Kein Bock auf Schule? Der wahre Grund wird oft übersehen

Uli and Bernd Bott explain why kids lose interest in school: it's not the system, but a mismatch between their abilities and what's asked of them. They use the flow model to show how boredom happens when demands are too low, anxiety when too high, and motivation when they're just right. They offer parents practical ways to adjust expectations and let kids experiment without pressure.
Chapters
Boah, ich habe echt keinen Bock.
Ach so, ich habe es gerade ernst genommen. Ich war noch nicht so weit.
Boah, ich habe echt keinen Bock.
Diese scheiß Hausaufgaben.
Ich mache die einfach nicht. Vergiss es einfach.
Ich glaube echt, diese Lehrer haben sonst was im Hirn, aber nicht Physik.
Geh weg, lass mich in Ruhe.
Boah, hey, ich gehe da morgen nicht mehr hin. Das kennst du zum Schuljahresanfang, ne? Oder zumindest so nach 2 oder 3 Wochen.
Oder zumindest hast du Sorge, dass es so wieder kommen wird.
Ja, falls der Schulanfang bei dir gerade erst kommt.
Herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast. Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern, und bei uns kannst du lernen, wie Elternsein heute wirklich geht.
Und ja, heute geht es so ein bisschen um Motivation, um Flow und darum, wie das eigentlich passiert, dass Kinder und Jugendliche dann keinen Bock haben auf Schule, zum Beispiel. Ja, das ist eigentlich nur ein Beispiel.
Ich glaube, es geht halt ganz viel um Verstehen, weil das, was bei Eltern ja total schnell passiert, also bei allen Menschen eigentlich total schnell passiert, dass wenn sie Dinge nicht verstehen, wenn sie die Hintergründe nicht verstehen, dass sie dann Dinge persönlich nehmen, dass sie dann anfangen, Druck zu machen, dass sie ihre eigenen Muster über die Kinder legen. Also wenn du schon selber als Kind sozusagen immer gezwungen worden bist, dein Schulzeug zu machen, dann hast du halt als Erwachsener zwei Wege, die du gehen kannst. Entweder du zwingst dein Kind halt auch, Oder du fandest es halt so ätzend, dass du dazu gezwungen worden bist, dass du so eine Scheißegal-Haltung entwickelst. Beides ist irgendwie nicht so wirklich geil. Und jetzt wollen wir uns heute einfach mal angucken, wie kommt denn das eigentlich, dass Kinder auf Schule keinen Bock haben? Und ich meine, ja, jetzt kann man natürlich auch wieder sagen, Schulsystem ist halt scheiße und so, aber dann wäre die Podcastfolge jetzt zu Ende. Du hättest nichts mitgenommen, weil das wird dir halt nichts helfen.
Und ja, kann man ja vielleicht vorneweg noch mal sagen, dass wir natürlich wie so viele auch der Meinung sind, dass das Schulsystem nicht nur in Deutschland, sondern in den westlichen Ländern überholt ist, dass das eine Reform braucht. Es geht uns dabei auch nicht gegen die Lehrer. Die Lehrer machen die allermeisten einen sehr, sehr guten Job in dem Rahmen, in dem es halt möglich ist, und Genau, aber wir wollen jetzt eben extra gerade kein Schulsystem-Bashing hier fahren, weil das wäre leicht, das würde euch auch allen gefallen, aber es ist gleichzeitig, es hilft ja auch nichts, wenn du gerade nicht in der Situation bist, da rauszukommen, weil im Moment hast du vielleicht ein Kind, das in die Schule geht, das es schwer hat, das irgendwie keinen Bock hat, das rebelliert oder sich auch nur einfach einigelt oder was auch immer reagiert. Und wir wollen eigentlich gucken, was kannst du tun zu Hause, zu Hause, damit das nicht euren Familienalltag so zerstört. Genau. Und auch nicht, und dass deine Kinder auch glücklich sein können.
