Braves Kind oder aufmüpfiger Revoluzzer - Podcast 206

In this solo episode of the Gemeckerfrei podcast, host Bernd Bott explores two contrasting parenting approaches: encouraging children to be independent, boundary‑crossing “revolvers” (A) versus fostering compliant, “brave” children (B). He grounds the discussion in the 2025 "Familie und Erziehung" study, which found that roughly two‑thirds of both mothers (66 %) and fathers (71 %) approve of children who occasionally challenge norms. Bott argues that nurturing such independent personalities is essential for a healthy, democratic society. He then offers concrete, everyday strategies for parents: allowing children to voice disagreement, using negotiation “ranges” (e.g., bedtime, bike‑tire adjustments), occasionally letting children “win” to practice argumentation, and maintaining emotional self‑regulation so parents do not appear annoyed. Throughout, he emphasizes the need to balance guidance with flexibility, to teach children that rules are negotiable “Leitplanken” rather than rigid laws, thereby equipping them to become self‑confident contributors to society.
Chapters
Das ist so spannend, weil wir Eltern da so hybrid sind. Es ist einerseits wollen wir A, wenn es aber um uns selber geht in der aktuellen Situation, dann wollen wir viel lieber B. Es gibt sogar Studien dazu, die sagen, dass über zwei Drittel der Eltern oder ziemlich genau zwei Drittel im Durchschnitt, bei den Männern sind es über zwei Drittel, bei den Frauen sind es genau zwei Drittel, bei den Müttern, wollen A, sind der Meinung, dass A total wichtig ist. Und ich wette, das ist leider in der Studie nicht gefragt worden, nur ich wette, hätte man jetzt eine Frage gut formuliert, die nach Situation B gefragt hätte, dann hätten diese Eltern anders geantwortet. Und diese Divergenz erlebe ich so oft. Ja, wir hören davon ständig. Mütter wie Väter haben beide das gleiche Problem, auch wenn jetzt hier in einer Solofolge mit mir ist natürlich unter Umständen etwas stärker um die Vätersicht geht. Nur, wir müssen diese beiden Pole A und B, wir müssen das zusammenbringen. Weil wenn wir A wollen, aber so wie B uns verhalten, dann werden unsere Kinder lernen, dass sie auch sich so zu verhalten haben wie B. Was A und B ist und wovon ich hier jetzt gerade so kryptisch geredet habe, das erfährst du gleich. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Ich bin Bernd Bott und zusammen mit meiner Frau Uli habe ich vor 8 Jahren Gemeckerfrei gegründet. Wir sind Eltern von 4 Kindern und Großeltern von einem Enkel. Wir sind Spiegel-Bestseller-Autoren und das Allerwichtigste ist, wir haben mit Gemeckerfrei schon Tausenden von Eltern dabei geholfen, ein gemeckerfreies Familienleben, eine liebevolle Paarbeziehung sich zu erschaffen. Und ich freue mich, dass du heute hier bist, dass du heute hier zuhörst oder zuschaust. Und lass uns in das Thema eintauchen: Braves Kind oder aufmüpfiger Revoluzzer? Ich habe vorher jetzt im Intro von A und von B gesprochen. Was meine ich damit? Ja, A wäre das, der aufmüpfige Revoluzzer, so ein bisschen provokant jetzt formuliert. B wäre das brave Kind. Und auf dieses Thema bin ich gekommen durch eine Studie oder eine Umfrage, eine Studie. Das ist eine Studie, heißt glaube ich, lass mich mal nachgucken, Familie und Erziehung 2025. Genau, die Studie heißt Familie und Erziehung 2025. Da wurden Väter und Mütter verschiedener Altersgruppen, Gen X, Gen Y und Gen Z, befragt zu ganz vielen verschiedenen Themen. Und mir ist, ich habe, fand das sehr interessant und habe mir, habe eine Frage gefunden, das ist Perfekt. Darüber