Darknet-Futter: Wer das Selfie deines Kindes wirklich feiert

Uli and Bernd Bott warn that children's selfies posted online can be stolen, sexualized, or turned into deepfakes by AI tools. They recommend waiting until age 14-16 to post photos publicly, getting kids' consent from age 3-4, and using private cloud albums instead of social media to protect their privacy and self-worth.
Chapters
Wir haben ja gestern Abend mit den Kindern so ein bisschen Babyfotos geguckt und so was, was einfach wirklich süß ist.
Total schön.
Und gleichzeitig ist mir dabei halt wieder aufgefallen, wie wenig Bilder wir eigentlich machen.
Ja.
Und also klar, als die klein waren, haben wir natürlich mehr Bilder gemacht.
Aber jetzt so, ich also gerade im letzten Jahr, die letzten 2, 3 Jahre wirklich wenig Bilder gemacht, ja, und ganz bewusst, ja, weil uns auch so, weil uns dieses ganze Social-Media-Bilder-Gedöns, will ich schon fast sagen, da so ein bisschen rausgekickt hat, sogar so diese ständige Selbstdarstellung, dieses ständige auch so diese heile Welt Darstellung, die ja da ständig passiert, ne.
Also gerade wenn man durchs Reisen ja auch, wir sind ja viel gereist in den letzten Jahren, und du siehst halt überall die Leute, die so, dann stehen sie also so, dann stehen sie mit ihrem Fotoface da. Und, na, oder gestern waren wir spazieren am Strand, und dann Sagt unsere Tochter so zu mir, guck mal, da ein Picknick, und dann gucken wir uns das an, und zwar so ein Instagram-Picknick, ja, so, wo das schön drapiert, kurz das Filmchen gemacht, und dann werden die Sachen wieder eingepackt. Also so dieses so tun als ob, ja, so, oder wie oft man eben Kinder sieht, die irgendwie posen, wo die Eltern, ich will jetzt gar nicht sagen die Mütter, auch wenn ich mehr Mütter sehe tatsächlich, wie Mütter die Kinder irgendwie hinstellen und die Kinder dann da sich in die Fotopose werfen, sozusagen. Ja, wo ich habe echt, mir läuft jedes Mal kalt den Rücken runter, weil ich das so unangenehm finde und so künstlich auch finde. Und das ist übrigens ein Grund, warum es bei uns immer wieder die gleichen Videoschnipsel gibt, von uns jetzt, wenn du bei uns auf Instagram mitfolgst. Warum es da immer wieder dieselben Bilder von uns gibt? Weil wir uns ganz bewusst entschieden haben, da nicht mitzumachen. Und vor allen Dingen gibt es nur ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz wenige Bilder, die wir irgendwo veröffentlicht haben, wo unsere Kinder drauf sind.
Und es bringt uns ja eigentlich so zum Kernthema, weil das Ganze, dass ich das als Erwachsener irgendwie blöd finde und das nicht mache oder nichts poste oder was, ist ja das eine, ist einfach meine Entscheidung. Und wenn ein Erwachsener meint, der muss sich da profilieren auf Social Media, kann er das gerne tun. Das ist ja seine eigene Entscheidung. Nur Kinder können es oft nicht selber entscheiden.
Ja, Kinder können es nicht selber entscheiden. Und das hat einfach mittlerweile ja solche Ausmaße angenommen, dass man, also das ist einfach wichtig ist, dass wir hier im Podcast mal drüber sprechen, was das eigentlich für dein Kind bedeutet, wenn sein Gesicht oder sein Körper ihm nicht mehr selber gehört, weil es zu einem schon in der frühen Kindheit zu einem Objekt der Selbstdarstellung gemacht wird.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern. Wir haben mehrere Spiegel-Bestseller geschrieben, viele, viele tausende Menschen begleitet.
Ja, und das ist das Wichtigste davon. Spiegel-Bestseller sind nicht so wichtig, aber die vielen tausend Menschen, die sich ihren liebevollen und glücklichen Familienalltag erschaffen haben und immer noch erschaffen und dabei sind und da jeden Tag wieder ein paar Schritte weitergehen, die sind das Wichtige.