Und da muss man es einfach mal, oder wir wollen es jetzt einfach mal so ein bisschen aus einer Perspektive betrachten, die, und die kannst du nicht nur auf Schule anwenden, sondern auf jedes Hobby, das dein Kind macht, auf alles. Also es kannst auch auf dich anwenden, weil es gibt halt einfach ein ganz, ja, einfach ein ganz leichtes psychologisches Prinzip dahinter. Und das betrachtet zwei Aspekte. Das betrachtet auf der einen Seite die Fähigkeiten, also das, was, was sind deine Fähigkeiten zu einem bestimmten Thema. Also jetzt, was weiß ich, Englisch oder Mathe oder Physik oder was auch immer es ist, kann aber eben auch Reiten sein oder Abspülen sein oder Fußball spielen, vollkommen egal, ne. Also es geht darum, was hast du zu diesem Thema schon für Fähigkeiten? Und der zweite Aspekt ist, was sind die Anforderungen, die von außen oder aus dir selbst zu dem Thema bestehen, die an dich gestellt werden, die an dich, ja, von denen du glaubst? Also das, und das kann eben, das ist mir eben wichtig zu sagen, das kann von außen gestellt sein, aber das kann auch aus dir innen entstehen. Also, ne, wenn ich da an mich selber denke und das das Beispiel von, ups, von uns früher zu Hause, wo meine Mama war ja einfach so wahnsinnig begabt mit allen künstlerischen Dingen. Und wenn wir dann zum Beispiel zusammen Ostereier angemalt haben, dann habe ich halt regelmäßig die Krise gekriegt, weil die hat halt irgendwelche detailliertesten Bilder und Tiere und Vögel und was weiß ich auf Ostereier gemalt. Und Das sah halt alles immer total toll aus und ich wollte das irgendwie halt auch gerne hinbekommen. Und mein, also da war die Anforderung hoch und mein Fähigkeitsprofil an der Stelle war total gering. Das habe ich halt einfach, also es hat so weit auseinandergeklafft, dass ich halt, ich weiß nicht, wie viele Ostereier habe ich dann auf den Boden geschmissen, also ausgeblasene Eier habe ich, also wie oft bin ich da ausgeflippt. Weil ich das halt nicht, also weil das mich halt so unter Druck gesetzt hat. Und es war nicht meine Mama, die mich unter Druck gesetzt hat. Für meine Mama war das halt so, wir machen das. Also ich aus heutiger Sicht, wo ich selber Mama bin, würde ich sagen, für die war das halt eigentlich eine total schöne Zeit, weil wir haben halt da miteinander Ostereier gemalt und sie konnte halt das machen, was ihr Freude gemacht hat. Und wir haben halt auch, wir haben das halt zusammen gemacht. Und also die wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, mir zu sagen, dass ich das irgendwie nicht richtig gemacht habe oder so. Also never ever. Aber das, das hat, da habe ich niemand von außen dafür gebraucht.
Ja, du hast den Standard selber gesetzt. Du hast die Anforderungen selber gesetzt.
Ja, ich habe es mir bei ihr abgeguckt und habe gesagt, das ist also wenigstens, also wahrscheinlich habe ich nicht gedacht, dass ich es irgendwie genauso gut kann, aber irgendwie so 70% davon und ich habe halt vielleicht 10 geschafft oder so. Ja, und ich kann mich nämlich erinnern, ich hatte nämlich dann einmal für mich Erfolgserlebnis, als ich in meinem Zimmer ganz alleine dann mal ein Osterei angemalt habe. Und da sind mir auf einmal Dinge gelungen, die mir halt sonst nie gelungen sind. Und da merkt man, hat man dann auch wieder, wenn ich so rückblickend drauf gucke, konnte ich, kann ich auch sehen, wie ich eigentlich durch Beobachtung gelernt habe, weil ich da so diese Pinselhaltung und wie, wie das ist ja, du malst ja nicht wirklich, sondern du tupfst ja eigentlich mehr. Und das habe ich dann an der Stelle gemacht, und dann hat es auch, dann bin ich vielleicht so auf 50% gekommen.
