Du hast dich doch dafür entschieden! - Podcast 028

Uli und Bernd Bott diskutieren, wie Eltern reagieren sollten, wenn Kinder eine Aktivität abbrechen wollen. Sie zeigen am Beispiel ihrer Söhne Jakob und Johannes beim Kitesurfen auf den Kapverden: klare Grenzen setzen, aber Wahlfreiheit bewahren. Motivation entsteht nur aus positiven Gefühlen, nicht aus Zwang.
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Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch. Wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hallo, herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast.
Hola.
Genau, genau. Und heute Wollen wir über ein Thema sprechen, das kennt jeder von euch, garantiert jeder. Es ist nur nicht ganz so leicht, in einen kurzen, knappen Titel zu fassen. Also wenn du so quasi, wollen wir darüber sprechen, du hast dich doch dafür entschieden, jetzt mach's doch auch.
Zieh's doch durch.
Genau. Und jetzt kannst du schon klingeln, bestimmt schon die Beispiele bei dir. Also wie oft wir das erlebt haben, dass unsere Kinder irgendwas wollten. Unbedingt, unbedingt, unbedingt. Mama, Papa, ich will unbedingt. Ich will unbedingt Fußball spielen, Voltigieren, Handball spielen, Schlagzeug lernen, Reiterferien, Kiten, was Ever.
Ja, ich denke, die wichtigsten Beispiele sind wahrscheinlich Musikinstrumente und Sportaktivitäten.
Ja, so Hobbys. Ich will unbedingt, unbedingt. Und wenn ich, und dann zweimal da gewesen.
Und dann, ich gehe da nicht mehr hin.
Das ist blöd. Das macht keinen Spaß.
Will ich nicht mehr. Anstrengend. Ich habe mir wehgetan. Der schimpft immer mit mir.
Whatever. Genau. Und wir haben mit unseren Jungs nämlich jetzt gestern hier so eine Situation erlebt, gestern und heute, und haben die wollen wir zum Anlass nehmen, einfach da mal drüber zu sprechen. Wie geht man denn als Eltern eigentlich damit um, wenn Kinder sich für was entscheiden und sich dann wieder umentscheiden? Und was kann da eigentlich ein guter Messwert oder ein guter Indikator sein, um herauszufinden, was in welcher Situation passend ist? Weil wenn du uns schon ein bisschen länger zuhörst, dann weißt du ja auch, dass nicht die eine Lösung für immer gilt, gibt, sondern dass wir schon immer sehr bemüht darin sind oder sehr großen Wert darauf legen, individuelle Lösungen zu finden.
Ja, weil was wäre denn der Standard? Was ist denn die Standardreaktion, die wir jetzt auch noch gelernt haben als Kinder? Die ist einfach: Na, da gehst du jetzt hin, das machst du schon, das haben wir ausgemacht. Vielleicht auch: Das ist schon bezahlt. Du hast versprochen, du machst es.
Du hast doch gesagt, dass du das unbedingt willst. Jetzt willst du doch auch. Genau.
Und da muss man halt, also dann kommen ja oft noch so, und da sind wir ja auch oft gefangen in dem, was wir eben selber gehört haben. Und unsere Eltern waren das auch wieder mit dem: Ja, da muss man halt durch. Das ist nicht immer alles easy peasy.
Das Leben ist kein Ponyhof.
Das Leben ist kein Ponyhof. Genau. Du musst zum Reiten gehen. Das Leben ist kein Ponyhof.
