Zerstört KI die Google-Suche, Philipp Justus? (#813)
25 Jun 2025 · 74 min
Philipp Justus, Google's senior executive for Central Europe, discusses how AI is reshaping search. Google's new AI Overview and AI Mode features are making searches longer and more visual, while ChatGPT and other competitors threaten the traditional search model. Justus says Google still prioritizes user satisfaction and sending traffic to publishers.
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Eigentlich kommt diese Folge 10 Jahre zu spät, oder zumindest könnte man sagen, wir hätten in den letzten 10 Jahren den Philipp längst mal einladen müssen. Zumal Philipp und ich uns seit vielen, vielen Jahren kennen und auch schon gemeinsame Abenteuer erlebt haben. Er hat mal im Digitalbereich angefangen als Chef von eBay in Deutschland, dann war er bei Zanox, dem damals marktführenden europäischen Affiliate-Netzwerk, das zu Springer gehörte, und ist von da aus zu Google gegangen und leitet mittlerweile für Google verschiedenste Länder in Europa. Hat entsprechend extrem viel gesehen und ich habe versucht, seine Sicht auf die all die Themen zu bekommen, die aktuell rund um Google passieren. Also natürlich AI, auch die Frage, was ist mit YouTube? Wie blickt er auf politische Veränderungen in diesen Zeiten? All das in einem bunten Gespräch. Bevor wir da aber reingehen, würde ich euch um einen Gefallen bitten. Und zwar habe ich gesehen, dass ein Großteil der Menschen, die diesen Podcast hier hören, uns gar nicht folgen auf den jeweiligen Podcast-Plattformen oder bei YouTube. Und da dachte ich, okay, ich spreche das mal an. Vielleicht hätte der ein oder andere, der uns hier hört, Lust, uns auch zu folgen. Das würde für uns die Arbeit etwas erleichtern und uns auch in Zukunft ermöglichen, weiter große Gäste, große Themen hier zu machen. Vielen Dank vorab und jetzt rein ins Gespräch mit Philipp Justus. Auf geht's!
Let's go!
Go, go, go!
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Vielen Dank, freue mich hier zu sein.
Wollen wir direkt mal mit den Überraschungen vielleicht hier aufräumen? Also vor Google, vor 13 Jahren irgendwie hast du andere Sachen gemacht und du warst echt in illustren Jobs. Also du warst unter anderem klar WHU-Absolvent, wie so viele in der Digitalwelt, aber in der ganz frühen Zeit vor oder nach Ollisamba?
Ich bin ein paar Jahre vor Ollisamba da gewesen.
Okay, also okay, noch vor der ganzen Welle eigentlich. Ja. Und dann BCG. Und dann aber irgendwann eBay oder Zalando, eBay, Samwerwelt.
Ja, und dazu gibt es eigentlich eine ganz lustige Geschichte, denn als ich bei BCG gearbeitet habe, habe ich Recruiting für BCG gemacht von BWL-Studenten. Das war einer meiner Aufträge und da habe ich mal an der WHU den Olli Samwer kennengelernt. Das war noch eine Zeit, als er gerade seine Diplomarbeit geschrieben hat und sich überlegt hat, was er als Nächstes machen soll. Ich habe ihm gesagt, Olli, du musst unbedingt in die Beratung gehen. Unbedingt, wenn du fertig bist, mach mal ein paar Jahre Beratung, das ist richtig gut. Da lernst du was. Und Olli hat mich angeguckt und gesagt: Wahrscheinlich mache ich das nicht, sondern ich mache mich selbstständig. Aber das hat dazu geführt, dass er mich dann ein Jahr später angerufen hat, als sie nicht nur Zalando gegründet haben, sondern dann auch verkauft haben an eBay, sehr erfolgreich verkauft haben 1999, aber Ende des Jahres 99 sich dann überlegt haben: Mensch, jetzt wollen wir eigentlich hier nicht angestellt sein, sondern wieder was Neues gründen. Und dann habe ich mit Olli telefoniert und dann hat er gesagt: Philipp, wie wäre es denn, wenn du zu uns kommst? So ist das gekommen. Dann bin ich 2000 zu eBay gegangen. Das war dann schon eBay Deutschland, das war dann eben Die haben Zalando gekauft und dann eBay Deutschland gegründet und da bin ich 10 Jahre geblieben.
Also das heißt, du warst damals schon so ein bisschen der Erwachsene damals, der jetzt sozusagen dann diese Firma von den Anfängen und es wurde ja auch recht schnell gekauft, also nach, ich glaube, wenigen Jahren nach Gründung, der dann das dann schon in die damals große Position geführt hat, denn eBay war ja mal für eine Weile in Deutschland extrem relevant.
Du, das haben die sogar nach wenigen Monaten verkauft. Die haben im selben Jahr '99 gegründet und verkauft und sind dann auch noch ausgestiegen. Also es war eine coole Geschichte, entsprechend klein und Startup war das Unternehmen, dass ich da reingegangen bin. Da gab es 30 Festangestellte und 30 Praktikanten, die über einem Teppichgeschäft in Kreuzberg gearbeitet haben. Und es hat richtig Spaß gemacht, dann in den nächsten Jahren das mit aufzubauen. Und genau die Mission war, aus diesen ganz tollen Anfängen eigentlich auch ein Geschäft zu machen, was gut funktioniert, also das zu skalieren, aufzubauen, ein Team aufzubauen und dann in weitere Länder zu bringen.
Hat ja auch funktioniert, ne?
Hat funktioniert, ja.
Und am Ende hast du es kommen sehen, dass dieses eBay-Problem, wir haben es ja auch vor kurzem mit der aktuellen eBay-Chefin besprochen, darin auch besteht, dass sehr viele neue Marktplätze so die Verticals sozusagen in sich rausfressen oder selber dann abbilden. Also Uhren gibt es eine eigene Auktionsplattform für oder für Autoteile auch eine große Kategorie, bei eBay gibt es eine eigene Plattform für. Also man sozusagen so ein Unbundling findet statt. Das heißt, all die Sachen, die bei eBay in Summe sind, werden dann aber in einzelne Einzelfirmen rausgekürzt. Gebrochen von Unternehmern und darunter leidet ja so ein bisschen eBay, ne?
Ja, ich glaube, eBay hat nach wie vor einen ganz großen Stellenwert auch in Deutschland, was E-Commerce angeht. Aber neben diesen horizontalen Marktplätzen sind auch vertikale Marktplätze entstanden und sind natürlich auch viele neue E-Commerce-Formate entstanden, die mit neuen Produkten das abbilden, was eBay macht. Und gleichzeitig sehe ich immer noch mit Begeisterung, wie eBay sich da weiterentwickelt und verfolge das auch, weil noch viele von meinen Kollegen von dieser Zeit noch bei eBay sind. Also ich finde das nach wie vor ganz toll, aber du hast natürlich ganz recht, die Vielfalt und auch der Wettbewerb in Marktplätzen hat enorm zugenommen.
Und das war dir auch schon ein bisschen klar, als das so kommen könnte?
Du, für mich ging dann der Weg so weiter, dass ich ein paar Jahre lang eBay in Europa aus der Schweiz heraus geführt habe und dann die Möglichkeit bekam, in die USA zu gehen. Ich bin dann ein paar Jahre ins Headquarter gegangen in San Jose und habe dort ein paar Aufgaben erst bei eBay, dann bei PayPal übernommen. Und nach 10 Jahren eBay hatte ich auch das Gefühl, jetzt möchte ich mal was anderes sehen. Wir wollten wieder zurück nach Deutschland, wir wollten wieder in Deutschland leben. Und dann bin ich zu Xanox gegangen und habe dort 3 Jahre lang Xanox von dem Gründer—
also Axel Springer vor allen Dingen.
Genau, es war Axel Springer und von Public Group, ein Joint Venture, und von Berliner Unternehmern ganz toll gegründet und aufgebaut. Und dann habe ich dort die Leitung als Performance-Netzwerk dann übernommen.
Also dass damals auch schon Matthias Döpfner als Chef von Springer da schon auch eine relevante Rolle hatte, genau wie heute. Der hat dich so ein bisschen auch dann, glaube ich, da— ich habe das damals so in Erinnerung, weil mal kam die Personalie, Ganz großer Fang sozusagen für Zanox. In der Affiliate-Welt kennt man Zanox, also weil es war so der Player für alle, die Affiliate-Marketing gemacht haben. Wir haben damals ja auch die erste Berührung gehabt. Ihr habt damals eine Firma von uns übernommen, da warst du, glaube ich, gerade schon weg, ja, gerade raus oder noch so in den letzten Zügen. Und genau, da haben wir uns zumindest ein bisschen kennengelernt gehabt. Dann war ich ja eine Weile auch bei Zanox oder in der Welt tätig. Also insofern da unsere Begegnung, aber du warst dann generell da gar nicht so lange, sondern dann kam irgendwann der Google-Anruf.
Genau, da kam der Google-Anruf und das war für mich ein sehr spannender Moment, dann wieder zu einem Tech-Unternehmen zurückzugehen, wenn du so willst. Ich hatte damals Google schon erlebt, einmal als Kunde, nämlich eBay war ein großer Kunde von Google, einerseits aber auch als Wettbewerber. Affiliate-Marketing und Googles Ad Solutions stehen natürlich auch im Wettbewerb. Und hatte so ein bisschen die verschiedenen Aspekte von Google kennengelernt und fand dann, als der Anruf kam, das sehr spannend, dahin zu gehen und das Deutschland— damals erstmal das Deutschland-Österreich-Schweiz-Geschäft zu verantworten.
Und damals waren Google in Deutschland 200 Leute oder so was?
Nee, das war schon deutlich größer. Also die ganz genaue Zahl erinnere ich mich nicht mehr, aber das werden wahrscheinlich eher knapp 1000 Leute, 800 Leute vielleicht gewesen sein, als ich dahin kam.
Und heute?
Heute sind es 2500 Leute in Deutschland, die ganz unterschiedliche Dinge machen. Wir haben ja ein Büro in Hamburg, das war das erste Büro überhaupt von Google in Europa, muss man sich mal vorstellen. Also 3 Jahre nach Google-Gründung ging es schon nach Deutschland, und zwar nach Hamburg.
Da gibt es übrigens diese Geschichte, kannst du die verifizieren oder kennst du sie, dass das deswegen nach Hamburg gekommen ist, weil irgendjemand, ich habe den Namen gerade nicht parat, der hier bei, glaube ich, einer Sparkasse eigentlich im Digitalbereich tätig war oder so was, dann auf einmal über Umwege Google-Chef wurde und hier gerne sein wollte?
Ja, absolut. Das ist, glaube ich, nicht nur Teil des Mythos der Gründung, sondern das war auch tatsächlich so. Der Holger Meier war der erste Mitarbeiter von Google in Deutschland und der war in Hamburg. Der hat gesagt, wir machen dann Google in Hamburg auf. Weil ich hier wohne. Ja, ein bisschen mehr Begründung hatte er wohl schon dazu. Das hat er mir auch mal erzählt. Da gab es natürlich auch noch in Hamburg eine ganze Medienwelt, die dort vorhanden war, nicht auf der Publisher-Seite, auch auf der Kreativseite, auf der Agenturseite gibt es natürlich in Hamburg auch einiges. Es gab ja, jetzt muss man sagen, 2000, 2001 erst eine entstehende Startup-Szene. Davon waren einige in Hamburg, einige in Berlin, einige in München. Also da war es, glaube ich, noch nicht so klar, wo man unbedingt hingeht. Und der Holger Meyer hat ganz klar gesagt, es wird Hamburg.
Zu Recht, zu Recht, Gott sei Dank. Aber mittlerweile seid ihr in, glaube ich, der größte Standort ist in München mittlerweile?
Ja, genau. In München haben wir auch ein Entwicklungszentrum, Softwareentwicklungszentrum, wo ganz viele unserer, wo an ganz vielen Produkten von Google weltweit gearbeitet wird. Also der Fokus dieses Softwareentwicklungszentrums ist nicht nur auf Deutschland, sondern eigentlich auf weltweite Produkte. Also zum Beispiel der Google Passwortmanager wird dort mitentwickelt oder es wird dann Google Chrome mitentwickelt, also unseren Browser und und und. Da gibt es eine ganze Reihe von Produkten, die ganz maßgeblich in München entwickelt werden. Und wir haben das auch zum Standort unseres ersten Google Safety Engineering Centers gemacht, weil damals eigentlich die Einsicht war: Mensch, in Deutschland haben wir ein ganz großes Interesse an Privatsphäre und Sicherheit. Also machen wir Deutschland auch zum Standort, wo wir hier eine Kompetenz aufbauen und ziehen da wirklich mehrere Teams zusammen, die an Sicherheits- und Privatsphäre-Lösungen arbeiten.
