ADHS Kinder begleiten #2 - Podcast 072

Bernd and Sprecher A challenge parents to stop labeling children as sick and instead look at their own beliefs. They use examples like Nick Vujicic and Daniel Kish to show how accepting differences unlocks potential, and argue for movement and environmental changes over quick medication for ADHD.
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Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemäcker frei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie und in der Partnerschaft und zu dir selbst.
So schön, dass du uns heute wieder wieder oder zum ersten Mal zuhörst. Und heute diese Folge wirst du eigentlich nur dann so richtig ganz verstehen, vielleicht, wenn du die Folge vorhin, das ist die Folge 71, gehört hast. Also falls du jetzt gerade zum ersten Mal auf unseren Podcast stößt oder halt die Folge letzte Woche nicht gehört hast, dann würden wir dir eigentlich empfehlen, jetzt kurz diese eine Folge zurückzuswitchen und die erst zu hören.
Genau, weil wir haben auf diese letzte Podcastfolge, in der wir über den Umgang oder den gemeckerfreien Umgang mit ADHS gesprochen haben, haben wir so ein paar Fragen bekommen und auch 2, 3 sehr ausführliche, kritische Rückmeldungen. Und wir wollen einfach die zum Anlass nehmen, da noch mal auszuholen, noch mal ein bisschen tiefer zu gehen und ja, ein bisschen mehr dazu zu erzählen.
Ja, und da ist erst mal eines ganz wichtig, das möchten wir einfach gerne klarstellen, dass wir hier mit dir das teilen, was für uns und unsere Kunden funktioniert. Und zwar nicht nur zu dem Thema, sondern zu allen Themen. Ja, es ist unser Weg und mit dem wir uns das liebevolle Familienleben erschaffen haben, von dem wir geträumt haben.
Na, und wir teilen, weil Gemeckerfrei ist ja, das muss man erst mal so dazu sagen, Gemeckerfrei haben ja der Bernd und ich kreiert. Das ist ja entstanden. Daraus, dass ich im Laufe der Jahre mit über 100.000 Erziehern gearbeitet habe und die darin geschult und unterstützt, begleitet habe, wie sie eben ein würdiges, wie ein würdiger Umgang in der Kita möglich sein kann. Ich habe das auch mal studiert und da viele Weiterbildungen gemacht und so weiter. Wir haben das ganze Fachwissen und die ganze berufliche Erfahrung, die ich da gesammelt habe, zusammengebracht mit unserer Erfahrung als Eltern mit unseren 4 Kindern. Und so ist Gemeckerfrei entstanden. Und das teilen wir jetzt seit 5 Jahren mit euch und haben eben ganz viele Kunden, die mit unserer Unterstützung oder indem sie das angewendet haben, wie wir es gemacht haben, eben mittlerweile auch gemeckerfrei werden konnten.
Und was man auch noch dazu ergänzen darf, ist, dass wir schon für alle Dinge, für alle so Aussagen, die wir getroffen haben, immer wieder erstmal auch Kritik bekommen haben. Ja, ganz schön ist sogar, weil wir am Anfang der Gemeckerfrei-Ansatz, das ist heute ja schon relativ normal jetzt nach 5 Jahren, aber der war ja, dass es nie bei den Kindern anfängt, also dass man nicht am Verhalten der Kinder was ändern muss, sondern dass die Eltern in charge sind, etwas zu verändern, und dass die die Ursache sind für ein nicht so friedliches ein liebevolles Familienleben, wie man sich es vielleicht wünschen würde.
