Aber durch die Fülle der Leute, die reinkommen, sind eigentlich permanent 10, 15% Marktanteil besetzt durch diese Produkte. Damit ist natürlich für ein etabliertes Unternehmen ist das echt schwierig. Wir haben ja selber die Erfahrung gemacht. Wir haben ja mit Raf Camorra und Bones MC einen Wodka gehabt. Wir haben mit Katja Krasavice haben wir auch ein Erfrischungsgetränk gehabt und haben ja selber erlebt, wie schnell man Umsätze hochschießen kann und wie schnell sie dann auch wieder fallen.
Mit Raf und Bones, wie viel Umsatz haben die gemacht in der Spitze?
Ja, veröffentlichen wir nicht an der Stelle, aber das war ein Wodka, der Wodka Karneval, der ist klein in der Nische geblieben, weil das auch ein Premium-Wodka war. Der war relativ teuer, aber der war am Anfang, hat ja einen Erfolg gehabt, aber das war auch nicht nachhaltig.
Warum ist das so? Ich meine, die Marke ist ja eingeführt, die beiden sind Stars bis heute. Warum bricht es dann wieder weg?
Ja, weil so einfach ist das Leben da draußen dann manchmal doch nicht. Nach dem Motto: Jetzt einmal mit meinem Namen unterschreiben und dann gehe ich dran. Was wir sehr viel sehen bei diesen Produkten ist, Es gibt ja eine wahnsinnig starke Fanbase bei all diesen Stars und Instagrammern, und man hat viele Konsumenten, die gehen rein, weil die sagen, ich bin Fan, jetzt positioniere ich mich als Fan und natürlich kaufe ich das Produkt. Und dann bricht die Wiederkaufsrate komplett ein. Und das kann unterschiedliche Gründe haben, weil am Ende des Tages merken sie, das Produkt ist ja doch relativ viel teurer als das, was ich normalerweise trinke, oder es ist vielleicht auch nicht so gut. Das heißt, diese Produkte leben wahnsinnig stark von der Erstpenetration, also Erstkauf. Und dann brechen sie weg im Wiederkauf, weil dann der Fan sagt, jetzt habe ich einmal mein Commitment gezeigt und dann gehe ich wieder raus. Das heißt, das sind so diese kurzfristigen Effekte und sie haben sie also zu 90% nicht zu treuen Konsumenten gemacht.
Was hat denn der Jägermeister richtig gemacht?
Ja, Jägermeister ist natürlich eine brutal starke Geschichte. Ich kenne den Hasso Kämpfe aus meiner Hero-Zeit, der war Aufsichtsratsvorsitzender bei Hero. Mit dem ich hier auch oft schon über diesen Case geredet habe, weil er war CEO bei Jägermeister zu der Zeit, wo das auf einmal über Deutschland, Europa brach. Es war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, die richtigen mutigen Schritte gemacht. Jägermeister ist ja zum Kultgetränk in Amerika geworden. Und dann haben sie sozusagen aus Deutschland, wo noch eher die Welt alter Opa mit Hut sozusagen da war, haben sie nach Amerika geguckt und gesagt, was ist denn hier passiert? Ist ja total hip bei der Jugend, bei den Studenten. Und dann waren sie mutig und haben das echt zu einer brutal starken Lifestyle-Marke aufgebaut. Und Hut ab, das machen sie konsequent, das machen sie gut.
Aber kann man nicht kopieren, das ist kein Template.
Nein, das, also, also nee, das kann man, das kann man nicht kopieren. Heutzutage geht das, wenn man, aber das, das kann so ein Mittelständler eigentlich nicht. Wir sehen ja auch viele Spirituosen von den großen Unternehmen, ob das ein Premium-Rum wie Don Papa ist oder so, das wird dann auch wirklich weltweit ausgerollt. Aber diese Marken werden Die Marken werden gebaut in der Gastroszene. Also der Gastroszene, Gastrokanal ist eigentlich so der Brandbuilding-Kanal und der ist unfassbar teuer in der Marktbearbeitung, in dem Zutritt. Und das heißt, die Eintrittsbarrieren in der Szene Gastronomie sind wahnsinnig hoch. Und wenn man dann nicht unendlich viel Geld hat, dann ist es schwer, daraus sehr schnell diesen Kanal als Brandbuilding-Kanal für sich zu besetzen.
Und dann noch mal so, weil du jetzt gerade sagst, diese deutschen Influencer-Brands und Tees und auch Wodkas haben nicht geklappt. Auf der anderen Seite, ich sehe es jetzt, was für Preise international gezahlt werden für Ryan Reynolds und seinen Gin oder für George Clooney und seinen Gin und was da alles so entstanden ist. Das sind ja teilweise Milliarden. Und hat man dann vielleicht einfach zu klein gedacht und immer gesagt, okay, Bones und Raph, geile Jungs, aber halt kleiner Markt, deutschsprachig. Hätte man da nicht vielleicht noch größer denken müssen? Okay, dann greifen wir halt an mit irgendwie Hollywoodstars.
Ja, also ich sag mal, das Rezept ist ja total richtig. Und ich sag mal, der letzte Große war Dwayne The Rock Johnson mit seinem Produkt, mit seinem Tequila, wo sich glaube ich Jägermeister die weltweiten Vertriebsrechte gesichert hat. Das sind natürlich die Einzelbeispiele, die echt gut funktionieren.
Aber da gibt es schon ein paar davon.
Da gibt es ein paar davon, aber da muss man auch mal schauen, wer ist in der Lage, diese Marken dann auch zu kaufen, weil die gehen ja nicht— also auch Jägermeister ist ja nicht zu The Rock gegangen und gesagt, lass uns mal zusammen Tequila machen und dann räumen wir den Markt auf, sondern er hat es gemacht, er hat es hochgeschraubt und dann sind sie reingegangen und von jetzt beginnt eigentlich erst die richtige Arbeit. Jetzt muss Jägermeister dafür sorgen, dass es international in den Gastroszenen und so weiter kommt, in den Premium-Tequila-Markt. Das heißt, Du musst sattelfest mit Kapital da reingehen. Du musst mit viel, viel, viel Geld die Marken aufbauen. Und das würde sozusagen auf dem Niveau mit Hollywoodstars international, internationale Vertriebsstrukturen, das würde natürlich so einen deutschen Mittelständler noch mal, wir machen 70% der Umsätze noch in Deutschland, das wäre eine Überforderung. Das würde überhaupt nicht funktionieren.
Okay, dann nächste Challenge, sage ich mal, weil ich habe jetzt hier in den letzten Monaten immer mal wieder so Podcasts gemacht mit Leuten, die entweder sogar im Getränkebereich oder im FMCG-Bereich richtig Gas geben. Da ist dann so Andreas Herb, Philipp Hitschler von den Hitchies, die ja auch über ihre eigenen Profile sozusagen als CEOs, als Eigentümer— liegst du da manchmal abends wach und fragst dich, fuck, müsste ich nicht auch mehr wie Andreas Herb werden und wie Philipp Hitschler werden und da ein bisschen mehr posten? Ich habe gesehen, du bist ja schon bei LinkedIn so ein bisschen am Posten und da im Rahmen eures Rechtsstreits, da bist du durchaus, sagen wir mal, vocal. Aber so wie die Jungs bist du nicht.
Ja, es gibt ja zwei. Also ich habe natürlich durch den Mio Mio Case auch gelernt, wie die Gesetzmäßigkeiten bei Social Media funktionieren. Ein bisschen Beef, ein bisschen Augenzwinkern und auf einmal kommt die Reichweite. Also wenn ich was über Geschäftsergebnisse poste, interessiert es keinen. Und wenn ich ein bisschen Beef reinstelle und ein kleines Augenzwinkern mache, auf einmal. Also der Post mit dem Mio Mio Rechtsstreit, der hatte 250.000 Aufrufe. Was denn jetzt los?
Wie viele Follower hast du bei LinkedIn?
