Das ist doch (nicht) normal - so beinflußt du deine Kinder

Uli and Bernd Bott, parents of four and bestselling authors, explore how ideas of "normal" shape parenting. They show that neglect and over-protection both stem from the same trauma pattern, and that healthy parenting sits between extremes: letting kids experience both autonomy and connection, rather than chasing ideal timelines for milestones like walking, talking, or sleeping alone.
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Wir waren ja in der letzten Zeit in vielen verschiedenen Städten unterwegs und ja auch in verschiedenen Ländern. Und neulich ist uns, also neulich sind wir so ins Gespräch darüber gekommen, weil auf der einen Seite haben wir halt viel, also da haben wir gedacht, es gibt gar nicht mehr eigentlich, also muss ich ehrlich gestehen, ich glaube, es gibt gar nicht mehr, dass Eltern auch so ihre wirklich kleinen Babys, so paar Wochen oder paar Monate alt, wenn die halt so Unwohlheit haben und am Weinen sind, wenn die so im Kinderwagen sich selbst überlassen werden. Also so mit dem Ding, die sollen sich da vielleicht selber beruhigen oder sollen alleine einschlafen, oder ich weiß ja nicht, was die Intention dahinter war. Also die Eltern waren dabei, das Kind lag im Kinderwagen und hat geweint.
So, jetzt nicht nur so bisschen gequengelt, wie das manchmal so beim Einschlafen, wo man so denkt, okay, ne, ich schieb's, ich schieb und wackel und sowas, und ist es gerade, mein Schatz, so ein richtiges Weinen, also fast Babyweinen.
Mein Herz ist gesprungen, tatsächlich. Und gleichzeitig sieht man natürlich auch total viele Eltern mit Tragen und so weiter. Also wenn ich dann zurück an uns zurückdenke, als wir mit dem Tragetuch rumgelaufen sind, sind wir ganz oft angesprochen worden, vor allem du, gell, dass Was das soll und dass das Kind da erstickt.
Und so weiter. Also das hat sich ja total geändert. Es sind total viele Eltern auch damit unterwegs, also auch in ganz verschiedenen Ländern. Und so, das jetzt nicht, jetzt nicht. Und aber einerseits die mit dem Kinderwagen, andererseits, um jetzt mal so die zwei Extreme zu zeigen, irgendwie gefühlt 7-jährige, 8-jährige Kinder, die noch in so einem Buggy rumgeschoben werden. Ja, genau. So, also vielleicht übertreibe ich jetzt mit 7 oder 8 Jahren. Doch, wirklich, wo du so denkst. Also ich finde auch viel zu groß für diese Dinger. Und jetzt nicht, dass der mal kurz von seiner kleinen Schwester drin gesessen ist, sondern so einfach, einfach dann durch die Gegend geschoben werden muss. Sagst du, das ist eigentlich so ein Alter, da auf die Füße, lauf, beweg dich. Wir bewegen uns eh alle zu wenig. Also aus unserer Sicht, wir zeigen ja nur gerade, was man im ersten Moment so denkt.
Zum Beispiel als wir in Südamerika waren, da ist es ja auch Da ist es auch, da geht das noch mal in totales Extrem, weil da siehst du Mamas ihre Kinder, meistens sind halt die Mamas, ja, Mamas, ihre Kinder von der Schule abholen und dann schleppt die Mama, wenn die 3 Kinder hat, dann schleppt die 3 Schulranzen, während ihre 8-, 10- und 12-jährigen Kinder um sie rumhüpfen. Die Mutter ächzt und stöhnt und dass du eigentlich hingehen willst und sagen, soll ich ihnen was abnehmen, und die Kids sind da froh am Rumspringen, sozusagen. Und wir wollen das nutzen, um in dieser Folge mal drüber zu sprechen, was ist eigentlich eine dienliche Fürsorge und was ist eigentlich normal und wo, was halten wir für normal und was muten wir unseren Kindern auch zu. Also wo ist da die Grenze zwischen Vernachlässigung, weil das ist ja das, was viele von uns und bestimmt viele auch von euch, die hier zuschauen, wer sich mit bewusster Elternschaft auseinandersetzt, der will ja sein Kind nicht vernachlässigen.
