Der Narzisst an meiner Seite

Uli Bott and Bernd explore narcissistic patterns in relationships, distinguishing between clinical narcissistic personality disorder (1-2% of people) and everyday narcissistic traits common in modern society. They identify four types: the obvious narcissist, the condescending one, the vulnerable narcissist who withdraws, and the altruistic narcissist seeking recognition for helping. Both partners often share the same self-worth deficit, creating victim-perpetrator cycles that can be rebalanced by reflecting on your role and building self-worth together.
Chapters
Hilfe, mein Partner ist Narzisst!
Das hören wir in den letzten Jahren immer wieder und eigentlich immer öfter, immer öfter und immer wieder.
Eigentlich ist quasi gerade schon fast jeder Narzisst.
Ja, das stimmt. So ein bisschen wie Kinder eine Zeit lang alle ADHS. Immer noch so ein bisschen. Also ich finde, Narzissmus ist das ADHS für Erwachsene.
Naja, nicht unbedingt für Erwachsene, weil ADHS ist ja mittlerweile da auch schon angekommen. Aber ich glaube, Narzissmus ist das ADHS von Beziehungen. Ja, wir sind natürlich der Meinung, dass das auch vollkommen anders geht, anders gesehen werden kann, und dass deine Vermutung womöglich, dass dein Partner Narzisst sein könnte, falls du zu diesen Menschen gehörst, dass da eine ganz wichtige Botschaft auch für dich drin steckt. Ja, und die wollen wir in dieser Podcast-Folge erörtern. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Wir sind Uli und Bernd, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, wir sind Eltern von 4 Kindern und Großeltern von einem Enkel, und wir sind außerdem mehrfache Spiegel-Bestseller-Autoren.
Und was aber das Allerwichtigste ist, dass wir schon vielen, vielen Zehntausend Eltern geholfen haben, ihr liebevolles Gemecker freies Familienleben zu kreieren, zu erschaffen und damit zu leben. Und wir freuen uns, dass du heute hier bist zu diesem Beziehungsthema, in dem es um narzisstische Partner geht, Narzissmus geht.
Und natürlich, wir reden jetzt hier quasi ja über ein Thema, das über die Psychologie auch ein medizinisches Thema ist. Wir sind keine Ärzte, das hier sind keine Ratschläge in irgendeiner medizinischen, medizinischen Sinne. Genau, das muss man so rechtlich gesehen noch kurz dazu sagen.
Wenn du die Vermutung hast, dass du selbst oder dein Partner, deine Partnerin zu den 1 oder 2% der Menschen gehört, die tatsächlich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben, dann such dir bitte woanders Unterstützung und Hilfe. Dafür ist dieser Podcast nicht gedacht. Nur gleichzeitig, wenn wir eben so an unsere letzten Challenges zurückdenken und an die Vorstellungsrunden und was uns Teilnehmer so berichtet haben, könnte man den Schluss, also zu dem Schluss kommen, dass eigentlich so ungefähr jeder zweite Partner heutzutage Narzisst ist.
Und das ist einfach also im medizinischen Sinne Quatsch. Ja, das ist nicht, das ist nicht diese Anzahl an Menschen, ist nicht tatsächlich, sind nicht krankhafte Narzissten quasi, weil dann gäbe es auch genauso viele krankhafte Psychopathen und krankhafte Machiavellisten. Und das wäre eine ganz schön scheußliche Gesellschaft. Das wäre nicht mehr lustig.
Ja, ja. Was in letzter Zeit immer mehr en vogue wird, oder wie sagt man da, in Mode kommt, ist so diese Idee, dass Menschen narzisstische Persönlichkeitsstörungen haben könnten, also narzisstische Züge haben könnten. Und wir wollen das einfach mal entmystifizieren und auch ent— wie sagt man denn— entkranklichen. Also, dass es sich dabei nicht um eine krankhafte Störung handelt, sondern dass das am Ende des Tages ein ganz normales Phänomen ist, das in unserer Gesellschaft, gerade in unserer Leistungsgesellschaft, einfach vorkommt, das aber in keinster nichtster Weise bedeutet, dass man mit diesen Menschen keine Beziehung führen kann. Das ist, das bedeutet nicht, dass das in Stein gemeißelt ist. Also wir wollen ja eigentlich so ein bisschen diese Diagnose wegnehmen, weil aus der Sicht von Gemeckerfrei hilft dir die einfach überhaupt nichts.