5.000 oder so. Also das Multiple zu den Klicks war schon Wahnsinn. Jetzt kann man natürlich daraus ein Geschäft machen. Es gibt natürlich einen grundsätzlichen Unterschied. Das sind die Eigentümer der Unternehmen. Sie stehen für das Unternehmen und ich bin angestellter CEO und ich bin börsennotiert. Also natürlich gibt es einen anderen Zugang zu sozialen Medien. Ich versuche auch, also es ist mir wichtig, auch präsent zu sein, auch politisch Haltung zu zeigen. Ich bin auch politisch engagiert und ich finde das auch wichtig, dass die CEOs dieser Companies gerade in der aktuellen Situation in Deutschland gesellschaftliche Situation, wirtschaftliche Situation. Ich finde schon wichtig, dass man sich positioniert, dass man Haltung zeigt, dass man auch eine Stimme hat. Aber natürlich muss ich anders agieren als ein Eigentümer, der mit seinem Namen und seiner Company da steht. Und deswegen machen die beiden das natürlich exakt richtig und gut. Das könnte ich als Angestellter nicht, sonst würde mein Aktionär fragen, sag mal, was hampelst du denn in den sozialen Medien rum? Arbeite mal!
Aber ist die richtige Frage? Also ist es nicht, ist es nicht sogar die falsche Sicht drauf? Weil am Ende sagst ja selber, haben die einen Vorteil oder sogar fast einen unfairen Vorteil. Und um den irgendwie zu kompensieren, muss man vielleicht auch als angestellter CEO bereit sein zu sagen, okay, ich exponiere mich jetzt voll für die Firma, für die ich verantwortlich bin. Und das ändert ja eigentlich nichts, wem jetzt gehört. Also ich meine, es hilft ja nichts, die treten ja gegen dich an. Ich meine, der Andreas Herp verkauft jetzt auch einen Wodka, der verkauft auch, sagen wir mal, Energydrinks, oder jetzt Energy Drinks nicht das Gleiche wie bei euch, aber schon, ist schon sehr nah dran. Das tut ja weh.
Ja, ja. Also ich sag mal, sie gehen ja nicht in den sozialen Medien oder in den sozialen Netzwerken. Also wenn ich die Posts von Andreas Hepp sehe, der sagt ja nicht nur, guck mal, neues Produkt, super Geschmack, lässt sich jetzt da, sondern 80% der Posts ist natürlich sein Lifestyle, sein Leben, sein Jet, seine Autos und, und dreiwettertaft heute hier und heute da. Das ist auch richtig, das ist auch gut. Also das macht er perfekt und richtig. Aber so kann ich ja nicht auftreten. Warum nicht? Ja, weil dann so ein CEO einer Börsennotierung hat glaube ich so eine Durchschnittshaltbarkeit von 5 Jahren.
Du bist ja schon ein bisschen länger da.
Ich bin schon länger da. Aber ich sag mal, Herbert Diess von Volkswagen ist ja auch mal irgendwie auf dem Surfbrett durch Wolfsburg gefahren. Ob ihm das so geholfen hat, weiß ich nicht. Und was jetzt da von dem Surfboard-Video bei Volkswagen übrig geblieben ist, weiß ich auch nicht. Ich finde, das gibt schon, gibt es schon eine Grenze zwischen Eigentümer, ich stehe mit meinem Namen, wie die Hip-Leute oder etc., und einem angestellten Manager.
Ich glaube, da ist schon wichtig, also ich verstehe natürlich und will ich jetzt ein bisschen auch da gerne provozieren. Ich bin ja hier, wahrscheinlich, ja, ja, aber wahrscheinlich hätte ich dieselben Barrieren wie du. Trotzdem muss man sich ja fragen, ist man da nicht irgendwo fast schon im Nachteil, oder hat man da nicht irgendwie fast ein Problem, wenn man das nicht macht?
Also man müsste ja, also erstmal, ich würde ja nicht sofort sagen, dass Follower eine direkte Korrelation zu Umsatz haben. Ich weiß jetzt nicht, wie erfolgreich das ist, wie messbar das ist bei denen. Ich meine, das macht ein Philipp Hitschler natürlich noch mal ganz anders. Der ist ja sehr produktaffin und auch sehr produktseitig. Also ich sag mal, der kommerzialisiert das im Sinne seines Portfolios schon deutlich mehr als der Andreas Herbst. Und man müsste sie mal fragen, ob sie das eigentlich nachweisen können, was daraus entsteht. Aber nochmal, Deutschland hat ja, also traditionell halten sich Unternehmer ja in Deutschland zurück, förmlich. Es gibt ja das, dass Unternehmer sich sozusagen in die erste Reihe trauen, auch über Unternehmen reden, mit ihrem Namen dastehen. Das gehört ja nicht zu den deutschen Tugenden in den letzten 30 Jahren. Das ist ja so in den letzten 15 Jahren mehr geworden. Und die haben auch das Recht. Ich finde es gut, dass sie das machen, und wenn sie dadurch ihren Markenwert steigern oder sogar Umsätze, finde ich das ja richtig. Es sollten noch deutlich mehr mittelständische Unternehmen oder Familienunternehmen tun, meines Erachtens. Für einen angestellten Manager denke ich mal, hold your horses, da braucht man so einen gesunden Mix.
Dennoch, man muss ja gucken, wie kann man überhaupt wachsen, wo kann man verkaufen? Und bei euch ist es ja so, es gibt eigentlich nur den Handel. Und es gibt die Gastrowelt oder Direct-to-Consumer gibt es eigentlich nicht so richtig.
Also ich sag mal, da tut sich gerade natürlich wahnsinnig was. Wir haben natürlich in den Geschäftsbereichen ein sehr unterschiedliches Profil von den Umsätzen. Zitrocasa ist die internationalste Marke, ist zwar ein kleines Business noch, aber da sind wir in vielen, vielen Märkten unterwegs. Also da ist der deutsche Umsatzanteil wahrscheinlich unter 10% und hat schon 90% internationalen. Wenn ich natürlich eine klassische Spirituose wie einen Berendsen sehe oder auch einen Puschkin, sind natürlich die deutschen Umsätze dominierend. Und dann sind das auch Produkte, da würde ich nicht sagen, die haben zwar auch so einen Berendsenlikör, hat mehr Umsatz im Ausland als in Deutschland, aber trotzdem, sage ich mal, sind die internationalen Grenzen beschränkt. Aber wir haben ja, und das ist echt spannend, wir sind ja ein Mittelständler, der sowohl Marke als auch Handelsmarke macht, und wir haben gerade in den letzten 5 Jahren Das Handelsmarkengeschäft ist ja mal angefangen als sozusagen Tendergeschäft, ja, wer produziert mir am günstigsten diese 10 Millionen Wodkaflaschen. Das ist heute ja jetzt ganz anders. Heute gehen ja viele Kategorien in den Premiumhandelsmarkenbereich mit mehreren Vorteilen. Erstens, man hat immer noch einen guten Value for Money, die Handelspartner haben diese Marke exklusiv und sie stehen nicht im permanenten Wettbewerb zu ihrem Nachbarn. Und das haben wir in den letzten 5 Jahren stark vorangetrieben, das heißt, wir bauen Premiumkonzepte, also Premium-Rum, der, der unser Konzept, unser Liquid ist gleichwertig wie der Marktführer und kriegt aber einen Handelspartner exklusiv von uns.
Wen verkauft ihr da so?
Ja, also es gibt zum Beispiel einen ganz, ganz tollen Rum, der heißt Paul Virginie, den gibt es ausschließlich bei Kaufland, der ist wahnsinnig erfolgreich. Es gibt einen Premium-Rum, der heißt Don Pablo, den gibt es ausschließlich bei Metro C&C. Und wir addieren immer mehr Auslandsmärkte. Das Thema Handelsmarke ist ja mal in Deutschland entstanden durch viele Discounter. Perfektioniert hat es eigentlich UK. Also ich sag mal, sehr ansprechende und hochwertige Handelsmarken, die gar nicht mehr von Marken zu unterscheiden sind, auch in der Designsprache. Da war ja UK sehr, sehr stark voran. Das ist jetzt in Deutschland auch, wird immer besser. Und ich sag mal, ich glaube, dieses Exklusivmarkenkonzept, dass ich mit dem Retailer spreche, ich baue dir was, also wie eine Boutique bei euch mit dir zusammen, eine Premium-Spirituose nur für dich, die nur du bekommst. Das ist für uns definitiv ein strategischer Move, der internationalisierbar ist und den wir auch stark angehen gerade.