Aber ist auch spannend, dass es genau funktioniert hat, wo du alleine warst, dann wo nicht das Beispiel direkt vor dir war, weil dann dein ganzes System die Chance hatte, überhaupt erstmal so das umzusetzen, auch in so einer entspannteren, weil es wahrscheinlich aus dir raus einfach eine entspanntere Situation war.
Ja, und ich habe, ich weiß noch, ich habe da, das war irgendwie so ein Frühlingstag, da hat es noch mal geschneit. Ich bin in meinem Zimmer gesessen, ich hatte es da irgendwie total gemütlich. Ich habe irgendwie, ich hatte da so einen Kassettenrekorder. Ich muss so 8, 9 Jahre alt gewesen sein, also wirklich noch klein auch. Ja, und dann habe ich irgendwie, ich weiß nicht, habe ich ein Hörspiel gehört, wahrscheinlich irgendwie so, und bin da halt gesessen. Oder habe ich sogar klassische Musik gehört? Ich hatte eine so eine Kassette, ich weiß nicht mehr. Also jedenfalls war ich halt in einem Flow-Zustand, ne? Und dann, dann hat es, also dann hat es, dann, dann ist mir das halt gelungen. Und genau darum geht es uns jetzt, einfach mal aus der Geschichte wieder zurückzukommen, nur zu sagen, ja, okay, wenn gelingen tun Dinge, Flow entsteht, wenn Anforderung und Fähigkeit beides auf einem passenden, aber auch nicht zu niedrigen Niveau sind.
Weil die Anforderung darf schon ja auch ein bisschen Challenge dabei. Das ist ja nicht so, deswegen habe ich extra passend gesagt, weil es ist nicht das gleiche Niveau. Die Anforderung darf schon die Fähigkeiten noch stretchen. Also das ist das, die Anforderung darf schon so sein, dass ich meine Fähigkeiten wirklich ausreize.
Ja, weil Menschen ja immer wachsen wollen. Also wenn du einfach, also ich sage jetzt mal, wenn du schon mal abtrocknen gelernt hast, und abtrocknen kannst, dann ist halt Geschirr abtrocknen ist halt nichts, wo du jetzt in Flow kommst. Also vielleicht, wenn du jetzt, was weiß ich, ihr habt, wenn man ein Fest hatte und da waren irgendwie 40 Leute und jetzt hat man Geschirr, also 15-mal mehr Geschirr als sonst und du hast nur eine kurze Zeit, dann verändert sich ja schon wieder das Anforderungsprofil. Aber bei so einem, dass wenn das Anforderungsprofil so lala ist und das Fähigkeitsprofil so lala ist, dann, dann kommst du halt nicht in Flow. Flow.
Ja, das ist ja das, warum einen so was wie nur einen Haushalt führen irgendwann einfach langweilt. Ja, weil wenn du nicht dann anfängst, die krasseren Torten zu backen, dekomäßig das Ganze noch mal auf 200% zu heben, das ist ja dann auch cool, weil du halt guckst, dass es halt mehr wird, dass da wieder Wachstum dahinter ist.
Genau. Und jetzt hast du was total Wichtiges gesagt, weil wenn dein Anforderungsprofil Profil hoch ist, niedrig, Entschuldigung, wenn dein Fähigkeitsprofil hoch ist, und das wird ja durch Übung und Tun tendenziell wächst es ja. Also dein Fähigkeitsprofil ist hoch und das Anforderungsprofil ist niedrig, und dann entsteht Langeweile.
Also Frust eigentlich, nicht nur Langeweile. Wir haben ja schon mal gesagt, Langeweile ist auch was Positives, aber es entsteht negative Langeweile.
