"Ein Alltag ohne Meckern kehrt negative Emotionen unter den Teppich" - Podcastfolge 002

In der zweiten Folge des Eltern‑Podcasts „Gemeckerfrei“ diskutieren die Gastgeber Uli und Bernd Bott die Unterschiede zwischen einem authentischen, gemeckerfreien Familienleben und einer falschen, scheinbaren Harmonie, in der negative Gefühle unter den Teppich gekehrt werden. Sie betonen, dass jede Emotion – auch Ärger, Frust oder Traurigkeit – ihre Daseinsberechtigung hat und als Hinweis auf unerfüllte Bedürfnisse dient. Statt Schuldzuweisungen sollen Eltern Verantwortung für ihre eigenen Gefühle übernehmen, sie benennen und konstruktiv nutzen. Praktische Beispiele (z. B. das „Gurke‑Problem“ beim Essen) illustrieren, wie das Zulassen von Emotionen verhindert, dass sich Frust‑Säulen aufbauen und in Meck‑Spiralen entladen. Die Bott‑Geschwister kritisieren dogmatische Erziehungsansätze und betonen, dass Eltern nicht perfekt sein müssen, sondern täglich ihr Bestes geben. Sie stellen Methoden vor: Emotionen bewusst wahrnehmen, Bedürfnisse identifizieren, Selbst‑ und Partner‑für‑Sorge‑Strategien anwenden und Kinder befähigen, eigene Gefühle zu benennen. Abschließend laden sie zu einer kostenlosen 5‑Tage‑Gemeckerfrei‑Challenge ein und bitten um Feedback und Bewertungen.
Chapters
Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch. Wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Halli hallo, hi hallo, herzlich willkommen.
Schön, dass du wieder oder zum ersten Mal So hörst du es.
Genau. Heute sprechen wir noch mal über Gemecker frei versus Scheinharmonie.
Ja, ja, das hören wir ja immer wieder. Also.
Uns würde immer die Sonne aus dem Hintern scheinen.
Man darf ja Emotionen nicht unter den Teppich kehren und.
Das Leben ist kein Ponyhof.
Ja, auch kein Pferdehof. Ich habe da immer diese Melodie?
Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Behalt es für dich. Aber so dieses heißt gemeckerfrei leben, Friede, Freude, Eierkuchen und Emotionen dürfen nicht da sein und Kinder müssen streiten lernen. Das sind so die, das ist so das Päckchen, das uns immer wieder entgegengeschleudert wird.
Oder ist es nicht unauthentisch? Also es ist ja total unauthentisch, wenn ich nicht mal irgendwie auf den Tisch haue oder so, oder solche Dinge. Und ja, auch noch so, Kinder müssen ja, also so ist das Leben da draußen ja nicht.
Ja, genau. Und was so spannend ist, finde ich, ist die Bandbreite an Also es gibt ja so viel Meinungen dazu, wie man Eltern sein kann, wie man Elternsein leben kann, wie man, was man darunter versteht, wie man das interpretiert. Die Bandbreite ist ja, glaube ich, so breit, wie es Farbschattierungen gibt. Also und jeder, das ist ja das ein bisschen Skurrile daran, jeder davon behauptet ja für sich, sozusagen den Stein der Weisen gefunden zu haben und genau den Weg, der richtig ist. Und also, wir glauben das nicht. Wir glauben auch nicht, dass wir den Weg gefunden haben, der richtig ist, weil es geht überhaupt nicht darum, es richtig zu machen oder perfekt zu sein als Eltern. Weil du bist, wenn du Mama oder Papa bist und hier zuhörst, bist du sowieso die beste Mama oder der beste Papa für deine Kinder, weil ganz simpel, du gibst jeden Tag dein Bestes und du gibst es halt aus deinem Erfahrungsschatz, aus dem, was du weißt, aus dem, was du dir gedacht hast, wie es cool wäre, mit deinen Kindern umzugehen. Und deshalb ist an erster Stelle mal zu sagen, das ist hier gemeckerfrei, ist keine neue Religion oder so was. Es ist auch nicht der einzigste Weg, mit Kindern umzugehen. Es ist der Weg, der für uns und all die Menschen in unserer Community und unsere Kunden gut, sogar sehr gut funktioniert, weil es eben nicht dogmatisch ist, weil es eben nicht sagt, mach dies, mach das, verhalte dich so, verhalte dich anders, sondern weil es eine Lebenseinstellung ist, die, jetzt wird's schmalzig, auf Liebe basiert, die auf Liebe basiert und die du erreichen kannst, wenn du dein Herz öffnest für dich und auch für deine Liebsten. Weil in dem Moment, wo du für dich dein Herz wieder öffnest, öffnest du es ja automatisch auch für deine Liebsten. Das geht ja gar nicht anders.