Okay, das heißt, da kommt dann auch ein bisschen die Fantasie her, weil am Ende ist schon die Frage, wo steckt jetzt für so eine Firma mit den Herausforderungen, die es so gibt, und auch dem Cash, den ihr zur Verfügung habt, also jetzt nicht so viel im Wettbewerbsvergleich, wo kommt da die Fantasie her, was ist die Vision? Da sagst du, okay, unser Weg ist Diese Premium-Handelsmarkenstrategie, also am Ende so eine Art White Label oder für Handelspartner exklusiv zu fertigen auf hohem Niveau, da ist eine Lücke, da kann man was machen. Wo noch?
Ja, im alkoholfreien Bereich. Ich habe ja am Anfang gesagt, wir sind schon 35% alkoholfrei. Das unterscheidet uns ja auch von vielen anderen mittelständischen Spirituosenunternehmen in Deutschland, dass wir schon einen relativ hohen Anteil an alkoholfreien Umsätzen haben. Und in dem Markt steckt wahnsinnig viel. Wir haben eine schwindende Markenloyalität, die Leute suchen immer neue Geschmäcker, sie sind nicht, wie gesagt, also sie sind probierlustig, das ist ein vielseitiger Markt, das haben wir auch mit Mio Mio auch gelernt, und der Markt ist unglaublich innovationsgetrieben, und eben da gibt es einen riesigen Marktanteil von alkoholfreien Getränken, die wirklich aus dem Markt kommen. Also nicht nur die Coca-Colas global, sondern es gibt die Bionades, es gibt die Fritz, es gibt die Mio Mios und es gibt die Club Matis. Das sind natürlich deutsche Produkte und in dem Markt hat man noch wahnsinnig viele Chancen reinzugehen, gerade bei den jetzigen Trends weniger Zucker, Functional Additives. Wir wissen ja gerade, was sozusagen mit den Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Markt passiert, auch im Schokoriegelbereich Proteinbars und ich glaube dem ganzen Functional Benefit Da sind die Erfrischungsgetränke noch ganz am Anfang und da wollen wir sehr, sehr stark rein, weil unser Ziel ist es schon, in den nächsten 10 Jahren, dass der Umsatz sich deutlich ausgleicht zu Spirituose.
Also vielleicht bevor wir darüber sprechen, warum ist eigentlich Alkohol so out? Was ist da eigentlich passiert? Also dass jetzt alle sagen, wir müssen aus dem Alkohol raus, Alkohol fällt. Was ist da eigentlich los?
Ja, also ich sag mal, ich, also ganz aktuell, ich hatte dir eben gesagt, dass wir irgendwie in 2022, dachte ich, oh Gott, die Leute haben das Feiern wieder entdeckt, die Schleusen waren wieder offen. Das war leider nicht so nachhaltig, wobei es ist in den letzten 3 Jahren ja wahnsinnig viel passiert. Erstens, die Konsumstimmung in Deutschland ist auf dem Boden und anders als man sagt, Frust trinken oder hast du Sorgen, hast du Likör. Nein, guter, ich sag mal, Spiritosenumsatz und Absatz ist schon noch davon abhängig, dass du gesellig bist, dass du feiern gehst, Freude empfindest. Das heißt, die Konsumstimmung drückt schon stark auf Spiritosenumsatz. Das Zweite ist, die Kategorie hatte unfassbare Inflationseffekte. Ich habe dir eben erzählt, dass wir in 2 Jahren 40% Materialpreissteigerung hatten. Das hatten natürlich alle Wettbewerber auch. Das heißt, die ganze Preisoptik im Regal ist wirklich stark nach oben geschossen. Das heißt, man hat da den ganz klassischen Preisabsatzeffekt, weil der Konsument da draußen schon echt hohe Preiserhöhungen auch verkraften musste. Und das Dritte: Longevity, Fitness, Bodytracker. Die Leute, die sind natürlich fitnessorientierter, gesundheitsorientierter, tracken sich. Das ganze Thema Longevity führt schon dazu, dass sie heute sagen, wir trinken seltener, dafür hochwertiger.
Das ist doch keine Bubble. Ich hatte immer das Gefühl, das ist eher so eine kleinere Bubble und die Breite der Welt, die ist da noch nicht so richtig.
Ja, aber diese kleine Bubble sind die nachwachsenden Konsumenten. Wir haben sehr junge Marken und sie setzen natürlich das Statement für morgen. Und oben wächst die, ich sag mal, die alte Zielgruppe raus und unten kommt die neue Generation, die sehr, sehr stark auf diesem Trend schon sind. Das heißt, da verschiebt sich schon was.
Ab und zu werde ich gefragt, wie denn unsere Homeoffice- oder Präsenzpolicy sei. Wir haben de facto bei OMR keine ganz einheitliche Policy für alle, aber jeder weiß, ich bin ganz großer Fan von Präsenzoffice und wir haben verschiedene Nespresso-Maschinen. Im Büro natürlich. Und ich bin wirklich überzeugt, Menschen kommen ins Büro, wenn es einem hier gut geht, und dazu trägt Nespresso bei. Es gibt immer wieder Gesprächsstoff an der Kaffeemaschine, vielleicht auch demnächst über den Kaffee selber. Es wird nämlich eine B2B Limited Edition geben von Pumpkin Spice, also Nespresso und dann die Sorte Pumpkin Spice, passend zum Herbst, zu Halloween. Wer die ganzen Vorzüge von Nespresso erleben möchte, der muss gar nicht unbedingt extra zu uns ins Büro kommen, sondern kann das auch in seinem eigenen Unternehmen erleben. Einfach die Vielfalt von Nespresso, Milchkaffee, Flavoured Coffee, Eiskaffee, alles könnt ihr auch haben. Ihr könnt Nespresso-Kaffee unverbindlich in eurem Unternehmen testen. Ihr bekommt für 3 Monate eine Nespresso Pro Maschine kostenfrei ausgeliehen und müsst nur euren Wunsch-Kaffee dazu kaufen. Zum Start gibt's außerdem kostenfrei eine Kaffee-Masterclass. Habe ich auch sehr genossen. Man kann da vor allen Dingen seine Lieblingskaffees entdecken und direkt bestellen. Das Ganze kann man ganz einfach starten bei uns über den Link in unseren Shownotes und die Kollegen und Kolleginnen von Nespresso melden sich direkt bei euch. Ich hätte jetzt wirklich fast die These gehabt, dass die nachwachsende Generation jetzt nicht unbedingt keinen Alkohol trinkt wegen Gesundheit, sondern dass sie eher auf anderen Drogen sind.
Also das ist auch so, das ist so, aber trotzdem, das ist ja das, also das ist wirklich das Schizophrene, da hast du vollkommen recht. Wir haben ja, wir sehen ja gerade 2 Trends, was das Verhalten Feiern angeht. Das Erste ist, das Thema Daydrinking wird immer relevanter, oder Daypartying, oder wie du es auch immer nennst, weil die Leute sagen, ich hau mir nicht die Nacht um die Ohren, dann ist der ganze nächste Tag irgendwie nicht brauchbar. Und das Zweite, und das sagen mir auch Gastronomen bzw. vor allen Dingen Clubbesitzer sagen das, Mensch, wir sind echt im Margendruck, weil natürlich die größte Marge in einem Club in Berlin ist Spritosenverkauf. Und heute sagen die Menschen, die Leute kommen drauf drauf und müssen eigentlich nur noch Wasser trinken. Und Wasser hat natürlich mal schlechtere Margen. Das heißt, du hast vollkommen recht, das ist so ein bisschen die Ambiguität dieser Welt, dass einige Leute glauben, wenn sie feiern gehen mit Drogen, ist vielleicht weniger schlimm, weil ich nicht so vielleicht nachhaltige Wirkungen habe.