Ja, also so dieses und na also. Das gehört zum Leben dazu. Meinst du, ich habe immer Lust zur Arbeit zu gehen und was weiß ich? All diese Sätze, die wir da gehört haben und die wir uns dann oft auch selber sagen hören. Also ich habe mich die dann auch immer wieder sagen hören vor lauter Ratlosigkeit, weil wir sind ja oft in so einem Zwiespalt, weil ganz oft ist es ja so, dass das dem Kind schon irgendwie Spaß macht. Also das ist jetzt nicht, ich kann mich an unsere Tochter erinnern, die hatte das mal mit Ballett. Immer wenn ich sie vom Ballett abgeholt habe, war sie total happy. Aber nach ein Nach ein paar Wochen hatte sie halt keine Lust mehr, dahin zu gehen, obwohl sie beim Mal davor noch total glücklich war, als ich sie abgeholt habe. Das ist ja dann das besonders Absurde, wenn man eigentlich gar nicht mal so genau erkennen kann, woran liegt das jetzt eigentlich, dass das Kind sagt, es will da nicht mehr hin? Und tue ich ihm jetzt mehr einen Gefallen, wenn ich dem nachgebe, dass ich sage, ja, dann gehst du halt nicht mehr hin? Oder tue ich ihm mehr einen Gefallen, wenn ich es motiviere, doch noch hinzugehen, weil ich eigentlich weiß, dass es Spaß dran hat. Also das ist ja dann, das war dann ja oft der Zwiespalt, in dem wir uns befunden haben. Und dann hast du es eben probiert, gedacht, okay, eigentlich macht es dem Kind Spaß, probiere ich es doch mal mit dem. Komm, du hast dich dafür entschieden und es wird bestimmt heute wieder ganz toll. Und so eine Mischung aus Druck und Motivation. Und wenn das dann aber zu viel Gegenwehr, wenn da zu viel Gegenwehr kam oder wenn man eben auch keinen Druck ausüben wollte, dann haben wir schon schneller mal gesagt, ja, dann gehst halt nicht mehr hin, dann lässt es halt, aber dann gehst auch gar nicht mehr hin und so, dann melde ich dich ab, whatever. So, das war dann so die Gegenbewegung zu dafür hast du dich entschieden, da gehst du jetzt hin und genau, also eigentlich beides Wege, mit denen wir jetzt nicht so ganz glücklich waren.
Ja, weil es ja Das eine führt dazu, dass die Kinder genau diesen Kampf lernen, den vielleicht wir zum Teil auch noch gelernt haben. Das ist, was ja dann immer auch ein Kampf gegen sich selbst wird.
Ja, voll.
Sagen, ich muss was durchziehen, was ich gesagt habe, das mache ich.
Und das bringen wir unseren erwachsenen Coachees dann immer mühsam wieder bei, sich das wieder abzutrainieren.
Ja, das hilft ja auch nichts. Und gleichzeitig aber ja trotzdem so einen gewissen Durchhaltemuskel, Dranbleibermuskel zu trainieren, der ja schon auch hilft. Das wissen wir ja. Auch bei Sachen, die Spaß machen, funktioniert halt gerade mal was nicht. Und dann nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, sondern zu sagen: Okay, ich mache noch ein bisschen weiter, weil ich weiß eigentlich, dass mir das Spaß macht irgendwann. Und wenn es jetzt gerade mal einen Tag lang nicht so gut funktioniert, bleibe ich vielleicht trotzdem dran oder so. Das ist genau diesen Mittelweg halt. Das ist ja das, was wir unseren Kindern beibringen wollen.
Ja, ich glaube, das war so stark dein, also das war mehr sogar noch deins. Meins war mehr noch dabei, dass ich eben ja schon gesehen habe, dass es ihnen schon Spaß macht. Also ich war einfach Glaube ich Ihnen jetzt, dass, wenn Sie sagen, es macht Ihnen keine Freude und folge dem, oder folge ich eigentlich eher dem, wie das Kind drauf ist nach der Aktivität? Und wenn es dann einfach so gut gelaunt aussieht und so, dann ja, so das, das war eigentlich eher, dass ich gar nicht wusste, was ich hatte auf den Eindruck, die Kinder wissen eigentlich selber nicht genau, was sie gerade wollen. So, und dann habe ich irgendwie beides, war irgendwie blöd. Und genauso ging es uns jetzt gestern zum Beispiel, wenn ich jetzt mal den Bogen zum aktuellen Beispiel bringen kann. Wie ihr vielleicht schon wisst, haben Jakob und Johannes auf Sansibar angefangen zu kiten. Und jetzt sind wir hier gerade auf den Kapverden und hier kann man eben auch gut kiten. Und jetzt hatten sie gestern hier ihre erste Kite-Stunde.
In dem neuen Revier. Das muss man ein bisschen vielleicht dazu zusagen, da ist es natürlich immer wieder anders. Der Wind kommt von woanders, das Meer ist anders, die Wellen sind anders, die Kites sind anders. Das ist alles anders. Genau so.