würde ich heute mal gern sprechen, weil sie auch zu mir passt, zu meiner Geschichte als Jugendlicher und so. Und das eigentlich, ich fand es sehr witzig. Also die Frage, um die es geht, ist also die Frage, die den oder die Aussage, zu der die Eltern ein Ja oder Nein abgegeben haben, war: Ich finde es großartig, wenn mein Kind oder meine Kinder nicht so angepasst sind, sondern auch mal Grenzen überschreiten. Ich finde es großartig, wenn mein Kind oder meine Kinder nicht so angepasst sind, sondern auch mal Grenzen überschreiten. So, und da haben 66% der Mütter, haben dem zugestimmt und 71% der Väter. Das ist schon aus meiner Sicht signifikant. Bei den Müttern zwei Drittel, bei den Vätern über zwei Drittel. Im Durchschnitt kamen dann 68% raus. Was jetzt nicht genau die Mitte ist zwischen beiden, weil aber glaube ich in der Studie tendenziell ein paar mehr Mütter befragt wurden als Väter, so, oder halt dann teilgenommen haben am Ende. Und ich finde das erstmal total geil, weil das ist total wichtig, dass wir Menschen, also dass wir Persönlichkeiten erschaffen, wäre jetzt Quatsch, muss jetzt das richtige Wort finden, dass aus unseren, dass wir unsere Kinder dazu begleiten, verhalten, dass sie eine Persönlichkeit entwickeln, die in der Lage ist, für sich einzustehen, die den Mut hat, für sich einzustehen, oder auch mal den Mut hat, für andere einzustehen, ja, die dieser Gesellschaft was beiträgt, indem sie nicht zu allem Ja und Amen sagt. Also, dass solche Persönlichkeiten, das steckt für mich, so verstehe ich dann auch die Antwort, dass Eltern das sagen, dahinter, dass wir uns ja wünschen, dass unsere Kinder eben in der Lage sind, für sich, für andere, für eine Sache, für ihre Ideale, für ihre Werte auch mal einzustehen. Und geschichtlich gesehen ist das ja auch total wichtig. Wir wissen ja, was schon so alles passiert ist in den Gesellschaften, nur weil Menschen sich auch oft nicht getraut haben, mal aufmüpfig zu sein, mal gegen den Strom zu schwimmen, eine eigene Meinung zu haben. Und gerade jetzt Zurzeit, das kann man immer sehen, wie man will. Ich will jetzt auch gar nicht zu tief einsteigen, aber aus meiner Sicht braucht es das auch immer mehr. Wir brauchen weiterhin Menschen in einer Gesellschaft, wenn es eine offene und demokratische Gesellschaft bleiben soll auf dieser Welt. Und ich spreche extra von der ganzen Welt, nicht nur von einem einzelnen Land. Dann brauchen wir Menschen, die eben in der Lage sind, selbst zu denken, sich selbst eine Meinung zu bilden, auch wenn diese Meinung mal von der Standard- oder Mainstreammeinung abweicht. So, das ist also, das würden sehr, sehr viele Menschen, sehr, sehr viele Eltern würden das erstmal eben unterschreiben oder sind da dafür. Ja, reden von 66%, 71% insgesamt, also exakt wirklich über zwei Drittel, wirklich signifikant. So, und jetzt beobachten wir aber in der Arbeit mit Eltern, und das kennst du vielleicht von dir selber auch, und ich beobachte, Achtung, beobachte nicht nur Arbeit mit Eltern, sondern Ich weiß es auch von mir, dass es mir auch immer wieder so ging und auch heute immer noch so geht, obwohl jetzt meine Kinder gar nicht mehr klein sind, sondern 16, nicht, dass ich was falsch sage, 16, 20. Alter, jetzt komme ich schon durcheinander. Genau. Na ja, 24 und 26. Genau so was. Also weil die schon, die sind ja schon ein ganzes Stück älter und trotzdem Es gibt immer noch Situationen, wo mir so ein bisschen B passiert. Also A haben wir gesagt, ist der aufmüpfige Revoluzzer. Ich meine jetzt nicht den, der dagegen ist aus Prinzip, sondern der sich eine eigene Meinung bildet. Aufmüpfiger