Nicht so viel Kalorien.
Das ist aber, das ist wirklich, der Alkoholkonsum geht runter, der Drogenkonsum geht hoch. Das ist in der Tat so, ja.
Und ihr habt aber trotzdem eure Zielgruppe eigentlich, also zumindest habe ich es bei eurer Social-Media-Kommunikation so wahrgenommen, jetzt eigentlich nicht diese klassische Drogennehmer-Zielgruppe, sondern ihr macht ja wirklich auch so Zielgruppe Schützenfest ein bisschen.
Ja, wobei das ist, da kommen wir natürlich her. Also kommt zu uns raus aufs Land, hier wird Berendsen gebrannt. Also das ist ja der absolute Jingle sozusagen aus den 90ern und der war natürlich wahnsinnig connected zu Schützenfest, Landromantik und Volksfest etc. Da sind wir heute ein bisschen raus, auch mit der Kampagne, die wir dieses Jahr hatten. Feierkultur seit 1758, wo wir sozusagen die unterschiedlichsten Facetten zeigen, dass Feiern heute auch anders aussehen kann. Das kann irgendwie das Vorglühen zu Hause sein, das kann im Park sein, das kann zu Hause in der Küche sein, das kann auch mal auf einer Feier sein. Also die Vielseitigkeit des Feierns inszenieren wir dadurch und sagen, selbst wenn ich jetzt meinen Kumpels beim Umzug helfe und der letzte Karton hochgetragen ist, dann gibt es ja auch noch mal zusammen einen. Also es gibt unterschiedlichste Formen von, ich sag mal, Feiern oder gesellig sein. Und da positionieren wir die Marke immer stärker hin, dass wir weg von den reinen Volksfesten, die natürlich immer noch für uns relevant sind, hingehen zu: Was sind eigentlich die Feiermomente, auch die kleineren Feiermomente des Alltags?
Und jetzt sagen wir mal eine Wahrheit, die ich zumindest mal abfragen wollte. Ich habe ja von meiner Tankwartzeit erzählt, als ich da in Essen an der Tanke mit Beerens in Berührung kam oder auch mit Wodka von Push gehen und den da rausgereicht habe. Ich habe das Gefühl manchmal gehabt, meine Kunden da waren jetzt nicht so unbedingt die Feier- und geselligen Menschen, das waren mehr so fast so Abo- oder wie sagt man da so schön, so Wirkungstrinker. Es war mehr so ein, also ja, sozusagen eine gute Kundschaft, weil die regelmäßig kaufen, aber die müssen auch. Also das war jetzt schon eher wirklich sehr ungesund.
Also ich sag mal, bei den, die können, würde ich es nicht unterschreiben. Weil die Liköre klassischerweise, das hört man ja auch immer, wenn man mit Leuten spricht, wenn man sagt, man arbeitet bei Behrensen, oh Behrensen, als ich junger Erwachsener war, so mein erstes Partygetränk und so weiter. Also Behrensen wird sehr stark damit konnotiert, die ersten Feste, die ersten Feiern. Es ist natürlich auch gefällig, es hat wenig Alkohol oder relativ wenig Alkohol mit 15%, es hat eine Süße, das heißt, keiner muss das Gesicht verziehen, jeder verträgt es ganz gut. Das heißt, da spielt Bären eine große Rolle. Ich würde jetzt bei den Personen, das darf man ja auch gar nicht ins Lächerliche ziehen, die wirklich ein echtes Thema haben, ein gesundheitliches Thema haben, Suchtthema haben, die gehen dann natürlich tatsächlich sozusagen auf Warengruppen, wo es dann reine Wirkung ist. Würde ich heute nicht sagen. Ich sag mal, Wodka ist eine Riesenkategorie in Deutschland, aber Wodka ist auch die Allzweckwaffe in jedem Longdrink und in Cocktails. Und wenn du natürlich morgens an der Tanke arbeitest und morgens um 7 jemanden fragt, ob er die Flasche Wodka jetzt mitnehmen darf, dann reden wir hier von wirklich ernsten Problemen. Da wollen wir gar nicht rein. Und das ist dann schon eher die Schattenseite.
Aber habt ihr so was trotzdem im Portfolio? Wahrscheinlich schon. Ich meine, ein paar Prozent eures Umsatzes werden solche Kunden sein.
Klar, das hast du immer. Du hast ja kein Verkaufsverbot für Leute, die ein Suchtproblem haben. Ich meine, wir sind sehr stark engagiert in verantwortungsvollem Trinken. Wir haben einen ganz harten Werbekodex bei uns, also niemals Alkohol werben im Kontext von Sport oder im Kontext einer Leistungssteigerung, oder wir zeigen auch irgendwie kein, ich brauche Alkohol, um gut drauf zu sein. Also da haben wir sehr harten Marketingkodex, weil das Thema nehmen wir wirklich sehr ernst, um ehrlich zu sein.
Ja, gibt's denn, sag mal, Vorbilder für euch, die in USA vielleicht irgendwelche Brands oder Spirituosen oder Getränkemarken, wo du sagst, okay, da kann man noch was lernen, da ist noch eine Lücke? Ich hatte jetzt in den letzten Jahren immer so Liquid Death vor Augen. Da war auch mal der Gründer bei uns am Festival dieses Jahr. Eigentlich ist es eine Wassermarke, aber unfassbar durch Social Media aufgebaut. Gibt es da andere Sachen, wo du hinguckst?
Ja, also gucken wir sehr viel. Wir haben sowieso, wir halten die Augen auf. Wir reden auch unglaublich viel und regelmäßig mit Startups, die mit spannenden Ideen kommen. Das war jetzt, ich sag mal, vor allem in den letzten Jahren nicht so relevant. Ich meine, wir kommen aus 15 Jahren Nullzins. Das heißt, Kapital kostet ja kein Geld, und da waren dann viele Startups natürlich, die irgendwie viereinhalb Flaschen in der Nachbarschaft verkauft haben und dachten, sie sind 10 Millionen wert. Deswegen war es schwer, der Markt sozusagen der Startups, also völlig überhitzt. Jetzt durch mehr Kosten für Kapital kommt ein bisschen mehr Realismus in den Markt. Wir gucken uns regelmäßig Dinge an, und da sind auch spannende Sachen dabei. Also es ist natürlich so, dass es in dem Markt noch wahnsinnig attraktive Zugänge geben kann. Ich habe gerade davon gesprochen, eher in die Funktionalität von Erfrischungsgetränken zu gehen etc. Wir sehen auch sehr spannende, wir entwickeln selber auch Themen und dieses Beispiel, was du nanntest mit Liquid Death, ist natürlich eine Marketing— also das kannst du ja ins Lehrbuch stecken. Das ist natürlich ein Fund, aber das ist auch manchmal nicht so planbar, wie es nach dem großen Erfolg irgendwann aussieht.
Aber der Kollege hat erzählt, er stellt eigentlich bei sich im Marketing gar keine Marketingleute ein, sondern so Comedy-Autoren, so Gagschreiber, um halt besonders lustig zu sein. Ist das bei euch auch schon so?
