Er eskaliert mit den Kids - Wann muss ich eingreifen

In dieser 20‑minütigen Folge des Gemeckerfrei‑Podcasts diskutieren Uli und Bernd Bott, Gründer von Gemeckerfrei, über ein besonders heikles Thema: Was soll eine Mutter tun, wenn der Vater im Umgang mit den Kindern laut, grob oder sogar körperlich wird? Sie schildern typische Alltagssituationen – etwa das nächtliche Chaos im Bad, wenn das Kind schreit und der Vater laut reagiert – und beschreiben den inneren Konflikt der Mutter zwischen dem Wunsch, das Kind zu schützen, und der Angst, den Partner zu demütigen. Die Hosts erklären, dass solche Eskalationen häufig aus fehlender elterlicher Kompetenz und unklaren Rollen entstehen. Sie zeigen, wie das Eingreifen der Mutter oft zu einer „Koalition“ des Kindes mit einem Elternteil führt und den Partner in die Verteidigungsposition drängt, was das problematische Verhalten verstärkt. Durch das Bild eines befleckten Wildledersofas verdeutlichen sie, dass direkte, unüberlegte Interventionen das Beziehungsmaterial beschädigen können. Statt kurzer Fixes betonen sie die Notwendigkeit, elterliche Fähigkeiten zu erlernen, um das eigene Verhalten zu ändern und damit einen „Love‑Ripple‑Effekt“ zu erzeugen, bei dem sich der Partner ebenfalls anpasst. Abschließend wird das eigene Coaching‑Programm als Weg angeboten, um Eltern von Grund auf zu schulen und solche Konfliktsituationen nachhaltig zu lösen.
Chapters
Ich glaube, das ist echt eins der schwierigsten Themen überhaupt.
Für Elternpaare, ja, total. Total.
Und ich wollte dir früher manchmal den Kopf umdrehen.
Ja, ich weiß. Ich habe das Gefühl, du hast es manchmal auch gemacht.
Ja, so damit du endlich, dass da mal was Gescheites reinkommt in den Kopf.
Ja, es ist. Und ich finde, es ist auch, wenn uns heute Leute fragen, ist es immer noch Herausforderung, darauf zu antworten.
Also wie drauf?
Ja, was soll man denn tun? Was? Wie es geht? Ach so, ich, naja, es gibt halt nicht den Short-Fix.
Ja, okay, da bin ich bei dir. Ja, also es gibt keine Zauberformel.
Nee, weil wir kennen es ja so, wenn wir Leute treffen oder kennenlernen und so, dann fragen wir uns ja dann schon auch mal, Ja, so wie du halt auch, keine Ahnung, wenn du einen Architekten als Bekannten hast und du planst gerade ein Haus, fragst du halt auch den vielleicht mal was. Und so fragen uns natürlich Leute dann auch.
Und wenn sie uns dazu was fragen, dann ist man so, tja, wie lange wollten wir sprechen?
Bisschen länger. Aber trotzdem haben wir uns ja entschieden, das hier mal jetzt bisschen kürzer zusammenzufassen. Vielleicht.
Ja. Also die Frage, um die es ja geht, ist: Wie geht es, wenn ich als Mama der Meinung bin, dass du mit den Kindern, also wenn du als Papa mit den Kindern das Kacke machst? Also, und zwar Kacke in der gesamten Bandbreite von: Du redest nicht so freundlich, bis hin zu: Du wirst vielleicht emotional oder sogar Körperlich kropp. Das ist so, dass die Bandbreite, die unsere Teilnehmer halt auch immer mitbringen, sagen: Was? Wie geht das da? Wie mache ich das? Ah, wie geht es?
Ja, und das sind halt die. Das ist ja das, wo es wirklich da ans Eingemachte geht.
Da wird es richtig spannend.
Papa zu viel Eis kauft oder zu viel zu McDonald's geht mit den Kids oder so, das ist ja noch, ist auch ein Thema, aber das ist noch relativ easy.
Ja, voll, im Vergleich dazu ist harmlos. Ja, also wie geht's?
Wie geht's?
Der Bernd hat schon verraten, den kurzen Shortcut gibt's nicht. Deshalb haben wir jetzt 20 Minuten oder so hier Zeit im Podcast. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern und Großeltern von einem Enkel.