Ja, und es ist halt am Ende, ist es, wenn man sich jetzt genauer damit beschäftigt, und wir werden jetzt gleich noch da noch mehr noch mal drüber reden, weil es ja eigentlich ist ja dann auch immer wieder spannend, ist es halt ein Teil Teil des menschlichen Charakters oder ein Teil jeder Person, also von jeder Person. Ja, jede Person hat, jeder Mensch hat was davon in sich und das tritt mal stärker zutage, mal weniger stark. Das kann sich ja über die, also übers Leben hin verändern mit dem Alter. Das kann sich aber auch situativ verändern. Das kann in der Firma anders sein als zu Hause, im Fußballverein anders oder beim, wo auch immer. Ja. Und eigentlich zu sehen, okay, das steckt irgendwie in jedem von uns, ja. Und keiner ist eigentlich dazu da, mit dem Finger auf den anderen zu zeigen und sagen, du bist es und ich bin es nicht, ne.
Ja, eigentlich finde ich, ist es genau betrachtet einfach nur eine, ein Charakteristikum unseres menschlichen Lebens oder unserer menschlichen Entwicklung. Weil wir kommen auf die Welt, wissen nicht, wer wir sind, sozusagen. Also eine Ich-Entwicklung findet ja erst in den ersten Lebensjahren statt. Und wir, wir werden, wir entwickeln ein Ich-Gefühl, eine Identität. Und im gleichen Zug entwickeln wir Selbstwert oder eben keinen Selbstwert. Und eigentlich ist in meiner bisherigen Wahrnehmung, wenn ich jetzt so die letzten über 40 Jahre, die ich auf diesem Planeten bin, ja, wenn ich diese Revue passieren lasse, dann ist es eigentlich ein ständiger Prozess der Selbstwertentwicklung, sage ich jetzt mal, ja, so. Und narzisstische Züge oder Narzissmus am Ende des Tages ist einfach auf eine Störung in diesem Selbstwertgefühl zurückzuführen. Störung in Anführungszeichen, weil wie gesagt, es hat ja jeder von uns, also jeder von uns fühlt sich mal minderwertig, jeder von uns will diese Minderwertigkeit Minderwertigkeit mal irgendwie kompensieren, geht dann vielleicht in die Überheblichkeit, weil er sich dann nicht eingestehen muss, dass er sich minderwertig fühlt. Also Narzissmus hat ganz platt gesagt einfach was mit dem empfundenen Selbstwert zu tun.
Und da geht es ja schon los. Also sehr, dann immer, weil ich meine, bei uns, also unser spezieller Blick geht jetzt auf, auf Beziehungen, auf Partnerschaft, ja, was ich da, was da eigentlich für eine Dynamik entsteht. Und wenn ich jetzt einen niedrigen Selbstwert habe und ich kompensiere das durch narzisstisch, durch narzisstische Züge, ja, also werde dadurch, bringt es in eine Überheblichkeit. Und als Mann, als Mann, das jetzt speziell, wir gehen gleich mal in die Klischee-Rolle, ne. Was machst du denn dann als Frau?
Ja, also wenn jetzt mal, wenn du, also jetzt, man muss vielleicht noch ein bisschen ausholen dazu, weil in die Überheblichkeit Also diesen offenen Narzissmus zu leben bedeutet ja, also vielleicht machst du es mal vor, kannst mich ja mal so behandeln, wie du mich als offener, überheblicher Narzisst behandeln würdest. Also ich sag zu dir, wir könnten doch— Hast du eigentlich an die Milch gedacht?