Nein, aber was ein großes Thema, also ist vollkommen richtig. Ich finde dieses Ganze, dieses sehr Marketing, so dieses Heilige-Gral-Marketing, Das hat sich sicherlich stark verändert. Natürlich ist es wichtig, als Marke ein starkes Fundament zu haben, ein starkes Positioning zu haben, aber ich glaube, gerade in Richtung der Kommunikation hat sich wahnsinnig viel verändert. Es ist schnelllebiger, es sind andere Kanäle, es ist ein anderer Medienkonsum, und auch wir werden uns auch deutlich mehr, ich sag mal, agiler, vielleicht auch ein bisschen mehr edgier zeigen und kanalspezifischer zeigen. Ich denke schon, dass das Thema Content Creation und, ich sag mal, Spray and Pray mit guten Inhalten, mit auch kontextgerechten, manchmal Augenzwinkern einfach mal mehr wagen, dass das deutlich mehr kommen wird. Also die 80er Jahre, wo ich den 30-Sekunden-Werbespot habe, die sind wirklich vorbei. Und natürlich liegt es an uns jetzt auch als traditionelles Unternehmen, das auch abzustreifen und wirklich in die Bereiche reinzugehen.
Aber die Kanäle sind so teuer geworden. Ich meine auch die Marketingkanäle. Ich meine, wenn man jetzt guckt, Instagram, ihr habt da glaube ich jetzt schon auch Follower, aber es sind so 15.000, 20.000 oder so was. Das ist jetzt ja nicht wahnsinnig viel für eine B2C-Marke, und es ist wahnsinnig teuer, das jetzt aufzubauen. Oder also die ganzen Digitalkanäle sind ja, die CPCs und so sind ja alle richtig hochgegangen.
Also das Aufbauen würde ich sagen, das ist jetzt auch gerade mit Einsatz von KI etc., ich glaube, also Content Creation wird deutlich günstiger. Da wird die KI uns oder auch kleine Unternehmen viel mehr Möglichkeiten geben, um schnell agil Content Creation zu betreiben. Ich glaube, das ist das eine, was war, wo Unternehmen viel effizienter arbeiten können in Zukunft. Und das Zweite ist, man braucht ja nicht immer nur die Paid-Kanäle. Also ich sag mal, mit Mio Mio haben wir mal geckig die Mio Mio Oma sozusagen gelauncht. Die hat auf TikTok über 4 Millionen Views. Da kriegt man schon Reichweite hin, wenn man kreativ ist, wenn man die Kanäle gut bespielt, wenn man auch mal ein bisschen edgy ist. Das muss nicht alles Paid sein.
Aber es muss ja erstmal in den Handel durchtragen. Also am Ende kaufen euch dann Leute ja trotzdem im Handel und der Handel muss merken, okay, ihr tut da was. Und jetzt ordentlich mal mehr davon.
Ja, ich sag mal, es ist ja immer die große Frage, wenn es jemanden gäbe, der genau wüsste, welche Aktivität hat welche Wirkungen direkt im Sale, dann wird er wahrscheinlich durch eine goldene Nase verdienen. Es ist natürlich so, ich brauche Salience, also ich brauche Lautstärke, ich brauche Präsenz, ich muss die Leute an ihren Touchpoints erreichen und die Touchpoints sind natürlich deutlich mehr als noch vor 20 Jahren, weil ich sie überall on the go letztendlich erreichen muss. Aber auch die Kaufkanäle ändern sich drastisch. Also wir reden ja alle noch über klassischen LEH, aber es ist Automatengeschäft, es ist Drogeristen, es kommt Temu mit dem Shop. Also da tut sich ja wahnsinnig viel.
Spielt Automaten echt eine Rolle, bevor ich mir das leih?
Jetzt, seitdem wir die Dose haben, ja. Also Automaten nicht im Spirituose, das ist ja klar, es wird ja auch nicht gehen. Aber in dem alkoholfreien Bereich fängt es an, eine Rolle zu spielen. In der Glasflasche schwierig. Mio Mio ist ja traditionell in der Glasflasche gewesen, in der Mehrwegflasche. Da kriegst du so einen Kanal nicht geknackt. Aber jetzt mit der Mio-Mio-Dose sind wir sehr, also fangen wir an, sehr stark auch in Tankstellen, in Vending-Maschinen Platz zu finden.
Das ist ja generell eine Sache, die man, finde ich, noch gar nicht so richtig checkt, wenn man in Hamburg oder Berlin oder so lebt, dass es halt richtig Läden gibt auf dem Land, wo niemand mehr drin arbeitet, sondern einfach nur Maschinen drin stehen, also so Verkaufsmaschinen, und wo dann ja quasi der ganze Personalmangel so gelöst wird, dass man da reinlatscht. Und dann geht man zu 3 Maschinen und macht seinen Einkauf quasi bei den Maschinen. Und das ist das, was du meinst?
Ja, also es gibt natürlich die klassischen Vendingmaschinen an jedem Bahnhof und so weiter. Die kennt man ja, diese Automaten. Aber du hast vollkommen recht. Ich meine, Behrensen ist ja auf dem Lande und ich kenne auch solche Shops, wie du gerade nanntest, wo eben kein Personal mehr ist, wo sozusagen der Shop per se eine Vendingmaschine ist. Das wird gerade in ländlichen Bereichen in den nächsten Jahren sicherlich deutlich mehr werden. Und das sind natürlich auch Kontakte und Kanalzugänge, wo man rein muss.
Gibt es eigentlich eine Chance als Investor, da irgendwie zu partizipieren? Ich habe schon mal geguckt, so, es gibt so eStore oder so heißt glaube ich so ein Ding oder eKiosk und so was. Aber es ist, also ich finde, dieser Trend ist ja offensichtlich, wenn man so übers Land fährt oder mal irgendwo hier und da. Ich bin zu Podcastaufnahmen ab und zu mal irgendwo bei irgendwelchen mittelständischen Firmen auf dem Land und bei so kleineren Örtchen. Und da sehe ich das immer. Krass, das ist ja ganz logisch, dass jetzt Personalmangel auf dem Land, dann kommen halt so Ladenlokale und die sind offen. Dann gehst du da rein und dann hast du da 30 Maschinen und kannst dein ganzes Zeug in den Maschinen rausholen. Aber du wirst doch nicht, wer da—
ich kann dir jetzt keine Nummer geben, ich, nee, da bin ich leider nicht im Game. Aber ja, irgendwo werden sie auch Kapital brauchen. Wobei oft stehen ja auch die großen L&Hs dahinter, muss man auch dazu sagen. Das sind ja nicht alles Start-ups, die sich so ein Ding bauen, sondern da fangen ja da tatsächlich schon die großen Handelskonzerne an, diese Konzepte auch umzusetzen. Deswegen ist da schon auch viel Old Money drin. Aber der Bereich, klar, Mobilität, Personal, das wird ein Riesenthema sein bei der Lebensmittelversorgung. Deswegen gehen auch viele natürlich in den Online-Bereich rein. Ich sag mal, Temu wird irgendwann Lebensmittelbereich.
Also da kauft ihr schon viel an Temu?
Nee.
An anderen großen Onlinern?
Nee. Also generell hat Food ja einen Mini-Anteil bei so einem Online. Mini, mini. Deswegen, ja, wir sind auch auf Amazon präsent, da gehen wir schon rein, und wir sind quasi im Austausch mit TikTok zum Thema Mio Mio. Das schon. Das sind aber für uns Pflichtveranstaltungen, um da auch das kennenzulernen, also ein bisschen Touch and Feel. Das hat natürlich umsatzmäßig noch gar keine Bedeutung.
Harte Analystenfrage: Warum trotzdem jetzt kann so eine Diageo 20% Rendite schaffen und ihr nur 5,8.