Und gleichzeitig birgt es halt die Gefahr, das ist eben das andere Extrem, dass man so überbetüttelt. Also man sagt ja dann auch Helikopter- oder Rasenmäher- oder sonst was Eltern, ist ja jetzt egal, das will ich jetzt auch keinem dieses Etikett auf die Stirn klatschen. Es ist einfach nur mal, wir wollen eigentlich jetzt mal nur den Blick eben drauf werfen, was gibt es denn für verschiedene Perspektiven? Wo ist es vielleicht dienlich, Kindern eben auch was zuzumuten? Weil es ja auch dazugehört, um Dinge zu lernen, muss ja auch jemand glauben, dass ich, oder muss ich ja auch mal tun dürfen oder müssen.
Ja, ja. Und was ich halt so spannend daran finde, wenn man sich da aus traumatherapeutischer Sicht damit beschäftigt, dann kommt man halt sehr schnell zu dem Punkt, dass sowohl das Vernachlässigen, also das sich nicht kümmern oder die Kinder sich selbst überlassen, als auch dieses Überkümmern am Ende nur zwei Seiten derselben Medaille sind. Und am Ende deutet beides auf dem Bindungstrauma bei den Eltern. Hallo und herzlich willkommen hier beim The Makerfly Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen als Familie, Kinder, als Paar und mit dir selbst. Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind Eltern von 4 Kindern und wir schaffen es immer wieder, unsere Intro mal bisschen zu verhaspeln.
Wir sind Spiegel-Bestseller-Autoren, Und das Allerwichtigste ist, dass du hier richtig bist, wenn du lernen willst, wie Elternsein richtig geht, weil es hat uns niemand gezeigt und niemand beigebracht. Ja, so, und dafür sind wir hier.
Genau. Und wir haben viele Jahre unseres Lebens dafür gebraucht, um rauszufinden, um rauszufinden, wie die Nummer geht, also wie Beziehungen mit Kindern funktionieren und Ja, dafür sind wir hier mit Gemeckerfrei und zeigen es dir gerne.
Also, was ist schon normal?
Ja, genau, was ist normal? Und als wir da eben neulich in der Stadt unterwegs waren, waren wir in der Fußgängerzone. Es war irgendwie Hölle viel los, wahnsinnig viele Eltern gesehen, wahnsinnig viele Kinder gesehen, und eben auch viele Kinder in Kinderwägen, die eigentlich, wo eigentlich der Kinderwagen schon fast gesagt hat, oh, ich brech zusammen. Und auch Kinder, die in einem Alter Schnuller im Mund hatten, wo man einfach so sich die Frage stellt, ist es noch so eine coole Idee, ist es noch so sinnvoll? Und Also was mir total wichtig ist, wir verurteilen hier überhaupt nichts, ne, das hast du eben auch schon mal kurz angesprochen, sondern wir haben uns dann so unterhalten, der Bernd und ich, und haben so gesagt, naja, das viele dieser Dinge, die entwickelt ein Kind automatisch alleine dadurch, dass du das als Elternteil für normal hältst, dass ein Kind das lernt.
Zum Beispiel, einfachstes Beispiel ist ja Laufen. Ja, das Kind lernt. Ein Kind lernt einfach Laufen, weil alle anderen laufen.
Ja, wenn es normal entwickelt ist.
Von den Ausnahmen abgesehen. Ja klar, dann ist es ja nicht möglich. Aber die allermeisten Kinder lernen einfach durch Nachahmung laufen und einfach nur durch Nachahmung sprechen.
Und ja, in einem Zeitfenster von, na, die, was, ich weiß es gerade gar nicht genau. Ich glaube, die jüngsten Kinder, wenn anfangen zu laufen, sind 8, 9 Monate alt und manche laufen halt auch erst mit 2. So what? Sie lernen laufen und du kannst es ihnen auch nicht beibringen.
