ADHS Kinder #gemeckerfrei begleiten - Podcast 071

Supporting children with ADHD means seeing them as healthy and unique rather than broken, then adapting the environment around them. The hosts offer ten guidelines: recognize individual needs, amplify strengths, stay calm, examine what's happening at school or home, and love unconditionally. A thorough diagnosis involves hundreds of parameters, not surface-level criteria.
Chapters
Halli hallo, herzlich willkommen beim Gemeckerfrei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen als Paar und in der Familie.
Schön, dass du uns zuhörst.
Genau.
Heute gibt es eine Hörerfrage. Und zwar sind wir gefragt worden: Wie kann ich Kinder mit ADHS gemeckerfrei begleiten? Also wie geht gemeckerfrei, wenn mein Kind eine ADHS-Diagnose hat? Und da wollen wir einfach mal ein bisschen drüber sprechen.
Genau. Und so unsere unser Wissen, unsere Meinung und unsere Erfahrungen damit teilen.
Genau. Und gleichzeitig oder vorneweg will ich zwei Sachen gerne dazu sagen. Erstens, das ist unsere Erfahrung, unsere Meinung, unser Wissen. Wir erheben überhaupt keinen Anspruch, dass das die alleinige Wahrheit dazu ist und wollen dich einfach nur ein bisschen inspirieren, vielleicht auch mal andersrum auf diese Themen draufzugucken. Und wenn du Spaß hast an diesem Podcast und der dir schon ein bisschen hilft, dann ist es so, dass wir gerade jetzt im Februar 23 auch dazu noch ein Monatsthema in unserem Mitgliederbereich haben. Da kannst du sonst auch noch mal vertiefend weiterhören.
Genau. Und auch noch ganz wichtig, ein offizieller Disclaimer: Wir sind keine Ärzte und sowieso keine Apotheker. Wirklich nicht. Das heißt, an der Stelle bitte, muss natürlich klar sein, dass wir keinen medizinischen Rat geben oder sonst irgendwas, sondern wir teilen hier ganz einfach nur unsere unsere Ansichten, unsere Meinung. Und du kannst damit natürlich machen, was du gerne möchtest. Aber genau, eine medizinische Verantwortung übernehmen wir natürlich nicht an dieser Stelle.
Genau. Und das müssen wir bei solchen Themen einfach dazu sagen. Deshalb tut mir schon ein bisschen leid, dass wir jetzt eine Minute deiner Zeit mit so einem Quatsch verbracht haben.
Aber jetzt ist es gesagt und jetzt kann es auch wirklich losgehen.
Let's go.
Vielleicht sagen wir noch dazu, dass eigentlich, wenn wir es hätten diagnostizieren lassen, hätten wir mindestens ein Kind mit ADHS gehabt und ein Kind mit ADS.
Jetzt kommt schon die erste krasse Unterscheidung.
Genau. Also ADHS-Kinder sind typischerweise eher die Jungs. Das H steht nämlich für die Hyperaktivität, also für das Das sind die Kinder, die zappelig und unfokussiert und eben impulsiv sind. Und auch mal Zeug durch die Gegend schmeißen oder halt eben bei denen man das durch ein sehr unangepasstes Verhalten auch bemerkt. Und die ADS-Kinder, denen fehlt die Hyperaktivität, die werden so super verträumt, die wirken mitunter einfach so weggetreten, nicht von dieser Welt oder Träumerle. Genau so etwas früher.
So extreme. Also jedes Kind macht es ja und ist ja mal ganz in einer anderen Welt. Und so Erwachsene ja auch. Aber so, dass es eigentlich fast ein Dauerzustand ist, das wäre jetzt quasi.