Alles anders. Also selber Sport, aber alles anders. Vielleicht auch, wenn du jetzt dir vorstellst, beim Skifahren bist du in einem komplett anderen Skigebiet mit anderen Skiern und so weiter. So, und was hier noch dazu kommt, ist, dass das Wasser ist, es ist hier kein Flachwassergebiet. Auf Sansibar, wenn die vom Kite gefallen sind, konnten die eigentlich immer stehen. Hier ist halt sofort tiefes Wasser, was schon mal noch eine andere Herausforderung ist. Und es war sehr voll im Vergleich zu dem, wie sie es auf Sansibar erlebt hatten. Von dem her waren es verschiedene Aspekte, die es halt schwierig gemacht haben. Und dann haben sie so gestern Nachmittag, als sie dann so völlig fix und fertig waren, haben sie gesagt: Ich weiß nicht, ob ich da morgen noch mal hingehe. Und dann kamen sie aber auch nicht und haben mit uns das irgendwie besprochen. Ich hatte dann schon gesagt, dann sagt uns halt Bescheid, weil wir hatten es für heute schon ausgemacht und auch schon bezahlt. Und dann war es eben so, Gestern Abend habe ich dann gesagt, ja, wie ist das dann jetzt morgen mit Kiten? Und dann hat der Erste gesagt, ich glaube, ich gehe nicht. Und der Zweite hat sich dann draufgesetzt und gesagt, ja, ich glaube auch nicht, ist eigentlich einfach zu anstrengend. So, und dann, das war jetzt wieder so ein Glanzmoment, finde ich, in unserem gemeinsamen Elternsein, weil was uns jetzt an der Stelle gelungen ist, ist, dass wir nicht beide auf die Kinder eingeredet haben.
Ja, weil das ist immer, das ist gut, dass du das jetzt sagst, weil das ist in solchen Momenten, also selbst wo wir beide, also Uli und ich, also uns beide meine ich jetzt, wir sonst schon sehr gut auch gemeinsam was reden können und so auch mit den Kindern klären können. Aber in solchen Momenten ist es, habe ich so gemerkt, okay, da braucht es jetzt so viel Feingefühl. Da muss man jetzt so genau drauf achten, was los ist. Das kriegt man zu zweit eigentlich nicht hin. Und dann habe ich einfach mal, was mir eigentlich auch relativ leicht fällt, in solchen Situationen tatsächlich nicht, sonst im Leben kann ich schon ganz gut mal still sein, einfach eine ganze Zeit, und habe mich dabei zurückgenommen. Und du hast es dann da meisterhaft dich da vorsichtig herangetastet an das, was bei den Jungs eigentlich dazu führt, dass sie sagen: Nee, ich will jetzt nicht hingehen.
Ja, genau. Und ich habe dann also Weil ich war wieder in diesem Zwiespalt zu sagen, okay, es war jetzt heute schwieriger, als sie erwartet haben. Es hat sie stärker angestrengt. Es war nicht so toll, wie sie auch gehofft hatten. Und gleichzeitig weiß ich aber, dass sie es lieben zu kiten und dass sie ja auch besser werden wollen im Kiten und weiter kiten wollen und so. Und dann habe ich halt so gesagt, also ich wollte sie auf gar keinen Fall zwingen, weil jetzt ist Kiten ja noch dazu ein Sport, gilt als Extremsport, da kann man sich ja auch verletzen dabei. Also ich würde jetzt auf gar keinen Fall, wollte ich irgendwen dazu überreden, da was zu tun, was was er sich körperlich vielleicht auch nicht zutraut, aber vielleicht nicht so ausdrücken kann oder so, sondern ich habe halt dann gesagt: Schau, absagen können wir es jetzt nicht. Also ich mache mal die Kurzfassung. Ich habe da mehr drüber geredet, aber sonst ist der Podcast zu Ende und ich habe nur erzählt, was ich gesagt habe. Aber die Kurzfassung ist quasi, dass ich gesagt habe: Okay, also wir können, es ist jetzt schon ausgemacht, morgen Viertel nach 8, das können wir auch jetzt nicht mehr irgendwie absagen. Die kommen extra für euch so früh, bezahlt ist es auch schon. Ich möchte einfach gern, dass ihr das wisst. Ich kann, ich kann nicht in euch reingucken, ob ihr das morgen machen könnt oder nicht, aber ich möchte halt gern, dass ihr wisst, so sind die Parameter. Und wählt noch mal aus, ob ihr es unter dem Aspekt vielleicht einfach noch mal probieren könntet, sagen, okay, ich starte noch mal los. Und wenn es gar nicht gut geht und wenn es sich richtig blöd, also wenn es sich blöd anfühlt, dann könnt ihr ja auch während der Zeit einfach sagen, ihr wollt es abbrechen.