Genau. Und das finde ich schon cool, dass du sagst, nicht die Ursache sind, weil wir verknüpfen das oft mit Schuld. Das hat überhaupt nichts mit Schuld zu tun, sondern was Gemeckerfrei einfach sagt, ist, dass du es als Mama, als Papa, als Partner, als Partnerin in der Hand hast. Wenn du anfängst, neue Wege zu gehen, verändert sich die Situation für alle. Und wenn ich zum Beispiel zurückdenke, als wir die ersten Male gesagt haben, dass es nicht normal ist, mit seinen Kindern Kindern zu streiten, dass es nicht normal ist, dass es Geschrei in der Familie gibt, dass es nicht normal ist, den Kindern, also dass wir das aus gemeckerfreier Sicht, normal aus gemeckerfreier Sicht, dass wir das nicht für richtig erachten, Kindern zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben, also unsere Macht gegenüber unseren Kindern auszuspielen. Da sind wir auch ganz heftig dafür kritisiert worden. Und jetzt ist halt ADHS für den einen oder anderen wieder so Thema, wo so innere Widerstände hochploppen, einfach weil das, was wir sagen, vielleicht so sehr gegen die eigenen bisherigen Überzeugungen geht. Also wir hätten jetzt, wenn wir einfach nur ein paar kritische Kommentare oder so gekriegt hätten, hätten wir vielleicht gar nicht unbedingt jetzt noch in der Podcastfolge darauf geantwortet. Warum wir die machen, ist, weil da Menschen sich Zeit genommen haben, uns irgendwie seitenlange Rückmeldungen zu schicken. Und da ist für uns einfach deutlich, das ist wieder so eine Stelle, da bietet Gemeckerfrei die Möglichkeit, die eigene bisherige Box zu verlassen. Und das ist immer total cool, wenn das passiert, weil dann verändert sich, kann sich in deinem Denken was was verändern, dann kann sich, und das ist für uns der Punkt, wo sich auch gesellschaftlich was verändern kann. Wenn wir nicht immer gesagt hätten vor 5 Jahren, es fängt bei dir an, es sind nicht die Kinder schuld. Ja, wir haben am Anfang, hatten wir Interessenten, die gesagt haben, ja, kann ich euch mal meine Kinder schicken? Verändert mal meine Kinder. Wenn die nicht so doof wären, also in Anführungszeichen, ja, wenn die nicht so doof wären, dann hätten wir überhaupt kein Problem. Und Wenn du jetzt mal in die Coaching-Szene guckst, wie viele Coaches dort vertreten ist, du hast es in der Hand, du gestaltest dein Familienleben, wie sehr sich das schon verbreitet hat. Ja, da, also das ist für uns so der Beweis in Anführungszeichen, dass es sich einfach total lohnt, auch mal an so Punkte zu kommen, wo wir eine Einladung und eine Projektionsfläche sind, wo du deine Gewohnheiten, deine Denkstrukturen überdenken kannst. Jetzt habe ich ja viel denken gesagt. Und wo du vielleicht auch, wenn du eben Lust hast, deine Box verlassen kannst.
Genau. Und deswegen haben wir das jetzt nur noch mal erwähnt, dass du eben sehen kannst, okay, da stoße ich halt vielleicht selbst an einen, an einen, an Glaubenssätze, an Überzeugungen, die ich eben noch mal hinterfragen kann. Das ist die Einladung.
Ja, von denen man vielleicht noch nicht mal gemerkt hat, dass es eine Box ist, weil das einem so normal vorkam. Das ist, glaube ich, das.
Ja, ja, das ist. Und das ist ja ein bisschen jetzt für die, die schon mehr Persönlichkeitsentwicklung machen, bringe ich jetzt noch dieses Modewort Komfortzone rein, weil genau da ist die, die Box in deinem Denken, da wo du sagst, ach ja, genau, das ist ADHS. Da gibt es ja Wissenschaftler, die sagen, das ist so und die Ärzte und so weiter. Alles Autoritätspersonen. Und das ist die Box, die du dir baust, unbewusst. Das hast du ja nicht absichtlich gemacht. Und wir zeigen dir gerade ein bisschen die Welt außerhalb dieser Box.
Ja, und laden dich ein, da mal um die Ecke zu gucken.
Genau.