Dass du so überlegen.
Dann würdest du so was zu mir sagen wie: Bist ja, ja, schneid ich raus. Ja, das ist so. Ja, wir können auch was anderes nehmen. Also so: Wie blöd bist du eigentlich? Ich bin noch nicht zu blöd, an die Milch zu denken. So, so dieses überheblich Abwertende, also so in diese überheblich abwertende Rolle, wenn du einfach mal gehst.
Ja, wie blöd bist du eigentlich? Glaubst du, ich vergesse die Milch oder was? Was soll denn das jetzt?
Also wir haben das jetzt mal sehr überzogen dargestellt, aber das ist das, was quasi passiert, wenn der, wenn er jetzt speziell in diesen— wir beschreiben gleich die verschiedenen Typen von Narzissmus, aber wenn der Partner in diesen überheblichen Narzissmus geht, das, was wir üblicherweise als Narzissmus auch erkennen sozusagen, dann. Und jetzt sagst du so was zu mir, sagst noch mal bitte: Ja, jetzt hältst du mich für blöd.
Ich bin doch nicht so doof, an die Milch zu denken, oder?
Na, das macht mich— ich gehe dann in Rückzug, ich werde klein. Ich— also viele Frauen reagieren zumindest so, und das nennt man dann verdeckten Narzissmus. Das ist vulnerabler Narzissmus, so dieses in die Selbstabwertung zu gehen, gehen, sich kleiner zu machen. Wenn der eine sich so aufplustert, geht der andere, macht, macht der andere die Gegenbewegung, wird extra klein. Also ganz oft sind diese, wenn wir die Sorge haben oder den Verdacht haben, dass unser Partner narzisstische Züge haben könnte, dann ist es oft was, was vice versa stattfindet und sich nur unterschiedlich ausdrückt oder unterschiedlich zeigt.
Weil er eben beim vulnerablen Narzissmus Der Gedanke, die sehen mich nicht, ich habe ja eigentlich recht, aber mich lässt, mir hört ja keiner zu oder sowas, das sind ja an sich so Gedanken, die der vulnerable Narzisst hat, aber die er nicht nach außen trägt. Der offensive, oder wie heißt es genau, nicht offensiv, der ist natürlich in dem Sinne, der trägt ja nach außen.
Ja, also es gibt einfach zwei, also auch da wieder verschiedene Unterscheidungen, in die Typen gehen. So, genauso, wir quasi zwei Typen in dem, ich würde jetzt mal sagen, offenen oder auch eher, ich sag's jetzt absichtlich, männlichen Ausdruck von Narzissmus. Das ist eben häufig erstens, also der erste ist so, der eben so offen abwertend ist, der halt so durch die Welt geht und sagt, also alle anderen sind dumm und ich habe es drauf. Und der, der so ganz klassisch auch so ein Überheblichkeitskomplex auslebt, und der Klischee-Narzisst, das ist natürlich auch der, der am leichtesten zu kennen ist. Deshalb ist das natürlich der Klischee-Narzisst.
Der Charakterzug, der halt am leichtesten zu erkennen ist.
Gleichzeitig darf man eben wissen, dass das immer, also schon Jung hat das in der, nicht Jung-Adler, Entschuldigung, in der Individualpsychologie, und das ist ja Anfang 20. Jahrhundert gewesen, da hat er schon gesagt, dass sich eben Minderwertigkeit auch durch Überheblichkeit äußern kann. Das nur mal so in den geschichtlichen Zusammenhang ein bisschen einordnen. Das ist also der erste Typ. Der zweite Typ, das ist so ein eloquenterer.