Genau, und wir haben 3 Spiegel-Bestseller geschrieben, und was viel wichtiger ist, wir haben schon über 100.000 Menschen auf ihrem Weg in ihren liebevollen Familienalltag begleitet. Und wir sind hier für dich, wenn du zu den Menschen gehörst, die die wirklich wissen wollen, wie Elternsein heute geht, die keine Lust mehr darauf haben, den nächsten Tipp zu hören, der dann nach 2 Wochen Halbwertszeit wieder nicht funktioniert, sondern für die, die es von der Pike auf lernen wollen.
Ja, und wahrscheinlich kennst du es auch wie so viele Eltern.
Schlafenszeit, es ist Schlafenszeit. Ihr seid du Du machst die Küche gerade noch fertig, räumst die Teller in die Spülmaschine, packst den Tab da rein, startest die Spülmaschine. Der Papa ist mit dem Kind schon ins Bad vorausgegangen und du hast eigentlich die Hoffnung, gleich 10 Minuten, Viertelstunde mal auf dem Sofa zu sitzen. Bist happy, dass du mit der Küche fertig bist, wischst noch die Arbeitsplatte ab. Und dann hörst du, wie so oft, wildes Geschrei aus dem Badezimmer. Das Kind schreit, der Mann schreit, und in dir ist der Riesenzwiespalt. Der eine Teil in dir will sofort in dieses Bad rennen, hast du wahrscheinlich auch schon oft gemacht, bist hingerannt und hast gesagt: Was ist denn hier schon wieder los? Und könnt ihr das nicht mal irgendwie hinbekommen? Und ich übernehme das, und geh du mal hier raus! Und du kannst doch nicht das Kind so anschreien! Ja, vielleicht hast du auch schon irgendwo gehört, gelesen, dass das nicht so die ganz clevere Idee ist, dazwischen zu gehen. Dann sitzt du vielleicht mit Fingern in den Ohren auf dem Sofa, um nicht zuhören zu müssen, und bist aber ständig in dem Zwiespalt, ob du jetzt sozusagen Partei fürs Kind Partei ergreifst und damit den Partner ins offene Messer laufen lässt, oder ob du Partei für den Partner ergreifst und dann zulässt, dass das Kind beschimpft wird oder unter Druck gesetzt wird oder grob behandelt wird. Und natürlich ist Körperliche Züchtigung in Deutschland längstens verboten. Zahlen sagen was anderes, wie der Ist-Zustand ist. Deshalb möchte ich an der Stelle einfach mal gar kein Blatt vor den Mund nehmen und sagen, das ist, das gehört einfach an vielen Stellen noch zum Alltag, dass Eltern grob werden. Das bedeutet nicht wie früher, so im Sinne von, du hast was falsch gemacht, jetzt hole ich den Gürtel, und dann gibt's ein paar über.
Du hast gerade Züchtigung gesagt, das verstehen wir eigentlich darunter, wenn das Klatschen ist.
Das ist nicht gemeint.
Das ist jetzt nicht mehr so häufig.
Danke.
Das glaube ich jetzt wirklich so selten schon.
Ja, aber das ist halt, dass man das Kind mal grober anfasst, am Arm packt, irgendwo hoch, am Arm hochhebt, irgendwohin schubst. Also diese Dinge passieren einfach, die passieren in unseren Wohnzimmern, Badezimmern, wie auch immer. Und das ist natürlich nicht in Ordnung, das soll kein Kind erleben müssen. Und gleichzeitig zeigt einfach die Hilflosigkeit von uns Eltern. Und ich möchte das hiermit aufgreifen, weil uns vollkommen klar ist, dass es auch um diese Verhaltensweisen geht. Und wir hier nichts beschönigen und nicht sagen, dass du nicht hörst, ja, bei mir ist es aber schlimmer, ich kann es nicht, den Weg kann ich nicht gehen. Das will ich eigentlich vermeiden, oder wollen wir vermeiden. Ich habe halt jetzt geredet, so, deshalb habe ich von mir geredet. So, nur wie ist denn jetzt der richtige Weg? Wie geht's? Was passiert ja auch? Also ich meine, du hast es ja auch erlebt. Ich war ja auch die Mama, die dazwischen gegangen ist und gesagt habe, mecker die Kinder nicht so an, oder Na, aber was passiert denn dann?