5,8, ja. Also erstmal muss man ja unterscheiden, wie die, wie die, die sind ja reine Premium-Spirituosen-Companies. Und das ist so, wenn man einmal diesen, also erstens ist deren quasi weltweites Geschäft der Premium-Spirituosenmarkt Nummer 1. Nummer 2, sie haben dann One Size Fits All, weil die haben keine sehr regionale Marktbearbeitung, sondern global. Die haben globale Marken. Die sie einmal aufbauen und dann ausrollen. Und dann ist bei denen natürlich eine Rieseninvestitionsphase vorangestellt. Also ein Hendrick's Gin, der hat ja 10 Jahre lang unter 10.000 Flaschen in Deutschland verkauft. Und jetzt denken alle, boah, wo kam die Marke her, die ist ja riesig. Ja, aber die haben ja 10 Jahre erstmal Geld reingepumpt in einen Gastrokanal, das zum Trend gemacht, und irgendwann ist es in der Gastro ein Trend, und dann schwappt das rüber in den Massenmarkt. Aber bevor die Leute merken, oh, da gibt's einen Hendrick's Gin, haben die schon 10, 15 Jahre Geld reingepumpt. Das heißt, wenn man diesen Markt mal geknackt hat in den Premium-Spirituosen, den man sich lange, lange über einen Gastrokanal aufbauen muss, dann klingelt natürlich auch die Kasse. Das ist natürlich auch das Phänomen Jägermeister. Die haben natürlich auch deutlich höhere Margen. Ein Produkt weltweit, das ganze Leben lang sozusagen die Gastrokanäle aufgeschaltet und sind natürlich zu einer Powerbrand geworden.
Und Gastro ist deswegen so teuer, weil sich einfach die Gastronomen am Ende das bezahlen lassen, dass sie eure Produkte ausschenken.
Ja, ich sag mal, der Platz ist begrenzt. Also reden wir mal über AFG. Ich sag mal, der Gastronom kann sich nur für eine Cola entscheiden. Ja, ist ja nicht so wie im Regal im Lebensmittelhandel. Ich nehme jetzt 5 verschiedene Colas, die eine ist von Fritz, die eine ist von Mio Mio, die eine ist die Coca-Cola, sondern der Gastro sagt, ich entscheide mich jetzt hier für eine Cola. Das heißt, der Wettbewerb ist viel härter, die Eintrittsbarrieren, das lassen die sich zahlen. Viele große Companies, gibt's natürlich auch viel Equipment für die Bar. Viele Incentives, also das ist ein teurer Kanal.
Gibt es eigentlich so ein paar Gastroorte in Deutschland, wo du sagst, wenn du da bist, das ist sozusagen, also oder wenn du dir 2, 3 Gastroorte wünschen könntest, wo die jetzt auf eure Produkte umsatteln, welche wären das?
Also ich hätte einen Wunsch, und zwar, dass der Apfelkorn ins Berghain kommt.
Okay, ja, das wäre bei euch umsatzrelevant, meinst du?
Nein, das nicht, aber weil das wäre, das wäre das Startsignal dafür, weil ich Also es gibt ja viel Revival und es gibt eigentlich keinen Grund, warum Bärensen nicht heute ein Revival erleben sollte. Bärensen, der Bärensen Apfel zum Beispiel, weil er ist gefällig, er schmeckt jedem, er hat eine leichte Süße, er ist im Alkohol 15% und natürlich im Clubleben werden Shots getrunken, da werden teilweise Berliner Luft getrunken und so weiter. Und ich glaube, es ist an der Zeit, den Bärensen Apfel wieder von den Leuten mal gesprochen Also es gab unseren, unser Gastrochef hat dem Tormann schon mal die Apfelkornflasche, den ganzen Apfel schon mal auf den Tisch gestellt und die Reaktion angucken wollen. Und nee, oder doch, also der war hin- und hergerissen, so wurde mir zumindest erzählt. Und allein das hin- und hergerissen zu sein, ist ein guter Ansatz.
Aber das ließe sich ja vielleicht noch, die Bewegung, das Hin- und Herreißen in die richtige Richtung verstärken mit etwas Cash oder so.
Ein steter Tropfen höhlt den Stein. Spaß beiseite, also ich, das ist natürlich mit einem Augenzwinkern, aber nochmal, mit Mio Mio haben wir es ja geschafft. Also wir haben mit Mio Mio Mate, haben wir ja so als Erster eine unterfüllte Flasche produziert. Das heißt, wir haben ja draußen erkannt, dass das Mategetränk, das klassische Mio Mio Mate, wird unglaublich viel gemixt mit Sekt und mit Wodka. Also das bestlaufende Produkt in einem Club oder in vielen Clubs ist Wodka Mate. Und wir haben das ja in Berlin viel kennengelernt. Grüße an die Freunde von der Ritterbutzke zum Beispiel. Ja, wenn sie so einen Mate-Wodka verkaufen, dann sagen sie: Hier ist die Mate, jetzt trink mal 2 Daumen ab und dann fülle ich dir mit Wodka auf. Und das ist natürlich nicht so hygienisch und die Dosis verändert sich ja immer. Und dann haben wir denen sozusagen eine unterfüllte Flasche gebaut. Wir haben in einer 0,33-Liter-Flasche 0,275 reingemacht, dass er jedes Mal direkt den Wodka reingießen kann. Und das ist natürlich für uns, fürs Branding super. Wenn ich in der Berliner Clubszene Mio Mio Marta habe oder dann auch die Mio Mio mische mit Wodka, das ist natürlich gutes Branding. Und wenn uns das noch mit dem Apfelkorn gelingen sollte, dann bin ich gut zufrieden.
Haben wir einen Negativtrend, der euch vielleicht auch überlastet, noch vergessen? Das ganze Club- und Nachtlebenssterben. Also mein Gefühl ist, ich lese es zumindest in Hamburg, bekomme es ein bisschen mit, Leute gehen gar nicht mehr in Clubs, weil Daten ist eh über Apps und deswegen braucht man nicht mehr in Clubs gehen. Und wenn man dann schon abends rausgeht, dann irgendwie lieber cornern und irgendwo sich im Kiosk irgendwas holen und es günstiger und einfach Straße rumstehen ist auch noch bessere Luft.
Es ist in der Tat so, die Clubs haben gerade echt schwer. Wir haben eben darüber gesprochen, wo auch Margen fehlen. Natürlich Frequenz ist ein Thema, aber auch Margen im Club, weil du hast es eben genannt, der Konsum. Der Clubbetreiber hat natürlich nichts davon, wenn sie auf Drogen in den Club gehen, weil dann konsumieren sie nicht, dann trinken sie maximal Wasser und dann das ist für die echt ein hartes Brot und der Trend, vielleicht sich die Nacht nicht so um die Ohren zu schlagen, sondern eher irgendwie Tagesevents zu machen oder Tageshappenings. Ich finde es schade und dramatisch, weil ich glaube, wir werden erst dann merken, wie wichtig die Clubkultur ist, wenn sie mal weg ist. Ich finde das auch in Berlin dramatisch, was da für Clubs zumachen. Ich hoffe, dass wir, wenn die Menschen— ich meine, wir haben gerade auch eine schlechte Stimmung im Land, das darf man nicht vergessen. Konsumstimmung ist schlecht, Die Preise mussten sehr steigen, auch in den letzten 2, 3 Jahren durch Inflation. Die Leute haben vielleicht weniger Geld in der Kasse und dann noch schlechte Stimmung. Dass das sozusagen auf so ein Gastro-Leben kippt und auf das Club-Leben kippt, ist klar. Meine Hoffnung ist, dass sich das noch mal wieder dreht, dass die Leute auch das Club-Leben wieder wertschätzen lernen. Aber es ist ein Thema. Für uns, um ehrlich zu sein, nicht so ganz extrem, weil unser Anteil an der Gastro überschaubar ist. Wir sind ein klassischer Mass-Market-Player. Also wir machen so 15% der Umsätze sind Gastoumsätze, deswegen ist das nicht ganz so dramatisch.
Hat eigentlich Katjes International, das ist ja, wir waren auch schon mal im Podcast, die Herrschaften, die ja nun sehr viel im Foodbereich konsolidieren. Jetzt haben sie gerade Bogner gekauft, genau, die Willy Bogner, diese Modemarke, aber davor hatten sie Jokolade und was sie alles zusammengekauft haben. Ich hätte so gedacht, irgendwie als ich drauf geschaut habe bei euch, die hätten schon bei euch angeklopft.