Ja, und gleichzeitig machst du damit natürlich schon wieder auch einen Punkt auf, wo man eben sagt, okay, wie wird es überhaupt diagnostiziert? Ich habe da vor Jahren schon mal eine Fortbildung dazu besucht. Da hieß es, dass eine echte ADS- oder ADHS-Diagnose über 300 Parameter beinhaltet, die einfach ganz detailliert in einer mehrmonatigen Diagnosephase eruiert werden müssen, um überhaupt sicherzustellen, ob es ein echtes, in Anführungszeichen, echtes ADHS ist, ADS ist, und dass eben ganz viele Ärzte da viel schneller eine Diagnose aussprechen aufgrund von einigen Merkmalen, die aber eben auch entstehen können, weil es halt abweicht, weil das kindliche Verhalten abweicht von unserer Erwartung, wie das Kind zu sein hätte. Und wir dann einfach gerne eine Diagnose haben, um verstehen zu können, woran das liegt und auch um es einordnen zu zu können. Und in dem Moment, wo man jetzt eine Diagnose hat, egal ob es jetzt so eine Diagnose ist, die halt wirklich eine echte Diagnose ist, oder das, was ich jetzt als eine unechte Diagnose bezeichnen würde. In dem Moment, wo du so eine Diagnose hast, kannst du mal für dich überprüfen, falls dein Kind betroffen ist, hängt die ja wie so ein Damoklesschwert über euch als Familie.
Und macht es ja damit nicht leichter. Sondern steckt ja das Kind in eine Schublade. Und damit ist jetzt aus unserer Sicht schon der Weg geebnet, dass es eher schlimmer wird als besser.
Voll.
Und dann ist es eben so, dass, also du kannst auf zwei Arten gehen. Eltern eigentlich mit so einer Diagnose um, und das passiert auch ganz unbewusst. Das eine ist eben, dass sie sagen, ja, bei uns geht's nicht. Ist nicht gemeckerfrei, weil wir haben ja ADHS. Das ist ja noch dazu, wird es oft dann eben nicht so, es wird so auf die ganze Familie über projiziert. Wir haben ja ADHS, bei uns geht es ja nicht. Also wenn mein Kind mit ADHS jetzt ausflippt und Zeug durch die Gegend schmeißt, dann muss ich ja irgendwann laut werden, sonst kann ich den ja, sonst hört der ja gar nicht auf, sonst hört der ja gar nicht auf mich. Also es ist quasi so, dieses Bei uns geht es nicht, weil, also aufgrund dieser Diagnose können wir nicht gemeckerfrei sein. Und deshalb brauchen wir zum Beispiel strikte Regeln. Deshalb muss es bei uns anders sein. Mag ja sein, dass gemeckerfrei bei normalen Kindern funktioniert, aber bei uns funktioniert es nicht.
Ja, und jetzt hast du was gesagt, was ja schon ein bisschen, was ja auch das als das Grundproblem bezeichnet, normale Kinder.
Genau.
Gibt's, also, und das ist halt total wichtig, das auch, finde ich, jetzt schon mal an der Stelle rauszubringen, weil was ist denn normal? Ich habe das Gefühl, in den letzten 15 Jahren wird es immer enger.
Ja, voll.
Also das ist die Idee, Menschen seien normal. Wer von uns ist denn normal? Der eine hat braune Haare, der andere blonde Haare, der andere graue Haare.
Ich jetzt gar keine mehr.
Ganz wenige Haare, was auch immer. Und da sagt ja auch keiner mehr heutzutage anhand der Haarfarbe, das ist normal und das ist nicht normal.
Ja, und eben, also wir wollen halt immer so gerne, dass unsere Kinder funktionieren, und dadurch stecken wir halt ein einen Rahmen, den wir für normal halten. Wenn du jetzt zum Beispiel bedürfnisorientiert unterwegs bist, dann hältst du andere Dinge für normal, als wenn du klassisch unterwegs bist und deine Kinder halt eher vielleicht von deinen Kindern erwartest, dass sie sich an Regeln halten und so weiter. Also dann halten wir unterschiedliche Dinge für normal. Und wir bei Gemeckerfrei sagen halt, es Es gibt nicht normal und unnormal, sondern ich muss immer mit dem gehen, was gerade ist. Ein bisschen wie beim Wetter. Du kannst für heute eine Bergtour dir ausgedacht haben, die nur funktioniert, wenn irgendwie gutes Wetter ist, weil sonst die Steine glitschig werden und was weiß ich, man nichts sieht. Und jetzt wachst du auf und es ist neblig. Und es ist also klar, du kannst diese Bergtour heute nicht machen. Dann ist es einfach Da geht es darum, flexibel darauf zu reagieren. Oder als wir letztens hier auf diese Insel wollten, war es kurz, da konnten wir auf dem Flughafen nicht landen, weil schlechtes Wetter war. Da hätte es jetzt auch nichts geholfen, wenn wir auf den Pilot geschimpft hätten oder sonst irgendwie, sondern wir mussten halt mit der Tatsache händeln.