Weil das ist einfach auch so. Es gibt einfach Punkte bei Gemeckerfrei oder auf deinem Weg zu deinem gemeckerfreien Familienleben, die wir dir zeigen können. Die sind für dich total leicht nachzuahmen. Das sind die Momente, wo es eben, wo du keine Box hast.
Ja, genau. Oder wo es halt leicht ist, die zu verlassen. Lassen. Kinder müssen sich nicht streiten, hört sich einfach total— wie hat das letztens gestern einer mit jemandem, mit dem ich ein paar Kommentare hin und her geschrieben hatte, gesagt? Das hört sich total niedlich an. Das ist total niedlich. Ja, also das kannst du vielleicht relativ leicht annehmen, solche Dinge.
Genau. Und dann gibt es eben die anderen Punkte, wo es auch radikales Umdenken fordert. Und weil jeder von uns woanders herkommt und andere Erfahrungen und Erlebnisse gemacht hat, sind es einfach immer unterschiedliche Punkte. Kann zum Beispiel sein, dass die Sachen, die für uns total schwierig waren, die uns total herausgefordert haben, dass die dir total leicht fallen und eben andersrum. Und das ist total normal. Gemeckerfrei werden ist immer damit verbunden, dass du eben innere gewohnte Denkmuster und Strukturen überwindest. Immer. Weil das ist— gemeckerfrei ist immer die Einladung, dass du vollständiger wirst. Und dafür musst du Boxen verlassen. Und das Was kann inneren Widerstand erzeugen?
Du kannst alles, was in dir aufploppt an inneren Widerständen, einfach als Wachstumschance sehen oder halt als K.O.-Kriterium für Gemecker frei. Also du kannst entscheiden, jetzt auch anhand dieser Folge oder wann auch immer, ob du von uns lernen magst oder eben nicht. Es gibt natürlich immer überall 100 verschiedene Wege zum Ziel, und für dich ist halt die Challenge, herauszufinden, was einfach dein Weg sein soll.
Genau, weil es geht uns überhaupt nicht darum, dich irgendwie zu bekehren oder zu überzeugen, sondern wir sind einfach hier und sagen, das funktioniert für uns. Wir haben die liebevollsten Beziehungen in unserer Familie, an jeder Stelle. Und wir können dir zeigen, wie du das auch haben kannst, wenn du eben Lust hast, den Weg mit uns zu gehen oder eben von uns zu lernen. Genau. Diese Reise für uns war die immer wieder auch echt unbequem. Also das muss man auch ganz ehrlich so sagen. Sich mit den eigenen Glaubenssätzen, mit den eigenen Komfortzonen, mit den eigenen Boxen auseinanderzusetzen. Das ist nicht so, dass man da morgens aufwacht und sagt: Juhu, welche Box finde ich denn heute wieder, die ich verlassen kann? Das macht mir gerade so eine Freude, mein Denken zu erweitern. Ja, irgendwann war das schon so. Aber es gab halt auch Punkte, wo du einfach gesagt hast: Boah, hey, nee, echt jetzt wirklich das auch noch? Ja, da auch noch drüber zu gehen. Hier auch noch auszuhalten, hier auch noch sich innerlich zu dehnen, auszuweiten, wie auch immer man das vielleicht sagen will. Aber für uns ist es einfach auch rückblickend betrachtet, haben wir uns damit einfach das größte Glück erschaffen, die größte Wahrhaftigkeit, die größte Authentizität. Und deshalb würden wir es auf jeden Fall wieder so machen. Und es war jeden Frustmoment mehr als tausendfach wert.
Ja, genau, das hast du schön gesagt. Und lass uns doch jetzt zurück mal zum ganz konkret zum Thema ADHS und Diagnosen kommen.