Nee, haben sie also zumindest nicht, seitdem ich da bin, das ist jetzt 8 Jahre oder über 8 Jahre, seitdem noch nicht. Ja, also ist ja spektakulär. Ich meine, am Ende des Tages ist es ein Venture-Capital-Bereich von denen. Der heißt zwar gerade jetzt, deswegen denken alle, jetzt haben die Fruchtgummis irgendeinen Bogner gekauft. Ist natürlich ganz anders in der Struktur. Aber in der Tat, die sind sehr, sehr, sehr vielseitig, sehr, sehr, sehr gut aufgestellt in unterschiedlichsten Bereichen.
Also wenn Touren Lust hätten, mit dir mal zu reden, würdest du—
Sie sollen jederzeit anrufen und sprechen tue ich sowieso mit jedem.
Also wird es dann wahrscheinlich am Ende eine Konsolidierung geben in dem Bereich? Also euer Endgame ist wahrscheinlich jetzt auch nicht, dauerhaft so unabhängig zu bleiben wie jetzt, sondern irgendwann wird man sich zusammentun mit jemandem?
Ja, ich sag mal, der, also das Endgame kann ich natürlich nicht sagen, weil es natürlich durch die Börsennotierung auch Hürden gibt etc. Aber ich sag mal, was ich mindestens sagen kann, ist, wir wollen in den nächsten 10 Jahren deutlich mehr alkoholfreie Umsätze machen. Ob wir das alles organisch aus der eigenen Hand machen können, ist ja, also ich kann ja in einem, ich sag mal, Als mittelständisches Unternehmen mit begrenzten Ressourcen kann ich ja nicht jetzt irgendwie 5 Marken hochpushen. Ob es da mal eine Konsolidierung gibt, ob es da mal eine Markenübernahme gibt oder mal ein Joint Venture gibt, das mag ich nicht ausschließen, weil ich glaube schon, dass in den nächsten 10 Jahren so strategische Kooperationen brutal wichtig werden, vor allen Dingen für die Unternehmen, die eigentlich von ihren Budgets her eigentlich einen Nachteil haben.
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Also ich habe mich bewusst dazu entschieden, keine eigene Aktie zu kaufen. Das da gibt es, es gibt ja, also gibt es eine große Philosophie, du hast ja gar keinen Skin in the Game und so weiter. Ich habe die Erfahrung gemacht, auch von anderen, die sind dann reingegangen und haben die Aktien gekauft und haben dann an irgendeinem Punkt sie verkauft, aus welchem Grund auch immer, weil sie eben das Geld privat woanders hinlegen wollten. Aber dann hieß es sofort, was weiß der, was wir nicht wissen, der hat am besten Punkt verkauft. Dann gibt es einen Riesen-Shitstorm. Das ist ein Grund, warum ich sage, nee, ich gehe da jetzt selber nicht direkt rein. Heißt aber nicht, dass ich keinen Skin in the Game habe, weil also wir haben ja auf meiner Position ist ja die Bonuszahlung, die sehr erfolgsabhängig ist, ein sehr, sehr hoher Anteil und von diesen Bonuszahlungen sind die sogenannten Long-Term Incentives der 60% und die sind voll auf den Total Shareholder Return ausgerichtet. Das heißt, es kann mir auch keiner vorwerfen, dass ich keine intrinsische Motivation hätte. Für die Shareholder eine gute Verzinsung sozusagen zu erlangen.
Also so 150, 200 Millionen Market Cap kriegt man in den nächsten Monaten, Jahren wieder hin?
Unbedingt. Also wir haben ja darüber gesprochen, wie viel ist es heute wert, und ich habe ja mal einen kleinen Schlag rüber zur Marke Mio Mio gemacht. Wie wertvoll ist eigentlich eine Mio Mio Marke heute? Also dass da eine riesige Lust nach oben ist, ich glaube, das ist jedem deutlich geworden.
War das für am Ende Mio Mio eigentlich hilfreich, dass ihr euch da jetzt mit Paulaner verklagt, weil ihr habt so einen Look. Die haben euch verklagt. Aber war das ein Segen?
Das kann ich noch nicht sagen, weil der Prozess läuft ja noch. Aber ich sag mal so, ich hatte ja eben erzählt mit Social Media, dieses Scharmützel habe ich natürlich über LinkedIn ausgetragen. Das hatte eine Viertelmillion Klicks.
Die klagen wegen des Looks?
Also nur bei den Cola Orange. Es geht ja nur um die Cola Orange versus der Paulaner Spezi. Und da sagen wir, das ist eine vollkommen eigenständige Kreation, ist eine andere Flasche, ist eine andere Form, es steht Dick Mio Mio drauf und die Farben sind andere und das Muster ist ein anderes. Und Paulaner hat uns vorgeworfen, das ist zu ähnlich dran. Das habe ich so ein bisschen in die Öffentlichkeit gespielt. Ja, und am Ende des Tages, wir haben die erste Instanz verloren. Ich halte das Urteil in der Begründung für wahnsinnig dünn und nicht nur ich als kompletter Laie. Auf dem Rechtsgebiet, sondern auch echte Markenexperten und Juristen, die sagen, sehr dünne Urteilsbegründung. Deswegen gehen wir frohen Mutes jetzt in die nächste Runde Oberlandesgericht. Und ja, am Ende des Tages, ich meine, Mio Mio hat eine Markenbekanntheit noch von unter 20%. Wir sind ja wirklich in der Studentennische, da sind wir groß geworden. Und der Case, die dpa berichtet, die Zeitungen berichten, Das hat eine ganz gute Reichweite bekommen. Ich denke, es hat sich ausgezahlt.
Dennoch, ich meine, allein, dass es so eine Klage gibt, zeigt ja, dass es schon mal mehrere gibt, die ähnliche Dinge tun, wie auch nah die dann immer sind, ob jetzt kritisch und rechtlich angreifbar oder nicht. Aber ist nicht auch noch im Packungsdesign mehr Luft? Also in allem Beziehung. Ich habe in der Gustavo Gusto Folge mal was gelernt. Fand ich interessant, dass die einfach mit größeren Pizzakartons ja fast einen Großteil ihrer Wertschöpfung gemacht haben, einfach weil sie da größere Dinger gemacht haben. Dann mussten die im Handel da mehr Fläche einräumen, dann waren die schwarz-weiß. Was ist das jetzt, wenn ich jetzt auf die Flaschen drauf gucke, ist das schon ausgereizt in der Abgrenzung optisch?
Also ich sag mal, das Design hat ja einen Ursprung. Das Design ist ja angelehnt an so eine 70er-Jahre-Tapete, die bei unserem Marketingdirektor in der Studentenbude hing. Deswegen war die Einflugschneise für dieses Design gar nicht, oh, in welcher Farbcodierung muss man eigentlich eine Cola-Orange-Mische machen, sondern wir haben uns ja auf die Tapete geguckt und gesagt, Mensch, das ist ja von der Farbwelt mit Orange und so weiter, das kommt in die Richtung, und dann kleben wir es drauf, ist Kult. Die Ähnlichkeit sehe ich nicht. Und zu deiner Frage zurückzukommen, natürlich gibt es auch Designcodes.
Diese Dosen, ich meine, Red Bull hat ja einen Großteil seines Erfolgs auch, weil sie diese Dose so dünn gemacht haben. Ja, und sozusagen alle kannten diese normale Cola-Dose, und auf einmal hatte Red Bull so eine edle, dünne Dose gehabt. Ist das schon die letzte große Innovation, die man sich vorstellen kann?