Revoluzzer ist ein bisschen extra provokant. Das ist damit nicht gemeint, sondern es sind Menschen gemeint, die auf eine, vielleicht sagen wir, vernünftige Art und Weise sich eine eigene Meinung bilden, aber eben auch in der Lage sind, mal gegen die normale Mainstream-Meinung sich zu äußern oder dagegen quasi zu stehen mit ihrer eigenen Meinung. Und braves Kind ist quasi das angepasste Kind, das eben auch nicht über die Grenzen geht, das auch immer sagt, ja, okay, mache ich so und so weiter. So, jetzt ist kein Kind ist A oder B von Anfang an. Jeder Mensch ist tendenziell eher A, weil eigentlich sind wir Individuen mit eigenen Meinungen. Nur wir haben so eine starke so einen starken Wunsch nach Verbindung und Gemeinschaft. Und je kleiner und, und schutzloser wir sind, umso stärker ist natürlich dieses Grundbedürfnis, dass wir tendenziell schnell dazu neigen, uns anzupassen, wenn wir sonst uns nicht sicher fühlen. So, und jetzt passiert eben die klassische Situation als Eltern. Also angenommen, du wärst jetzt diese Umfrage gewesen. Machen wir es anders, machen wir es mit mir, nicht mit dir am Beispiel. Machen wir es mit mir. Also angenommen, ich hätte jetzt vor, sagen wir mal vor 20 Jahren oder vor 23 Jahren oder so ungefähr, als meine zwei ältesten Kinder noch recht klein waren und diese Umfrage teilgenommen hätte, ich genauso, ich wäre einer von diesen 71% der Väter gewesen, die gesagt haben: Ja, Will ich von meinem Kind. Gleichzeitig natürlich dann zu Hause, wenn jetzt meine Kinder oder eins meiner Kinder über meine Grenze drüber gegangen wäre oder eben mal anderer Meinung war, bei was, bei einem Punkt, wo ich felsenfester Überzeugung war, dass ich klüger bin und recht habe, dann hätte ich in dem Moment dieser Aussage widersprochen, weil ich ganz schnell, und ich glaube, das passiert Männern fast noch schneller, also Vätern noch schneller als Müttern, weil wir tendenziell ja auch so lösungsorientiert sind und weil wir ja auch der Meinung sind, wir wüssten so vieles wirklich besser, dass ich da an sich genau über diesen Grundsatz drüber getrampelt wäre und den Kindern oft Dinge gesagt habe: Na, mach das so, das macht man so, das macht man so nicht. Und sie damit dazu gebracht habe, zum braven Kind zu werden, also angepasst zu werden. Ich mache dir mal ein Beispiel. Angenommen, dein Kind kann schon Fahrrad fahren, richtig Fahrrad fahren ohne Stützräder, ja, dann so ein Alter, da fahren die ja gerne viel Fahrrad im Sommer und so. Jetzt kommst du in den Hof, dein Kind ist am Fahrrad und lässt Luft aus dem Reifen, aus dem Ventil. Sagst du: Hey, was machst du da? Ja, Papa, ich lass Luft aus dem Reifen. Sagst du: Ja, aber sag mal, wieso? Was ist der Sinn dahinter? Ja, wenn ich so viel Fahrrad fahre und es ist so stark aufgepumpt, Dann tut mir der Popo weh. Und jetzt lasse ich ein bisschen Luft raus, dann federt es mehr, dann tut mir der Popo nicht so weh. Mhm, weißt aber schon, dass es dann nicht mehr so gut lenkt und es viel anstrengender ist zu fahren. Also das macht man eigentlich nicht, dass man da Luft rauslässt. So, was habe ich jetzt gemacht, wenn ich das so sage? Anstatt einfach zu sagen: Oh ja, ist eine gute Idee, probier's doch mal aus, habe ich mein Ding reingebracht. Und zwar nicht als Vorschlag. Und selbst wenn ich es als Vorschlag formuliere, müssen wir total gut aufpassen, weil Kinder, die meisten Kinder, nehmen ihre Eltern ja sehr, sehr ernst. Und jetzt hier als Kind noch mal Widerspruch zu leisten, sagen: Nee, ich mache das trotzdem so. Ist nicht so einfach. Gleichzeitig wäre das ja eine Situation gewesen, wo du sagst, kann ja