Ja, du treibst halt den Keil zwischen euch beide, und du, es führt halt dazu, dass du ja deinen Partner degradierst. Ja, du stellst dich drüber und du degradierst ihn vor den Kindern. Woher ja an sich, also jetzt, ich sag mal, 90% wissen ja, dass sie was falsch machen an der Stelle. Ja, nicht alle geben es zu. Von den 90% gibt es ungefähr gleich ein Drittel zu, die anderen zwei Drittel rechtfertigen es. Das ist eine männliche Eigenschaft, sein Fehler lieber zu rechtfertigen, als dazu zu stehen. Ja, das haben wir auch nicht anders gelernt, oder viele nicht anders gelernt. Ich behaupte, und das, was ich weiß von unseren Kunden und von Männern, die ich auch so treffe oder mich mit denen unterhalte, und auch von mir selbst, ist, dass über 90% sich schon dessen bewusst sind, wie blöd das ist. Also nicht nur blöd, sondern wie nicht richtig, nicht richtig, oder wie Scheiße. Das ist einfach, ja, und würden es sogar gerne ändern, wenn sie irgendwie wüssten, wie. Ja, so, wenn du jetzt das vor dem Kind noch breittrittst, machst du es nicht besser, sondern du zwingst ihn in die Verteidigung und dann wird er das rechtfertigen, was er tut. Und damit zementierst du das Verhalten und machst es nur noch schlimmer.
Ja, das ist das, was passiert.
Das ist halt doof. Also ich meine, das glaube ich, versteht jetzt jeder, warum das doof ist. Was dabei auch noch passiert, ist, dass du quasi eine Mauer aufbaust zwischen euch, eine Mauer, die dazu führt, dass du noch weniger Chance hast, wirklich dranzukommen und zu sagen und zu gucken, wie kann man das gemeinsam verändern.
Ja, und was auch blöd dabei ist, ist, dass es dann schnell dazu führt, dass, weil du vor den Augen des Kindes den Partner degradierst, fängt das Kind an zu koalieren. Und zwar entweder geht es in eine Koalition mit dir oder in eine Koalition mit dem armen Papa sozusagen. Und das fällt euch halt wahnsinnig auf die Füße, ne. Wenn also diese— das war mal sowas, wo ich so, da habe ich echt immer wie so ein Fuchs drauf geachtet, dass das nicht passiert, dass wir da so, was weiß ich, dass ich auch nicht dann zu den Kindern gesagt habe, ja, der Papa hat gerade seine tollen 5 Minuten, oder Der Papa ist gerade irgendwie so dieses, um mich nicht mit den Kindern gegen dich zu verbünden, weil das ist halt vollkommen, das geht so nach hinten los. Ja, und wie du ja gesagt hast, dann kommt der Partner in die Verteidigungsposition, dann rechtfertigt er sich dann. Also, und was ja, was ja dann passiert ist, man rechtfertigt sich für was, was man eigentlich selber nicht gut findet, ist aber so in die Enge getrieben. Dass man nicht, also dass man halt dann auch, dann schlägst du ja auch um dich, dann gehen dir irgendwann die Argumente aus, dann kommen irgendwie 1000 andere Sachen, die du noch mit vorziehst, was alles scheiße und schwer ist, und sofort habt ihr irgendwie den größten Krach, obwohl es eigentlich nur eine Situation ist, die halt aus einer Not entstanden ist. Das rechtfertigt die Situation nicht, aber das soll einfach verbildlichen, dass es das nicht besser macht. Ja, das ist wie Wir haben gerade vorher überlegt, was kann man für ein Bild vielleicht dazu euch mitgeben. Wenn du jetzt überlegst, du hast ein teures Wildledersofa aus so einem ganz sensiblen, empfindlichen Leder und du hast da einen Fleck drauf.
Weiß.
Ja, weiß. Und du hast da einen Fleck drauf und du weißt noch nicht, was das für ein Fleck ist. Jetzt beim Kuli fängst du nicht an, da mit dem Lappen rumzuwischeln, aber das ist halt irgendein schwarzer Fleck und du willst den wegmachen. Und wenn du halt da mit dem Lappen drauf rumreibst, ist halt die Wahrscheinlichkeit, dass du in kürzester Zeit ein Loch in dem Sofa hast, relativ groß. Und das ist halt das, was passiert, wenn du halt den Partner anmotzt, anmeckerst, dass er das mit den Kindern anders machen soll. Gleichzeitig ist es natürlich so, dass wir auch einen Schutzauftrag den Kindern gegenüber haben. Das ist ja vollkommen klar. Und das ist ja auch die Bredouille, die dabei entsteht.
