Du hast es verkackt - macht doch nix - Podcast 161

In this episode of the Gemeckerfrei‑Podcast, host Uli Bott (co‑founder of Gemeckerfrei and parenting author) talks directly to parents about the inevitable mistakes that happen in family life. She begins by listing countless reasons why parents might feel they have “failed” – from a child’s bedtime struggles to holiday tensions – and points out how easy it is to fall into a self‑critical loop. Bott argues that self‑criticism does not improve future parenting; instead it creates a negative feedback cycle that hinders growth. She explains that parents cannot “break” their children and that the only way to become better is to first accept and celebrate the current version of oneself. Practical steps are offered: acknowledge the mishap, apologize if needed, then let the feeling pass and focus on learning. Bott frames this within the Gemeckerfrei philosophy, which promotes loving, non‑judgmental relationships with oneself, one’s partner, and one’s children. She emphasizes that parents give their best every day, and that recognizing this best‑self makes it easier to improve tomorrow. The episode ends with a gentle invitation to the audience to comment, subscribe, and seek further support from the Gemeckerfrei community.
Chapters
Es gibt 1000 Gründe, warum du abends weinend im Bett liegen kannst. Es gibt 1000 Gründe, warum du dich über andere aufregen könntest. Es gibt einfach 1000 Gründe, mit denen du dir belegen kannst, dass du es nicht drauf hast, dass du es nicht kannst. Hallihallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen. Beziehungen, in der Familie, als Paar und mit dir selbst. So schön, dass du hier bist. Ich bin Uli Bott, ich bin zusammen mit meinem Mann Bernd die Gründerin von Gemeckerfrei, und wir sind mehrfache Spiegel-Bestseller-Autoren, haben schon viele, viele, viele tausende Eltern dabei begleitet, ein liebevolles Familienleben zu erschaffen, und ich freue mich, dass du heute hier bist. Und ich möchte heute mit dir was teilen, das hätte mir so geholfen, wenn ich das schon gewusst hätte, als ich eine junge Mama war. Ja, wir sind zusammen, der Bernd und ich, wir sind zusammen Eltern von 4 Kindern, die sind mittlerweile zwischen 16 und 25. Und ja, so vor 20 Jahren, 23 Jahren, hätte ich das, was ich jetzt mit dir teile, super, super gerne schon gewusst. Und ich mag mit dem Titel einsteigen. Der Titel dieser Folge ist: Du hast es verkackt, macht doch nichts. Du hast es verkackt, macht doch nichts. Weil ja, wir verkacken es die ganze Zeit. Lass uns ehrlich sein, wir wissen einfach nicht, wie Elternsein geht. Wir wissen nicht, wie das funktioniert, ein kleines Kind dabei zu begleiten einzuschlafen. Wir wissen nicht, wie das funktioniert, ein Kind dabei zu begleiten, die Windel loszulassen, sich abzustillen, nachts durchzuschlafen. Wir wissen nicht, wie das geht mit Geschwisterstreit. Wir wissen nicht, wie das geht mit Wutanfällen. Wir wissen nicht, wie das geht mit dem ersten Liebeskummer, mit der ersten Zigarette, dem ersten Vollrausch. Wir haben einfach keine Ahnung, wie das geht. Und weil wir es nicht wissen, passieren natürlich Dinge, von denen wir anschließend sagen: Oh, das war aber nicht so, wie ich das haben wollte. Nur was, wenn das gar nichts macht? Weil vielleicht war es jetzt so, ne, die Folge kommt, erscheint das erste Mal am zweiten Weihnachtsfeiertag, und vielleicht war es bei dir so, dass du sagst: Naja, so mein Weihnachten war jetzt nicht so, wie wie ich mir das gewünscht hätte, wie ich mir das vorgestellt habe. Also jetzt habe ich schon alles so kindorientiert wie möglich organisiert und wir haben schon auf so viel Rücksicht genommen und trotzdem ist das eine Kind wieder explodiert, ausgeflippt, whatever. Oder deine Schwiegermutter hat dir wieder irgendwas gesagt, dass du das Gefühl hattest, die ist dir voll über den Mund gefahren und du hast es nicht geschafft, Paroli zu geben. Oder beim Baumschmücken seid ihr doch wieder aneinander geraten, weil ihr unterschiedlicher Meinung wart, wie das jetzt gehen sollte. Oder es hat irgendwas in der Küche nicht geklappt, oder du bist dann doch beim Ins-Bett-Bringen laut geworden, oder, oder, oder. Vielleicht konntest du dich auch einfach nur nicht freuen, obwohl alles eigentlich perfekt war. Und weißt du, es gibt einfach 1000 