Wie du die Pubertät deines Kindes überstehst – praktische Tipps

Uli Bott, mother of four, explains why puberty is so hard on both parents and teens. The prefrontal cortex doesn't fully develop until the mid-20s, limiting impulse control. A University of Virginia study found that more autonomy at home reduces the risk of problem friendships.
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Was du hier siehst, bekommen die meisten Eltern nie zu sehen, weil es hinter einer geschlossenen Tür passiert. 5 Minuten vorher hat ihre Mutter nichts weiter gefragt als: Wie war dein Tag? Mama und Tochter haben beide Verbindung gesucht und sind wieder einmal gescheitert. Wir denken dann schnell, die Pubertät wäre nur für uns Eltern schwierig. Das ist absolut nicht wahr. Unsere Teenager leiden doppelt und warum das nicht deine Schuld ist und mit welchen 3 Schritten du das änderst, erfährst du in diesem Video. Hi, ich bin Uli Bott, ich bin Mama von 4 erwachsenen Kindern und ich habe selber erlebt, wie herausfordernd diese Zeiten sein können, in denen aus den Kindern Erwachsene werden. Und ich weiß aber auch, wie wichtig genau diese Jahre sind, weil sie das Fundament bilden für die Beziehung, die du später einmal zu deinen erwachsenen Kindern haben wirst. Um genauer zu verstehen, um was es geht, lass uns erstmal angucken, was in diesen ersten 5 Minuten passiert ist und warum die Situation zwischen zwischen der Mama und der Tochter eskaliert ist. Stell dir einfach nur vor, dieses Mädchen ist nachmittags aus der Schule gekommen, es hat den ganzen Tag lang funktioniert, es hat ausgehalten, dass die beste Freundin vielleicht was Komisches gesagt hat, dass der Typ, den sie süß findet, sie nicht beachtet hat, dass im Klassenchat komische Sachen geschrieben wurden, und in der Schule ist es vielleicht auch nicht so gelaufen, wie sie sich das gewünscht hätte. Jetzt ist sie zu Hause in ihrem Zimmer, in einem sicheren Raum, auf dem Weg, sich selbst zu regulieren, runterzukommen und wieder mit sich selbst in Verbindung zu kommen. Wenn jetzt in diesem Moment die Mama kommt und fragt, sag mal, wie war dein Tag heute, dann ist es natürlich nett gemeint, aber was bei dem Kind ankommt, ist die nächste Anforderung. Es ist der nächste Mensch, der irgendwas von ihm will. Und wenn an der Stelle einfach der Kooperationstank schon leer gelaufen ist, dann ist es alleine so eine Frage, die der Tropfen auf dem heißen Stein sein kann, der dann das Fass zum Überlaufen bringt. Gleichzeitig darfst du dir bewusst machen, dass wir Menschen immer dort, wo wir uns sicher fühlen, unsere wahren Gefühle zeigen. Das bedeutet, du kannst dich eigentlich freuen, wenn du angemeckert oder angezickt wirst, weil das bedeutet, dass dein Teenager sich bei dir sicher fühlt. Bevor ich dir jetzt gleich verrate, welche konkreten Schritte du gehen kannst, möchte ich dir noch von der Studie von Buchanan erzählen. Die haben nämlich herausgefunden, dass die Tatsache, was wir Eltern über die Pubertät glauben bzw. was wir erwarten, entscheidend dazu beiträgt, wie konfliktbehaftet oder schwierig wir die Pubertät unserer Kinder auch erleben. Bedeutet, du hast es in der Hand. Damit, was du über die Pubertät denkst und glaubst, kannst du steuern, wie die Pubertät auch verlaufen wird. Wenn du also bisher zu den Menschen gehört hast, die eigentlich Pubertät als was Schwieriges betrachten, die Angst davor haben, die sich fragen, was da noch alles auf dich zukommen könnte, dann fang an, das zu verändern. Fang an, Pubertät als die Phase im Leben deines Kindes zu betrachten, in der du das Fundament legst für eure spätere erwachsene Beziehung. Stell die Beziehung an die erste Stelle und achte