Wunderschön. So kurze Einheiten.
Und unabgesprochen.
Natürlich. Bei uns ist wenig abgesprochen. Also das muss man erst mal, lasst es mal du Zuhörerin mit Doppelpunkt vor dem I in akustisches Gändern ist es auch noch lustig. Lass das mal wirken, weil es ist echt großartig. Und ich kenne niemanden, der das so gut sagen kann wie Uli, ehrlich gesagt, so schön und so berührend immer wieder darstellen kann.
Ja, du bist einfach in jedem Moment die beste Mama, der beste Papa für deine Kinder, weil du es bist. Und wenn dein Hirn noch eine logische Begründung will, weil du jeden Tag dein Bestes gibst. Und Ich habe immer mal so einer meiner Lieblingssätze unseren Kindern gegenüber ist, wenn die sich über irgendwas mal beschwert haben, dass ich einfach gesagt habe, du, es tut mir leid, ich bin gerade, und es tut mir wirklich aus vollem Herzen leid, aber ich bin heute das erste Mal in dieser Situation Mama eines 12-Jährigen. Und selbst wenn es der dritte 12-Jährige bei uns war, ja, dann war das trotzdem eine Situation, die ich so noch nicht kannte. Und wie soll ich wissen, wie es geht, wenn ich es noch nicht erlebt erlebt habe.
Und was ich da kurz, ist auch zu dem, was du vorher gesagt hast, dass wir das, wir sind immer die beste Mama, der beste Papa für unsere Kinder. Wichtig dabei ist, dass was für uns dabei essenziell ist, ist, dass wir kein statisches Menschen- und Weltbild haben. Also statisch im Sinne von, dass jeder so ist, wie er ist und so bleibt.
Genau.
Ich kann auch keinen blöderen Wunsch, ich hatte es letztens mit einem Freund, mich mit dem im Café getroffen, nichts Unangenehmes eigentlich, wenn man sagt: Bleib so, wie du bist.
Dann sagst du: Nein, auf gar keinen Fall.
Du siehst immer noch aus wie vor 20 Jahren. Ach du Scheiße.
Wobei das ist ja schon fast ein Kompliment heutzutage.
Ja, das stimmt. Aber auch das möchte ich eigentlich nicht. Ich glaube, ihr versteht, wie es gemeint ist. Nur dieses Ding, ja, so auch so, wie ich es gestern gemacht habe. Auch wenn ich heute sage, okay, ich würde es jetzt heute anders machen. Also wäre heute die ähnliche Situation noch mal, dann würde ich es anders machen. Und ich sage extra ähnliche, weil die gleiche gibt es sowieso nicht. Dann war ich aber auch gestern der beste Papa für meine Kinder. Ich bleibe jetzt mal bei Papa, weil ich ja gerade rede. Dann war ich es auch gestern. Und ich darf einfach sagen, okay, so wie gestern mache ich es nicht mehr. Ich mache es nächstes Mal natürlich anders, weil ich wieder was gelernt habe, weil ich wieder ein anderer Mensch bin, was ich eigentlich Wenn ich es genau nehme, jede Sekunde bin, weil selbst jetzt, wo ich hier über Dinge erzähle, die wir schon wissen, über die wir schon lange reden, verändere ich mich ja schon wieder in jeder Sekunde und werde wieder jemand anderes.
Genau. Also was uns einfach total wichtig ist, ist erstens, wenn du hier zuhörst.
Ich habe gerade ein Erstens mit dem Daumen gemacht. Wir haben ja kein Video, deswegen musste ich jetzt kurz sagen, weil Uli gelacht hat.
Was uns total wichtig ist, ist erstens, dass— jetzt hast du mich echt rausgebracht. Alter. Mal gucken, ob es gleich wiederkommt. Jetzt hast du noch eine Pause zum Sacken lassen.
Genau.
