Eine normale Beziehung - warum das schief geht

Uli and Bernd Bott explain how couples' ideas of what's
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In der letzten Folge haben wir darüber gesprochen, was eigentlich, was wir eigentlich als Eltern für normal halten für unsere Kinder.
Ja, von dem her, wenn dich das interessiert, dann kannst du diese Folge auch noch anschauen. Die ist jetzt nicht unbedingt eine Voraussetzung für heute.
Nee, gar nicht.
Also das ist nur, weil wir einfach die Idee hatten und dabei ist uns eben eingefallen, dass es nicht nur darum geht, was halten wir in Bezug auf die Kinder normal, sondern auch was hältst du eigentlich in Bezug auf Beziehung, also auf die Paarbeziehung, ja, vor allen Dingen auch. Was hältst du da für normal und was hat das für einen Einfluss darauf, wie unsere Beziehungen so ablaufen und was da so passiert?
Also weil das, was ich für normal halte, hat damit schnell zu tun, wann ich anfange, mich mit was abzufinden.
Ja, weil das wäre ja normal. Das ist ja dann normal. Dann ist ja noch nicht mal ein Abfinden, sondern dann ist es so.
Self-fulfilling prophecy ist ja eigentlich das, was ich für normal halte. Wenn ich ich das für normal halte, dass so eine Beziehung schlechter wird, ja, dass das Verliebtsein aufhört, aus Liebe Wärme wird. Was für ein Unfug!
Wenn du das für normal hältst, dann wird es halt auch passieren.
Ja, das ist das. Und was kannst du stattdessen für normal halten? Also wie kommst du eigentlich, also wie kommst du eigentlich alleine dadurch, dass du andere Dinge anfängst für normal zu halten, und Und da gibt es einen wichtigen Aspekt dabei, den verrate ich jetzt aber noch nicht. Dann verändert sich deine Beziehung schon dramatisch. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, den Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern und mehrfache Spiegel-Bestseller-Autoren, und Wir haben wir schon viele tausend, zehntausende Eltern dabei begleitet, ihren liebevollen, gemeckerfreien Familienalltag zu erschaffen. Und wir sind heute für dich hier, wenn du zu den Eltern gehörst, die wirklich wissen wollen, wie Elternsein heute geht. Ja, und wie eben auch Paarsein heute geht.
Weil für uns, und das ist ja auch für uns und bei Gemeckerfrei, die Paarbeziehung ein wichtiger Teil des Elternseins ist. Also eigentlich nicht nur ein wichtiger Teil, sondern beides ist für uns miteinander verwoben.
Ja, genau, weil wir halt die Erfahrung gemacht haben, als wir alles Mögliche an Erziehungsmethodik angewendet haben, dass das halt immer gescheitert ist, solange wir nicht auch an unserer Beziehung und an uns selbst gearbeitet haben. So muss man das eigentlich sagen, ja, dass wir erst dass wir es ganzheitlich betrachtet haben, wirklich die Durchbrüche erzielt haben, die heute dazu führen, dass wir eben die liebevollen Beziehungen zu und innerhalb unserer Familie haben, die wir halt hier haben.
Genau.
So, also Normalität in der Partnerschaft. Was hältst du für normal? Und ich würde an der Stelle dich einladen, dass du wirklich Stift und Zettel mal gibst und dir mal aufschreibst und so mal euren Alltag durchgehst, ne? Was hältst du für normal, was du für Aufgaben übernimmst, weil du denkst, der andere wird es nie machen? Oder was hältst du für normal, wie sich das Zusammensein mit deinem Partner oder deiner Partnerin anfühlt?
Ja, was hältst du für normal, wie wenig oder viel Männer zum Beispiel kommunizieren auch.
Was glaubst du, ist normal? Was hältst du für normal? Wie viel ihr über Gefühle sprecht? Wie viel ihr überhaupt sprecht? Also was hältst du für normal? Wie viel ihr überhaupt miteinander redet?
Wirklich miteinander redet?