darauf, dass du mit deinem Teenager so umgehst, wie du dir selbst wünschen würdest, dass andere Erwachsene mit dir interagieren. Gib den Äußerlichkeiten wie Schule oder Mithilfe im Haushalt keine Chance, die Beziehung zwischen euch zu ruinieren. Das bedeutet natürlich nicht, dass du zu allem Ja und Amen sagen sollst. Das will dein Teenager auch gar nicht. Was dein Teenager braucht, ist ein Mensch, der stabil ist, der emotional stabiler ist als er selbst und der ihm Orientierung geben kann, wenn er es selber gerade nicht kann. Weil in der Pubertät wird das Gehirn des Menschen komplett umgebaut. Das bedeutet, Dinge, die sich heute normal angefühlt haben, können morgen eine riesige Verunsicherung auslösen. Vielleicht erinnern wir uns da selber nicht mehr dran, wie das bei uns war. Deshalb habe ich dir ein Bild mitgebracht. Stell dir vor, du gehst abends in dein Bett und wachst morgens in Tokio im Hotelzimmer auf. Du weißt nicht, wo du bist, du weißt nicht, wie du dahin gekommen bist, du verstehst kein Wort, kannst dich nicht orientieren, und selbst die Buchstaben sind fremd. Wie würdest du dich fühlen? Genauso kann sich dein Teenager in seinem Entwicklungsprozess fühlen. Was er also von dir braucht, ist Verständnis und Zuspruch und Liebe. Du darfst verstehen, dass der präfrontale Kortex erst Mitte der 20er Jahre fertig entwickelt ist, und der ist für die Impulskontrolle zuständig. Das bedeutet, wenn dein Teenager impulsiv reagiert, weil er eh gerade gestresst ist von dieser ganzen Veränderung, dann ist es kein böser Wille, sondern das, was er jetzt eben gehirntechnisch schon kann. Und wir übersehen so leicht, dass der Teenager zwar körperlich wächst und intellektuell auch immer erwachsener wird, und dass es trotzdem noch Bereiche gibt, in denen er längst noch nicht erwachsen ist. Und das ist einer der Gründe, warum wir uns oft in die Haare kriegen. Der nächste Grund, warum wir uns in die Haare kriegen, ist, dass mit der Geburt der Abnabelungsprozess des Kindes beginnt. Das bedeutet, dass es beginnt zu lernen, dass es selbst eine individuelle Person ist, die aber gleichzeitig Verbindung zu anderen braucht, um zu überleben. Und die Pubertät erleben wir dann als besonders belastend, wenn wir Eltern schon in der frühen und mittleren Kindheit zu langsam waren mit dem Loslassen. Weil unsere Kinder sind immer schneller, die sind schneller in ihrer Entwicklung als wir mit dem Loslassen. Wenn wir also unseren Kindern nicht ausreichend Entscheidungsmöglichkeiten und Autonomie zugestanden haben, dann kommt es in der Pubertät zum Shutdown, weil das Kind unbewusst bemerkt, dass es sich abnabeln muss, damit es eigenständig werden kann, um dann alleine lebensfähig zu sein. Wenn wir Eltern nicht loslassen nicht ausreichend trainiert haben, fällt uns das einfach super schwer und wir betrachten dann schnell jede Wegbewegung des Kindes als Affront oder Angriff. Dabei sucht der Teenager eigentlich nur die Bestätigung, dass er autonom und selbstständig werden kann, ohne die Verbindung zu dir zu verlieren, dass er also gleichzeitig mit uns verbunden bleiben kann. Viele Teenager haben nämlich den Eindruck, es wäre nicht in Ordnung, eigenständig zu werden, und sie müssten sich entscheiden zwischen sich selbst und der Beziehung zu dir. Nimm deinem Teenager diese Last, gib ihm die Chance, selbstständig zu werden, und sei da, wenn er dich braucht. Und da gibt es auch eine ganz interessante Studie dazu von der Uni in Virginia. Allen und andere haben dass Jugendliche, die zu Hause selbstständig werden durften, viel weniger gefährdet waren, sich von falschen Freunden auf die schiefe Bahn ziehen zu lassen. Also wenn du dem Teenager zu Hause Raum