Also was uns total wichtig ist, ist, wenn du jetzt dir die Zeit nimmst, diesen Podcast zu hören, dann gehörst du ja zu den Eltern, die sich Gedanken machen, die es besser machen wollen, die es anders machen wollen, die nach Inspiration suchen. Wenn ich— das wäre ja totaler Blödsinn, wenn ich dir jetzt auch noch sagen würde, dass du irgendwas irgendwo falsch gemacht hast bisher. Weil ganz ehrlich, das Gefühl hast du doch schon selber, oder? Da brauchst du doch nicht jetzt noch jemand von außen, der dir das womöglich sagt, sondern eigentlich brauchst du doch jemand, der an deiner Seite steht und an dich glaubt und sagt, du kannst es schaffen, du kannst es mit deinen Kindern schaffen. Und du machst, kannst jeden Tag ein bisschen mehr die Mama oder der Papa werden, die du tief in dir gerne sein möchtest. Und ich sage da absichtlich nicht besser werden, weil es geht nicht um besser werden. Aber ich glaube, dass die meisten von uns schon ein Idealbild in sich tragen, wie sie gerne wären als Mama oder als Papa, wie sie gerne Familie leben möchten. Und eigentlich sind wir die ganze Zeit nur auf der Suche, wie wir dieses Bild Realität werden lassen können und kommen da, machen da immer mal wieder eine wunderbare Bauchlandung, wenn wir uns toll was überlegen und die Kids uns dann auf den Boden der Tatsachen zurückholen, weil sie eben der Meinung sind, dass diese wundervoll ausgestochenen Vollkornbrotgesichter halt gerade nicht das sind, was sie gerne essen möchten, sondern sie wollen halt einfach nur an der Gurke runternagen. Und am liebsten hätten sie nur die ganze Gurke in der Hand. Und dass du jetzt eine halbe Stunde in der Küche gestanden hast und irgendwelche tollen Brote gebastelt hast, ist dem Kind in dem Moment relativ piepswurscht egal. Und in dem Moment platzt wieder eine heile Familienwelt-Blase in dir, und damit entsteht mal wieder so ein Gefühl von Shit, ich habe es nicht hingekriegt. Und je mehr von diesen Situationen entstehen am Tag, von Shit, ich habe es nicht hingekriegt, umso mehr wird dein, ja, wird deine Frustsäule gefüllt. Und irgendwann ist die so Oberkante, Unterkante, Oberkante, Unterlippe, so heißt Oberkante, Unterlippe voll, dass es aus dir rausbricht, dass du anfängst fängst: Nie kann man es euch recht machen, jetzt habe ich extra in der Küche gestanden und so lange gekocht, und ihr seid so undankbar, oder was auch immer wir dann unseren Kindern an den Kopf werfen. Und damit sind wir schon wunderbar in der Meckerspirale angekommen.
Ja.
Na du, klar.
Lass uns gerne mal wieder kurz so ein bisschen zurückkommen. Wir waren mal wieder bei der berühmten Uli-und-Bern-Schleife. Weil es ja darum geht, wie ist das denn? Wie dürfen denn die, also dürfen bei Gemecker frei Emotionen da sein? Dürfen auch. Negative Emotionen da sein? Und was hat es eigentlich damit auf sich, wenn wir immer sagen, kein, niemand hat Kinder bekommen, um sich mit ihnen zu streiten? Und ja, auch zu sagen, kein Kind muss streiten lernen.
Ich glaube, wir machen echt noch eine zweite Folge daraus. Lass uns jetzt mal bei den Emotionen bleiben und das Streiten machen wir in der nächsten Folge.
Das machen wir in einer anderen Folge, auf jeden Fall.
