Freude als Leitstern - Podcast 080

Uli Bott reads from her upcoming book about transforming self-criticism into self-encouragement. She describes two inner voices: the critical "Motzkuh" and the supportive "Cheerleader." By choosing which one to amplify, you reduce suffering and use joy as a compass for your life.
Chapters
Herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, in der Beziehung und mit dir selbst. Ich freue mich, dass du heute eingeschaltet hast. Heute bekommst du eine Solofolge mit mir und ich werde dir ein bisschen was erzählen und ein bisschen was vorlesen aus dem neuen Gemeckerfrei-Buch, nämlich dem Motzkuh-Buch, wie du von der Motzkuh zur inneren Cheerleaderin, wie du gemeckerfrei mit dir selbst wirst. Das ist der Titel und ich freue mich total, dass das bald erscheinen wird. Du kannst es natürlich schon vorbestellen. Und genau, ich möchte einfach ein Kapitel aus dem Buch nutzen, um mit dir mal über positive Emotionen zu sprechen, um bisschen was zur Geschichte zu erzählen, wie das Buch entstanden ist. Und genau, jetzt bin ich aber erstmal schon wieder still mit der Einleitung und es geht richtig los. Also, als ich angefangen habe, das Buch zu schreiben, habe ich genau gespürt, warum ich eigentlich dieses Buch schreibe. Weil all die Motzkühe, die wir alle kennen, auf einmal in mir total laut waren. Habe ich überhaupt zu sagen? Gefällt es überhaupt irgendjemandem, was ich da erzähle? Gibt es da nicht schon 100.000 Bücher dazu? Wieso braucht die Welt jetzt hierzu noch ein Gemeckerfrei-Buch? Was, wenn ich es nicht gut strukturieren kann am Ende? Was weiß ich, blablabla. Also meine inneren Motzkühe, die mir irgendwie erzählen wollten, dass das eine total doofe Idee ist, dieses Buch zu schreiben, die waren super aktiv, die sind irgendwie vollkommen los losgelassen auf der Weide rumgesprungen bzw. durch meinen Kopf galoppiert, getrabt, wie auch immer du dir das vorstellen magst. Und ich war einfach erstmal damit beschäftigt, bevor ich anfangen konnte zu schreiben, diese Motzkuhherde in mir als Erstes zu erkennen und als Zweites zu bändigen. Und glücklicherweise weiß ich, wie man Motzkühe in Cheerleaderinnen verwandelt, also wie man selber sein größter Fan wird, weil Natürlich waren diese Stimmen auch in mir, die gesagt haben: Boah, ich habe total Lust drauf, wieder ein Buch zu schreiben, ich schreibe so gerne, ah, jetzt darf ich endlich mal wirklich nur über diesen inneren Prozess des Gemeckerfreiwerdens schreiben, und ich bin total gut im Bücherschreiben, ne. Also diese Stimmen, die waren natürlich auch da, nur waren die erstmal so ein bisschen überlagert oder so ein bisschen verdrängt worden von den Motzkuh stimmen. Und am Ende ist das was, was glaube ich bei uns allen immer und immer wieder passiert, vor allen Dingen, wenn wir neue Dinge tun, aber vielleicht auch eigentlich, wenn wir gewohnte Dinge tun. Wir haben immer alles in uns. Wir haben eine meckrige Stimme in uns, eine motzige Stimme in uns, wir haben eine unterstützende Stimme in uns, eine supportende Stimme, eine anfeuernde, so ein Fangirl in uns, ja, das uns einfach einfach großartig findet. Und wir haben die alle in uns. Du hast die auch. Du hast Motzkühe und Cheerleaderinnen. Du bist aber keine Motzkuh. Du kannst lernen, eine Cheerleaderin zu werden. Und also, wir haben die alle in uns, und es geht einfach in meiner Wahrnehmung immer nur darum, neu zu wählen. Welche Aspekte rücke ich in den Vordergrund? Welchen, worauf richte ich meine Taschenlampe? Was nehme ich für wahr? Was halte ich für wahr? Und worauf richte ich meinen Fokus aus? Und je besser dir das gelingt, oder je dynamischer du darin wirst, Motzkühe zu erkennen und sie in Cheerleaderinnen zu verwandeln, umso liebevoller und umso weniger selbstkritisch kannst du mit dir selbst umgehen lernen. Weil am Ende des Tages sind unsere inneren Stimmen Kommunikation mit uns selbst. Und lass uns ehrlich sein, das hat doch keiner von uns gelernt. Wir alle haben eine Menge Dinge gelernt, wie wir mit anderen Menschen sprechen, angefangen von Sprachen über