Ja, nicht über dieses—
Termine kommuniziert oder so, oder sagen, wer holt die Kinder heute ab?
Ja, und wie normal hältst du das? Dass ihr ein Paar seid? Oder hältst du es vielleicht für normal, dass ihr wie eine WG seid? Also, was hältst du für normal? Bist du vielleicht insgeheim ganz froh, dass du mit dem Typen oder der Type eigentlich nichts mehr zu tun haben musst, außer dich über Hausaufgaben und Fußballvereine abzustimmen? Keine Ahnung, was hältst du für normal? Das Problem ist einfach, dass Eltern werden ist einfach ein krasses ne krasse Challenge für jedes Paar. Gesichert 67% aller Beziehungen bis hin zu 90% aller Beziehungen werden durch die Geburt des ersten Kindes schlechter. Und nur 10% dieser Beziehungen, die durch die Geburt des ersten Kindes schlechter werden, schaffen das alleine wieder auf ein Vor-Eltern-Level. Niveau sich zu entwickeln.
Und jetzt kann ja, jetzt bin ich ganz krass, weil selbst dieses Vorelterniveau ist ja davon geprägt, was du für normal hältst. Und wir sind ja ein Teil derer, die dann auch diese Hilfe anbieten. Und das ist ja wichtig und das ist cool. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn man da Hilfe braucht. Also ich, das ist ganz im Gegenteil. Je früher du dir da Hilfe oder Unterstützung holst, umso besser. Ich würde ja sogar sagen, wir challengen ja auch noch, dass du auch das, was du schon vor dem Kind, vor den Kindern als für normal gehalten hast, würden wir dich gerne challengen, dass du da auch noch ein paar Stufen drauflegst.
Ja, weil ganz ehrlich, also schau dir das doch mal selber bei dir an. Was hattest du denn für Vorbilder? Also wer in deinem Umfeld lebt denn, hat denn schon, bevor du Kinder gekriegt hast und auch Danach, also wer von den Menschen in deinem Umfeld lebt denn eine Beziehung, die jeden Tag geiler wird?
Ja, wer von Menschen, die schon älter sind, über 50 sind, über 60 sind, hast du das Gefühl, bei Paaren, die haben noch eine erfüllte Sexualität? Ja, also wo sind diese Vorbilder?
Ja, also und die haben viele von uns nicht. Und die Medien tun ihr Übriges dazu, weil in jedem, in jeder Liebeskomödie und in jeder Schnulze geht irgendwie, oder auch in jedem Liebesfilm geht's immer irgendwie um Affären. Es geht immer darum, dass Paare sich trennen. Also ich meine, ich kann das aus Sicht der Filmindustrie schon verstehen, weil alles andere wäre stinklangweilig. Aber da wir gehen einfach nicht davon aus, wir haben keine, ja, die wenigsten Menschen halten das für normal, dass eine Beziehung immer besser wird.
Ja.
Und das ist einfach ein Problem, weil wenn du das nicht für normal hältst, dann kannst du dich geistig nicht darauf ausrichten. Das ist ein bisschen so wie Menschen. Es gibt ja so super schlanke Menschen, die sagen einfach: Ich nehme einfach nicht zu. Ja, die halten das für normal, dass sie nicht zunehmen. Und andere Menschen, die halten das für normal, dass sie schon zunehmen, wenn sie das Stück Kuchen nur angucken. Ja. Und das ist es, ne. Und da beweist sich wieder dieser ein bisschen spirituelle Ansatz: Es geschieht dir nach deinem Glauben, ja. Also es ist, was du glaubst. Alles, was du glaubst, ist wahr. Alles, was du für normal hältst, wird dein Alltag sein. Und wenn dir deine Beziehung gerade, wenn die nicht so glücklich ist, wie du die gerne hättest, dann hältst du vermutlich die falschen Dinge für normal.
Genau. Und dann geht es einfach darum zu sagen, okay, wie kann ich mich selbst eigentlich dahin challengen, dass ich das verändere?
