Für einen Machtkampf braucht´s immer zwei - Podcast 008

Uli und Bernd Bott erklären, warum Babys die meiste Macht in einer Familie haben: weil ihre Bedürfnisse unverzichtbar sind. Traditionelle Erziehung durch Kontrolle scheitert, wenn Eltern stattdessen ihren Kindern folgen und nur führen, wenn nötig. So lernen Kinder Selbstwirksamkeit und Kooperation, ohne dass Machtkämpfe entstehen.
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Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch. Wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hallo und herzlich willkommen.
Schön, dass du da bist.
Zu einer neuen Folge im Gemeckerfrei-Podcast.
Genau, wir hatten schon mal Spaß.
Genau, heute zum Thema Für einen Machtkampf braucht man immer mindestens zwei. Genau.
Personen, Menschen, Typen, sonst was.
Ja, und wie das eigentlich geht mit Macht und Herrschen und Folgen und Führen und warum Alltag mit kleinen Kindern und mittleren Kindern und großen Kindern manchmal echt so anstrengend sein kann, darüber wollen wir uns heute unterhalten. Viel Spaß.
Ja. Und wir fangen an mit einem Zitat von Alfred Adler.
Genau, der war Individualpsychologe vor 100 Jahren und der gilt, also der ist, von dem habe ich unglaublich viel gelernt. Nicht persönlich leider, weil so alt bin ich jetzt auch noch nicht. Aber der begleitet mich bestimmt schon 20 Jahre und ist eine ganz große Inspirationsquelle und, habe ich jetzt neu erst erfahren, gilt eigentlich auch sozusagen als Inspirateur der aktuellen Achtsamkeitsbewegung. Ja, genau.
Und das schon vor 100 Jahren. Sehr spannend.
Ja, voll.
Genau. Und wir fangen an eben mit einem coolen Zitat.
Mal gucken, ob du es checkst.
Ja, es ist wirklich, wir haben lange überlegt, ob wir mit dem Zitat anfangen sollen, aber wir fangen mit dem Zitat an.
Genau.
Wenn wir uns fragen würden, wer in unserer Kultur am stärksten ist, wäre die logische Antwort das Baby. Das Baby herrscht und es kann nicht beherrscht werden. Das Baby herrscht mit seiner Schwäche über die Erwachsenen und wegen dieser Schwäche kann niemand das Baby beherrschen.
Genau, der ist so geil.
Und wenn wir jetzt, ich wette, wenn wir am Anfang der Folge gefragt hätten, in welcher Lebenssituation würdest du den Mensch als, also du, liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer, würdest du den Mensch als am schwächsten bezeichnen? Hättest du wahrscheinlich gesagt als Baby und vielleicht noch im ganz, ganz hohen Alter.
Genau. Also kannst mal für dich überprüfen, ob du auf die Idee gekommen wärst, das Baby per se als die machtvollste Person in unserer Gesellschaft zu betrachten.
Und Und ich weiß noch, als die Uli mir das erzählt hat, habe ich gesagt: Die hat sie nicht alle. Ich meine, es ist ja was für sich. Die Leute haben vor 100 Jahren, vor 1000 Jahren und auch vor 2 Wochen haben auch schon manche Menschen Sachen erzählt, die halt Unsinn sind. Aber das ist ja, wenn man so kurz drüber nachdenkt, dann ist es so ein Bing.