gibst, sich anders zu verhalten, als du das vielleicht erwartest, dann ist das kein Kontrollverlust, sondern das ist eine Schutzmaßnahme für deinen Teenager, weil er genau dadurch davor bewahrt werden kann, in die falschen Kreise oder auf die schiefe Bahn zu geraten. Jetzt kommen wir zu den 3 Schritten, die du konkret tun kannst. Erstens: Lass dein Kind los. Gib ihm den Raum, eigene Erfahrungen zu machen. Nimm ihm nicht sofort den Mob aus der Hand, weil du das besser oder anders machen würdest. Halt dich mit Verbesserungsvorschlägen zurück. Behandle deinen Teenager so, wie du einen anderen Erwachsenen behandeln würdest. Ja, und kletter von deinem hohen Elternross runter. Ich weiß, das fällt uns manchmal ein bisschen schwer. Konkret bedeutet das, dass du fragst, ob deine Meinung erwünscht ist oder nicht, und du respektierst die Antwort. Wenn du beispielsweise siehst, der Teenie müht sich beim Kartoffeln schälen, dann frag: Magst du es für dich weiter so ausprobieren oder möchtest du einen Tipp haben, wie es mir leichter fällt? Oder frag nach, ob ein Feedback zum Outfit erwünscht ist, ob der Teenie eine Umarmung haben will, ob er deine Meinung zu irgendeiner Sache hören möchte. Halte das nicht mehr für selbstverständlich, sondern wahre die Grenze deines Teenagers, indem du fragst und seine Antwort respektierst. Zweitens: Nimm es nicht persönlich. Ich weiß, wenn man als gemeine blöde Mama betituliert wird oder aus dem Zimmer geworfen wird, nur weil man gefragt hat, wie der Tag war, dann kann das schmerzen, dann kann es schwer sein, da ruhig zu bleiben. Deshalb stell dir vor, du wärst ein Eishockeytorwart und du hast diese Schutzbrille Schutzkleidung an. Und jetzt sind all diese vermeintlichen Angriffe deines Teenagers Bälle, die auf dich zugeflogen kommen. Und diese Schutzkleidung, die schützt dich aber davor, dass dir das was ausmacht, dass dir das weh tut. Und dann kannst du die Bälle einfach an dir abprallen lassen und innerlich gelassen bleiben und damit für deinen Teenager der Halt und die Orientierung sein, nachdem er sich sehnt. Drittens: Zeig dich als Mensch. Lass das Kind wissen, dass du nicht weißt, wie das geht, Mama oder Papa eines Teenagers zu sein, dass du das zum ersten Mal machst. Selbst wenn du schon mehrere Kinder hast, mit diesem Kind ist es neu. Lass deinen Teenager wissen, dass du dein Bestes gibst und dass der Teenie dir sagen soll, wenn du gerade überdrehst oder durchdrehst. Ja, und wenn du diese Dinge beachtest, dann wirst du zu deinen Teenagern wundervolle Beziehungen entwickeln. Und dann wirst du zu diesen Kindern später, wenn sie erwachsen sind, die besten und wundervollsten Beziehungen haben, so wie wir das zu unseren Kindern auch tun. Und am Ende des Tages ist es doch einfach so: Wir sind viel länger Eltern erwachsener Kinder, als wir Eltern von kleinen Kindern sind. Also vorausgesetzt, du bist nicht erst mit 50 Mama geworden oder Papa. Und für mich war das immer so ein großer Aspekt zu sagen, ich will auch gute Beziehungen zu diesen Menschen haben, wenn sie erwachsen sind. Und da habe ich 18 Jahre lang Zeit, das Fundament zu bauen. Und die Pubertät zählt doppelt. Also von dem her, greif es an und bau die besten Beziehungen zu deinen Kindern. Und wenn du außerdem aber gerne noch wissen willst, also gerade um auch die Beziehung zu bauen, wie du dann diese Alltagsthemen wie Hausaufgaben oder Handykonsum mit deinem Teenie kannst, dann trag dich gerne für unser kostenfreies Gemeckerfrei-AI-Freebie ein und besprich mit diesem virtuellen Coach deine individuellen Situationen. Komplett kostenfrei für dein bestes Familienleben. Alles Liebe!
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