Dass wir woanders, dass der Flug erst mal umgeleitet wurde.
Ja, genau.
Wir halt erst dann 2 Stunden später wieder weiterfliegen konnten, oder?
Whatever. Ja, genau. Und da einfach zu sehen, also gemeckerfrei sein bedeutet, ich gehe mit dem, was ist, und ich mache das Beste draus. Und das kann ich nur, wenn ich in jedem Moment und immer mehr die Verantwortung übernehme für das, was gerade da ist. Und das, was bei Diagnosen und eben auch bei ADHS so leicht passiert, ist, dass wir die Verantwortung für zum Beispiel unser Familienglück an eine Diagnose abgeben. Wir sagen, bei uns wird es halt immer wieder laut, weil wir haben ja ADHS. Oder unser Kind ist nicht gut in der Schule, weil es hat ADHS.
Oder unser Kind ist anders.
Ja, genau.
Fällt auf.
Genau.
Fällt aus der Norm.
Genau. Und jedes Mal, wenn du diesen Gedanken denkst oder sagst, machst du daraus halt eine Self-Fulfilling-Prophecy. Also du verstärkst es immer mit jedem Mal, wo du sagst: Ja, bei uns geht es nicht, weil. Bei uns ist das anders. Jedes Mal, wenn du das machst, schiebst du dich selber weiter von gemeckerfrei weg. Falls jetzt gemeckerfrei dein Ziel wäre, wovon ich ausgehe, sonst würdest du das nicht anhören. Ja, so, aber damit machst du es dir immer und immer schwerer. Und gemeckerfrei werden hat eben damit zu tun, das Beste in jeder Situation zu sehen, das Beste aus jeder Situation zu machen und eben in jedem Moment zu sagen: Okay, wie kann ich diese Situation lösen? Also wie kann ich die Verantwortung für die Situation übernehmen und wie kann ich sie so gestalten, dass es für uns am lebenswertesten ist? Und das ist die Challenge, vor der du stehst, wenn du in diesem gesellschaftlichen Mainstream noch bist, dass es für alles einen Grund geben muss und dass dieser Grund Dinge verhindert, Entwicklungen verhindert. Also, was weiß ich, Kinder mit Down-Syndrom können kein Abitur machen. Und dann gibt es halt die Beispiele. Da habe ich mal einen Film gesehen von einem Pärchen, beide mit Down-Syndrom, und beide haben Uniabschlüsse gemacht, ganz normale Uniabschlüsse. Aber die hatten ganz normales Symptome von einem Down-Syndrom, nicht dass es eine leichte Form oder so gewesen wäre. Aber die Eltern haben das einfach nicht, die haben einfach nicht geglaubt, dass das für ihre Kinder nicht vorgesehen oder nicht möglich ist aufgrund einer Diagnose. Und das ist das, wozu wir dich einladen wollen, dass du die Verantwortung zu dir zurückholst und sagst: Natürlich kann ich gemeckerfrei werden. Natürlich kann mein Kind lernen, seine Bedürfnisse so auszudrücken, dass es die anderen nicht überrollt oder überfährt. Natürlich kann ich mein Kind dabei begleiten und natürlich können wir ein liebevolles, glückliches Familienleben führen. Scheißegal, was irgendjemand mal dazu gesagt hat, wie man die Symptome, die unser Kind im Moment zeigt, vielleicht in eine Schublade steckt oder nicht.
Ja, weil das ist es eben immer. Und dann kannst du eigentlich das große Geschenk sehen, weil du auf einmal jetzt erkennen kannst, okay, mein Kind ist genau richtig so, wie es ist. Absolut, es ist genau richtig so, wie es ist. Und alles, was es zeigt an Eigenschaften, ja, ist eine Stärke. Aus allem kann es was machen. Und wenn es halt sehr aktiv ist, vielleicht im Vergleich zu den anderen Kindern, wenn du mehrere hast oder so was, Dann ist auch das eine Stärke.