Höflichkeitsfloskeln zum Beispiel. Der ein oder andere hat vielleicht was gelernt, wie er seine Bedürfnisse oder seine Gefühle ausdrückt, dass er Ich-Aussagen benutzt etc. Aber die wenigsten von uns haben aktiv gelernt, wie sie mit sich selbst sprechen können. Das vorliegende Buch, also Von der Motzkuh zur inneren Cheerleaderin Wie du gemeckerfrei mit dir selbst wirst, das kümmert sich genau darum. In diesem Buch geht es genau darum, wie du mit dir selbst sprichst. Ich habe jetzt einfach mal ein Kapitel ausgewählt, das für mich von großer Bedeutung war. Ich gehe mal davon aus, dass es vielleicht auch für dich von Bedeutung war oder von Bedeutung sein könnte, und will dir einfach ein bisschen was über Freude als Leitstern im Leben erzählen. Und bevor ich anfange zu lesen, möchte ich noch sozusagen wie so eine Art Disclaimer einfügen. Also, ich habe das schon früh irgendwann immer wieder gehört, dass es darum geht, freudvoll durchs Leben zu gehen, voller Freude auf aufs Leben zu schauen, Freude empfinden zu können. Und ich wollte das auch unbedingt, aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selber war, dann war da viele Jahre einfach eher so ein dumpfes Gefühl in mir. Also wenn ich versucht habe, mich über was zu freuen, dann war das schon fast anstrengend. Mich freuen zu können. Und ich habe mir immer die Frage gestellt, wo ist denn dieses Gefühl von Freude? Ich konnte mich da schon noch dran erinnern, so aus der Kindheit, weißt du, als ich so 8, 9 Jahre alt war, bin ich immer so gerne mit einem Flummi spazieren gegangen, sozusagen. Da bin ich immer so eine Straße am Bach lang gelaufen und hatte so einen großen Flummi dabei und habe den immer dort lassen, bin barfuß gelaufen, mein Pferdeschwanz hat geschlackert und ich habe mich des Lebens gefreut. Und das war so ein Ankergefühl für mich von Lebensfreude. Und egal, was ich gemacht habe in den letzten, also vor einigen Jahren, ich bin irgendwie nicht so richtig an dieses Gefühl drangekommen. Und jetzt kann man natürlich versuchen zu analysieren, wo das herkommt. Und meine These dazu ist einfach, oder die Erfahrung, die ich gemacht habe, ist, dass ich ein paar Jahre lang zu erschöpft war für ekstatische Freude. Ich war nicht verbunden genug mit mir für ekstatische Freude, also für so richtige Freude. Ich war Ich war zu müde. Ich habe mich zu sehr abgerackert im Alltag, im Alles irgendwie bewältigt bekommen wollen, im Gutmachen, im alle Aufgaben, die da so waren, zu händeln. Und je länger ich auf der Gemeckerfrei-Reise bin, umso mehr konnte ich mich wieder entspannen, konnte ich aus einer Überspannung in eine gesunde Grundspannung zurückkommen. Und je mehr ich in der Grundspannung angekommen bin, umso intensiver konnte ich Freude fühlen. Und deshalb, wenn du jetzt mir zuhörst, wenn ich das Kapitel vorlese, und du vielleicht gerade noch nicht unbedingt weißt, Freude fühlen, da ist gerade nicht so viel Gefühl, dann geht es dir vielleicht wie mir, dass du gerade einfach zu erschöpft dafür bist, dann würde ich dir empfehlen, dir erstmal Zeit zu nehmen, dich zu entspannen, dich auszuruhen, um dann entscheiden zu können, ob du Freude als Leitstern in deinem Leben haben möchtest und ob du den Weg dahin gehen magst. Ich mag dir aber trotzdem genau dieses Kapitel vorlesen, wenn das— auch wenn meine inneren Motzkühe, als ich angefangen habe, hier aufzuschreiben, aufzunehmen, natürlich wieder angefangen haben zu sagen: Ja, müsstest du nicht ein Kapitel von vorne nehmen, weil das ist jetzt ein Kapitel, Unterkapitel von ziemlich weit hinten, das kennen die Leute ja gar nicht, aber blablabla, ne? Meine innere Motzkuh. Und ich so, habe sie gestreichelt, in den Arm genommen. Wie gesagt, dass das schon alles genau richtig ist, wie ich das intuitiv entschieden habe, als ich das Manuskript durchgeblättert habe. Und ich möchte es deshalb mit dir teilen, auch wenn es vielleicht gerade weit weg ist für dich, weil wir Menschen brauchen immer Inspirationen. Wir brauchen Menschen, die uns zeigen, dass was anderes möglich ist als das, was wir im Moment gerade, ja, selber, wo