Und das kann jetzt zum Beispiel ein Grund dafür sein, wenn ein Kind auf Schule keinen Bock hat, dass das einfach sein Fähigkeitsprofil ist hier, das Anforderungsprofil ist hier und das ist dem Kind einfach zu langweilig. Und jetzt zum Beispiel, das erlebt man ganz oft bei Kindern, die einen Mathe-Lösungsweg verstanden haben und das jetzt noch 12.000 Mal üben sollen. Das ist einfach, das ist so sinnbefreit und es ist so langweilig, dass die Rebellion das Einzige ist, was dabei noch irgendwie spannend ist.
Und witzigerweise funktionieren ja nicht mal die Belohnungssysteme dabei. Also weil es dann heißt, dann kriegst du eine gute Note, wenn du das schneller rechnen kannst. Das interessiert ja am Ende, sobald man das System mal geschnallt hat, interessiert es ja keinen mehr großartig.
Aber eben wenn dein Fähigkeitsprofil hoch ist, dein Anforderungsprofil niedrig, dann matcht es nicht. Dann wird es einfach langweilig.
Das ist ja der Grund, warum hochbegabte oder höher begabte Kinder oft dann schlechter werden. Und das ist jetzt auch, wenn Eltern jetzt sagen, ja, aber der kann das ja alles noch gar nicht. Ja, das ist genau das Problem, weil er das, weil das halt, wenn diese Langeweile mal durchschlägt, also wenn das ein längerer Zustand ist, dann blockiert da das System ja einfach. Und dann hast du natürlich Sachen, wo du sagst, ja, aber das und das kann der noch gar nicht, der kann ja die Vokabeln nicht und so. Ja, aber das ist halt Wenn ich heutzutage eine Sprache noch über Vokabeln lernen muss, also das heißt, jetzt lernst du erst mal 20 Vokabeln und dann kannst du erst deine Lieblingsserie auf Englisch gucken oder so. Das ist ja einfach total doof. Ja, also wenn das zu niedrig ist, dann schaltet es einfach ab.
Andersrum passiert aber das Gleiche. Wenn das Anforderungsprofil hoch ist und das Fähigkeitsprofil niedrig ist, dann entsteht Angst. Ne, dann hat man das Gefühl, ich kann es Angst oder Überforderung.
Ja, so wie bei deinen Ostereiern.
Bei meinen Ostereiern, genau. Und in dem Moment, wo du also das andersrum hast, wo die Fähigkeiten zu niedrig sind im Verhältnis zur Anforderung, entsteht diese, kann die Verweigerungshaltung dadurch entstehen, dass das Kind sich einfach überfordert fühlt.
Und an der Stelle ist es einfach wichtig, dass man Zwischenschritte einbaut, ne, dass man das Zwischenschritt heißt ja, du schraubst es runter das Anforderungsprofil, was ja nicht heißt, dass das Ziel da oben bleibt. Aber du sagst halt, okay, ich muss halt so weit runtergehen, bis das Kind das Gefühl hat, okay, das kann ich erreichen. Weil das ist ja das, das ich muss, das darf so hoch sein, dass ich zwar einerseits merke, ja, da muss ich mich schon strecken, aber ich kann es. Ich habe zumindest den Horizont, das schaffen zu können.