Ja, oder eben wie wir das bei unseren Kindern festgestellt haben, dass die halt aufmerksam gemacht haben.
Weil Kinder, das muss man ja noch mal so ganz klar herausstellen, Kinder, die ausflippen, sind in höchster Not. Das macht ja kein Kind aus Spaß an der Freude, sondern dieses Kind ist in einer großen Not, weil es eben, so war es ja bei uns, weil es eben Spannungen aufgegriffen hat, die unbewusst in unserem Familiensystem rumgewabert sind. Dann haben wir einfach zwei sehr sensible Kinder, die das einfach nicht ertragen konnten und die das halt sofort persönlich genommen haben und sich dann irgendwie versucht haben, Luft zu verschaffen, indem sie halt zum Beispiel ausgeflippt sind.
Und jetzt sagst du ja, die sind halt ein bisschen ausgeflippt vielleicht. Nein, also ich sag dir, weil ich weiß, welche 300 Parameter das sind, nach denen man ADHS diagnostiziert. Wie gesagt, ich habe da Fortbildungen besucht. Mir ist vollkommen bewusst, dass unsere Kinder, zwei unserer Kinder, viele dieser Symptome gezeigt haben und das dazu geführt hätte, wenn ich damit zu einem Arzt oder wenn wir damit zu einem Arzt gegangen wären, dass wir die entsprechende Diagnose bekommen hätten. Und wir haben uns einfach ganz bewusst dagegen entschieden und sind anders mit unseren Kindern umgegangen, was dazu führt, dass die heute absolut und schon seit Jahren absolut liebenswert sind. Also liebenswert ja sowieso, aber dass auch diese Symptome, die es mal gab, überhaupt nicht mehr— also wenn du die heute siehst, würdest du nicht glauben, dass das mal passiert ist, also dass die mal früher so gewesen sind sozusagen. Und da haben wir jetzt einfach mal 10 Punkte zusammengefasst, die wir, was wir gemacht haben, unabhängig davon, ob wir die Diagnose hatten oder nicht und was wir dir eben empfehlen würden oder an die Hand, ans Herz legen würden, wie du mit deinem Kind umgehen kannst, auch wenn du jetzt vielleicht so eine Diagnose schon in Händen hältst.
Und was ja auch schon bei Teilnehmern, bei Kunden von uns einfach gewirkt hat.
Ja, voll, klar.
Also wo wir wissen, dass sie schon dass sie Medikamente wie Ritalin oder Ähnliches dann abgesetzt haben. Auch hier wieder natürlich, wir empfehlen das nicht. Das haben die Kunden auch als völlig eigene Entscheidung gemacht, ohne dass wir dazu was gesagt hätten. Nur das Ergebnis sieht halt so aus.
Genau. Also, und der erste wichtige Punkt ist, dass du dein Kind als gesund ansiehst, dass du aufhörst zu glauben, es wäre irgendwie besonders, es hätte eine Krankheit, es hätte eine Diagnose, mit ihm wäre irgendwas nicht richtig, sondern einfach zu sagen, mein Kind Kind mit seinen Eigenschaften, wie es eben ist, ist gesund. Und es ist nicht nur gesund, sondern es ist sogar perfekt. Genauso wie es ist, perfekt.
Der zweite Punkt ist: Erkenne einfach, dass es genau wie all die ganzen anderen Kinder individuelle Bedürfnisse hat und achte darauf, wie die erfüllt werden können.
Weil ein Ausflippen ist immer ja nur ein Anzeichen dafür, dass es dem Kind nicht möglich war, auf eine gesellschaftskonforme Art und Weise aufzuzeigen, dass das, wie sein Leben gerade verläuft, nicht zu ihm passt.
Ja, und das ist was, was einfach Kinder und Jugendliche ja erst lernen. Und jetzt ist unsere Gesellschaft ja noch gar nicht dafür so. Also viele Erwachsene können das ja nicht. Deswegen ist es eigentlich völlig normal, dass es an der Stelle immer wieder aneckt.