Die lernen es nicht, weiß man inzwischen. Die lernen es nicht schneller dafür, dass du sie viel hinstellst, dafür dass du immer um sie rumläufst und so, also sowieso nicht, aber so diese Vorstellung, was wir dann später oft machen mit Kindern im Endeffekt. Aber du läufst so um sie rum, schau mal, so geht das mit den Beinen und so, so laufen wir.
Du musst jetzt ein Bein vor das andere stellen.
Ja, aber ein Kind so: Interessiert mich nicht, lass mich. Ja, so. Also es hilft alles nichts. Du kannst es irgendwie so halten, dann läuft es auch nicht besser.
Nee, es läuft einfach, wenn es soweit ist.
Ja, genau. Und es spricht, wenn es soweit ist.
Ja. Und das ist zum Beispiel total spannend, ist mir dann so aufgefallen, total spannend gewesen. Als bei unserem ältesten Kind bin ich so davon ausgegangen, dass das so plus minus mit einem Jahr irgendwann anfängt zu laufen. Hat er dann auch gemacht, 13 Monate. Ja, genau. Und beim Sprechen hatte ich keine Idee. Da hatte ich keine Vorstellung, habe ich mich zu dem Zeitpunkt noch nicht damit beschäftigt gehabt. Ist mir irgendwie, keine Ahnung, also weiß nicht, warum ich keine Vorstellung hatte. Hatte ich halt nicht. Natürlich haben wir total viel mit dem gesprochen und haben ihm irgendwie jeden Wunsch von den Augen, Lippen, Handbewegungen abgelesen.
Aber auch sehr gut mit uns in Zeichensprache, also der hat überall hingezeigt und so. Das hat eigentlich alles funktioniert.
Irgendwann kam dann so Freunde zu Besuch und die haben dann erzählt, so von wegen der Sohn, der war nur einen Monat älter irgendwie, der konnte dann auch, haben sie gesagt, ja, wir haben jetzt mal gezählt, der kann jetzt schon 50 Wörter. Und wir so, okay, auf die Idee bin ich noch nicht gekommen. Und unser Sohn hat halt auch viel weniger gesprochen zu dem Zeitpunkt. Hat ihn nicht gestört und am Ende des Tages hat er halt irgendwann, als er 2 war, zweieinhalb war, hat er halt auf einen Schlag ganze Sätze geredet.
Fertig.
Ja, so, also aus der Entwicklungspsychologie habe ich dann später gelernt, dass man das als Late Talker bezeichnet. So, aber dadurch, dass wir halt, wir hatten nie die Sorge, dass der nicht spricht, und wir hatten keine Erwartung, wann der spricht, und dann hat er halt zu der Zeit, wo es für ihn gepasst hat, angefangen zu sprechen.
Ja, aber was ja, du wirst, wenn du Eltern fragst von so kleinen Babys oder Kindern, sagst, gehst du davon aus, dass dein Kind irgendwann sprechen lernt? Dann gucken dich ja alle an wie Bahnhof, weil sie sagen, ja natürlich, wieso sollte ich sonst davon ausgehen?
Genau. Und jetzt genauso jetzt, was weiß ich, beim Windelloswerden, beim Schnullerloslassen. So, also jetzt, und ich will jetzt damit da noch mal dazu sagen, beim Sprechen war es dann schon irgendwann so, dass wir uns halt, dass wir schon irgendwann gemerkt haben, okay, der spricht halt noch viel weniger als andere Kinder, und haben dann schon angefangen, uns auch ein bisschen dazu zu informieren und so weiter. Also es war jetzt nicht so, also worum es mir geht oder was mir wichtig ist, und da habe ich jetzt gerade Sorge, dass ich mich vielleicht sogar selber verhaspel. Ich glaube jetzt zum Beispiel beim Sauberwerden hilft es schon, wenn du irgendwas irgendwie für normal hältst, wenn du das für normal hältst, dass dein Kind irgendwann zwischen 1 und 4 einfach trocken ist, fertig. Ja, dass dein Kind den Schnuller irgendwann mit 2, mit 3, spätestens 4, keine Ahnung, dass du halt so einen Wert für dich definierst. Du sagst, das ist das, was ich eigentlich für normal halte. Also davon gehe ich einfach mal aus. Ja, weil du willst ja auch nicht, das wird ja dann alles auch sozial schwieriger, wenn das halt Wenn diese Entwicklungsschritte nicht passieren.