Ja, es ist ja, das hätten wir vielleicht auch am Anfang schon mal sagen können, also das, du tust es ja, wenn du da dazwischen gehst, ja, aus gutem Grund. Du tust es ja an sich nicht, um deinem Partner eine reinzubürgen, und Leider ist es halt so, dass die pure, dass selbst die beste Absicht dahinter trotzdem zum schlechten Ergebnis führt am Ende. Wie wenn du mit dem Lappen den Fleck, das ist ja eine gute Absicht, willst du den Fleck auch weghaben, ist ja eine gute Absicht, ruckst jetzt einfach wie blöd da dran rum und dann ist halt ganz schnell ein Loch drin, dann ist der Fleck zwar auch weg, in dem Fall Sofa ist halt im Eimer. So, jetzt halt die Frage, wie kriegst du den Fleck weg, ohne dass was kaputt geht? Also wie kannst du eigentlich Das Wegbringen ist irgendwie der falsche— Wie kannst du dafür sorgen, dass so was nicht mehr passiert?
Wie? Was kannst du dazu beitragen, dass es sich verändert? Genau. Also, und jetzt im Falle des Flecks auf dem Sofa hilft es halt, wenn du dir, wenn du rausfindest, oder jemanden findest, der weiß, was das für ein Fleck ist und mit welchem Fleckenmittel der Fleck halt weggeht.
Und dann die Anleitung vom Sofa noch mal, da steht meistens noch mal was drauf, und so weiter und so fort. Speziellen Reinigungsmitteln benutzt, mit der richtigen Methode da rangehst, und dann geht der Fleck auch wieder raus.
Ja, genau. Und ich weiß schon, manche von euch sagen, ja, aber bei mir wird der Fleck jetzt nicht mehr rausgehen. Das Beispiel ist so, Mit dem richtigen Reinigungsmittel. Wir sprechen von Flecken, die mit dem richtigen Reinigungsmittel rausgehen. Weil die Tatsache, dass einer von euch, oder jetzt der Vater, mit dem Kind grob ist oder laut ist, ist ein Fleck, ist eine Qualität von Fleck, die wieder rausgehen kann, wenn du weißt, wie.
Spezialisierte Reinigungsmittel für Männer.
Und deshalb gibt es keine schnelle kurzfristige Lösung dafür, weil natürlich Natürlich, wenn du glaubst, ich gehe dazwischen und dann schütze ich die Kinder und dann ist alles easy peasy. Wenn das die Lösung wäre, das würde natürlich sehr schnell funktionieren. Weil es aber, wenn du jetzt, wenn das ein Fleck wäre, der mit dem Lappen einfach weggehen würde, wäre das die schnellste Variante, den Fleck zu entfernen.
Wenn es kein Sofa wäre, sondern eine Fensterscheibe, weil Fensterscheibe ist im Normalfall, gibt es wenig außer Autolack, was davon nicht easy wieder weggeht.
Genau. Und aber hier in der Situation haben wir einfach das Problem, dass das Eingreifen aus den Gründen, die wir gerade schon genannt haben, nicht funktioniert. Dann funktioniert nur ein anderer Weg, und dann funktioniert nur der Weg, dass du was anders machst als bisher. Weil wenn du dich veränderst, kann der andere sich mit verändern. Das ist so der Love-Ripple-Effekt, ja. Kannst dir zum Beispiel mal so Dominosteine, die hintereinander aufgestellt sind, vorstellen, die halt einfach, wenn einer ein Stein in Bewegung kommt, fallen halt alle um. Und so verändert dein Partner sich mit, wenn du dich veränderst.
Und das ist jetzt für manche, die uns jetzt noch nicht lange kennen und dann noch wenig gehört haben, wahrscheinlich bisschen strange, weil du ja sagst, naja, das ist ja jetzt mein, zwischen meinem Kind und meinem Partner, da bin ich ja nicht dabei. Ja, und bist du halt leider schon.