Genau, weil was wir immer wieder hören ist, und das können wir natürlich auch total nachvollziehen, dass es eine immense Erleichterung sein kann, wenn, wenn es mit deinem Kind schwer ist auf irgendeine Art und Weise, und wenn, und du schon alles ausprobiert, weil ich meine, klar, du willst das das Beste für deine Kinder, das ist überhaupt keine Frage. Und du hast bestimmt schon dann tausende Sachen ausprobiert und alles verläuft irgendwie im Sand oder es wird halt nicht so besser, wie du dir das erhofft und erwünscht. Und dann kommt jemand und sagt: Ja, es kann ja nicht besser werden, weil dein Kind hat ADHS zum Beispiel. Dann ist es natürlich im ersten Moment eine riesige Erleichterung, das ist überhaupt gar keine Frage und nimmt den Druck raus. Es ist ja auch gesellschaftlich oftlich lastet auf uns Eltern ja auch ein riesiger Druck, es richtig zu machen, es hinzubekommen. Und wir wollen ja auch es hinbekommen. Also das ist ja gar keine Frage. Und da kann es schon sich sehr, sehr erleichternd anfühlen im ersten Moment, wenn man eben, wenn man auch eine Diagnose in der Hand hat, die einem quasi bestätigt, oder dass das Kind halt anders ist als andere Kinder.
Weil sonst der andere Weg ist ja auch wieder das Unbequeme, zu einem Lehrer dazu sagen, nee, ich mache in diesem System nicht mit. Das ist mir egal, ob du sagst, mein Kind, ich soll es auf ADHS testen lassen, weil ich glaube halt nicht an das. Ich glaube halt, es muss andere Methoden geben, dass du dann auch einforderst, dass anders damit umgegangen wird.
Ja, das sind ja die Schritte, die dann anstehen, die unbequem sind, meinst du, ne? Also ich würde, genau, und wir wollen einfach noch mal so ein paar Beispiele geben, wo Eltern Diagnosen nicht für wahr erachtet haben, oder wo die halt, es ist noch nicht mal, dass sie sie nicht für wahr erachtet haben. Und das ist ja auch nicht, wir sagen ja auch nicht, es gibt kein ADHS, ja, um Gottes Willen, wir sind auch keine Ärzte hier, sondern wir sagen einfach nur, du kannst es halt für wahr erachten, zu deiner Realität machen oder eben nicht. Und das ist, was zum Beispiel die Eltern von Nick Vujicic gemacht haben. Das ist Ein australischer Motivationsredner, der Fußballstadien füllt, der kam ohne Arme und ohne Beine auf die Welt. Und seine— ich habe ein Buch von seinem Vater gelesen, wie er eben damit, wie sie als Eltern damit umgegangen sind und dann eben zu sehen, okay, die— natürlich war das eine Herausforderung, damit klarzukommen, weil die das eben auch erst bei der Geburt bemerkt haben, sozusagen. Aber dann haben sie halt die Entscheidung getroffen, dass sie ihn als ganz normales Kind betrachten, dass sie dem keinen Wert, keine Aufmerksamkeit darauf geben, dass er keine Arme und keine Beine hat, dass sie eben nicht alles für ihn gemacht haben. Sie beschreiben, dass das die größte Herausforderung für sie war, wenn er zum Beispiel ohne Arme, ohne Beine versucht hat, sich hinzustellen, und alle um ihn herum, die ganze Verwandtschaft und alle rundherum, wollten diesem Kind immer helfen und sie haben immer nur gesagt: Nee, er muss das selber schaffen, lass ihn das selber machen. Und haben ihn konsequent da immer wieder herausgefordert, selbstständig, also selber Lösungen zu finden. Und der kann Dinge mit seinem Oberkörper, das ist unfassbar. Ja, das kann man nicht für vorstellbar halten. Heute lebt er ein erfolgreiches Leben, wie gesagt, als Speaker, als Bestsellerautor, ist selber Papa und ist in der Lage, ohne Arme, ohne Beine zum Beispiel seinem Kind die Flasche zu geben und hat Lösungen gefunden. Oder ein anderes Beispiel ist Daniel Kish. Vielleicht magst du das erzählen.