Und wir sind für dich da und wir machen diesen Podcast für dich, wenn du zu den Mamas oder Papas gehörst, die einfach keine Lust mehr haben auf den 750. Tipp, der sowieso wieder nicht funktioniert, sondern die wirklich von der Pike auf lernen wollen, wie Elternsein heute geht. Weil das ist das, was wir in den letzten letzten 28 Jahren rausgefunden haben, 26 Jahren, 28 Jahren herausgefunden haben. Und wir wünschen dir viel Freude mit dieser Folge.
Ja, also es geht, ne, du hast ja sicher die Einleitung jetzt gesehen und gehört, es geht darum, was eigentlich das für eine Gefahr bedeutet, Wenn Bilder von Kindern im Netz landen.
Ja, das ist der eine Punkt, was, wenn Bilder von Kindern im Netz landen, aber was das überhaupt bedeutet, dass schon kleine Kinder posieren für Fotos, dass schon kleine Kinder, also schon 8-jährige, 9-jährige, 10-jährige Kinder schon wissen, welche Gesichtszahl weiter auf dem Foto vorteilhafter aussieht, die sich schon in Pose bringen, ins Hohlkreuz schmeißen oder den Schmollmund oder sonst wie sich präsentieren vor einer Kamera. Ja, und was damit passiert, na, das ist, wenn das dann auch noch online gestellt wird. Ja, also diese Konglomerat, über da wollen wir uns einfach mal drüber unterhalten.
Ja, weil früher waren ja Kinderfotos irgendwie so, jetzt auch die, die wir jetzt gestern angeguckt haben. Da hatte sich das eine Kind das ganze Gesicht schwarz mit Wasserfarbe angemalt, das nächste war knallorange. Keine Ahnung. Also so, die haben sich auch geschminkt, aber halt so mit Kinderschminkfarbe oder Wasserfarbe. Und halt war das Öko bei uns, keine Sorge. Aber so, oder? Keine Ahnung, wenn so ein Kind mal an so einer Terrassentür mit Fingerfarbe gemalt hat und die ganze Tür war braun und die Finger waren verschmiert. Whatsoever. Plätzchenbacken-Eskalation mit Mehl und Teig. Ja, all diese Dinge.
Schnappschüsse von Chaos. So muss man es eigentlich sehen. Eigentlich sind Kinderfotos Schnappschüsse von Chaos und dafür sind die auch wunderbar. Nur heutzutage bringen wir den Kids halt schon total früh bei, dass sie quasi, dass es eben das normale Gesicht gibt und das Fotogesicht, ne. Das ist die normale, das Normale, die normalen Bewegungen gibt und die Fotobewegungen und so, ja. Und dann vielleicht hast du den Begriff der Sephora Kids schon mal gehört, ja.
Aber überlegen, was Sephora ist, aber das ist ein Kosmetikladen für alle Männer hier. Mit der Kette.
Das ist eben, also ich habe das auch nur, kenne das auch nur aus Erzählungen sozusagen, ne, so diese TikTok-Trends, wo irgendwelche 8-, 9-, 10-, 11-jährigen Mädels sich irgendwie Gott weiß wie schminken und dann in den, in den Drogeriemärkten nach Retinol fragen oder super Skincare für Anti-Aging, was jetzt ein 8-jähriges Kind einfach wirklich nicht braucht, ja. Oder Erwachsene fragen sich, ob man das braucht, aber es ist Neulich eine Freundin von uns zu Besuch war mit ihrer Tochter. Einfach, die war eine Dreiviertelstunde, glaube ich, im Bad morgens beschäftigt, nur damit, was sie da alles für Seren und Lotionen und Make-up und Blush und was weiß ich in ihr Gesicht schmieren muss.
Also mit 15?
Nein, 13, 12, 13. Ja, so, also halt. Wo so junge Mädchen in, in Drogeriemärkten einkaufen mit einer Selbstverständlichkeit, das schaffe ich bis heute nicht.
Ja, und 10-Jährige wollen halt aussehen wie 25, ne?
Ja, genau.
