Darum trennen sich Eltern von Einzelkindern

In diesem Gemeckerfrei‑Podcast diskutieren die Gründer Uli und Bernd Bott das besondere Beziehungs‑ und Erziehungsthema von Einzelkind‑Familien. Sie beginnen mit der typischen Annahme, dass Einzelkinder verwöhnt und nur von Erwachsenen umgeben seien, und führen dann einen weniger offensichtlichen, aber zentralen Aspekt ein: die intensive, fast symbiotische Bindung zwischen Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt. Diese enge Verbindung erfordert ein bewusstes Loslassen seitens der Mutter, sonst bleibt die Beziehung zu stark und behindert sowohl die kindliche Selbstständigkeit als auch die Paarbeziehung. Die Brüder erklären, dass bei Einzelkind‑Familien der Vater häufig an den Rand gedrängt wird, weil die Mutter‑Kind‑Dyade den größten Teil der emotionalen Aufmerksamkeit beansprucht. Sie beschreiben, wie diese Dynamik zu einer „Dreier‑Puzzle“-Metapher führt, in der das fehlende Bindungs‑Puzzleteil (der Vater) erst aktiv gestaltet werden muss. Die Folgen einer nicht gelösten Symbiose werden als Belastung für die Partnerschaft und als Risiko für die kindliche Entwicklung dargestellt – das Kind kann in eine zu erwachsene Rolle gedrängt werden, und die Eltern‑Beziehung kann zerbrechen. Die Hosts geben konkrete Ratschläge: Mütter sollen bewusst Raum schaffen, sich aus der ständigen Verfügbarkeit zurückziehen, den Partner aktiv einbinden und gemeinsam neue Routinen etablieren. Sie betonen, dass Veränderung unangenehm ist, aber notwendig, und dass beide Elternteile Verantwortung übernehmen müssen. Abschließend wird auf die besondere Gefahr in Eineltern‑Einzelkind‑Konstellationen hingewiesen, wo die Symbiose noch stärker ausgeprägt sein kann, und es wird ermutigt, die beschriebenen Schritte zu probieren, um ein liebevolles, ausgewogenes Familienleben zu ermöglichen.
Chapters
Wenn man an Einzelkinder denkt und so, dann hat man immer so diese klassischen Probleme im Kopf. Die haben keine Geschwister, die werden verwöhnt und so, die sind immer nur mit Erwachsenen zusammen und so. Das sind ja so ganz übliche Dinge, die man dabei vielleicht bedenkt. Oder vielleicht auch, wenn man eben nur ein Kind hat, wo man eben so ein bisschen drauf achtet. Aber du hast ja letztens noch mal so einen Aspekt reingebracht, auf den ich im ersten Moment auch nicht gekommen wäre, der aber ja so auch total wichtig ist, aber eigentlich ja in eine ganz andere Richtung geht.
Ja, und nicht nur auch wichtig ist, würde ich sagen, sondern da steckt richtig Sprengstoff drin.
Ja, der ist quasi essenziell. Das zu beachten ist essenziell. Bzw. die Fehler, die man dabei machen kann, sind gravierend für die ganze Family.
Ja, und es passiert so unbewusst. Ja, passiert total unbewusst. Und deshalb glaube ich, ist es gut, wenn wir da jetzt einfach mal drauf gucken.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern, Großeltern von einem Enkel.
Genau, wir haben schon mehrere Bücher geschrieben, von denen 3 Spiegel-Bestseller geworden sind. Aber am allerwichtigsten ist uns, dass schon so, so viele Zehntausende Eltern von Gemeckerfrei profitieren konnten und damit ihr liebevolles Familienleben erschaffen konnten. Genau, und dieser Podcast, der Gemeckerfrei-Podcast, ist für dich, wenn du auch zu den Eltern gehörst, die keine Lust mehr haben auf 0815-Erziehungstipps, und weil du vielleicht auch schon gemerkt hast, die funktionieren immer so 2 Wochen lang, und du stattdessen lernen willst, wie Eltern sein heutzutage wirklich geht.