Ja, da können ja auch so Sachen dazu wie zum Bus gehen oder so. Jetzt unsere Kinder sind ja die ersten, sind ja auch mit dem Bus in die Kita gefahren und dann bin ich immer hingebracht. Ich bin dann immer schon davon ausgegangen, Schulkind geht einfach selber zum Bus oder geht auch selber in die Schule, wenn die Schule jetzt nicht 15 Kilometer weit weg ist und so, also so, so. So, und klar war es dann so, dass dadurch, dass immer noch Kindergartenkinder dabei waren, sind wir dann halt doch immer noch mitgelaufen. Aber die sind irgendwann, die Schulkinder, dann auch gesagt, hier, lass mich, ich gehe schon vor oder so. Also das sind ja so Dinge, die man halt für normal hält auch.
Ja, also es geht nicht darum, jetzt zu sagen, okay, also nicht die erste in so Entwicklungstabellen, den ersten Zeitpunkt zu nehmen und zu sagen, so, das muss jetzt so, mein Kind muss so perfekt sein, das ist alles. Als Erstes kann, Quatsch mit Soße. Das für normal zu halten, das macht ja nur Stress.
Ja, und das hat ja auch keine Auswirkung. Also ein Kind ist nicht intelligenter, bloß weil es früher reden gelernt hat. Das ist einfach, das, das, ja, lauter solche Sachen. Da hat man früher, vor vielleicht 100 Jahren, hat man sowas geglaubt, aber das ist alles Schwachsinn.
Und nur wie, also bei welchen Dingen gehe ich davon aus, dass das Kind davon Schaden nehmen nehmen könnte, wenn ich auch eine bestimmte Entwicklung erwarte. Das ist das, was, was glaube ich, wo jetzt dieser Knackpunkt passiert, ne, sich auf der einen Seite dem Kind den Raum geben und die Zeit gibt, sich zu entwickeln, aber gleichzeitig halt das Kind auch ein Stück weit fordere. Und das mache ich nur, wenn ich nicht glaube, dass das Kind davon Schaden nimmt.
Genau, weil manche Eltern, und das sind tendenziell auch unsere Menschen, die sich mit unserer Methode auch beschäftigen, halt dazu neigen, Angst zu haben davor, dass sie zu viel Druck ausüben auf das Kind. Und deswegen ist es halt gut, wenn du zu solchen, gerade zu diesen Entwicklungsdingen, so ein bisschen Wissen hast, in welchem Zeitraum ist es denn normal. Und da ich Also jetzt, ich bin ja im tiefsten Herzen ein Non-Konformist, also ich bin ja tendenziell immer so, sagen sie, irgendwie nicht so gut, so normal zu sein. Aber das stimmt ja auch nur für bestimmte Bereiche im Leben. Hier ist es ja schon so, dass man einfach, dass man das ja weiß. Man sagt, okay, Kind lernt von dann und dann. Die meisten Kinder lernen im Zeitraum von X bis Y laufen, im anderen Zeitraum lernen sie reden und so weiter. Wenn du diese Sachen halt weißt, grob weißt, dann hast du halt eine Erwartung, die dem Kind keinen Druck macht, weil du ja nicht sagst, so, du musst der Erste sein, der die Windel wegschmeißt, ja, sondern du, aber gleichzeitig führt es halt nicht dazu, dass du noch ein 5- oder ein 6-jähriges Kind dann den ganzen Tag mit Windeln rumläuft, weil du es so gar nicht forderst oder da so gar nicht dran bist.