Und dieses halt mit jedem, also um das noch mal ein bisschen weiter runterzubrechen, auch mit jedem Dings. Oh, schau mal, ich mache ein Foto. Lächeln mal in die Kamera. Also ich sage ja nichts dagegen, wenn du eine Familienfeier hast und alle stellen sich mal für ein Gruppenfoto auf. Wobei ich da auch bei den Kindern, mein Gott, da sagt man ja Ameisenscheiße und so weiter. Das kann man ja machen. Also das ist ja jetzt mal, das ist ja auch nicht jeden Tag. Davon redet ja keiner, auch nicht von Klassenfotos oder so ein Gedöns. Aber wenn ich, keine Ahnung, also Von unseren Kindern gibt es auch Bilder, wie die Lego spielen oder so, aber da sieht man meistens kein Gesicht. Warum? Weil da hätte ich ja die Kamera auf das Lego halten müssen, weil das Kind guckt natürlich aufs Lego. Da siehst du einen Rücken und da siehst du Lego. Das habe ich dann irgendwann schon auch irgendwie— jetzt im Nachhinein sind auch die Fotos cool, aber das ist halt nicht— weil du halt, du willst ja das Leben nicht unterbrechen. Also mein Sinn an so Kinderfotos war ja immer so ein bisschen Dokumentation.
Und eben nicht, dass das ist der wichtige Satz, finde ich, Dokumentation und nicht Darstellung, Spiel und den kreativen Prozess nicht mit einem Foto zu unterbrechen. Und das ist ja auch der Grund, warum wir so wenig Bilder machen, weil wir das Leben im Hier und Jetzt erleben wollen und es nicht ständig durch eine Linse sehen wollen oder nicht ständig uns damit unterbrechen wollen. Und das ist ein Unterbrechen, und das erfordert auch ständig den Fokus, dass du wieder denkst, auch hier wäre ein gutes Motiv oder da ist ein gutes Motiv. Und sondern halt zu sagen, okay, ich erlebe es doch. Reicht es nicht, wenn ich es erlebe?
Ja, das hat ja jeder schon mal bemerkt. Wenn du zum Beispiel, ich finde ein Feuerwerk ist immer ein super Beispiel. Ja, du siehst ein Feuerwerk und ich gehe jetzt mal davon aus, dass dir Feuerwerk gefällt. Das ist für das Beispiel jetzt wichtig. Wenn es dir nicht gefällt, nimm das Beispiel trotzdem mal. Du siehst ein Feuerwerk Und jetzt machen ganz viele Leute, zucken das Handy und nehmen das Feuerwerk auf. Ehrlich gesagt sieht ein Feuerwerk mit dem Handy aufgenommen aus auch einfach nicht gut aus, weil es ist, ne, du siehst halt durchs Fotografieren eigentlich selber nicht mehr zu. Du guckst halt selber nicht mehr zu, du guckst halt selber, es sieht halt in echt viel besser aus. Du nimmst es gar nicht mehr wahr, weil du überlegst, oh, jetzt musst du ja rüber, was weiß ich. Ja, und das ist so das, ne, was du gesagt hast. Wir haben uns eigentlich angewöhnt, viel weniger Fotos zu machen, weil Nimm erstmal die Eindrücke auf, und dann kannst du am Ende noch mal sagen, okay, das würde ich jetzt mal gerne fotografieren. Vielleicht sehe ich gerade eine schöne Kirche und der Onkel Erwin findet so barocke Kirchen toll, dann mache ich dem halt mal noch ein Foto. Das kann, das heißt ja nicht, dass ich keine Fotos machen darf, aber das nicht als, es wird so zu einer, zu einer Wichtigkeit und zu einem, das ist das Erste, was ich mache, ist ein Foto.
Ja, du lebst halt damit sofort in der Vergangenheit oder in der Zukunft und nicht mehr im Moment. Na, und was halt bei den Kindern passiert, ne, die benutzen Make-up und was weiß ich und erschaffen sich eine Maske. Dann lernen sie vorteilhaft auf Fotos auszugucken, indem sie posieren und halt die richtige Gesichtsseite entsprechend in die Kamera halten. Und das Fiese, was dabei ja passiert, passiert, ist, dass die dann ja nur noch eine gefilterte Version von sich selber schön finden. Wenn die sich dann selbst— und das erinnere ich, hatten wir mit unserer Tochter auch mal kurz— dass die, dass die dann sich quasi nur noch in der Fotoversion schön finden konnte. Und das ist halt ein Riesen— das ist halt gefährlich.