Und jetzt, wenn ich immer so sage, jetzt klingt das ein bisschen so platt, Google-Deutschland-Chef, stimmt das dann? Oder wie bist du sozusagen im Organigramm genau aufgeteilt? Also wer ist sozusagen dann der Europa-Chef? Dein Chef, oder hast du noch andere europäische Märkte unter dir? Wie ist das so aufgeteilt?
Genau, it's complicated ist die kurze Antwort. Wie in allen großen Unternehmen gibt es ganz unterschiedliche Berichtslinien. Wir haben bei uns eigentlich die Philosophie, dass es für jedes Land immer auch einen Verantwortlichen für das ganze Land gibt. Das heißt aber nicht, dass all die Mitarbeiter, die in dem Land arbeiten, auch an die Person berichten, sondern da gibt es ganz unterschiedliche Berichtswege, insbesondere bei den Produkt- und Entwicklerteams. Die hängen an ganz unterschiedlichen weltweiten Teams, je nachdem, was sie tun, ob sie an der Suche oder YouTube oder Maps oder so arbeiten. Aber es gibt ja doch Themen, die man in einem Land zusammen nur machen kann, und das betrifft einmal zum Beispiel unsere Kunden und Partner. Unsere Kunden und Partner wollen sich natürlich nicht so viel mit der Frage beschäftigen müssen, wie ist Google eigentlich intern organisiert, sondern die wollen mit einem Team, einem Ansprechpartner oder einer Gruppe von Leuten sprechen, die möglichst integriert auftreten. Das ist einmal unsere Aufgabe, und das verantworte ich auch für unsere großen Partner. Dann haben wir natürlich auch interne Themen, die wir dann koordinieren müssen. Wir haben 4 Standorte, 2.500 Mitarbeiter. Auch da gibt es eine Menge von denen, die wir intern regeln und koordinieren müssen, was unseren Markt hier betrifft. Und extern Politik, Presse etc. gehört auch dazu. Also da gibt es so verschiedene Sachen. Ich bin dann in der Verantwortung, in meiner Linienverantwortung, wenn du so willst, auch für die Märkte in ganz Zentraleuropa verantwortlich. Also Deutschland, Österreich, Schweiz, Osteuropa, Baltikum. Das sind insgesamt 30 Länder. Und das ist dann schon also eine ganz andere Art von Verantwortung als jetzt das, was ich hier in Deutschland habe.
Du bist auch viel unterwegs, also quer durch.
Ja, genau.
Und dann ist, an wen reportest du dann selber? Also ist dein Chef dann noch in Europa, ist der schon in den USA?
Meine Chefin leitet Europa, den Mittleren Osten und Afrika. Debbie. Debbie, stimmt, die habe ich ja gerade neulich gesehen auf der Bühne.
Ja, ja, genau, richtig.
Bei der OMR neulich gesprochen, genau.
Okay, und die ist aber auch noch in London stationiert?
Die ist in London, ganz genau.
Okay, und das heißt sozusagen diese Vision, dass man jetzt regelmäßig damit irgendwie den Chefs oder Gründern, da hat man dann, weiß ich nicht, alle paar Jahre mal einen Kontakt oder so wahrscheinlich, oder doch regelmäßiger?
Also die Gründer von Google, Larry und Sergey, sind jetzt weniger aktiv, als sie das früher waren, weil sie keine operativen Aufgaben mehr haben. Die sitzen natürlich noch im Board und sind auch noch große Anteilseigner, aber die sind jetzt nicht mehr im operativen Geschäft so drin. Sergey ist jetzt wieder ein bisschen mehr drin.
In KI, ne?
Der kümmert sich und begeistert sich für das Thema KI ganz toll. Aber die sehe ich jetzt weniger. Aber Sundar Pichai, unser CEO von Google, Google und Alphabet. Der ist natürlich auch viel unterwegs und ist auch häufiger in Deutschland. Der war in den letzten 2 Jahren auch zweimal hier. Also da gibt es schon einen regen und wichtigen Austausch.
Und so in der Hierarchie der Märkte, wo ist da Deutschland? Also für Google jetzt so, ist das Nummer 5, 6, 3? Wo müssen wir uns verorten im Markt?
Die Antwort, die du gerade gegeben hast, ist nicht ganz falsch, aber ich kann dir jetzt nicht den Finger drauflegen. Ich würde das auch nicht veröffentlichen. Aber Deutschland ist schon ein Topmarkt für Google. Das ist so.
Okay, und ich meine, dann, wenn man jetzt überlegt, dass du nicht nur Deutschland hast, sondern noch mehrere Märkte, dann verantwortest du schon eine Menge Google-Umsatz. So kann man sich das vorstellen.
Ja, ich glaube, das kann man so sagen.
Im OMR-Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt es die Business-Versicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit 1901 als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Business-Versicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht ohne Mehrkosten. Also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4,7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Business-Versicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter hiscox.de/omr. Natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes. Okay, okay, okay, okay. Und ist dann der Weg eines Tages mal wieder in die USA zu gehen oder ist das für dich jetzt noch unabsehbar?
Auch das möchte ich eigentlich nie ausschließen. Das finde ich immer spannend. Aber ich finde meine Aufgabe hier auch wahnsinnig spannend. Ich mache ja sozusagen jetzt seit 12, 13 Jahren die Aufgabe hier in Deutschland und über die Jahre dann noch in anderen Ländern dazu. Und ich muss sagen, es wird einfach jeden Tag immer wieder— bin ich davon begeistert, wie viele neue Themen es gibt. Also wir haben technisch neue Themen mit Kunden und Partnern. Also langweilig wird mir nicht und ich kann mich auch gut damit anfreunden, das noch ein paar Jahre länger zu machen.
Es gibt ja zumindest mal einen prototypischen Vorgänger von dir, also der ebenfalls Philipp Schindler, der ist ja jetzt glaube ich also auch aus Deutschland Chef dann irgendwann in die USA gerufen worden und dort jetzt, wenn zumindest nach meinem Laienverständnis so nach dem Sundar Pichai so die zweite Person, die das ganze kommerzielle Geschäft weltweit verantwortet und ich vor kurzem habe ich gelesen, weiß ich nicht Jahresgehalt 70 Millionen und sowas in der Art.
Sein Jahresgehalt kenne ich nicht, aber Philipp ist der Chief Business Officer von Google, also als Chief Business Officer hat er die Gesamtverantwortung für die Businessseite. Und das zeigt schon, dass die Aufgabe, die er hat, da ganz wichtig ist. Genau, und der kommt natürlich auch regelmäßig mal nach Deutschland, weil er Deutscher ist, genau wie du gesagt hast.
Und da spricht man schon, also wenn der Markt, den du verantwortest, wird ja für ihn dann auch relevant sein. Das heißt, da hat man schon dann regelmäßig mal so ein Gespräch darüber: Okay, wie siehst du das? Würde man das machen oder nicht machen? Und so was.
Ja, absolut.
Okay, okay. Und haben sich die Gespräche in den letzten Wochen gehäuft aufgrund von Entwicklungen in der Welt? Oder sind die jetzt so mit sich gerade selbst beschäftigt, dass da jetzt weniger Aufmerksamkeit ist auf Deutschland?
Wir haben eigentlich insgesamt recht viel Aufmerksamkeit auf Deutschland und auf Europa, würde ich sagen. Ich nenne es mal, insgesamt ist es sicher so, dass die weltweiten Themen eher zunehmen und man sich dann auch häufiger darüber austauscht: Was sehen wir gerade hier? Was hören wir auch in Europa? Was hören wir von unseren Kunden und Partnern? Also, wir hören natürlich von vielen Kunden und Partnern einerseits bezüglich der wirtschaftlichen Situation in Deutschland ein großes Fragezeichen. Wir haben jetzt 2 Jahre mit negativen GDP-Wachstum in Deutschland hinter uns. Und für 2025 ist die Prognose, glaube ich, gerade bei null der Bundesregierung. Da sprechen wir natürlich darüber, was bedeutet das, wenn die Wirtschaft in Deutschland so aussieht, wie sie aussieht, und gleichzeitig es um uns herum ja auch Länder gibt, in denen die Wirtschaft sehr viel schneller wächst. Also, wenn ich nach Polen schaue, ist eigentlich genau das Gegenbeispiel. Polen wächst seit Jahren die Wirtschaft sehr stark, und wir wachsen auch sehr stark in Polen, nicht? Und wir versuchen dann schon uns so für uns ein Bild zu machen, Was heißt das für unsere Kunden und Partner? Wie können wir sie dabei unterstützen, in einem Zeitpunkt, wo es schwieriger ist zu wachsen, trotzdem Kunden zu finden und dann profitabel zu wachsen? Das ist eigentlich so die Businessfrage, mit der wir Wert schaffen können für unsere Kunden. Wenn wir zu einem Startup oder einem großen Unternehmen gehen, die nach Wachstum suchen, die 1, 2, 3, 4%, wenn sie ein großes Unternehmen sind, oder vielleicht 10, 20, 30%, wenn sie ein Startup sind, wachsen wollen, Dann ist unsere Aufgabe, denen zu helfen mit Google Ads, mit Google-Lösungen, mit Google Cloud irgendwie Lösungen zu finden, wie wir Wachstum beschleunigen können.
Und ich meine, viele Leute sagen jetzt, okay, du sprichst ja im Podcast mit so vielen Leuten, du müsstest doch die Wirtschaft ganz gut verstehen. Die Wahrheit ist, eigentlich müsstest du sie gut verstehen, weil wahrscheinlich hat kaum eine Firma so viele Kunden und Touchpoints mit Akteuren der Wirtschaftswelt wie Google, weil irgendwie jeder, der fast Wirtschaft macht, ist irgendwie bei euch in einer Form aktiv, fast zwangsläufig. Was ist denn dein Befund? Warum geht es denn in Polen so viel besser wirtschaftlich als in Deutschland?
Also erstmal, was du sagst, ist ja sehr spannend. Wir haben über die Google-Suche so was wie ein Barometer dessen, was die Leute umtreibt, was sie interessiert, was sie gerade neugierig macht oder vielleicht auch besorgt. Und da sieht man schon ganz viel. Das sieht man in Google Trends. Google Trends ist ja jedem zugänglich. Da kann man also täglich, stündlich auf Region runtergebrochen sehen, wonach wird eigentlich gerade gesucht. Und du siehst im Zeitablauf total interessante Veränderungen. Offensichtliche Veränderungen in den letzten Jahren, das Thema KI, wie das durch die Decke gegangen ist als Interesse. Aber jetzt, wenn wir über Wirtschaft sprechen, auch die Fragen dazu: Was bedeuten Zölle, wenn sie kommen, für Wirtschaftswachstum? Wann werden wir wieder mehr Wachstum haben? Das ist für uns tatsächlich ein Barometer, was wir sehr, sehr intensiv auch versuchen auszuwerten und zu verstehen und daraus abzuleiten, auch für andere Unternehmen: Wo findest du denn Kunden? Wo findest du in diesem Moment für das Produkt, was du hast, in welchem Markt, in welcher Demografie, zu welchem Thema findest du deine Kunden? Jetzt speziell zum Thema Polen: Also die haben ein Wahnsinnswirtschaftswachstum in den letzten 20 Jahren einfach durchgemacht, weil sicherlich sie auch Nachholbedarf hatten. Also sie kommen auch natürlich von einem anderen GDP-pro-Person-Level als wir in Deutschland, aber weil sie einfach auch wirtschaftspolitisch, glaube ich, vieles richtig gemacht haben und viel auf Wachstum und die nächste Generation von Innovation setzen. Es gibt ein tolles Startup-Ökosystem, was entstanden ist in Polen. Und ich finde so, wenn wir die Gespräche mit Unternehmen in Polen und auch mit der Politik in Polen führen, ist das immer sehr nach vorne gerichtet. Wie können wir mehr tun? Die Frage an uns ist dann: Mensch Google, wollt ihr nicht noch mehr investieren, damit wir noch schneller vorankommen? Wollt ihr nicht ein Datenzentrum bauen? Wollt ihr nicht noch mehr machen? Und das ist schon wirklich diese Dynamik, diese Ambition des Landes ist spannend zu sehen.
Und das ist hier in Deutschland vergleichbar eher schlechter.