Genau. Der dritte Punkt: Richte deinen Blick auf alles Positive an deinem Kind. Also wenn es zum Beispiel super gut und gerne Fußball spielt, dann mach dieses Fußballspielen groß. Oder auch wenn es Lego baut oder wenn es nur— also unser Sohn zum Beispiel konnte dann stundenlang Trampolin springen. Ja, dann mach halt das groß, dass das Kind eben die Ausdauer hat, stundenlang auf dem Trampolin zu springen. Und dort, wir haben dann immer gesagt, dieses Trampolin ist wie so ein wie so ein Gate für unseren Sohn, weil der da aufs Trampolin verschwunden ist und der musste, konnte da auch nur alleine sein oder ganz viel nur alleine sein. Auch seine Geschwister konnte der da gar nicht gut mitertragen, weil der dort eben in seine Fantasiewelt eintauchen konnte und in seiner inneren Parallelwelt sein konnte. Und wenn dein Kind so was hat, dann sieh das halt als was Positives.
Und der nächste Punkt gehört da eigentlich dazu. Also ermutige das Kind, mach diese Dinge groß, mach dein Kind groß und gib ihm ganz viel Wertschätzung und glaub an dein Kind.
Ja, und zum Ermutigen gibt es in der Academy auch einen Kurs. Also wenn du da nicht weißt, wie das geht, dann kannst du da mehr Infos dazu finden. Genau. Und die vermeintlichen Krankheitssymptome, die blendest du so gut wie möglich aus. Weil du kannst jetzt sagen, das Kind flippt aus, weil es ADHS hat. Oder du sagst halt, das Kind flippt aus, weil es gerade Hunger hat. Oder du sagst: Na, meine Güte, das ist irgendwie so ein Verhalten. Früher hätte ich vielleicht gesagt, das ist Ausflippen. Ich weiß auch nicht, was das genau ist. Also je weniger du das benennst, je weniger du das beschreibst, je weniger du das signifikant machst, umso schneller kann es verschwinden. Weil das kennst du auch, wenn Du, alles, worauf du deinen Fokus richtest, das wird mehr. Und je mehr du den Fokus wegnimmst, umso schneller kann es verschwinden.
Also du tust einfach so, als wären sie nicht da.
Genau. Das ist schon der 6.
Punkt.
Der 6. Punkt, der mit dem 5. auch wieder ein bisschen verwoben ist.
Ja, genau. Es gehört halt alles zusammen. Ich habe halt versucht, wir haben halt versucht, 10 Punkte draus zu machen, um es für dich leichter zu machen.
Du tust so, als wären Diese Symptome einfach nicht da.
Genau. Und du gehst einfach davon aus, dass wenn das Kind sich gerade mal schräg verhält, dass das eben nur ein Entwicklungsschritt ist und dass das überhaupt nicht gesagt ist, dass es morgen immer noch so ist und dass es auch überhaupt nichts damit zu tun hat, ob du eine gute Mama, ein guter Papa bist, dass es nichts damit zu tun hat, ob dein Kind ein tolles Kind ist und einfach nur so, also einfach nur so zu tun, als wären sie nicht da, weil es die größte Wahrscheinlichkeit birgt, dass sie morgen tatsächlich verschwinden. Du wirst selber, siebter Punkt, vielleicht magst du, Bernd?
Du wirst selber einfach total klar und fokussiert. Du hältst den Raum für dein Kind, ja, also du bleibst ruhig, du bleibst klar, du hältst es aus. Einfach aushalten, egal welche Verhaltensweise es zeigt, und dabei begegnest du ihm mit einem offenen Herzen, gibst ihm Halt, indem du es dann wieder liebevoll und klar führst.
Und auch das ist wieder natürlich was, was man bei uns in den Programmen intensiver lernen kann, wie liebevolle und klare Führung geht. Das wäre jetzt hier einfach, wird hier zu weit führen. Was ich dazu schon sagen kann, ist der 8. Punkt: Du nimmst nichts persönlich. Du nimmst das Verhalten, egal ob es dir irgendwie einen Stuhl an den Kopf schmeißen will, ob es dich als Arschloch bezeichnet oder doofe Mama, doofer Papa zu dir sagt oder was auch immer, die schlimmsten Verhaltensweisen sind, die dein Kind so zeigt. Du nimmst es nicht persönlich, weil es ist nicht gegen dich, sondern es ist, das Kind ist immer nur für sich und es ist gerade seine beste Option, selber nicht unterzugehen.