Ja, also das würde ich nicht sagen. Also ich glaube, es gibt, es gibt noch wahnsinnig viele Produktinnovationen, Also ich sag mal, Red Bull war ja auch die Ersten, die sozusagen einen Energydrink gebracht haben. Wir waren knapp hinter Club Mate diejenigen, welche, die in Deutschland das ganze Segment Mate aufgebaut haben. Ich meine, Club Mate und wir haben zusammen im Handel wahrscheinlich 85% Marktanteil des Mate-Segments. Es ist noch ein kleines, noch eine Nische, aber immerhin 2 kleine Player, die sozusagen so ein Marktsegment aufbauen und sich untereinander aufteilen. Es geht noch viel mehr, aber wenn ich in ein Segment reingehe, wo schon, ich sag mal, es gibt ja auch nicht nur eine Cola, es gibt viele, die da rein. Wenn ich in dieses Segment reingehe, weil ich sage, da ist noch mehr Wachstum zu bekommen, da sucht der Konsument noch nach mehr Abwechslung, dann muss ich mich natürlich so ein bisschen an die Kategoriecodes auch ranwagen. Und meines Erachtens sehen wir hier eine Flasche, jetzt steht eine Speziflasche nicht daneben, aber können ja deine Zuseher und Hörer entscheiden, ob das weit weg oder dicht dran ist. Wenn ich lese, was für ein Feedback ich auf meine Posts bekomme, dann würde ich mal sagen, mindestens 98,5% geben mir recht oder schütteln genauso den Kopf wie ich.
Bonusfrage, letzte Frage, was ganz anderes, eher in eigener Sache. Und zwar überlege ich gerade, bei der OMR machen wir auch ab und zu mal so kleinere Investments. Da habe ich irgendwie Glück gehabt, wir haben bei Koro mal mitgemacht früher, oder bei der Quality Group, die machen also ESN und Moor und solche Sachen. Jetzt habe ich so eine Asia-Soße, so eine Chili-Crisp-Soße. Ich finde die sensationell. Ich habe sie wirklich selber kennengelernt. Krass, ist ja mega lecker. Und im Gegensatz zu vielen anderen Asia-Soßen hat jetzt keine so Zusatzstoffe, das ist komplett natürlich. Macht so ein deutscher Typ, lässt sich das produzieren. Und ich würde sagen, also wenn es nach mir ginge, es ist natürlich der erste große Fehler wahrscheinlich, kannst du das mit allem essen, von Eiern bis zu natürlich irgendwelchen asiatischen Gerichten.
Das neue Maggi sozusagen.
Es gibt ja diese Sriracha-Soße mit dem Grünen, das ist ja am Ende auch brutal viel Chemie, aber Chili so, ja. Dann gibt es mit Erdnüssen und so gibt es Varianten, aber das Ding, was die jetzt haben, ist so, wisst ihr, so crispy Erdnüsse. Ich finde es extrem gut. Gleichzeitig ist es das einzige Produkt, was sie haben. Ist natürlich jetzt nicht so hochpreisig, das muss durch den Handel durch am Ende wahrscheinlich. Also die gibt es auch, aber es ist super schwer. Jetzt steht also eine Bewertung im Raum im niedrigen Millionenbereich und ich könnte mich jetzt beteiligen. Habe da jetzt mal angerufen und gesagt, Mensch, ich finde das ja geil, was ihr da macht. Würdest du das an meiner Stelle machen mit all deiner Erfahrung und würdest sagen, das klingt irgendwie, mach es lieber nicht, das ist so schwierig und ein Produkt, was so wenig am Ende kostet, eine Soße, ein Monoprodukt, Produkt. Und die Zeiten von Food Brands sind vorbei, weil auch die werden jetzt vor eine Instagram-Wand laufen, wo sie nicht mehr so schnell wachsen können, wie das noch vor 5 Jahren der Fall war. Also wenn du sagst, Philipp, wenn man Leidenschaft fürs Produkt hat, dann muss man das machen, und außerdem ich halte es für aussichtsreich, oder sagst du, boah, also du hast jetzt ja schon einiges im Handel verkauft, mach keinen Quatsch?
Nee, also ich sag mal, die Türen des Handels sind offen, Innovationsbedarf ist mega da, und am Ende des Tages Also die nachhaltig, der nachhaltige Erfolg eines Produktes wird sich ja daran bemessen, wie gut das Produkt ist, wie gut das differenziert. Und wenn du jetzt die Erfahrung sammelst, Mensch, das ist eine Soße, die habe ich so noch nie gesehen, dann why not? Da gibt es ja viele, viele, viele Beispiele, die in den Markt gekommen sind. Gewürze haben wir auch alle gelebt, wo auf einmal ein Ankerkraut etc. um die Ecke kommt und noch mal eine ganz neue Welt aufmacht.
Aber natürlich bestehende Gewürze, also Gewürze gab es schon, die machen ja auch dann ganz normale Sachen. Ja, aber Asiasoße gibt es ja auch schon.
Schon, gibt es ja auch schon. Das Einzige, was immer, was also das, was natürlich, was du im Massenmarkt-Bereich immer hast, wenn du dich nicht rundum mit Patenten geschützt hast, kommt irgendwann, man ist natürlich leicht kopierbar. Das ist natürlich, aber den Case, ich bin zu weit weg, um dir jetzt wirklich eine Investmentberatung zu geben, aber wir können ja nachher noch mal sprechen und dann kannst du es mal zeigen.
Also werden wir das mal zusammen, also ich kann es jetzt wirklich einem empfehlen, ich verrate auch gerne, was es ist. Die Firma heißt Nam Nam.
In dieser Sekunde ist sie ja schon mehr wert jetzt. In dieser Sekunde.
Ja, ich hoffe, die werden das mal gucken. Mal gucken. Also jedenfalls kann man auch direkt bestellen. Ich finde es ja, oder ich überlege es gerade, wir machen das ja ab und zu mal, und gleichzeitig muss man sich trotzdem mal gut überlegen. Und es ist halt auch, ich dachte, ich nutze mal die Gelegenheit.
Ja, aber also mein Statement ist, also der Handel ist nicht so vernagelt, dass er nicht innovationsfreudig ist. Dass man nicht auf Wachstumsthemen setzen kann und dass man nicht auch noch eine Kategorie revolutionieren kann.
Wenn natürlich so was trotzdem selber nicht— sind ja auch Leute, die machen das nicht selber, die lassen das ja machen. Und als die Frage, könnte einer nicht hingehen?
Auch Red Bull, auch Fritz Cola, auch lassen auch alles machen. Also es geht ja nicht darum, es geht ja bei so einem Produkt nicht darum, wie tief man selber in der Wertschöpfung steckt, sondern habe ich ein gutes Konzept, habe ich ein gutes Produkt, habe ich vernünftige Margen, Und dann kann man sich das auch gut produzieren lassen. Ist ja überhaupt kein Thema.
Olli, vielen, vielen Dank für den Abriss. Ich bin mittlerweile Fan von Microcaps geworden. Finde ich immer sehr interessante Geschichten und hoffe ich so ein bisschen aus der Nische.
Wie gesagt, 1000 Aktien heute, dann geht der Kurs auch hoch.
Mal gucken, vielleicht hört das der eine oder andere und ist überzeugt von dem, was du so erzählt hast. Vielen Dank auf jeden Fall.
Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Danke, dass du mich hier hattest.
Alles klar. Ciao, ciao! Überall reden Menschen von KI, auch gerne hier im Podcast. Damit ihr auch mitsprechen könnt, gibt's jetzt von meinen Kollegen von OMR Education einen KI-Intensivkurs. In 6 Wochen wird man vom KI-Anwender zum KI-Enabler, insbesondere im Marketing. Man bekommt vermittelt, wie autonome Agentensysteme im Marketing eigenständig konzipiert, verknüpft und bei euch im Unternehmen verankert werden. Ihr seht, wie ihr die Effizienz eures Teams nachhaltig steigern könnt, und ihr könnt komplexe Marketing-Workflows anschließend automatisieren. Unser Kurs von OMR Education dauert ungefähr 6 Wochen und kombiniert Theorie und Praxis. Der zeitliche Aufwand liegt bei ungefähr 4 bis 5 Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich ganz konkret an Marketing-Leads, an Digitalstrateginnen und Strategen, an KI-interessierte Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung, die selber KI-fest werden wollen und vor allen Dingen auch KI fest in ihre Prozesse integrieren möchten. Nach Abschluss des Kurses gibt es außerdem ein Zertifikat von uns, von OMR Education. Alle Infos und Anmeldung dazu unter edu.omr.com/intensivkurs oder hier hinter dem Link bei uns in den Shownotes. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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