Ja, der hat schon ein bisschen besser gelernt, moralisch so gelernt, na, man sagt nicht, du bist blöd, ja. Aber der sagt halt so, der gibt so ein bisschen leicht überhebliche Hilfestellung, zum Beispiel, komm, ich mache das mal für dich, ich glaube, du brauchst da ein bisschen, ich denke, ich kann es besser als du, ja. So, dann, ja, das sagt er eben wahrscheinlich nicht, aber ich zeige dir mal, ja, lass mich mal machen, also der will genau Ja, aber so von oben herab. Also wenn ich das zu Uli sage bei Sachen, die sie nicht leiden kann, wenn ich sage, komm, ich mache das mal für dich, dann ist das ja was anderes, als wenn ich so sage, komm, ich mache das mal.
Du bist geil in die Rolle gegangen, weil ich ehrlich, also ich habe schon die Säbel gewetzt innerlich, sozusagen.
Ich kann das manchmal. Ja, genau. Du hast vorhin so einen schönen Satz gesagt mit dem: Ja, ich habe da ein bisschen andere, höhere Ansprüche.
Ja, genau.
Das sind auch so Dinge.
Ja, der levelt sich so. Der erwartet, dass man ihn bewundert, wenn er den Raum betritt, ohne offen zu sagen: Bewunder mich jetzt. Der Typ, der erste Typ, über den wir gesprochen haben, der wird auch noch offen sagen: Hier, Applaus jetzt! So, also das sind die beiden Formen von in Anführungszeichen offenem Narzissmus und die eben klassisch dem Narzissten zugeschrieben werden und die häufig eben eher bei Männern anzutreffen sind. Und ich weiß, wir machen da gerade Zuschreibungen, geht natürlich auch anders. Wir reagieren eigentlich darauf, dass ich habe eigentlich noch sehr selten hatten wir Teilnehmer, die über ihre narzisstischen Frauen geschrieben haben. Aber wir hatten sehr viele Teilnehmerinnen, die über ihre narzisstischen Männer sprechen. Deshalb machen wir jetzt gerade diese Zuschreibung. Dann gibt es eben den verdeckten Narzissmus, und der teilt sich auch wieder in zwei auf, und die sind ultra schwer zu erkennen und gelten auch, also die wirst du nicht mit dem Begriff von Narzissmus in Verbindung bringen, wenn du dich nicht schon tiefer damit beschäftigt hast.
Genau, das ist ja das eine, was wir schon eben in dem Beispiel bisschen vorgezeigt haben, ne. Das ist so die, die sich so, die so zurückziehen, die so, die sich benachteiligt fühlen, selbst entwerten, Selbstabwertung.
Ja, also dieses, dieses sich, ich habe es ja nicht drauf, ich kann das ja nicht. Also eigentlich die auch ihre eigene Schwäche so ausdrücken, so mit dem Wunsch, dass die anderen sagen, ja, nie so schlimm ist ja auch nicht. Ja, und oft sind die Menschen, das, also man nennt es eben den vulnerablen Narzissmus, und diese Menschen sind oft Menschen, die zwar nach außen hin sich abwerten und sagen, ja, das kann ich einfach nicht, das ist, also das habe ich einfach nicht drauf, ich kann einfach nicht vor Gruppen sprechen, das ist einfach, das ist einfach nichts für mich, das kann ich nicht. Und innerlich sagen die sich aber, ja, ich bin viel zu feinfühlig und ich bin viel zu tiefsinnig und ich bin viel zu spirituell und ich bin viel zu hellsichtig oder begabt oder sonst was, um das auszuhalten, auf der Bühne zu sprechen. Ja, also so dieses— und alle, die schon mal, ne, prüft das mal für euch nach, wer hat schon mal so diese Karte gespielt? Ja, ich bin hochsensibel. Also mir ist es einfach, also ich kann das nicht aushalten, in so ein Tumult, weil dafür bin ich viel zu sensibel. Ja, mir ist das viel zu laut. Also, na ja, ich kann das nicht aushalten, wenn hier gestritten wird, und ich fühle mich so schlecht, wenn ihr gestreitet, Kinder. Ja, weil ich kann das nicht aushalten, weil ich bin zu sensibel. Das ist Narzissmus, vollkommen nicht erkannter Narzissmus.
Ja, das ist eben spannend, immer wenn das beides aufeinander trifft, ne?