Ja, ich sag mal, die positive Seite, die ich jetzt sagen würde, ist, ich glaube, die neue Regierung hat erkannt, dass Digitalisierung nicht nur eine Überschrift sein sollte, sondern jetzt wirklich ein Fokus auch dessen, was sie tut. Also wenn man ins Regierungsprogramm guckt, finde ich, bin ich da ganz positiv gestimmt erstmal, was ich da über Digitalisierung und KI drin sehe. Aber ich glaube, wir haben auch, wir haben hier Nachholbedarf. Wir sind nicht im Auch im europäischen Durchschnitt sind wir nicht ganz oben, was Digitalisierung angeht. Wir kennen alle die verschiedenen Umfragen oder auch Studien, die es dazu gibt. Die EU hat viele Jahre so ein Barometer veröffentlicht über— DESI nennt sich das, Digital Economy and Society Index. Das ist so ein Index, der zeigt: Wo stehst du als Land bei verschiedenen Digitalisierungsfeldern? Deutschland steht meistens so in der zweiten Hälfte, nicht in der ersten Hälfte. Und das ist schon etwas, wo ich denke: Da müssen wir investieren. Wir müssen das auch ernst meinen mit Investitionen sowohl in Infrastruktur, aber dann auch in Skills. Wir brauchen Unternehmen, die dann auch schneller in KI und Digitalisierung sozusagen Vortrieb machen und das auch umsetzen wollen. Und wir brauchen insgesamt ein anderes Mindset. Wir müssen Digitalisierung mehr als Chance und als Wachstumstreiber begreifen.
Kennst du den neuen Digitalminister, den Herrn Wildberg, den Karsten? Ich kenne ihn, weil er hier im Podcast war. Du kennst ihn wahrscheinlich auch schon?
Aus der Zusammenarbeit bei Media Saturn, ja.
Ah, okay. Also der war sozusagen Kunde von euch? Genau, Partner und Kunde.
Wir haben auch unsere Hardware über Mediasatoren auch natürlich auch vertrieben. Also da gibt es eine vielfältige Zusammenarbeit.
Und warst du überrascht, als dann irgendwie, man hätte ja rein theoretisch so vom Joblevel her auch sagen können, okay, wer könnte jetzt Digitalminister, so jemand, der jetzt irgendwie Chef von eBay war, der Chef von irgendwie Google ist, hätte man ja, du wärst ja auch vielleicht auch sogar ein Kandidat gewesen. Also insofern kannst du vielleicht ein bisschen beurteilen, warst du überrascht, als der Carsten dann auf einmal Digitalminister wurde?
Also ich finde es erstmal toll, dass wir einen Digitalminister haben. Also das ist ja lange diskutiert worden, welche Dinge kann man da noch zusammenführen. Wir haben ja Digitalisierung schon in der Vergangenheit bei einem Minister und dann bei verschiedenen Ministerien aufgeteilt gehabt. Und das jetzt so zusammenzuziehen, finde ich erstmal einen super Schritt. Und ich war begeistert, als ich die Personalie gehört habe. Ich habe gesagt, das ist mal eine Ansage. Da kommt jetzt der CEO von Mediasat runter und wird jetzt Digitalminister. Das ist jemand, der aus der Industrie kommt. Der die Themen versteht, auch ja vorher schon in der Energiewirtschaft unterwegs war. Das finde ich jetzt mal, das ist richtig gut. Also das, da glaube ich, kann das befruchtet sich auch gegenseitig. Wenn du jemanden hast, der jetzt eine politische Aufgabe hat, der aber aus der Wirtschaft kommt, dann glaube ich, geht er mit einem anderen Verständnis für die Themen daran. Nicht, dass das eine besser ist als das andere, aber es ist mal eine neue Sichtweise auf die Themen und auch auf die Umsetzung.
Wäre es für dich in Frage gekommen, wenn man dich gefragt hätte, das auch zu machen?
Ich glaube, die Frage hat sich mir nicht gestellt und wäre auch nicht gefragt worden.
Na ja, also ich meine, eine gewisse Logik hätte man da gefunden. Also ich meine, der Carsten und du, ihr habt ja jetzt irgendwo von der Organisationsgröße, ich glaube, klar, bei mehr zu tun Arbeit sind es noch ein paar mehr Leute, aber ansonsten von dem Business, das man da verantwortet, stelle ich mir das jetzt irgendwie total nachvollziehbar vor, dich zu fragen.
Ja, das kann ich jetzt nicht beurteilen. Ich freue mich, dass der Carsten Wildberger jetzt der Digitalminister ist, finde ich super. Und ich glaube, wir brauchen insgesamt einfach noch mehr Austausch sozusagen zwischen ja auch Start-ups und deutsch groß gewordenen digitalen Unternehmen und Politik. Das wäre eigentlich eine sehr feine Sache.
Also wir haben ja gerade über die Organisationsgröße gesprochen. Da hat er wahrscheinlich mehr Köpfe. Aber was ja so ein bisschen auch so zumindest von außen gar nicht so leicht zu erkennen meistens: Wie groß ist eigentlich das Google-Business in Deutschland? Also es ist ein großer Markt, aber wie groß er wirklich ist, finde ich, ist immer wieder, wenn man sich das vor Augen führt, doch überraschend. Also ich weiß nicht, was du dazu sagen kannst, aber ich hatte ein ähnliches Gespräch mit Amazon. Wenn man sich dann klarmacht, Amazon nur in Deutschland wäre alleine in Deutschland so von den Eckdaten, Umsatz, Ergebnisschätzung DAX-Kandidat. Wie ist es denn mit Google? Also wie Größenordnung?
Wir veröffentlichen ja leider keine länderspezifischen Daten und ich darf das auch nicht, weil wir, wenn du das tust als Unternehmen, dann musst du Daten, die du veröffentlichst, zeitgleich im Finanzmarkt allen Investoren zur Verfügung stellen. Also das ist meine gute Ausrede, um dir nicht zu sagen, wie groß wir in Deutschland sind. Aber das ist auch tatsächlich so, dass das sozusagen eine Regel bei uns ist. Aber ja, wir haben eine große—
also ein DAX-Konzern könnte es schon sein. Also das ist ja jetzt keine— das geht ja von bis. Auch SAP ist ein DAX-Konzern, aber da gibt es auch ein paar kleinere.
Ja, ist natürlich immer schwer, sozusagen, ich sag mal, wir sind einerseits ein Unternehmen, aber wir sind auch eine Landesgesellschaft, nicht? Also wir sind natürlich nicht so aufgestellt wie ein DAX-Konzern, dass wir von A bis Z alles vor Ort in Deutschland haben. Aber wir arbeiten, ich würde jetzt mal sagen, mit sehr vielen Unternehmen in Deutschland zusammen, vom größten DAX-Unternehmen bis zum kleinen Blumenladen und zum Restaurant, die alle irgendwie auch auf Google Maps gefunden werden wollen oder vielleicht auch AdWords schalten, um da gefunden zu werden.
Also dass jetzt mehrere Milliarden Umsatz da im Raum stehen, ist ja vollkommen klar. Und ich meine, dass die Marge jetzt, je nachdem wie man dann die Kosten zurechnet mit Landesgesellschaft und so, aber also ist es nicht komplett verrückt, davon auszugehen, dass ihr auch Metriken hättet zu sagen, okay, oder wenn du jetzt deinen Lebenslauf tunen müsstest, schon mal stellt sich mal vor, man müsste sich jetzt dahin optimieren, Man müsste jetzt mal argumentieren, warum du denn im nächsten Job irgendwie DAX-CEO sein solltest, dann würde man da schon Argumente finden, sagen, das habe ich ja eigentlich bislang eh schon gemacht.
Finde ich super. Also die Beratung für mein Lebenslauftuning von dir nehme ich gerne noch mal auch nach dem Podcast in Anspruch. So richtig viel sagen zu unserem Umsatz kann ich leider nicht, aber ich glaube ja, die Komplexität dieser Aufgabe, das ist schon eine komplexe Aufgabe, und wir haben schon auch durch, sag mal, Die Vielzahl der Dinge, die wir bei Google machen, ja, das ist schon eine vernünftige Geschäftsgröße, um es mal so zu sagen.
Ist es denn jetzt an dem Tag, als du zum ersten Mal ChatGPT gesehen hast und KI sozusagen in der Form gesehen hast, alles von da an noch mal next level komplizierter geworden und dynamischer geworden? War das sozusagen ein Wendepunkt deiner Google-Karriere?
Erst mal würde ich sagen, das war nicht der erste Tag, an dem ich KI gesehen habe. Also KI haben wir natürlich seit vielen Jahren im Einsatz. Wenn du die Uhr zurückdrehst, da haben wir es am Anfang nicht KI, sondern maschinelles Lernen genannt. Und das ist eine Unterform, ist ein bisschen was anderes als generative KI, aber ist natürlich auch KI. Zum Beispiel schon vor über 20 Jahren in der Rechtschreibprüfung von der Google-Suche oder in den Autocomplete, in den Vorschlägen, die dir da gemacht werden. Das funktioniert ja alles auch auf Basis von KI, in diesem Falle maschinellem Lernen. Wir haben KI seit Jahren eingesetzt, auch sozusagen im Hintergrund der Art und Weise, wie das Suchranking funktioniert. Ganz große Modelle gebaut, um besseres Ranking zu machen. Tief in der DNA der Google-Entwickler ist KI drin. Und eine der ersten Sachen, die Sundar Pichai als neuer CEO 2015, glaube ich, ausgegeben hat, ist: We have to become an AI-first company. Wir müssen die ganze Firma nochmal neu denken und alle Produkte und Technologien neu denken auf Basis von KI. Deswegen würde ich sagen, der Winkel von KI ist viel länger als jetzt nur die letzten 2, 3 Jahre, was jetzt Chatbots angeht. Ich glaube, der Moment, den OpenAI und ChatGPT dann ergriffen haben mit dem Launch von ChatGPT, ist ein starker Moment gewesen, weil in ganz kurzer Zeit uns allen als Konsumenten etwas in die Hand gegeben wurde, mit dem man KI in einer anderen Art und Weise erleben konnte. Also wenn du— es gibt ganz viele Produkte, in denen ist KI drin, aber du merkst es nicht und denkst nicht so darüber nach. Wenn ich auf mein Handy gucke, auf meine Millionen von Fotos, die ich da drin habe, und eine Suche drüber laufen lasse und sage: Zeig mir alle Bilder mit dem Sonnenuntergang, ist da natürlich KI drin. Aber ich denke da nicht drüber nach, dass das so ist. Ich nehme das als eine gegebene Funktion. So, jetzt mit Chatbots spüre ich natürlich im unmittelbaren Dialog: Das ist jetzt eine KI, mit der ich spreche. Und das hat schon auch zu einer Begeisterung geführt, die natürlich enorm ist, wo das Interesse an KI in kürzester Zeit massiv gewachsen ist. Das finde ich sehr stark. Ich glaube, damit hat sich auch ein neues Spielfeld ergeben für uns, für andere, für ganz viele Start-ups, die jetzt neue Technologien und neue Lösungen auf den Markt bringen.
Aber hätte man aus Googles Sicht nicht dieses Spielfeld lieber nicht zur Verfügung gestellt oder lieber nicht in die Welt kommen lassen? Sondern ich meine, es ist ja jetzt sehr viel Downside für Google da, theoretisch zumindest, wenn man so liest. Drin in diesem neuen Spielfeld und die Upside kann gar nicht so groß sein, wie cool die bestehende Situation vorher eigentlich für euch war. Ihr wart zumindest in Deutschland und Europa die dominierende Suchmaschine. Ihr wart der Schlitz, den alle alles gefragt haben, fast Gott. Also wenn man was wissen wollte, dann hat man bei Google nachgefragt und es gab keinen anderen Ort dafür. Jetzt wird ein neues Spielfeld, wie du sagst, eröffnet. Das hätte es ja aus Googles Sicht eigentlich gar nicht gebraucht.
Ich sehe das anders. Ich glaube, dass KI die größte umwälzendste Technologieveränderung ist, die wir gerade erleben und damit auch die größte Chance für uns, unsere Mission, die wir bei Google haben, auf die nächste Ebene der Umsetzung zu bringen. Unsere Mission ist, Zugang zu Informationen für alle Menschen möglichst sinnvoll und einfach zu machen. Das ist, wofür die Suche steht. Das ist, wofür viele andere unserer Produkte stehen. So wie wir das machen, das verändert sich jetzt durch KI, und zwar ganz positiv. Einerseits sehen wir, dass unsere Nutzer immer was Neues erwarten von der Suche und auch anders mit der Suche interagieren. Also ein Beispiel: Die Anzahl der Wörter pro Suche nimmt gerade ganz deutlich zu. Also Menschen suchen nicht mehr nur nach Bahnfahrt Berlin-Hamburg oder rote Schuhe, sondern geben halt einen ganzen Satz ein, einen ganzen Prompt, geben komplexere Fragen ein, wollen damit dann auch umfassendere Antworten. Also eben vielleicht wollen sie eine Zusammenfassung, vielleicht wollen sie die Webseiten, vielleicht wollen sie ein Foto oder ein Video. Also die Erwartung an das Suchergebnis verändert sich gerade. Und da ist KI eine Riesenmöglichkeit für uns, auch die Suche weiterzuentwickeln und zu sagen: Okay, wir geben dir natürlich immer noch die Möglichkeit, einen Text einzutippen. Du kannst aber auch mit deiner Kamera suchen. Du kannst dein Handy aufmachen und ein Foto machen und nach diesem Foto suchen. Oder wir nennen das Google Lens. Du zeigst einfach auf irgendein Objekt und sagst: Diese Schuhe interessieren mich. Zeig mir das Suchergebnis dazu. Das ging vor ein paar Jahren überhaupt nicht und das entwickelt das Feld der Suchmöglichkeiten unendlich viel weiter und schafft die Antworten.