nichts passieren. Okay, der Reifen kann plattgehen, wenn er zu viel Luft rauslässt. Ja, dann macht er die Erfahrung. Dann könnte er lernen, wie man den Reifen flickt und so. Aber er lernt was selber. Und dann könnt ihr im Gespräch, kannst du dann fragen, ja, was wäre denn die Lösung gewesen? Nur wenn ich von Haus aus schon hier sage, macht es so und so, so macht man das, oder sogar sag, das und das ist Unsinn, was uns schnell rausrutscht, ich weiß, Ja, es sind manchmal auch Ideen, die in unserer Welt, die ja schon sehr eingeschränkt ist, weil wir ja schon glauben, wir kennen ja schon Physik und wir wissen schon, was alles sein kann und so weiter, das ja schon sehr eingeschränkt ist. Wir haben nicht mehr diese Fantasie, diese Freiheit, so was auch mal zu denken. Gleichzeitig ist durch so unkonventionelles Denken schon viel Cooles in der Welt auch entstanden. Deswegen wäre ich da halt vorsichtig. Die Dinge so einzuschränken heute. Ich habe das früher auch nicht immer gut gemacht. Ich habe das erst mit der Zeit so gelernt oder mit der Zeit gemerkt und dann stückweise verändert. Ich will es dir jetzt mitgeben. Falls du noch jünger bist und jüngere Kinder hast, will ich dir gerne jetzt mitgeben, dass du es schon wieder anders machen kannst. Weil wenn wir jetzt, wenn wir die Kinder lassen in solchen Situationen und ich mache, wir machen mal noch ein Beispiel, wo es noch krasser ist. Weil was, wenn dein Kind gegen deine Vorgabe geht? Okay, wir müssen jetzt nach Hause vom Spielplatz und dein Kind will nicht, weil es will noch länger bleiben. Und sagst: Naja, wir müssen jetzt nach Hause, die Mama hat gesagt, oder wir haben ausgemacht, wir sind zum Essen da und so weiter. Und dein Kind diskutiert und sagt: Ich würde aber gern noch bleiben und so. So, jetzt kannst du dein Ding durchziehen. Kannst sagen: Nee, wenn 19 Uhr ausgemacht ist, ist 19 Uhr ausgemacht. Dann gehen wir einfach 19 Uhr nach Hause. Oder du kannst dir angewöhnen, auch mal dein Kind so eine Diskussion gewinnen zu lassen. So wie du es vielleicht bei Mensch ärgere dich nicht doch auch machst. Haben wir doch alle schon gemacht. Oder bei anderen solchen Spielen, wo wir sagen: Klar, wir würden das alles sehen, wir können da locker Dings. Und dann übersehen wir halt mal was und so weiter. Lassen die Kinder ein bisschen gewinnen. Zum Gewinnen und Verlieren lassen haben wir auch schon mal eine Folge gemacht, wenn du die Idee mal raussuchen willst. Ist jetzt ein anderes Thema, aber so. Und genauso aber so in diesen echten Situationen, also wenn das Kind quasi aufmüpfig ist, seine eigene Meinung vertritt, mal gegen dich geht, wenn du es— dann ist natürlich das Erste, und das ist natürlich wichtig bei Gemeckerfreiheit, deswegen ist das Gemeckerfreiheit immer so als ganzheitliches Konzept, Familie, Beziehung und vor allen Dingen auch ich selbst, durch das Erste da, dass du davon nicht genervt bist. Wenn du genervt bist, spürt es dein Kind, egal ob du versuchst, nicht genervt zu wirken oder zu klingen. Und dann musst du natürlich erst mal dich selbst klären, gucken, dass du nicht genervt bist, und dann mit dem Kind in den Diskurs gehen und ihm bisschen dieses Ding auch mal lassen. Sagen: Okay, ja, wie steht es denn jetzt für Sie? Dann sagt er: Na ja, also wenn du länger bleiben willst, sag mir doch mal wieso. Und dann argumentierst du vielleicht vorsichtig dagegen und so hin und her. Ja, und so und so. Und dann lernt dein Kind: Aha, ich kann für meine Meinung einstehen. Nur du musst ja nicht, weil das ist das, was verwechseln viele, weil das Argument, was jetzt viele, die diese Folge vielleicht