Ja.
Und der eine levelt sich so, der andere levelt sich so, und Und dann befeuert sich das. Das ist ja, aber da kommen wir später.
Es gibt ja noch den vierten Typen. Ich bin aber altruistischer, altruistischer Narzissmus. Das sind die Helfersyndrom-Narzissten. Und das ist total liebevoll gemeint.
Ja, das ist ja die, alles von diesen Dingern hat ja auch wieder positive Auswirkungen. Das ist ja auch, deswegen sagen wir, das ist ein Teil von uns allen.
Es ist keine Krankheit. Es ist ein Teil von uns allen irgendwoher. Ja, und dieses, dieser altruistische Narzissmus, der kennzeichnet sich dadurch, dass Menschen quasi gekränkt, beleidigt sind, weil nicht anerkannt wird, was sie tun für andere.
Genau. Und gleichzeitig tun sie natürlich ganz viel für andere, um ja auch immer wieder sagen zu können, das wird nicht anerkannt.
Ja, also mit diesem, oder halt aus dem Versuch, immer wieder noch mal zu tun, um die Anerkennung zu kriegen, weil es natürlich relativ, also jetzt der offene Narzisst, der einfach sich nur hinstellt und sagt, hier Anerkennung zu mir, das ist natürlich moralisch viel verwerflicher, als wenn du jetzt für die Gemeinschaft, für andere, für schwächere Menschen irgendwo, wenn du für die was tust und dann sagst, naja, also so, also halt so, aber nicht so, so nicht offen, ne. Der offene Narzisst sagt hier Blumen zu mir, und der, der altruistische Narzisst, der macht und wartet auf die Anerkennung und stinkig, wenn sie nicht kommt.
Und hat damit natürlich schon die Tendenz, dass eigentlich nie genug Anerkennung kommt. Ja, weil ja auch das ja für sein— wenn wir uns an sowas mal gewöhnt haben, also es ist glaube ich oft schon so eine Gewöhnung auch, dann brauchen wir ja auch wieder irgendwas, was uns in diesem System bestärkt.
Ja, na klar. Und gleichzeitig ist halt einfach eine— ein— also sind narzisstische Züge entstehen ja auch aus einem Mangel an Selbstwert. Das, und jeder dieser 4 Typen versucht auf irgendeine Art und Weise, diese Anerkennung vom Außen zu bekommen. Das haben alle 4 Typen gemein. Der Offene, der erste Offene, der sagt hier zu mir, der, der andere sagt, ihr könnt doch gar nicht anders als mich toll finden. So, der Dritte sagt, ich kann das alles nicht, finde mich trotzdem toll, und will hinten durch die Blume Sagt er: Ja, weil ich kann das auch nicht toll finden, weil ich bin, kann es ja nicht können, weil ich bin ja so sensibel. Und der Vierte sagt: Ich mache doch alles, seht doch mal, was ich alles für euch tue. So beifallerwartend. Aber es ist, alle vier Aspekte suchen nach Anerkennung, um den Mangel an Selbstwert, an empfundenen Selbstwert zu kaschieren.
Also den empfundenen Mangel an Selbstwert zu kaschieren.
Ja, genau. Habe ich was anderes gesagt? Ja, okay. Ja, genau.
Genau. Und das ist halt das, was natürlich, wenn du jetzt wieder, wenn wir jetzt wieder auf die Beziehungsebene gehen, und das sind zwei, egal wie die, das ist ja egal, wer welcher Typ ist, Mann, Frau, wie auch egal, wenn beide den offenen Narzissten spielen, dann knallt es halt richtig. Ja, das sind die, die sich so richtig jeden Tag einfach Vollgas fetzen, deshalb vielleicht sogar mögen. Ja, also es gibt ja Paare, die mögen, wir müssen heute alle zwei Tage, knallt mal wie blöd. Kann man jetzt mögen, würde ich jetzt nicht mögen, aber das okay. Und das, die Schwierigkeit, oder das, was halt dann zum Problem wird, ist, dass sich ja einfach zwei Seelen treffen oder zwei Menschen treffen, die beide Selbstwertthema haben.