Aber es schafft dann aber auch halt die Chance für neue Player oder auch andere Player dort auf einmal eine Rolle zu spielen, wo eigentlich euer dominierter Markt war. Der Markt war bislang nur eurer und jetzt sieht man in WhatsApp, also bei Meta, wird angeboten, hier Suchen zu platzieren und vor allen Dingen, es gibt dieses ChatGPT, was du ja auch kennst. Ich meine, du hast es ja gerade Chatbots genannt, aber am Ende ist es natürlich so gerade so das Tempotaschentuch der KI suchen, wo man das Gefühl hat, okay, die ist noch nicht ganz klar, ob wie die sich Google und ChatGPT am Ende zueinander verhalten.
Du hast vorher gesagt, wir waren vorher die Einzigen in der Suche. Das ist ja nicht so. Das war auch vorher nicht so. Wir haben seit Gründung von Google 1998 ganz, ganz viele Technologiesprünge gehabt mit ganz unterschiedlichen Wettbewerbern. Und das ist auch ganz normal und gut so. Also du konntest und kannst immer noch, wenn du ein Produkt suchst, das bei Google suchen. Oder du gehst halt auf eine von ganz vielen E-Commerce-Webseiten und suchst dort das Produkt. Oder du gehst auf eine Meta-Search-Engine und suchst das Produkt. Vielleicht willst du einen Flug buchen oder vielleicht willst du ein Hotel buchen oder Preise vergleichen. Es gibt ganz viele Wege, wie du suchen kannst, nicht nur einen. Das ist ohnehin schon so. Und das ist ja auch gut so, weil es differenziert sich aus, gibt dir Vielfalt und führt ja auch dazu, dass alle die Angebote sich weiterentwickeln. Das sehe ich jetzt durch KI und durch jetzt— es sind ja nicht nur Chatbots, es ist ja sozusagen KI in der Art und Weise, wie wir suchen, und in der Erwartung der Antworten, die sich verändert. Das sehe ich als eine Riesenmöglichkeit für uns. Und gleichzeitig heißt das auch: Wir müssen in der Geschwindigkeit nochmal aufdrehen und wir müssen unsere Produkte natürlich dann auch entsprechend verändern. Übrigens, ich glaube, wir haben da gerade ein ziemliches Feuerwerk an Produktinnovationen gezündet. Bei der Google I/O haben wir so den Ausblick gegeben darauf, wie wir glauben, dass sich die oder wie wir die Google-Suche weiterentwickeln, wie wir YouTube weiterentwickeln, was sich in Chrome tun wird und und und. Das ist so unsere Nutzung von KI, um das Nutzer, um die User Experience noch besser zu machen.
Okay, aber also du machst jetzt da keine Sorgen, sagst du, obwohl ja Analysten drauf gucken und sagen, oh, da könnte schon was, aber du sorgst dich nicht so sehr.
Nein, ich würde das anders beantworten. Ich glaube, Wettbewerb gehört total zum Geschäft, im Technologiebereich sowieso. Und im Technologiebereich sind die Zyklen kürzer und kürzer. Und wir haben auch gute Wettbewerber. Aber das ist auch nicht überraschend an dem Moment, wo wir gerade stehen, sozusagen inmitten der KI-Revolution, dass es hier neue, ganz erfolgreiche Produkte gibt von bestehenden, von neuen Unternehmen und ganz viel Innovation. Wenn du die Uhr zurückdrehst zum Gründungszeitpunkt von Google, Also da gab es das Internet schon lange und das Web seit ein paar Jahren, aber als das Web gegründet wurde, gab es Google noch gar nicht. Und dann gab es doch eine, sag mal, 10 Jahre mit unglaublichen Innovationen und Gründungen. Und das werden wir jetzt wieder sehen. Ich finde, dass du kannst das jetzt so sozusagen beschreiben als ein Riesenproblem für Google. Ich sehe es als eine Riesenopportunity für Google.
Ich habe heute meine Kollegin Kaja, unsere Head of People. Hier mit im Studio, und zwar aus folgendem Grund: Wir haben gerade zum dritten Mal über die Recruiting-Plattform Instaffo jemanden eingestellt, und zwar diesmal unsere Product Lead Johanna. Also man hört schon, Instaffo ist nicht nur Partner hier im Podcast, sondern die helfen uns beim Recruiting wirklich weiter, oder Kaya?
Absolut. Wir haben bei OMR ja eine recht starke Employer Brand. Trotzdem ist Instaffo eine riesige Hilfe im Recruiting und da ist halt echt cool, dass wir vorab keine Kosten haben, schnell Stellen veröffentlichen und innerhalb weniger Tage mit super gut passenden Talenten Aber ihr hört es selbst, wenn ihr also gerade Stellen offen habt, macht es doch gerne so wie wir auch.
Bei Instaffo sehen nur Talente eure Stelle, die auch wirklich darauf passen, und ihr müsst erst bezahlen, wenn auch wirklich jemand eingestellt wird. Als OMR-Hörerinnen und Hörer spart man außerdem 500€ auf die erste Einstellung. Einfach auf instaffo.com/omr gehen, da gibt's noch eine kurze Demo und man kann sich registrieren. Also instaffo.com/omr. OMR. Mal ganz operativ gefragt, wir hatten ja auch schon mal drüber gesprochen, merkt man denn jetzt an den Zahlen, am Traffic ganz konkret was? Also merkt man jetzt, dass Menschen auf einmal irgendwie nicht mehr so viel bei euch suchen, sondern mutmaßlich dann woanders suchen? Das könnt ihr jetzt nicht so leicht feststellen, aber fehlt euch irgendwo Suchtraffic im Vergleich zu vor 2, 3 Jahren?
Ja, interessante Frage. Wenn wir auf unsere, die suchen bei Google schauen, weltweit und auch auf verschiedenen Geräten, Gerätetypen und so weiter, dann sehen wir, dass die wachsen und nicht zurückgehen und auch weiterhin wachsen. Und wir sehen gleichzeitig, dass es ganz viele neue Suchen gibt in verschiedenen Formaten. Ich habe eben zum Beispiel über visuelle Suchen gesprochen. Das ist eine Kategorie, die gab es eigentlich vor 10 Jahren nicht. Und auf einmal werden jeden Monat Milliarden von visuellen Suchen, also über Handy oder bei Einkreisen, gemacht. Das Gleiche gilt für Sprachsuchen, also wo du nicht mehr tippst, sondern wo du mit Sprache suchst. Das ist auch ein Bereich, der total wächst. Insofern, ich sehe das als einen Bereich, wo mehr technische Möglichkeiten uns die Möglichkeit geben, eigentlich das Spielfeld zu erweitern. Und das Spielfeld verkleinert sich gerade nicht, sondern erweitert sich.
Bist du trotzdem beeindruckt von dem, was ChatGPT so geschafft hat, so schnell so eine Brand zu werden, die jetzt wahrscheinlich auch deine Eltern und meine Eltern und nicht nur wir aus der Szene, sondern die jetzt da richtig in den, zumindest in der westlichen Welt, alle kennen das auf einmal so innerhalb von so weniger Zeit. Ist das für dich normal oder ist das beeindruckend? Ist auch irgendwie vielleicht dann das zumindest, irgendwo sagt, okay, wow, das ist schon krass, oder sagst du, das gehört dazu, das kommt und geht?
Ich finde, das gehört zum Wettbewerb dazu, dass es neue Spieler gibt. Vor ein paar Jahren war das TikTok, die angefangen haben, mit Kurzformvideos was Neues in die Welt zu bringen. Davor waren es jetzt viele andere, über die wir auch sprechen können, und ChatGPT gehört für mich auch dazu. Die haben auch sich eine ganz starke Position da erarbeitet, und das muss man ja erstmal anerkennen, dass sie das gut machen. Das heißt für uns jetzt nicht, dass wir da sitzen und sagen, okay, die haben jetzt the only right to play in AI. Das ist ja nicht so. Wir sind seit vielen Jahren ja wirklich breit und gut aufgestellt im Bereich KI. Sind das in unseren Produkten, wenn du guckst, KI-Übersichten in der Google-Suche sind vermutlich das am häufigsten genutzte KI-Produkt der Welt. Also anderthalb Milliarden Menschen nutzen jeden Monat KI-Übersichten in der Google-Suche.
Ist das eigentlich, also ich habe mich jetzt gefragt, als ich jetzt gesehen habe, dass ihr das macht, als ich jetzt sozusagen dieses Produkt von euch erlebt habe als Nutzer, habe ich gedacht, okay, eigentlich ist es ja aus Google-Sicht jetzt nicht wünschenswert. Man würde ja lieber den Nutzer dazu wie früher zum Klick bringen, also eine Anzeige zeigen, dass er dann über die Anzeige auch quasi informiert wird, klickt, damit auch bei euch Umsatz auslöst und dann zu seiner Zielseite geht. Dass ihr jetzt den Nutzer bei euch mit den Snippets informiert und mit der Google AI Suche sozusagen ja informiert, ist ja auch irgendwie eine Reaktion, habe ich zumindest so interpretiert, auf andere Anbieter in dem Markt, aber es ist ja kein— kann euch eigentlich nicht gefallen, weil der Klick war ja für euch viel cooler, dass man irgendwie damit konnte Umsatz machen. Wenn die Nutzer jetzt bei euch im System drin sind, dann kommen die ja nicht zu euren Kunden und zahlen eure Kunden noch nicht dafür.
Die Messgröße für uns ist nicht, was macht jemand anders, oder die Messgröße ist für uns auch nicht, wie viele Klicks haben wir, sondern wie zufrieden sind die Kunden, wenn sie bei uns nach etwas suchen, und wie häufig suchen sie dann wieder neue Dinge, wenn sie eine Suche gut gemacht haben, nicht? Also Das ist für uns das, was für uns sagt, dass wir erfolgreich sind: wenn unsere Nutzer zufrieden mit den Suchergebnissen sind zu einer Suche und dann so begeistert, dass sie wieder neue Sachen suchen. Das ist dieser Punkt, wo ich glaube, man sich im Klaren sein muss, dass wir beides sehen, wenn wir KI-Übersichten einblenden: einerseits eine hohe Zufriedenheit mit diesem Ergebnis, das können wir messen, und zum Zweiten, dass diejenigen, die dann damit interagieren, mehr suchen als die vergleichbaren Kontrollgruppen. Das heißt, das führt eigentlich für uns zu einer Erweiterung des Spielfelds und ist insofern sehr positiv. Jetzt die Frage sozusagen: Ist das dann nur eine Antwort? Die Antwort darauf ist nein. Da gibt es natürlich auch Links darin. Es gibt Links in KI-Übersichten, die erklären, wie diese Ergebnisse zustande kommen. Und da gibt es auch Traffic, der zu Webseiten geführt wird. Es gibt auch Werbeformate. Also das ist ja kein Standalone-Produkt, sondern es ist eingebettet in eine Art und Weise, wie du fragst und wie du eine Antwort bekommst. Weiterhin mit der Idee, dass wir eine Vielzahl von Quellen im Internet zeigen und abbilden wollen und auch Traffic dahin schicken wollen.
Ich meine, du hast ja auch verfolgt, dass wahrscheinlich viele Internetfirmen, insbesondere Publisher, Sorgen haben, dass trotzdem diese neue KI-Welt, wie wir sie jetzt häufig dann angeboten bekommen bei Google, dazu führen, dass sie keinen Traffic mehr bekommen, dass die sogenannte Zero-Click-Welt irgendwie oder Zero-Traffic-Welt Dass man all das, was man vorher von euch bekommen hat, nämlich Traffic, dass der jetzt einfach nicht mehr kommt oder nur noch viel weniger kommt. Also auch gerade im Bereich Publisher ist es ja so eine Sorge, die da viele haben, oder ein Gedanke. Ich habe vor kurzem irgendwie gelesen, der Herr Thompson, der CEO von The Atlantic, also einem großen US-Publisher, der sagt irgendwie, man sollte irgendwie davon ausgehen, besser mal, dass der Google-Traffic auf null zurückgeht. Sagst du, die Sorge muss man nicht haben, oder sagst du, vielleicht gar nicht schlecht, sich mal zumindest darauf einzustellen?