Ja, Einzelkinder, Einkindfamilien.
Ganz was Wichtiges will ich sagen, dass damit ich das ja nicht vergesse. Ich habe es mir so hinter die Ohren geschrieben, weil mir ist total wichtig, dass jeder, der ein Einzelkind hat, sich erstmal damit gesehen fühlt. Gerade auch, wenn du vielleicht zu den Menschen gehörst, die gar nicht bewusst und absichtlich nur ein Kind haben, sondern wenn da vielleicht sogar noch irgendwo ein Schmerz dahinter steckt, dass es nicht öfter geklappt hat, wie auch immer, dass du einfach weißt, wir sehen dich mit dieser Thematik und wir wollen dich trotzdem oder gerade deshalb mit diesem Podcast dabei unterstützen, dass du die, die Zeit mit deinem Kind umso mehr genießen kannst.
Ja, genau, also kein Kein Stigma und gar nichts her, sondern wirklich, es ist nur speziell an der Stelle. Darum geht es uns ja, ne. Also, nachdem wir das jetzt so, den Spannungsbogen so aufgebaut haben, erzähl doch mal.
Okay, wenn so ein Baby auf die Welt kommt oder bevor es auf die Welt kommt, ist es ja meistens im Bauch von der Mama. Ja, und also wenn wir mal Adoptivkinder außen vor lassen. Ja, genau so. Und ich meine, ich weiß das selber aus der Zeit, wenn ich schwanger war und so. Das ist schon mal, ist halt symbiotisch mit so einem Wesen, das in einem heranwächst. Es ist auch ganz normal.
Und ich glaube, jetzt als Mann kann man sich das auch gar nicht vorstellen. Also das ist einfach gar nicht, das ist Das ist einfach was ganz Spezielles, Eigenartiges, also positiv Eigenartiges.
Genau. Und wenn dann das Kind auf die Welt kommt, dann ist das ziemlicher Entwicklungsschritt quasi für, für die Mamas. Da das Kind so richtig als eigenständiges Wesen zu betrachten. Das ist jetzt ein bisschen kompliziert zu sagen, weil natürlich sehe ich, dass das Kind nicht mehr ich, also in mir drin ist. Und natürlich weiß ich, dass wenn das Baby weint, nicht ich weine. Aber gleichzeitig, wenn das Baby weint, weint einem ja innerlich eigentlich sowieso ganz oft mit. Gerade wenn es nicht sofort sich beruhigen lässt oder so, weil man nicht weiß, was dem fehlt. Also Das ist einfach schon eine sehr enge Verbindung. Vielleicht kann man es einfach so mal sagen.
Ja, und das Spannende an der Geburt ist ja, wenn ich jetzt die Dreierkonstellation Mutter, Vater, Kind betrachte, dann ist es ja, ist die Geburt ja für die Mutter tendenziell schon ein Stück Loslassen. Für den Vater ist es ja eigentlich häufig erst so die richtige Realisation.
Genau.
Also als Vater realisierst du gerade beim ersten Kind eigentlich, Bei der Geburt wird es ja irgendwie greifbarer. Also vorher ist ja nur du rund. Jetzt ganz blöd gesagt, ganz lustig gesagt.
Ja, und du merkst mal, wenn du die Hand aufmachst, dass da was anderes reinkommt.
Aber es ist schon noch ein Stück abstrakter, als dann tatsächlich, dann ist dieses Kind da. Dann trennt man meistens, hat man als Vater den Job, die Nabelschnur da so abzuklemmen, nicht mehr durchzuschneiden in dem Sinne, aber halt so. Und eigentlich ist es ja, also als Mann tritt das Kind, als Vater tritt das Kind eigentlich viel reeller in dein Leben und für dich als als Mutter ist es ja schon ein Stück Loslassen schon an der Stelle.