Das ist gefährlich, weil dann kommst du des erzeugten, total kaputten oder falschen Selbstwerts.
Ja, und das Selbstbild, das du im Spiegel siehst, wird zum Feind, zum Feindbild. Ja, also das ist dieses eine, was eben passiert mit der Maske, die wir zum einen, was sich Kinder schon ins Gesicht schmieren, und zum anderen, wie sie sich lernen zu präsentieren. Und das fängt halt an, indem du als Mama oder Papa sagst, ja, stell dich mal hin, steh mal gerade, lächel mal, guck mal hier, Kamera, Ameisenscheiße, was weiß ich. Ja, so. Und dann, wenn wir dann vielleicht noch im nächsten Schritt sagen, mach die Hand mal dahin oder streck mal den, also zieh mal den Bauch ein oder was, stell dich mal gerade hin oder so. Also das, das damit trainiert man das so. Und das ist der eine Punkt.
Und eigentlich, und das leitet ja schon dazu, nee, nee, das leitet ja schon dazu über, Weil, wenn ich mich an unsere Jungs erinnere, die waren dann, sind dann halt auch oft so, die hatten halt einfach keinen Bock, fotografiert zu werden. Und das ist eigentlich schon der Punkt, der noch eins vorher ansetzen muss, dass das Kind entscheidet, ich will jetzt fotografiert werden oder ich will jetzt nicht fotografiert werden.
Von Posten mal noch ganz abgesehen. Also schon allein der Akt des Fotografierens ist ein Ein Eintritt in die Persönlichkeitssphäre des anderen. Das kann man ja so total gut daran bemerken, dass man das nicht, also ich mag das jetzt nicht, wenn ich irgendwo, wir waren doch letztens, waren wir irgendwo essen und dann ist einer rumgelaufen mit dem Handy von dem Restaurant und hat da irgendwie, als die uns das Essen serviert haben, hat er da einfach angefangen zu filmen. Und wir so, hey, stopp, warum? Wollen wir nicht. Und das ist halt für Kinder, ist das halt genau das Gleiche. Wenn du einfach das Handy rausziehst und von dem Kind ein Foto machst, dann überschreitest du seine Persönlichkeitsrechte. Also, und da gilt es einfach erst zu fragen. Und wenn dein Kind noch so klein ist, dass du es noch nicht fragen kannst, na ja, dann lass halt, dann mach halt tendenziell weniger Fotos und auf jeden Fall welche, von denen du selber sagen würdest, die wären mir auch nicht peinlich. Ja, also, und dann der nächste Schritt, du hast ja schon angesprochen, Ja, lass uns noch ganz kurz da bleiben, weil wenn die Kinder ein bisschen älter sind, also wenn die 3, 4, 2, 3, 4 sind, dann kann man das abfragen. Max, darf ich ein Foto von dir machen? Und dann kann das Kind ja sagen oder nein sagen. Fertig. Und dann halte ich mich aber auch da dran. So, und dann, entschuldige, das war mir noch wichtig.
Ja, vollkommen, vollkommen gut. Genau. Und dann ist der nächste Schritt, und das ist was, was wir jetzt einfach so empfehlen oder reingeben ist, dass es werden halt keine Fotos von Kindern irgendwo gepostet, solange das Kind nicht 14, 15, 16 Jahre alt ist. Ich würde heute sagen 16. Ich meine, es ist ja auch immer eine Frage, ab wann man Kindern überhaupt Zugang zu Social Media erlaubt. Da wäre ich heute auch strikter, als ich das früher bei unseren Kindern war, weil sich die Zeiten auch geändert haben. Aber du als Eltern postest kein Foto von einem unter 16-Jährigen aus meiner Sicht. Aber gibt es Da brauche ich auch kein Veto-Recht fürs Kinderempfinden, weil das wird einfach nicht gemacht. Ich finde es sogar kritisch mit den Smileys drüber und so was, weil ich heute mit KI und so auch nicht weiß, was damit tatsächlich safe ist oder so. Und das eine ist, dass das einfach nicht, weil das Internet vergisst halt nichts.