Gleichzeitig haben wir aber auch gesagt, oder hast du auch gesagt, du hast zwar gesagt, wir können es jetzt nicht absagen und so, aber es war trotzdem so, dass die Freiheit war schon da, dass sie auch sagen, nee, ich mache es gar nicht.
Ja, voll. Egal, auch egal, dass es schon bezahlt ist und egal, alles egal. Also ich habe ihnen die Entscheidung überlassen, habe aber gleichzeitig eben gesagt, hier schau, so sind die Randbedingungen, wir können jetzt nicht mehr Bescheid sagen. Wie sieht's aus? Könntet ihr euch vorstellen, es doch noch mal auszuprobieren? Und dann haben sie sich dafür entschieden. Und dann sage ich heute früh noch beim Frühstück zum Bernd, dass ich das halt so herausfordernd finde, gerade bei so was wie Kiten. Wenn ich dann quasi halt so ein bisschen sie das forciert habe, dass sie das noch mal überdenken, doch hinzugehen, wenn sich dann einer wehtut oder so, das finde ich immer besonders herausfordernd, weil ich ich dann das Gefühl habe, ich bin dafür irgendwie zumindest mitverantwortlich oder ich habe das vielleicht nicht richtig eingeschätzt, wie es ihnen eigentlich dabei geht und habe eine blöde Richtung angeboten oder so was. Und dann habe ich gesagt, dann muss ich nachher, wenn die wiederkommen, muss ich eigentlich genau das mit ihnen mal besprechen, ob sie das eigentlich wollen, dass ich da mal eine Richtung vorgebe. Ich möchte noch dazu sagen, dass ich heute früh, Wir zusammen noch am Frühstück saßen, als die Jungs noch dabei waren, habe ich zu den beiden gesagt: Hier, und wenn wirklich, wenn es sich nicht gut anfühlt, hört einfach auf. Nehmt euch die Freiheit raus aufzuhören, wenn es sich nicht gut anfühlt. Nehmt das schon als Erfolg, dass ihr euch jetzt dazu entschieden habt, es noch mal zu probieren. Das ist, damit ist alles schon erledigt sozusagen. Und dann haben sie mir das beide auch zugesichert. Und dann war das Spannende, war, dass dass sie wiederkamen. Und das Erste, was der Jakob zu mir gesagt hat, bevor ich noch irgendwas sagen konnte, war: Danke, dass du uns da motiviert hast, noch mal hinzugehen. Es war voll gut.
Ja, aber es hat alles gut funktioniert. Also alles, was gestern blöd war, ist dann, hat eben dann, es ist ganz oft so, also hat dann funktioniert. Ich kenne das ja noch von früher aus dem Musikunterricht von Schülern oder so, die auch oft dann Manchmal braucht es einfach dieses Tal, um dann irgendwas, dass es dann auf einmal funktioniert.