Und der neunte Punkt, der ist auch total wichtig. Und da geht es natürlich ein bisschen an die, an größere Veränderungen auch im Außen. Also prüfe nach, wo die Umstände, in denen dein Kind aufwächst, einfach nicht zu deinem Kind passen, und finde Lösungen dafür. Also, und ich habe da mal so ein Beispiel, das hört sich im ersten Moment relativ krass an, aber wäre dein Kind in einer Schule, wo der Lehrer dem Kind wie früher mit dem Rohrstock auf die Finger haut, würdest du das Kind sofort nie wieder in diese Schule schicken. Also die meisten von uns, sage ich jetzt mal, ja.
Also alle, die bei Gemeinschaft aufziehen.
Alle, die jetzt hier zuhören, will ich mal hoffen. Ja, sonst schalte bitte aus oder überdenk deine Meinung noch mal. Die würden das Kind sofort aus dieser Schule nehmen und alles dransetzen, dass das Kind nie wieder eine Sekunde lang einen Fuß in diese Schule setzt. Und jetzt überprüf mal, was passt alles und was passt eben nicht.
Genau, weil es gibt eben das mit dem Rohrstock schlagen.
Da sind wir halt gesellschaftlich, es gibt schon den gesellschaftlichen Konsens, dass das eben nicht, dass das Kindern eben nicht in ihrer Entwicklung dient, sondern dass das eben seelische Wunden hervorruft.
Und gleichzeitig gibt es eben viele andere Dinge auch, die sind im Moment noch gesellschaftlicher Konsens, dass man das so macht, die aber gar nicht unbedingt jedem Kind gleichermaßen gut tun.
Also Und ich weiß, wenn ich das jetzt noch sage, dann triggere ich den ein oder anderen, aber das ist, sieh das ganz liebevoll, weil es nur dazu da ist, dass du, wenn du jetzt gerade an dem Punkt stehst, was verändern zu wollen, vielleicht eine Inspiration bekommst. Weil schau, also wenn ich jetzt an Kindergarten zum Beispiel denke, und ja, es gibt viele Kinder, die gehen offensichtlich gerne in Kindergarten oder in die Kita. Und gleichzeitig überprüft das einfach mal für dich: Würdest du gerne ungefragt 5 Tage die Woche mit 20, 25 anderen Menschen, die du dir nicht selbst ausgesucht hast, den ganzen Vormittag oder den ganzen Tag verbringen müssen? Also ich kann für mich nur sagen, wenn ich irgendwie 2 Tage hintereinander nur mit 5 oder mit 10 anderen Menschen die ganze Zeit verbringe. Also wenn wir schon als Familie, als wir auf Safari waren und eine Woche lang irgendwie den ganzen Tag zu siebt zusammen waren, danach brauchte ich irgendwie 2 Tage Pause, um wieder mich in mir finden zu können. Also du könntest für möglich halten, dass dieses gesellschaftliche Konzept von Betreuung zu manchen Kindern passt und zu anderen eben nicht. Und wenn du das Gefühl hast, das könnte zu deinem Kind eben nicht passen, oder wenn du für dich nur sagst: Ja, stimmt eigentlich, zu mir passt es auch nicht, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch zu deinem Kind nicht passt, halt relativ groß. Und dann ist halt zu gucken. Und das ist das, was der Bernd und ich halt schon unser Leben lang quasi machen, dass wir immer überlegen, wie müssen wir unser Leben gestalten, dass es zu unseren Kindern und zu uns passt? Und nicht: Wie müssen unsere Kinder sein, dass sie in unser Leben passen? Und es kann sein, dass da große Veränderungen oder der Wunsch oder das Bedürfnis nach Veränderungen entsteht und dass das erst mal Angst macht.