Ja, und ehrlicherweise, also sind das halt die allermeisten Menschen heutzutage, die in irgendeiner Form ein Selbstwertthema haben, was überhaupt nicht schlimm Schlimmes. Ich habe ja vorhin auch gerade gesagt, ich glaube, das gehört zu unserer Reise als Mensch, also dass wir eben auf dieser Erde sind und Selbstwert entwickeln sozusagen und darin immer besser werden. Und deshalb macht halt sowas wie so eine Zuschreibung von wegen, mein Partner ist narzisstisch oder so, macht halt, außer wenn es um diese 1 bis 2% krankhaft narzisstische Persönlichkeitsstörung, die klammer ich jetzt hier mal aus, weil ich auch im Rahmen von diesem Podcast bleiben will. Aber sobald es nicht um diese 1 1 oder 2% geht, ist es einfach nur ein Phänomen unserer Zeit. Und die Zuschreibung oder die Diagnose, das hilft uns einfach keinen Schritt weiter, sondern zu erkennen ist einfach— du kannst, wenn du jetzt jemand bist, der sagt, ich glaube, mein Partner könnte narzisstische Züge haben, dann fass dir ein Herz, setz dich mal hin und prüf mal für dich selbst nach, ob du unter Umständen irgendeine Form von verdecktem Narzissmus Narzissmus bei dir auch kennst. Und das kann auch nur so situationsweise sein. Also ich habe, als wir uns jetzt auf den Podcast vorbereitet haben, mir sind 1000 Situationen eingefallen, wo ich das früher gemacht habe. Und zwar alle 4 habe ich gemacht. Unterschiedlich. Also ich habe, ich habe immer wieder gedacht, wieso sieht keiner, dass ich so außergewöhnlich bin? Das ist so der Vulnerable. Ich habe andere abgewertet und habe mich überheblich gefühlt. Ich habe gedacht, jetzt müssen doch alle sehen, wie toll ich bin. Also ich habe das alles gemacht. Macht, also von allem was. Und vielleicht geht es dir auch so, nur dann einfach zu sehen, okay, da braucht es keine Diagnose für, da braucht es keine Zuschreibung. Das Einzige, was es braucht, ist, dass ihr als Paar gemeinsam diesen Weg geht, euren Selbstwert zu entwickeln.
Weil wenn du, also wenn ich jetzt sage, der andere ist, ja, mein Partner ist halt ein Narzisst, dann mache ich es mir in gewisser Weise sehr einfach und sehr schwer. Aber erst ja, und sehr schwer. Aber ich mache es mir erstmal einfach, weil ich ein Opfer werde.
Ja, und das passt natürlich wie die Faust aufs Auge zu dem vulnerablen Narzissten.
Und dann bin ich ein Opfer und dann bin ich ja machtlos.
Ja, genau.
Und indem du dich, das was du ja gerade gesagt hast, wenn du dich jetzt hinsetzt und überlegst und sagst, na okay, wo bin ich das eigentlich, bin ich mal ehrlich, gucken wir mal, Und das Auseinandergenommen ist jetzt, in dem Moment wirst du, gehst du raus aus der Opferrolle.