Nein, noch mal, ich glaube, wir wollen unbedingt ein florierendes Web-Ökosystem, auch mit Traffic. Wir schicken jeden Tag Milliarden von Klicks in das Web-Ökosystem und wollen natürlich, dass das weiter der Fall ist, und denken auch, dass das weiter der Fall ist. Und es ist eine sehr verkürzte Sicht zu sagen, nur weil wir jetzt an einer Stelle eine Übersicht oder ein KI-generiertes Hin und Her in der Google-Suche haben, wir haben ja sozusagen KI-Übersichten und jetzt auch einen KI-Modus, wo du einsteigen kannst, dann auch in Rückfragen und tiefer einsteigen kannst, dass das zu weniger Traffic bei Verlagen oder anderen Publishern führt, das sehe ich jetzt erstmal nicht. Das zeigen uns unsere Daten auch nicht, sondern wir sehen das als etwas, was das Spielfeld erweitert und was unsere Nutzer in Summe dazu bringt, noch mehr zu suchen. Ich glaube, die Frage ein bisschen, die ich zurückstellen würde an jemanden, der das sagt, ist auch: Was ist denn die Alternative? Wir können ja nicht die Google-Suche so lassen, wie sie ist, wenn sich die Nutzererwartungen weiterentwickeln. Und Nutzer eigentlich neue Arten von Antworten sehen wollen, dann müssen wir doch auch die User Experience in der Suche entsprechend weiterentwickeln. Denn das ist ja die Grundlage dafür, dass wir überhaupt Kunden haben, die dann entsprechend auf Webseiten landen. Also eine Welt, in der Nutzer nur noch auf Google die Antworten bekommen und nicht ins Netz gehen, ist überhaupt nicht unser Ziel. Arbeiten wir nicht dran. Ist auch keine Größe, die wir— nach der wir optimieren würden. Aber eine Welt, in der wir aufhören, die Suche zu verbessern und aufhören, innovative neue Formate einzublicken, das kann auch nicht unser Ziel sein. Also wir wollen im Gegenteil alle Möglichkeiten von KI nutzen, um Nutzern relevantere, intelligentere und personalisiertere Antworten zu geben als bisher.
Aber es könnte schon sein, also wenn sich immer mehr zeigt, dass der Nutzer das liebt, in Google informiert zu werden, dass dann zumindest mal in bestimmten Verticals oder Themenbereichen dass dann einfach die Welt sich ändert und der dann auch bei euch informiert wird und nicht mehr rübergeschickt wird zu einem Nischen-Publisher oder irgendein Drittes?
Das kann absolut so sein, und das ist auch seit 25 Jahren schon so, dass wenn wir Veränderungen in der Suche vornehmen, der ein oder andere mal höher, mal niedriger erscheint, mal mehr oder weniger Traffic bekommt. Was wir aber in den letzten Jahren auch gesehen haben, dass wir in Summe einen immer größeren Trafficbereich dann auch ins Internet senden als vorher. Wenn wir den Suchalgorithmus verändern, verändert sich natürlich auch was in einzelnen Publishern, die entweder mehr oder weniger Traffic dann bekommen. Das nicht, also die Frage, dass das jetzt, wenn du die Frage so stellst, wie du sie gestellt hast, wird sich da was verändern, würde ich sagen, absolut wird sich da was verändern, aber nicht in der Art und Weise, dass es keinen Traffic mehr gibt, der zu Webseiten geht.
Okay, okay. Ich meine, du kennst ja auch dieses ganze Game der SEOs, mit dem sind wir groß geworden. Ich glaube, wir haben beide eine Menge Bekannte, die da irgendwie tätig waren oder diese Welt kennen. Du kennst jetzt ja auch von der Google-Seite. Hat dieses SEO-Spiel aus deiner Sicht an Relevanz verloren? Also Webseiten zu optimieren, damit sie bei euch gut gefunden werden, war ja über Jahre, gab es Agenturen, da gab es eine richtige Industrie, hat auch dazu geführt, dass Firmen wie Zalando so erfolgreich sein konnten, wie sie dann am Ende geworden sind. Ist dieses SEO-Game jetzt aus deiner Innensicht sozusagen Das ist eigentlich durch.
Ich würde sagen, es gibt neue Regeln in dem Spiel, die man verstehen sollte. Und ob es dann noch SEO heißt oder EIO oder wie wir das dann nennen, weiß ich nicht. Aber du, es gibt auch, wir haben bewusst vor ein paar Wochen dazu auch noch mal ein paar Dinge erzählt, auch bei Google I/O erzählt und bei Google Marketing Live, was denn unsere Empfehlungen sind an Webseiten, die auch im Zeitalter von KI gefunden werden wollen. Vieles davon hat sich nicht verändert. Du wirst gefunden, wenn du relevanten, originalen und gut aufbereiteten Content hast. Du wirst weniger gefunden, wenn du Content nur kopierst, den es anderswo schon gibt, oder Content, den deine Nutzer nicht interessiert oder niemand interessiert, anbietest. Also es gibt eine Reihe von Dingen, wo wir gesagt haben, das verändert sich eigentlich nicht. Und hier gibt es eine Reihe von Empfehlungen, damit du auch in Zukunft von KI, ebenso wie jetzt eine Webseite indexiert wird, auch von KI erkannt werden kannst als guter Content. Insofern SEO in der Form wie früher, auch das entwickelt sich ja ständig weiter. Im Zeitalter von KI musst du halt verstehen, wie wirst du von KI gefunden, wie werden deine, wann werden deine Inhalte als relevant wahrgenommen. Und am Ende ist es immer das Gleiche: Wie bist du für die Nutzer so gut als Content, dass du dann auch gefunden und indexiert wirst? Das ist in der KI Welt nicht anders als in der SEO-Welt.
Haben denn in den letzten Jahren bei dir verschiedentlich mal Leute E-Mails, telefonisch dich kontaktiert und gesagt, was habt ihr hier gemacht? Hier gab es ein Google-Update, mein Traffic ist weg, ich wurde irgendwie aber bei verschiedenen Suchworten werde ich nicht mehr gefunden. Das kann doch nicht sein, das darf nicht sein, ich verliere hier Millionen. Ich stelle mir vor, dann ab und zu stehen Leute bei dir vorm Haus und sagen, ey, das ist meine Webseite, Herr Justus, ändern Sie das wieder.
Mach mal was, Herr Justus. Ja und nein. Also ganz so extrem ist es nicht, aber natürlich kriegt man die Fragen. Jetzt muss ich dazu sagen, ich habe nicht persönlich die Hand an unserem Algorithmus und verändere den an einem Montagmorgen. Wir haben ein sehr, sehr gut organisiertes Search-Team, was an Search Quality und dem Search-Algorithmus arbeitet. Ich verstehe auch die Frage. Also als Webseitenbetreiber würde ich auch, wenn sich was verändert und meine Sichtbarkeit runtergeht, würde ich die Frage auch stellen. Gleichzeitig ist es natürlich so, du hörst im Grunde dann nur den Anruf von jemandem, der sagt, jetzt bin ich weniger sichtbar. Und du weißt aber, na ja, das ist eine Suchreihenfolge. Da ist jemand ganz oben und jemand ist weiter unten. Der, der weiter nach oben gegangen ist, der meldet sich nicht, der ruft nicht an, der findet das erstmal großartig. Und nochmal, wir versuchen dann ja auch in diesen Algorithmus-Updates durch unser Search-Team zu erklären, was denn die Faktoren sind. Wir werden nie den ganzen Algorithmus offenlegen können, weil dann sozusagen das missbraucht werden kann für weniger vertrauenswürdige Inhalte und Spam-Inhalte und so weiter. Aber wir versuchen schon, die Faktoren zu erklären, die dazu führen. Und das ist dann das, worauf ich verweise, wenn sich die Algorithmen mal wieder ändern.
Euer CEO, der Herr Pichai, hat jetzt zuletzt in einem Podcast von Lex Fridman gesagt: In Zukunft ist der AI-Mode nicht mehr über den extra Reiter sozusagen zugänglich, sondern dann ist es der Default-Mode. Ist das schon irgendwie absehbar?
Oder wir haben gerade den AI Mode auf der Google I/O angekündigt und gelauncht für die USA. Der wird da jetzt gerade, oder ist jetzt gerade schon umgesetzt worden. Wir haben ihn noch nicht in Europa. Ich freue mich auf den Tag, wenn er auch hier kommt.
Weiß man schon, wann das ist?
Nee, das wissen wir noch nicht. Müssen wir noch ein bisschen warten. Ist manchmal in Europa so. Aber dass das jetzt der Default wird, also das habe ich jetzt noch nicht so verstanden.
Okay, also ich meine, das soll, er habe gesagt, irgendwie Main Search Experience, so was immer das heißt.
Also genau, wir werden erst mal das als einen Reiter, als eine Option in der Google-Suche einführen und dann werden wir natürlich ganz viel davon lernen. Wie wird das dann verwendet? Was ist die Interaktion mit dem AI-Mode im Vergleich zu dem AI-Overview, den wir auch haben? Ein wesentlicher Unterschied ist, dass du beim AI-Overview eigentlich eine fertige Seite bekommst. Aber eigentlich keine Rückfrage in einem Text stellen kannst. Das kannst du aber im AI-Mode. Das heißt, du kannst in den Austausch gehen. Du sagst, ich möchte gerne nach Mallorca fliegen und brauche ein Hotel für 4 Personen und 2 Kinder und so weiter. Und dann kannst du Rückfragen dann stellen und dich weiter vorarbeiten in dem AI-Mode. Und wir sind natürlich gespannt darauf zu sehen, wie das angenommen wird.
Welche KI-Apps nutzt du eigentlich abseits von Google? Also ich meine, offensichtlich nutzt du ja Google, aber was noch so?
Perplexity?
Ich nutze vor allem unsere eigenen KI-Apps und ganz viele Apps, die glaube ich auch mit KI funktionieren, also im Hintergrund. Ich glaube, deine Frage würde ich mal ein bisschen erweitern, weil ja heute KI in so vielen Bereichen drinsteckt, oder? Also ich habe mir sagen lassen von dem CEO von Duolingo, dass da auch ganz viel KI drinsteckt in der Art und Weise, wie man da Sprachen lernen kann. Das finde ich zum Beispiel gut. Spotify, wenn du Daniel Ek zuhörst, hat jede Menge KI da drin. Ich benutze natürlich vor allem YouTube, aber Spotify ab und zu mal, um zu gucken, wie es da aussieht. Nein, also im Ernst, ich benutze schon viele unterschiedliche Apps, aber am liebsten unsere eigene.
Okay, okay. Du hast gerade über YouTube kurz gesprochen. Wie viel deiner Zeit ist mittlerweile also Core-Google-Business Search und wie viel ist YouTube? Also es ist ja gefühlt, ist es ja mittlerweile die zweite ganz große Welt, die bei euch irgendwie eine Rolle spielt.
Ja klar, also in der Vermarktungsseite ist das ja für uns ein Vermarktungsteam, was sich mit allen unseren Ads-Produkten beschäftigt. Dann haben wir auf der Inhalteseite wieder ein anderes Team, was sich um die Creator, um die Content Creator und Partnerschaften und sozusagen Sportinhalte, Live-Inhalte und sowas kümmert. Aber auf der Vermarktungsseite kann ich dir das gar nicht aufbrechen, weil das das gleiche Team mit den gleichen Themen eigentlich ist und die Werbeprodukte auch an vielen Stellen zusammenwachsen. Also die Produkte, mit denen wir es möglichst einfach machen. Meinetwegen, du bist jetzt ein E-Commerce-Shop und möchtest deinen Shop und deine Schuhe und was weiß ich, was du alles verkaufst, anbieten. Dann hast du im Idealfall eine Kampagne, mit der du über alle Google-Inventare im Prinzip das tun kannst. Also insofern, das sind für uns nicht zwei Vorgänge, sondern gedanklich einer, selbst wenn es an einer Stelle mal ein Video gibt und an einer anderen Stelle eine Suchanzeige und an einer dritten Stelle vielleicht ein scrollbares Displayformat. Unser Ziel ist, das so einfach wie möglich über die Kategorien hinweg zu machen.
Okay, aber ich meine, ist denn, oder so nur von der Größenordnung her, jetzt Umsatz zum Beispiel, ist denn jetzt YouTube mit Search, wie groß ist das da? Ist das 2-, 3-fache? Kann man da irgendwas zu sagen, so von der Größenordnung?
Nee, kann man jetzt in dem Markt, an dem einzelnen Markt nicht sagen, aber es gibt, wenn du in die Google Finanzergebnisse guckst, gibt's verschiedene Sektionen, die du dir angucken kannst zu Google Search, und dann gibt's glaube ich gruppiert einen Bereich, in dem dann auch YouTube dann gezeigt wird.
Der ist aber noch deutlich kleiner.
Search ist noch der größte Bereich von Google auf jeden Fall.
Also auch noch mit Abstand?
Ja, wobei YouTube als Standalone-Geschäft inzwischen auch ein sehr großes Geschäft wäre.