Auch da können wir dich natürlich gerne begleiten. Wir haben zum Beispiel auch gerade eine Kundin, die halt einfach sagt, die hat zwei kleine Kinder und die sagt, sie will halt, arbeitet Vollzeit im Moment noch und sagt halt, sie will nicht die sein, die immer nur die Zeit mit den Kindern verbringen darf, wenn die Kids schon müde sind, sondern sie will halt auch Zeit mit den Kindern verbringen, wenn die gut drauf sind und fit sind und nicht immer nur die knatschigen, müden Kinder versorgen sozusagen. Und da geht es jetzt halt einfach darum zu gucken, wie kann sie ihr Leben verändern, damit das möglich wird?
Ich hoffe, dass der Vogel nicht so laut in deinem Ohr kreischt.
Aber ich finde, wenn jemand von euch weiß, was das für ein Vogel ist, dann soll er uns das bitte schreiben. Wir haben ihn nämlich immer nur gehört und nicht gesehen. Wir sind hier gerade in Thailand und können das nicht bei geschlossenem Fenster. Fenster aufnehmen.
Selbst das würde ja nicht viel helfen. Genau, der ist einfach so laut. Genau.
Aber ich glaube, jetzt ist er erst mal wieder fertig.
Also prüf nach, wo die Umstände, in denen dein Kind aufwächst, einfach nicht zu deinem Kind oder auch zu dir und zu euch passen, und findet Lösungen dafür.
Erlaub dir alles auf den Prüfstand zu stellen, sagt man ja. Man ist da ganz oft und Das ist auch nicht schlimm, dass es dir so geht. Das ist ganz normal. Man ist da oft so gefangen in so Dingen. Na ja, das kann ich ja nicht verändern. Versuch einfach gerade bei den Sachen, wo du sagst, das kann ich ja nicht ändern, wirklich noch mal zu sagen: Okay, was, wenn ich jetzt mal einen Schritt weiter denke? Vielleicht kann ich es ja doch verändern.
Genau. Und das ist auch ein Grund, glaube ich, warum du bei Gemeckerfrei gelandet bist und nicht bei irgendwelchen anderen Elterncoaches. Weil das ist eben unsere feste Überzeugung, dass du immer alles verändern kannst. Passt. Und das ist auch das, was wir eben vorleben, dass du alles verändern und anpassen kannst, sodass es zu euch passt.
Und das witzigerweise genau die Bereiche, wo du denkst, na ja, dann müsste ich ja auch das und das, und das will ich eigentlich gar nicht anders haben, dass die sich im Fahrwasser dieser Veränderung eigentlich dann immer noch mal in was entwickeln, was du dir vorher gar nicht vorstellen konntest, wie cool das eigentlich sein kann.
Ja, voll. Genau. Und 10.
Punkt: Erlaub dir, dein Kind einfach zu lieben, so wie es ist. Erkenne seine Not, wann immer es auch eskaliert und ausflippt, und schenk ihm umso mehr Liebe, umso, Anführungsstriche, unerträglicher, Anführungsstriche, so es sich benimmt. Genau, weil mit deinem Kind ist alles in Ordnung, und du darfst es weiterhin so bedingungslos lieben, wie du es getan hast, als es frisch geboren war.
Genau.
Egal was es tut, egal was andere sagen, egal welche Schimpfworte es irgendeinem Lehrer an den Kopf geworfen hat oder sonst irgendwas passiert ist.
Ja. Und du bist in jedem Moment die beste Mama, der beste Papa für dieses Kind. Und je mehr du das glaubst, umso besser kannst du dein Kind liebevoll und klar führen und umso leichter schwingen sich diese Symptome, die du vielleicht bis gerade noch so signifikant machst, aus eurem Erleben, aus eurem Alltag. Und in ein paar Monaten oder ein paar Jahren sagst du: Was, echt? Das war mal ein Kind, das dauernd ausgeflippt ist? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Ja, das waren die 10 Punkte. Das war unser, unsere Gedanken zum Thema Kinder mit ADHS gemeckerfrei begleiten. Und wir wünschen dir, dass es dir hilft. Wie gesagt, wenn du weiter dazu was wissen willst, im Moment gibt es das Monatsthema dazu. Und ansonsten bis zum nächsten Mal.
Alles Liebe für dich.
Tschüss.
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