Ja, und in dem Moment, wo du erkennst, dass da keine Krankheit ist, dass das keine Störung ist, dass das kein Grund ist, warum man sich trennen müsste, sondern dass das einfach nur ein erlerntes Verhalten ist. Das ist so eine Gewohnheit wie Rauchen, das kann sich jeder abgewöhnen. Ja, da ist überhaupt nichts dabei. Und der Vorteil ist noch dazu, wenn du nicht mehr zum, also wenn du zum Beispiel für euch jetzt feststellen würdest, du rutscht immer wieder in diesen vulnerablen Narzissmus Nehme ich jetzt nur mal als Beispiel, dein Partner ist irgendwie eine Form von offenem, lebt eine Form von offenem Narzissmus, dann kannst du einfach entscheiden, dass du nicht mehr, und lernen, wie das geht, nicht mehr in diesen vulnerablen Narzissmus zu rutschen. Ich habe ja gerade vorher erzählt, ich kenne die alle 4 von mir. Es gibt auch ganz, ganz, ganz, ganz selten mal noch eine Situation, wo ich mal in so eine, in so ein, in so ein Muster vielleicht noch mal reinrutsche. Das fällt mir sehr, sehr schnell auf, und dann steige ich da wieder aus. Also das kann man verändern. Das ist nichts, was man irgendwie sein Leben lang behalten muss. Und das kannst du auch verändern. Und in dem Moment, wo du dich veränderst, verändert der andere sich mit. Und dann verändert sich die Dynamik zwischen euch. Und dann könnt ihr anfangen. Dann löst sich wie so der, der, der Knoten. Genau, ich hatte hier schon so die Handbewegung, aber das Wort nicht dazu. Löst sich der Knoten und ihr kommt wieder in Fluss und könnt ein neues Miteinander entwickeln. Also eine Zuschreibung oder eine Diagnose im Sinne von narzisstisch ist aus unserer Sicht absolut überhaupt kein Trennungsgrund. Ganz im Gegenteil, es ist einfach eine Einladung, mit diesem Menschen an deiner Seite ganz coole Dinge zu lernen.
Ja, weil es eben immer In allen Bereichen, weil ihr immer so eine, ihr habt immer, ihr gleicht es immer aus. Also es ist eben nicht im Gleichgewicht meistens, sonst wäre es ja im Gleichgewicht. Aber es ist halt so, und wenn du es veränderst, dann wird's, dann ändert sich halt, es sind immer zwei Säulen, die haben eigentlich immer, es ist immer gleich viel da von allem. Und wenn es ausgeglichen ist, wird's cool. Ja, wenn es ausgleicht, muss auch nicht immer in allem ausgeglichen sein, also das ist ja auch immer dynamisch. Ja, aber wenn es halt so ist, wenn der Unterschied so krass ist, ist, dann wird es halt unangenehm. Aber das kannst du einfach verändern. Das kann jede Seite verändern. Da braucht es tatsächlich den anderen nicht aktiv dazu.
Ja, wir haben da bei uns in unserem, in unserem Programm, im Gemeckerfrei Practitioner, haben wir da so ein cooles Bild, weil da geht es um eine Wippe. Wenn zwei Menschen miteinander wippen, dann können die sich halt einwippen. Und wenn der andere oben sitzt und du sitzt unten, dann kannst du das verändern, dass der da wieder runterkommt. Also das ist, da einer kann diese Dynamik durchbrechen, damit die Wippe wieder ins Gleichgewicht kommt. Das ist, was du lernen kannst. Und das ist die Einladung zu sagen, ich, ich gebe nicht auf, ich gehe nicht in Opfermodus, weil der Opfermodus ist halt nur einen kurzen Moment lang toll, weil der nährt diesen vulnerablen Narzissten und der führt dahin, dass du sagst, dass du einen Schuldigen findest, dass du sagst: Ja, weil mein Partner so ist, kann ich ja nicht. Ja, super. Und was hilft dir das jetzt? Weil ich meine, genau genommen hast du da nur eine Chance oder eine Möglichkeit, nämlich dich zu trennen. Nur wenn das so schön wäre, dich zu trennen, dann hättest du dich, falls du betroffen bist, ja schon getrennt. Also scheint es ja einen Grund zu geben, dass du dich nicht trennen möchtest. Also empfehlen wir: Lass die, spül diese Zuschreibungen das Klo runter, lass diese Narzissmus-Idee oder Diagnose aus eurem Leben verschwinden und lernt stattdessen, wie Beziehung geht und wie ihr euch miteinander immer weiter einschwingt.
In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuschauen und Zuhören. Bis bald, bis zum nächsten Mal.
Alles Liebe, tschüss!
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