Ja, bist du leider schon. Und vor allen Dingen seid ihr ja auch, ihr seid 24/7 gemeinsam Eltern von diesem Kind. Und die meisten Paare haben nie gelernt, wie Eltern sein geht. Die haben weder gelernt, wie Eltern sein geht, also die haben weder gelernt, wie das mit Kindern geht. Also sind ja die wenigsten, die wissen, was mache ich denn mit einem Kind, das sich zum Beispiel nicht die Zähne putzen will? Weil das ist ja der Grund, warum Warum das dann im Bad eskaliert? Weil ein, also in dem Fall der Partner, als Erwachsener hilflos ist und alles an Strategien oder Möglichkeiten oder Methoden, die er kennt bisher, dafür halt jetzt gerade nicht funktionieren. Und das Kind halt so sagt, so, putz mir die Zähne nicht, und kannst mich mal. Und also das ist das eine Problem, dass Eltern schon nicht wissen, wie geht es mit den Kindern eigentlich. Und was Eltern noch viel weniger wissen, ist, wie bringen wir unsere unterschiedlichen Vorstellungen oder Ideen zusammen, was wir darüber glauben, was unsere Kinder von uns brauchen?
Ja, und wie kommen wir auch da auf Augenhöhe, dass wir wirklich gemeinsame Entscheidungen treffen, dass wir auch, und dass jeder auch alleine eine Entscheidung treffen kann? Weil ich weiß auch von vielen Vätern, dass sie jetzt, wenn wir genau die Situation nehmen mit Zähneputzen, dass sie tendenziell eher sagen, weißt du was, leck mich doch am Arsch, putze halt keine Zähne heute. Sich das aber nicht rausnehmen, weil dann sagt ja sie, naja, wenn du die Kinder ins Bett bringst, dann müssen die nicht Zähneputzen, dann dürfen die noch länger fernsehen und so weiter, und dann gehen die irgendwie eine Stunde später ins Bett. Und das kann ja auch wiederum dazu führen, dass da ist dann schon wieder keine Entscheidungsgewalt da an der Stelle. Und das ist nur ein Zeichen davon, das heißt nicht, dass du jetzt Dass jetzt Männer alles machen sollten, wie sie wollen, und sie so alles machen, wie sie möchten.
Es geht auch nicht darum, dass Kinder keine Zähne putzen.
Nein, überhaupt nicht, um Gottes Willen. Es geht darum, dass ihr lernt, wie ihr da gemeinsam, wie ihr den gemeinsamen Weg geht, also wie ihr wirklich gemeinsam Eltern seid und nicht nach einer Direktive und der andere hält sich so halbwegs dran oder so, sondern weiß aber nicht, wie er sich dran halten soll.
Das ist ja das, was dann oft noch dazu so schwer ist, weil da kann man wieder einen anderen Vergleich nehmen. Ja, also ich muss gerade kurz überlegen, was ich gut da heranziehen kann. Aber wenn du jetzt zum Beispiel— also eine Woche ist, hat sich mein Laptop aufgehängt und ich habe halt, also ja, den, der, also Kalt, wie sagt man, Kaltstart, also halt so lang auf den Knopf drücken, bis er ausgeht, um den abzuschießen. Das hätte ich jetzt auch gekonnt. Aber die da, du hast da mit 3, 4 Handgriffen ein paar Sachen gemacht, die weiß ich schon gar nicht mehr, was du genau gemacht hast. So, also, und so ist es halt beim Elternsein auch. Nur weil du bestimmte Dinge immer auf eine bestimmte Art und Weise machst, bedeutet es nicht, dass der andere durch Zuschauen versteht, was du da machst. Also, und das mögen Sachen sein, die sind für dich total intuitiv, dass du halt genau merkst, was weiß ich, wenn ich in dieser Badsituation bleibe, wenn du halt vielleicht schon eine Minute früher merkst, wenn das Kind anfängt, in Widerstand zu gehen, und dein Partner hat halt die Signale noch nicht lesen gelernt. Weil er es halt einfach nicht so oft erlebt hat oder noch nicht war, einfach weil er es richtig machen will, whatever. Also ich will hier gar niemanden in Schutz nehmen, das soll sich nicht so anhören. Ich will nur sagen, die Wahrscheinlichkeit, dass das schiefgeht, hat einfach oft auch damit zu tun, dass eure Kompetenzen vielleicht auch, dass ihr