Aus der, ja genau, eben aus der Sorge, zu viel erwarten zu können, ne. Also das musst du halt, und das ist das, was was du halt unterscheiden lernen musst selber. Das ist, wo habe ich eine Erwartung, weil ich selber einen Leistungsdruck habe, im Sinne von das Kind soll da performen, und wo setze ich eine Normalität voraus, um einfach das Kind auch ein bisschen herauszufordern, um so normale Entwicklung zu begünstigen. Ja, und ich finde, man kann immer gut bei diesen ganzen Themen, wir waren jetzt viel beim Reden und Laufen und Windeln und so weiter, aber es geht ja auch um so Sachen wie alleine abends einschlafen können. Es geht um so Dinge, wir hatten den Kinderwagen, um sich bewegen. Ja, wie du ja gesagt hast, das ist ja, wir tun den Kindern ja einen Bärendienst, wenn wir die in dem Alter noch im Kinderwagen rumschieben, weil wir bewegen uns einfach alle viel, viel, viel, viel, viel zu wenig und So ein kindlicher Körper, der muss einfach Muskeln aufbauen und der muss sich bewegen und sich entwickeln können. Dafür vielleicht auch einfach mal sozusagen, okay, kann ich einfach, was Bewegung zum Beispiel angeht, kann ich mir da mal auch andere Beispiele heranziehen, was Menschen für normal erachten? Also jetzt, wenn du zum Beispiel mal in so ein Land gehst, wo In Afrika, wo es kein Trinkwasser gibt, also nicht aus der Leitung. Ja. Wo wir haben hier innen so ein Tier, ein ziemlich großes.
Hoffentlich fliegt es nicht raus.
Hoffentlich fliegt es nicht raus. Genau. Wenn du in Afrika zum Beispiel, wenn die Frauen zum Brunnen laufen müssen und dann gehen die Kleinen, am Anfang werden die Kleinkinder mit auf den Rücken geschnallt, aber sobald die selber laufen können, laufen die selber, weil die Mamas ja schon das Wasser schleppen. Also da einfach zu sagen, okay, nimm dir doch mal ein Beispiel an anderen Kulturen. Oder wenn wir zum Beispiel, als wir jetzt auf, wenn wir auf Sansibar sind, da spielen schon die 3-, 4-, 5-jährigen Steppkes da im Sand Fußball über Stunden, wo du halt eigentlich denkst, boah, ich brech ab, weil das ist sauanstrengend, im weichen Sand Fußball zu spielen. Und die machen das über Stunden in der Hitze und so. Also da einfach so zu sehen, Was ist denn, wozu ist so ein menschlicher Körper eigentlich gemacht? Ja, und gar nicht im Sinne von, ich überfordere dich, Kind, sondern ich fordere dich ein Stück weit heraus. Ich traue dir auch mal was zu. Ich halte Dinge für normal, ohne gleich davon auszugehen, dass das Kind davon einen Schaden nimmt. Also wenn du mit einem 8-jährigen oder mit einem 10-, 11-, 12-jährigen Kind jetzt zum Beispiel abends, wenn ihr gecheckt habt, dass das Kinderzimmer sicher ist. Und wenn das Kind da einschlafen, wenn es Schlafenszeit ist, dann kann das Kind lernen, da einzuschlafen, ohne dass du daneben liegst und ohne dass dem Kind was passiert. Ich hatte das letztens mit einer Kundin, wo ich dann nur so das Beispiel gebracht habe: Du kommst ja auch nicht auf die Idee, beim 10-jährigen Kind die Brust noch mal rauszuholen und zu sagen, hier, nuckel dich ins Schlaf, wenn du magst. Ja, da würden viele Menschen wahrscheinlich jetzt, also vielleicht haben wir auch jemand, der das macht, Also keine, keine, immer keine Verurteilung an der Stelle. Nur üblicherweise ist das eine Stelle, wo viele sagen würden, ja, nee, natürlich nicht. Ja, und jetzt eben zu sagen, was kann ich denn noch als nee, natürlich nicht betrachten, um die Selbstständigkeit des Kindes zu fördern? Nicht weil ich es nicht geben will, nicht weil ich nicht da sein will, nicht weil ich dem Kind was Böses will, sondern um das Kind in seiner Selbstständigkeitsentwicklung zu unterstützen.