Ja, der ist als Säugling erblindet und er kann quasi mit den Ohren sehen wie eine Fledermaus. Der macht so Klacklaute und kommt damit im Straßenverkehr zurecht. Er kann eben Räume erfassen damit. Er kann Hindernisse erkennen und er kann quasi, gibt es ja auch so einen Test quasi, dass er in einem Pavillon oder in einem Raum sitzt und er erforscht den quasi durch seine Akustik und zeichnet dann die Struktur und es ist erkennbar. Also man kann dann nachvollziehen, auch als Sehender kann man sagen: Ja, stimmt, genau, das ist hier so und so sind die Wände beschaffen und so weiter.
Ja, genau. Also man kann den Pavillon, den er zeichnet, kann man als diesen Pavillon erkennen. Also der kann wahrscheinlich mindestens so gut zeichnen wie ich, obwohl er eigentlich nicht sehen kann. Oder Pablo Pineda, der ist mittlerweile Mitte 40, der hat als erster Mensch mit Down-Syndrom Down-Syndrom einen Uniabschluss gemacht und arbeitet als Lehrer an einer ganz normalen Schule. Und von all diesen Menschen ist eben bekannt, dass sie diese Wege gehen und diese Erfolge auch erreichen konnten, weil ihre Eltern sich geweigert haben, sie als krank oder behindert zu sehen.
Und das hat ja dazu geführt, was man jetzt gerade an— deswegen haben wir jetzt auch diese körperlichen Beispiele hier reingebracht, weil das dazu führt, einfach mit dem, was sie haben, komplett zu leben.
Genau.
Und das ja dann auch noch in bestimmten Bereichen wieder zu einer Stärke zu machen.
Ja, und auch in dem Normalen, also obwohl sie eigentlich so unnormal sind, in Anführungszeichen, und ich weiß, ihr könnt uns jetzt für das Wort normal an der Stelle kritisieren, nur, also auch wenn sie an sich nicht eben der Norm entsprechen, dass sie trotzdem es geschafft haben, sich in das System, also in unser System einzugliedern, einzuordnen. Weil das ist ja auch immer eine große Sorge von uns Eltern. Wenn wir unser Kind so nehmen, wie es ist, kommt es dann im normalen Leben zurecht. Und das sind eben Beispiele, dass gerade dadurch, dass die Eltern diese Kinder als ganz als nicht behindert, als nicht krank gesehen haben, es den Kindern möglich wurde, ja, in unserer normalen Gesellschaft normal zurechtzukommen. Ja, eben nicht so— Entschuldigung, ich darf Sie nicht unterbrechen. Nee, ich glaube, ich habe eh gesagt, was ich sagen wollte.
Also ich meine einfach, stell dir mal vor, jetzt Stell dir mal vor, Elon Musk hätte Ritalin gekriegt als Kind, ja, dann hätten wir heute noch lange nicht so viele Elektroautos, ja, wir könnten noch nicht so schnell auf die ganze Welt schnelles Internet bringen, weil er einfach in seiner ganzen Energie gedämpft worden wäre.
Ja, ich habe, ich habe mal auf der neurologischen Stationen im Krankenhaus gearbeitet, neurologische Kinderstation, und habe da einfach auch mitbekommen, wie das Kind, also was das für Auswirkungen auf Kinder auch hatte, einfach auf diese Medikamente eingestellt zu werden. Und es ist jetzt schon lange her und das macht man heute bestimmt besser. Und trotzdem glauben wir, dass einfach das schon vielleicht Also wie soll ich das jetzt sagen, dass einfach in jedem, in jedem, jeder Mensch ist für sich genial. Und wir als Eltern sind gefordert rauszufinden, wie das Kind seine Genialität leben kann. Und genauso war das zum Beispiel. Also würde jetzt hier gerne noch ein Beispiel von unserem Sohn privat.
Ja, auch ein privates, ein eigenes Beispiel.