Ja, und der erste Schritt ist, dass du dir das bewusst machst. Deshalb habe ich vorher gemeint, Stift und Zettel, schreib dir das auf oder machst du eine Handynotiz oder wie auch immer. Aber mach es wirklich, weil das nur mal kurz im Kopf drüber nachdenken, vergiss es. Das wird nicht zu einer wirklichen Veränderung führen. Was du brauchst, ist wirklich dieses Eintauchen in es Thema und dich damit auseinandersetzen, was hältst du für normal?
Weil es ja, also wir haben es ja schon ein bisschen angedeutet, wir hatten alle nicht die, also keine guten Vorbilder. Die meisten von uns hatten keine guten Vorbilder, was die Beziehung angeht. Viele vielleicht eher sogar halt nur negativ Vorbild und dann gesagt, so will ich es nicht machen. Das ist immer bisschen schwierig, weil man dann ja auch noch kein Konzept hat und ich will so nicht, aber wie denn dann?
Ja, das ist wie in der letzten Folge quasi dieses: Ich will mein Kind nicht schreien lassen, aber wie geht es denn dann?
Ja, genau. Also was mache ich dann? Das ist manchmal nicht so leicht, dann dieses Wie dann irgendwie mit Inhalt zu füllen. Und aber dadurch ist es ja was. Das, was du normal hältst, ist ja dann was, das total tief in dir drin. Das will ich jetzt nur sagen, dass das hört sich jetzt ein bisschen so leicht an, weil wir das hier in so einer kurzen Podcast-Folge so raus hauen. Man kann dazu auch Glaubenssätze sagen. Ich mag das Wort schon wieder nicht mehr, weil es schon so abgedroschen ist. Aber für die, die das Wort, die jetzt damit was anfangen können oder so was, ist es natürlich. Das sind natürlich Glaubenssätze, weil das dein Bild von der Welt ist.
Ja, von der Beziehung.
Ja, jetzt von der Beziehungswelt. Ja, von der, von.
Und ich finde, man kann sich das so vorstellen, als würdest du ins Auto steigen und in deinem Navi ist ein Ziel voreinprogrammiert. Ja. Dann fährst du dem Navi nach und du fährst halt nach Rom, egal ob du nach Rom willst oder nicht, weil du halt davon ausgehst, es gibt nur einen Weg und der führt nach Rom.
Ja.
Oder nicht, kann man das?
Ja, ja, ja. Oder es ist so, wie wenn du ein Navi hast und da ist einfach eingestellt, keine Autobahnen, und du weißt es nicht. Du weißt gar nicht, dass man das einstellen kann, die Autobahnen sind aber abgestellt. Deswegen brauchst du mit dem Navi dann halt immer länger, weil du sagst, aber das ist für dich normal, Navis fahren nicht auf Autobahnen. Autobahnen, oder es gibt gar keine Autobahnen, oder was auch immer. So ähnlich ist es, weil in Wahrheit gibt es die Autobahnen, du hast halt nur nicht gelernt, wie du auf dem Navi das einstellst, dass es dich auf die Autobahn bringt.
Ja, also es geht darum, einfach das, was alles, was in deiner Beziehung gerade ist, alles mal zu nehmen, in die Luft zu schmeißen und dich zu fragen, was könntest du denn stattdessen für normal halten? Was wäre denn genauso möglich? Und du musst noch nicht davon überzeugt sein, dass das für dich jetzt sofort geht, aber der erste Schritt ist schon mal zu sagen, naja, wenn ich jetzt 3 Wünsche frei hätte, oder wenn ich 100 Wünsche frei hätte, was wäre denn das, was ich— was für Normal würde mir denn bessere Gefühle machen als mein aktuelles Normal?