hören, am Anfang sagen würden: Ja, aber dann sagt dir nur das Kind, wo es langgeht. Nein, darum geht es nicht. Es geht nur, dass du anfängst zu lernen: Okay, wie führe ich eigentlich auch mit so einem Kind, auch mit einem kleinen Kind quasi, einen offenen Dialog, also eine offene Diskussion. Und da darfst du dich natürlich als Erwachsener ein Stück weit zurücknehmen, weil du hast im Prinzip, auch wenn wir mal keine Hierarchien natürlich wollen, aber im Prinzip hast du ein Stück weit mehr Macht. Du bist wortgewandter, du weißt, du bist logischer. Und dein Kind, für dein Kind bist du natürlich in vielem der, der mehr Recht hat, der Dinge weiß, die dein Kind noch nicht weiß. Ja, wenn das ist ja auch jetzt auch nichts davon, wenn ein Gewitter aufzieht und du sagst okay, Mist, zu Hause sind die Dachfenster offen, ist keiner daheim, wir müssen jetzt einfach heim und die Fenster zumachen. Das ist ja eine andere Situation. Nur wenn es jetzt einfach nur darum geht, dass ihr ausgemacht habt, ihr bleibt bis um 5 am Spielplatz und du willst um 5 gerne heim, dein Kind will noch länger bleiben, dann lass ihm doch auch mal diesen Raum und übe mit deinem Kind zusammen diese Diskussion und lass es auch mal gewinnen. Also lass es mal mit Argumenten, mit mit Einsatz dahin kommen, dass es was durchbringt. Das ist ein total— weil nur ich kann nur später im Leben meine eigene Meinung, meinen eigenen Standpunkt vertreten. Also das nur mit, das nur machen, auch mal gegen die, gegen die Hauptströme oder gegen andere, gegen den Mainstream und gegen eine größere Menge an Menschen. Wenn ich gelernt habe zu Hause, dass das was bringt. Also dass ich damit auch zu einem Ergebnis komme, dass das dazu führen kann, dass ich mit meinem Papa diskutiere, diskutiere und ja und so und dann dahin komme: Cool, da habe ich auch mal eine Viertelstunde rausgeschunden. Cool, genial. So, und jetzt gibt es einen Trick. Alle Kinder jetzt aufschalten. Jetzt gibt es natürlich einen Trick dafür. Der gilt ja für alle Verhandlungen. Wenn du aus dem Berufsfeld Verhandlungen kennst, gilt der natürlich auch. Hab einen Range. Das ist wie, wenn du irgendwo auf einen, in Afrika oder Arabien, in so einen Zug gehst, in so einen Markt gehst, und dann kommen die daher mit so einem, willst du da was kaufen, keine Ahnung, ein Schal oder T-Shirt, und dann sagen, es kostet 50 Der Typ hat einen Range, weil das, du kannst natürlich, 50 ich gebe dir 5. Was sagt der? 45. Ja, so, weil der hat natürlich einen Range, der weiß natürlich genau, wenn er es drauf hat, weiß er genau, okay, er muss es für 5 verkaufen, dass er keine Miese macht. Für 10 hat er schon ordentlichen Gewinn gemacht vielleicht. Und genauso musst du es natürlich auch machen. Ich meine nicht, dass du deine Kinder verarschen sollst dabei, nur es ist ein bisschen wie beim Ins-Bett-Gehen abends. Wenn ich will, dass die Kinder um 20 Uhr im Bett sind und ich weiß, die machen da gerne so ein bisschen rum und gehen nicht gleich in sowas. Dann muss ich halt früh genug damit anfangen, dass ich diesen Range habe, dass ich noch ein bisschen Diskussion gewinnen lassen kann, und dann schaffe ich es, dass ich für 20 Uhr hinkomme. Und genauso ist bei diesen Sachen auch, also, ne, wenn du jetzt Teenager hast, ne, und dann sagst du, hey, okay, also fragen die, wie lange darf ich ausbleiben? Bis 10. Papa, bis 10? Hast du noch alle Tassen im Schrank? Sagst du, ja, habe ich, ist jetzt keine kaputt gegangen. 