Wollte ich gerade sagen, also ich meine mittlerweile hier beim OMR Festival kürzlich Scott Galloway hat ja sogar da auf der Bühne gerade irgendwie ganz neu im Jahr 25 großes Thema YouTube. Also wo man sagt, okay, es gibt es auch schon eine Weile, also so ganz neu ist es nicht, aber irgendwie scheint es da ja richtig Dynamik zu geben gerade.
Total übrigens auch für Podcasts.
Ja, ja, genau. Da wäre ich vielleicht noch drauf gekommen. Also da mittlerweile alle großen Podcaster von Lex Fridman, Joe Rogan, wie sie alle heißen, sind da jetzt richtig am Start.
Ja, und das ist total spannend, nicht? Also man hätte jetzt vielleicht die Vermutung auf YouTube, habe ich überhaupt nur Videos und Podcasts habe ich woanders. Aber das ist schon lange nicht mehr der Fall. Also Podcasts sind ein ganz großes Phänomen und ganz großer Trend auch in den letzten Jahren auf YouTube gewesen. Mehr als eine Milliarde Menschen hören oder schauen auf YouTube jeden Monat Podcasts.
Was wir hier gerade machen, kann man ja auch bei YouTube angucken. Wir investieren da ja auch. Also ob du es nun willst oder nicht, oder ob du es— wir müssen— also es ist glaube ich für viele Podcaster, gerade Interviewpodcaster, ist es unvermeidlich und wir geben da auch Gas.
Aber man kann das gucken.
Ich erwarte jetzt hier 30.000, 40.000, 50.000 Menschen, die das dann hoffentlich unser Gespräch jetzt auch bei YouTube sehen.
Und das finde ich eben deswegen auch spannend, weil ja die Tatsache, dass sie es auch sehen können, was zu dem Podcast noch hinzutut. Also hören ist schon mal gut, aber wenn du jetzt auch noch das Gespräch sehen kannst, vielleicht unsere Interaktion, unsere Mimik, unsere Gestik, dann bringt das ja noch eine wirklich zusätzliche Komponente. Und auf YouTube hast du immer noch die Möglichkeit, dann auch mit deiner Audience zu interagieren, nicht? Die Kommentare und die Möglichkeit, dass dann aktive Fans irgendwie entstehen und nicht nur ein passives Konsumieren stattfindet, das ist schon groß.
Sind denn Podcast-Inhalte so diejenigen, die jetzt die YouTube-Dynamik da am meisten befeuern? Wahrscheinlich nicht. Oder was ist es? Was für Inhalte sorgen dafür, dass auf einmal YouTube nochmal so einen neuen Rückenwind kriegt?
Es sind eine Reihe von Themen. Podcast ist ein Thema, auch ein Thema, was in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Dann, was wir Short-Form-Content nennen, also YouTube Shorts, ist natürlich enorm gewachsen in den letzten Jahren. Interessanterweise alles, was auf dem Connected TV, also dem Smart-TV stattfindet, ein wahnsinniges Wachstumsfeld. Und dort schauen, dort wird YouTube querbeet geschaut. Kurze Inhalte, lange Inhalte, Musikvideos. Also der Bildschirm in deinem Living Room, der Fernsehbildschirm, der jetzt intelligent ist, auf den du streamen kannst, dort YouTube zu schauen, ist ein Riesenphänomen.
Aber es bleibt weiterhin aus eurer Sicht im Wesentlichen oder zu 99% user-generated. Also ihr werdet nicht jetzt selber so Produktionen dort anbieten oder irgendwie da eigene Inhalte erzeugen oder so was. Das kommt nicht infrage.
Das sind zwei unterschiedliche Fragen sozusagen. User-generated kann ganz viel heißen und unterschiedlich ist, was gemeint ist. Unsere Aufgabe bei YouTube ist nicht oder auch nicht mehr, die Inhalte selbst zu erstellen, wenn das deine Frage ist. Und das haben wir vor ein paar Jahren mal ein paar Testballons dazu gehabt und haben das versucht.
Es gibt eine geile Doku, die ihr gemacht habt über das Coachella-Festival. Kann man auf YouTube von YouTube super gucken.
Gute Inhalte da. Aber es sind User Generated, wenn du so fragst, ein Mensch mit seinem Handy, der rumgeht und ein Video macht. Das ist ein Teil, der ist auch wichtig, und das ist auch über die Jahre immer einfacher geworden. Und wir bauen Tools dafür, dass YouTuber noch einfacher zu Creatorn werden können, übrigens mit KI und Musikunterstützung und, und, und. Aber es gibt natürlich immer mehr auch professionell aufwendig mit großen Produktionen hergestellte Inhalte speziell für YouTube, die auch dort stattfinden, ne. Und immer mehr auch Broadcaster, Fernsehsender, die ihre Inhalte auch auf YouTube hochladen. Immer mehr Sportinhalte, Musikinhalte. Das heißt, das Spektrum der Inhalte ist unglaublich breit geworden.
Guckst du MrBeast?
Ich gucke MrBeast.
Wirklich?
Ja, aber nicht jede Folge. Aber ich gucke MrBeast, weil ich ihn ziemlich cool finde.
Er hat jetzt glaube ich 400 Millionen Abonnenten, habe ich vor kurzem gelesen. Das ist irgendwie so und so viel Prozent, ich weiß nicht, 5% der Weltbevölkerung oder sowas. Also was, was Wahnsinn. Ja, aber es ist ja auch mit Abstand. Es gibt doch keinen, der dann da irgendwie rankommt. Der ist ja schon wirklich ein absolut singuläres Phänomen.
Ja, MrBeast ist stark und macht natürlich auch coole, mutige Sachen, hat eine ganze Produktionsmaschine dahinter. Ich finde das spannend.
Folgendes Problem kennen sicherlich die meisten: Der Zug fällt spontan aus. Frust, verlorene Zeit und vor allem endlose Warteschleifen. Umso erfreulicher, dass unser Partner ElevenLabs da eine hervorragende Lösung bietet. Mit ihrer Agents-Plattform und den menschlich klingenden KI-Agenten haben sie Kundenservice komplett neu gedacht und ich durfte das mal testen.
Eleven von ElevenLabs hier. Wie kann ich dir helfen?
Warum sollte ich mit dir sprechen, statt auf einen echten Menschen zu warten?
Weil ich kein stummer Bot bin. Ich bin ein autonomer Sprachagent, der komplexe Probleme löst und proaktiv handelt.
Was heißt proaktiv zum Beispiel bei einem Zugausfall?
Also statt den Fahrgast ratlos stehen zu lassen, ruft mein System ihn persönlich an. Hey, dein Zug fällt leider aus. Ich habe dich auf die nächste Verbindung umgebucht und einen Sitzplatz reserviert. Dein Ticket ist bereits in der App aktualisiert.
Und klingt das nicht wieder nach Roboter, sobald es richtig kompliziert wird?
Nee, ganz im Gegenteil. Wir entwickeln die weltweit besten Stimmen. Wir verstehen Emotionen und reagieren ohne Verzögerung in einem natürlichen Gespräch, bei dem du mich jederzeit unterbrechen kannst. Bei uns gibt es keine Warteschleife. Wir lösen das lieber direkt.
Wenn du deinen Kundenservice auch von reaktiv auf proaktiv umstellen willst, teste die ElevenLabs Agents einfach selbst. Kunden wie die Deutsche Telekom, Bertelsmann, Klarna oder Revolut vertrauen bereits auf ElevenLabs. Hol dir deine Demo auf elevenlabs.io/omr. Und ja, auch meine Stimme wurde mit ElevenLabs erstellt. Aber was würdest du deutschen Fernsehsendern raten, die jetzt ja irgendwie da auch drauf gucken? Und dann gibt es von RTL, die sich so ein bisschen versuchen zu transformieren, bis ProSieben, die gerade viele Sachen machen mit Midjourney. Die Öffentlich-Rechtlichen, wenn du drauf guckst, was würdest du denen sagen?
Ich glaube, viele von den Fernsehsendern, öffentlich-rechtlich und auch private, experimentieren schon ganz viel mit mit eigenen Formaten, die auch auf YouTube stattfinden. Genau, also im öffentlich-rechtlichen Bereich oder auch mit dem, was man vor ein paar Jahren Multi-Channel-Netzwerke genannt hat, also sprich mit Creatorn, die sie unterstützen, die sie dann auch vermarkten auf verschiedenen Plattformen und zunehmend auch mit der Frage, welchen Inhalt spiele ich linear aus in meiner eigenen Streaming-Library und Videothek und dann zusätzlich auch auf YouTube. Ich glaube, spannend wird es dort, wo man die Aufgaben der jeweiligen Formate so zusammensetzt, dass daraus mehr wird als vorher. Also zum Beispiel, wenn man eine Serie hat, die erste Folge einer Serie auf YouTube zu zeigen und dann zu sagen: Die anderen Folgen findest du auf meinem Streamingdienst oder findest du jetzt hier in unserem linearen Format. Da wird gerade sehr, sehr viel experimentiert. Was ich denen raten würde, ist sozusagen mit ganz offenen Augen da reinzugehen. Auch zu gucken, was in anderen Ländern gemacht wird. Also viele Fernsehsender haben sich in den letzten Jahren auch sehr stark geöffnet zu sagen: Viel mehr Inhalte finden auch auf YouTube statt. Und das eine, wenn man einen Inhalt auf YouTube hat, heißt es ja nicht, dass man den nicht auch linear haben kann oder in der eigenen Videothek oder im eigenen Streaming-Service, sondern muss das intelligent distribuieren und verteilen, je nach der Aufgabe, die ein Inhalt eigentlich haben kann.
Aber die Vermarktung ist dann schon eher weg. Also wenn man das da hochlädt, dann macht ihr die Vermarktung und Und da gibt es ja eine Möglichkeit in der Vermarktung.
Also für die Vermarktung gibt es ganz unterschiedliche Modelle. Die kann entweder der Broadcaster selbst übernehmen, wir können die übernehmen, wir können die aufteilen und da verdient er natürlich was daran, ist ja klar.
Aber es ist ja schon irgendwie verrückt, dass dann MrBeast am Ende sein Geld auch zu großen Teilen verdient über irgendwelche Schokoriegel, die er macht oder Restaurantketten oder sonstige Sachen. Also abseits, er nutzt euch eigentlich nur als als Reichweitenplattform und die Vermarktung macht ihr dann in Teilen, wahrscheinlich auch bei ihm, weiß ich nicht.
Ja, aber er hat natürlich, er kriegt einen Anteil an den Erlösen. Jeder, der eine bestimmte Größe erreicht, kriegt einen signifikanten Anteil der Werbeerlöse.
Gibt es viele Menschen in Deutschland, hast du da ein Gefühl für, die sozusagen jetzt von euch, sagen wir mal, im Jahr über eine Million ausbezahlt bekommen von YouTube?
Könnte dir jetzt auf über eine Million die Zahl nicht sagen, aber wir haben schon auch intern, dass wir gucken, wie viele Creator auf YouTube nutzen das nicht nur als Hobby und Einstieg und es ist interessant, mal ein bisschen Monetarisierung zu erreichen, sondern können daraus einen Lebensunterhalt machen. Und das ist schon eine große Zahl. Okay, das ist für uns auch so ein— wir haben immer einmal im Jahr so ein Festival, wo wir beim YouTube Festival die erfolgreichsten Creator zusammenbringen mit Werbetreibenden, mit Agenturen. Und was da für eine Dynamik drin ist, wie viele Creator jedes Jahr da wieder zeigen, dass sie sich ein Geschäft aufgebaut haben, dass sie eine Audience gefunden haben, das ist einfach immer enorm zu sehen.
Wobei jetzt über diese Publisher-Seite oder die Creator-Seite, wenn du so willst, über die Adspender-Seite wollte ich dich auch nochmal fragen, also um auch Menschen mal ein Gefühl zu geben, die jetzt bei euch Geld ausgeben und wir tun das ja auch mit OMR, wir schalten Anzeigen, dann sind das—
Viel zu wenig, aber ja.
Genau, genau, genau, aber sagen wir mal für uns viel Geld wahrscheinlich, ich Ich hätte jetzt mal geschätzt, irgendwelche sechsstelligen Summen vielleicht, und vielleicht überweisen sie euch auch eine Million im Jahr über die verschiedenen Sachen, die wir so machen und wo wir werben. Aber das ist ja alles, sagen wir mal, noch klein. Bei euch gibt es ja durchaus Firmen, also auch wahrscheinlich aus Deutschland heraus, die, oder gibt es da viele Firmen, die, sagen wir mal, im Jahr 100 Millionen an euch überweisen? Deutsche Firmen?
Das sind so Fragen, Philipp, da kann ich auch in dem Podcast nicht furchtbar viel dazu sagen.