Gründe, warum du dich zur Schnecke machen kannst. Es gibt 1000 Gründe, warum du abends weinend im Bett liegen kannst. Es gibt 1000 Gründe, warum du dich über andere aufregen könntest. Es gibt einfach 1000 Gründe, mit denen du dir belegen kannst, dass du es nicht drauf hast, dass du es nicht kannst, dass du ein Versager bist oder eine Versagerin, dass du es einfach nicht hinbekommst. Und es gibt genauso viele Gründe, eine andere Perspektive einzunehmen. Weil selbst wenn du es besser gewusst hättest, selbst wenn du eigentlich von dir sagst, eigentlich weiß ich doch, und ich habe es mir schon so oft vorgenommen, und warum hat es nicht funktioniert, ne? Selbst wenn du es eigentlich wüsstest, kann es passieren, dass du unter Stress in bestimmten Situationen dein Wissen nicht abrufen kannst, dass du nicht so reagieren kannst, wie du gern reagiert hättest. Und wenn du dich jetzt dafür im Nachhinein kritisierst, dann geht's dir logischerweise vollkommen schlecht damit. Nur das hilft ja keinem, weil das macht weder das Geschehen rückgängig noch— und der ist wichtig, hör da genau hin, weil das ist das, was ich als junge Mama gerne gewusst hätte— Wenn du dich heute schlecht fühlst, wie es heute gelaufen ist, dann wird es nicht dazu führen, dass es beim nächsten Mal besser wird. Weil das hast du doch schon 100 Mal ausprobiert. Du hast dich doch schon 100 Mal schlecht gefühlt, hast dir 100 Mal vorgenommen, es beim nächsten Mal anders zu machen und bist irgendwie wieder in dieselbe oder eine ähnliche Falle getappt. Und es ist wieder das passiert, was du einfach überhaupt nicht mehr haben wolltest, dich dafür zu kritisieren— lass mich das noch mal highlighten— dich dafür zu kritisieren, wie du es gestern gemacht hast, hilft niemandem. Das macht das Geschehene nicht rückgängig, das führt nicht dazu, dass du eine bessere Mama oder ein besserer Papa wirst. Weil, Achtung, du kannst keine bessere Mama, kein besserer Papa werden, wenn du dich dafür kritisierst, wie du heute bist. Wenn du dich heute abwertest, wenn du heute sagst, da habe ich, das habe ich voll verkackt, das habe ich nicht drauf, und ich bin so, und scheiße, und Mist, und so, das führt nicht dazu, dass du es beim nächsten Mal besser machst, weil negative Energie, negativer Zustand kreiert einen neuen negativen Zustand. Du kannst aus Mist an der Stelle kein Gold machen. Du wirst keine bessere Version deiner selbst, wenn du dich dafür, wie du heute bist, kritisierst. Und das ist doch, lass uns ehrlich sein, mir ging das lange Zeit so. Ich dachte, ich müsste mich kritisieren, um daraus die Motivation zu schöpfen, besser zu werden. Und das ist so eine fiese Falle, in die wir tappen, weil wir das so beigebracht gekriegt haben. Wir haben beigebracht, dass wir, was wir falsch machen, und dass wir, wenn wir uns bewusst machen, was wir falsch machen, es dann besser machen können. Dabei gibt es einen viel einfacheren Weg. Du kannst es einfach so gut machen, wie du es machen kannst, dich dafür feiern, dass du es so gut machst, wie du es machen kannst, und von der Position aus sagen, okay, und beim nächsten Mal will ich es noch ein bisschen schöner, will ich es noch ein bisschen besser, will ich es bisschen leichter, will ich es noch ein bisschen dies oder das haben. Weil das ist eine Lüge, dass wir nicht besser werden würden, wenn wir es mögen, wie es heute ist. Schau, das kennst du doch, wenn du mal 2 Kilo abgenommen hast, dann ist es doch ganz schnell so, dass du sagst, oh, das ging so leicht, nehme ich noch ein Kilo ab. Oder wenn du sagst, ich kann jetzt schon 5 Kilometer joggen, dann zu sagen, okay, jetzt will ich mal 7 Kilometer ausprobieren, probieren. Oder wenn du eine Gehaltserhöhung bekommst, dann sagst du doch auch nicht, okay, jetzt will ich nie wieder eine, weil jetzt hatte ich eine, sondern sagst, okay, fühlt sich gut an, mehr Geld auf dem Konto, und bin schon gespannt, wann die nächste kommt, oder beim nächsten Mal kriege ich dann vielleicht, und so weiter. Also du kannst durchaus besser werden, wenn du deine Version von heute wertschätzt. Es gibt sogar schon Beispiele dafür. Und unser Ansatz von Gemeckerfrei ist einfach zu sagen: Okay, du kannst nur wirklich besser werden, wenn du dich in deine Version von heute verliebst. Und das geht nicht, wenn du dich selbst zur Schnecke machst. Es geht nicht, wenn du