Genau, würde das vielleicht einfach gerne mal reinnehmen, weil unser ältester Sohn zum Beispiel hat in der Pubertät innerhalb von wenigen Monaten komplett alle Haare am ganzen Körper verloren. Und das würde man jetzt vielleicht generalisierten Haarausfall nennen. Man könnte jahrelang auf Ursachenforschung gehen und sie dann vielleicht finden oder auch nicht. Und unser Sohn hat sich einfach nach ganz kurzer Zeit dagegen entschieden und hat seine Glatze zu seinem Markenzeichen gemacht.
Und es war tatsächlich so, in dem Moment, wo er eigentlich so ein ganz ja, nicht jetzt besonders auffällig war, oder ihn auch nicht unbedingt alle gekannt haben. Und das hat dann total, also innerhalb von einem halben Jahr oder was, hat sich seine Persönlichkeit total verändert. Ja, er ist, jeder hat ihn gekannt, aber eben auch positiv. Und er hat angefangen, alle möglichen Aktionen zu machen, sich an der Schule, in allen möglichen AGs dabei zu sein und und und. Also Das hat eine wahnsinnige Entwicklung in ihm angestoßen.
Genau. Also wir, und da haben wir auch total viel von ihm gelernt, weil natürlich, wenn du damit konfrontiert wirst, wenn dein jugendliches Kind irgendwie von jetzt auf gleich alle Haare verliert. Also ich habe mich schon in Frage gestellt, ob ich was falsch gemacht habe, wie auch immer, wie es ihm damit geht. Und wir haben unfassbar viel von ihm da gelernt, weil wir aber auch ihm gefolgt sind, weil er hat gesagt, ich will überhaupt nicht, ist mir scheißegal, wo es herkommt. Ich will auch gar nicht probieren, ob das jetzt wieder weggeht. Es ist doch gut so. Also es stört mich nicht. Und dann hätten wir als Eltern an der Stelle nicht gesagt: Ja gut, wunderbar, dann ist gut, dann stört es dich halt nicht. Und das haben wir. Das ist jetzt, das hört sich jetzt so leicht an, weil das war ja nicht so leicht für uns an der Stelle, weil das ging ja auch darum rauszufinden: Wird er da jetzt irgendwie depressiv? Verdrängt er das nur? Ist es wirklich? Können wir ihm die Verantwortung an— ich meine, er war 14 oder so— können wir ihm die Verantwortung an der Stelle wirklich schon übertragen? Und so weiter. Da haben wir viel diskutiert. Diskutiert und viel überlegt und viel und haben dann einfach gesagt: Komm, wir probieren es einfach aus. Also wir gehen den Weg mit ihm mit. Und weil wir, wir und alle anderen auch, ihn nicht als, also oder viele andere, also seine Freunde und so, weil wir ihn nicht als krank gesehen haben, konnte er halt auch dadurch sich auf eine Art und Weise entwickeln, dass wir alle nur mit den Ohren geschlackert haben. Also der Der war in der Schule bei Lehrern und Schülern gleichermaßen beliebt. Das ist ja immer das, was mich so fasziniert, weil das ist ja relativ leicht, entweder bei den Schülern beliebt zu sein oder bei den Lehrern beliebt zu sein. Aber so, dass er auf der Abifeier dann Standing Ovations von den ganzen Lehrern und von den ganzen Schülern, Mitschülern gekriegt hat, das ist das, was mir bis heute Gänsehaut verschafft. Und das ist eben auch mit dadurch möglich gewesen, dass wir dass wir ihn nicht als krank erachtet haben, dass wir das als Geschenk gesehen haben für ihn und ihn dabei unterstützt haben, das draus zu machen, was er draus machen möchte.
Ja, und das ist der Grund, warum wir auch immer sagen, unsere Kinder sind die wahren Helden. Hinter Gemecker frei.
Genau, weil sie uns eben immer wieder gezeigt haben, dass wir wählen können. Machen wir unsere Kinder passend oder passen wir die Umgebung an unsere Kinder an?