Ja, voll. Und das, dieser Prozess des Loslassens, der fängt quasi ja, also wie du sagst, für die Mamas mit dem Tag der Geburt an. Und dann wird das Kind ja immer selbstständiger und selbstständiger und selbstständiger. Und in gewisser Weise dadurch, wenn dann irgendwann nach einem Jahr, 2 Jahren, 3 Jahren, 4, 5, wie auch immer, wenn dann ein nächstes Kind dazu kommt, dann wird ja die Position von dem Kind, das so besonders den Schutz und die Versorgung und das alles braucht, wird von dem nächsten Kind übernommen, sozusagen. Ja, und Dadurch, dass du dann aber schon 2 Kinder hast, oder wenn es das 3., 4., 5. ist, schon mehrere Kinder hast, bist du nie mehr so exklusiv für das eine Kind sozusagen zuständig oder verfügbar oder wie auch immer.
Ja, und auch andersrum ist dein Fokus, den du halt hast für Kinder, teilt sich halt auf.
Ja, ne, also du kommst Na, mir hat gerade eine Kundin geschrieben, so, sie, wenn sie jetzt anfängt, ihre Tochter, die mich auch ein Stück weit zu dem Thema inspiriert hat, die dann geschrieben hat, ja, und wenn ihre Tochter, die jetzt schon älter ist, wenn die jetzt alleine Muffins backt und so, und ob sie sie dann nicht vernachlässigt oder ob sie da nicht einen Schaden nimmt, wenn ihr da nicht, wenn die, wenn sie das als Mama nicht mitmacht. Wo du halt so als Eltern von mehreren Kindern sagst, okay, wenn du ein Kind hast im Grundschulalter und das will alleine Muffins backen und das schreit nicht, Zeter und Mordio, weil es jetzt deine Hilfe braucht bei irgendwas, dann wunderbar, soll das alleine Waffeln backen, weil in dem Moment kannst du entweder eine Windel wechseln oder ein Kind stillen oder mal irgendwie eine Wäsche anmachen oder mit dem nächsten Kind irgendwie Lego, Schleich oder sonst irgendwas spielen. Also du hast ja in dem Moment, wo du mehrere Kinder hast, sowieso immer zu wenig Hände und zu wenig Zeit.
Genau. Und das ist für die Kinder auch ein Vorteil eben an der Stelle, weil sie natürlich ein Stück selbstständiger werden, weil sie schneller selbstständig werden müssen und weil wir als Eltern, also gerade als Mamas, schneller gezwungen werden, das einzelne Kind loszulassen.
In dem Moment, wo wir halt nur ein Kind haben, gibt es erstmal wenig Anreiz von außen, das Kind loszulassen.
Genau.
Wenn wir aber das Kind nicht loslassen, also ich meine, das ist am Anfang, ist es ja vollkommen normal, dann schläft das Baby bei der Mama, wird die halbe Nacht immer wieder gestillt oder stillt die halbe Nacht, wenn es halt hungrig ist, wie auch immer. Also, dass das sehr eng ist am Anfang, ist ja keine Frage. Dass du als Papa in dem Moment halt vielleicht noch dafür da bist oder da warst, ja, dann mich zu supporten, vollkommen klar. Dass die Bedürfnisse von so einem Baby immer auch über irgendwelche sexuellen Bedürfnisse oder so stehen, ist ja keine Frage.
Ist glaube ich auch für die meisten Menschen überhaupt kein Thema in dem Alter.
Jetzt passiert halt was, dass aus diesem Kind, obwohl es schon auf der Welt ist, plus die Mama wird halt quasi, das ist halt wie eins, das ist halt wie so eine Symbiose.