Ja, wir waren zum Beispiel, haben ja meinen Bruder besucht, der gerade ein Baby hat und so ein süßes Baby und Ja, süßes kleines Mädchen. Und na, also dann ist sie eingeschlafen gewesen in ihrem Bett, Bettchen, und wir haben Uno gespielt. Und nach 10 Minuten oder einer Viertelstunde hat sie das erste Mal gehustet, ist davon wach geworden, und zack, ist mein Bruder wieder zu seiner Tochter gelaufen. Und das wiederholte sich irgendwie, während wir da waren, dann in der nächsten Dreiviertelstunde noch dreimal oder so, ne. Also, und das ist ja ganz normal für Babys, ne. Aber so dieses: Du kannst ein Baby nicht beherrschen, weil das Baby weint, wenn es weint. Es hat Hunger, wenn es Hunger hat. Es zeigt, dass es Nähe braucht, wenn es Nähe braucht. Es ist wach, wenn es wach ist, und wenn es nachts ist, von 2 bis 4. Ja, ein Baby ist aufgrund seiner Schwäche nicht von uns Erwachsenen beherrschbar. Und sobald wir das akzeptieren und uns in diese Situation hineingeben, also hingeben, umso leichter ist der Alltag mit Kindern. Und es ist ja nicht nur, also jetzt haben wir mit Babys angefangen, aber wir lassen uns mal die weitere Kindheit durchgehen.
Ja, und davor möchte ich noch kurz eins sagen, weil das, was das Dieses Darüber-Nachdenken kehrt natürlich so diesen Begriff Macht in einen anderen Kontext, in eine andere Perspektive. Weil das ist ja nicht mehr diese Macht, wo du sagst, Macht wird durch Gewalt ausgeübt oder so was. Das ist ja, was mancher vielleicht darunter versteht.
Ja, aber selbst, aber ja, ja, stimmt. Aber also ich meine, ich könnte ja nicht mal mit Gewalt ein Kind zum Schlafen, ein Baby kriege ich noch nicht mal mit Gewalt zum Schlafen. Es geht nicht. Was nicht essen will, ist einfach nicht. Da kannst du machen, was du willst. Und das ist ja das, was uns Eltern oft zur Weißglut treibt, ja. Egal ob das jetzt bei einem Baby ist, da kriegen wir es vielleicht noch am ehesten hin, oder dann später, wenn so ein kleines Kind beim Zähneputzen den Mund nicht aufmacht, oder wenn es sich weigert einzuschlafen und dauernd wieder aufsteht, oder es gibt ja hunderttausende solche Situationen, wo wir Wir mit dem Machtanspruch, der ja gesellschaftlich noch ganz präsent ist, zu sagen: Ich bin der Erwachsene, ich weiß, wo es langgeht, und ich habe die Macht. Und das kollidiert natürlich mit der Tatsache, dass die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft die größte Macht haben, eigentlich die größte Macht haben. Und Machtkämpfe entstehen Wenn wir glauben, wir hätten die Macht, wo wir sie aber eigentlich nicht haben. Machtkämpfe entstehen, wenn wir nicht bereit sind, den Kindern zu folgen, sondern erwarten, dass sie sich von uns führen lassen.
Ja, jetzt könnte aber natürlich— gut, aber wir haben ja gesagt, wir gehen jetzt so das Alter durch der Kinder. Das Coole ist, das Beispiel mit dem Baby macht es ja so klar, weil da würde ja keiner auf die Idee kommen. Also die meisten jetzt, sag ich mal, die uns zuhören, Gemeckerfrei-Podcast, und bereit sind, den einzuschalten, überhaupt aufgrund des Namens. Die sagen jetzt ja, ja klar, also wenn ein Kind Hunger hat, hat es halt Hunger. Wenn es gerade eben nicht schlafen will, dann will es jetzt halt nicht schlafen. Das kann zwar manchmal sauanstrengend sein, also da ist ja keine Frage. Nur sag mal, okay, dann bist du jetzt halt wach, dann bin ich jetzt halt auch wach, so wach ich gerade sein kann vielleicht. Spannend wird es ja so ein Jahr später, oder?
Ja, es wird halt immer herausfordernder, je älter so ein Kind wird, je mehr wir glauben, jetzt ist es aber so weit. Also das machen wir ja unbewusst, dass wir denken, jetzt müsste müssen wir anfangen, das Kind zu erziehen. Eigentlich ist so um den ersten Geburtstag passiert das eigentlich oft, dass wir anfangen zu glauben, wir müssten das Kind jetzt erziehen. Und wenn wir glauben, wir müssen es erziehen, dann sagen wir, jetzt wissen wir, wo es langgeht und das Kind muss folgen.