Und da gibt es jetzt noch einen verdammt wichtigen Punkt, und der ist, der hat auch in sich, weil bei all diesen Gedanken darfst du deinen Partner komplett außer Acht lassen, im Sinne von nicht, dass du sollst dir das nicht mit einem anderen Partner vorstellen, ganz im Gegenteil, sondern keine Millisekunde drüber nachdenken, ja, aber das macht der ja eh nicht, oder an dem ist ja der schuld, dass wir so wenig reden, oder die. Ich will jetzt nicht hier, das ist jetzt schon ein bisschen Stereotyp. Ja, ne, also habe ich jetzt positiv gemeint.
Ja, sagen, es sind einfach immer die Frauen, die mehr reden, und die Männer, die weniger reden, in 99%.
Genau, ja. Und deshalb, also einfach Lass den anderen da mal komplett raus, weil das, was du empfindest, bist du. Und wenn du das noch mal änderst, ändert sich— und das haben wir schon bei so vielen, also ich würde sagen bei tausenden Paaren erlebt— dann ändert sich auch das Normal für den anderen. Absolut.
Wenn du dich änderst, ändert sich das.
Ganz egal, ob der das will oder nicht, ob er es merkt oder nicht, vollkommen wurscht. Er oder sie, ich habe jetzt immer eher der Partner, also ich bin sehr schlecht im Gendern. Nur so, aber da hast du, lass den da mal raus. Und das ist eine Challenge auch dabei für viele.
Und gerade an Punkten, wo es bisher nicht so ist.
Ja, ja, ja, genau.
Gerade an den Punkten, wo du vielleicht auch frustriert bist, knabberst dran. Aber du könntest ja auch mal mit Freunden drüber sprechen und sagen, sag mal, Was ist denn da dein Normal? Erlebst du das auch so, was weiß ich, dass dein Partner, dass du das Gefühl hast, dein, also du musst deinem Partner dankbar sein, nur weil er mal die Spülmaschine ausräumt? Ja, oder was, wie erlebst du das denn? Was hältst du denn für normal im Zusammenhang mit Hausarbeit? Na, da kann ich jetzt zum Beispiel von mir sagen, auch so was, was die Kinder angeht, wenn ich mich zurückerinnere, als unser ältestes Kind klein war. Also das war für mich das Normalste von der Welt, davon auszugehen, dass du außer Stillen alles ganz genauso machst wie ich, weil es nix gibt, was nur Mamas können. Oder auch im Haushalt zu sagen ist, also ich meine, mittlerweile nach so vielen Jahren wissen wir halt, was macht der eine gerne und der andere weniger gerne, besser oder so. Ja, aber mitnichten, dass ich bei irgendwas das für normal halten würde, dass das nur ich machen muss.
Ja, nee, so.
Ja, oder eben auch das, was halten wir für normal, wer jetzt Geld verdient? Was halten wir für normal? Wer kann das mit den Kindern wie gut?
Wer geht mit den Kindern zum Arzt?
Das ist so die Klassiker.
Also wie oft war ich da? Bin ich da? Das war total witzig. Also da, wenn du alleinstehender Vater mit Kindern bist, kannst du in der Kinderarztpraxis gleich neue Partnerinnen kennenlernen. Aber die haben dann auch viele Kindern ist ein Nachteil.
Okay, also so, ne, also was hältst du in all diesen Dingen für normal und wie sehr, wie und wo, warte ganz kurz, lass mich den einen Satz kurz noch fertig finden. Dieses, wo erlebst du heute deinen Alltag schwieriger, als er müsste, als er sein müsste, weil du komische Sachen für normal hältst?
Sehr gut.
Wolltest du deinen Satz noch sagen?
Nein, das hat sich damit erledigt.
Okay, vielen Dank. Danke fürs Zuhören.
Vielen Dank und viel Freude tatsächlich dabei, weil das ist am Ende des Tages etwas, was Spaß machen kann.
Genau. Und hättest du, wenn du gerne Unterstützung dabei hättest, verlinken wir dir das Gespräch. Dann kannst du dir bei uns ein Gespräch buchen und wir schauen zusammen drauf, wie du schnell neue Normale für dich findest und entwickelst.
Alles Liebe, alles Liebe, tschüss!
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