Genauso ist es bei dem Daniel Kish, ja, dass die Eltern diesen, diesen Blinden, ja, dass die Eltern eben ihn dabei unterstützt haben, dieses Klicksystem zu entwickeln, und deshalb konnte er damit sehen lernen auf seine Art. Ja, das ging aber nur, weil sie sich von der Idee verabschiedet haben, dass er nur sehen könnte, wenn er funktionierende Augen hat. Oder die Eltern von Nick, die es aushalten mussten, dabei zuzusehen, wie er sich angestrengt hat und gequält hat hat, bis es ihm dann immer wieder gelungen ist, sich aufzurichten, und erst dann konnte er. Man kann sich vorstellen, dass das einfach ja wesentlich schwieriger ist ohne Arme und Beine. Aber nur weil sie es ihm zugetraut haben, weil sie das Vertrauen hatten, dass er das lernen kann, konnte er das dann schlussendlich lernen. Und dazu mussten sie dafür eben immer wieder dafür sorgen, dass ihm keiner zu schnell oder vorschnell zu Hilfe kam. Ja, weil Du machst es bei Kindern ja generell nicht, wenn die aufstehen lernen, plumpsen auf den Po, lässt du sie auch zu. Und da an der Stelle mussten sie halt immer wieder das überwinden, diesen Reflex.
Gerade bei Kindern mit Beeinträchtigung will man immer noch schneller helfen. Ja, genau. Und deshalb, also wenn wir ein besonderes Kind haben, sind wir einfach gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich dieses Kind bestmöglich entfalten kann. Und das kann schon mal sau schwer sein. Das kann vielleicht auch bedeuten, dass wir als Eltern unser Leben einfach umkrempeln müssen, weil unser Kind uns einfach zeigt, dass das, was wir für normal oder für was, was wir für normal erachtet haben, dass das für uns eben nicht oder für dieses Kind eben nicht funktioniert.
Ja, und das ist es, warum wir halt glauben, dass wir als Eltern gefordert sind, sind die Rahmenbedingungen dann zu verändern, ja. Erstmal für unser Kind, und das, wenn man es jetzt, weil wir es vorher schon erwähnt haben, auch gesamtgesellschaftlich sehen, darf sich halt auch das mit der Zeit, oder am besten möglichst schnell, verändern, ja. Wir haben das immer und immer wieder gemacht, wir haben alles an Kindergärten und Schulen ausprobiert, haben unsere Kinder, haben die Schulen auch gewechselt, wenn es nicht gepasst hat. Und wir haben auch uns ortsunabhängig gemacht mit unserem Business und unserem Einkommen, dass wir dann durch ganz Deutschland umziehen konnten und jetzt auch auf Reisen sind.
Ja, weil wir glauben einfach, dass jedes Kind ein besonderes Kind ist. Also wir glauben einfach, dass jedes Kind mit besonderen Talenten und Fähigkeiten ausgestattet auf diese Welt kommt. Und das eine Kind passt eben besser in das vorgegebene System und das andere passt da nicht so gut rein. Und muss ich jetzt das Kind dafür verändern oder muss ich die Rahmenbedingungen verändern? Und da haben wir uns, wie der Bernd gerade schon gesagt hat, eben immer wieder für die Rahmenbedingungen entschieden, ohne dass das bedeutet, dass wir uns von unseren Kindern drangsalieren lassen. Das haben dann manche auch immer mal gesagt: Ihr macht ja nur alles, was eure Kinder wollen. Nee, nee, nee, nee, nee, sondern wir haben halt immer geschaut, gefühlt, gesprochen, getestet. Was braucht dieses Kind, um sich bestmöglich entfalten zu können? Weil wir eben auch glauben, dass jedes Kind eine Wachstumseinladung in eine Familie mitbringt. Und zwar nicht nur für uns Eltern, sondern auch für die Geschwister, also für uns alle. Und wir können die halt annehmen und gemeinsam über uns hinauswachsen oder halt nicht. Und wir haben uns immer fürs drüber hinauswachsen entschieden.