dich selbst fertig machst. Es geht nicht, wenn du dich kritisierst. Deshalb, wenn jetzt zum Beispiel dein Weihnachten nicht so war, wie du es dir gewünscht hättest, oder gestern, irgendwo gestern irgendwas vorgefallen ist, wo du das Gefühl hast, ich habe es echt verkackt, was kannst du tun? Natürlich kannst du das bedauern, ne? Gehst zu dem, der entsprechenden Person, und sagst, es tut mir von Herzen leid, dass ich gestern das nicht besser hinbekommen habe. Es tut mir von Herzen leid, dass ich gestern nicht meine Meinung gesagt habe. Es tut mir— es tut— ich bedauere wirklich, dass wir beim Baumschmücken gestern Unfrieden hatten. Haken dran, fertig. Damit ist gut. Also das darfst du schon fühlen, aber damit ist gut. Also weil, was, wenn das nicht so schlimm ist, dass es doof war? Schau, wenn du von Neujahr bis Weihnachten jeden Tag dafür gehst, die beste Mama, der beste Papa für deine Kinder zu sein, und immer weiter gehst und weiter gehst und dich weiterentwickelst und lernst, wie das geht, und jetzt zwischen Weihnachten und Neujahr gelingt es dir nicht so, wie du es gerne haben wollen würdest. Ist es jetzt wirklich so tragisch? Oder kann man Haken dran machen? Könnten wir vielleicht sogar anfangen zu glauben, dass wir nichts kaputt machen können? Dass du einfach Lernende, Lernender bist mit deinen Kindern und dass du dich feiern darfst dafür, wie du es heute machst, und dass das nicht bedeutet, dass du es nicht morgen besser machen kannst. Und einen kleinen Disclaimer möchte ich hier natürlich reinbringen, weil ich sehe schon eure Kommentare, ne? Ich spreche hier davon, dass du nichts an deinen Kindern kaputt machen kannst, weil ich weiß, dass diesen Podcast Menschen hören, die alles dafür tun, die beste Mama, der beste Papa für ihre Kinder zu sein. Und dir will ich wegnehmen, dass du was kaputt machen könntest, weil ich habe früher so oft gedacht, oh Gott, jetzt habe ich hier was gesagt, oh Gott, jetzt habe ich hier blöd gehandelt, oh Gott, jetzt ist mir das hier rausgerutscht, oh Gott, jetzt Habe ich das vergessen? Und habe gedacht, ich habe unseren Kindern sonst wie seelische Wunden zugefügt, anstatt einfach nur zu sagen: Ich bin Lernende, ich weiß nicht, wie das geht, und ich werde jeden Tag besser. Und deshalb kann ich dir sagen: Du kannst nichts kaputt machen. Ich nehme dir weg, dass du dich selbst so fertig machst, weil das die Grundlage dafür ist, dass du wirklich besser werden kannst. Ich spreche hier nicht mit Eltern, oder meine Ansprache gilt nicht Eltern, denen ihre Kinder egal sind, die sich nicht kümmern, die, die Kinder nur vom Fernseher parken und so weiter, ne. Das musst du ganz genau im Rahmen dieses Podcasts betrachten. Und da sage ich dir, du kannst nichts kaputt machen. Du gibst jeden Tag dein Bestes. Und wenn du das anerkennst und dich dafür wertschätzt, wird es leichter, dass dein Bestes von morgen besser ist als dein Bestes von gestern. Und wenn du es bedauert hast, wenn du dich dafür feierst, dass du es jeden Tag besser und besser und besser machst, dann kannst du dir gleichzeitig das Versprechen geben, dass du dieses vor dir liegende Jahr dazu nutzt, dass du die Mama oder der Papa wirst, von dem du spürst, dass du die oder der gerne sein möchtest. Und dann geh dafür los, und dann erlaub dir dafür Unterstützung. Und du weißt, wo du uns findest, du kannst es von uns lernen, natürlich. Und Und du wirst umso schneller damit erfolgreich werden, je liebevoller, wertschätzender und achtsamer du schon heute mit dir bist. Weil ich weiß, du gibst dein Bestes, und es wäre cool, wenn du das auch wieder fühlen kannst. In diesem Sinne wünsche ich dir einen wunderschönen zweiten Weihnachtstag, oder wann auch immer du diese Folge hörst. Alles, alles Liebe für 2025, und ich freue mich, dich wieder begrüßen zu dürfen. Bis ganz bald, alles Liebe, tschüss!
Danke fürs Zusehen. Was ist deine Meinung zu dem Thema? Was willst du uns vielleicht dazu fragen? Was willst du uns dazu sagen? Schreib's hier in die Kommentare, wir freuen uns drauf, mit dir in Interaktion zu treten. Und wenn dir das Video gefallen hat und du ab sofort nichts mehr verpassen willst von uns, dann klick jetzt auf Abonnieren, hier oder hier, je nachdem, wo du es gerade anguckst. Vielen Dank und alles Liebe bis zum nächsten Mal!
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