Und muss sogar noch unsere Erklärungen verstehen, warum es folgen muss.
Ja, das ist natürlich Sorry, not sorry an dieser Stelle. Das ist natürlich alleine aus der Gehirnentwicklung heraus gesehen vollkommener Nonsens. Aber das wäre jetzt noch mal eine extra Folge, glaube ich.
Stimmt, ja.
Also lass uns einfach, lass uns einfach festhalten, dass der alte Herrschaftsanspruch, der alte Machtanspruch, dass wir Eltern glauben, wir Hätten die Macht über die Kinder, wir wüssten, wo es lang geht und wir müssten die Kinder erziehen, indem wir ihnen sagen, wie sie zu sein haben und was sie zu tun haben. Das ist einfach veraltet. Ja, das funktioniert einfach nicht.
Das funktioniert nicht. Und ich möchte es noch in den größeren Rahmen stellen, weil das ist immer ein Thema, das mir besonders wichtig ist. Damit kackt auch unsere Gesellschaft ab, wenn wir so weitermachen, weil wir das nicht mehr— Also ich meine, jetzt reden wir, unsere Zuhörer kommen aus dem Dachraum, sage ich mal so, Deutschland, Österreich, Schweiz. Ja, wir sind in einer der mit die hochentwickelste und wirtschaftlich stärkste Gegend. Und wir brauchen einfach kreative Menschen, die eigene Ideen haben, die einen eigenen Willen auch haben, die in der Lage sind, ideen durchzusetzen, die von den anderen als schon fast bescheuert dargestellt werden. Wir brauchen wirklich eigenständige Individuen und die bekommen wir nicht, wenn wir unsere Kinder in solche Formen zwängen.
Absolut, absolut. Und das ist ja auch einfach völlig klar, dass die Jobs, die hörige Menschen erfordern, also Menschen erfordern, die stupide immer dieselbe Tätigkeit vollbringen. Diese Jobs machen ja schon heute an an vielen Stellen Roboter und die werden mit den Jahren immer weiter wegfallen. Also wir brauchen keine unterdrückten hörigen Menschen. Was da ja auch noch mit drinsteckt, ist ja, dass wir, dass es ja den Kindern die Würde nimmt, wenn wir sie in unsere, nach unseren Vorstellungen zu erziehen versuchen. Hui, hui, hui, wir machen hier echt immer ein bisschen der philosophische Kontext.
Jetzt mal wieder lustige Alltagsbeispiele.
Praktisch, ne. Also Kinder wollen lernen, wie das Leben funktioniert, und Kinder wollen sich als selbstständig und als wirksam, selbstwirksam erfahren. Die wollen die Erfahrung machen, dass wenn sie den Lichtschalter anklipsen, dass dann das Licht angeht, ne. Die wollen die Erfahrung machen, wenn sie schreien, springt jemand. Die wollen die Erfahrung machen, wenn sie die Nudeln auf den Boden schmeißen, heißen, fallen die Nudeln auf den Boden. Die wollen die Erfahrung machen, wenn sie dem Bruder an den Haaren ziehen, schreit der. Na, also die wollen diese Wirksamkeit erleben, weil sie damit die Welt entdecken. Und jetzt geht's nicht darum, dass du alles immer zulassen sollst, um Gottes Willen, ja. Natürlich kannst du nicht zulassen, dass das eine Kind das andere an den Haaren zieht oder so. Aber einfach, wenn du mal verstehst, Das Kind ist die machtvolle Person. Wenn du nicht bereit bist, in den Machtkampf einzusteigen und mit dem Kind zu streiten, dann kann es keinen Zwist bei euch zu Hause geben. Punkt.
Genau, weil du, was du jetzt ja gerade gesagt hast, weil du eben nicht in dieses Machtgerangel oder diesen Machtkampf einsteigst.