Und da fängt es, fängt die Herausforderung an, wenn wir es mal so beginnen, das Drama, weil jetzt ja, weil Wenn du jetzt als Paar nicht bewusst das gestaltest und quasi die Mutter aus der Verfügbarkeit rauskickst, immer wieder, ja, also so als sozusagen, okay, jetzt ist mal Daddy Day, keine Ahnung, ne, oder auch so gerade, wenn die Stillphase vorbei ist, da sagen, jetzt hau mal ab eine Woche oder nur 2 Tage oder was, ja, das ist ja so Wenn du solche Sachen nicht machst und auch nicht im Alltag das nicht integrierst, dann wird halt diese, dann bleibt halt diese enge Symbiose bestehen, obwohl es die ja nicht mehr braucht. Also obwohl sie ja zum Überleben nicht mehr notwendig ist. Ganz im Gegenteil, sie ist vielleicht sogar eben hinderlich, auch fürs Kind.
Ja, aber was ja noch viel schlimmer ist, was dabei nämlich passiert, ist, dass das kann man sich so vorstellen wie Du hast halt, und ich mache jetzt absichtlich das Bild so, stell dir mal dich als Mama wie ein Puzzleteil vor, und es gibt halt ein Puzzleteil, das direkt mit dir bondet, sozusagen das direkt voll passt. Und wenn du halt symbiotisch mit dem, wenn die Mama symbiotisch mit dem Kind ist, dann ist das Kind quasi dieses Bonding-Puzzleteil. Und der Vater steht dann irgendwo abseits und hat da so eine Frau und ein Kind, aber selber irgendwie kein, kein weiteren Bezug dazu.
Ja, genau.
Und da, ich weiß ja nicht, wie das— vielleicht kannst du— ich stottere schon da hier rum, aber vielleicht kannst du das ja auch aus Vatersicht beschreiben, wie sich diese Nähe zwischen Kind und Mama anfühlt. Beziehungsweise wie gab es das auch mal, dass du dann dich irgendwie wie aufs Abstellgleis gestellt gefühlt hast oder so?
Anfangs ja. Also anfangs ist mir genau das passiert, bis ich verstanden habe, dass es darum geht, eigentlich. Dass es gestaltbar ist, also dass es diese, dass es eben diese Veränderung ist, weil das wie wir jetzt ja schon erklärt haben, lang und breit, dass diese Symbiose besteht, ist ja klar. Wie du sagst, dass das mit dem Puzzleteil erst mal so ist, ist klar. Nur wir Menschen sind ja nichts Statisches oder Festes, sondern wir sind eigentlich ja ständig in Bewegung, ständig flexibel. Wir können das umbauen und das gilt es eben aktiv zu gestalten. Und da ist es halt auch wichtig, als, als, als Papa dann hinzugehen und rauszufinden, wie kann ich eigentlich aus diesem, aus, wie kann das passieren oder wie kann ich das mitgestalten, dass diese Symbiose, dieses Puzzleteil aus Mama und Kind, dass daraus ein dreieckiges oder ein Puzzle wird aus drei Teilen, sage ich mal, die eigentlich alle irgendwo, ich bin jetzt so ein bisschen 3D-mäßig, aber ich glaube, jeder versteht, was gemeint ist, die alle ein passendes Teil haben, die zu zweit fertig sind, die zu dritt, also die zu zweit komplett sind in jeder Zweierkombination, in jeder Dreierkombination, weil das ist ja eigentlich das, Was Familie bedeutet, ja, ich muss nicht immer alle zusammen sein. Es braucht aber auch nicht ein Kind unbedingt die Mama. Es braucht auch nicht mal unbedingt den Papa. Es kann beides, ist gut auf seine Art und Weise. Und dass ich als Papa quasi mich da engagieren muss dafür, um auch rauszufinden, wie kriege ich das hin, dass wir auch eine symbiotische, quasi auch so eine Verbindung hinbekommen, ob man die jetzt noch symbiotisch nennt oder nicht, dass mich jetzt die Biologen hier nicht köpfen, aber dass man auch diese Verbindung dahin himbekommt und sich halt einerseits emotional dafür öffnet. Und gleichzeitig auch so seine Interessen halt ein bisschen guckt. Ich war ja dann, dass man mit Kindern halt auch das macht, was sie interessiert und sich dafür auch interessiert.