Du wärst nicht geschockt, wenn jetzt jemand kommt und sagt, ich habe hier glaube ich einen Account für dich, Philipp. Ich glaube, im nächsten Jahr machen die bei euch 20 Millionen Euro Umsatz. Das ist für dich, sagst du, ja okay, das machen viele.
Ja, würde ich sagen, gibt es schon welche, die das machen. Und das ist erstmal, solche Summen sind erstmal wahnsinnig groß. Aber die Frage, die man dann ja stellen muss, was kriegen die eigentlich dafür? Und wir haben ja, nicht nur wir, aber auch wir bei Google Ads haben ja ein Modell dafür entwickelt, Measurement-Systeme entwickelt, wie du ganz genau nachvollziehen kannst, wie viele neue Nutzer, wie viele Warenkörbe, wie viel— was ist dein ROAS, dein Return on Ad Spend, den du erreicht hast. Also wir haben ein ganz fein ausgebautes Messinstrumentarium und das ist der Grund, warum, glaube ich, Kunden sagen—
Ich würde auch nicht sagen, dass das jetzt irgendwie dumm ist oder falsch ist oder negativ. Es ist einfach nur, ich will nur die Dimension auch mal erklären, dass diese Firmen das vollkommen sehenden Auges und aus voller Rationalität richtige Entscheidungen machen. Das ist irgendwie mir total klar. Genau, mit den ganzen Return-on-Investment-Betrachtungen, die ihr ja quasi auch in den Markt eingeführt habt. Dennoch hat es auch dazu geführt, das finde ich jetzt irgendwie für den, vielleicht für viele Hörer noch mal überraschend, ja, also 20 Millionen, da gibt es schon einige. Wahrscheinlich gibt es ja auch welche, die nehme ich jetzt mal an, die bei euch 100 Millionen im Jahr lassen. Also ich tippe jetzt eine Amazon Deutschland, eine Zalando Deutschland wahrscheinlich irgendwie. Mich jetzt nicht wundern, wenn ich höre, auch 100 Millionen zahlen die für die verschiedensten Leistungen, die sie bekommen.
Ja, ich kann natürlich zu einzelnen Kunden gar nichts sagen, aber zu dem, was die machen, noch weniger. Aber ja, in der Tat haben wir einige Kunden, die, sag mal, einen Großteil ihres Marketings auch über Google investieren.
Was ist denn die stärkste Branche? Also was würdest du sagen, wenn diese Branche wegbrechen würde, warum auch immer, das wäre für euch— also ist es E-Commerce irgendwie, oder ist es eher—
E-Commerce ist eine wichtige Branche, wobei man E-Commerce wahrscheinlich heute noch breiter fassen würde, als wir das vielleicht gemeinsam vor 5 oder 10 Jahren getan hätten. Weil es fast keinen Händler mehr gibt, fast keinen Einzelhändler mehr gibt, der nicht auch E-Commerce macht, oder? Also jeder Händler, der jetzt durch Corona durchgegangen ist, spätestens seit dem Zeitpunkt hat einen großen erfolgreichen Onlineshop irgendwie noch dabei und sieht sich als Multi- oder Omnichannel-Retailer. Also wenn wir jetzt Retail als Ganzes nehmen, ist das sicher ein großer Bereich. Travel ist ein großer Bereich, Finance, CPG, Finance, das sind so Bereiche, die typischerweise da intensiv dabei sind.
Ist denn dein Job in den letzten Monaten auch schwieriger geworden oder noch mal anders geworden? Du hast über Komplexität gesprochen aufgrund von KI. Jetzt gibt es ja auch so diese politische Layer. Also wir haben anfangs schon gesprochen, da hat sich jetzt ein bisschen was getan. In den USA gibt es eine neue Regierung. Hat das für dich Konsequenzen gehabt, sagen wir mal ganz konkret, in deinem Job?
Absolut! Und ich glaube, in allen Jobs, die wir gerade bei Google haben, hat das die Konsequenz, dass sich so wahnsinnig viel tut, dass man immer auf dem neuesten Stand versucht zu bleiben und sich Zeit finden muss, um überhaupt mal zu lesen: Was haben wir gerade gemacht? Was haben andere gemacht? Was tut sich im Markt? Was ist nicht? Also das ist für mich eine handfeste Herausforderung, jede Woche zu gucken.
Hat sich beschleunigt.
Hat sich beschleunigt. Die Menge an Informationen hat zugenommen und man muss irgendwie Wege finden. Ich nutze dafür tatsächlich auch KI, um so ein bisschen das zu kondensieren und wieder zu sagen: Was sind denn jetzt die 3 oder 4 oder 5 wichtigsten Sachen, die ich dazu wissen sollte.
Also, aber die weltpolitische Lage ist ja auch so, dass auf einmal die Sicht auf Amerika in Deutschland eine andere geworden ist, in Teilen aufgrund der Regierung dort und auch der Aussagen, die da getätigt wurden über Europa, über Deutschland. Jetzt, wenn man sozusagen in so einer amerikanischen Groß- oder sehr stark für Amerika stehenden Organisation arbeitet, ändert das dann auch schon so, dann musst du dich mehr rechtfertigen oder musst du auch irgendwie mehr navigieren zwischen einer amerikanischen Firma mit deutschen Mitarbeitern in großen Teilen, die ja dann sich jetzt nicht alle geändert haben, und dann da anderen Ansprüchen an Diversität und all diesen Themen. Ist das—
Ich glaube, was sich für mich geändert hat, sehr handfest, ist, dass ich noch mehr den Austausch mit anderen Unternehmen suche, deutschen, aber auch amerikanischen, um so ein bisschen zu vergleichen, was seht ihr, was sehen wir, wie gehen wir damit um. Wir tun das einerseits im Einzelaustausch, also mit halt Menschen, die ich so kenne in anderen Unternehmen, Aber wir sind zum Beispiel im Bitkom, das ist der Verband der Digitalindustrie in Deutschland, oder in der American Chamber of Commerce. Das sind so deutsche Unternehmen, die in den USA investieren, oder amerikanische Unternehmen, die in Deutschland investieren. Das sind für mich eigentlich jetzt in den letzten Monaten Foren geworden, wo ich mich ganz viel austausche mit den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern anderer Unternehmen, um mal so ein bisschen zu hören: Wie geht ihr gerade mit der Unsicherheit um, in der wir alle so stecken? Das ist glaube ich vielleicht ein ganz konkretes Ding, was ich jetzt gesehen habe.
Und sag mal so, wenn jetzt zum Beispiel Friedrich Merz hingehen würde und sagen würde, okay, hier diese Nordsee, also eigentlich wäre Deutsche See schon der bessere Name dafür. Ich will, dass es jetzt eigentlich so heißt und ich meine, hier der Justus da von Google, der hat ja auch Maps, der soll das jetzt mal da eintragen bei Maps. Das soll jetzt mal hier Deutsche See heißen, sonst wird jetzt hier bei Google in Deutschland abgeschaltet. Gehen so Szenarien auch in deinem Kopf rum?
Aber das läuft ein bisschen anders. Und das ist ein ganz gutes Beispiel, weil wir bei Google Maps seit vielen Jahren natürlich vor der Frage stehen: Wie heißen eigentlich Flüsse, Seen, Berge und so weiter? Und wer gibt vor, wie die heißen? Und da gibt es typischerweise in jedem Land eine offizielle Datenbank. Die wird von irgendjemandem gepflegt. Das sind unterschiedliche, typischerweise von öffentlichen Institutionen vorgegebene Datenbanken, in die man dann reinguckt. Und da findest du die Begriffe. Gutes Beispiel vielleicht die Ostsee, die heißt bei uns Ostsee, die heißt in Schweden anders und wieder andere nennen sie das Baltische Meer und und und. Das heißt in dem konkreten Fall, auf den du glaube ich anspielst, wenn auf Google Maps du nach bestimmten Seen und Meeren suchst, kann es sein, dass du in verschiedenen Ländern unterschiedliche Namen findest. Das ist aber heute schon der Fall, nicht? Also das ist auch Auch wenn du auf den Channel guckst, dann nennen die Franzosen den Channel anders als die Engländer und da findest du heute schon andere Begriffe. Und für uns ist tatsächlich immer sozusagen die Source of Truth das von einem Land Veröffentlichte in einer geografischen Datenbank, das, was halt dazu drinsteht.
Also rein theoretisch könnte Merz es dann schon machen. Also wenn er jetzt sagt, ich drücke jetzt drauf, also vollkommen unabhängig von Google, ich zwinge das jetzt in Deutschland, das Ding jetzt irgendwie ab demnächst Deutsche See heißt, weil das ist geiler als Nordsee. Und das ist doch ein bisschen mein Vermächtnis, dann würdet ihr das dann anpassen, logischerweise.
Da stecken zwei Fragen drin. Die erste Frage ist: Kann in Deutschland der Bundeskanzler morgen die See umbenennen? Das weiß ich nicht. Ich weiß nicht, was der Prozess dafür ist und bin ich der Falsche, um das zu beantworten. Aber wenn in Deutschland, was auch immer die Datenbank ist, die das beschreibt, die offiziellen geografischen Namen, wenn da was geändert wäre, würden wir das sicherlich bei Google Maps auch reflektieren.
Ja, okay. Ist denn, also vielleicht noch mal so als Überfrage, ist es schon so, dass du merkst, dass die Wahrnehmung von Google sich schon auch gewandelt hat über die Zeit? Oder woran liegt das eigentlich? Ich glaube, dass es so ist, dass man, als es neu war, da war das ein totaler Hype. Da war es auch bei uns bei OMR so unglaublich irgendwie, Google, was die da machen, und das ist eine neue Firma, und da wollten alle arbeiten, und das war irgendwie Innovation pur. Und jetzt merkt man ja schon, Es gibt durchaus Leute, die das viel kritischer sehen, und es liegt einfach an der puren Größe sozusagen oder an der Dominanz, die Google erreicht hat, oder das ist einfach der Lauf der Dinge?
Erstmal sind wir natürlich ein viel größeres Unternehmen heute, als wir das vor 10 oder 20 Jahren waren. Das führt dazu, dass wir auch mehr Verantwortung als Unternehmen haben, die wir auch wahrnehmen müssen. Das sehe ich auch als Teil meiner Rolle, dafür zu sorgen, dass wir bei Google verstehen, wie tickt eigentlich Deutschland? Oder wie ticken die Länder in Zentraleuropa, was ich verantworte? Also innerhalb von Google das zu erklären, was ist eigentlich wichtig hier, wenn man hier operiert? Aber auch, dass wir in Deutschland verstehen, wie tickt eigentlich Google? Also die Übersetzungsleistung dann auch in das Land hineinzumachen. Glücklicherweise ist Google immer noch ein wahnsinnig beliebter Arbeitgeber und ein Unternehmen, was, glaube ich, mit dem andere Unternehmen auch gerne zusammenarbeiten wollen. Also in den einschlägigen Statista- und Universum-Rankings etc. wirst du, glaube ich, Google immer noch ganz weit oben als beliebter Arbeitgeber finden. Ich glaube, die Tatsache, dass wir auch an manchen Stellen Gegenstand von politischen Diskussionen sind, das kommt natürlich auch mit der Größe. Das ist in den letzten Jahren so gewesen und wir müssen uns auch diesen Fragen stellen. Wir sind zum Teil in neuen Märkten unterwegs, die es früher noch gar nicht so gab. Und dass es da auch politische Entscheidungen oder Regulierung gibt, der wir uns stellen müssen, das ist okay. Das kommt mit Größe eines Unternehmens auch dazu.
Und machst du dir so als Bürger, also ich finde, meine Sicht ist auch gerade, wenn man so über die verschiedenen Plattformen guckt, macht ihr das ja gut. Also ich habe das Gefühl, in den letzten Jahren ist Google sehr so in der Mitte, ausgewogen, diplomatisch. Man hat das Gefühl, dass das hat irgendwie da so eine Struktur gefunden. Dennoch machst du dir vielleicht als Privatperson manchmal Gedanken, zum Beispiel die Umsätze, die jetzt bei euch sind, die waren ja früher bei deutschen Verlagen mit Journalisten und so, oder ich will jetzt nicht dieses Trauerlied zu sehr anstimmen, du weißt, worauf ich hinaus will. Ihr habt ja dieses Game schon total verändert. Früher war Zeitschriften machen, zumindest Zeitung machen und Nachrichten machen, war eine relativ lukrative Sache, super, zum Teil sogar extrem lukrativ. Also viele Leute sind reich geworden, wenn du dir Liste der reichsten Deutschen anguckst, noch heute sind viele so alte Verlegerfamilien drauf, die da teilweise extrem viel Geld mit verdient haben, dass sie halt Nachrichten und Druck und wie das so war, auch Fernsender betrieben haben. Und das wird jetzt alles als Business deutlich schlechter, auch in der Region, weil viele der Gelder jetzt zum Beispiel bei euch sind, den großen Teil bei euch sind. Das ist einfach der Lauf der Dinge, oder muss man sich da Sorgen machen, oder machst du dir da Gedanken drüber?