Genau. Aber das hätte nicht funktioniert, wenn ich gesagt hätte: Hier, das ist bezahlt, das ist ausgemacht, da geht ihr hin. Dann wären sie mit einem blöden Gefühl losgegangen. Das hätte nicht funktioniert. Hätte ich gesagt: Ja, dann entscheidet euch halt nicht hinzugehen. Und dann: Na ja, ist ja auch egal, dann geht ihr halt nicht hin. Dann wären sie jetzt nicht mit einem positiven Kiterlebnis wieder zurückgefahren und hätten für sich, wäre es beim nächsten Mal wieder zu kiten, wäre es bestimmt schwieriger gewesen als jetzt heute nach dem Erfolgserlebnis heute. Also so dieses Feingefühl zu entwickeln, da wollen wir dich ein bisschen einladen zu, da mal hinzufühlen. Wie kannst du da noch achtsamer sein, als du bisher warst? Und wie kannst du deine Kinder auch begleiten, dass sie selber fühlen, wie sich es gerade anfühlt, gefühlt, weil das ist im Endeffekt das Einzige, was auf Dauer funktioniert, dass die Kinder selber lernen zu fühlen. Fühlt sich das gut an oder fühlt sich das nicht gut an? Und natürlich gibt es auch in anderen Lebensbereichen, im Business oder sonst wo, wenn du einen Sport lernst, wenn du Ernährung umstellst, es gibt immer irgendwie auch Momente dabei, die sich mal nicht gut anfühlen. Aber das Grundgefühl muss ein positives sein, damit dich voranbringt, damit dir das gut tut. Und die Kinder müssen einfach lernen rauszufinden, macht mir das jetzt, um noch mal beim Kite-Beispiel zu bleiben, macht mir Kiten gute Gefühle? Ja, vielleicht falle ich ein paar Mal öfter ins Wasser, vielleicht, ja, wie hat der Jakob gesagt, der hatte eine Nasendusche nach der anderen, ja, seine Nase ist gereinigt, und weil er viel Salzwasser in die Nase gekriegt hat, aber das das hat nicht, das war nicht so schlecht oder so, hat nicht so blöde Gefühle ausgelöst, dass es die guten Gefühle beim Kiten negiert hätte. Ja, und das ist so dieses, das gute Gefühl motiviert, beziehungsweise dann tun Dinge, Kinder Dinge oder Menschen Dinge gerne, wie Gerald Hüther ja auch sagt, wenn du begeistert bist, dann wächst dein Gehirn, dann findet Entwicklung statt.
Ja, nur dann kannst du es lernen.
Ja, nur dann Wie meinst du das?
Das ist es beim Musikunterricht. Früher war das gar nicht, war das vollkommen klar. Solange so ein Schüler nicht auch in jeder Stunde immer wieder dahin kommt, dass er erst mal Spaß hat an was auch immer, dann waren die Türen offen zu lernen. Und was ich da, was mir da jetzt zu dem, was ja viele von unseren Hörerinnen und Hörern wahrscheinlich erleben, sind ja auch diese regelmäßigen Termine wie Musikunterricht, Sport usw. Und was da einfach total wichtig ist zu wissen, ist, dass egal wie oft die Kinder wissen, wann genau dieser Termin ist, dieser Termin reißt die natürlich immer irgendwo raus. Und das ist das, was du ja gerade vorher vom Ballett auch erzählt hast, dass es dann danach total cool war. Nur das, da darf man einfach das Kind auch mal ein bisschen begleiten, dass es irgendwann lernt, selber sich vielleicht das davor schon hochzuholen, zu sagen: Ach cool, ja, ich gehe ja dahin. Es macht mir immer Spaß. Und dann kommt auch dieses: Ich gehe da gerne hin.
Ja, beziehungsweise sonst wäre, glaube ich, das einfach noch mal ein Moment, wo man überdenken darf, ob das Kind vielleicht insgesamt zu viele Termine hat, dass es zu wenig Zeitraum für sich hat. Na, da einfach noch mal gut hinzuspüren. Nur mir ist noch eine Sache wichtig. Da bist du gerade so. So dran vorbeigeschleift, oder hast es schon gesagt, aber ich würde es gerne einfach noch mal ein bisschen deutlicher machen. Lernen findet nur statt, wenn Menschen gute Gefühle haben. Du kannst in der Angst oder in einem negativen Gefühl, in einem Ärger, in einem Frust kannst du nichts lernen. Es funktioniert einfach nicht. Es findet keine Synapsenbildung im Gehirn statt. Es findet kein Lernen statt. Deshalb Deswegen funktioniert das einfach überhaupt nicht, Kinder oder Menschen zu irgendwas zu zwingen. Deshalb funktioniert dieser Weg nicht, zu sagen, du hast dich dafür entschieden, das wird jetzt durchgezogen. Das mit dem Durchziehen funktioniert nur, wenn das Kind für sich entscheidet, ich will das jetzt durchziehen, ich will da dranbleiben. Und wie lernen Kinder dranbleiben? Indem du ihm vorlebst, dass du bei Themen, die dir wichtig sind, dranbleibst, voller Freude, Spaß und Begeisterung. Ja, das lernen sie nicht, indem sie sich durch Dinge durchbeißen, die ihnen keine Freude machen.