Jetzt würden halt, es stimmt voll, jetzt würden halt wahrscheinlich einige Zuschauerinnen sagen: Ja, das wollte ich ja auch. Aber mein Mann wollte das ja nicht.
Ja, das ist halt, also einerseits ist es immer schwierig, wenn du das willst und er das vielleicht auf eine ganz andere Art und Weise versteht. Also das ist ja immer, also entstehen und machen kann man das als man nur, wenn der Raum da ist. Und der Witz ist, wenn jetzt du als, als Mama den Raum freigibst, dann ist der erstmal leer. Und das musst du auch aushalten.
Das müssen die Mamas aushalten.
Das meine ich, das müssen die Mamas aushalten. Die Mamas müssen aushalten. Du als Mama musst aushalten zu sagen, okay, ich ziehe mich da auch in gewisser Weise zurück. Und hinterlasse einen leeren Raum und der muss sich erst mal füllen. Und das kann ein bisschen komisch sein. Das kann vor allen Dingen sich komplett und ist nicht nur kann, das wird sich anders anfühlen, als wenn du den Raum mit deinem Kind füllst.
Ja, und ich glaube, viele Mamas übersehen auch, dass sie selber an ganz vielen Punkten und ganz vielen Stellen auch ratlos sind und auch erst nicht wissen, wie das geht und erst anfangen, das rauszufinden. Und oft gestehen wir dann den Papas nicht zu, auch das zu üben, zu trainieren und, und zu lernen. Und wenn es dann nicht sofort so ist, am besten wie wir es uns vorstellen— und da kann ich mich auch noch gut dran erinnern— dann ist es total schwer auszuhalten, wenn der Papa das anders macht, als, als ich das vielleicht machen würde. Dann kommt im besten Fall noch das Kind und beschwert sich darüber, dass das irgendwie blöd war mit dem Papa. Und zack, ist irgendwie so der, ist der, der, da ist der schlechte Gewissen-Knopf gedrückt. Und das ist natürlich nachvollziehbar, weil das Kind, gerade wenn du schon längere Zeit in dieser symbiotischen Beziehung miteinander warst, dann wird halt auch das Kind nicht sofort sagen, das ist ja jetzt eine gute Idee, dass wir das jetzt auflösen. Sondern dann wird das Kind halt sagen, na ja, das war jetzt eigentlich nicht unbequem für mich. Komm, lass uns das mal so beibehalten. Und dann sagt es halt mitunter, mit dem Papa war es doof.
Kein menschliches Wesen mag Veränderung. Das ist nicht das. Also man kann sich das zwar angewöhnen, dass man das mag, aber im Grundsatz ist unser ganzes System drauf getrimmt, Dinge so zu belassen, wie sie sind, egal ob die gerade gut oder schlecht sind. Und das ist natürlich bei Kindern dann genauso.
Ja, was halt passiert, um da noch mal auch auf das Risiko von, also was das einfach, was diese Art der Beziehung zum Kind, was das mit der Paarbeziehung macht. Da würde ich einfach gern mal noch ein bisschen drauf eingehen, weil du musst dir das halt so vorstellen, wenn dein Kind den Platz an deiner Seite einnimmt, den eigentlich der Partner einnehmen muss, dann hat der Partner keinen Platz mehr. Und ich finde tatsächlich auch, dass es Ich finde tatsächlich auch nicht unbedingt, dass dieses Dreierpuzzle, das finde ich, ist irgendwie schon richtig und irgendwie auch ein bisschen schwierig, weil die, die, weil die Beziehung zwischen den Eltern schon die fundamentalere Beziehung für die Familie ist, sozusagen, ja. Und da einfach zu sehen, okay, Dass Mama und Papa dürfen ein Kopf und ein Arsch sein, und jeder von den beiden darf eine mega gute Beziehung zu den Kindern haben, und die dürfen, oder zum Kind haben, und die dürfen auch zusammen eine gute Beziehung haben. Aber die Beziehung zwischen Mama und Kind oder Papa und Kind ist nie gleichwertig wie die Beziehung zwischen Mama und Papa. Und das ist, glaube ich, genau das, was leicht in diesen symbiotischen Diaden sozusagen passiert, dass Dass die Mütter die Beziehung zum Kind als gleichwertig betrachten wie die Beziehung zum Partner und damit quasi den Partner vor die, vor die imaginäre Tür setzen. Und natürlich zieht sich der Partner dann zurück. Also ich will auch gar nicht sagen, dass das immer die Schuld von der Mama ist, sondern einfach zu sagen, es ist halt eine Dynamik, die da entsteht. Und je, na, dann zieht er sich mehr zurück. Sie ist irgendwie angenervt davon, dass er sich zurückzieht. Verfügbar ist. Und so bedingt sich das halt immer weiter und weiter und weiter und führt dazu, dass halt immer schwieriger wird.