Genau, also zu den Emotionen. Also erstmal ist der Ansatz bei Gemeckerfrei, dass jede Emotion absolut ihre Daseinsberechtigung hat, weil bei jedem, bei jedem, also bei Eltern und bei Kindern, natürlich jede Emotion muss da sein dürfen, weil eine Emotion, Emotion ist Energie in Bewegung. Also Wut, wir haben selten mehr Power, als wenn wir voller Wut sind. Ja, es ist eine extreme Kraft in uns, wenn wir Wut haben. Und gemeckerfrei zu sein oder gemeckerfrei zu leben bedeutet überhaupt nicht, irgendwelche Gefühle unter den Teppich zu kehren oder zu unterdrücken, weil damit würden wir uns ja unserer eigenen Power berauben. Und ganz ehrlich, ist der Alltag mit Kindern ja sowieso schon so anstrengend, wenn wir uns jetzt noch unsere Power abtrainieren würden. Das wäre ja fürchterlich. Nur ich glaube, dass die meisten Menschen eigentlich ihre Gefühle unterdrücken, dass die meisten Menschen eben überhaupt nicht ihre Emotionen immer ausleben oder ihre Emotionen händeln. Also weil ich kann als Mama, wenn ich merke, das nervt mich, bleib mal bei dem Beispiel mit dem Essen, wenn ich merke, das nervt nervt mich, wenn das Kind jetzt nur Gurke essen will, wo ich gerade irgendein tolles Essen vorbereitet habe. Dann kann ich, wenn ich mir die Emotion genervt sein erlaube, die ja sofort verändern. Ich kann ja mit diesem Gefühl von genervt sein sofort was tun. Ich kann zum Beispiel einatmen, ausatmen. Ich kann mir, ich kann sagen, ich bin so genervt, ich bin so genervt, ich bin so genervt. Kann ich vielleicht zu mir sagen. Ja, ich kann das auch mal gerne auf dem auf den Kong gehen und einen Urschrei loslassen. Ich kann, also ich darf genervt sein davon. Ich gebe mir Mühe, es matcht nicht mit dem Bedürfnis des Kindes und es darf sich blöd anfühlen. Völlig okay.
Und da würde ich gerne kurz auf unsere andere Podcastfolge verweisen mit der Kaffeetasse. Wenn du die noch nicht gehört hast, dann geh mal eine Folge oder zwei zurück, je nachdem. Die findest du, wo wir über die Inuit erzählen, weil ich kann genervt sein darüber, dass das, was ich hier gerade gemacht habe an Essen, nicht die Wirkung hat, die ich mir gewünscht habe. Dass zum Beispiel das Kind sagt: Oh, so schöne, wie hast du vorher gesagt, ausgestanzte Brotscheiben, was weiß ich. Brotgesichter, whatever. Brotgesichter heißt es, genau. Merkt man schon, dass ich so was nie gemacht habe. Nur am Rande. Also ich kann das sagen, ohne das auf die andere Person zu pointen.
Genau, weil das ist der riesengroße Unterschied, ob ich den anderen für meine Emotion verantwortlich mache oder ob ich einfach sage: Ach, die Emotion ist jetzt gerade in mir lebendig. So fühlt sich's an. So wie ich auch sagen würde, ich habe gerade Kopfweh, ich habe gerade Bauchweh, ich habe gerade Fußweh, Rückenweh, sonst du isst was, da würde ich ja in vielen Fällen auch nicht sagen, ich habe jetzt Kopfweh. Also ja, bei Kopfweh machen wir es manchmal, weil ihr so laut seid, habe ich Kopfweh. Ja, weil ihr so streitet, kriege ich Kopfweh oder so. Aber jetzt mal zu sagen, okay, ich habe halt gerade mal Rückenschmerzen und ich darf auch sagen, mir tut jetzt echt der Rücken weh und darf da auch auf das Mitgefühl von meinen anderen Lieblingsmenschen vertrauen, ohne die dafür verantwortlich machen zu müssen. Ja, Ja, ich kann schon sagen, ich bin genervt, ne. Vielleicht, ich würde jetzt an der Stelle nicht meinem Kind unbedingt dieses Gefühl von genervt sein hinklatschen, sozusagen, weil das Kind noch, je nachdem wie alt es ist, halt damit vielleicht noch nicht unbedingt umgehen kann. Aber ich kann auf jeden Fall zu meinem Partner auch sagen, boah, ich bin jetzt echt genervt, jetzt habe ich hier so lange in der Küche gestanden und schaust dir an, es Gurke. Ja, ich bin genervt davon. Ja, ich habe mir so Mühe gegeben. Und dann komme ich ja eigentlich dahinter, ich sage, okay, eigentlich ist es auch eine Traurigkeit in mir, dass mein Einsatz, meine Mühe nicht wertgeschätzt wird. Und an der Stelle darf ich sehen: Ah, ich habe eigentlich ein Bedürfnis nach Wertschätzung. Okay. Und jetzt gehen wir bei Gemeckerfrei eben davon aus, dass unsere Kinder nicht dafür da sind, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Es kann schon mal passieren, dass die das machen, Aber per se bin ich für meine Bedürfnisse selbst verantwortlich. Das heißt, wenn in so einer Situation mir bewusst wird, dass mir Wertschätzung fehlt, zum Beispiel, dann darf ich selber gucken, wo schätze ich mich nicht wert, wie kann ich mich anders wertschätzen. Oder vielleicht ist es auch