Also das ist einfach, und das hat ja das BKA und der Kinderschutz in der Schweiz, die haben halt gesagt, dass die warnen eindringlich ich davor, Bilder zu veröffentlichen von den Kindern, weil ein gepostetes Bild ist sofort ein Bild, über das du die Kontrolle verloren hast. Und du weißt, das sind ein paar Klicks, wenige Handgriffe, bis aus einem Urlaubsfoto am Strand oder im Foto irgendwo am Spielplatz halt ein sexualisiertes Foto gemacht ist. Und dann geistern von deinem Kind fake sexualisierte Fotos durchs Internet und Oder sogar Videos.
Ist ja alles.
Ja, genau.
Also ein bisschen Arbeit machen kann ich jetzt. Könnte ich jetzt dich hier ersetzen durch irgendeine Muppet-Show oder so was? Das ist heutzutage kein Problem mehr. Und für Leute, die das richtig gut können, geht es sehr schnell. Deswegen ist alles, was du da, was du da veröffentlichst, und da gehe ich so weit, das ist sogar schon WhatsApp, ehrlich gesagt, weil es gehört auch zu Meta dazu. Dasselbe Konzern wie Instagram und Facebook und der arbeitet auch intensiv mit AI. Vertrauen tue ich diesen Vögeln allen nicht.
Also vielleicht hat der lieber irgendwo ein geteiltes Fotoalbum.
Es gibt schon ein paar, es gibt schon so private Dienste, es gibt schon so Cloud-Dienste, die das einfach, die einfach auch nichts mit Social Media zu tun haben. Das ist ein Riesenunterschied, ob jetzt einer einen Cloud-Service, einfach ein Fotoalbum-Service anbietet, der kostet halt dann auch was, ist schon klar. Aber ich würde auch nicht das, was Leute früher auch gemacht haben, die dann eine Facebook-Gruppe mit der Familie machen. Ist ja alles furchtbar praktisch, aber es ist halt datenschutztechnisch halt nicht so schön. Ich würde es heute nicht mehr machen.
Wir würden es nicht empfehlen. Wir würden auch eben keine Kinderfotos per WhatsApp verschicken an Oma, Opa, sonst wen alles, sondern da einfach wirklich an der Stelle ein bisschen in die Zukunft zoomen und im Blick haben, was mit dem Material, das du heute in die Welt schickst, womöglich passieren kann. Genau. Und was, was noch zu dem Thema Sexualisierung von Fotos ja gehört, ist— ich habe das vorher schon mal kurz ein bisschen angesprochen, aber ne, das ist genau wie eben 10-jährige Mädels sich schon schminken, als wären sie 25, machen die halt auch die Posen nach, ne, von jungen Frauen mit Schmollmund, mit Hohlkreuz, mit irgendwie lasziv sich da vorm Handy, vor der Kamera bewegen, was einfach eine wirkliche Gefahr darstellt im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt. Und das ist einfach ein Punkt, an dem es wirklich eine Herausforderung ist für dich als Mama oder Papa, da wirklich auch hinzugucken, weil ja Sexualität oft oft für uns Erwachsene noch so ein bisschen schambesetztes Thema ist. Und da wollen wir dich wirklich einladen, drauf zu achten, dass wenn du Kinder— also dass du dabei deinen Kindern darauf achtest, dass du— dass die das nicht tun. Ja, das ist einfach nicht tun. Und im besten Fall hast du dann guten Blick drauf, wann die überhaupt überhaupt zu Social Media dürfen, wann die überhaupt irgendwas posten dürfen. Weil was natürlich da auch das Problem ist, ist, dass der Blick der anderen so relevant wird. Weil da wird, wenn du Zeug auf Social Media postest, Bilder von dir in irgendeinem Social Media postest, dann wird dein Selbstwertgefühl sozusagen externalisiert, weil es geht nicht mehr darum, ob ob du dich schön findest, also ob das Kind sich schön findet, sondern es geht am Ende darum, wie die, wie das Netz auf das Bild reagiert.