Genau, stattdessen folgst du dem Kind. Bis an allen möglichen Stellen folgst du dem Kind. Also na klar, dann stehst du halt mal 2 Stunden und guckst einem Bagger zu. Dann macht das Kind halt mal 5 Minuten Hausaufgaben, 10 Minuten Pause, 5 Minuten Hausaufgaben, 10 Minuten Pause. Oder geht auch mal mit nicht fertigen Hausaufgaben in die Schule. Also du folgst dem Kind. Du lässt, wenn das Kind sagt, was weiß ich, es kann sein Zimmer nicht aufräumen, weil es findet sonst seine Spielsachen nicht mehr. Ja, dann folg doch mal dem Kind. Statt deinen Willen an der Stelle durchsetzen zu wollen, sondern sagst, ich folge. Und je mehr ich im Kleinkind und in der frühen Kindheit, also so bis 10, je mehr ich meinen Kindern da folge, umso besser lassen sie sich später von uns führen. Weil das ist was, das ist eine, eine, das ist eine Umkehrungsreaktion quasi. Am Anfang folgst du 100% dem Baby, du machst einfach alles, wenn Wenn das Baby weint, gehst du hin. Wenn das Baby Hunger hat, fütterst du es. Wenn es die Windel voll hat, kriegt es eine frische Windel. Also du machst, du folgst einfach den Bedürfnissen des Babys. Und das bleibt einfach eine ganze Zeit lang dein Hauptjob. Du folgst dem Baby, dem kleinen Kind. Und dann fängt es natürlich an, dann fängt das Kind an zu laufen und dann will es auf die Straße laufen. Jetzt musst du führen. Dann nimmst du das Kind hoch, lenkst es mit was ab. Ab, und dann folgst du ihm woanders wieder hin. Aber für einen kurzen Moment übernimmst du die Führung. Dann wird das Kind noch älter, will vielleicht mit der dreckigen Hose in die Kita gehen oder mit dem dreckigen T-Shirt, oder hat keine Lust, sich die Fingernägel schneiden zu lassen. Und da wächst du einfach immer ab, solange es nicht gefährlich ist für jemanden, oder solange nichts Schlimmes dabei passieren könnte, kannst du einfach entscheiden, ich folge meinem Kind. Weil je mehr du dem kleinen Kind folgst, umso mehr ist es später in der Lage, diese Fähigkeit zur Kooperation zu entwickeln. Und umso weniger Machtkämpfe habt ihr.
Ja, und das ist ja, das kannst du dir ganz einfach vorstellen. Alles gut. Das kannst du dir ganz einfach so vorstellen, dass du, du lebst es in dieser Zeit. Wir haben es jetzt von 0 bis 10, darfst jetzt nicht auf den Tag genau nehmen.
Aber ja, 0 bis 6, weiß ich nicht.
Das ist ja eh nicht statisch. Also das nimmt ja immer mehr ab und dann nimmt es an. Aber du machst es in der Zeit dem Kind vor. Das heißt, du lebst dem Kind das vor, wie das geht, dass man sich führen lässt, dass man folgt. Und dann ist es ganz natürlich der Prozess, dass das Kind das dann eben auch andersrum macht mit dir.
Ja, voll.
Und nur Aber es ist eben so, dass es zuerst, und das würden die meisten, das ist glaube ich ein cooles Missverständnis, das wir damit jetzt aushebeln, weil normalerweise denken ja, erst muss man lernen zu folgen und dann kann man führen. Das ist ja auch in Unternehmen, du fängst an als Azubi oder als Neuling nach dem Studium und dann bist du erst mal der Kaffeekocher so ungefähr und kriegst alles gezeigt und irgendwann 10 Jahre später darfst du die Führungskraft werden. Aber es ist tatsächlich mit den Kindern ist es genau andersrum. Und zwar die Frage, ob das im Unternehmenssinn macht. Aber das wären wieder 23, das wäre ein anderer Podcast, den wir machen müssen.
Der dir auf jeden Fall Spaß machen würde. Ja, ja, ja. Also kleine, also kleine Kinder, das Zusammenleben mit kleinen Kindern funktioniert, wenn du bereit bist zu folgen.