unser Horizont hinreicht. Wir brauchen Menschen, die unsere Sichtweise auf die Welt erweitern. Und Der möchte ich gerne für dich sein, indem ich dich entweder an Freude erinnere oder dir den Raum aufmache, dass du dich beim Gemecker-freiwerden dahin entwickeln kannst, dass Freude der Leitstern deines Lebens ist. Weil es ist nämlich einfach nur eine Lüge, dass erwachsen zu sein bedeutet angestrengt, gestresst und ja, einfach bedrückt zu sein. Also jetzt fange ich mal an. Freude als Leitstern. Gerade, also während ich das Kapitel geschrieben habe, toben hier am Strand ganz viele Kinder herum. Die Mädchen schlagen voller Leichtigkeit ein Rad nach dem anderen. Alle sind so powervoll energetisiert, sie hüpfen, springen, singen, und es ist die reinste Freude, ihnen dabei zuzusehen. Wirbelwinde auf zwei Beinen, vollkommen verbunden mit sich und allen anderen. Pure Lebensfreude und Begeisterung am Tun sprüht mir entgegen, und ich finde es so magisch, dieses Erlebnis genau jetzt zu haben, während ich danach gefragt habe, wie ich das Kapitel über die Freude am besten am besten formuliere. Freude als Leitstern für unser Leben zu betrachten verändert einfach alles, kombiniert mit Freiheit und Wachstum als Wegweiser. Lass uns das einmal genauer betrachten. Wahre Freiheit ist die Freiheit vom Leiden, frei zu sein von allen Ängsten, von Zweifeln und Sorgen, und stattdessen voller Vertrauen ins Leben. Diese Freiheit entspringt dem Entschluss, nicht mehr leiden zu wollen. Solange die innere Motzkuh in uns ihr Unwesen treiben darf, leiden wir. Solange Chaos in uns ist, leiden wir. Diese innere Stimme, die all unsere Unsicherheiten entweder zum Ausdruck bringt oder zu kontrollieren versucht, bindet uns an sich. Sie lässt uns unfrei sein, weil wir den Eindruck gewinnen, Opfer der Umstände bzw. dieser inneren Stimme zu sein. Frei zu sein bedeutet, zu erkennen, dass wir selbst Bedeutung geben. Wir entscheiden, welche Erfahrung wir machen, welche Gedanken wir denken und welche Gefühle wir fühlen wollen. Sobald wir unsere Macht anerkennen und bewusst entscheiden, alles Leiden hinter uns zu lassen, sind wir vollkommen frei. Wir anerkennen uns als die Schöpfer, die wir sind, hören auf zu kontrollieren und verwandeln unser inneres Gemecker fortwährend und immer wieder in innere Glückseligkeit. Diesen Zustand zu erlangen, ist ein fortwährender Prozess, der uns innerlich wachsen lässt. Wachsen zu dürfen ist unsere tiefe Sehnsucht, denn es ermöglicht uns, uns in immer neuen Facetten zu erfahren. Aus purer Freude probieren wir eine Eissorte nach der anderen, einfach weil wir erleben wollen, wie sie schmeckt. Stagnation und Erstarrung sind schlicht und einfach langweilig. Wir sind aber nicht hier, um uns zu langweilen, sondern um uns jeden Tag aufs Neue in den schillerndsten Farben zu erschaffen. Esther und Jerry Hicks fassen das wie folgt zusammen: Du solltest verstehen, dass absolute Freiheit die Grundlage des Lebens ist, absolute Freude sein Sinn, und absolutes Wachstum sein Ergebnis! Fühl mal nach, wie es wäre, wenn Freude dein Leitstern für dein Leben sein könnte, der Sinn deines Lebens! Wenn du aufhören könntest, irgendwelche Ziele erreichen zu wollen, von denen du denkst, dass sie dir Liebe schenken, wenn du sie erreichst! Denn das ist das altbekannte Hamsterrad. Niemals fühlen wir uns geliebt, wenn wir irgendwo angekommen sind. Bernd und ich haben geforscht und gefragt, wonach wir uns denn dann ausrichten können. Zu Beginn hatten wir einen Knoten im Kopf, denn wenn es nicht darum geht, irgendwelche extrinsischen Ziele zu erreichen, aber es gleichzeitig wissen wichtig ist zu wissen, was wir wollen. Worum geht es dann? Esther Hicks gibt, wie so viele andere, die Antwort: Absolute Freude ist der Sinn des Lebens. Anita Moorjani schreibt: Ich wusste besser denn je, dass das Leben mit Freude und Hingabe gelebt werden sollte. Veit Lindau nennt wahre Freude unser Geburtsrecht und antwortet auf die Frage, wie wir erkennen können, ob wir auf dem richtigen Weg sind, mit: Deine Freude zeigt dir den Weg. Das hört sich so