unterschiedliche Kompetenzen habt, aber dass nicht jeder seine Kompetenzen gleichermaßen ausleben darf, weil einer die Direktive hat wie mit dem Kind Dinge gemacht werden. Und da müsst ihr einfach lernen, wie das gemeinsam geht. Und es fängt an, indem du losgehst und sagst: Ich lerne jetzt, wie Elternsein geht, und ich lerne, worauf ich achten kann, und ich lerne, wie ich das in die Kommunikation bringe, und ich lerne, dass es eben nicht darum geht, nach— also in der Situation sich rund zunudeln, sondern dass es eben darum geht, grundsätzlich dieses gemeinsame Elternsein zu definieren. Und dann ist es so, dass du— dann ist es immer noch nicht einfach auszuhalten, wenn der andere grob wird mit den Kindern in diesem Lernprozess, meine ich jetzt. Da ist es immer noch nicht einfach, das auszuhalten, auszuhalten. Aber du weißt, dass du an vielen anderen kleinen, an vielen anderen Stellen schon viele kleine Schritte gehst, die dahin führen, dass die Situation, dass der andere laut mit den Kindern wird, sich verabschiedet, dass da ein gemeinsames Umlernen schon stattfindet. Und dann ist es für die Kinder weniger schlimm, wenn sie es mal Wenn sie es mal noch mal abkriegen, sozusagen. Aber dabei merken, dass Mama und Papa wie eine Eins da zusammenstehen. Oder halt zumindest, dass der Papa nicht degradiert wird. Also es geht ja jetzt auch nicht drum zu sagen, eine Allianz gegen die Kinder zu bilden. Das habe ich jetzt nicht gemeint, sondern halt, dass die Kinder halt merken, da die Mama macht den Papa nicht rund. Ja. Weil das ist ja auch für gerade für Söhne, das ist ja die Pest. Also wenn du also das geht, geht einfach nicht. Ja, das ist einfach richtig ungesund.
Und ja, sag du noch. Hast du? Ja, weil ja, ich wollte schon was Zusammenfassendes sagen.
Sag du was Zusammenfassendes. Wir haben eh schon so viel geredet dieses Mal.
Weil wenn ihr es dann könnt, dann kann es immer noch sein, dass es mal eine Situation gibt, wo du merkst, oder wo jeder von euch auch merkt, ah, das mit dem anderen und den Kids fängt gerade an anzubrennen, ja. Und dann ist es halt so, dass ihr so auf Augenhöhe seid, dass der andere dann auch einfach hingehen kann, wieso und den Staffelstab übernimmt und sagt so, da braucht es gar kein Wort. Ja, da braucht es gar kein Wort. Da kommt so ein Arm, okay, oder Auswechsel, so wie wenn beim Fußballspiel die Auswechseltafel gehoben wird. Dann kommt der andere von der Ersatzbank und dann seid ihr ein echtes Team. Ja, und dann ist auch egal, ob ihr ausgemacht habt, heute bringt der oder der die Kinder ins Bett, sondern das macht halt gerade der, der gerade noch die Kapazität hat, der damit easy ist. Und dann ist das Ganze ein geiles Zuspiel immer miteinander, ja, wo man sich die Pässe zuspielt, und dann kommt ihr dahin. Das, oder Kinder, wenn sie älter sind, dann euch so ein bisschen verteufeln, weil sie versuchen, euch so ein bisschen auszutricksen in der Pubertät, und dann sagen, ja, Scheiße, im positiven Sinne.
Ja, also von dem her, solange du nicht gelernt hast, wie Eltern sein geht, musst du dazwischen gehen, auch wenn es richtig kacke eure Dynamik ist, weil du das Kind schützen musst. Wenn du aber keine Lust mehr hast, weiter Löcher in dein Wildledersofa zu schrubben, weil du den richtigen Reiniger nicht hast, dann fang an zu lernen, wie Elternsein geht, damit diese Situation aus eurem Alltag verschwindet. Und das funktioniert, wenn du alleine dafür losgehst. Und wenn du sagst, ich will das jetzt lernen, dann buchst du dir bei uns ein Gespräch, sprichst mit unserem Team und gehst los und lernst es bei uns von der Pike auf.
In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuschauen und Zuhören.
Bis nächste Woche, alles Liebe, tschüss!
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