Ja.
Wenn du bereit bist, in der Hingabe Erfüllung zu finden. Wenn du bereit bist, auf deinen Standpunkt als den richtigen zu verzichten. Wenn du bereit bist, so viel oder so häufig wie möglich den Standpunkt des Kindes höher zu gewichten als deinen eigenen. Und wenn du bereit bist, nix persönlich zu nehmen und in keinen Machtkampf einzusteigen, weil das Kind will nicht mit dir kämpfen, das will einfach nur die Welt erforschen.
Und schau, das ist, du hast vorher so ein schönes Beispiel gebracht, das konnte ich mich so gut erinnern, weil, welches denn? Die Erde kommt gleich, weil ich mich so gut erinnern kann, wie ich mit unseren zwei, jetzt sind sie ja schon uralt, quasi über 20 beide, oder, aber mit den zwei Kleinen, da war eine Baustelle in der Nähe. Kannst dich erinnern? Es gab eigentlich nichts Cooleres. Also vorausgesetzt, man hat sich als Papa noch mal eine warme Jacke angezogen, ja, wenn das Wetter gerade nicht so toll war, es war glaube ich so Herbst, also ich habe einen sehr frühen Tag eigentlich. Erwachsene würden sagen, ach, heute trinke ich mal Tee und bleibe ich zu Hause. Aber die, das war halt stundenlang gestanden.
Ja, ich weiß.
Und einfach so dieses Ding zu sagen, okay, es ist ja alles gut. Ja, also ich meine, ich hock halt da rum oder stehe halt da rum, pass auf, dass natürlich keiner irgendwie in die Grube fällt und so weiter von den Kids und unterhalte mich ab und zu mit so einem Bauarbeiter, weil die natürlich nach einer halben Stunde auch mal kommen und Hallo sagen. Aber ansonsten ist es einfach nur cool. Die Kinder sprechen drüber und sagen, Uli Bott macht jetzt das. Und dann sagst du ja genau, und der baut da ein Haus und was weiß ich. Und so, das ist, es braucht so wenig oft, um genau das zu tun. Es braucht gar nicht viel. Nur vielleicht manchmal unseren inneren Widerstand dagegen abzubauen.
Ja, voll. Also auch zu glauben, was man in der Zeit sonst alles schaffen könnte, weil Kinder bilden sich ja selbst. Du kannst ihnen ja nichts beibringen. Ich habe auch so eine Situation vor Augen. Da war die Anja im Tragetuch und Baby und der Felix war so knapp 2 und da war, da war am Fähnchen war so ein Sandhaufen, ein riesiger Sandhaufen. Und wir standen tatsächlich von, also ich habe die Anja gestillt und gewickelt und ins Tragetuch gepackt und bis die wieder anfing zu quäken. 2,5, 3 Stunden standen wir nur an diesem Sandhügel und das Einzige, was der Felix gemacht hat, ist die ganze Zeit diesen Hügel hoch und wieder runter gerutscht. Die Hose war anschließend Geschichte. Aber einfach zu sagen, dass da hat er sich selbst gebildet und dieses, diese Geduld aufzubringen, also diese Ausdauer zu haben, das Kind so lange sich selbst bilden zu lassen, wie es für sich gerade das Gefühl hat, dass stimmig ist. Und dann einfach die Füße stillzuhalten. Ja, und das ist ja das, die Füße stillhalten, darum geht es ja in 100.000 Situationen. Das Kind putzt sich selbst die Zähne, vielleicht noch nicht so gründlich, wie du es machen würdest. Füße stillhalten und es machen lassen. Das Kind macht Hausaufgaben, schreibt die Os vielleicht nicht so ordentlich, wie du sie ordentlich machen würdest. Machen lassen. Das Kind isst mit Messer und Gabel und Es funktioniert halt noch nicht so gut machen lassen, ja, die Füße stillhalten. Und sobald ich da, das sind diese Mini-Sequenzen, wo du immer und immer und immer wieder folgen kannst und wo da überhaupt, da bricht überhaupt keine Zacke aus der Krone. Das ist auch überhaupt nicht schwierig umzusetzen. Es geht eigentlich nur darum, das Bewusstsein mal dafür zu haben. Und das sind all die Situationen, wo du Streit und Machtkämpfe verhinderst, einfach indem du keinen anderen Standpunkt dagegensetzt. Setzt gegen den Standpunkt deines Kindes, sondern einfach sagst, es ist nicht mein Business, deine Baustelle. Hier ist ein Messer und eine Gabel und hier ist dein Essen und iss. Und wenn du von mir lernen willst, wie es geht, dann fragst du mich schon. Und alles Weitere guckst du dir sowieso einfach ab. Fertig.