Ja, so wie als ich dann allein mein Osterei angemalt habe. Da habe ich mich in, also unbewusst natürlich in eine Situation gebracht, in der ich entspannt war. Ich war das, ich habe mich wohl gefühlt, ne. Ich mochte das da in meinem Zimmer, das war für mich gemütlich, und ich habe mir erlaubt, einfach auszuprobieren. Und dann dadurch habe ich quasi den Druck rausgenommen. Also so kann ich es halt jetzt heute rückblickend beschreiben, ja. Da habe ich den Druck rausgenommen, und dadurch habe ich das Anforderungsprofil gesenkt und dadurch hat es besser mit meinem Fähigkeitsprofil gematcht und dadurch ist Flow entstanden und in dem Flow ist das Ergebnis entstanden. Und da geht es einfach jetzt darum, als Eltern erst mal zu prüfen, was sind eigentlich, was steckt denn jetzt eigentlich hinter dem Null Bock bei meinem Kind? Ist es eher Langeweile, Frust aus Langeweile oder ist es eher Angst und Überforderung? Und meiner Erfahrung nach ist es sogar oft ein Mix, weil das ist das, was du ja gerade gesagt hast, dass aus der Langeweile dieses: Ich schalte im Unterricht ab, weil das ist ja eh langweilig, dann kriege ich es nicht mit, dann wächst mein Fähigkeitsprofil nicht weiter und dann entsteht eine Anforderung, die ich nicht verstehe, weil ich ja die Fähigkeiten nicht weiterentwickelt habe. Na, und dann hat man so eine Mixtur aus Langeweile und Überforderung. Bisschen blöd.
Ja, und das führt halt, und nach außen hin ist es dann eine Verweigerung.
Ja, genau. Und dann schimpfen wir mit dem Kind und sagen, jetzt stell dich nicht so an, oder bevor du das jetzt, wenn du das nicht machst, kriegst du kein, was weiß ich, Tablet, sonst wie was. Und das löst halt einfach überhaupt nichts. Das ist halt, wie wenn der Tank in deinem Auto leer ist und du gehst los und pumpst die Reifen auf. Es hilft halt nichts. Also von dem her, wenn du dir aus der Folge was mitnimmst, dann nimm dir mit, dass du drauf guckst, dass du einen Blick dafür kriegst, wie ist das mit dem Anforderungsprofil und wie ist das mit dem Fähigkeitsprofil und wo steht dein Kind da. Jetzt kannst du das natürlich, kannst es bei Schule machen, kannst es bei Fußball machen. Jetzt gibt es Kinder, die spielen halt zum Beispiel total gerne Fußball. Es funktioniert eine Zeit lang total gut. Warum funktioniert es gut? Anforderungen und Fähigkeitsprofil matchen sich so, dass das Kind das händeln kann. Vielleicht auf so einem Level. So, jetzt kann es passieren, das Kind hat von heute auf morgen keinen Bock mehr auf Fußball. Jetzt kann es sein, jetzt geht es darum, da sich auf die Suche zu machen, zu gucken, was ist eigentlich passiert. Jetzt kann es sein, das Anforderungsprofil ist abgesunken, weil der Trainer vielleicht sagt, du spielst jetzt nicht mehr im Sturm, sondern du spielst jetzt jetzt was weiß ich, und du darfst überhaupt auch nur noch jedes zweite, also Spiel, Punktspiel mitspielen oder so was. Also sinkt die Anforderung und dann wird es langweilig, hat das Kind keine Lust mehr. Oder der Trainer sagt irgendwas, was das Kind, was es können soll.
Ja, also hebt die Anforderung an und das Kind hat das Gefühl, es kann es nicht erreichen.
Genau, und dann geht es in die Verweigerung, weil es sich überfordert fühlt. Irgend so was steckt immer dahinter, dass das auf einmal nicht mehr matcht. Und dann kommt irgendeine Form von: Ich habe Bauchweh, ich habe keinen Bock, Fußball ist doof oder was auch immer. Und das kannst du auf jeden Lebensbereich anwenden. Ja, und bei sich selber ja genauso.
Genau, das ist ja, das geht ja, alles was für Kinder gilt, gilt auch für uns Erwachsene.
Aber ich finde es ganz cool, wenn wir da einfach noch mal kurz drüber sprechen, weil ich glaube, dass das ein Riesenproblem in unserer Gesellschaft einfach ist, dass Menschen sich in so einem Blatzustand, also an so einen Blatzustand in ihrem Leben gewöhnen, weil in ganz vielen, also eigentlich erlebe ich ganz viele Menschen, deren Fähigkeitsprofil und Anforderungsprofil auf irgend so einem mittleren Level stehen bleibt und die sich da nicht mehr, die nicht mehr gucken, wie kann ich eigentlich ständig besser werden und wie kann ich dafür sorgen, dass die Anforderungen, die an mich gestellt werden, immer höher werden.