Ich glaube, das sind auch wieder zwei unterschiedliche Fragen, die möchte ich ganz gerne auseinandernehmen. Das Erste, was du beschreibst, da gab es einen Umsatz, der ist jetzt zu Google gewandert. Das ist inhaltlich nicht so. Also wenn du guckst, wo haben früher Zeitungen, Zeitschriften Umsatz gemacht? Mit Stellenanzeigen, mit Autoanzeigen, mit Real-Estate-Anzeigen. Die sind nicht zu Google gewandert, die sind zu anderen Stellenmärkten oder Jobmärkten oder Immobilienmärkten und so. Das ist auch okay. Einfach, es gibt einen großen Teil des damaligen Anzeigengeschäfts von Tageszeitungen, der halt woanders hingewandert ist. Aber das ist nicht der Umsatz, wenn du mich jetzt vorher gefragt hast, wer schaltet Anzeigen bei Google? Da sind das ganz andere Unternehmen. Und viele von den Unternehmen, mit denen wir heute zusammenarbeiten, die gab es vor 20 Jahren überhaupt nicht. Die sind gerade erst entstanden. Das sind Geschäftsmodelle von, ich weiß nicht, von Flixbus über Zalando und Co. Also die gab es vor 20 Jahren nicht. Also deswegen passt auch der Zusammenhang nicht, dass die alle ganz viele Zeitungsanzeigen vor 20 Jahren gemacht haben. So, das ist der eine Punkt. Das muss man, glaube ich, genauer auseinandernehmen, was ist da mit Anzeigenmärkten passiert. Da sind natürlich erstmal die Nutzer, die haben ihr Verhalten verändert, die sind auch online gegangen und haben jetzt eine andere Art und Weise, Nachrichten zu konsumieren. Und das Zweite, was du ansprichst, mache ich mir Gedanken darüber, absolut. Also ich glaube, eine gesunde, florierende Landschaft von Verlagen und Nachrichtenorganisationen ist essenziell Es ist essenziell für uns als Demokratie, als Land Deutschland, für Europa. Es ist absolut essenziell und es ist auch etwas, was uns als Unternehmen am Herzen liegt. Deswegen arbeiten wir in ganz vielfältiger Art und Weise auch mit ganz vielen Verlagen zusammen, also Nachrichtenverlagen, auch Broadcastern, und tun das schon seit vielen Jahren, um, sagen wir mal, diesen Transformations- und auch Innovationsprozess zu unterstützen durch Technologie und auch um Wege zu finden, Monetarisierung von Webseiten zu verbessern und, und, und. Also ich glaube, mir ist wichtig, dass das zwei unterschiedliche Themen sind. Wenn du jetzt sagst, wie hat sich das Geschäftsmodell von Verlagen verändert? Das verändert sich schon seit 30 Jahren. Typischerweise folgt das einerseits den Lesern und Leserinnen, wo die halt ihre Informationen finden, und der zweite Teil sehr stark auch diese ganzen eben beschriebenen Classified-Märkte, die woanders hingewandert sind. Das Zweite aber, was können wir jetzt tun? Was können wir auch bei Google tun? Wir können natürlich mit Verlagen zusammenarbeiten und auch auch Nachrichtenprodukte interessanter machen, sei es auf YouTube, sei es in Google News. Wir haben auch Produkte wie Google News Showcase eingeführt, die Nachrichten in der Art und Weise und Optik nach vorne bringen wollen. Also das liegt mir persönlich am Herzen. Ich verbringe auch einen ganz guten Teil meiner Zeit damit, mit Verlagen zusammenzuarbeiten, mit Nachrichtensendern, mit öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten zusammenzuarbeiten.
Das sehe ich schon als Teil von meinem Eine andere Thematik, wo ich auch noch, du hast gerade schon ein bisschen angesprochen, dachte, da ist es eigentlich nur positiv, und zwar es gibt ja so diese Legende, und ich glaube, die ist auch wahr, wie gut es Leuten bei euch geht, dass Leute wirklich gerne bei euch arbeiten und da wirklich gut bezahlt werden. Dann gibt es die legendären Kantinen und alle möglichen Arten von Extra-Services, die man so bekommt. Ich glaube, zum Teil von Wäscherei bis Fitnessstudio und was alles dazugehört. Das führt auch dazu, dass Leute einfach sehr lange bei euch bleiben. Also ich habe das Gefühl, so keine Firma hat weniger Churn als Google. Also jemand, der einmal bei euch angefangen hat, ich meine, du bist jetzt selber erst 13 Jahre da, aber ist ja schon auch gar nicht so kurz. Und in meinem bekannten Freundeskreis jemand, der mal bei Google war, der ist da eigentlich, sei denn, er wird dann irgendwann von vielleicht Meta oder TikTok oder den neuen Plattformen abgeworben, aber geht aus dem Ökosystem nicht mehr raus. Ist es eigentlich nur gut, also sozusagen so wenig Churn zu haben bei den Leuten?
Erstmal spricht es, glaube ich, für ein Unternehmen, wenn das Unternehmen es schafft, Mitarbeiter lange begeistert zu halten, die auch da sein wollen.
Fies gesagt, wäre es ein goldener Käfig.
Die müssen ja nicht gehen.
Also wäre es ein goldener, man könnte, der Begriff des goldenen Käfigs, der ist—
Weiß ich nicht, weiß ich nicht. Also wir haben ambitionierte Leute, die auch was machen und was schaffen und sich weiterentwickeln wollen. Und wenn sie das Gefühl haben, sie können das bei Google tun, dann machen wir was richtig. Und wenn sie das Gefühl haben, sie können das bei Google nicht mehr tun, irgendwie sie entwickeln sich nicht mehr weiter, dann sollten die unbedingt woanders hingehen und beim nächsten Unternehmen oder Startup oder weiß ich nicht, Kundenseite. Und das tun ja auch einige und sagen, Mensch, also jetzt habe ich hier 5, 8, 10 Jahre was bei Google gemacht und jetzt mache ich das woanders. Und ich finde es auch total wichtig und bringt auch Dynamik rein, wenn das stattfindet, denn das gibt ja auch wieder bei uns Leuten die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Also beides ist irgendwie richtig. Es muss in der richtigen Balance sein. Wir wollen schon ein attraktiver Platz sein, wo die Leute auch gerne bleiben, aber klar, wenn jemand seine Ambitionen und seine Karriere eher woanders erfüllt sieht, dann ist das doch auch total okay, wenn er woanders hingeht.
Aber ich habe das Gefühl, es ist wirklich bei euch auffällig, also es ist ja auch nachvollziehbar, warum es so ist, also weil es den Leuten einfach gut geht.
Die Leute bleiben nicht wegen des Essens. Essens. Wir haben zwar auch ganz leckeres Essen und guten Kaffee, aber das ist nicht der Grund, warum die bleiben.
Ja gut, aber in Kombination mit einem guten Gehalt und mit irgendwie einer, ja, auch einer guten Marke ist das natürlich schon so eine Kombination, man sagt, okay, da gehen die Leute einfach kaum, und weil, also zumindest weniger als bei anderen Firmen. Also es ist meine Wahrnehmung. Würdest du sagen, das täuscht?
Nee, ich kann das etwas schlecht mit anderen Tech-Companies vergleichen. Ich glaube, im Vergleich zu dem, was ich von Startups höre, haben wir eine sehr viel niedrigere Fluktuation. Auf jeden Fall so. Startups, wenn die mir erzählen, sie haben 25 oder 30% Fluktuation, das haben wir nicht, die ist schon niedriger.
Und ich meine, man ist ja auch am Ende Shareholder, ne?
Also wenn man bei euch arbeitet, dann ist ja Silicon Valley Style, Silicon Valley, und ja, auch inzwischen bei den meisten Startups und Tech Companies in Deutschland, dass man schon versucht, alle Mitarbeiter auch am Erfolg halt auch über eine Unternehmensbeteiligung partizipieren zu lassen.
Die Aktie ist in den letzten Jahren, in 13 Jahren, seit du da bist, sehr, also also jetzt nicht nur wegen dir, aber vielleicht auch ein bisschen wegen dir, extrem gut gelaufen. Ich meine, das ist ja nun, also die Firma hat sich, glaube ich, in den 13 Jahren mehrfach verdoppelt. Also war wahrscheinlich dann auch für dich jetzt, waren das gute Jahre?
Ich glaube, es waren für alle unsere Mitarbeiter gute Jahre. Ich möchte mich da nicht ausnehmen.
Aber war das für dich am Ende der Stock über all die Jahre besser als das Fixgehalt?
Oh, da stellst du mir eine Frage. Also jedenfalls hat sich die Aktie gut entwickelt. Und jedenfalls ist es so, dass wir natürlich auch das dass Aktien auch ein wesentlicher Teil auch der Vergütung sind. Das ist in Tech-Companies so.
Also aber trotzdem ist für dich eine Zukunft auch mal außerhalb von Google eines Tages wäre auch noch vorstellbar?
Du, irgendwann sollten alle mal weiterziehen und was anderes machen. Das wird bei mir nicht anders sein. Aber im Moment bestimmt noch nicht, denn mir macht das jede Menge Spaß.
Okay, okay, okay. Ich bedanke mich. Wir sehen uns ja ohnehin regelmäßig, mindestens einmal im Jahr auf dem OMR-Festival, aber auch an anderer Stelle regelmäßig. Und das Schätze ich jedes Mal sehr. Übrigens auch Aktie, nicht nur du hast da ein paar Papiere, wahrscheinlich ein paar mehr als ich, aber auch ich habe ja irgendwie mich mal eingekauft gehabt, ist ganz gut gelaufen. Vielen Dank dafür.
Ja, Philipp, vielen Dank dir auch. Und vielleicht sehen wir uns ja auch übrigens beim YouTube Festival. Wir haben vorher schon über das YouTube Festival gesprochen. Würde mich natürlich sehr freuen, wenn du Lust hättest, da zu kommen, damit du auch mal siehst, wie da sozusagen die Creator-Seite dazu gehören auch Podcasts, mit der Advertiser-Seite zusammengeht.
Wann ist es und wo?
Das ist Ende August in Berlin. Genaues Datum schicke ich dir sehr gerne.
Packen wir mal in die Shownotes. Also das genaue Datum, YouTube Festival. Ist das kostenpflichtig? Also wenn jetzt jemand zuhört und sagt, da möchte ich auch gerne hinkommen, ist das kostenpflichtig?
Das ist tatsächlich auf Einladung. Es ist nicht ein ganz offenes, freies Festival, wo man sich einfach anmelden kann. Es ist tatsächlich auf Einladung.
Okay, ich sage jetzt mal trotzdem, wer hier zuhört und sagt, ich muss dahin, es gibt Grund, dass ich komme, schreibt mir, ich leite es dann weiter vielleicht. Vielleicht kommt der eine oder andere dann durch die Firewall durch und darf dann auch kommen, wenn er da vernünftige Argumente hat. Aber es kostet kein Geld, es ist einfach Einladung. Aber okay, alles klar, gut, dann denke ich, sehen wir uns Ende August und ansonsten demnächst wieder irgendwo, allerspätestens in Hamburg und vielleicht auch wieder demnächst im Podcast, wer weiß.
Dankeschön, danke Philipp.
Ciao, ciao. So, das war Philipp Justus. Wer hier gerne zugehört hat, dem empfehle ich dringend einen Podcast, den ich gemacht habe vor einiger Zeit mit Ralf Dommermuth, dem Gründer und CEO von 1&1. Wirklich eine Top-Folge. Und wer immer noch Bock hat auf Empfehlungen von uns und mehr hören möchte: Christian Klein, CEO von SAP, eine Folge aus dem Juli '21, Nummer 401. Auch das eine Empfehlung für alle, die hier sehr gerne zugehört haben.
Ich war keine gute Chefin und heute coache ich Führungskräfte. Und ich wurde mit 22 Jahren Führungskraft und musste ganz schön hart dafür kämpfen, ernst genommen zu werden. Heute bin ich Spiegel-Bestsellerautorin und erreiche auf LinkedIn Millionen Menschen. Wir sind Emma Isadora Hagen und Svantje Almers. Das ist Out of Office, der Business- und Karriere-Podcast. Wir teilen mit euch Karrieretipps, die wirklich funktionieren. Egal, ob es um Gehalt, Selbstmanagement oder die Frage geht, wie man kritische Gespräche richtig führen. Und dazu teilen wir mit euch die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft und ordnen für euch den Hot Tea aus der Businesswelt ein. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, dann abonniert den Kanal und seid ab jetzt jeden Mittwoch mit uns out of office.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
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