Ja, und das kann eben dann die, das kann halt die Paarbeziehung extrem belasten, ja, weil die ja dann bis hin zu ruinieren, weil diese Connection nicht mehr da ist, also weil die Möglichkeit, sich dazu connecten, ja quasi belegt ist irgendwo, ne.
Ja, ja, genau.
Und das Ja, das ist quasi der Fehler, der da passiert.
Ja, und eine andere Teilnehmerin von uns hat dann letztens gesagt, ja, das könnte sie schon. Also die lebt mittlerweile in zweiter Ehe und hat gesagt, ja, wenn sie sich das so anhört, dann ist das auch eine Erklärung dafür, warum ihre erste Ehe gescheitert ist. Und das wollten wir einfach mal mit euch teilen und mal einfach mal drüber sprechen, zu sagen, okay, Mach, mach den Raum auf. Du hast das so cool erklärt, zu sagen, wir Mamas müssen den Raum frei machen, dass die Papas zum Zug kommen können.
Und die Papas dürfen, müssen dann schon auch bewusster reingehen und was tun dafür. Das ist keine Frage. Also ich will die nicht da immer nicht aus der Verantwortung nehmen. Nur das gehört halt beides dazu.
Absolut. Und dadurch, dass halt wahrscheinlich immer noch mehr Frauen als Männer diesen Podcast hören, wollte ich halt gerne das reingeben, was du als Frau tun kannst, als Mama tun kannst, damit du nicht wartest und abhängig bist darauf, dass dein Partner sich verändert. Aber da einfach vielleicht auch mal dein Bedauern auszudrücken als Mama und zu sagen, was tut mir leid, dass ich dir eigentlich den Raum nicht gegeben habe bisher, und tut mir leid, dass ich da immer der Meinung war, ich wüsste, wie es mit dem Kind richtig geht. Weil das haben wir Mamas mitunter einfach schon ab und zu mal. Und dadurch gibst du aber euch als Paar die Chance, dass ihr wieder ein Paar werdet. Und dem Kind gibst du die Chance, dass es dadurch Kind sein darf. Weil das ist ja auch für das Kind verquer, wenn es in diese Rolle gedrückt wird. So ein kleiner Erwachsener zu sein, weil das ist es einfach nicht. Das ist gleichwürdig, gar keine Frage, aber es ist einfach kein Erwachsener an der Stelle. Und es muss auch die Möglichkeit haben, sich frei zu schwimmen. Und aus einer Symbiose mit der Mama sich frei zu schwimmen, ist einfach unendlich schwierig. Ganz besonders schwer wird es natürlich sogar in Einelternfamilien, Einzelkind, Einelternfamilien, wenn dann quasi die Familie nur noch aus Mama und Kind besteht. Da ist das Risiko der Symbiose noch größer. Ja, na, und auch da haben wir immer wieder Teilnehmer, die total happy sind, wenn sie das auflösen können. Ja, ja, sollen wir es hier mal stehen lassen? Wünschen wir euch, dass es euch geholfen hat.
Ja, danke fürs Zuschauen und Zuhören.
Bis nächste Woche, bis zum nächsten Mal. Alles Liebe, tschüss!
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