Deswegen ist es auch so wichtig, dass auch wir Erwachsene immer noch wieder neue Dinge lernen und das auch so machen. Also nicht nur irgendwie in der Arbeit, wo dich keiner miterlebt, sondern das auch so machen, dass auch die Kinder das miterleben. Das ist nämlich total cool. Im Urlaub, was weiß ich, mal Tennisstunden nimmst und dann auch das mit den Kindern teilst. Wie doof du dich vielleicht, also du musst ja nicht sagen, ich stelle mich doof an, aber was ist, kann man schon sagen, weil das haben wir gemacht, zum Beispiel. Und es ist ja vollkommen egal, ob das Yoga ist oder was, was auch immer da, oder auch noch mal ein Instrument, was ja viele, für viele dann auch ein Traum ist, den sie sich nur erfüllen. Aber einfach auch zu zeigen, dass wir alle, wenn wir irgend so was neu anfangen, da erst mal halt einfach Anfänger sind.
Ja, genau.
Und am coolsten ist es halt immer noch, wenn du das vielleicht auch mit Dingen machst, die deine Kinder gerade nicht machen, um dann nicht so ein Konkurrenzding entstehen zu lassen. Weil manchmal ist es schon so, dass wir Erwachsene was vielleicht ein bisschen schneller lernen, einfach weil wir es uns vielleicht kognitiv oder rationell schneller erschließen können. Deswegen finde ich es immer besonders gut, wenn es andere Dinge auch mal sind.
Genau. Es war zum Beispiel so, dass wir das Kiten, haben wir ganz explizit entschieden, dass das die Jungs alleine machen, dass wir das nicht mitmachen. Und gleichzeitig haben wir beim Surfen, also beim Wellensurfen, haben wir gesagt, das machen wir alle zusammen. Und das war dann, da haben sie sich dann auch total drüber gefreut, dass wir das auch mitgemacht haben. Also da einfach einfach so eine Mischung oder so eine Balance auch zu finden aus Dingen, wo du den Kindern einfach den Vortritt lässt, und anderen Dingen, wo du sagst, das machen wir jetzt gemeinsam. Aber halt im besten Fall immer so, dass ihr es auch miteinander absprecht.
Ja, genau.
Genau. Also war es wichtig. Und der abschließende Satz dazu ist: Motivation entsteht nie durch Zwang. Motivation entsteht durch Freude und Begeisterung. Und dann brauchst du schon keine Motivation mehr, weil alles, woran du Freude hast und was dich begeistert, machst du sowieso den den ganzen Tag. Und da bist du sowieso froh, wenn du jetzt, was weiß ich, vielleicht bist du eine von den Personen, die super gerne nähen, und dann bist du ja super happy und froh, wenn du endlich wieder an der Nähmaschine sitzen darfst. Da brauchst du ja keinen, der dich dafür oder dazu motiviert, sonst machst du ja aus dir heraus intrinsisch gerne. Und genauso ist es bei deinen Kindern. Die Dinge, die sie gerne tun, die jetzt gerade für sie dran sind, die machen sie voller Freude und Begeisterung.
Und lernen sie dann auch.
Lernen sie auch.
Leicht und total schnell.
Genau. Und wenn das, was wir jetzt gemacht haben, ist also mit dem Kite-Beispiel von gestern, ist nur, dass wir an einer Stelle, wir haben sie so ein bisschen über eine kleine Stufe hinüber begleitet, drüber begleitet, über so einen kurzen Moment von Zweifel. Und so, das funktioniert, wenn dir Wenn es jetzt heute noch mal blöd gewesen wäre und dann wäre das überhaupt keine Option gewesen, das morgen noch mal zu probieren, sondern dann wäre einfach klar gewesen, Kiten und hier der Spot und die Bedingungen passt gerade nicht zusammen und dann brauchen wir was anderes.
Ja, sehr cool.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
Viel Freude beim Umsetzen.
Genau. Alles Liebe für dich.
Alles Liebe. Ciao.
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