Und damit bestimmt, das fangen die Kinder an, ihren Wert über Likes und Kommentare zu definieren.
Und das ist halt, das ist halt schmerzhaft, ja, das ist halt richtig schmerzhaft, das macht psychisch krank. Und deshalb, es ist nicht süß und witzig, das ist nicht goldig, wenn dein 6-jähriges Kind irgendwie postet wie ein Erwachsener. Das ist nicht süß, wenn sich deine 8-jährige Tochter anfängt zu schminken, oder deine 10- oder deine 12-jährige Tochter. Das ist nicht süß, das ist nicht beeindruckend, wenn dein 10-jähriger Sohn irgendwelche Machoposen vorm Handy darstellt. Ja, also das ist nicht süß, das ist eine Sexualisierung der Kindheit, das nimmt den Kids die Kindheit weg und erlaubt dir an der Stelle ein bisschen ekelhaft, eine ekelhafte Mama oder ein ekelhafter Papa zu sein.
Wir sind als Eltern immer wieder gefordert, einfach mal die Arschkarte zu ziehen und in gewisser Weise für einzelne solche Dinge auch gehasst zu werden. Lass dir aus unserer Erfahrung sagen, sie werden es dir später danken.
Absolut. Und dann wollen wir dir noch zwei, zwei Hinweise mitgeben oder zwei Impulse mitgeben. Das eine ist, dass ihr wirklich auch als Familie diesen Perfektionismusdrang durchbrecht, dass du, also wie oft läufst du, und da gibt es natürlich total unterschiedliche Menschen, so, das muss man sehen, die einen verlassen nicht ungeschminkt ihr Schlafzimmer sozusagen. Die anderen sind nie geschminkt. Da gibt es die Bandbreite, ist ja riesig. Nur halt zu sehen, wie viel mehr kannst du unperfekt sein. Also könnt ihr Selfies machen, einfach wo ihr Grimassen zieht und wo ihr irgendwie richtig scheiße ausseht, ja, einfach um diese, um diese Normalität abzubilden, anstatt irgend so ein, so eine Kunst Pose. Ja, und das ist das Erste. Und das Zweite ist, hab den Blick, also den Fokus, auf Sein statt auf Schein. Also hör auf, zu deinem Kind zu sagen, du siehst aber süß aus, oder das sieht aber toll aus, also du siehst aber toll aus, sondern mach das. Oder auf dem Foto siehst du aber goldig aus, sondern mach das Schau mal, da hast du total intensiv Lego gespielt, oder da hattest du Spaß in der Badewanne. Guck mal, das Wasser ist ganz schwarz, dein Gesicht ist auch noch schwarz. Ich weiß gar nicht, wo du noch überall schwarz warst in dem Moment, als du da in die Badewanne bist. So, ne, also so dieses, dieses Wesen des Kindes hervorheben anstatt den Äußerlichkeiten. Na, und wir sind die erste Generation von Eltern, die ihren Kindern beibringen müssen, dass ihr Gesicht und ihr Körper kein Produkt ist und dass es nicht darum geht, eine perfekt inszenierte Scheinwelt darzustellen. Sondern dass es darum geht, das Leben zu leben, mit allen Sinnen und mit allen Emotionen, die dazugehören. Und vielleicht nimmst du diese Podcast-Folge als Einladung, das Handy ab sofort öfter mal in der Tasche zu lassen und stattdessen einfach das, was ihr gerade erlebt, gibt, zu genießen, in dem Wissen, dass wenn du am Ende, wenn dein Kind 18 ist, wenn du 100 Fotos hast von den letzten 18 Jahren, hast du lang genug, um ein schönes Fotoalbum für das Kind zum 18. Geburtstag zu machen. In diesem Sinne, danke fürs Zuhören, danke fürs Zuhören und Zuschauen, und Wenn dir die Folge gefallen hat, lass ein Like da oder abonniere den Kanal.
Bis zum nächsten Mal, danke schön.
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