Wenn die Anforderungen steigen, wirst du automatisch besser. Wenn sie nicht zu stark steigen, dass du sie halt immer weiter erfüllen musst, also erfüllen kannst, dass du dem halt einigermaßen hinterherkommst. Und ja, ich glaube, weil wir oft so das Gefühl haben, es ist ja auch so, ich meine, das weicht sich gerade schon immer mehr auf, muss man natürlich dazu sagen, aber so Im Prinzip haben wir so eine Vorstellung: Wir machen Schule, dann machen wir Ausbildung, Studium, also lernen dann einen Beruf und dann machen wir den Beruf. Egal, auch wenn die Wirtschaft sagt, ja, das ständige Weiterentwicklung und Weiterbildung und was weiß ich und Menschen vielleicht heutzutage öfter ihren Job wechseln als noch vor 20 Jahren, ist es ja trotzdem noch so aus meinem Gefühl raus, dass für viele so dieses Weltbild so ist. Okay, ich mache das, ich mache die Ausbildung und dann kann ich das und dann mache ich das. Und das ist ja der, das ist es, was dann dazu führen kann, dass ich halt in einem Job sitze und sage, ja, ich habe das alles im Griff. Das fühlt sich eine Zeit lang auch ziemlich cool an, gerade wenn man gerne die Kontrolle hat, weil dann funktioniert es ja alles. Ich kann das alles erfüllen. Nur wenn halt da jetzt dieses Anforderungsprofil nicht steigt, dann wird die Nummer halt langweilig. Ja, jetzt manche fangen dann mit irgendwelchen Hobbys an oder werden dann irgendwie bei der Feuerwehr aktiv oder so was. Bringen das da rein, ja, und da passiert vielleicht dann auch, oder sie machen halt irgendeinen Sport oder so. Nur unser Ansatz ist, und unser Impuls, glaube ich, den wir eigentlich so rausgeben wollen, ist, versucht es halt in allen Lebensbereichen zu haben.
Ja, beziehungsweise fang doch mal an, für möglich zu halten, dass es einen Grund gibt, weshalb du auf dieser Erde bist und zu gucken, durch was oder wie willst du auch, dass diese Welt durch dich zu einem besseren Ort wird, und welche Fähigkeiten musst du dafür entwickeln und welche Anforderungen musst du dafür an dich selber stellen, dass du dem gerecht wirst. Und damit wirst du halt auch so ein mega geiles Vorbild für deine Kinder, weil du halt dann vorlebst, was das bedeutet, was zu erschaffen, was zu reißen, wie das halt, dass du halt auch mit 40, mit 50, mit 60 in so einem ständigen Weiterentwicklungsflow bleibst und immer wieder auch deine Kinder bei dir erleben können, dass du vor Herausforderungen stehst, mit denen du strugglest, wo du besser wirst und so. Das bringt halt auch deine Kinder dazu, aus dieser, bla, ist mir alles scheißegal und Schule macht keinen Spaß, da auszusteigen, weil die halt lernen, dass Erwachsensein bedeutet, Sinn im Leben zu haben. Und komm nicht auf die Idee zu denken, das könnten nur andere, weil das kannst du ganz genauso, weil jeder von uns ist besonders. Du bist besonders und du bist besonders und ich bin besonders. Und besonders sein bedeutet nicht besser sein, sondern besonders sein bedeutet Dass jeder von uns irgendwas mitbringt, womit er diese Welt zu einem besseren Ort machen kann. Let's go!
In diesem Sinne herzlichen Dank fürs Zuhören und Zuschauen.
Genau.
Bis zum nächsten Mal.
Alles Liebe.
More from Uli

Wieso du machmal dein Kind an die Wand klatschen könntest (obwohl du es liebst)