Ja, und das sind ja immer Familienentscheidungen. Also das ist ja immer was, was man ja natürlich abhängig vom Alter der Kinder in welcher Intensität, aber immer Dinge, die man eben gemeinsam entscheidet und wo alle dann auch mit committed mit dabei sind.
Genau. Und wenn ihr jetzt zum Beispiel die Diagnose ADHS habt und eins eurer Kinder das diagnostiziert bekommen hat, dann wäre halt unser Vorschlag, diese Diagnose nicht signifikant zu machen, also dem einfach keine Bedeutung zu geben und darauf zu vertrauen, dass das Kind die Selbstheilungskräfte Kräfte in sich aktivieren kann, dass es gesund sein kann. Und das ist uns schon klar, dass das keine Mainstream-Meinung ist. Und gleichzeitig einfach zu gucken, wie kannst du die Welt verändern für dein Kind, damit das für dein Kind leichter wird. Also wenn man zum Beispiel nur schon weiß, dass— und das ist ein Aspekt von ADHS, einer unter vielen, ist schon klar— dass es mit einem Sauerstoffüberhang im mit dem Gehirn zusammenhängt, wenn die Kinder so zappelig werden. Und dann einfach zu sagen, okay, wie viel mehr Bewegung kann ich denn in den Alltag packen? Gerade für Jungs, dass eben dieser Sauerstoffüberhang, der wird durch Bewegung eben abgebaut und da dann wird es schon leichter zum Beispiel.
Und kalte Duschen würden. Also es gibt ganz, es gibt tatsächlich einfach ganz simple Methoden, von denen man, von denen ansich schon weiß, die da Verbesserung reinbringen.
Und wenn du jetzt meinst, uns als Schwurbler bezeichnen zu müssen, weil wir so was sagen, dann mach das gerne. Aber dann hör noch mal den Anfang von der Folge und entscheide halt, ob du von uns lernen möchtest oder nicht. Weil eben zu sagen, okay, wie kann es uns gelingen? Also die Frage ist immer, was kann ich rausfinden? Was braucht mein Kind? Was brauchen wir als Familie? Um mit den Gegebenheiten, wie sie halt gerade sind, bestmöglich zurechtzukommen. Und unsere Entscheidung wäre an der Stelle eben nicht, ein Medikament zu geben, von dem das Kind dann auf Jahre abhängig bleibt oder das es immer braucht, sondern unser Ansatz wäre eben ein anderer. Es wäre jetzt auch nicht so, dass wir sagen würden, setzt es auf der Stelle sofort ab, um Gottes willen, sondern einfach zu sagen, okay, wie können wir Wege finden, dass dass das Kind mit seiner Besonderheit im Alltag zurechtkommt, ohne medikamentös behandelt werden zu müssen. Weil es das eben aus unserer Sicht die Möglichkeit bereitstellt, dass das Kind seine Fähigkeit, sein Talent zeigen, entwickeln und ausleben kann. Genau. Jetzt haben wir ganz schön viel geredet. Alles im Leben ist das, was du draus machst. Machst. Und gemeckerfrei sein bedeutet, aus allem Gold zu machen und alles für möglich zu halten. Und damit Kinder diese Fähigkeit behalten oder wieder entwickeln können, brauchen sie Erwachsene, die bedingungslos an sie glauben und sie für gesund erachten.
Ja, und sie brauchen Erwachsene, die bereit sind, ihr Leben an den Bedürfnissen der Kinder auszurichten, auch wenn es manchmal unbequem erscheint.
Und wir glauben, dass wir das unseren Kindern schuldig sind. Ja, genau. Wir hoffen, wir konnten noch ein bisschen Licht ins Dunkel für dich bringen, wünschen dir eine wunderschöne Woche und bis bald.
Alles Liebe. Tschüss.
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