ein Thema in der Partnerschaft, dass wir Zusammen, Bernd und ich würden dann an so einem Punkt uns zusammensetzen und uns überlegen, oder ich würde sagen, du, ich fühle mich gerade so wenig wertgeschätzt. Kannst du mir helfen, dass ich es wieder fühlen kann? Jetzt auch nicht im Sinne von, weil du mir keine Blumen mitgebracht hast, weil du mich nicht ausschlafen lässt, weil du mir nicht sagst, wie toll ich bin. Fühle ich mich nicht wertgeschätzt, sondern das ist gerade mein Leck sozusagen. Ich fühle mich nicht wertgeschätzt und ist gerade total schön. Das will ich gerne mit dir teilen, weil die Idee von diesem Podcast ist ja vor Jahren entstanden, weil der Bernd und ich immer die genialsten Gespräche am Küchentisch geführt haben. Und jetzt sitzen wir hier gerade. Uns gegenüber. Und während ich spreche, guckt er mich so liebevoll an und so bestätigend und so, dass ich echt, dass mir ein Schauer nach dem anderen wieder über den Rücken läuft. Und deshalb, auch wenn ich vielleicht mal mehr spreche, sind wir immer beide da. Und genau, das wollte ich einfach nur kurz teilen. Also wenn du dich gerade nicht so wertgeschätzt fühlst, wie du gerne wertgeschätzt wärst, kann der andere dir helfen, dass du es wieder fühlen kannst. Aber der andere ist nicht verantwortlich dafür, es dir zu geben, weil das Gefühl von Wertschätzung kann nur in dir selbst entstehen, wie auch alle anderen Gefühle. Jedes negative Gefühl, jedes Genervtsein, jeder Ärger, jede Wut hat seinen Ursprung in dir, genau wie jedes positive Gefühl seinen Ursprung in dir hat.
Und deswegen ist es so wichtig, es auch bei dir zu lassen, was wir, was viele von uns gelernt haben, ich auch früher, also gelernt haben durch Nachahmung. Das einzige Lernkonzept, das wirklich tatsächlich am intuitivsten und am stärksten funktioniert. Was ich durch Nachahmung gelernt habe. Und du darfst es für dich gerne überprüfen, weil es gibt ja auch Menschen, bei denen es vielleicht anders war. Ist aber, dass ich eben sofort eine Begründung im Außen suche für das Gefühl. Also eine Begründung im Sinne von, ich gebe die meiste Zeit dann jemand anderem die Schuld.
Ja, und das ist ein total cool, da freue ich mich, dass wir zu zweit den Podcast machen, liebe Hörerin, lieber Hörer, weil das ist ein männliches Prinzip.
Ja, genau.
Männer machen meistens, der andere ist schuld. Frauen machen meistens, und kann auch sein, dass bei euch genau andersrum ist, ist ja egal, aber Frauen machen meistens: Ich bin schuld. Und beides ist gleichermaßen vernichtend, und beides ist vernichtend für uns selbst, weil wir eben aus unserer Kraft gehen damit, und aus unserer, also, weil wir, wir geben die Verantwortung für unser Leben ab. Und das Zweite, warum es so vernichtend ist, ist, weil wir eben unseren Kindern vorleben, dass immer jemand Schuld hat. Wahlweise man selbst oder jemand anders. Und das ist genau das, was wir mit Gemeckerfrei durchbrechen wollen. Jede Emotion darf da sein, nur weil, wenn, nicht weil, sondern wenn sie sofort da sein darf, wenn sie in jedem Moment da sein darf, dann muss sie sich in den allermeisten Fällen überhaupt nicht zu so einer verheerenden Kraft entfalten. Weil, na, wie ist es denn üblicherweise? Du bist vielleicht genervt, weil er seine Socken im Bad liegen lässt morgens. Das ist das Erste. Dann sind die Kinder, trödeln die Kinder rum. Bist du deshalb angestrengt? Dann im nächsten Schritt. Was weiß ich, brennt jetzt Essen an, jetzt bist du schon richtig, und dann sagen die Kinder noch, schmeckt nicht, und essen es nicht und stochern nur im Essen rum und trödeln anschließend vielleicht noch bei den Hausaufgaben. Spätestens in dem Moment explodierst du, weil du nicht schon morgens gesagt hast oder dir nicht zugestanden hast, genervt zu sein von den Socken, angestrengt zu sein, weil die Kinder trödeln, dich selber kritisierst und über dich ärgerlich bist, weil das Essen anbrennt, ne, weil du diese Emotionen an vielen Stellen im Tag übergangen hast oder übergehst. Deshalb bricht's dann irgendwann mit Wumms aus dir raus. Nur wie wäre es denn, wenn du anfängst, dass jede Emotion in jedem Moment einfach da sein darf, ohne dass du jemand anders oder auch dich selbst dafür schuldig oder schuldig machst, sondern zu sagen: Okay, ich bin jetzt halt gerade genervt. Was würde mir denn jetzt helfen? Was brauche ich denn jetzt, um wieder entspannt zu werden? Immer wieder zu sagen: Wie geht es, dass ich entspannt sein kann? Und für die Kinder eben auch, dass jedes Kind hier darf so viel Wutanfälle haben, wie es will.