10. So, und jetzt können die natürlich anfangen. Wenn ihr jetzt schon eine ganz gute Kultur entwickelt habt, dann kommen die vielleicht schon gleich ganz anders an. Dann kommen die vielleicht, sind die vielleicht schon so klug geworden und bringen dir erstmal eine Tasse Kaffee, dass du dann alle wieder im Schrank hast. Nein, Quatsch, sondern so sagen, ach, hallo Papa, hast du mal Lust, soll ich dir gerade mal einen Kaffee aus der Küche holen, oder Haben wir irgendwelche Kekse oder was? So, ist egal. Also es gibt ja schon Möglichkeiten, das wissen wir alle, wie wir eine gute Situation schaffen können. Und das können deine Kinder auch lernen. Das kannst du natürlich erkennen, kannst dich darüber freuen und kannst sie aber trotzdem auch da wieder ein Stück gewinnen lassen. Wenn du natürlich von Hause sagst, um 2 bist du daheim, weil 2 ist so deine absolute Obergrenze, dann hast du da natürlich kein Range mehr. Und die werden immer mehr verlangen. Ich hoffe, ich hoffe das für dich und für deine Kinder, dass die immer ein Stück mehr wollen. Weil im Großen und Ganzen geht es ja dabei auch darum, deinen Kindern einen größeren Range zu erlauben. Bis hin dazu, dass sie auch beruflich erfolgreicher werden als du. Dass sie mal vielleicht, nicht nur vielleicht, sondern dass sie mehr Geld verdienen, wenn ihnen das wichtig ist. Dass sie glücklicher werden als du. Weil nur wenn sich unsere Kinder über uns hinaus entwickeln, entwickelt sich diese Gesellschaft und diese Welt auch weiter. Das ist quasi die große Vision dazu. Aber die kleine Vision dazu, das Alltägliche dazu ist, wenn du deine Kinder nicht dazu erziehst, dass sie brav sind, dass sie immer das tun, was du sagst, dass sie innerhalb eurer Grenzen und Regeln funktionieren, sondern ihnen beibringst, dass es zwar Natürlich gewisse, ich will es nicht Regeln nennen, ich finde Regeln, wir haben dazu auch Podcast-Folgen schon gemacht, kannst du mal gucken, suchst mal nach Regeln, weil es braucht an sich keine Regeln, aber nennen wir es mal Leitplanken im Leben, ja, dass die gibt, aber dass ich die versetzen kann, dass ich die erweitern kann, dass die nicht festgeschrieben sind und dass ich auch mit meinem Papa und auch mit meiner Mama diskutieren kann und damit auch was erreichen kann. Wenn du ihnen das beibringst, haben sie eben das als Grundannahme im Leben, dass das so funktioniert, und damit machst du ihnen ein Riesengeschenk und dieser Gesellschaft auch. Jetzt würde ich dich bitten, schreib doch mal in die Kommentare, bist du Variante A? Was hättest du, sagen wir mal so, was hättest du bei dieser Umfrage angegeben, ja? Findest du es auch großartig, wenn deine Kinder nicht angepasst sind und wenn sie auch mal Grenzen überschreiten, ja? Und hast du Lust, auch diesen Weg zu gehen, sagen, okay, auch ich mute mir das zu und mache mir die Arbeit? Es ist auch ein Stück Arbeit an sich. Und sagen, ich lasse meine Kinder da auch mal aufmüpfig sein gegen mich. Ich würde es gar nicht so, oder jetzt eine falsche Formulierung, eigentlich nicht zu sagen gegen dich, sondern im Zusammenspiel mit mir sollen sie aufmüpfig sein, sollen lernen, dass sie was erreichen können, wenn sie für sich einstehen. Und damit, wie schon gesagt, machst du ihnen ein wundervolles Geschenk. Bevor ich mich jetzt noch mehr wiederhole, wünsche ich dir, dass du diese Folge für dich, dass du viel daraus mitnimmst, dass es dir gefallen hat. Und wenn du Lust hast, lass uns einen Daumen hoch da hier bei YouTube oder eine 5-Sterne-Bewertung auf deiner Podcast-App, mit der du das hier hörst. Das freut uns und unterstützt uns, dass wir diesen Podcast immer weiter und größer machen können. In diesem Sinne, hab eine coole Zeit, bis bald, alles Liebe!
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