Weil die Gefahr ist ja, wenn ich im anderen Extrem bin, dass ich das Kind kleinhalte. Ja, dass ich es kleinhalte, weil ich es ja, weiß ja nicht, weil ich ihm im Endeffekt in dem Versuch, keinen Druck auszuüben, auch wieder eine Art Druck ausübe, die halt dazu führt, dass das Kind sich nicht entfalten kann. Und dazu gehört halt mal das auch, es ist ja auch ein Loslassen von uns Eltern.
Und Kinder erfahren ja damit auch in gewisser Weise Misserfolge, die sie ja händeln lernen müssen. Und jetzt aus dieser bindungstraumatischen oder bindungstheoretischen Sicht, weil ich vorher gesagt habe, sind am Ende beides Bindungstraumata, da ist es halt, geht's halt darum, dass Eltern, die halt ihre kleinen Babys schreien lassen, die sind in der Form traumatisiert passiert, dass sie die Nähe oder den Kontakt überhaupt nicht können. Und Eltern, die ins andere Extrem fallen, also die, die überfürsorglich sind, die können die Distanz nicht, also die können den Kindern nicht den Raum für ihre Selbstentwicklung geben. Sind beides aber Ergebnisse von einem, von einer nicht gesunden Bindungsentwicklung. Und da sind unsere Kinder einfach unsere besten Lehrer, dass wir das lernen können. Weil das ist ja immer so, wenn du aus der autoritären Erziehung wird die anti-autoritäre Erziehung, beides ist Mist. Ja, aus diesem Kinder schreien lassen wird dieses Übertütteln, beides Mist. Ja, das braucht das gesunde Mittelmaß, wo das Kind Autonomie und Verbundenheit gleichermaßen erleben kann. Und dafür müssen wir Eltern erstmal mit uns selber klarkommen und gleichzeitig aber eben auch dieses Normal neu definieren und diesen Mittelweg finden. Also das ist nicht ein: Ich fordere dich heraus, weil ich habe keine Lust, mich um dich zu kümmern, sondern hin zu: Ich fordere dich— also weder das noch dieses: Ich mache alles für dich, sondern hin zu diesem: Ich fordere dich heraus, für dich, und ich unterstütze dich da, wo du noch Unterstützung brauchst. Ja, genau. Und ich stelle mir mal vor, na, also was weiß ich, wir hatten es vorher, als wir uns heute früh schon über die Folge unterhalten haben, gesagt, ja, so ein Kind von einem Freeclimbing-Weltmeister, das klettert halt, bevor es laufen kann, schon irgendwo hoch die ganze Zeit, weil das sein Normal ist, ja, weil du das für normal erachtest. Und da halt immer wieder, also das wäre einfach die Einladung, dass du als als Zuhörerin, als Zuhörer, dass du halt immer wieder deine Weltsicht erweiterst und rausfindest, okay, wo bin ich eigentlich begrenzt, wo begrenzt sich auch mein Kind, weil das halt nicht bisher meine Welt war. Wo bin ich zu ängstlich, zu— und ich war das früher auch, also ich war ganz klar, habe ich das gemacht früher, ja. Wo halte ich die Kinder klein, weil ich mir Weil ich das überhaupt nicht für möglich halte. Und dann freuen wir uns, wenn du dein Normal neu definierst. Und es gibt noch eine andere Stelle, wo das mit dem Normal voll cool ist, wenn man darüber mal nachdenkt.
Und wo wir dich auch noch mal challengen wollen.
Ja, genau.
In der nächsten Folge.
Machen wir in der nächsten Folge. Schalte unbedingt wieder ein und sei gespannt, um was es dort geht.
Ja, vielen Dank fürs Zuhören und Zuschauen und bis dann.
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