Absolut.
Nur weil jede Emotion auch von den Kindern da sein darf, kommt es halt nicht mehr zu Wutanfällen in 99,9% der Fälle, weil wir sie davor schon begleiten können, weil wir eben die Frustsäule gar nicht erst so volllaufen lassen und weil die Kids selber auch schon gelernt haben, genau das zu artikulieren, eben zu sagen: „Boah, ich bin jetzt gerade echt traurig, angestrengt, genervt, whatever." Und dann können wir gucken, was braucht es, gemeinsam gucken, was braucht es. Oder sie machen es auch schon alleine. Also gemeckerfrei bedeutet, abschließend noch mal zusammengefasst: Jede Emotion darf in jedem Moment da sein, und wir leben unseren Kindern vor, selber die Verantwortung— wichtig, nicht die Schuld— für diese Emotion zu übernehmen, für dieses Gefühl zu übernehmen und uns auf die Suche zu machen. Also eine Emotion, ein Gefühl immer nur als als Indikator dafür zu sehen, wenn gerade ein Bedürfnis nicht erfüllt ist. Und das negative Gefühl zeigt uns nur an, welches Bedürfnis gerade unerfüllt ist. Und dann können wir dieses Bedürfnis erfüllen und zack, sind wir wieder ausgeglichen. Sehr cool, danke für so viel Redezeit.
Wunderbar.
Also, ich hoffe, wir konnten ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
Ja, und du kannst auch was damit anfangen und sagst jetzt: Cool, das hat mir was gebracht. Und wir freuen uns total über dein Feedback. Du hörst gleich noch, wie du uns das hinterlassen kannst. Auch, es ist auch total, wäre total wichtig, wirklich sehr, sehr jetzt noch mal hier ganz persönlich die Bitte: Gib uns das Feedback. Weil wir machen das ja für dich.
Genau.
Für deine Ohren, für dein Wohlbefinden. Und deswegen ist es für uns total cool, wenn du uns sagst, wie es für dich ist, was du brauchst. Und dann freuen wir uns, wenn du wieder einschaltest.
Genau. Ach so, kleiner Einwurf noch von der Seite: Über Bewertungen freuen wir uns natürlich auch. Ja, genau. In diesem Sinne: Lass es dir gut gehen und bis bald. Tschüss.
Vielen Dank dir fürs Zuhören. Wir, Uli Bott und ich und das Gemeckerfrei-Team, wollen dich jetzt noch einladen zur Gemeckerfrei-Challenge. Erlebe 5 Tage in einer wundervollen Gemeinschaft, wie Gemeckerfrei funktioniert, wie effektiv bereits kleine Impulse sein können, wenn du weißt, wie es geht, und wie du direkt erste Erfolge erzielst, die deinen Alltag sofort entspannen. Und das Beste dabei: Die Challenge ist komplett gratis. Anmelden kannst du dich unter gemeckerfrei.de/chg. Du findest den Link natürlich auch ganz einfach in den Shownotes. Wir freuen uns auf dich in der Challenge. Und wenn dir die Podcastfolge gefallen hat, dann klick jetzt noch schnell auf Abonnieren, damit du auch wirklich keine Folge mehr verpasst. Bis zum nächsten Mal. Alles Liebe für dich.
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