einfach an, ist es aber nicht. Denn einerseits können die meisten Erwachsenen ihre Freude gar nicht mehr fühlen, sie haben sie in sich verloren. Andererseits bedeutet der Freude zu folgen, dass wir etwas hinter uns lassen müssen. Und so ist es immer: Eine Entscheidung für etwas beinhaltet immer auch eine Entscheidung gegen etwas anderes. Wann immer wir für uns wählen, das Leiden hinter uns zu lassen, gilt es auszusteigen aus all den erlernten Konzepten von Zwang und Müssen, von Druck und Anstrengung, von Besser und Schlechter. Die Entscheidung für die Freude wirft uns auf uns selbst zurück, denn fortan gibt es keinen Indikator mehr im Außen, an dem wir uns messen können. Wir können uns nicht mehr an den anderen oder unserer Wirkung auf die Welt orientieren. Genauso wenig gelten für uns gesellschaftliche Standards wie mein Haus, mein Job, mein Auto. Denn all das ist für uns nur dann von Wert, wenn es unsere Freude befeuert, wenn es ein inneres Kribbeln in uns erzeugt und unendliche Vorfreude, vergleichbar mit der kindlichen Vorfreude auf Weihnachten, Denn dann sind wir begeistert. In unserem Gehirn werden Neurotransmitter ausgeschüttet, die dazu führen, dass sich Nervenenden miteinander vernetzen können. Dadurch wächst das Gehirn und der Mensch lernt. Und das Ganze ist überhaupt nicht mit Anstrengung, sondern mit spielerischer Leichtigkeit verknüpft. Wir haben auf unserer Reise im Sommer in Marokko einen singenden Taxifahrer kennengelernt, der voller Freude und mit unfassbar unfassbarem Talent Songs gecovert und interpretiert und uns damit unterhalten hat. Wir sind miteinander ins Gespräch gekommen, und so entstand einer meiner Lieblingssätze, der mich durch das letzte Jahr getragen hat: Happiness is the source of life. Also: Glücklich sein ist die Kraft meines Lebens, ist die Quelle meines Lebens. Immer und immer wieder nutze ich diesen Satz wie ein Mantra und überprüfe täglich, ob ich nach diesem Prinzip lebe. Gerade habe ich mich beim Schreiben beobachtet und während ich die obigen Zitate zusammentrage, durchlaufen mich Freudenschauer, weil es für mich eine solche Freude und schier unfassbares Glück ist, mich mit diesem wundervollen Wissen zu verbinden und mit Worten spielen zu dürfen. Wenn Freude mein Leitstern ist, dann freue ich mich natürlich, wenn dich meine Worte erreichen. Gleichzeitig wäre es keine Option, sie nicht niederzuschreiben, aus Sorge, dass du sie nicht mögen könntest. Denn lass uns ehrlich sein, irgendwem gefällt immer nicht, was wir tun. Wir haben einfach zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Wir können zum Spielball der Meinungen anderer werden und ständig in der Gefühlsachterbahn sitzen, in der Lob ein Hochgefühl erzeugt und Kritik uns schrumpfen lässt. Oder wir folgen unserer inneren Freude und laden andere ein, uns zu folgen, wenn es ihrer Freude dient. Wann immer wir unsere Freude als inneren Leitstern verwenden, schwingen wir uns höher und höher, und daraus schöpfen wir Lebensenergie. Wir werden ein richtiges Kraftwerk, und es geht uns besser und besser. Der Freude zu folgen bedeutet, zu entscheiden, dass deine Energie dein wertvollstes Gut ist, dass es nichts Wichtigeres gibt, als dafür Sorge zu tragen, dass du ein Glied in der Kette des des Wohlbefindens bist. Und vielleicht magst du auch ein Glied in der Kette des Wohlbefindens werden. Vielleicht magst du Freude zu deinem Leitstern machen in deinem Leben. Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die sich von meinen Worten haben berühren und inspirieren lassen. Vielleicht ist es für dich ein eine Erinnerung, ein Weckruf, eine Bestätigung. Ja, vielleicht hast du Lust, dich tiefer damit zu beschäftigen. Und ja, wir freuen uns natürlich, wenn du in unser Buch, oder in mein Buch sozusagen, also unser Buch, das ich geschrieben habe, hineinschmökern willst, hineinlesen willst. Vielleicht bestellst es dir vor, wenn du magst. Und wir freuen uns natürlich wie immer über Feedback zu der Folge. Und ja, alles, alles Liebe zu dir und auf die Freude!
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