Genau. Und was ich dazu noch sagen will, das sind alles ja Dinge, von denen wir immer denken, das müssten Kinder so früh lernen oder viele. Und das ist Schau, wenn du dann mal den, hast du deinen Sohn oder deine Tochter mit 13, 14 vor dir sitzen und denkst so, okay, also das mit dem und dann mit dem Messer und Gabel, da könnte man noch mal ein bisschen drüber sprechen, wie das so ein bisschen appetitlich aussieht oder was auch immer. Dann kannst du das da ganz easy machen und es dauert keine 2 Tage.
Vorausgesetzt, es ist kein Machtkampf da drin. Ja, natürlich. Kein Protest.
Kannst du es halt immer ein bisschen intelligent anbringen.
Ja klar.
Was weiß ich, jetzt hast du eine Freundin, lass uns am Sonntag bei den Eltern essen gehen. Was weiß ich eigentlich. Da kann man sich ja auch mal ein bisschen kreativ vielleicht was überlegen.
Ja, oder zu sagen, komm, wir gehen mal schick essen. Und wie geht es denn da? Kannst du das auch lernen, wie das geht? Und da, wenn du nicht die ganze Zeit an dem Kind rumkritisierst in der Zeit davor, dann ist es in dem Moment voll oft offen, um das zu lernen. Und weil, also wir Menschen wollen ja besser werden in vielen Dingen und wir sind ja voll wissbegierig. Also da sei doch einfach ein bisschen entspannter.
Genau, sei wirklich, man kann, es gibt so vieles, das hat man, haben so Jugendliche dann irgendwie wirklich an einem Tag gelernt. Das müssen sie nicht mit 3 Jahren schon lernen.
Ja, und ja, auch andere Dinge wie zum Beispiel, manche Kinder fangen halt nicht so früh an, Fahrrad zu fahren oder Inliner oder so was, aber dann können sie es halt zack, mit einem Tag. Also das ist ja selbst, selbst manche Kinder sind Late Talker, die sprechen zweieinhalb Jahre nichts und dann auf einmal ganze Sätze und so. Also da viel mehr entspannen, dass sich dein Kind schon gut entwickelt. Und das Wichtigste, was du tun kannst, ist ihm den Raum, also dich ihm hinzugeben und dem Kind den Raum zu schenken, in dem es sich selbst bilden und entwickeln kann. Ja, ich finde, das ist jetzt ein schöner Schlusssatz.
Ja, das ist super.
Genau.
Perfekt.
Voll großartig, dass du uns zugehört hast.
Ja, vielen Dank.
Genau. Und wenn du mehr gemeckerfrei erleben möchtest, dann komm gerne in unsere Academy, schnupper in die Kurse rein, lass dich da inspirieren und Für deinen gemeckerfreien Alltag, ja, zu ganz praktischen Themen, zu Selbstliebe-Themen, zu Partnerschaft, zu Kinderthemen, Pubertätsthemen. Und komm da gerne dazu, ist monatlich abschließbar und monatlich auch kündbar. Und ich teaser schon mal, vor Weihnachten gibt es eine Überraschung. Von dem her, komm bald dazu. Link natürlich in den Shownotes.
Sonst.
Alles Liebe, danke fürs Zuhören und tschüss!
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